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Josef J. Pöllmann
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Das gabs 2008 bei Mühldorf-TV und bei Altötting-TV
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Nr.
Thema LZ Archiv KW Ersch.
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Industriemuseum "Bunker 29" offiziell eingeweiht: Es gibt kein vergleichbares Museum in Europa! 23 05.06.08
Neben den genannten fanden sich so viele Interessierte zur Eröffnung des Museums ein, dass das kleine Zelt, sie kaum fassen konnte. Die Bläsergruppe der Miraphon stimmte die Gäste auf die Zeit nach dem Krieg ein.
Bürgermeister Siegfried Klika begrüßte nur einige der Gäste – alle zu begrüßen hätte den zeitlichen Rahmen der Feierstunde gesprengt. Es wären alle herzlich willkommen. Besonders begrüßte er aber die Vertreter des Landwirtschaftsamtes, und Eva und Peter Köhr, die die treibende Kraft hinter dem Museum gewesen wären.
Nach anfänglichen Diskussionen könne er heute sagen, Anita Kuisle wäre die EINZIG richtige gewesen, das Museum einzurichten. O-Ton (Das haben Sie toll gemacht) Er denke, in sogar Fachkreisen hinterlasse das Museum seine Spuren.
Er selbst hätte sich das Museum während der Bauphase nicht angesehen. Er hätte nur beobachtet, wie gut die Zusammenarbeit gelaufen wäre. So könne er sich nur für die gute Zusammenarbeit aller Beteiligten bedanken. Bei Dr. Grötsch, Egbert Pfeiffer und allen, die Ideen und viel Geld eingebracht hätten. Die Ausstellung zeige den Arbeitsalltag in den Betrieben in Waldkraiburg und in Aschau, die Zeit des Aufbaus bis zu den heutigen, teilweise weltweit operierenden Firmen. Allerdings ließe das Beispiel Negro auch erkennen, wie Firmen auf Grund von Billiglandkonkurrenz hätten schließen müssen.
Das Museum „Bunker 29“ wäre ein Erlebnisdokument für den Fleiß und die Zuversicht in die Zukunft der Nachkriegsgeneration, und vermittle der jungen Generation einen Eindruck davon, wie die Menschen in Waldkraiburg gearbeitet hätten.
Trotz des Traumas der Vertreibung, hätten die Gründer doch zuversichtlich angepackt und viel Neues geschaffen. Das Motto der Stadt „Arbeit schafft Heimat“ wäre im Museum deutlich zu erleben. Bürgermeister Klika's Dank galt aber auch den Beschaffern von Exponaten, den Zeitzeugen und denen, die alles zu einer interessanten Ausstellung zusammengefügt hätten.
Altbürgermeister Fischer, Stadtarchivar Konrad Kern und Herrmann Karosser wäre es zu verdanken, dass der Bunker nicht abgerissen worden wäre. Zusammen mit dem Stadtrat konnte das Gebäude im Jahr 2000 vor dem Abriß bewahrt werden. Er ist der letzte erhaltene seiner Art. 2002 wurde er umgebaut, die Diskussion um seine weitere Nutzung und die Art der Integration in das Museumsnetz des Landkreises begann. Die Stadt stellte das Gebäude unentgeltlich der IGW zur Verfügung, die IGW übernahm die Federführung bei der Gestaltung der Ausstellungen.
Er dankte persönlich sehr - Eva Köhr, die als Vorsitzende des Kreisheimatmuseums das Konzept des Geschichtszentrums entworfen hatte und den Bunker 29 da hinein integrierte. Sie und Peter Köhr hätten Sponsoren gesucht, Exponate beschafft und Zeitzeugen gesucht. So könnten alle sehr zufrieden sein.
Waldkraiburgs Museumsleiterin Antje Keiper führte durch die Veranstaltung und stellte den nächsten Redner, Dr. Georg Grötsch vor, der Waldkraiburg als junge Stadt erlebt hätte und sich hier wohl fühle.
IGW Vorsitzender Dr. Georg Grötsch freute sich sehr über den zahlreichen Besuch. Eine so große Zahl prominenter Gäste hätte er nicht erwartet. O-Ton: „Unser neues Museum ist fertig!“ (2:36:09:03) Es hätte vieler Gespräche und Diskusionen bedurft, bei denen die Köpfe geraucht hätten. Herausgekommen wäre ein neues Konzept, das mit Hilfe von Leader Plus- Mitteln der EU und einer finanziellen Hilfe der Landesstelle für Nichtstaatliche Museen verwirklicht werden konnte. Auch er dankte Eva Köhr und Egbert Pfeiffer dafür, dass sie diese Mittel beschafft hätten. Nur durch diese finanziellen Hilfen konnte die IGW das Museum realisieren.
Er hoffe, dass es gelingen möge, mit diesem Museum der jungen Generation aufzuzeigen, mit welcher Tatkraft und Initiative Waldkraiburg nicht geworden wären, was es heute ist. Geschichte und Identität Waldkraiburgs wären mit der Geschichte der Industrie verbunden. Auch wenn manche Betriebe heute Teile großer überregionaler Konzerne wären, verstünden sie sich doch noch immer als Teil der Industriestadt.
O-Ton: „Heimat ist, wo ich meine Familie ernähren kann.....“ Als Folge des zweiten Weltkrieges haben viele Menschen diese ihre Heimat verloren. Hier hätten sie ein erstes Dach über dem Kopf und begannen mit hohem Einsatz und viel Mut neue Existenzen aufzubauen. Schnell begann man zu produzieren. Viel Fleiß und Engagement führten zur Entwicklung der Stadt, wie sie im Stadtmuseum im Haus der Kultur aufgezeigt ist.
Die IGW will in diesem Museum den Anteil der Industrie an dieser Entwicklung darstellen. Die IGW, zu der zur Zeit 25 Unternehmen gehören, hat sich von Anfang an der Stadt und ihren Einwohnern verpflichtet gefühlt. Schon 1947 hat die damalige Arbeitsgemeinschaft der Industrieen im Werk Kraiburg die Grundversorgung der Bevölkerung organisiert und schließlich auch die Gründung der Gemeinde betrieben. 1950 wurde die Gemeinde gegründet. Als 1950 die Betriebe aus Aschau zur Gemeinschaft dazustießen, hatte sie 100 Mitglieder. 1963 beschränkte man sich auf Industriebetriebe, wodurch nur noch 19 Mitglieder verblieben. Der Waldfriedhof, ein Kinderspielplatz, die Durchführung diverser Impfungen, die Mitarbeit an der Entwicklung des Flächennutzungsplans, wären nur einige Bespiele für die aktive Anteilnahme der Mitglieder der IGW am Aufbau der Stadt und am Leben in der jungen Stadt. Auch mit 60 Jahren ist die IGW jung und engagiert, wie die Errichtung des Museums zeige.
Seit August 2007 hat das Projektteam das Museum entwickelt und realisiert. Dabei stand die Stadt immer hilfreich zur Seite. Besonders dankte er aber der wissenschaftlichen Begleiterin, Frau Anita Kuisle, die mit ihren Ideen dieses außergewöhnliche Museum zusammen mit Herrn Köhler aus Augsburg realisiert hätten. Neben der Europäischen Union und den anderen Financiers dankte er den Firmen, die sehr unterstützt hätten, sei es durch Spenden oder durch Exponate. Ohne diese Spenden wäre das Museum nicht möglich geworden. Alle Spender und Unterstützer sind in Raum sechs aufgelistet. Vielleicht motiviere dieses Museum ja die eine oder andere Firma, der IGW beizutreten, wie es einige in den zurückliegenden Wochen taten?
Er schloss seine Rede: („Gott – der Herr....“ )
Die Festrede hielt stellvertretende Landrätin und Vorsitzende des Fördervereins für das Kreisheimatmuseum Eva Köhr:
Mit der Verbriefung am 7. September 2000 wäre der Bunker 29 der erste Bunker in öffentlicher Hand geworden. Schnell erhielten sie die Knetmaschine von der Nitrochemie in Aschau, die jetzt in Raum 1 zu sehen ist. Damit war der erste Schritt getan.
Nachdem Waldkraiburg erst das Stadtmseums mit großem Aufwand realsiert hätte, wäre für ein weiteres Museum kein Geld mehr zur Verfügung gestanden.
Im Zuge der Gründung des Mühldorfer Netzes wäre über die Aufarbeitung der Handwerks- und Industriegeschichte im Landkreis nachgedacht worden. Der Bunker 29 wäre ein Baustein dieser Industriegeschichte. Ohne die Finanzierung durch Leader Plus und das Beisteuern des Bunkers durch die Stadt hätte das Projekt nicht realisiert werden können. Sie selbst hätte 50 % der Investitionskosten beschafft, wobei die Stadt wieder half.
Auch in den Firmen erlebte sie auf ihrer Sponsoren-Werbetour große Offenheit und konnte große und kleine Spenden verzeichnen. Die Meldung, die Leader Plus Mittel wären zu Ende – Mitte 2006 – hätte zu großer Nervosität geführt und das Projekt beinahe scheitern lassen. In vielen Gesprächen konnte aber erreicht werden, dass doch finanziert würde. Sie dankte allen, die daran beteiligt waren, es doch noch zu schaffen.
Eine weitere große Aufgabe wäre gewesen, die Spuren zu suchen. Diese Rolle hätte Peter Köhr übernommen. Er hätte viele Exponate bekommen, die aber viel zu groß wären für das Museum. So entstünde eine Außenstelle im Föhrenwinkel, die später in unregelmäßigen Abständen für Besucher geöffnet würde.
Auch wenn sie sich manche Dinge anders vorgestellt hätte als Museumskuratorin Anita Kuisle, hätten sie sich im Projektteam in langwierigen Diskussionen immer wieder zusammengerauft und Lösungen gefunden. Für die Geduld und Ausdauer dabei, dankte sie allen Mitgliedern.
So ein Museum gebe es in ganz Deutschland nicht noch einmal! Sie wisse es zwar nicht genau, aber sie gehe davon aus, dass es auch in der europäischen Union kein zweites ähnliches Museum gebe!
Nachdem sie sich bei Hans Grundner von den Waldkraiburger Nachrichten bedankt hatte, der mithalf, Zeitzeugen zu finden, wünschte sie dem Museum die Aufmerksamkeit, die es verdiene, viele interessierte Besucher, die mithelfen würden, die Geschichte lebendig zu halten.
Museumskuratorin Anita Kuisle hat in ihrer 23-jährigen Tätigkeit schon für das Deutsche Museum, für das technische Museum in Wien oder für das Haus der bayerischen Geschichte gearbeitet. Sie hat Waldkraiburg schon vor Jahren kennengelernt und war auf Grund ihrer Referenzen ausgewählt worden, das Museum „Bunker 29“ einzurichten.
Sie freute sich ganz beosnders, das Museum eröffnen zu dürfen. Sie freue sich aber auch, dass sie durch dieses Projekt Waldkraiburg kennenlernen durfte, eine freundliche und lebendige Stadt. Sie dankte Egbert Pfeiffer und Dr. Grötsch für die gute Zusammenarbeit bei der Errichtung des Museums. Außerdem dankte sie den Zeitzeugen, die ihr geduldig stundenlagen zur Verfügung gestanden waren. Ohne ihr Team hätte sie nichts machen können, deshalb dankte sie den Mitarbeitern besonders.
Die Frage „Was ist ein Industriemuseum“ wäre die erste Frage gewesen, an der man zu knabbern gehabt hätte. Da die Antwort aber zu umfangreich wäre, stellte sie die Frage „Was ist ein Industriemuseum in Waldkraiburg im „Bunker 29“?“ Als sie diese Fragen beantwortet hatten, konzentrierten sie sich auf die Menschen, die nach dem Krieg hier neu angefangen haben. Was also wäre ein Museum im Bunker 29? (O-Ton: „Es ist eine Präsentation....entwickelt haben)
Dann beschrieb sie das Museum, das gerade mal 120 m² messe, die auch noch auf sechs Räume aufgeteilt wären. Es stünde also wenig Raum zum Lesen zur Verfügung. Deshalb hätten sie ein Museum zum Hören daraus gemacht. In sechs Räumen würden sechs Geschichten präsentiert, die in ihrer Abfolge einen Bogen spannen würden von dem Werk der „Deutschen Sprengchemie“ bis ins heutige Waldkraiburg.
Dann beschrieb sie die einzelnen Räume und die darin dargestellten Geschichten. Dabei hätten sie sich vom Motto der Stadt Waldkraiburg leiten lassen: „Arbeit schafft Heimat“. Die Räume repräsentierten dabei die ansässigen Industriezweige Maschinenbau, Chemie und Konsumgüterproduktion. Die ausgewählten Firmen repräsentierten dabei immer beonders typische Eigenschaften des jeweiligen Industriezwiegs.
Sie riet abschließend den Anwesenden, sich das Museum in aller Ruhe anzuschauen. Es wäre wichtig, die Ausstellungen auf sich wirken zu lassen, und das ginge nur in kleinen Gruppen.
Sie wünschte den Besuchern viele interessante Erfahrungen und eine angeregte Diskussion, die dazu führen möge, die Erinnerung an die Entstehtung der Stadt lebendig zu erhalten.
Dann erteilten Pfarrerin Hanna Wirth und Pater ... dem Museum den kirchlichen Segen. „Industria“ wäre lateinisch und hieße zu Deutsch „Fleiß“ stellte Pfarrerin Hanna Wirth fest. Und das wäre schon typisch für Waldkraiburgs erste Generation. Innerhalb kürzester Zeit entstand eine Stadt, auf die sie sehr stolz wäre. So erteilten sie dem Museum den Segen.
Abschließend hatte Bürgermeister Siegfried Klika Geschenke für die Mitwirkenden, Blumen und für Hobbykoch Peter Köhr etwas Besonderes, Balsamico-Essig!
Dann hatten die Besucher Gelegenheit, das Museum zu besuchen. Am 1. Juni fand ein Tag der offenen Tür statt, ab sofort ist es zwei Mal wöchentlich am Mittwoch und Sonntag für Besucher geöffnet. Schulklassen und Gruppen können es auch zu anderen Zeiten besichtigen.
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AusbildungsAbschluss bei der Süd-Ostbayern-Bahn: Feierliche Zeugnisübergabe
Als Versäumnis der Vergangenheit bezeichnete Christoph Kraller den Umstand, dass bislang den Absolventen der Ausbildung bei der Süd-Ostbayern-Bahn ihre Zeugnisse einfach so ausgehändigt worden sind. Deshalb hätte man heuer erstmals eine kleine Feier für ihre Absolventen ausgerichtet.
So versammelten sich Junggesellen und ihre Angehörigen, Abteilungsleiter der Südostbayernbahn, Christian Kubasch, technischer Leiter und Christoph Kraller Vorstandssprecher der SOB im Saal des Gasthauses „Pauliwirt“ um der Zeugnisübergabe einen würdigen Rahmen zu verleihen.
Zunächst stellte Christoph Kraller fest, dass sie auf Grund der engagierten Arbeit der Süd-Ostbayern-Bahner in den letzten jahren ein „ziemlich gutes Geschäft“ gemacht hätten. Die Entwicklung der Geschäftszahlen ließe erkennen, dass die Eisenbahn in Deutschland eine Renaissance erlebe. Auf ihrem Streckennetz zwischen München und Passau, Landshut und Ruhpolding und Salzburg betreibe die SOB auch den Verkehr. Auf der Strecke nach Ruhpolding sogar mit Elektroloks! Trotz Rationalisierung steige die Zahl der Mitarbeiter. Dereit fänden 550 Menschen Beschäftigung. Damit wäre die SOB der größte Arbeitgeber im Landkreis. Man strebe an, auch der Betrieb mit den meisten Auszubildenden im Landkreis zu werden.
2008 investiere die SOB die Rekordsumme von 55 Millionen Euro in die Infrastruktur. Vergangenes Jahr wären 30 Millionen in neue Fahrzeuge geflossen. Mit derzeit etwa 750.000 Fahrgästen pro Monat liege das Umsatzziel bei 85 Millionen Euro in 2008. Allerdings sollten hier weitere dazugewonnen werdne. Mit diesen Zahlen wären sie für Eisenbahnverhältnisse eher klein, sonst aber ein sehr großer mittelständischer Betrieb.
Christian Kern, Bereichsleiter Fahrbahn, Leit- und Sicherheitstechnik zeigte sich froh darüber, dass junge Leute zu ihnen kämen und auch bei ihnen blieben. Im Bereich Telematik suche die SOB fieberhaft Nachwuchskräfte. Da es in seinem Bereich um die Sicherheit des Bahnbetriebs ginge, dauere die Ausbildung lang, wäre breit gefächert und anspruchsvoll. Er freute sich, Auszubildende zu haben, auf die er sich verlassen könne und die an ihrem Arbeitsplatz zufrieden wären.
Werkstattleiter ... meinte, nur wenn eine Bahn eine eigene Werkstatt hätte, wäre sie eine richtige Bahn! Die Werkstatt wäre in den 30er Jahren groß geworden und warte alles was mit Diesel fährt. Die verschiedenen Lokomotiven, die Triebwägen aber auch die Reisezugwagons würden bei ihnen in Stand gehalten. In diesem Jahr hätte seine Werkstatt sieben Auszubildende in eine dauerhafte Anstellung übernommen. Damit wären bei ihm derzeit 75 Mitarbeiter beschäftigt. Er beschrieb die verschiedenen Weiterbildungsmöglichkeiten, die sich auch seinen Leuten böten und wünschten allen viel Freude an der Arbeit und eine gute Zukunft.
Matthias Krause vertrat Wolfgang Jakob, der in Urlaub weilte. Er stellte die Ausbildung in den kaufmännischen Berufen dar. Er, der selbst in den 90er Jahren bei der Bahn ausgebildet worden war, stellte fest, die Bahn wäre inzwischen ein Spitzen Ausbilder.
Die Bahn hätte die Zeit erkannt und bilde aus, eröffne aber auch die Wege zur Weiterbildung in den verschiedensten Richtungen. Im Gegensatz zu anderen Betrieben käme man bei der Ausbildung bei der Bahn in Deutschland herum, was es zudem attraktiv mache, dort eine Ausbildung zu beginnen.
