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Victoria Pöllmann Landkreis Mühldorf > Stadt Mühldorf >
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Josef J. Pöllmann
Stadt Waldkraiburg > Neumarkt St. Veit > Gemeinde Ampfing > Stadt Altötting > Mühldorf-TV ist durch die BLM lizenziertes Lokalfernsehen
Josef J. Pöllmann ist Mitglied im Deutschen Presse Verband
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Das gab's 2011 bei Mühldorf-TV und bei Altötting-TV
Hier können Sie nachlesen, worüber wir im September 2012 berichtet haben.
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Nr.
Thema LZ Archiv KW Ersch.
168 150 Jahre Schäffler beim TSV 1860 Mühldorf: Der Jubiläumsfestzug 14:20 36
Mit einem besonderen Festzug zu einem eigenen Empfang vor dem Rathaus begingen die Schäffler des TSV 1860 Mühldorf ihr 150. Gründungsjubiläum. Dazu hatten sie befreundete Schäfflergruppen eingeladen. Die Blaskapelle Altmühldorf erwartete die Schäffler vor dem Altöttinger Tor.
Schon vorher hatten sie auf dem Volksfest ein Weißwurstfrühstück genossen und waren so gut gestärkt für den Marathon, der ihnen bevorstand.
Angeführt wurde der Festzug bis zum Altöttinger Tor von der Kapelle aus Mainburg. Weiter ging's dann unter Führung der Altmühldorfer.
Natürlich waren alle wieder dabei, die schon im Winter die lange und anstrengende Schäffler-Saison gut überstanden hatten. Auch wenn’s bestimmt nicht kalt war, hatten sie ihre warmen Jacken und die Bundhosen an, wie im Fasching bei –20 Grad!
Nur das Faßl war diesmal nicht im Begleit-Auto sondern auf’m Leiterwagerl. Und die Blunsen nicht ganz so prall aufgeblasen.
Den Stadtplatz hatten die Schäffler nicht abgesperrt. Sollten die Autos doch die paar Minuten warten!
Ober-Reifenschwinger Paul Schwarz war nicht dabei. Er hatte sich am Fuß verletzt und meinte, das schaut nicht gut aus, wenn ein Schäffler humpelt!
Langsam kamen auch die Gäste aus Mainburg zum Rathaus.
Die Blaskapelle Altmühldorf unterhielt bis Bürgermeister Knoblauch sie empfangen sollte – und bis die Schäffler aus Salzburg aus dem Rathaus kamen, die dort von der Stadt begrüßt worden waren.
Es war schon ein imposantes Bild: Drei Schäfflergruppen im Kreis vor dem Rathaus.
Das wollte dann auch eine ansehnliche Zahl Zuschauer mitverfolgen.
Bürgermeister Günther Knoblauch freute sich über die gute Unterhaltung und Belustigung, die die Schäffler schon im Fasching – aber auch jetzt wieder – geboten haben. Er begrüßte die Gruppen aus Mainburg und besonders die aus Salzburg, die seit 102 Jahren nicht mehr in der Kreisstadt war. Und das – obwohl wir doch jahrhundertelang zusammengehört haben. Er gratulierte den Mühldorfer Schäfflern zu ihrem Jubiläum und wünschte allen viel Vergnügen bei ihren Feierlichkeiten.
Dann forderte er sie auf, schöne Tänze zu zeigen.
Auch Mühldorfs Schäfflermeister Sepp Loibl dankte den auswärtigen Gästen für ihre Teilnahme am Jubiläum und war sicher, es werden zwei schöne Festtage. Sein Dank galt auch der Bevölkerung, die die Schäffler auch während der kalten Jahreszeit so kräftig unterstützt hatte und mit der sie zusammen so eine Gaudi gehabt haben. Es wird unvergesslich bleiben.
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Die Mühldorfer und die Salzburger Schäffler machten dann denen aus Mainburg Platz, die ihren Tanz zeigten.
Nachdem sie Aufstellung genommen hatten, ging's wieder los: „Aba heid is‘ koid!“
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Jede Gruppe hat im Lauf der Jahrzehnte ihre eigene Interpretation des alten Schäfflertanzes entwickelt, der der Legende nach an das Pestjahr in München 1517 erinnert. Allerdings bestehen Zweifel, ob die Pest 1517 in München überhaupt wütete. Die Quellen vermuten, dass diese Legende erst im 19. Jahrhundert von den neu gegründeten Turnvereinen verbreitet wurde um dem Schäfflertanz eine Legitimation zu geben.
Nachgewiesen ist aber, dass die Schäffler in München erstmals 1760 aufgetreten sind und seither alle sieben Jahre tanzen. Es ist – sagt Wikipedia – auch nicht klar, warum die Schäffler alle sieben Jahre tanzen. Dafür gibt es wohl verschiedene Erklärungen.
Nach Mühldorf kam der Schäfflertanz 1862. Damals nahmen sich die Turner des Mühldorfer Turnvereins des Tanzes an und führen ihn seither alle sieben Jahre auf. Heuer im 150. Jahr - und damit zum 21. Mal.
Die Schäffler des TSV 1861 Mainburg absolvierten in der zurückliegenden Saison gut 30 Tänze mehr als die Gastgeber: 181!
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Die Figuren des Schäfflertanzes sind trotz unterschiedlicher Interpretation bei allen Schäfflergruppen die gleichen: Der Kreis,
die Laube,
vier kleine Kreise,
das Kreuz,
die Krone, und
das Faßlschlagen mit Gegentanzen,
Dann folgt der Reifenschwinger und schließlich der Schäfflermeister Albert Huber mit seinen Glückwünschen.
Ihr Reifenschwinger ließ die Mühldorfer Schäffler und die Mühldorfer Bürger hoch leben, die miteinander solchen Spaß hatten.