Während in der Vergangenheit die Schulabgänger Ausbildungsplätze suchten, werden wohl künftig Betriebe Auszubildende suchen. Deshalb begrüsse er die vielen Praktikanten, die ihm zeigten, dass das Interesse groß wäre. Ausserdem hätte die Bahn wohl erkannt, dass es immer noch besser wäre, selbst Leute auszubilden, als Fachkräfte auf dem freien Markt zu suchen. Deshalb stelle man im September 7 neue Auszubildende ein. Auch erwünschte allen Absolventen viel Freude an der Arbeit und viel Erfolg.
Christoph Kraller, der aus einer Eisenbahnerfamilie stammt und nächstes Jahr 40 Jahre alt wird, meinte, als Eisenbahner stünden sie immer im Focus der Öffentlichkeit. Wenn er auf einer Party sage, er wäre Eisenbahner, dann O-Ton: (...)
Es wäre einfach so und zwar auch bei der SOB. Deshalb erwarte er 100%ige Loyalität von seinen Mitarbeitern. O-Ton (Von allen!) Dabei ginge es nicht darum, die Eisenbahn rosarot darzustellen. Es reiche, bei der Wahrheit zu bleiben. Es wäre halt so, wie es wäre. Dabei wären Christian Kubasch und er immer offen für jede Art konstruktiver Kritik - von außen und besonders auch von innen. Nur so könnten sie die SOB weiterentwickeln. Sie hätten die Serviceoffensive entwickelt, die die Kundenorientierung der Mitarbeiter stärken soll. Jeder Mitarbeiter, egal ob am Fahrkartenschalter, als Zugbegleiter oder in der Werkstatt, muss bestrebt sein, das beste für den Kunden zu leisten.
Dabei wäre man sich bewußt, dass nicht alles immer nur perfekt sein könne. Wenn der Kunde zufrieden wäre, hätten sie ihr Ziel schon erreicht.
(O-Ton: Die Süd-Ostbayernbahn ist eine Firma mit enormem Potential!) Die steigenden Kraftstoffpreise und Unterhaltskosten für die Autos brächten die Verkehrsteilnehmer dazu, auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen. Sie engagierten sich sehr, den Menschen diesen Umstieg schmackhaft zu machen. Insgesamt gesehen böte die Süd-Ostbayernbahn deutlich mehr Chancen als Risiken. Um diese Chancen nutzen zu können, braucht die SOB Mitarbeiter, die die Dienstleistung erbringen und verkaufen. O-Ton: Der Begriff „Humankapital“ .... Er lege sehr großen Wert darauf, dass das Humankapital in seiner Firma stets gute Zinsen abwirft und sich wertseitig stetig nach oben entwickle. Deshalb sucht die SOB junge Menschen zur Ergänzung der bestehenden Mannschaft.
Dann zitierte er Mark Twain: O-Ton: Als ich 14 war... - So liefe das. Man müsse ständig dazulernen und ständig den Finger am Puls der Zeit haben. Das erwarte er auch von seinen Mitarbeitern. Wer sich engagiert einbrächte, werde feststellen, dass er mit Christian Kubasch und mit ihm (O-Ton ein arbeitsreiches.... ) verbringen kann.
Er unterstrich noch einmal, dass seine Mitarbeiter mit allen ihren Fragen und Anregungen jederzeit zu ihnen kommen könnten. Dann wünschte auch er den jungen Leuten viel Glück für die Zukunft.
Nun erhielten die Absolventen ihre Zeugnisse.
Für seinen besonders guten Abschluss erhielt Stephan Grandl zusätzlich einen Briefumschlag. Franziska Zeitler einen Strauß Blumen. Sie hatte neben einer 2 lauter 1er!
Tobias Huber und Manuel Oberbauer wurden nach ihrer Ausbildung sofort in unbefristete Arbeitsverhältnisse übernommen. Wie war die Ausbildung?
Sie sind jetzt Elektroniker und Sie Industriemechaniker. Welche Aufgaben haben Sie jetzt bei der SOB? Also der Serie 628?
Sie arbeiten im Schichtdienst? Wie würden Sie den Schichtdienst einschätzen?
Er bietet also viel Freizeit?
Ist es sehr anstrengend?
Würden Sie jungen Leuten, eine Lehrstelle bei der SOB anzunehmen?
Katja Petermann und Franziska Zeitler haben ihre Ausbildung abgeschlossen. Was sind Sie jetzt?
Der Volksmund nennt das „Schaffner“?
Beabsichtigen Sie, diese Tätigkeit länger auszuüben oder wollen Sie sich weiterbilden?
Sie haben jeden Tag mit vielen Menschen zu tun. Ist das für Sie ein Problem?
Wie lang hat Ihre Ausbildung gedauert?
Wie sieht eine mögliche Weiterbildung aus?
Wenn man Sie beide so sieht, könnte man sich vorstellen, dass es Spaß macht, bei der SOB zu arbeiten?
Vielen Dank für das Gespräch.
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TSV Buchbach feiert: Landesligameisterschaft und Aufstieg in die Bayernliga
Wolfgang Bauer begrüßte etwa 350 Gäste im Kulturhaus in Buchbach. Unter ihnen Pfarrer Monsignore Engelbert Wagner, alle drei Bürgermeister, MdL Hans Rambold und Bürgermeister Dr. Karl Dürner aus Schwindegg. Dazu der Vizepräsident des bayerischen Fußballverbandes Horst Winkler, BLSV Kreisvorsitzender Sepp Elsberger sowie Vertreter der Sponsoren. Die Besonderheit in Buchbach wäre das Umfeld. Sponsoren, Funktionäre die vielen Helfer und die vielen Fans würden die vier Säulen bilden, die gemeinsam den Erfolg des TSV ausmachten. Andi Singer, ein bekannter Trainer hätte in einem Gratulationsschreiben gemeint, sie hätten als kleiner Familienbetrieb schon vor Saisonbeginn die ersten Punkte eingefahren. Zu diesem Familienbetrieb gehörten alle, auch die Kinder, die Becher abtrockneten und Oma Rosa, die dafür sorge, dass der Biergarten funktioniert! Sie alle gehörten dazu, die dazu beigetragen hätten, dass in Buchbach Fußball auf so hohem Niveau gespielt werden kann.
Dann marschierte die Mannschaft ein – und wurde mit stehendem Applaus empfangen. Sie hatten erst am Nachmittag gegen Nördlingen ihren letzten Sieg in der Landesliga Süd gefeirt und waren rechtzeitig zurückgekommen, weil man dort das Spiel vorverlegt hatte.
Vereinsvorstand Anton Maier meinte: „Was war das Wunder von Bern? - Was war das Sommermärchen von 2006? Es gäbe nur eins, das wunder von Buchbach 2008. Dann stellte er die Spieler der Reihe nach vor:
Nummer 1 – Thomas Penker: Er wäre seit 1996 dabei und jetzt zum fünften Mal aufgestiegen. Er fragte ihn nach seinem größten Erfolg: (O-Ton:)
Er werde auch in der kommenden Saison das Tor sauber halten und nicht mehr Gegentore zulassen, als Spiele stattfinden, also nicht mehr als 33!
Nummer 2 – Michael Pointvogel, ein Eigengewächs des TSV. Wie fühlt er sich?
Nummer 3 – Bernhard Hausperger: Er verlässt den TSV nach dieser Saison. Anton Maier wünschte ihm alles Gute für die Zukunft.
Nummer 4 – Hans Attenberger: „Atte“ spielte die dritte Saison in Buchbach.
Nummer 5 – Markus Blau: Linksverteidiger seit 2005. Sein Hobby wäre Ski- und Schlittenfahren. Anton Maier wollte wissen, ob er mit den Gegnern auch Schlitten gefahren wäre? Er werde sicher in Buchbach bleiben.
Nummer 6 – Alex Neulinger – der Mann für die schwierigen Fälle. Ihn nennen Sie „Neuli“ - warum? Weil er sich wohl fühlt in Buchbach wollte Anton Maier wissen, was das Ziel für die kommende Saison wäre?
Nummer 7 – Douglas Nomanovitsch war leider nicht anwesend. Auch er bleibt bei Buchbach.
Nummer 8 – Manuel Neubauer. Ihn würde man auf dem Platz kaum sehen, weil er so schnell wäre. Sein Wunsch wäre in Erfüllung gegangen? Und das alles nach seiner schweren Verletzung Anfang 2007? Auch auf ihn freuen wir uns in der kommenden Saison.
Nummer 9 – Kapitän Stefan Hillinger. Sind 29 Tore in der Landesliga noch zu toppen?
Vielleich werde er in der Bayernliga nicht mehr Torschützenkönig. Was wäre aber zu erwarten? Seit 8 Jahren in Buchbach. Wie wars?
Nummer 10 – Ralf Klingmann: Von Koblenz nach Buchbach, wie war der Weg?
Nummer 11 – Manuel Kagerer. Zwei Saisonen in Buchbach, wie ist das? Gibt’s was besseres? Und wie soll das gehen? Also alle Heimspiele gewinnen wie heuer?
Nummer 12 – Florian King: Schwer verletzt hätte er nur zuschauen können. Was würde er jungen Leuten raten?
Nummer 13 – Christian Kagerer: Was sagt er nach zwei Saisonen in Buchbach?
Wenn man in einer gegnerischen Stadionzeitung liest, der vierte Mann in Buchbach hat mehr Tore geschossen, als ihr Bester, heißt das, dass die so schwach sind?
Nummer 14 - Stefan Bernhardt: Er wäre leider verletzt. Drei Jahre Buchbach? Hätte er vor drei Jahren gedacht, dass sie nun aufsteigen würden in die Bayernliga? Seine Zukunft wäre in Buchbach? Und weil er solo wäre, bot ihm Anton Maier an, etwas für ihn zu tun....
Nummer 15 - Den könne man nicht beschreiben: Bei Bayern hiesse so einer „Ribery“: Andy Bichlmaier. Er wäre verantwortlich für den Spaßfaktor? Letztes Jahr hätte er auf einem Nebenplatz gegen Matthias Pongratz ein Punktspiel auszutragen gehabt, was wäre da los gewesen?
Nummer 16 – Ein echtes Eigengewächs des TSV, ein echter Bayer – fast zumindest: Yüksel Atschipinar! Seit Kindesbeinen in Buchbach – hätte er sich jemals träumen lassen, in der Bayernliga zu spielen? Er wäre heute sehr wortkarg, hätte das einen Grund? Jedenfalls hätte er mit der türkischen Sprache mehr Probleme als mit dem Bayerischen!
Nummer 17 – Eigengewächs Fabian Ganser. Er wäre erst im Winter aus der zweiten Mannschaft aufgerückt. Warum wäre sein Spitzname „Marco“? Also – was Alex Neulinger sagt, wird gemacht?
Nummer 18 – Herbert Huber. Er verlässt den Verein nach dieser Saison nachdem er ziemlich lang verletzt war. Er bedankte sich bei Verein, Trainer, Mannschaft und Fans.
Nummer 1b – Jürgen Huber. Durch Thomas Penker kam er kaum zum Einsatz. Trotzdem – wie wars?
Für diesen Erfolg verantwortlich wären Matthias Pongratz und Javier Sajitsch. Was wäre der Garant für den Erfolg?
Außerdem bedankte er sich bei Physiotherapeutin ..., Manfred Ebert und Masseur Helmut Kreuzpointner. Auch ihnen dankte Anton Maier für die geleistete Arbeit.
Nun das Dreigestirn, das die Mannschaft geprägt hätte: Sportlicher Leiter Walter Bootz, Abteilungsleiter Günther Grübl, und zweiter Abteilungsleiter Georg Hanslmaier. Sie alle hätten gemeinsam dafür gesorgt, dass sie etablierte Landesligamannschaften mit Abstand hinter sich gelassen hätten. Sie würden alles tun um sich in der Bayernliga zu etablieren und zu halten.
(O-Ton: „Was wollen die in dieser Liga – die haben hier nichts verloren – dieses Bauernkaff. Wir haben sie beim Wort genommen und uns mit tosendem Applaus aus der Landesliga verabschiedet.) Trotz unglaublicher 23 Siegen hätten sie den von ihm prognostizierten Termin nicht ganz eingehalten. Er hätte gedacht, sie wären schon am 30. Spieltag so weit! Schließlich hätte er sich vom zeitlichen Aufschub zwecks Perfektionierung überzeugen lassen! Die Mannschaft zeigte die ganze Saison über atemberaubenden Fußball. Aussetzer wie das 6:2 in Burghausen machten die Mannschaft nur menschlich. Was wäre gewesen, wenn sie dort 2:6 gewonnen hätten?
Danach zeigte die Mannschaft Charakter und kämpfte bis zum Meistertitel. (O-Ton: „Unser Kader von sau-starken Fußballern.... eine neue Ära eingleutet.) Noch nie hätte der TSV Buchbach so hochklassig Fußball gespielt. Und weil der Verein der Mannschaft in nichts nachstehen will, baue der Verein eine Tribüne und eine Flutlichtanlage. (O-Ton: Wer Bayernliga spiele sollte auch für Bayernliga Ambiente sorgen.) Trotz allem werde der Verein bodenständig bleiben. Nun werden sie zusammen mit den Fans zeigen, dass die Buchbacher Fußballer tatsächlich nicht in die Landesliga sondern in die Bayernliga gehören! Nun werden sie den Mannschaften in der Bayernliga zeigen, wo der Ball rollt. (O-Ton: Jungs - .... danke für die geile Saison!)
Anton Maiers Tochter überreihte Kapitän Stefan Hillinger eine Torte.
Dann gratulierten die Tarrangonas mit einem umgedichteten Lied.
Dann hatten die Spieler endlich Gelegenheit sich zu stärken.
Landrat Georg Huber gratulierte im Namen des Landkreises und auch persönlich. Er wäre stolz, im westlichen Landkreis eine so erfolgreiche Mannschaft zu haben. Leider könnte er von seiten des Landkreises nicht unterstützen. Er verwies an den Landtagsabgeordneten Hans Rambold und an BLSV Kreisvorsitzenden Sepp Elsberger, die vielleicht helfen könnten. Der Erfolg dieser Mannschaft in einer 3000-Seelen-Gemeinde zeige, dass es hier Gemeinschaft gebe. Deshalb dankte er allen Unterstützern und Funktionären. Er versprach, zu einem der ersten Heimspiele zu kommen und einen guten Spielball zu spenden.
Bürgermeister Thomas Einwang meinte, das schönste Geschenk hätten sie sich selbst gemacht. Dann schenkte Stefan Hillinger er einen Zinnteller, eine Urkunde an Matthias Pongratz und Anton Maier einen Scheck als Beihilfe für diese Feier. Dann gab er das Goldene Buch des Marktes Buchbach herum und bat alle, sich einzutragen. Schließlich wünschte er ihnen viel Erfolg für die neue Saison.
Inzwischen war Anton Bobenstetter gekommen.
Dann überreichte Landesliga-Spielleiter Peter Moosmann den Meisterwimpel. Er würdigte erst aber die Zusammenarbeit mit Günther Grübl. (O-Ton: 23 Siege, 7 Unentschieden und ganze vier Niederlagen – davon eine lehrreiche – aufgestiegen in die Bayernliga zusammen mit dem FC Ingolstadt II) Dieser Erfolg wäre ein Erfolg der Mannschaft, der Trainer und Funktionäre und vor allem von Günther Grübl. Dann übergab er Stefan Hillinger den Meisterwimpel.
Sowas wie in Buchbach hätte er noch nie erlebt. Da feiert der Pfarrer mit und der Nachbarbürgermeister singt ein Lied. Sowas hätte er noch nie erlebt. Dann schenkte er Matthias Pongratz einen ganz besonderen Ball.
Stellvertretender Vorsitzender des Bayerischen Fußball-Verbandes überreichte Bürgermeister Thomas Einwang, Landrat Georg Huber und passende Krawatten. Für Stefan Hillinger hatte er einen Fußballschuh aus Schokolade. Der soll symbolisieren, wei kurzlebig der Erfolg ist. So einen hatte er auch noch für Günther Grübl. Er versprach wieder zu kommen, wenn sie wieder Meister werden würden. Allerdings mahnte er auch, die Bayernliga wäre schwierig. Sie sollten es deshalb vorsichtig angehen. Auch wenn ein einstelliger Tabellenplatz erstrebenswert wäre, wäre es schon schön, wenn sie die besten der sechs Aufsteiger werden würden.

Diesen Pokal hatte sich die Mannschaft selbst gekauft um ein Symbol für den Aufstieg vor Augen zu haben. Diesen Pokal, der inzwischen alle Unterschriften der Spieler trug, versteigerte Anton Maier nun meistbietend. Das erste Gebot lag bei 95€. Schnell waren es dann 120€ und als Bieter wetteiferten die Bürgermeister Thomas Einwang, Dr. Karl Dürner und Landrat Georg Huber. Es schien schon bei 135 € zu bleiben, aber dann begann das Duell erst. 150, 160, 170, 180. Schließlich Schließlich steigerten Dr. Karl Dürner und Landrat Georg Huber Bürgermeister Thomas Einwang bis auf 205€. Das konnte er nicht zulassen, dass der Bürgereister von Schwindegg den Pokal mit nach Hause nimmt.

Abschließend stellte Vorstand Anton Maier die sieben Personen vor, die seit 13 Jahren für den Erfolg der Fußballabteilung in Buchbach verantwortlich wären. Albert Kerbl als Sponsor, Leonhard Werner, verantwortlich für außersportliche Veranstaltungen, Georg Hanslmaier begann als Spieler und ist jetzt zweiter Abteiungsleiter. Martin Hanslmeier hat 13 Jahre lang in Werbegesellschaft und Förderverein mitgearbeitet. Erwin Bierofka wäre der nächste, der Vorsitzende des Fördervereins war aber auf Urlaubsreise. Auch Wolfgang Bauer hätte 13 Jahre lang mitgearbeitet. Günther Grübl schließlich wäre der Vater des Erfolgs. Sie alle wären stolz auf das, was sie in den zurückliegenden 13 bis 15 Jahren gearbeitet hätten. Ihnen allen dankten die Gäste mit minutenlangem stehenden Applaus.
Später feierten die Gäste noch lange. Die Bar öffnete, die Musik spielte zum Tanzen auf und Mannschaft und Fans freuten sich auf den Trainingsbeginn für die erste Bayernligasaison des TSV Buchbach. Jetzt ist erst einmal Pause bis 23. Juni. Dann geht’s wieder los!