Dann machte sich Reifenkasperl Martin Richtsfeld über dies und das lustig: (O-Töne 29:22:00)
Besonders nahm er den Bürgermeister aufs Korn. (O-Ton)
Das meiste hatte er in Versform gefaßt. (O-Ton)
Er machte sich über die Mühldorfer Schäffler lustig und über alles was so während der Saison passiert ist. Über die paar Ausrutscher, die vielen Pinkelpausen während der Busfahrten und natürlich über die zahlreichen Kreisverkehrsumrundungen. (O-Ton)
Er leerte sein Glas (O-Ton: Auf’n Schnittlauch – auf’n Bärlauch und auf’n Knoblauch)
Dann auf alle Gäste aus der Nähe und der Ferne – sogar aus Österreich! (O-Ton)
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Zum Dank für die Einladung hatten sie ein paar Spezialitäten aus der Holledau für Sepp Loibl dabei. Das sollten sie sich miteinander schmecken lassen.
Sie schlossen den Auftritt schäfflertypisch mit einem Schnappsal!
Nachdem sie ein Erinnerungsfoto im Kasten hatten – ging's weiter Richtung unterer Stadtplatz. Und weil sie halt wissen, wo’s hingeht, führte die Blaskapelle Altmühldorf den Zug der Schäffler an.
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In Salzburg heißen die Schäffler „Binder“. Sie ließen erst einmal ihre alte Zunft hoch leben - - - und dann ein Schnappsal schmecken. Es sind halt doch die gleichen Bräuche hüben wie drüben.
Eine zentrale Figur beim Salzburger Bindertanz ist der Hans-Wurst (sprich betont „Hans-Wurscht“). Johannes Franz – wie er mit bürgerlichem Namen heißt – ist seit 1977 dabei und kennt sich aus mit dem Bindertanz. Er erklärte nicht nur die Herkunft des Tanzes sondern auch die Bedeutung der einzelnen Figuren.
Nach seiner Darstellung stammt der Bindertanz aus dem Mittelalter und wurde nur zu hohen Festtagen getanzt. Ab 1830 geriet er aber in Vergessenheit und wurde erst 1924 wieder neu entdeckt. Seither gehen sie mit dem Tanz „wieder mit größter Freud unter die Leut‘.“
Als sich alle Tänzer gestärkt hatten, begleitete sie Ziehharmonika und Tuba in ihren Tanz. Auch in Salzburg mit „Aba heid is‘ koid!“ – auch wenn sich das ein bissal anders anhörte.
Die Krone ist eine besondere Referenz an alle Zuschauer – besonders natürlich an die Jubiläumsschäffler – lachte Hans-Wurst Johannes Franz.
Und auch das Faßl-schlagen funktioniert in Salzburg ein bisschen anders.
Die Reifenschwinger zeigten’s genauso kunstvoll – sogar synchron.
Und natürlich konnte der Hans-Wurst alles viel besser! Bevor er’s aber zeigen konnte, brauchte die Musi‘ noch ein Schnappsal!
Dann aber!
Allerdings war’s kein Wunder, dass das Glas Schnapps im Reifen blieb! Bevor er es austrank, hatte er noch seine Grußbotschaften: Er lobte und schimpfte so manche Mühldorfer und grüßte seine deutsche „Lieblingskollegen“, die immer behauptet, (O-Ton dass Europa stirbt, wenn der Euro stirbt!)
Sepp Loibl dankte den Bindern und lud sie zum gemeinsamen Feiern auf dem Volksfest ein. Aber auch das ging nicht ohne ein Schnappsal! Die Salzburger bedankten sich mit einem dreifachen „Hoch“.
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Weiter ging's hinaus zum Katharinenplatz.
Und diesmal begrüßten die Altmühldorfer Musiker die Schäffler und Zuschauer bayerisch-typisch: Mit dem Bayerischen Defiliermarsch!
Tanzen konnten sie natürlich nicht danach. Da musste schon wieder „Aba heid is‘ koid“ her! Und das gelang genau so gut wie während der Saison. Kein Wunder: An drei Abenden hatten sie ihr Können vorher aufgefrischt.
Was die anderen Schäffler nicht zeigten, waren die Kasperl mit ihren sportlichen Einlagen.
Wie schon im Fasching, gefiel’s auch hier den zahlreichen Zuschauern.
Schäfflermeister Sepp Loibl fragte sich mit Blick auf die warme Kleidung mancher Zuschauer ob’s denn wirklich so kalt ist wie’s im Winter war.
Es war interessante zu sehen, wie unterschiedlich die einzelnen Gruppen den Schäfflertanz interpretieren. Da kann man schon das eine oder andere lernen – meinte er.
Und natürlich ging's auch hier nicht ohne ein Schnappsal ab!
Dann marschierten die Schäffler zurück auf den Stadtplatz und weiter zum Volksfest.
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Dort angekommen nahmen sie vor dem großen Festzelt Aufstellung. Erwartet wurden sie dabei von der Doherty-High-School-Marching Band aus Colorado Springs in den USA, die zum internationalen Schützen- und Trachtenzug angereist waren.
Die Mühldorfer Schäffler zeigten den Volksfestbesuchern ihren Tanz.
Übrigens können Sie den Tratzl Heini auf dem diesjährigen Button des Schützen- und Trachtenzugs wiederfinden, dessen Bild die Stadt als Symbol genommen hat um auf das Jubiläum der Schäffler hinzuweisen und darauf, dass sie es während des Schützen- und Trachtenzuges besonders feierten.
Diesmal stieß Schäfflermeister Sepp Loibl zusammen mit TSV-Vorstand Dr. Alfred Gossner auf ihr Jubiläum an.
Sie zogen ins Festzelt – und unterhielten so die Gäste. Aber Schäffler sind halt anders: Einmal rumziehen reichte nicht – es musste schon eine zweite Runde sein.
Dann dankte Dr. Alfred Gossner den Gästen für ihr Kommen und stellte fest, die Schäffler in Mühldorf sind ein wesentlicher Bestandteil des Vereins, auf den sie sehr stolz sind. Er gratulierte den Schäfflern und wünschte ihnen frohes Feiern!
Das taten sie dann auch im Weißbierzelt – aber unter AusSchluss der Öffentlichkeit – wie Schäfflermeister Sepp Loibl besonders betonte! Tags darauf kamen noch viel mehr Schäffler in die Kreisstadt um zusammen mit den Mühldorfern ihr Jubiläum zu feiern und gemeinsam am Schützen- und Trachtenzug teilzunehmen.
169 Der Empfang der auswärtigen Gruppen zum Internationalen Schützen- und Trachtenzug in Mühldorf 11:45
Wie seit über 500 Jahren hießen die Mühldorfer Stadttürmer die Gäste der Stadt vor dem Rathaus willkommen.
Lang bevor’s losging, marschierte schon einmal die Salzburger Bürgergarde durch den Stadtplatz und nahm auf der Südseite Aufstellung. Dort hatte sich inzwischen auch die „Marching-Band“ der Doherty-High-School eingefunden.
Die Stadttürmer eröffneten den Empfang.
Neben Bürgermeister Günther Knoblauch waren Landrat Georg Huber, zahlreiche Kreis- und Stadträte und Vertreter von Schützengauen gekommen. Besonders freute er sich über den Bürgermeister der Partnerstadt Iraklio, der den weiten Weg aus Athen mit dem Auto gefahren war, und über Bundestagsabgeordneten Stephan Mayer. Und natürlich war Volksfestkönigin Melanie dabei. Genauso wie Ehrenschützenmeister Rudi Berghammer aus Neumarkt-St. Veit.
Bürgermeister Knoblauch begrüßte die Gäste und stellte die Stadttürmer vor, die um 1760 die Uniformen der Salzburger Militärpolizei getragen haben. Er freute sich über die große Zahl der Schäfflergruppen, die zusammen mit den Mühldorfern ihr Jubiläum feiern wollten.
Schützenmeister Hans Pflug meldete, dass die königlich privilegierten Feuerschützen zum Ehrensalut angetreten sind. (O-Ton)
Sie schossen Ehrensalut.
Dann begrüßte Günther Knoblauch die Bürgergarde der Stadt Salzburg unter Leitung von Hauptmann Helmut Gleich. (O-Ton)
Sie schossen Ehrensalut mit ihrer Kanone.
Seit vielen Jahren nach Mühldorf kommt die Trachtenkapelle aus Waidbruck in Südtirol mit ihrem Kapellmeister Lorenz Ringler an der Spitze.
Während die Kapelle aus der kleinsten Gemeinde in Südtirol ein Ständchen brachte, genossen Bürgermeister und Landrat ein Schnappsal.
Die Mühldorfer Edelweiß-Trachtler zeigten, wie das bei uns so ist. Erst mit dem Mühlradl und dann mit einem Plattler.
Dabei waren sie mutig und tanzten vor der Mündung der Kanone.
Aus dem österreichischen Mühldorf im Mölltal kam die Dorfmusik mit ihrer feschen Kapellmeisterin.
Passend zum Jubiläum der Mühldorfer Schäffler trat dann die historische Bindertanzgruppe mit ihrem Hans-Wurst auf.
Ihr Ehrenobmann hatte im Auftrag des Bürgermeisters von Salzburg ein Buch für Bürgermeister Knoblauch dabei. Natürlich ging die Übergabe nicht ohne ein Schnappsal. Und dann flog – ganz gewohnheitsmäßig - der Zinn-Schnappsbecher.
Ein Buch hatte er auch für Schäfflermeister Sepp Loibl. Endlich tanzten die Binder auf!
Hans-Wurst – Johannes Franz – erklärte auch hier die einzelnen Figuren und ihre Bedeutung.
(O-Ton Reifenschwinger )
Bürgermeister Günther Knoblauch dankte den Salzburger Bindern, die ihre Verbundenheit zu den Mühldorfer Schäfflern durch ihr Kommen gezeigt hatten. Auf sie ein dreifaches: (O-Ton )
Und wieder flog das Glasl.
Und natürlich war das alles gar nichts: Hans-Wurst konnte das Reifenschwingen viiieeel besser.
Die nächste Gruppe war die Marching-Band der Doherty-High-School aus Colorado-Springs in den USA. Ihr Auftritt mutete geradezu militärisch an: Präzise und exakt bis in die kleinste Geste.
Mit dem dritten Musikstück zog dann Stimmung in Mühldorfs gute Stube ein.
Der Button zum Schützen und Trachtenzug zeigt diesmal neben Heini Tratzl diese junge Dame. Deshalb überreichte ihr Bürgermeister Knoblauch einen besonderen Button. Weil sie aber nicht boarisch kann und er kein Englisch, bliebs beim Händedruck.
Die letzte Gruppe beim Empfang – die Seekrichner Prangerschützen - begleitete die Dorfmusik aus Mühldorf im Mölltal vors Rathaus. Sie hatten ihre große Kanone dabei und schossen Salut. Und das war so laut, dass Bürgermeister Knoblauch später erleichtert feststellte: Die Fenster haben’s überstanden!
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Die Isengauer Böllerschützen luden die Gäste auf den Flez des Rathauses ein, wo schon Europas bestes Weißbier auf die Gäste wartete.
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Ganz unerwartete Klänge dort: Vier Mitglieder der Williamwood Bagpipe-Band aus Glasgow in Schottland waren privat nach Mühldorf gekommen und hatten ihre Dudelsäcke dabei – also drei von ihnen spielten – einer pausierte....
Und das gefiel den Gästen, die auf die guten Beziehungen anstießen.