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Entscheidung in der Bezirksliga Ost: VfL Waldkraiburg gegen TSV Ampfing
Die Voraussetzungen für den VfL Waldkraiburg waren ziemlich ungünstig. Mehrere Stammspieler gesperrt oder verletzt und die Mannschaft nach der erfolgreichen Saison ziemlich geschwächt, mussten sie gegen den TSV Ampfing antreten, der wieder „Alle Mann an Bord“ melden hatte können. Waldkraiburgs Trainer Helmut Neidl war deshalb nicht besonders optimistisch in dieses Lokalderby gegangen.
Zum Erstaunen der etwa 800 Zuschauer im Waldkraiburger Jahn-Stadion war Ampfings Trainer Michael Kostner selbst aufgelaufen.
Der VfL spilet in schwarz-roten Hemden und von links nach rechts, Ampfiing in weißen Hemden von rechts nach links.
Waldkraiburg hatte Anstoß.
dass es hier um einiges ging, zeigte sich schon schnell. Hier wird Kapitän Markus Gibis ziemlich unsanft gestoppt. Den Freistoß fischte Matthias Manghofer aber souverän aus der Luft.
Ähnliches zeigten auch die Waldkraiburger. An den Freistoß kam aber kein Spieler dran.
Kurz danach: Markus Gibis läuft sich frei, bekommt den Ball aus der Tiefe zugespielt - niemand mehr zwischen ihm und dem Torwart, kein Abseits! - kriegt ihn aber nicht unter Kontrolle. Eine vergebene Superchance!
Nach einigem Hin- und Her diese Szene: Wieder kommen die Industriestädter über links. Eine super Flanke von Markus Weichhart kann Benjamin Hadzitsch nicht erlaufen.
Ein erstes Mal gefährlich für das Ampfinger Tor wurde es hier: Drei Waldkraiburger Abwehrspieler konnten nicht folgen und mussten ihn ziehen lassen. Allerdings konnte Andreas Pallner den Ball von Christian Richters Fuß wegköpfen. Noch einmal geklärt.
Kurz drauf kann Sven Harlander Markus Gibis vor der Strafraumgrenze nur noch mit unfairen Mitteln stoppen – Gelbe Karte. Der Freistoß – ohne Folgen.
Im Gegenzug eine ähnliche Szene: Ein unschönes Revangefoul. Gelb für Uwe Rosenauer. Auch diesmal blieb der Freistoß folgenlos.
Die nächste gute Chance für Waldkraiburg: Nach Doppelpaßspiel Gibis-Rosenauer flankt der auf einen Mitspieler, der aber nicht herankommt. Ampfing kann klären. Gleich darauf: Flanke aus der Spielfeldmitte auf Markus Gibis. Auch diesmal springt Sven Harlander höher. Stefan Auers Versuch nachzulegen landet im Aus.
Zwischenzeitlich zogen dicke schwarze Wolken über der Stadt auf. +
Immer wieder greifen die Waldkraiburger an. Dieser Schuß Manuel Stadlmayr aus 18m Entfernung geht nur knapp am Tor vorbei.
Eine Minute später: Codrin Peii kommt zu spät – wieder daneben!
Hier könnte man darüber streiten, ob ... Markus Gibis gefoult hat und ob das noch vor der Strafraumgrenze war. Ein Foul war's sicher – aber noch vor der Strafraumgrenze. Schiedsrichter hat's nicht gesehen....
Hier flankt Ampfing's Andy Balck auf Christian Richter. Ihn können drei Abwehrspieler nicht unter Kontrolle bekommen. 0:1 für Ampfing. 23. Minute.
Zu diesem Zeitpunkt ein ungerechtfertigter Spielstand, weil Waldkraiburg bis dahin die deutlich höheren Spielanteile hatte.
Nun öffnete sich das Spiel, Ampfing hatte mehr Chancen, Waldkraiburg blieb aber kontergefährlich, wie hier als nach einem Freistoß Ampfings Stefan Auer über das halbe Spielfeld sprintet und Markus Gibis den Ball nicht zum mitglaufenen Mitspieler bekommt. Er hätte das Tor selbst machen können.
Stellenweise glich das Spiel ziemlich ungeordnetem Chaos.
Den scharfen Freistoß von Sven Harlander konnte Oliver Klutz noch halten, den Nachschuß des schell herbeigelaufenen Christian Richter nicht mehr. 0:2 30. Minute. Ampfing jubelte, auch Bürgermeister Ottmar Wimmer.
Ein Foul außerhalb unseres Blickwinkels führte zu diesem Freistoß kurz vor der Ampfinger Strafraumgrenze – ohne Folgen.
Noch immer hatten die Industriestädter die höheren Spielanteile. Oft wurden ihre Vorstöße aber durch unfaire Mittel gestoppt wie hier - - - und hier --- und hier
Inzwischen hatte es begonnen zu regnen. 1:40:44:00 Trotzdem gelang Markus Weichhart so ein Freistoß.
Es schüttete wie aus Eimern und die Fehler häuften sich, wie hier das mißlungene Doppelpaßspiel von Patrick Keri und Codrin Peji
Sicher eine Folge des nassen Balles war dieser mißglückte Einwurf von Florian Losbichler. In seiner Entrüstung schlug er den Ball weg - gelbe Karte – zu Recht, wie wir meinen! Einwurf Stefan Auer auf Raimund Stuiber, der sofort gefoult wird. Der Freistoß – die nächste verpaßte Großchance der Waldkraiburger.
Bezeichnend diese Ecke....
Mit 0:2 gehen die Mannschaften in die Pause.
Während der Pause legte sich der Regen. Stadionsprecher Stefan Krainhöffner nutzte die Zeit, langjährige Mitglieder der VfL Fußballabteilung auszuzeichnen. Buchbachs Pressesprecher Erich Haider und einige Buchbacher beobachteten das Spiel, bei dem auch VfL Urgestein Horst Krumpolz und zahlreiche andere Stadträte anwesend waren. Ampfings Bürgermeister Ottmar Wimmer hatten wir schon gesehen. Er diskutierte intensiv.
Ein Fußballspiel beim VfL ist wohl auch immer ein Ereignis für die ganze Familie.
In der zweiten Halbzeit spielt also jetzt Waldkraiburg von rechts nach links, Ampfing von links nach rechts.
Waldkraiburg machte weiter Druck, ohne jedoch ein Tor erzielen zu können.
Das Spiel ging munter hin und her, ohne dass man deutliche Vorteile für eine der Mannschaften hätte erkennen können.
Gefährlich wurde es nach dieser Ecke: Zunächst kann Waldkraiburg klären. Die folgende Flanke verpaßt Florian Losbichler – de Ball lenkt ein Waldkraiburger ins Aus. Wieder Ecke. Auch diesmal ohne Konsequenzen.
Nun plätscherte das Spiel so vor sich hin. Die Trainer wechselten aus und brachten frische Spieler.
dass für Ampfings Tor in dieser Phase keine Gefahr bestand, zeigte Torhüter Matthias Manghofer, der weit aus seinem Strafraum herausgelaufen war. Sein Schuß kam über Umwege zu Christian Richter, der unbehelligt auf Oliver Kluth zulaufen konnte. 0:3 in der 62. Minute. Waldkraiburg deprimiert, Ampfing siegessicher.
Trotzdem gab Waldkraiburg nicht auf. Markus Gibis erzielte später einen Anschlusstreffer aus einem Elfmeter.
Weil gleichzeitig Traunstein verloren hat, und dadurch mit Ampfing in der Bezirksliga Ost punktgleich ist, müssen beide Mannschaften ein Entscheidungsspiel austragen. Der VfL Waldkraiburg dagegen hat seine guten Aufstiegschancen trotz vieler sehr guter
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Das Energiesymposium des Landkreises: 1. Tag 24 12.06.08
Schon seit Wochen haben uns auf den Straßen des Landkreises große Plakate zum Energiesymposium ins Haus der Kultur nach Waldkraiburg eingeladen. Auf den Fluren hatten Landkreis und Stadt Waldkraiburg ihre Stände genauso aufgestellt wie Kreissparkasse, E-On, EVIS und Volksbank-Raiffeisenbank.
Während im großen Saal des Hauses der Kultur Vorträge gehalten wurden, konnten sich interessierte Besucher in Nebenräumen beraten lassen.
Landrat Georg Huber hatte eine ganze Reihe hochkarätiger Referenten gewinnen können, die das Energiesymposium auf ein Niveau hoben, das man vielleicht in Großstädten hätte erwarten können.
Da allein am ersten Tag des Symposiums acht Vorträge gehalten wruden und eine Podiumsdiskussion stattfand, beschränken wir uns hier darauf, Ihnen einige Ausschnitte zu zeigen.
Zunächst begrüßte Bürgermeister Siegfried Klika die Gäste und zeigte sich stolz darauf, so eine hochkarätige Veranstaltung in seinen Räumen willkommen heissen zu dürfen.
Der amerikanische Präsident Jimmy Carter hatte Ende der 70er Jahre einen globalen Umweltbericht erstellen lassen. Er hätte dieses längst vergessene Werk zu Hause und blättere von Zeit zu Zeit darin. Dabei müsse er leider feststellen, dass alles traurige Realität geworden ist, was man damals als düstere Prognosen publiziert hatte. Jeder wäre aufgefordert, sich mit dem Thema Klima- und Umweltschutz zu befassen. Er dankte deshalb Landrat Georg Huber dafür, dass er als erster sich dieses brisanten Themas angenommen habe. Dann beschrieb er die Stadt Waldkraiburg und betonte, Waldkraiburg wäre bundesweit die erste Stadt mit eigener Gasversorgung gewesen. Heute investiere Waldkraiburg in zentrale Fernwärmesysteme und Photovoltaikanlagen. Es wäre eine ganze Menge unterwegs. Er wünschte der Veranstaltung einen guten Verlauf und den Teilnehmern viele neue Erkenntnisse.
Landrat Georg Huber dankte zunächst Bürgermeister Siegfried Klika für sein Entgegenkommen. Dann stellte er Professor Dr. Wolfgang Seiler vor, den ehemaligen Direktor des Instituts für Meteorologie und Klimaforschung am Forschungszentrum Karlsruhe, einen der einflußreichsten Wissenschaftler in Umwelt- und Klimafragen. Er dankte ihm auch für seine Zusage einer längerfristigen Zusammenarbeit. Neben Altöttings Landrat Erwin Schneider und den vielen Bürgermeistern, Kreis- und Gemeinderäten galt sein Gruß auch den anderen Referenten, besonders Professor Dr. Dr. h. c. Alois Heißenhuber, der an der Technischen Universität München den Lehrstuhl für Wirtschaftslehre des Landbaus bekleidet.
Sein Gruß galt aber auch den Sponsoren, ohne deren Mithilfe die Durchführung nicht möglich gewesen wäre. Da die bayerischen Landkreise Teil der bayerischen Klimaallianz wären und 2007 eine Zusammenarbeit zum Schutz des Klimas unterzeichnet hätten, hätten sie sich auch verpflichtet zum Schutz des Klimas aktiv beizutragen.
Er nannte die Ziele des Symposiums: Besuchern, Wirtschaft und der ganzen Gesellschaft sollen die Folgen des Klimawandels bewußt gemacht werden und Lösungsvorschläge gemacht werden.
In Folge des Symposiums sollen Arbeitsgruppen über einen längeren Zeitraum hinweg konkrete Lösungsvorschläge zu Energieeinsparung erarbeiten und umsetzen.
Auch wenn der Klimawandel ein globales Problem wäre, fange seine Bekämpfung bei jedem einzelnen an, getreu dem Motto „Global denken – gemeinsam handeln“.
2007 hätte man den Klimawandel als Jahrhundertherausforderung erkannt. 2008 müsse das Jahr werden, in dem man aus dieser Erkenntnis Konsequenzen ziehen werde.
Weil der Klimawandel in vollem Gange wäre, müsse man jetzt alles tun um die drohende Katastrophe abzuwenden oder erst gar nicht eintreten zu lassen. Nur so könne man kommenden Generationen das Leben lebenswert erhalten. Professor Sailer stellte fest, dass man den Klimawandel nicht mehr aufhalten könne, man könne seine Entwicklung aber positiv beeinflussen. Deshalb müsse man den Klimaschutz sehr ernst nehmen und die Energieeinsparungsanstrengungen aggressiv verstärken.
Das Landratsamt Mühldorf biete deshalb schon seit 2005 Energieberatungen kostenlos an. 60% der bisher durchgeführten 300 Beratungsgespräche hätten zu Energieeinsparungsmaßnahmen geführt. Dies hätte durchschnittliche Investitionen von 25.000 € pro Projekt nach sich gezogen, wäre also auch für die Wirtschaft in der Region von Bedeutung.
Gemeinsam mit dem Landkreis Rottal-Inn hätte man eine Initiative zur Wärmedämmung von Gebäuden ins Leben gerufen, und dadurch landkreisübergreifend für Aufmerksamkeit gesorgt.
Aber auch an die Gebäude des Landkreises lege man Hand an: So wurde an der Realschule in Haag durch planerische und andere Maßnahmen der Einsatz von Primärenergie stark reduziert. Mit der Aktion „Ökoprofit“ hätte man 2006 Firmen motiviert, Energiesparmaßnahmen durchzuführen.
Dies forzusetzen und die Bevölkerung zu motivieren mitzumachen wäre sein Hauptanliegen bei der Durchführung dieses Symposiums.
Herr Professor Dr. Wolfgang Sailer, Ihr Vortrag fand große Beachtung. Worum ging's?
(O-Ton) Wie sehen Sie den Einsatz alternativer Energiequellen, besonders im Hinblick auf den Klimaschutz? (O-Ton)
Durch die Veranstaltung des ersten Tages führte Heimatzeitungs-Chefredakteur Markus Honervogt, der kompetent und gelegentlich witzig überleitete un die Referenten vorstellte.
Professor Dr. Dr. h. c. Alois Heißenhuber hatte um drei Uhr früh anläßlich der „Langen Nacht der Wissenschaft“ an der TU München noch einen Vortrag gehalten und war trotzdem nach Waldkraiburg gekommen. Sein Vortrag widmete sich der Wirtschaftlichkeit und der ökologischen Risiken des einsatzes nachwachsender Rohstoffe. Der zunehmende Treibhauseffekt, die starke Importabhängigkeit und der starke Anstieg des Ölpreises ließen den Einsatz erneuerbarer Energien sinnvoll erscheinen. Wenn die Politik vorgebe, bis 2020 40% der Emission von Treibhausgasen zu reduzieren, 12-15% Biokraftstoffe einzusetzen, 30% des Stroms aus erneuerbarer Energie zu gewinnen und insgesamt 18% des Energieverbrauchs aus erneuerbarer Energie zu bestreiten, wisse doch heute noch niemand, wie man das umsetzen könnte. Er zeigte auf, dass zwar am Einsatz erneuerbarer Energien kein Weg vorbei führe, sie aber nicht der Königsweg wären, weil sie nicht alle Arten und vor allem nicht die gesamte benötigte Energie liefern könnten. Es wäre vielmehr eine Änderung des gesamten Systems nötig. Man müsse wegkommen von der ausschließlichen Verbrennung fossiler Brennstoffe und alle Arten verfügbarer Energieträger in die Kalkulation einbeziehen.
Dann stellte Staatssekretär Dr. Marcel Huber das Klimaprogramm 2020 (sprich Zwanzig-Zwanzig) der bayerischen Staatsregierung vor. In 12 aufeinanderfolgenden Jahren hätte man 11 Mal das wärmste Jahr seit Aufzeichnungsbeginn erlebt. Die extremen Wettererscheinungen der vergangenen Wochen wären untrügliche Zeichen für die Realität des Klimawandels und auch Motivation für schnelles Handeln. Das Programm soll einen neuen Schwerpunkt bayerischer Politik setzen. Deshalb sollen hierfür in den kommenden vier Jahren 750 Millionen Euro in Klimaschutzmaßnahmen investiert werden. Auch wenn Klimaschutz kein rein bayerisches Problem wäre, will die bayerische Staatsregierung ihren Teil dazu beitragen.
Dr. Marcel Huber sieht in den Klimaschutzmahßnahmen auch die Chance für die Wirtschaft, an der Durchführung teilzuhaben und damit Arbeitsplätze zu schaffen und zu sichern. 2007 hätten verschiedene Berichte und Beschlüsse der EU und der Bundesregierung zum „Jahr des Klimas“ gemacht. Diesen Beschlüssen folgend haben die bayerische Staatsregierung das „Klimaprogramm Bayrn 2020“ ins Leben gerufen. In dem Programm sind verschiedene effektive und innovative Maßnahmen zusammengefaßt, Er wäre davon überzeugt, dass Klimaschutz nur dann erfolgreich sein könne, wenn jeder mitwirken würde. Ein erster Schritt wäre der Umweltpakt der bayerischen Staatsregierung, der Firmen motiviert, ohne konkrete Vorschriften selbst aktiv zu werden. Nur überzeugte Mitwirkende würden mehr einsparen. Dies zeige den Weg, den er vorschlage, ohen Vorschriften zu machen, die Menschen durch Motivation dazu zu bringen, selbst aktiv zu werden. Das gesamte Klimaschutzprogramm 2020 umfaßt Maßnahmen im Bereich Minderung der Treibausgasemission als auch Maßnahmen der Anpassung an den Klimawandel, der – wie Professor Sailer darlegte – nicht mehr umkehrbar ist. Außerdem soll der Klimawandel und seine Auswirkungen deteilliert erforscht werden was wiederum die Grundlage für weitere Maßnahmen liefern soll. Da die genannten 750 Millionen Euro eine begrenzte Summe wäre und die Maßnahmen teuer wären, ist die Mithilfe jedes einzelnen gefragt.
In der abschließenden Podiumsdiskussion schlug Professor Sailer vor, für Gemeinden, Städte und Landkreise Systemlösungen zu entwickeln. Er schlug vor, den Landkreis Mühldorf zur Modellregion zu machen und hier Beispiellösungen zu erarbeiten, die dann landesweit eingeführt werden könnten. Diesen Vorschlag nahm Landrat Georg Huber gern auf und unterstützte Professor Sailer darin.