Bürgermeister Knoblauch lud die auswärtigen Gäste zu sich und dankte für ihr Kommen. Helmut Gleich von der Bürgergarde in Salzburg, die es dort schon seit 725 Jahren gibt, hatte ein Gastgeschenk dabei und bekam im Gegenzug eine 3-Liter-Flasche Weißbier und einen Bildband über die Kreisstadt. Sie dankten mit einem Ständchen.
Die Waidbrucker waren schon so oft in Mühldorf, dass ihr Kapellmeister Lorenz Ringner Bürgermeister Knoblauch herzlich umarmte. Für das Gastgeschenk gabs auch drei Liter Weißbier zurück. Ob das für die ganze Kapelle gereicht hat???
Bürgermeisters Dank galt natürlich auch den Schäfflern aus Salzburg.
Die Schützen aus der Umgebung und Kreisheimat-Musik- und Brauchtumspfleger Dr. Reinhard Baumgartner genossen das gute Bier genau so wie die königlich privilegierten Mühldorfer Schützen.
Nicht so leicht hatten’s da die Gäste aus Colorado, die alle unter 21 waren und das Weißbier nicht probieren durften. Für Kurt Taylor und den Bandleader hatte Bürgermeister Knoblauch eine Fahne der Stadt und den bekannten Bildband.
Bezirksschützenmeister Eberhard Schumann nutzte die Gelegenheit, sich mit seinen Gauschützenmeistern zu besprechen. Und die Waidbrucker Trachtenmusiker sorgten für Unterhaltung – und hatten ihren Spaß dabei.
Im großen Sitzungssaal des Rathauses hatte ein Nachwuchspolitiker den Bürgermeistersessel beschlagnahmt, den sonst Gottfried Kirmeier innehatte. Der musste seine Gespräche deshalb stehend absolvieren.
Die Williamwood Dudelsack-Musiker hatten sich für ihr privates Kommen wirklich einen Button verdient! Den überreichte ihnen Bürgermeister Knoblauch persönlich.
Die Schäffler hatten sich inzwischen auf die Terasse zurückgezogen und ließen es sich schmecken – genau so wie die Schotten.
Wir wissen nicht, ob die Salzburger Bürgerwehrler in der Rauchkuchl alte Erinnerungen an die Salzburger Zeit wälzten während Stadträtin Christine Knoblauch den Kontakt nach Südtirol pflegte.
Dann der Moment, als den Zuschauern der Schauer über den Rücken lief: Amazing Grace!
Und natürlich gab es die geforderte Zugabe!
Und nochmal vor dem Rathaus – gerade unter der schottischen Fahne. Damit auch die anderen Gäste etwas mitbekommen haben.
Weiter ging's auf dem Stadtwall, wo alle anderen Gruppen schon dabei waren, zum Internationalen Schützen- und Trachtenzug Aufstellung zu nehmen. Den haben wir in einem weiteren Beitrag für Sie zusammengefaßt.
170 Der internationale Schützen- und Trachtenzug 15:10
Es ist nicht ganz einfach, so viele Gruppen so aufzustellen, dass sie nacheinander auf den Stadtplatz ziehen und sich auch noch selber sehen können. Das dauert natürlich eine Zeit. Die überbrückten die Blaskapellen und unterhielten – jede auf ihre Art.
Weil eine Kutsche nicht kam, mussten Iraklio’s Bürgermeister und weiter Ehrengäste im Einsatzfahrzeug der Feuerwehr Platz nehmen.
Die Stadtkapelle Mühldorf führte traditionsgemäß den Zug an, der von diesen Zaungästen schon erwartet wurde.
Auf dem Stadtplatz säumten so viele Zuschauer wie selten den Weg des Zuges.
Mühldorfs ältester Traditionsverein folgte der Stadtkapelle.
Feuerwehrkomandant Günther Starzengruber begleitete die Edelweiß-Trachtler, die ihren Themenwagen heuer zum Erntewagen umgestaltet hatten. Heumandl, Holzrechen und Sensen-Dengeln geraten landsam in Vergessenheit. Da muss man sich schon um den Erhalt kümmern!
Und natrürlich war die Jugend wieder zahlreich dabei.
Die Stadttürmer hatten ihre Instrumente stehen gelassen und trugen dafür die Stadtfahne herein.
In der ersten Kutsche Landrat Georg Huber, Bürgermeister Günther Knoblauch und dritter Landesschützenmeister Dieter Fürbeck.
Die Schützen aus Mößling hatten auch diese Woche ihren selbstbewussten Nachwuchs dabei.
Die Altschützen aus Stetten.
Nach ihnen die Altschützen aus Mettenheim. Wie immer auch heuer dabei: Bürgermeister Stefan Schalk.
Die Musikkapelle Waidbruck führte den nächsten Zug an.
Ihnen folgte die Kutsche mit Gauschützenmeister Toni Müller, Heinz Tribbensee und Bezirksschützenmeister Eberhard Schumann.
Ihnen folgten die Schützenkönige.
Die Böllerschützen und der Schützenverein Tannengrün aus Annabrunn.
Die Goldhaubengruppe aus Braunau ist schon traditionell Gast beim Schützen- und Trachtenzug.
Der nächste Schützenverein war „Eichenlaub aus Lohkirchen.
Danach „Einigkeit“ aus Salmanskirchen.
61 Vereine mit 5.000 Mitglieder zählt der Schützengau Altötting. Er war zum vierten Mal mit einer großen Abordnung beim Schützen- und Trachtenzug dabei.
Dann die Dorfschützen aus Höresham.
Der Schützenverein aus Reischach war mit einer großen Abordnung selbst dabei. Sie hatten die Mündungen ihrer Böller mit Eichenlaub verschlossen.
Dem Wagen mit der Altmühldorfer Kirche folgte die Blaskapelle Altmühldorf.