Staatssekretär Dr. Marcel Huber erklärte zwar, man wolle Modellregionen fördern, prämiere sogar konkrete Projekte meinte aber auch, die verfügbaren Mittel würden große Sprünge nicht erlauben. Landrat Georg Huber erklärte, die genannte Summe von 750 Millionen Euro für das landesweite Klimaprogramm wären nicht gerade viel, angesichts der Milliarde Euro, die allein der Landkreis Mühldorf dafür bräuchte, um alle öffentlichen Gebäude mit einer Wärmedämmung auszustatten und damit erst einmal Fehler der Vergangenheit zu beheben. Von einer zukunftsorientierten Klimapolitik wäre da noch gar nicht die Rede.
Landrat Georg Huber fasste für uns den ersten Tag des Symposiums zusammen: O-Ton:
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Das Energiesympsoium des Landkreises: 2. Tag - Energieatlas
Umsetzung des Klimaschutzes und der Energieeinsparung. Die Vorträge widmeten sich der Energieeinsparung im Privathaushalt, dem Energiepaß als sinnvolles Werkzeug, der Betrachtung der Heizsysteme aus ökologischer und wirtschaftlicher Sicht. Andere Themen waren Finanzierungsinstrumente und Fördermöglichkeiten sowei das Energiesparende Bauen in der Praxis. Für uns interessant war der lang angekündigte Energieatlas, den Landrat Georg Huber zusammen mit E-On Bayern hatte erstellen lassen, und in dem eine Energiebilanz des Landkreises aufgezeigt würde.
Stephan Schinko vom Waldkraiburger Ingenieurbüro „Intres“ hatte den Auftrag erhalten, diese Energiebilanz zu erstellen, eine Aufgabe, die so einfach nicht zu bewältigen war, wie er eingangs erläuterte.
Da sich sowohl Verbrauch als auch Erzeugung ständig änderten, könne sein Energieatlas nur eine Annäherung an die Realität sein, die zudem ständig forgeschrieben werden müsse. Seine Daten stammten aus Fragebogenaktionen, telefonischen Umfragen, den Kaminkehrern, Behörden und der SOB – oder auch aus Schätzungen an Hand von Vergleichszahlen.
Im Energieatlas hat Stephan Schinko die Daten sowohl für den Landkreis insgesamt als auch für jede Gemeinde getrennt ausgewertet. Da die Zusammenstellung sehr umfangreich ist und in schriftlicher Form noch nicht vorliegt, beschränken wir uns hier auf die Zahlen des Landkreises:
Die 110.623 Bürger des Landkreises, die auf einer Fläche von 80.530 Hektar leben, verbrauchen pro Jahr 453.524 Megawattstunden Strom. 49,7% hiervon verbrauchen Privathaushalte und Landwirte, 48,5% verbraucht die Industrie, den Rest nutzen kommunale Leigenschaften.
Wesentlich mehr verbrauchen die Bürger im Landkreis für Wäreme, nämlich 1.549.808 Megawattstunden. Den größten Anteil hiervon verbrauchen die privaten Haushalte und die Landwirte, nämlich 68,12 %. Nur gut 29% verbrauchen Industrie und Gewerbe.
Im Landkreis gibt es thermische Solaranalgen mit einer Gesamtfläche von 39.562 m². Damit gewinnen die Landkreisbürger 27.693 Kilowatt Wärmeleistung und damit 14. 125 Megawattstunden pro Jahr. Die installierten Photovoltaikanlagen summieren sich auf eine Fläche von 110.849 m², was einer installierten Leistung von maximal 14.980 kWp (keine Ahnung, was das „p“ bedeutet!) entspricht und einer Jahresstromproduktion von 11.680 Megawattstunden entspricht.
In Biogas und Kraft-Wärme-Koppelungsanlagen erzeugen die Landkreisbürger 10.233 Kilowatt Strom und Wärem.
Der größte Anteil im Landkreis gewonnener Energie stammt aber aus den beiden großen Wasserkraftwerken am Inn und den zahlreichen kleineren Anlagen, nämlich 179.454 Megawattstunden pro Jahr.
Damit ergibt sich folgende Energiebilanz: Der Landkreis verbraucht 1.549 Gigawattstunden für Wärme, 453 Gigawattstunden für Strom und emittiert dabei 534.500 Tonnen CO2.
Bei seiner Untersuchung der vorhandenen Energiepotentiale stellte er fest, dass es typische Energiepotentiale nicht gibt, die die Energiebilanz maßgeblich beeinflussen könnten.
Vielmehr müsse man alle Potentiale nutzen, wie etwa landwirtschaftliche Biomasse, Reststoffe, Holz, Wasserkraft, Windkraft, Geothermie und Photovoltaik.
Nachdem er alle verfügbaren Potentiale auf ihre Ausnutzbarkeit untersucht hatte, kam er zu volgender Zusammenfassung:
Der Landkreis verbraucht 1.550 Gwh (Gigawattstunden) für Wärme. Wenn man alle möglichen Energiequellen ausnutzt, verbleibt ein Überschuß von 40 Gwh pro Jahr. Der Landkreis wäre also in der Lage, die gesamte nötige Wärmeenergie selbst herzustellen und könnte sogar noch abgeben.
Noch besser sieht es beim Strom aus: Dort ergibt sich ein Überschuß von 189 Gwh pro Jahr.
Mehr als 51% des Strombedarfs könnte aus regenerativen Energiequellen gewonnen werden.
Dabei biete die Biomassenutzung ein Ausbaupotential von derzeit 37 Gwh auf 131 Gwh.
Sein Fazit bestätigte Professor Dr. Seiler: Es gibt keinen Königsweg sondern nur ein Bündel von Maßnahmen, das aber sehr effektiv eingesetzt werde könne.
In der abschließenden Podiumsdiskussion fassten die Referenten ihre Vorträge nochmals zusammen und bekräftigten, dem Landkreis auch in Zukunft beratend zur Seite stehen zu wollen. Landrat Georg Huber dankte allen Beteiligten und besonders Stephan Schinko, der mit dem Energieatlas etwas geschaffen hat, was es in ganz Deutschland nicht gibt. Die 34.000 €, von der der Landkreis 50% zu tragen hat – die anderen 50% zahlt E-On Bayern – wären gut angelegt. Der Energieatlas lege die Grundlage für die nächsten Schritte in den Bestrebungen des Landkreises, seinen Teil zum Schutz des Klimas zu tun.
Wir fragten Staatssekretär Dr. Marcel Huber, was er vom Energiesymposium des Landkreise s halte: (O-Ton)
Landrat Georg Huber war zufrieden, dass das Energiesymposium so erfolgreich verlief: (O-Ton)
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Ein neues Herz für die Süd-Ostbayern-Bahn: Spatenstich für die neue integierte Leitstelle
Es war schon ein bisschen spät für einen ersten Spatenstich, die Fundamente lagen bereits gegossen in der Erde und die ersten Schalungen für die Grundmauern wurden gerade aufgestellt, als die Süd-Ostbayernbahn die Presse einlud um das Projekt vorzustellen, das für sie so große Bedeutung haben wird.
Da die neue Leitstelle für die Süd-Ostbayernbahn mit der Inbetriebnahme der automatisierten Strecke Mühldorf-Landshut ihren Dienst aufnehmen soll, wäre man etwas unter Zeitdruck. Er wäre aber zuversichtlich, dass die Mühdorfer Baufirma die Arbeiten termingerecht abwickeln werden, begann Technik-Leiter Christian Kubasch seine Vorstellung des Projekts.
Bisher war das elektronische Stellwerk für die Strecke Mühldorf-Rosenheim und das Rangierstellwerk in dem Container untergebracht, der im Hintergrund zu sehen ist.
In der neuen Leitstelle werde neben diesen Funktionen und Mitarbeitern eine Leitstelle für den gesamten Knoten Mühldorf entstehen. In einer zweiten Ausbaustufe, die die Verlängerung des Gebäudes erfordert, das jetzt gebaut wird, werden auch die dann elektronisch gesteuerten Strecken nach Burghausen und nach Trostberg von hier aus gesteuert werden. Zudem werden die Ansagen auf den Bahnhöfen von hier aus durchgeführt und die Zugbegleiter mit aktuellen Informationen versorgt.
Alles was rund um Mühldorf fährt, wird von dieser gemeinsamen Leitstelle aus koordiniert. Es werden also alle hier ihren Arbeitsplatz finden, die (O-Ton: die Weichen stellen, die verantwortlich sind für den Einsatz der Fahrzeuge....)
Da dann alles in einer Leitstelle zusammengefaßt sein wird, könne man wesentlich schneller auf Störungen reagieren und die Kunden informieren. (O-Ton: Das wird das Herz der Süd-Ost-Bayernbahn).
Der Spatenstich zeige, wie wichtig die Süd-Ostbayernbahn diese Investition nehme.
Für den Bau der neuen Leitstelle wendet die SOB 500.000 € aus eigenen Mitteln auf. Bei der Ausschreibung hätte man Wert auf die Auftragsvergabe an einheimische Firmen gelegt. Er wäre froh, dass er den Auftrag für die Errichtung des Gebäudes einer Mühldorfer Baufirma habe übergeben können. Das Gebäude selbst wäre relativ kompliziert. In einem doppelten Boden werde Raum für die elektrischen Leitungen geschaffen.
Der Zeitdruck ergebe sich daraus, dass bis Ende September nicht nur das Gebäude fertig sein muss sondren auch die ganze elektrische und elektronische Technik eingebaut und in Betrieb genommen sein muss – eine riesige Aufgabe.
Dann griffen Christoph Kraller – Vorstandssprecher der SOB, Christian Kubasch, Rupert Rigam und ... an die Spaten und ....
Das war's. Alle weiteren Arbeiten überließen die Herren den Fachleuten und stießen mit einem Glas Sekt auf eine Innovation an, die es bei keiner anderen Bahngesellschaft gebe: Eine integrierte Leitwarte, in der zentral alles koordiniert wird, was im Bereich der SOB fährt.
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Das erste Symposium der Zahnärzte und Oralchirurgen in Mühldorf
„Bsiphosphanatasszoziierte Kiefernekrosen – Relevanz für den Praxisalltag“, Vorteile der Clindamycintherapie bei odontogenen Infektionen“, „Implantate – kritische, schwierige Fälle und deren Lösung“ und „Augumentation von autologen Knochen“ waren die Themen, zu denen Dr. Engelbert Heimhilger die Zahnärzte der Region zum ersten Mühldorfer Sommerkongreß in den Haberkasten einlud. Dr. Engelbert Heimhilger hat erst vor einigen Monaten die Praxis von Dr. Walter Leutze in Mühldorf übernommen.
Und weil Sie sich sicher unter den vorhin genannten Vortragstiteln kaum was vorstellen können, haben wir Dr. Heimhilger gefragt, worum es bei diesem Symposium geht:
Wer ist heute hier?
Wieviele Teilnehmer habe sich erstmals hier eingefunden?
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"Bella Italia...": Benefizdinner der Jugendgruppe der evangel.-lutherischen Gemeinde zu Gunsten Rwandischer Straßenkinder
Rebecca Möller und Berrit Koppert, Benefizdinner bei der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Mühldorf – wem kommt der Erlös zu Gute?
Handelt es sich bei „Aline's Traum“ um einen fiktiven Namen des Projekts oder ist ein betimmtes Kind gemeint wie etwa bei einer Patenschaft?
Und was erwartet die Gäste heute Abend?
Und das haben Sie alles selber gekocht?
Wann haben Sie denn da angefangen zu kochen?
Wieviele Köche haben sich an der Vorbereitung beteiligt?
Sie alle gehören zur Jugendgruppe der evangelisch-lutherischen Gemeinde?
Wie viele Mitglieder hat die Jugendgruppe der evangelischen Gemeinde?
Mit 10€ kann man an Ihrem Benefizdinner so viel essen, wie man will?
So viele Gäste fanden sich schließlich im Saal der evangelischen Gemeinde ein, dass noch Stühle gebracht werden mussten. Mit solchem Interesse hatten die Jugendlichen nicht gerechnet, zumal zur selben Zeit das erste Spiel der Fußball-Europameistersachft im Fernsehen lief.
Entsprechend groß war die Nervosität – würde alles schmecken, würde es für die vielen Gäste reichen.
Lothar Lägel eröffnete mit einem humorvollen Lied und begleitete sich selbst auf der Zither.
Stephanie .. (die Deinen Roller gekauft hat) eröffnete das Dinner und begrüßte die Gäste, unter ihnen Pfarrer Andreas Benecker, Ampfings Pfarrerin Andrea Klopfer, Waldkraiburgs Bürgermeister Siegfried Klika, SPD Landtagskandidat Richard Fischer und Dr. Hans Dworzak.
Dann ließen es sich die Gäste schmecken.
Für Unterhaltung sorgten Bianca Schuller am Keyboard und Katharina Losbichler.
Rebecca Möller und Berrit Koppert stellten Rwanda und das Projekt „Alina's Traum“ vor. Rwanda ist etwa halb so groß aber fast doppelt so dicht besiedelt wie Bayern. Die meisten Einwohner sind Christen wobei die Analphabetenquote noch immer bei 35% liegt. Nach dem Völkermord 1995 stabilisierte sich die Lage. Seit 2003 gibt es wieder ein gewähltes Parlament und eine Verfassung. Trotzdem leidet das Land noch immer an den Folgen des Kriegs. Weil die wirtschaftliche Not besonders Kinder auf die Straße treibt haben sie sich für das Projekt „Aline's Traum“ entschieden, das den Straßenkindern hilft. Neben Unterkunft, Essen und Kleidung verschafft es den Kindern Schul- und Berufsausbildung und damit eine tragfähige Existenz.
Nachdem sie drei konkrete Schicksale vorgestellt hatten, in denen das Hilfsprojekt die Betroffenen aus ihrer Not herausgeholt, und ihnen ein menschenwürdiges Leben ermöglicht hatte, baten sie um Spenden.
Während Katharina Losbichler und Bianca Schuller die passende Stimmung schafften ging das Spendenkörbchen durch die Reihen. Das Spendenkonto, mit dem auch Sie „Aline's Traum“ unterstützen können, haben wir eingeblendet. Sie finden es auch auf der Internetseite.
Pfarrer Andreas Benecker bedankte sich bei den jungen Leuten für die viele Arbeit, die sie geleistet hatten.
Lothar Lägel band die Besucher ein und sang einige unterhaltsame Lieder, die mit ihrem launigen Text für Erheiterung sorgten. Um auf die Nachspeise einzustimmen, trug er die Gesichte von dem Bauern Zinserer vor, der mit Kreuzweh zum Bader kam und von dem zwölf Blutegel bekam. Als er am nächsten Tag zum Nachschauen kam da entspann sich folgende G'schicht....
Da schmeckte das Tiramisu dann doppelt gut...
Katharina Losbichler zeigte noch einmal ihr Können bevor sich die Mitwirkenden vorstellten. 830 kamen allein an diesem Abend für „Alina's Traum“ zusammen, die Spenden noch nicht mitgerechnet, die später noch überwiesen wurden. Die Gäste dankten den jungen Leuten für ihre großartige Arbeit mit viel Apllaus. Allerdings waren sie für diesen Abend noch nicht entlassen! (O-Ton. „Ihr bleibt noch da zum Aufräumen!“)
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Unterhaltung: Musikalischer Rundgang durch das Kreisheimatmuseum mit dem Mühldorfer Viergsang
Unter dem Titel „Wirtschaft im Kreis“ zeigt das Kreisheimatmuseum derzeit eine erste Ausstellung, die Teil des angestrebten Geschichtszentrums ist. Da Geschichte nicht nur aus Exponaten aus vergangenen Zeiten erlebt werden kann sondern auch in alter Musik, haben sich die Kreisheimatmusikpfleger Dr. Manfred Baumgartner und Reinhard Albert an einer Führung durch das Museum beteiligt. Museumsleiter in Susanne Abel erläuterte die Ausstellung und der Mühldorfer Viergsang gab alte Musik dazu. An der abendlichen Führung nahmen neben interessierten Besuchern stellvertretende Landrätin und Vorsitzende des Geschichtsvereins Eva Köhr, Bezirksrätin Annemarie Haslberger, Stadtarchivar Edwin Hamberger auch Kunstsammler Peter Schmidt teil.
Susanne Abel erläuterte die Exponate und die Erkenntnisse, die man über sie hat. Noch längst sind die ausgestellten Stücke nicht vollständig erforscht. So kennt das Museum bis heute nicht die Anwendung mancher ausgestellter Stücke. Auch das Depot birgt noch manchen Schatz. Der Mühldorfer Viergsang widmete jedem Raum das passende alte Lied. Hier im ersten Raum der Ausstellung zum Thema Handwerk, Zünfte und Gewerbeverein.
Erst kürzlich im Depot entdeckt wurde diese Fahne des Gewerbs-Vereins der königlich-bayerischen Stadt Mühldorf von 1828, der die Zeit leider sehr zugesetzt hat.
Der zweite Raum widmet sich dem Thema Geld. Dort sind neben den Münzfunden Prägestempel für Notgeld, alte Geldscheine und besonders Schatztruhen und Spardosen zu sehen. Alles dreht sich jedoch um das Goldene Kalb, das über allem trohnt und eher einer goldenen Kuh gleicht!
Der dritte Raum hat das Thema Verkehr zum Inhalt. Hier sind die historischen und aktuellen Verkehrswege im Landkreis nachzuvollziehen. Exponate und Schautafeln zeigen, wie's einmal aussah. Der Mühldorf Viergsang hatte ein zeitkritisches altes Lied parat, das – wie die letzte Strophe zeigt – nichts von seiner Aktualität verloren hat.
Obwohl die Führung auf eine Stunde angesetzt war, langweilte sich auch nach zwei Stunden noch niemand, ein Zeichen dafür, dass die musikalische Museumsführung durch das Kreisheimatmuseum nur zu empfehlen ist.
125 Hausärzte protestieren gegen Amerikanisierung des Gesundheitswesens 25 19.06.08
„Ulla Schmidt und die DAK verkaufen Dich nach USA“ oder „Ohne meinen Hausarzt ist die Welt für mich nicht mehr in Ordnung, Herr Beckstein!“ oder „Gesundheit ist keine Ware!“ waren Themen der Transparente, mit denen der Verein „Hausärzte Plus“ die etwa 100 Besucher im Kino in Mühldorf die Besucher empfing. Gemeinsam sah man erst den Film „Sicko“ von Michael Moore, in dem er das amerikanische Gesundheitswesen an den Pranger stellt, das nach seiner Ansicht von Unmenschlichkeit, Rücksichtslosigkeit und grenzenloser Profitgier geprägt ist. Die Beispiele, die Michael Moore in seinem Film zeigt, sind in der Tat abschreckend und zeigen auf, wohin eine Gesellschaft abdriftet, in der man alles dem Kapital unterordnet, und in der 50 Millionen Bürger ohne Krankenversicherung leben müssen . Es schreckt ab, wenn man sieht, wie ein Mann mangels Krankenversicherung sich entscheiden muss, welche seiner beiden abgetrennten Fingerkuppen er wieder angenäht haben will, weil er es sich nicht leisten kann beide wieder anzunähen, oder wenn eine Krankenversicherung einem ertaubenden Kind nur eine Hörprothese genehmigt, weil sie ja eh nicht daran gewöhnt ist, auf beiden Ohren zu hören.
Nach dem Film leitete Dr. Stefan Feige die Podiumsdiskussion, an der neben Vertretern der Krankenkassen CSU Bundestagsabgeordneter Max Straubinger, Max Oelmaier von der FDP Dr. med. Wolfgang Krombholz vom Bayerischen Hausärzteverband und Gerhard Eiselen von der Firma Healthways GmbH teilnahmen. Healthways wirbt nach Darstellung der Hausärzte aggressiv mit Telefonaktionen um Patienten für ein Gesundheitsprogramm, das dem deutschen Hausärztesystem entgegensteht.
Auch einen Vertreter der von der SPD hatte man eingeladen, es war aber niemand erschienen. Die Runde vervollständigten Peter Wapler, der die Hausärzte vertrat, Dr. Wolfgang Richter, Chefarzt des Kreisklinikums Mühldorf und Dr. Johannes Huber, der die Apotheker im Landkreis vertrat. Landrat Georg Huber war als Zuhörer anwesend.
Moderator Stefan Feige erläuterte, das „Problem Hausärzte“ könnte sich in nächster Zeit selbst erledigen: Jeder 2. Hausarzt ist älter als 57 Jahre. In den kommenden 10 Jahren wird die Hälfte aller Hausärzte in den Ruhestand gehen. Schon heute gibt es keine Nachfolger. Praxen sind unverkäuflich. Der Hausärzteberuf ist für junge Mediziner unattraktiv geworden, sie gehen lieber zu Pharma-Unternehmen oder sogar ins Ausland.
Es entspann sich eine Diskussion, an der sich die Zuhörer rege beteiligten. Eindeutiger Tenor: Auch wenn Michael Moore dafür bekannt wäre, dass er sehr subjektiv darstelle und vor Übertreibung nicht zurückschrecke - solche Verhältnisse wie im Film dargestellt will in Deutschland niemand haben. Allerdings wäre festzustellen, dass die deutsche Politik in diese Richtung steuere.
Hausärzteverbandschef Dr. Wolfgang Krombholz erläuterte, 2007 hätte die große Koalition in Berlin durch zwei Gesetze das Gesundheitssystem in Deutschland grundlegend verändert. Das sogenannte „Wettbewerbsstärkungsgesetz“, das am 1. April 2007 in Kraft getreten ist, öffnete das Gesundheitswesen für Investoren. Die Hausärzte wären im Kassenärztlichen System organisiert sind und dadurch keine Möglichkeit haben, diesen kapitalstarken Investoren und ihren Call-Centern entgegenzutreten. O-Ton (Das ist Amerikanisierung... )
Die Zuhörer berichteten von anonymen Anrufern, die sie nach ihren Krankheiten und ihrer Medikation befragten und sie zur Teilnahme an bestimmten Programmen überreden wollten. Die Zuhörer erachteten dies als aufdringliche Belästigung. Die meisten gaben an, auf solche Anrufe nicht zu reagieren oder die Antworten zu verweigern.
Peter Wapler berichtete von Patienten, die von Call-Centern zur Teilnahme an bestimmten Programmen geradezu genötigt worden waren. Erst nachdem er ihnen die Hintergründe erläutert hatte, widerriefen sie ihre Teilnahme.
Gerhard Eiselen, „Klinischer Kooperationspartner“ bei der deutschen Niederlassung der US-Firma „Healthways“ verteidigte das Angebot seiner Firma, die im Auftrag der DAK ein Pilotprojekt durchführt, das sich in den USA millionenfach bewährt hätte und nur dem Vorteil der Patienten dienen würde. Seine Firma spricht Patienten mit bestimmten Erkrankungen telefonisch an. Namen und Krankheitsdaten der Patienten erhält sie von der DAK, deren Dienstleister sie wären. Er unterstrich die Absicht seiner Firma, eng mit den Hausärzten zusammenarbeiten zu wollen.
Die Diskussion drehte sich nun mehr darum, ob generell im Gesundheitswesen Geld verdient werden dürfe oder nicht. So erläuterte Dr. Feige, dass das Rhön-Klinikum 2007 mit 1,52 Millionen Patienten 112 Millionen Euro erwirtschaftet hätte, der den Aktionären zugeflossen wäre. Dr. Wolfgang Richter betonte, nur ein kommunales Klinikum könne ein so breites Spektrum anbieten, wie das Klinikum Mühldorf und Haag dies könne. Mit wenigen spezialisierten zentralen Versorgungszentren in Deutschland bliebe die Menschlichkeit auf der Strecke, auch wenn es unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht optimal wäre.
Dr. Hans Dworzak ergänzte, Kaptialgesellschaften als Krankenhausträger müssten ihre Ausgaben gering halten und würden geringere Gehälter zahlen und Preise drücken. Außerdem dürfe man die mangelnde Fachkompetenz dieser Manager nicht auf die leichte Schulter nehmen. (O-Ton: Es geht wirklich nur um die Rendite)
Max Oelmaier kritisierte die Krankenkassen, die für alles mögliche Geld hätten, aber bei der Versorgung mit Medikamenten und Behandlungen streichen würden. Er unterstrich die Wichtigkeit der Erhaltung des Arztes als Freiberufler als einem wichtigen Teil der Gesellschaft.
MdB Max Straubinger unterstrich zunächst, dass alle Beteiligten verdienen wollen und müssen. Das wäre ganz normal und zu akzeptieren. Dann brach er eine Lanze für das deutsche Gesundheitswesen, das seit 125 Jahren ein Segen für die Bevölkerung wäre. Insbesondere dankte er den freiberuflich tätigen Ärzten, die der Grund für die gute Versorgung wären. So stünde die CSU besonders für den Erhalt des Hausärztesystems. So hätte sich die CSU besonders dafür eingesetzt, dass Kapitalgesellschaften KEINE Medizinischen Versorgungszentren gründen können sondern nur Ärzte. Dann unterbrach ihn Stefan Feige (O-Ton: Die Mehrheit möchte ihren Ausführungen nicht mehr folgen“ ) Später betonte er nochmals die Absicht der CSU am Hausarztmodell festhalten zu wollen. Die eingangs von Herrn Krombholz genannten Gesetze dienten dazu, die Einkommenssituation der Hausärzte zu verbessern und die Budgetierung abzuschaffen. Auch bei dieser zweiten Wortmeldung entzog ihm Stefan Feige das Wort.
Peter Wapler wiedersprach der Darstellung, der Arzt wäre ein freier Beruf. Bürokratie und Vorschriften gewährten keine Freiheit.
Dr. Wolfgang Krombholz erläuterte, das Problem wäre, dass Healthways als private Firma Daten von Patienten nutzen würde, die nur ihr Hausarzt und ihre Krankenversicherung haben dürften. (O-Ton: Das ist kriminell! ) In 12 Gesprächen mit Gesundheitsministerin Christa Stewens hätte er keine Lösung finden können. Man wolle wohl, dass die knappen Mittel aus dem Gesundheitswesen den Weg an die internationalen Börsen finden und dort noch mehr Profit generieren.
Ärztlicher Kreisverbandsvorsitzender Dr. Finck stellte die Patienten vor die Entscheidung: Entweder wie bisher Hausarzt oder künftig anonymes Call-Center. Allerdings wurden die Hausärzte in den zurückliegenden Jahren systematisch ausgehungert: Sinkende Zahlungen, überbordende Bürokratie und Datenmißbrauch dienten nur Konzernen. Außerdem sollte man sich doch überlegen, dass die Einführung des geplanten Gesundheitsfonds den Abfluß von 500 Millionen Euro aus Bayern in die neuen Länder bedeuten würde, was nichts anderes wäre, als ein neuer Solidaritätsbeitrag. Sowas könne sich Bayern nicht leisten.
Peter Gisbert betonte, seine Krankenkasse hielte am Hausarztmodell fest, erachte aber Reformen für nötig - eine schwierige Aufgabe. Entwicklungen wie Call-Center oder Internetangebote wären in seinem Haus nicht geplant.
Schließlich erkämpfte Max Straubinger noch einmal das Wort: (O-Ton)
Schenkt man ihm Glauben, dann ist es jetzt an Versicherungen und Ärzten, eine Basis für die Fortführung des 125 Jahre alten Hausarztsystems zu erarbeiten, das den Hausarzt so attraktiv macht, dass kapitalorientierte medizinische Versorgungszentren keine Chance haben. Wer sich durchsetzen wird, entscheiden letztendlich die Patienten. Allerdings muss den Hausärzten Chancengleichheit durch neue Finanzierungsmöglichkeiten geschaffen werden, die ihnen nicht von vornherein die Luft nehmen. Dazu gehört zuallererst eine gerechte Bezahlung ihrer Leistungen.
Oder soll's wirklich so kommen, wie Ulla Schmidt's Demokratieverständnis zitiert wird: „Dieser Teich wird ausgetrocknet und die Frösche werden nicht gefragt!“
Der Verein „Hausärzte Plus“ zeigt den Film von Michael Moore noch einmal im Kino in Waldkraiburg am 5. Juli um 14 Uhr.
126 Kreisverband Bündnis 90/Die Grünen stellt Wahlprogramm zur Landtagswahl vor
Ausgerechnet am Abend des Österreichspiels der deutschen Fußballnationalmannschaft traf sich der Kreisverband der Grünen im Waldkraiburger Gasthaus Zappe um das Landtagswahlprogramm ihrer Partei vorzustellen.
Zunächst konnten die Kreisvorstandssprecher Peter Uhldahl und Cathrin Henke drei Neumitglieder willkommen heissen unter ihnen Jochen Peters.
Man werde es versuchen schnell durchzuziehen, begann Cathrin Henke und übergab dann das Wort an Bernhard Wagner, der am Landesparteitag der Grünen in Augsburg teilgenommen hatte. Dort waren zum 64-seitigen Wahlprogramm 172 Änderungsanträge behandelt worden. So wäre der Antrag auf Herabsetzung des Wahlalters bei Kommunalwahlen auf 16 Jahre beschlossen. Der Antrag der Jungen Grünen auf Freigabe sogenannter weicher Drogen wurde jedoch abgelehnt. Cathrin Henke meinte, der brisanteste BeSchluss war – und darüber wäre sie regelrecht erschrocken gewesen – die Abschaffung jeglicher religiöser Symbole an den Schulen. Sie bezeichnete diesen BeSchluss einerseits als ungeschickt und zu weit gehend und eine Steilvorlage für die CSU. Sie könne disen BeSchluss nicht mittragen. Sie wäre froh darüber, dass die Diskussion darüber noch nicht beendet wäre. Während Bischof Mixa die Grünen als „Gefahr für die religiöse Toleranz“ sehe, sprach sie Bischof Mixa und sein Kollege Müller aus Regensburg die Berechtigung ab hierüber zu urteilen.
Dr. Georg Gafus hätte einen BeSchlussvorschlag vorbereitet, den er dem Kreisverband zur Diskussion stellte. Er seinerseits hätte von dem BeSchluss in der Zeitung gelesen und erst einmal die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Vom Landesvorstand wisse er, dass ein Großteil der Basis diesen BeSchluss kritisiere und nicht mittragen könne. Allerdings stelle er fest, dass die Grünen alle religiösen Symbole erlauben wollen, egal ob christliche oder moslemische. Eine Kopftuchträgerin soll genauso toleriert werden wie ein Kreuz um den Hals eines Schülers.
Weil der Kreisverband geschlossen den BeSchluss des Landesparteitags nicht mittragen könne, diskutierte man den Entwurf, kam aber zu dem Schluss, auch auf Grund des Zeitdrucks, keinen BeSchluss zu fassen, keine Erklärung abzugeben um einerseits mehr Zeit zum Diskutieren zu haben und andererseits abzuwarten, was der Landesvorstand machen wird.
Dann fasste Cathrin Henke das Energiesymposium des Landkreises zusammen. Sie lobte die Veranstaltung sehr, von der sie meinte, sie wähnte sich stellenweise auf einer Veranstaltung der Grünen. Jedenfalls hätte sie erkannt, dass es Landrat Georg Huber wirklich ernst wäre mit Klimaschutz und Energiewende. Allerdings fand sie es schade, dass die Mandatsträger im Landkreis sich so spärlich beteiligt hätten. Der Energieatlas wäre eine bemerkenswerte Errungenschaft, die sie in einer weiteren Veranstaltung gesondert vorstellen und diskutieren möchten.
Auf einer Fahrt ins Energiezentrum Allgäu hätten die Kreisräte erleben können, was machbar wäre. Der dortige Landrat Kaiser hätte viel erreicht.
Dann kritisierte sie sehr die geplante Investition der Stadtwerke Mühldorf in das Steinkohlekraftwerk Lubim an der Ostsee. Zusammen mit weiteren Stadtwerken beteiligen sich die Stadtwerke Mühldorf, die sicher dem Zwang unterliegen, im härter werdenden Energiemarkt zu bestehen, an einer Technologie, die der Vergangenheit angehört. Unterstützt von einem SPD-Bürgermeister, der immer wieder betonen würde, Arbeitsplätze schaffen zu wollen, 5 Millonen Euro aus dem Landkreis abfliessen zu lassen, hielte sie für ungheuerlich. Umso mehr, als die dort angekündigte Technik der CO2-Rückführung ins Erdreich noch gar nicht zur Verfügung stünde und das Ganze erst ein Modellprojekt wäre.
Es gäbe sicher viel bessere und intelligentere Möglichkeiten, das Geld hier in der Region zu investieren, auch wenn man dadurch vielleicht etwas weniger Strom gewinnen würde.
Die Investition in dieses Kraftwerk wäre der total falsche Weg!
Sie sähe es vielmehr als sinnvoll, wenn die Stadtwerke in Mühldorf und Waldkraiburg kooperieren würden und gemeinsam das Geothermieprojekt in Angriff nehmen würden, das für ein Werk allein ohnehin zu groß wäre. Dann könnte man auch die Nutzung anderer Energiequellen überlegen, etwa ein großes Blockheizkraftwerk mit Hackschnitzeln oder auf Holzgasbasis.
Stadtrat Oskar Rau verteidigte als gebürtiger Mühldorfer, der bei den Stadtwerken gelernt hätte die Politik der Stadtwerke. Obwohl er gegen Kohlekraftwerke wäre, müsse man beachten, dass E-On mit der Tochtergesellschaft E wie Einfach gegen Stadtwerke agieren würde. Die vier großen Stromkonzerne diktierten einfach die Bedingungen und ließen keine Beteiligungen an Kraftwerken zu. Alternative Energiequellen könnten den Grundlastbedarf der Stadtwerke nicht decken, so dass er nur die Möglichkeit sehe, sich an dem Projekt zu beteiligen. Das Kraftwerk entstünde auf einem Industriegebiet, das bereits vorbereitet wäre, einen schiffbaren Kanal besitze und über Hochspannungsleitungen ans Verbundnetz angeschlossen wäre. Allerdings verhandle er weiter mit den Stadtwerken um weitere ökologische Projekte vor Ort voran zu bringen.
Allerdings gelang es Oskar Rau nicht, Cathrin Henke und die anderen Mitglieder des Kreisverbandes der Grünen zu überzeugen. Dieses Thema birgt – genau so, wei das Wahlprogramm des Landesverbandes der Grünen noch viel Diskussionsstoff, der sie in den kommenden Monaten beschäftigen wird.
127 Kreisstraße MÜ 24 dem Verkehr übergeben
Endlich wäre es soweit, begann Landrat Georg Huber, der 22 Jahre lang Bürgermeister von Schwindegg war, dass diese Straße vernünftig ausgebaut werden konnte. Es gäbe im Landkreis einige Straßen, die schwierig zu sichern wären, dieser Abschnitt gehöre dazu. Deshalb dankte Dr. Karl Dürner, der maßgeblich an der Beschaffung der nötigen Grundstücke beteiligt war. Sein Dank galt auch den Gemeinderäten, die die zusätzlichen Arbeiten rund um die neue Straße mitgetragen haben. Er dankte auch den Grundstückseignern dafür, dass sie die Grundstücke abgegeben haben, zumal der Staat ja nicht die besten Preise zahle. Sie könnten sich aber sicher sein, dass man gemeinsam etwas geschaffen hätte, was künftigen Generationen zu Gute käme. Allerdings bat er, die neu aufgeschütteten Böschungen und die Straßenanlagen nicht durch zu nahes Heranackern zu gefährden. (O-Ton: Das ma ned den letztn Zanemeta a no weckackat) Das koste eine Unmenge Geld, das die Bevölkerung auf die Dauer nicht hinnehmen könne. Dann müsse man den einen oder anderen zur Begleichung der Schäden heranziehen müssen. (O-Ton: Hoiffma zsam.... )
Dann bedankte er sich beim Planungsbüro, der Baufirma und seinen Mitarbeitern für die zielführende und kostengünstige Arbeit.
Auch Bürgermeister Dr. Karl Dürner dankte Anliegern und Grundstückseignern für ihr Verständnis, mit dem sie die Baumaßnahme mitgetragen haben. Er wäre dem Landkreis sehr dankbar, dass er nach so vielen Jahren dieses Jahrhunderprojekt durchgeführt habe und damit Schwindegg infrastrukturmäßig in eine Lage versetzt hätte, die sich sehen lassen könne.