Sie führten den Zug der 300 Schäffler an, die so das Jubiläum der Mühldorfer Schäffler feierten.
Natürlich erst die Jubiläumsschäffler, dann die aus Kraiburg, die ihre Tanzsaison schon im Vorjahr hatten.
Der Salzburger historischen Binder-Tanzgruppe voran ging ihr Hans-Wurst.
Die Schäffler aus Murnau,
die aus Traunstein, die dort die Kolpings-Familie stellt,
danach die TSV-Schäffler aus Mainburg, die schon am Vortag am Jubiläumszug der Mühldorfer Schäffler teilgenommen hatten.
Die Schäffler aus Landau nutzten eine Pause und zeigten einen kleinen Tanz.
Die Schäffler-Zunft aus Haag zog nicht einfach so vorbei.
In Arbing kommen die Schäffler von der Freiwilligen Feuerwehr.
Dann zurück zu den Schützen und Trachtlern.
Die Egerländer Trachtenkapelle aus Waldkraiburg führte den nächsten Zug an.
Viele junge Leute bei den Schützen aus Zangberg.
Imposant: die nächste Kutsche, der der Schützenverein Edelweis aus Eichfeld folgte.
Die Theatergruppe „Kulturschupp’n“ war trotz „Aenus“ und „Ärger in Frixing“ mit der „Mühldorfer Hex“ dabei.
Nach ihnen der Schützenverein „Frisch-Auf“ aus Engolding.
Schwerarbeit leisteten diese beiden, die ihre Kanone über das Kopfsteinpflaster schoben.
Die Kleeblatt-Schützen aus Reichertsheim.
Dann die Rimbachtal-Schützen aus Hofgiebing.
Die Dorfmusik aus Mühldorf im Mölltal machte grad‘ Pause.
Dann die Goldhauben aus Bad Füssing – auch wenn manche Hauben nicht golden waren....
Das Wagerl vom nächsten Schützenverein mussten sich die Mädeln mit den Munitionskoffern teilen.
Die Königlich privilegierten Feuerschützen aus Kraiburg sind unseren Zuschauern bestens bekannt.
Keine Schützen sind die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr in Mößling, die ihre Kirche dabei hatten.
Danach die Altschützen aus Oberneukirchen. Mit Kanone!
Die Mittelaltergesellschaft „Inn-Gsindl“
Der Schützenverein „Gemütlichkeit“ aus Niederbergkirchen.
Die Pranger-Schützen aus Seekirchen in Österreich. - - Mit ihrer riesigen Kanone.
Auch schon oft dabei war die Seehof-Kapelle aus Achenkrich am Achensee.
Ihnen folgten die Hornberg-Schützen aus Flossing.
Dann der Schützenverein Stefanskirchen.
Und dann die Almenrausch- und Edelweiß-Schützen aus Oberbergkirchen.
Die Bergknappschaft Johanngeorgenstadt.
Dann die Schützengesellschaft Fortuna aus Egglkofen. Sie hatten ihre Böller im Leiterwagerl.
Die Jagdhornbläser des Kreisverbandes des Landesjagdverbandes ernteten lautstarken Applaus von den Gastterrassen nebenan.
Die Abordnung des Schützengaus Vilsbiburg kam vor den Jungschützen aus Geisenhausen.
Ihnen folgten weitere Schützenvereine.
Die Blaskapelle Schwindegg führte den nächsten Zug an, in dem der erste Schützenverein der aus Polling war.
Schon von Weitem zu hören waren die Goaßlschnalzer, die sich auf ihrem Holzfuhrwerk festhalten mussten.
Die Hubertusschützen aus Obertaufkirchen – natürlich mit Bürgermeister Franz Ehgartner.
Dann das Landwehrbatallion aus Eggenfelden.
Ihnen nach die Volksbühne aus Mettenheim, die heuer ein Jubiläum feiern kann.
Die Hörndlbergschützen aus Flossing.
Nach ihnen die Bürgerwehr aus Salzburg.
Dann die Almenrausch-und Edelweißschützen aus Ampfing.
Und die Elf- und Eins-Schützen aus Neumarkt-Sankt Veit.
Natürlich darf Wimmers Dampf-Dreschmaschine in keinem Mühldorfer Festzug fehlen.
Mit allen verfügbaren Geräten hielten die Besucher den Zug fest – wie diese Gäste aus Italien.
Der historische Brauchtumsverein aus Erharting mit der Reitergruppe.
Die Marching-Band der Doherty-High-School aus Colorado-Springs in den USA.
Noch einige Vereine folgten - etwa die Hubertusschützen aus Peterskirchen, bevor das Gespann der Brauerei den Zug abschloss – diesmal mit Weißbräu und Gattin auf dem Bock.
Die Zuschauer schlossen sich dem Festzug an und alle marschierten gemeinsam zum Volksfestplatz.
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Bevors aber ins Bierzelt ging, fanden sich die Böllerschützen auf dem Sportplatz des TSV ein um gemeinsam Salut zu schießen. Dazu begrüßte sie Bürgermeister Günther Knoblauch, der das Kommando an Böllermeister Heinz Oischinger übergab.
Es begann die Schützenkomagnie der königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft aus Mühldorf.
Danach die aus Neumarkt-St. Veit.
Schließlich bereiteten sich die Böllerschützen auf ihren ersten Reihenschuß vor.
Ganz zum Schluss die Kanonen.
Neu laden und verdämmen - - - - und ein zweiter Reihenschuß.
Die Schäffler beobachteten das aus der Distanz.
Und nochmal.
Zum Schluss ein gemeinsamer Schuß aller Schützen.
Während sich die Schützen zum gemeinsamen Foto aufstellten, zogen die Schäffler-Schützen auf den Platz – wie Böllermeister Heinz Oischinger sie vorher bezeichnet hatte. Sie zeigten zum vorletzten Mal ihren Tanz.