Wenn in der Bevölkerung Kritik an der Art der Ausführung geäußert worden wäre, dürfe man nicht vergessen, dass es Vorschriften und Gesetze gebe, die diese Ausführung vorschreiben würden. Es wäre ohnehin nicht einfach gewesen, die Engstellen zu überbrücken und gleichzeitig so wenig wie möglich Fläche zu verbrauchen. Jetzt hätte man eine optimale Straße erhalten. Auch die Brücke über den Mühlbach könnte man jetzt ohne Beschränkungen befahren. Für eine oder zwei Generationen würde diese Straße jetzt halten. Die anfänglichen Schwierigkeiten erachte er als normal, heute ginge es eben nicht mehr anders. Jetzt könnten eigentlich alle zufrieden sein. Wenn doch nicht alle zufrieden sind, ist das auch normal, es entspräche einfach dem Naturell des Menschen!
Auch Peter Schaighofer von der österreichischen Baufirma Alpine Bau dankte Gemeinde und Landkreis für den Auftrag und gratulierte zu der neuen Straße.
Dann schritt man zur Freigabe der Straße und schnitt traditionell das Band durch.
Später haben wir uns die neue Straße genauer angeschaut:
Mit dem Spatenstich am 24. Juli vergangenen Jahres wurde der Neubau der Straße eingeleitet. Sie wurde von 4 Meter 50 auf 6 Meter 50 verbreitert. Am Mühlbach wurde die Brücke durch einen Durchlaß ersetzt, der jetzt ohne Tonnaschebeschränkung befahren werden kann. Stellenweise wurde die Streckenführung begradigt. Die gesamte Entwässerung wurde erneuert und optimiert. Wegen der Engstellen und der vielen Kurven ist die Geschwindigkeit auf 70 km/h beschränkt.
Während der Bauzeit vom 24. Juli 2007 bis 30. Mai 2008 wurden hier 1,3 Millionen Euro investiert.
Und zum Schluss fragen Sie wo denn jetzt eigentlich diese neue Straße ist? Wenn Sie von Schwindegg nach Buchbach fahren, passieren Sie erst den Ortsteil Wörth. Nach Wörth biegt die Straße scharf links ab. Wenn Sie dort rechts abbiegen, sind Sie schon auf der neu gebauten Straße.
128 Gegen Alkoholmißbrauch: Die Saftbar des Landkreises hat einen Namen bekommen
In den „Don-Bosko-Saal“ des Berufsbildungswerks nach Waldwinkel lud das Gesundheitsamt ein um der Saftbar ihren Namen zu verleihen. So hieß es auf der Einladung. Wir waren sehr erstaunt, als wir dort über 100 Vertreter von Vereinen und Organisationen antrafen, die am Freitag Nachmittag um 17 Uhr gekommen waren um einer Veranstaltung beizuwohnen, in der es um Suchtprävention und Jugendschutz ging.
Die „Silbersaiten“ umrahmten die Veranstaltung musikalisch.
Sylvia Wimmer – Sozialpädagogin am Gesundheitsamt – begrüßte die Gäste und freute sich, dass so viele um diese ungewöhnliche Stunde gekommen waren.
Pater Hans Schoch freute sich, dass er Gastgeber für das Gesundheitsamt und für dieses besondere Ereignis sein darf. Für ihn hätte die Saftbar zwei Überraschungselemente. Üblicherweise geht man zu einer Bar hin. Die Saftbar käme zu den Gästen. In Bars konsumiert man üblicherweise Alkohol in verschiedensten Formen. An der Saftbar gibt’s keinen Alkohol. An diesem Nachmittag soll die Saftbar ein Symbol sein für den Kampf gegen den Alkohol. Während die Idee für die Saftbar vom Gesundheitsamt stamme, bauten sie die Auszubildenden des Berufsbildungszentrums. Für diesen Auftrag dankte er herzlich.
Er drückte seine Hoffnung aus, dass die Saftbar ihren Zweck erfüllen möge und helfe, Jugendlichen die vielfältigen Alternativen zum Alkohol aufzuzeigen.
Landrat Georg Huber freute sich, diesem Gerät endliche einen Namen verleihen zu können. Er bedankte sich zunächst beim Berufsbildungswerk und bei Pater Schoch für die gute Zusammenarbeit. Die Mitarbeiter des Gesundheitsamts hätten schon vor langer Zeit erkannt, dass behördliche Maßnahmen wie Verbote und Bescheide niemand vom Alkohol abbrächten. Er wäre sehr froh, dass seine Mitarbeiter frei denken und handeln würden und viele Ideen eingebracht hätten, deren Realisierung der Kreistag mitgetragen hätte.
Dann ging er auf die zunehmenden Fälle alkoholisierter Jugendliche ein. Binnen 7 Jahren hätte sich die Zahl der alkoholisierten Jugendlichen verdoppelt, die in Krankenhäuser eingeliefert werden mussten. Dabei würden die Betroffenen immer jünger. Schon 12- bis 17-jährige würden heute wöchentlich 50g reinen Alkohol konsumieren. Darauf hinzuweisen wäre seit Jahren ein Anliegen des Landratsamts: „Schon 16? - Jugendschutz – ich mache mit“ wäre eine gemeinsame Aktion von Amt für Jugend und Familie, Gesundheitsamt, Kreisjugendring und Polizei. Das Ziel dieser Aktion wäre es, Veranstalter und Wirte zu sensibilisieren, beim Verkauf alkoholischer Getränke die Jugendschutzbestimmungen zu beachten. Man müsse wegkommen von der Sauferei und zurückkehren zu gesellschaftlichen Veranstaltungen. Die Saftbar ist Teil dieser Aktion. Sie kann gegen eine Kaution beim Landratsamt kostenlos ausgeliehen werden. Schon bei der Vorstellung Anfang des Jahres hätte er festgestellt, dass sich die Saftbar großen Interesses erfreute. Schließlich hätten die Jugendlichen erkannt, dass man auch ohne Alkohol gut feiern könne.
Nun wurde ein Wettbewerb um einen Namen veranstaltet. Die Jury hätte zahlreiche Vorschläge geprüft und einen Namen gefunden, der später bekanntgegeben werden wird.
Er bedankte sich bei allen, die mitgeholfen haben, diese Bar bereitzustellen, besonders auch beim Lionsclub, der mit einer „guten Spende“ die Ausstattung finanziert hätte. Er hoffe, dass die Bar möglichst oft zum Einsatz käme und die Damen des Gesundheitsamtes immer genug Arbeit damit hätten, Saftcocktails zu mixen. Das Ziel wäre erreicht, wenn man zur Polizei sagen könne, da braucht ihr gar nicht hinzufahren, die trinken eh nur Saftcocktails!
Dann unterhielten die Silbersaiten.
Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Dr. Marcel Huber meinte, die Gäste dokumentierten mit ihrer zahlreichen Anwesenheit um diese ungewöhnliche Zeit, (O-Ton: dass sie nicht einverstanden sind. ) Die Berichte von Alkoholexzssen Jugendlicher könnten nicht geduldet werden. Sprüche wie „Feiern bis der Arzt kommt“ verdeckten nur die traurige Wahrheit, dass alkoholisierte Jugendliche jede Woche ins Krankenhaus eingeliefert werden müssen. Ein Umstand, der nicht akzeptiert werden kann. Feiern soll Spaß machen, nicht krank!
Der aktuelle Drogen- und Suchbericht der Bundesregierung zeige auf, dass sich jeder vierte Jugendliche in Deutschland einmal im Monat bis zum Umfallen betrinke. Jeder Vierte!
Allein 2006 mussten mehr als 3000 Jugendliche mit Alkoholvergiftungen ärztlich behandelt werden, die jüngste war gerade 10 Jahre alt!!!
Um „Alkoholkarrieren“ zu verhindern müsse man frühzeitig gegensteuern. So hätte der Freistaat erst vor wenigen Wochen versucht anläßlich einer bayernweiten Aktionswoche gegen Alkoholmißbrauch eine Kultur des „Hinsehens“ zu propagieren. Dazu wäre ein Projekt mit Namen „Hart am Limit – abgekürzt 'Halt'“ vorgestellt worden. Dieses Projekt beabsichtigt, den frischen Eindruck Jugendlicher, die wegen Alkoholmißbrauchs im Krankenhaus sind, zu nutzen und ihnen bewußt zu machen, welche Risiken sie eingegangen sind – Ein interessanter Ansatz. Außerdem soll „Halt“ die Öffentlichkeit drauf hinweisen, die Bestimmungen des Jugendschutzes einzuhalten. Allerdings will man auch kontrollieren. Es soll einfach konsequent gegen den Alkoholmißbrauch vorgegangen werden.
„Flatrate-Parties“, „All you can drink“-Veranstaltungen wären grob verantwortungslos. Hier höre der Spaß auf und das Handeln des Staates wäre gefordert.
Dann nannte er drei Projekte, mit dem man junge Leute direkt ansprechen will und für die der Freistaat insgesamt 500.000 € bereitgestellt hat:
„Be hard – drink soft“: Ein Ansatz ähnlich der Saftbar des Landkreises Mühldorf.
„Disko-Fever“: versucht, jungen Menschen die Gefährdung nach Disko-Besuchen bewußt zu machen.
„Mind-Zone“ wendet sich gegen den Drogenkonsum vorwiegend in der Hard-Rock-Szene.
Außerdem gäbe es drei ordnugnsrechtliche Ansätze, die dann greifen, wenn nichts anderes mehr hilft. Im Bußgeldkatalog wurden die Strafen drastisch erhöht und das Gaststättenrecht wurde dahingehend verschärft.
Er dankte dem Landkreis für das vorbildliche Engagement mit der Saftbar, die zeige, dass der Landkreis Mühldorf nicht nur rede sondern auch handle. (O-Ton: Spaß geht nämlich auch ohne Alkohol!)
Nach einem weiteren Musikstück der Silbersaiten präsentierte Carola John-Hofmann die Saftbar.
Den Namen bekanntzugeben ließ sich Gesundheitsamtschef Dr. Benedikt Steingruber nicht nehmen. Über 40 Vorschläge wären nach der Bekanntgabe des Wettbewerbes in Fernsehen und Presse eingegangen. Die 14-köpfige Jury hätte sich die Aufgabe nicht leicht gemacht. (O-Ton: Gewinner ist das Landratsamt) Es könnte nun eine Bar zur Verfügung stellen. Weitere Gewinner wären die Vereine, die nun die Bar kostenlos ausleihen könnten. Hauptgewinner sind die Jugendlichen, die an der Bar ihren Spaß haben können. Die Sonderwertung um den besten Slogan gewann schließlich Frau Sabine Stein. „Wir mixen mit Phantasie – ohne Alkohol“
Den dritte Preis mit dem Namen „Promini für Dich und mich – Promille nich“ gewann Ulli Güßner aus Hessisch Oldenburg. Er war verständlicherweise nicht gekommen.
Den zweiten Preis gewann Christian Grimm. Er schlug „Fithamino“ als Name vor. Auch er war nicht da.
Sieger und damit Gewinner einer Bahnfahrt zum Landtag gewann Michael Dunker. Der Siegername wäre „Bei JIMMy“
Alle Teilnehmer, die nicht gewonnen haben, erhalten einen Trostpreis. Dr. Marcel Huber überreichte dem Sieger den Gutschein für den Besuch des Lantags, die Teilnahme an einer Plenarsitzung und den Besuch des Sea-Life-Centers.
Abschließend reichten die Auszubildenden Häppchen und die Besucher nutzten das Angebot der Saftbar, die jetzt „Bei Jimmy“ heißt.
129 Waldkraiburg stellt das 44. Volksfest vor
Weil in Waldkraiburg die Brauereien Ametsbichler und Klosterbräu Au abwechselnd das Volksfest mit ihrem Bier beschicken und diesmal die Klosterbrauerei Au dran ist, lud die Stadt nach in den Biergarten nach Au ein um das diesjährige Volksfest vorzustellen, das vom 11. bis 21. Juli stattfinden wird.
Bürgermeister Siegfried Klika begrüßte neben den Organisatoren die Brauereivertreter, zahlreiche Pressevertreter und die Festwirtsfamilie Mörz. Die Diskussion über die Zukunft des Volskfestes in Waldkraiburg hätte man damit beendet, dass sich die Stadt auch weiterhin für dieses größte Kulturevent engagieren werde. Trotz der neuen Märkte, die am Rand des Volskfestplatzes gebaut werden, konnte ein neues großes Fahrgeschäft für das diesjährige Volksfest gewonnen werden.
Ersmals bringt dieses Jahr ein Volksfestbus die Besucher auf vier Linien zum Volksfest und wieder nach Hause. Auch nach Mühldorf fährt ein Bus.
Ein weiteres Highlight wäre die Kür von Miss und Mister Waldkraiburg. Schon bei der ersten Wahl wären beide Miss und Mister Bayern geworden. Das wäre wohl kaum zu toppen. Miss und Mister Waldkraiburg wären hervorragende Repräsentanten der Stadt und könnten später gute für die Stadtwerbung eingesetzt werden.
Er dankte Norbert Meindl für die viele Arbeit, die er jedes Jahr in die Organisation des Volskfestes investiere. Er dankte aber auch allen anderen Beteiligten und hoffte auf ein friedliches Volksfest 2008.
Nach einer gemütlichen Weißwurstbrotzeit unter der Kastanie im Biergarten ergriff Volskfestbürgermeister Norbert Meindl das Wort und stellte das diesjährige Volksfest vor.
Die Änderungen der Platzverhältnisse durch den Bau der drei Märkte ermöglichte dieses Jahr erstmals, ein Großfahrgeschäft anzubieten. Die Wildwasserbahn wird neben dem Festzelt Platz finden, wo in den vergangenen Jahren das Riesenrad stand.
Wie bisher stehen den Besuchern ausreichend kostenlose Parkplätze zur Verfügung. Wir schon vergangenes Jahr wird auch heuer der direkte Zugang zum Festzelt nicht möglich sein. Wie erstmals im vergangenen Jahr werden die Besucher in einem Rundgang um die Fahrgeschäfte herumgeführt werden. Es sollte wirklich kein Problem sein, um den Auto-Scooter herumgehen zu müssen, um ins Festzelt zu kommen....
Das Festbier hat die Brauerei eben fertiggebraut. Er denke, es werde den Besuchern schmecken. Es wird schon vor dem Volskfest in Getränkemärkten angeboten werden.
Nachdem die Festwirtsfamilie Mörz das Festzelt im vergangenen Jahr erstmals probeweise bewirtet hatte wurde nun ein Vertrag mit einer Laufzeit von drei Jahren geschlossen. Familie Mörz hat versprochen, das Festzelt dieses Jahr noch besser auszustatten. So sollen Videowände das Geschehen auf der Bühne in die hinteren Reihen übertragen. Auch den Mittagstisch wird’s wieder geben, der den Arbeitern preiswertes Mittagessen ermöglicht.
Die Maß Bier wird 6,40€ kosten und liegt damit im Bereich vergleichbarer Volksfeste. Biermarken und Wertmarken fürs Sternenzelt sind ab sofort im Büro der Stadtmarketing erhältlich.
Im Sternenzelt werden von 18 bis 20 Uhr vergünstigte Getränke angeboten. Es ist eine der Attraktionen auf dem Volksfest in Waldkraiburg.
Für die Wahl zu Miss und Mister Waldkraiburg, die am Sonntag, 13. Juli stattfinden wird, gibt es bereits genügend Bewerber, eine Vorausscheidung ist aber noch nicht erforderlich. Außer einer Modenschau wird es während dieser Veranstaltung auch eine Bademodenschau geben. Auch die Break-Dance-Crew „Cofee-BreakZ“ wird auftreten.
Die ganz große Neuerung ist aber der Volskfestbus. Auf vier Linien wird der Bus die Orte der näheren Umgebung anfahren und die Besucher zum Volksfest und nach Hause bringen. Der Bus fährt am ersten Wochenende am Freitag-Samstag und Sonntag, am zweiten Wochenende schon ab Donnerstag bis Montag. An drei Tagen fährt der Bus nicht. Innerhalb Waldkraiburgs kostet die Fahrt 1 €, außerhalb 2€. Die Attraktion ist, dass auf jeder Hinfahrt eine Brotzeit verlost wird, eine Maß Bier und ein Hendl. Das heißt, jeder, der einsteigt, erhält ein Los. An der Endstation am Volksfest wird ausgelost.
Dann stellte er die Schausteller vor. Eine Wildwasserbahn, der bekannte Bayernbreaker, der Ranger, eine große Schaukel, natürlich Autoscooter, Riesenrad und viele kleinere Geschäfte.
Der Wieseneinzug findet nach dem Standkonzert der Egerländer Blaskapelle am 11. Juli um 17:45 Uhr statt. Danach heißt es „O'zapft is“. Das weitere Programm des Volksfestes haben wir auf der Internetseite zum Download bereitgestellt. Drucken Sie sich's bitte aus.
Am 21. Juli schließt das große musikuntermalte Feuerwerk das 44. Waldkraiburger Volksfest ab.
Dann wünschte Norbert Meindl allen ein schönes Volksfest und viel Spaß daran.
Neben dem Festbier, das Braumeister Gassner von der Klosterbrauerei in diesem Sudkessel gebraut hat und von dem hier gerade der letzte Sud abkühlt, das hier gefiltert und abgefüllt wird, bietet die Brauerei Toerring ein Alkoholfreies Bier an. Damit können auch die mit einem Bier am Tisch sitzen, die später noch mit dem Auto heimfahren müssen, meinte Brauereidirektor Alfons Hummel.
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"Sag zum Abschied leise servus" - Bettina Schmidt-Lanzinger singt Lieder aus den 20er Jahren
Bis auf den letzten Platz war das Foyer der Kreisklinik besetzt, als Bettina Schmidt-Lanzinger und ihre Begleiter, Irmtraud Mitterer am Klavier und Dr. Hans Dworzak unter anderem am Cello sich anschickten, ein unterhaltsames Konzert zu geben. In seiner Einführung meinte Dr. Dworzak, dass zum heitere Musik zum Anna-Hospiz-Verein gut passe. Außerdem hätte die Künstlerin zu jedem Stück, das sie singe eine eigene Meinung!!!
und die sage sie auch.
Weil Bettina Schmidt-Lanzinger meinte „Du machst mit!“, was ihn sehr ehrte musste er Hilfstruppen anfordern und dankte Janusz Myszur, der ihn kompositorisch perfekt unterstützt hatte. Außerdem dankte er Irmtraud Mitterer, die ungeachtet jeglicher Umstände die Begleitung übernommen hätte. Hier unsere Ausschnitte: Allerdings bitten wir die Tonqualität zu entschuldigen, die aus der Akustik in dem mehrere Stockwerk hohen Foyer resultiert.