Auch wenn die Zuhörer weit weg waren, bedankte sich Schäfflermeister Sepp Loibl bei den Mühldorfern und allen Unterstützern für die gute Zeit, die sie miteinander gehabt haben.
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Dann hatten alle ziemlich Lust auf eine frische kühle Maß Volksfestbier im großen Festzelt.
Das war der Internationale Schützen- und Trachtenzug 2012, der wieder ein Highlight nicht nur in der Kreisstadt war sondern auch für alle, die sich für Brauchtums- und Trachtenpflege interessieren. Und natürlich war er der Höhepunkt für die Schäffler, die jetzt erst einmal 7 Jahre Pause haben, bevors dann 2019 wieder heißt „Aba heid is‘ koid!“ Dann aber wieder im Januar, wenn’s wirklich koid is!!!
171 Box-Vergleichskampf TSV 1860 Mühldorf gegen PSV Salzburg 10:50
Der zweite Volksfest-Sonntag – 9:30 früh. Man möchte denken, da ist noch kaum jemand auf den Beinen. Nicht so die Boxfreunde – die genossen um diese Zeit schon ein zünftiges Weißwurstfrühstück.
Die Boxer des TSV hatten ihren Ring im Bierzelt aufgebaut und machten sich fertig für den Kampf. Der Gegener kam diesmal aus Salzburg – vom dortigen Polizeisportverein.
Eigentlich hätte es losgehen können. Nur der Ringarzt ließ auf sich warten.
Dann kamen zuerst die Mühldorfer Boxer in der blauen Ecke den Ring – in der roten Ecke die aus Salzburg.
Mühldorfs Sportreferent Sepp Wimmer freute sich, so viele Sportfreunde begrüßen zu können. Er wünschte einen sportlich fairen Kampf und hoffte auf einen Sieg der Mühldorfer Boxer. Sein Dank galt Boxertrainer Istvan Molnar, der diese Veranstaltung wieder vorbereitet, und den Gegner eingeladen hatte.
Der Ringsprecher stellte zunächst die Ringrichter und Punktrichter vor, die aus Deggendorf, Salzburg und Straubing gekommen waren. Auch Dr. Dieter Sobotka galt sein Dank, der kurzfristig eingesprungen war.
Er kündigte die einzelnen Kämpfe an, deren Teilnehmer sich begrüßten.
In neun Kämpfen sollten dann die einzelnen Sieger und damit die siegreiche Mannschaft ermittelt werden.
Die Mannschaften motivierten sich nochmal, die Trainer tauschten ihre Gastgeschenke aus und dann ging's auch schon los.
Den ersten Kampf bestritten in der Gewichtsklasse „Kadett Halbwelter“ der Mühldorfer Alexander Altenberger und der Salzburger Luca Sechser. Die Kämpfe führten über drei Runden, dann fiel die Entscheidung nach Punkten. In der ersten Runde war Alexander Altenberger etwas passiv.
Istvan Molnar musste seinem Boxer einige taktische Anwendungen geben.
Das zeigte Wirkung und Altenbergers Gegner geriet zunehmend unter Druck.
Auch wenn er sich wehrte, hielt Altenbergs Deckung. Der Gong rettete den Salzburger.
Die dritte Runde: Alexander Altenberger zeigte jetzt Stehvermögen während sein Gegner zunehmend Schutz im Klammern suchte.
Der Gong beendete den Kampf. Trotzdem bewerteten die Punktrichter den Kampf unentschieden.
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Den zweiten Kampf bestritten in der Klasse „Männer Mittel“ der Mühldorfer Raffael Giallo gegen den Salzburger Patrick Schlüß.
Und da gleich eine dicke Überraschung: Schon in der ersten Runde ging Raffael Giallo zu Boden und wurde angezählt.
Es ging aber weiter. Patrick Schlüß ließ ihm aber nicht viele Chancen. Mit einer schnellen Schlagfolge zermürbte er den Angriffswillen des Mühldorfers.
Gerade als der sich etwas gefangen hatte, sorgte der Gong für Unterbrechung.
Die zweite Runde: Ein ähnliches Bild: Wieder übernahm der Salzburger die Initiative und hielt sie auch trotz gelegentlicher Gegenwehr in seinen Händen.
Dem Mühldorfer gelangen nur selten Treffer – die Deckung des Salzburgers war kaum zu überwinden.
In der dritten Runde versuchte der Mühldorfer die Initiative an sich zu reißen. Das gelang aber nur teilweise. Gegen Ende konnte er kaum mehr.
Das Ergebnis war diesmal klar: Ein klarer Sieg für Patrick Schlüß aus Salzburg.
Der nächste Kampf in der Gewichtsklasse „Kadett Papier“. Für Mühldorf stieg Nico Westenthanner und für Salzburg Richard Naag in den Ring.
Die beiden Kontrahenten schenkten sich nichts. Beide griffen immer wieder an, wobei der Mühldorfer anfangs die bessere Deckung hatte und dadurch die Schläge des Salzburgers oft ins Leere gingen.
Auch in der zweiten Runde: Immer wieder versuchte Nico Westenthaner gezielte Schläge zu landen. Über weite Strecken agierte sein Gegner aber aktiver und überwand Westenthaners Deckung ein- ums andere Mal.
Da musste Istvan Molnar Erklärungsarbeit leisten.
Die dritte Runde, ein ähnliches Bild: Der Mühldorfer beschränkte sich großteils darauf, aus der Deckung heraus einzelne Treffer zu landen. Der Salzburger dagegen attackierte unentwegt.
So endete der Kampf mit einem Sieg für den Salzburger Richard Naag.
Im nächsten Kampf in der Gewichtsklasse „Kadett Halbmittel“ trat der Mühldorfer Alexej Andreev gegen den Salzburger Adam Lasar an.