Nach der Pause griff Dr. Hans Dworzak in das Konzert ein, einmal als Sänger, meistens aber mit seinem Cello.
Natürlich ging's nicht ohne Zugaben. Dann kam auch das Lied, das dem Konzert den Titel gab. Dr. Dworzak bedankte sich bei den Künstlern mit Blumen und beim Komponisten mit einer Flasche Rotwein.

Nach dem Konzert fragten wir Bettina Schmidt-Lanzinger. Seit wann singen Sie solo?
Und warum gerade Lieder aus den 20er Jahren?
Woher kommt die Verbindung mit dem Anna-Hospizverein?
Jedenfalls haben die Zuschauer den abend sehr genossen. Zu diesem Erfolg gratulieren wir.

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Hauptschulinitiative: Zwischenbilanz beim Mühldorfer Modul "Ausbilder in Schulen" (AiS) 26 27.06.08
Das Schulamt hatte in die Herzog-Heinrich-Hauptschule eingeladen. Dort fanden sich auch Helmut Krück vom Kultusministerium, Christoph Winkler und Hans Bergmüller von der Regierung von Oberbayern, Bürgermeister Erwin Baumgartner, Jochen Englmeier und Armin Riedl vom Berufsbildungszentrum in Mühldorf und .. Marcius von der Arbeitsagentur und Christian Deinböck ein, der Landrat Georg Huber vertrat, um zu erfahren, wie das Modellprojekt „Ausbilder in Schulen“ läuft.
Zunächst begrüßte Rektorin Raimunda Bruckmaier die Gäste und freute sich, dass diese Vorstellung des Projekts an ihrer Schule stattfinden konnte.
Schulamtsdirektor Peter Krell drückte sein Entsetzen über die kürzliche Berichterstattung in den Medien aus, in der die Hauptschüler als die „Looser der Nation“ bezeichnet worden waren. Gleichzeitig beklagten Verbände und Unternehmen einen eklatanten Mangel an Fachkräften. Um den „bayerischen Weg“ der Hauptschule zu demonstrieren, den der Landkreis Mühldorf gewählt hätte und der hier Abhilfe schaffen könne, präsentierten sie heute das Projekt „AiS“. Mit diesem Projekt demonstrierten sie, dass die bayerischen Hauptschüler NICHT auf im Abseits stünden und KEINE Looser wären.
Schulrat Paul Schönstetter erläuterte das Projekt „Ausbilder in Schulen“, das wir bereits vor einigen Monaten ausführlich vorgestellt haben. Kurz zusammengefaßt besteht das Modellprojekt darin, dass Berufsausbilder aus der Wirtschaft in die Hauptschulen gehen und dort den Schülern die verschiedenen Berufe näher bringen. Dabei werden nicht nur handwerkliche Fähigkeiten vermittelt sondern auch soziale Kompetenzen. So gliedert sich das Projekt in drei Gruppen, die in den verschiedenen Jahrgangsstufen angeboten werden: Die 7. Jahrgangsstufe dient der Berufsorientierung. Die Schüler sollen einen Überblick über die möglichen Berufe bekommen und soziale Kompetenz erwerben.
In der 8. Jahrgangsstufe ist der Berufsfindung gewidmet. Jetzt sollen die Schüler einen Beruf finden, der ihren Fähigkeiten und Neigungen entspricht und sich dann bei Arbeitgebern bewerben. Das wird von der Schule geführt und überwacht. In diesem Schuljahr absolvieren die Schüler auch Praktika in Betrieben, besuchen die Berufsberatung der Arbeitsagenturen und erhalten professionelles Bewerbungstraining. Als Nachweis ihrer Zusatzqualifikation erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat, das sie bei der Bewerbung nutzen können.
Das 9. Schuljahr dient der Berufsvorbereitung. Die Schule begleitet ihre künftigen Absolventen auf dem Weg in die Arbeitswelt.
In seinem Vortrag erläuterte Schulrat Paul Schönstetter, aus welchen Überlegungen heraus das Projekt entstanden wäre, welche Ausbildungsangebote es umfasse, wie es organisiert und finanziert werden konnte. Er dankte dem Berufsbildungszentrum und der Agentur für Arbeit für ihre Unterstützung, aber auch den Ausbildern aus den teilnehmenden Betrieben. Sein Dank galt auch den Lehrkräften, die entgegen anfänglicher Widerstände nun das Projekt mittragen würden.
Ziel des Projekts wäre es, meinte Schulrat Paul Schönstetter, die Jugendlichen mit qualitativ hochwertiger Ausbildung intensiv zu führen und keinen zurückzulassen. Das gehe bis hin zur Überprüfung, ob Bewerbungsunterlagen auch wirklich bei Firmen eingegangen sind, bei denen sich die Schüler bewerben sollten. Ein weiteres Ziel wäre es, diese Ausbildungsform dauerhaft zu etablieren und konsequent fortzuführen.
Dann zeigte er einen Ausschnitt unseres Berichts vom März diesen Jahres.
Dann betonte er noch einmal, er wehre sich vehement dagegen, die Hauptschule schlecht zu reden. Die Negativschlagzeilen aus einem Bildungsbericht in der Halbzeitpause eines Fußballspiels verzerrten nur das Bild der Hauptschule in der Öffentlichkeit und hätten mit der Realität in Bayern überhaupt nichts zu tun. Sie verunsicherten nur Schüler und Eltern.
Schulamtsdirektor Peter Krell unterstützte Paul Schönstetter: Es ginge wirklich nicht an, die 40% eines Jahrgangs, die im Landkreis Mühldorf die Hauptschule besuchten, als Verlierer hinzustellen.
Dann begab sich die Delegation auf einen Rundgang durch die Werkräume, in denen gerade die Ausbilder dabei waren, den Hauptschülern grundlegende Kenntnisse der einzelnen Berufe näher zu bringen.
Ein Schlosserhammer, den die Schüler vorher zugefeilt und gebohrt hatten, wurde gerade zum Abschrecken aufgeheizt. Helmut Krück vom Kultusministerium nutzte die Gelegenheit, die Schüler nach ihren Erfahrungen zu fragen.
Die Elektriker arbeiteten am Durchgangsprüfer. Ampfings Konrektorin Hildegard Hajek-Spielvogel, die intensiv an der Erarbeitung und Durchführung des Projekts mitarbeitet beobachtet die Arbeiten genau und ließ sich erklären, was die jungen Leute machen.
Die Konditorinnen fertigten Verzierungen für Torten. Auch hier ließ sich Helmut Krück erklären, was sie genau machten.
Die Köche machten Pasta. Das brauchte aber ein bisschen Anlauf. Die zugehörige Sauce war schon fertig, so konnte dem gemeinsamen Mittagessen nichts mehr im Weg stehen.
Die angehenden Kaufleute hörten gerade von Lagerbestandsverwaltung und der Bedeutung der Inventur.
Im Anschluss an den Rundgang bat Schulrat Paul Schönstetter die Gäste um ihre Eindrücke:
Helmut Krück vom Kultusministerium sagte, er wäre sicher, dass das Ziel, die Schüler zur Ausbildungsreife zu bringen, mit dieser Aktion erreicht werden könne. Dazu würden an den bayerischen Hauptschulen großartige Leistungen von Schülern und Lehrkräften erbracht. Er wäre überzeugt, dass mit dieser Aktion nicht nur die Schüler gewinnen würden, sondern auch die Betriebe, die Lehrlinge bekommen würden, die mit anderen Voraussetzungen kämen und wesentlich seltener ihre Ausbildung abbrechen würden. Ein Gewinn für alle Beteiligten.
Weil er auch der Meinung wäre, diese Aktion nicht zur einmaligen Veranstaltung werden zu lassen, sicherte er zu, alles unternehmen zu wollen, dass das Projekt AiS fortgesetzt werden kann. Dazu gehört auch die Mitwirkung an der Finanzierung durch das Kultusministerium. (O-Ton!)
Er dankte für das Engagement und meinte, man wäre auf einem guten Weg.
Christoph Winkler von der Regierung von Oberbayern meinte, den Auftrag, die Hauptschulinitiative durchzuführen ergänzten sie mit Herz und Engagement. „O-Ton: .. erleben wir, dass man Hauptschulinitiative auch mit Leidenschaft betreiben kann“ Dafür dankte er herzlich. Hier könne man erleben, dass wirklich die im Mittelpunkt stehen, um die es schließlich geht: Die Schüler! Er würde sich freuen, wenn man diese Leidenschaft auch auf andere Landkreise übertragen könnte. Die Zusammenarbeit mit Berufsausbildern gebe den Schülern erste Eindrücke von der Berufswelt und die Möglichkeit folgenlos Einblick in verschiedene Berufe nehmen zu können. Dadurch reduziere sich die Fehlerquote und damit die Zahl der Ausbildungsabbrecher.
(O-Ton: Dieses Projekt trifft den Kern der Hauptschulinitiative... fähig sind ) Weil dieses Projekt wirklich dort ankommt, wo es ankommen soll, bedankte er sich sehr beim Schulamt Mühldorf.
Christian Deinböck meinte in Vertretung von Landrat Georg Huber, hier würden nicht nur Lippenbekenntnisse abgegeben sondern wirklich gehandelt. Nur wenn man ihre Stärken erkenne, könne man eine Schule wie die Hauptschule wieder zu ihrer Bedeutung verhelfen. Es könne nicht angehen, einer ganzen Bevölkerungsgruppe das Selbstwertgefühl zu nehmen, in dem man ihre Ausbildung als minderwertig hinstelle. Er dankte allen Beteiligten für das große Engagement, das sie hier gezeigt hätten.
.. Marcius von der Agentur für Arbeit freute sich, mit Absolventen des Programms AiS Berufsanfänger vermitteln zu können, die schon konkrete Vorstellungen davon hätten, was sie erwarte. Insofern wäre die Förderung, mit der sie das Projekt unterstützen würden nicht ganz selbstlos. Er kenne kaum ein Konzept, das so umfassend auf den Einstieg in das Berufsleben hinführen würde. Deshalb bleibe die Arbeitsagentur dem Projekt auch weiterhin verbunden: Es gäbe nichts schöneres, als einen Jugendlichen in der Vermittlung zu haben, der genau wisse, was er wolle.
Auch Bürgermeister Erwin Baumgartner lobte die Initiative, kritisierte aber das Bildungssystem wegen des Zwangs, sich schon in der vierten Klasse der Grundschule für eine weiterführende Schule qualifizieren zu müssen. Er meinte aber, wenn die Betriebe sehen würden, dass sie aus der Hauptschüler gute Leute bekommen würden, und die Eltern erkennen würden, dass ihre Kinder tatsächlich im Beruf ihren Mann stünden, dann könnten auch negative Pressemeldungen dem Ruf der Hauptschule nicht mehr schaden. Auch er dankte allen Beteiligten für die innovative Arbeit, die sie hier einbringen würden.
Auch Jochen Englmeier vom Berufsbildungszentrum der Handwerkskammer in Mühldorf lobte die Initiative, an der sein Institut maßgeblichen Anteil hätte. Er betonte, dieses Projekt zeige, was man erreichen könne, wenn man sich nicht nur stur an Vorschriften halte sondern sich darüber hinwegsetze und selbst die Initiative ergreife. Zu diesem Mut gratulierte er einerseits Schulrat Paul Schönstetter und andererseits Kultusministerium und Regierung von Oberbayern, die es zugelassen hätten. Nur so hätte das Ziel erreicht werden können, den Schülern eine bessere Basis für ihre Zukunft zu schaffen und ihr Selbstwertgefühl zu steigern. Diesen Mut zur Veränderung forderte er von allen Teilen der Gesellschaft. Nur so könnte man das Land weiterentwickeln.
Auch die Ausbilder berichteten übereinstimmend von sehr positiven Erfahrungen mit den Schülern, die es genießen würden, nach Jahren des „Schulbank-Drückens“ praktisch arbeiten zu dürfen. Umso mehr, als sie etwas herstellen würden, das sie später mit nach Hause nehmen und selbst nutzen könnten. Die ersten Erfahrungen mit der Berufswelt erleichterten ihnen, ihre Neigungen und Fähigkeiten zu erkennen und herauszufinden, welcher Beruf ihnen liegen würde.
Außerdem ergänzten sie die Weiterbildungsmöglichkeiten, die den Hauptschulabsolventen offen stünden und die vom Meisterkurs bis zum HochschulAbschluss reichen würden. Allerdings äußerten sie auch Verbesserungsvorschläge, die das Hauptschulinitiativmodul „AiS“ sicher verbessern könnten. Schulrat Paul Schönstetter sagte zu, diese Vorschläge mit einzuarbeiten.
Abschließend genossen die Gäste das Buffet, das die Hauswirtschaftsklasse der Hauptschule zubereitet hatte und waren davon genau so begeistert wie von der Aktion „Ausbilder in Schulen“ .
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Das Haus der Begegnung ist nun ein "Mehrgenerationenhaus"
AWO-Chefin Klara-Maria-Seeberger begrüßte neben Landrat Georg Huber und stellvertretender Landrätin Eva Köhr auch die Bundestagsabgeordneten Ewald Schurer und Stephan Mayer sowie SPD Landtagskandidat Richard Fischer. Zahlreiche Stadt- und Kreisräte vervollständigten das Publikum genauso wie die Leiterinnen der Mehrgenerationenhäuser in Altötting und Wasserburg.
O-Ton: 12:26:07 „Familienzentrum – Bürgerzentrum .... auch noch Mehrgenerationenhaus nennen“ Allerdings wäre es zu viel, alle Gäste einzeln zu begrüßen.
Marianne Zollner meinte, es wäre doch wohl so, dass auch schon bisher alle Generationen im Haus der Begegnung verkehrt hätten, allerdings wären sie jeweils unter sich geblieben. Nun sollen sie also miteinander in Kontakt treten. Die einzelnen Projekte haben wir vor einiger Zeit schon beschrieben. Nun folgte der Einstieg in das Projekt „Annmirl-Zuckerschürl“, bei dem altes Liedgut, alte Spiele und gemeinsames Singen gepflegt werde. So begannen die Kinder mit einem Begrüßungslied. In der zweiten Strophe wurde schnell klar, was das Projekt „Annamirl-Zuckerschnürl“ ausmacht: Die Gäste wurden mit einbezogen.
Welchen Spaß die Kinder am Singen hatten, zeigten sie mit dem nächsten Lied, das seinen akutellen Bezug nicht verschweigen konnte.
Das Zusammenspiel der Generationen wurde gleich fortgesetzt:
Dann bekamen die Kinder ihre wohlverdiente Brotzeit und die Gäste konnten sich dem ernst des Themas widmen.
MdB Stephan Mayer fiel es schwer, nach diesem fulminanten Auftakt zum ernsten Hintergrund überzuleiten, der dazu geführt hatte, dass das Programm „Mehrgenerationenhaus“ vom Bundesfamilienministerium aufgelegt worden war und wie es dazu kam, dass das Haus der Begegnung diesen Titel zuerkannt bekam. „Mehrgenerationenhaus“ war zunächst ein „sperriger Begriff“. Inzwischen ist es ein Erfolgsschlager geworden. Für die 500 vorgesehenen Mehrgenerationenhäuser, in jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt eines, gingen 1.700 Bewerbungen ein. Er freue sich, dass der AWO Ortsverein Mühldorf sich sofort beworben hätte. Hier würde keine neue Institution geschaffen, vielmehr würde auf bestehende Einrichtungen wie das Haus der Begegnung aufgebaut. Mit der Förderung in Höhe von 40.000 Euro pro Jahr auf fünf Jahre sollen Personal- und Sachkosten gedeckt werden. Allerdings soll das Mehrgenerationenhaus auch als Beispiel fungieren und Nachahmung im Umfeld finden. Mehrgenerationenhäuser sollen einen Anstoß dazu geben, dass die Generationen wieder mehr zusammen finden, die sich zuletzt sehr voneinander entfernt hätten. Auch das Zusammenleben der Nationalitäten soll gefördert werden. Er könne sich vorstellen, dass man Jung und Alt aber auch Deutsche und Türken gemeinsam Fußball anschauen. Dann wirke das Mehrgenerationenhaus integrativ und völkerverständigend. Er dankte Ewald Schurer, der im Haushaltsausschuß der Bundesregierung die Einrichtung dieses Programms mitgetragen hätte. Abschließend wünschte er dem Projekt viel Erfolg.
MdB Ewald Schurer gratulierte der AWO Mühldorf zur Aufnahme ins Programm „Mehrgenerationenhaus“. Dieses langjährig erfolgreiche Haus erhielte dadurch eine Zusätzliche Funktion und Attraktion. Heute wäre es nicht mehr selbstverständlich, dass die Generationen zusammelebten. Mit diesem Programm unterstütze man einerseits politisch und andererseits fachlich dieses Zusammenleben. Auch wenn der Bund finanziere, hinge der Erfolg doch am Engagement der Teilnehmer vor Ort ab. Deshalb dankte er allen, die sich hier im Mehrgenerationenhaus dafür einbringen, das Zusammenleben der Generationen zu fördern.
Dann überreichten Ewald Schurer und Stephan Mayer die Plakette, die später an der Tür des Hauses der Begegnung angebracht werden würde und es nun auch als Mehrgenerationenhaus ausweist. Bohrlöcher und Schrauben waren übrigens schon vorbereitet...
Auch Landrat Georg Huber freute sich über die Aufnahme des Hauses der Begegnung ins Mehrgenerationenhaus. Die Spielrunde zu Beginn erinnerte ihn an seine eigene Großfamilie, in der viele Kinder, Eltern und Großeltern zusammenlebten zusammen arbeiteten und sich gegenseitig unterstützten. Er freue sich, dass man sich nun zurückbesinne auf diese Zeit. Heute rede man mehr ÜBER Kinder als MIT ihnen. Das müsse sich ändern. Die Gesellschaft müsse sich ändern. Das Haus der Begegnung war schon immer ein Vorbild für das Zusammenleben vieler Generationen. Trotzdem bitte er darum – auch wenn er wisse, dass Klara-Maria Seeberger Mühldorfer Patriotin wäre.
Als Kreisrätin soll sie aber dazu beitragen, dieses kleine Pflänzchen, das hier wachse, auf den ganzen Landkreis ausdehnen zu helfen. Über das „Mühldorfer Netz“ gäbe es die Möglichkeit, den Mühldorfer Landkreis zum „Familienfreundlichen Landkreis im Osten von München“ zu machen. Junge Ehepaare und junge Eltern müssten erkennen, dass das Amt für Jugend und Familie unterstützen will und nicht kontrollieren. Im Landratsamt will Landrat Georg Huber zusammen mit der Stadt Mühldorf für alle Betriebe des Landkreises Lösungen erarbeiten, flexible Kindergartenplätze und Kinderhortplätze vorzuhalten, die es den Eltern ermöglichen, weiter zu arbeiten, ohne ständig auf die Uhr schauen zu müssen, weil das Kind schon abzuholen ist. Er hoffe, das Haus der Begegnung in dieses Konzept einbeziehen zu können.
Er denke, im Landkreis einen guten Boden für so eine Entwicklung zu haben. Allerdings wünsche er sich nichts sehnlicher, als ohne Eifersüchteleien und Neidereien zusammearbeiten zu können und damit beispielgebend zu wirken, vielleicht sogar über den Landkreis hinaus.
Sollte sich dies alles durchsetzen, wäre er überzeugt, würde es auch wieder mehr Kinder geben. (O-Ton: Herzliche Bitte ... Feld schaffen. ) Er hoffe, dass dieses Mehrgenerationenhaus auch in Kraiburg, in Waldkraiburg, in Aschau, in Schwindegg und ich Buchbach Nachahmer finde und so der ganze Landkreis davon profitieren könne.
Marinanne Zollner meinte, es wären schon heute zahlreiche Kraiburger, Waldkraiburger und aus anderen Landkreisgemeinden im Haus der Begegnung aktiv. So strahle das Haus der Begegnung schon heute in den Landkreis aus.
Sie betonte, es wäre ihr oberstes Ziel, mit allen Kräften im Landkreis zusammenarbeiten zu wollen.
Wegen einer Fortbildung konnte Bürgermeister Günther Knoblauch nur kurz an der Feierstunde teilnehmen. Er betonte, das Haus der Begegnung mit seinen vielfältigen Angeboten wäre schon immer seiner Zeit voraus gewesen. Er dankte allen, die dazu beigetragen haben, das Haus der Begegnung über die Zeit erhalten zu haben. Allerdings mahnte er, bei allen Flexibilisierungsbemühungen die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht außer Acht zu lassen und die Arbeitszeitrechte der Betreuer sowie die Personalplanung in Kinderhorten und Kindergärten zu berücksichtigen, die der Gesetzgeber erst vor einigen Jahren neu geregelt hat. Obwohl man sicher nicht jedes Problem werde lösen können, wäre der Anstoß durch das Mehrgenerationenhaus sicher richtig.
Andreas Niedermaier, Bezirksvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt betonte, dass das bürgerschaftliche Engagement im Zentrum der Arbeiterwohlfahrt stünde. Deshalb wäre es auch ein Erfolgsprojekt. Die Bundesregierung mache nun gute Politik dadurch, dass sie dieses Engagement fördere. Das Haus der Begegnung wäre das beste Beispiel dafür. Die Aufnahme ins Programm „Mehrgenerationenhaus“ sehe er gleichzeitig als Bestätigung und als Auftrag die erfolgreiche Arbeit fortzusetzen, die die AWO seit Jahrzehnten betreibe. Insgesamt fünf Häuser des AWO Bezirksverbandes Oberbayern wurden ins Mehrgenerationenhausprogramm aufgenommen. Die AWO Oberbayern bedankte sich beim AWO Ortsverein Mühldorf mit einem Geschenk.
Darüber freuten sich die Mühldorfer AWO-Vorstände natürlich sehr.
In einer abschließenden Gesprächsrunde erzählten mehrere Teilnehmer von ihren Alltagserfahrungen mit dem Zusammenleben mehrerer Generationen. Während eine Gesprächsteilnehmerin allein mit drei Kindern zurecht kommen müsse, berichtete eine andere vom Leben in ihrer Großfamilie mit 10 Kindern. Ein Mitglied der Gruppe wäre erst kürzlich zugezogen und hätte noch keinen Anschluss gefunden. Wieder eine andere hatte ihre Kinder bereits in die Selbständigkeit entlassen und widme sich nun der Hilfe anderer. Alle erzählten auch von den Problemen, die sie hätten, Hilfe im Alltag zu finden, auch wenn dies nur Kleinigkeiten wären. Gemeinsam wären sie aber dankbar, dass sie nun hier im Mehrgenerationenhaus das fänden, was sie so lange Zeit gesucht hätten.
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Bahntag bei der SOB
Die überdimensionalen Damen, die normalerweise verkünden, wieviele Minuten man mit der Bahn nach München braucht, wiesen diesmal auf den Bahntag hin, den die Südostbayernbahn veranstaltete.
Neben einem Parcour, auf dem die Kinder sich austoben konnten, gabs die Möglichkeit konnte hinter die Kulissen der Bahn schauen, die Werkstatt zu besichtigen und von der Dampflok bis zur modernen Elektrolok die Geschichte der Eisenbahn zu erleben. Das ging auch ganz praktisch: „Unsere“ Mühldorfer Museumslok, die 70083 war mit ihrem Sonderzug auch wieder nach Mühldorf gekommen. Die „Tankstelle“ hatte sie selbst dabei: Einen Güterwagon mit Säcken voll Kohle. Und weil inzwischen die Infrastruktur für Dampfloks fehlt, musste ein Autokran herhalten um die Kohle in der Lok zu bunkern.

Die zweite große Dampflok beschrieb uns Lokführer Wolfgang Siegl: O-Ton:
Also eine Museumslokomotive?
Wo sind sie denn jetzt direkt her gekommen?
Wann sind sie denn da schon losgefahren?
Wann muss man denn da aufstehen, wenn man die Lok erst noch vorheizen muss?
Da haben Sie gestern Abend um 10 Uhr angeheizt?
Leider haben wir sie nur kurz gesehen, als sie zu ihrem Pendeldienst abfuhr, der sie an diesem Tag regelmäßig mit Besuchern des Bahntages nach Dorfen führte.
Die Besucher stürmten die alten Wagons geradezu, mit der sie nach Altötting fahren konnten. Noch einmal das Gefühl erleben, Dampfzug zu fahren – oder – den Kindern zeigen, wie es früher einmal war – oder – ganz einfach einmal Bahnfahren, ohne den Luxus der heutigen Doppelstockwagons!
Wir sind haben die Südostbayernbahnchefs Christoph Kraller und Christian Kubasch auf ihrem Rundgang begleitet: Hier waren alte Schirmmützen und Uniformen zu sehen. In einem Raum wurde ein Video gezeigt, an den Wänden hingen Arbeiten der Foto-Gruppe der Mitarbeiter der SOB.
Es gab Ansichtskarten und Briefmarken mit Bahn-Motiven genau so wie Emailschilder und sonstige Kleinigkeiten, die Bahnfreunde gern haben. Anstecknadeln gabs auch! Vorsicht – Herr Stadtrat a. D.! An den Nadeln kann man sich stechen!
Die Lokwelt aus Freilassing, wo ein Großteil der Museumsloks des deutschen Museums zu sehen ist, beteiligte sich mit einem eigenen Stand. Natürlich hatte die Südostbayernbahn ihren eigenen Informationsstand und – man möchte es kaum glauben – der war ständig stark umlagert.
Auf ihrem Weg durch die Ausstellungen des Bahntages ließen sich die SOB-Chefs die Neuheiten der jeweiligen Abteilungen erklären, wie hier diese Gleispflegemaschine – ein Unimog, der sowohl auf der Straße als auch auf der Schiene fahren kann.
Die Bundespolizei war mit einem Einsatzfahrzeug mit Wärmebildkamera vertreten. Ihr Anliegen war einerseits auf die Gefahren aufmerksam zu machen, die entlang der Bahngleise lauerten, aber auch auf die Berufschancen hinzuweisen, die sich bei der Bundespolizei bieten.
Auch der Fahrgastverband „Pro Bahn“ präsentierte sich – genauso übrigens wie der neu gegründete Verein „Sicherer Schulweg“ aus Ampfing und einige Firmen.
Später füllte sich das Zelt, das die Bahn aufgenommen hatte. Mit Grillfleisch und Grillwürsten, einer frischen Halbe Bier – oder auch zwei – und bei Musik der Stadtkapelle Mühldorf und einer Musikgruppe konnten sich die Gäste bei der Hitze ausruhen.
Inzwischen pendelte die 70 083 nach Altötting und zurück. Fast wie im Liniendienst.
SOB-Vertriebschef Wolfgang Jakob war sichtlich zufrieden mit dem Besuch und dem Interesse an den Angeboten seiner Bahn: O-Ton:

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Stadtfest in Waldkraiburg: Wie am Marktplatz
Mit der Bühne andersherum, einem großen Sandkasten für die Kleinsten und vielen kulinarischen Genüssen lockte das diesjährige Stadtfest die Besucher nach Waldkraiburg. Während unserer Stipvisite spielte gerade die Band Culture-Club das, was dem diesjährigen Motto entsprach: Musik für jeden.
Es wurde ein gemütlicher Sommerabend, Zeit zum genießen und relaxen, zum sehen und gesehen werden. Wir haben hier unsere Eindrücke für Sie zusammengefaßt
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Töging: Gäste aus Korea besuchen die Photovoltaikanlage
Iliotec-Geschäftsführer Dr. Thomas Reindl begrüßte die Gäste im Sitzungssaal des Rathauses in Töging. Alle Ansprachen wurden von der Dolmetscherin ins Koreanische übersetzt.
Bürgermeister Horst Krebes stellte erst das Stadtwappen vor und zeigte auf, dass Töging immer schon für die Energiegewinnung stand. Schon vor 90 Jahren wäre das Kanalkraftwerk in Betrieb gegangen. Damit hätte sich in Töging die Aluminiumindustrie ansiedeln können, die für einen langjährigen Aufschwung in Töging gesorgt hätte. Noch heute kämen aus Töging innovative Produkte und Techniken, die weltweit Anerkennung fänden. Besonders stolz wäre er, dass der Stadtrat einstimmig den Bau der Photovoltaikanlage unterstützt hätte. Er wäre Landrat Erwin Schneider dankbar für die Unterstützung bei Genehmigung und Bau der Anlage.
Dann überreichte er dem Delegationsleiter Gastgeschenke: Maßkrüge mit dem Töginger Stadtwappen. (O-Ton)
Auch Landrat Erwin Schneider zeigte sich stolz darauf, diese technische Innovation im Landkreis zu haben. Nachdem er den Landkreis mit seinen 110.000 Einwohnern in 24 Städten und Gemeinden beschrieben, mit seiner wirtschaftlichen Bedeutung beschrieben hatte, betonte er, dass die Photovoltaikanlage an der Autobahn schon deshalb bemerkenswert wäre, weil sie keine wertvolle Nutzfläche verbrauche.
Dann stellte Dr. Thomas Reindl seine Firma und die Anlage vor, die in der Spitze 1,1 MW leiste und aus 3.750 Solarmodulen bestünde. Sie wäre 350m lang und 22m hoch und diene gleichzeitig als Lärmschutzwand.
Die koreanischen Gäste fotografierten fleißig und ließen sich kein Schaubild entgehen.
Abschließend zeigte Dr. Thomas Reindl eine Zeitrafferaufnahme vom Bau der Anlage.
Dann ging's raus zur Anlage. Wir fragten Herrn Berger von Iliotec nach den ersten Erfahrungen mit der Anlage nach einem Jahr Betrieb: (O-Ton: )
Wegen des zweiten Teils der Anlage, dessen Bau der Gemeinderat von Erharting und das Landratsamt Mühldorf abgelehnt hatten, fragten wir ihn nach seiner Meinung: (O-Ton: )
Konkrete Informationen über die Leistung der Anlage und die erzeugte Arbeit konnten wir von keinem Mitarbeiter der Firma erhalten.
Die Koreanischen Gäste verabschiedeten sich schnell wieder um zu ihrem nächsten Termin zu eilen. Ganz Europa in fünf Tagen?
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Volksfest in Ampfing: Die Bierprobe
Bürgermeister Ottmar Wimmer freute sich, mit Hubert Baumann den neuen Festwirt vorstellen zu können. Dann dankte er Peter Bichlmaier von der Brauerei. Allerdings wusste er nicht, von welcher Brauerei er denn eigentlich wäre: (O-Ton: Soide iatz sagn vo de Belgier oda vo Spatn oda vo Löwenbraäu... des woaß ma heid neda)
Er denke, es wäre ihnen gelungen, ein attraktives Programm für das Volksfest zusammenzustellen. Allerdings hoffe er, dass es nicht so heiß werden würde, dass sie das Zelt mit der Feuerwehr abkühlen müssten – alles schon dagewesen! Dann wünschte er den Gästen einen schönen Abend und der Gemeinde ein schönes friedliches Volksfest.
Auch Brauereivertreter Peter Bichlmaier begrüßte die Gäste. Es käme das bestens bekannte Festmärzen zum Ausschank, das 13% Stammwürze und über 5% Alkohol enthalte. Nachdem er sich bei den Wirtsleuten bedankte hatte, die die Räume für die Bierprobe zur Verfügung gestellt hatten, wünschte er sich und der Gemeinde ein fröhliches und friedliches Volksfest in Ampfing mit dem richtigen Wetter (O-Ton)
Festwirt Hubert Baumann, der in Mühldorf das Traberzelt betreibt und auch in Kloster Au das Festzelt bewirtet, meinte er wäre recht froh, dass er jetzt auch in Ampfing sein darf. Das besondere an seiner Wirtschaft wäre, dass er darauf achte, dass sich auch Familien das Volksfest noch leisten können. (O-Ton: Man ko nur s Diesel deia macha --- beim Bia is a Grenz!). Er wäre einer der wenigen Festwirte, die schon vorher den Bierpreis bekannt gäben: (O-Ton: Mia hamma 5-sechzge fia d Maß - und hoffma a damma guad eischengan).
Neu wäre auch der vergrößerte Garten. 5 m breit und über die ganze Breite des Zeltes biete er viel Platz unter freiem Himmel.
Er hoffe, dass er den Applaus, den er jetzt so herzlich bekäme auch nach dem Volksfest noch bekäme. Ansonsten freue er sich, wenn er alle Anwesenden jeden Tag auf dem Volksfest begrüßen dürfte.
Dann stießen die Gäste mit dem Festbier an – erst miteinander und dann für die Fotographen. Aber das klappte nicht beim ersten Mal, und auch nicht beim zweiten Mal und auch nicht beim dritten Mal.
Dann gabs endlich den lang ersehnten Braten, mit dem das Volksfest seine erste Probe bestanden hatte.
Am 2. Juli geht’s dann mit dem Standkonzert auf dem Platz vor dem Rathaus los. Wir sind dabei!
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Trainingsauftakt beim Bayernligisten TSV Buchbach
Drei Wochen Zeit hatten Spieler und Betreuer des TSV Buchbach nun, sich von der anstrengenden Rückrunde in der Landesliga zu erholen, die ihnen den Aufstieg in die Bayernliga gebracht hatte.
Nun kam man zum ersten Training zusammen. Erstmals nahmen daran auch die neuen teil, mit denen sich der Verein versärkt hat. Neu zum TSV gesoßen ist Marcus Gibis. Er war schon vor drei Jahren beim TSV Buchbach, spielte aber seither beim VfL Waldkraiburg in der Bezirksliga.
Weiter kam der 25-jährige Thomas Kaparetti vom TSV Wasserburg. Dort spielte er in der Bezirksoberliga. Vom SV Erlbach aus der Bezirksoberliga kommt der 21-jährige Max Göldel. Gino Cozzolino ist wohl am weitesten zugereist: Der 24-jährige spielte bisher bei Birmingham Southern College in der Division 1 College Soccer in England. Der 20-jährige Lucas Rieder kommt vom ehemaligen Landesliga-konkurrenten SV Heimstetten. Stefan Kaschel ist 18 und kommt vom TV Geisenhausen, der in der Kreisklasse spielt. Schließlich verstärkt Andreas Scheitza das Team. Der 19-jährige ist ein „Eigengewächs“ des TSV und spielte bisher in der 2. Mannschaft.
Zunächst gab's also Fotos, von allen Spielern, von den Neuzugängen, von den Trainern und von allen zusammen.
Dann zogen sich Trainer und Mannschaft zu einem Strategiegespräch zurück. Da waren wir verständlicherwiese ausgeschlosssen....
Wir haben uns derweil die Tribüne angeschaut, die gerade die Dachkonstruktion erhält und deren Bau – wie uns Vorstand Anton Maier bestätigte – im Zeitplan ist.
Dann begann das Training, zunächst mit Warmlaufen. Vor beeindruckender Wolkenkulisse teilte Trainer Michael Pongratz, dem mit Michael Ostermeier und Ralf Wagner zwei neue Assistenten zur Seite stehen die Spieler in vier Mannschaften ein und ließ sie abwechselnd gegeneinander spielen. Dabei beobachtete er sie genau. Schließlich müssen die Neuzugänge in die Erfolgsmannschaft integriert werden.
Herr Pongratz, die Bayernliga ist sicher eine andere Herausforderung als die Landesliga. Gehen Sie's anders an?
Jetzt haben sie auch unsere zweite Frage schon beantwortet. Das Ziel für die erste Saison in der Landesliga ist also der Klassenerhalt.
Ist es ein Problem, die neuen Spieler in die Mannschaft zu integrieren?
Sehen Sie die Neuzugänge als Verstärkung und sind Sie zufrieden mit der Wahl der Spieler?
Die Vorbereitungsspiele helfen, die Mannschaft zusammenzuführen?
Markus Gibis, drei Jahre beim VfL in Waldkraiburg in der Bezirksliga und jetzt gleich in die Bayernliga! Was ist das für ein Gefühl?
Jetzt geht’s erst einmal darum, den Platz in der Mannschaft zu finden.
Das erste von 8 Vorbereitungsspielen findet schon am 28. Juni gegen den ehemaligen Landesliga-Gegner DJK/SB Rosenheim in Oberndorf statt. Das Auftaktspiel in der Bayernliga findet am 26. Juli statt. Gegen wen, das entscheidet sich erst auf einer Konferenz am Samstag 28. Juni.

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