Die erste Runde zeigte zwei gleichwertige Boxer, die sich gegenseitig beobachteten um im rechten Moment Treffer zu landen. Die erste Runde war so ziemlich ausgeglichen.
Die zweite Runde zeigte zunächst einen aktiveren Salzburger. Erst in der zweiten Hälfte der kam der Mühldorfer wieder mehr in Fahrt.
Die Dritte Runde haben wir von unten beobachtet: Jetzt zeigte der Mühldorfer Engagement und landete Treffer um Treffer.
So endete der Kampf mit dem Sieg von Mühldorfs Alexej Andreev.
In der Gewichtsklasse „Kadett Papier“ standen sich dann Elmar Furkan für Mühldorf und Erik Stele für Salzburg gegenüber. Der Mühldorfer belauerte lang den Salzburger und griff dann blitzschnell an.
Die zweite Runde – das selbe Bild.
Und auch in der dritten Runde. Da zeigte er so richtig, was in ihm steckt. So endete der Kampf mit dem Sieg von Elmar Furkan aus Mühldorf.
„Männer Welter“ nennt sich die Gewichtsklasse, in der für Mühldorf Zoltan Salando und für Salzburg Mario Petrischov antraten. Und da ging es schon mehr zur Sache.
Der größere Mühldorfer landete einen Treffer nach dem anderen. Der Salzburger flüchtete ein ums andere Mal in die Umklammerung und musste ermahnt werden.
Das Zelt war inzwischen gut gefüllt. Seit die Veranstalter keinen Eintrittspreis mehr erheben, wurde der Besuch des Boxkampfes deutlich attraktiver.
Die zweite Runde sah wieder einen deutlich aktiveren Mühldorfer – auch wenn der Salzburger nun mehr Widerstand leistete. Da musste Zoltan Salando den einen oder anderen Treffer wegstecken.
Die dritte Runde: Nun fand der Mühldorfer zurück zur anfänglichen Stärke. Er zog seinen Kampf bis zum Ende durch. Trotzdem werteten die Punktrichter Mario Petrischov als Sieger nach Punkten. Das zog Pfiffe aus dem Publikum nach sich.
Der nächste Kampf in der Gewichtsklasse „Männer Superschwer“: Der Mühldorfer Mehmet Ntegirmentsi gegen den Salzburger Lukas Stadler.
Obwohl der Salzburger größer war und damit größere Reichweite hatte, setzte der Mühldorfer einen Treffer nach dem anderen. Die wiederholte Flucht des Salzburgers führte zum Protest des Mühldorfers und zum Eingreifen des Ringrichters.
Nach der ersten Runde warf der Salzburger das Handtuch: Mehmet Ntegimentsi wurde als Sieger gewertet.
Weiter ging's mit Peter Mesarosch auf Mühldorfer und Ralph Enzinger auf Salzburger Seite in der Gewichtsklasse „Männer Mittel“. Dabei trafen zwei ähnliche Boxer aufeinander. Beide verteidigten und griffen gleichermaßen an. Der Mühldorfer hatte dabei leichte Vorteile: Er war etwas größer und hatte so mehr Reichweite.
Die zweite Runde sah zunächst einen aktiveren Salzburger. Das änderte sich aber – der Mühldorfer kam wieder besser rein und machte Boden gut.
In der dritten Runde wollte er dann die Entscheidung erzwingen und schlug den Salzburger zu Boden. Der musste aber nicht angezählt werden.
Der Mühldorfer Mesarosch landete aber Treffer um Treffer und konnte auch Gegenangriffe parieren. So hieß der Sieger am Ende Peter Mesarosch vom TSV 1860 Mühldorf.
Der letzte Kampf in der Gewichtsklasse „Männer Welter“: Für Mühldorf Kian Golpira-Ghassem und für Salzburg Silvio Kolamazze.
Auch diese beiden Boxer schenkten sich nichts – auch wenn der Mühldorfer meistens verteidigen musste. Gerade als er zum Angriff überging, unterbrach der Gong.
Die zweite Runde: Nun war es der Kampf des Mühldorfers, der geschickt auswich und dann blitzschnell zuschlug.
Gegen Ende der zweiten Runde musste der Ringrichter den Salzburger anzählen.
Die letzte Runde: Nun schien der Salzburger aufholen zu wollen. Und tatsächlich gelangen im empfindliche Treffer.
Der Gong beendete diesen intensiven Kampf. Sieger war der Mühldorfer in der blauen Ecke.
Damit gewannen die Boxer des TSV Mühldorf den Vergleichskampf mit 11:7 Punkten.
172 Die Südostbayernbahn begrüßte zum Beginn des Ausbildungsjahres 31 junge Azubis 9:40
Der Saal beim „Pauli-Wirt“ in Erharting war fast zu klein als alle neuen Auszubildenden zusammen mit ihren Angehörigen und die zahlreichen Mitarbeiter der Südostbayernbahn Platz genommen hatten.
Es ist schon Tradition, dass die Südostbayernbahn ihre neuen Auszubildenden am ersten Arbeitstag zunächst in den Räumen der Bahn begrüßt, dann die Firma zeigt und sie abschließend die Eltern zum gemeinsamen Kaffee und Kuchen einlädt.
Dabei geht’s aber nicht um eine Freizeitbeschäftigung sondern ums gegenseitige Kennenlernen.
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TechnikVorstand Christian Kubasch freute sich dann auch, neben den Kollegen der Südostbayernbahn auch die Vertreter der Gewerkschaft und die Jugendbeauftragte der Bahn begrüßen zu können.
Er stellte die Südostbayernbahn vor, unter deren Dach sich alles vereint, was eine Eisenbahn ausmacht: Von Bau und Unterhalt der Gleisanlagen, über den Betrieb und Unterhalt der Fahrzeuge bis hin zu deren Instandsetzung.
Auf 540 Kilometern auf sieben Linien verkehren die Züge der SOB, die damit jährlich 10 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. Mit 800 Beschäftigten, darunter 88 Auszubildende sind sie nicht nur einer der größten Arbeitgeber im Landkreis sondern auch einer der größten Ausbildungsbetriebe - wenngleich sie damit eine der kleineren Bahngesellschaften in Deutschland sind.
Die Züge der Südostbayernbahn fahren im Auftrag der Bayerischen Eisenbahngesellschaft, mit 300 Zügen täglich, jährlich etwa 6,1 Millionen Kilometer. Die 39 Triebwagen, 24 Dieselloks und 80 Reisezugwagen befördern täglich mehr als 33.000 Fahrgäste.
Christian Kubasch stellte noch viele weitere Zahlen vor, bemerkte aber besonders, dass die Südostbayernbahn seit ihrer Gründung vor 10 Jahren mehr als 180 Millionen Euro investiert hat. Allein 2011 36 Millionen Euro.
Das geht auch so weiter: Neben dem Ausbau von zusätzlichen Strecken erhält die SOB 2014 acht neue hochmoderne Diesellokomotiven.
Um all das zu bewältigen, benötigt die SOB kompetente und gut ausgebildete Mitarbeiter und hat deshalb auch in diesem Ausbildungsjahr 31 Auszubildende eingestellt – alle aus der Region.
Besonders freute er sich, dass fünf der neuen Auszubildenden Kinder von Mitarbeitern der SOB sind. Da er davon ausging, dass Eltern ihre Kinder nicht in eine Firma schicken würden, in der sie selbst unzufrieden sind, ist das ein Zeichen für das gute Betriebsklima in der Firma – war Christian Kubasch sicher.
Diese Zufriedenheit der Mitarbeiter wirkt sich auch auf die Kunden aus: So erhielt die Bahn im vergangenen Jahr den Fahrgastpreis von ProBahn und erhielt in einer Umfrage die bundesweit höchste Bewertung der Freundlichkeit und Kompetenz ihrer Kundenbetreuer und Reiseberater.
Da die Südostbayernbahn bestrebt ist, ihre Auszubildenden auch zu übernehmen, bieten sie einerseits die bestmögliche Ausbildung, erwarten aber auch die Mitwirkung der Nachwuchskräfte. Seit Gründung der SOB haben 136 junge Leute ihre Ausbildung bei der SOB erfolgreich abgeschlossen. Nur einen einzigen konnte man in den ganzen 10 Jahren nicht übernehmen.
Bei der Südostbayernbahn arbeitet ein gesunder Mix aus jungen und erfahrenen – älteren Mitarbeitern. Das sollten sie sich zu Nutze machen und von den Älteren lernen.
Da die Bahn Dienstleister ist, zieht sich der Service am Kunden wie ein roter Faden durch ihre Ausbildung. Nur wenn die Kunden zufrieden sind, werden sie auch weiter mit der SOB fahren. Das zu gewährleisten und auszubauen, wird ihre Aufgabe bei der Bahn sein. Ihre Zukunft liegt also in ihrer eigenen Hand!
Christian Kubasch bot Auszubildenden und Eltern an, sich mit allen Fragen immer direkt an ihn oder an Christoph Kraller zu wenden. Auch die Jugend-Ausbildungsvertreterin Katja Petermann ist immer für sie da.
Auch die Eltern forderte er auf, mit ihren Anliegen direkt zu ihnen zu kommen. Sie wollen die Zukunft der Südostbayernbahn zusammen gestalten. Damit hieß er die jungen Mitarbeiter herzlich willkommen und freute sich schon, sie bei der Übergabe der Abschlusszeugnisse und dann der Arbeitsverträge wieder zu sehen.
Während der Gesamtbetriebsratsvorsitzende der DB Regionetz die Gewerkschaft vorstellt und die Abteilungsleiter ihre Aufgaben in der Firma und die wichtigsten Mitarbeiter vorstellten, haben wir mit Christian Kubasch gesprochen.
Herr Kubasch, nun beginnen 30 Auszubildende und eine Praxisstudentin bei der Südostbayern ihr Berufsleben. Das sind mehr als im Vorjahr. Kürzlich beklagte die Industrie- und Handelskammer einen zunehmenden Bewerbermangel, der zu Facharbeitermangel führen wird. War es schwer, die Ausbildungsplätze zu besetzen? (O-Ton 30 aus 160 Bewerbungen ausgesucht.... !!!! )
War die Auswahl schwer? (O-Ton)
... die die Bedingungen nicht erfüllt haben? (O-Ton)
Aus welchen Schulen kommen ihre neuen Mitarbeiter? (O-Ton)
Können Sie sagen, für welche Berufe Sie Nachwuchs angestellt haben? (O-Ton)
Wie unterscheidet sich das Studium der Betriebswirtschaftslehre bei Ihrer Firma vom Studium etwa an einer Fachhochschule? (O-Ton)
Sie schließt mit dem selben Bachelor ab wie an der FH? (O-Ton)
Vorhin habe ich gehört, dass der letzte Auszubildende erst am vergangenen Freitag angestellt wurde. Heißt das, dass sich Spätentscheider noch bei Ihnen bewerben können? – Anders gefragt: Hätten Sie noch Bedarf? (O-Ton)
Sie beschäftigen jetzt 800 Mitarbeiter und davon 88 Auszubildende. Wird das Verhältnis so bleiben oder planen Sie im kommenden Jahr noch einmal mehr Ausbildungsplätze bereit zu stellen? (O-Ton)
Christoph Kraller sind die heutigen Benzinpreise immer noch zu niedrig. Was erwarten Sie für Ihre Firma wenn man bedenkt, dass die Lebenshaltungspreise immer weiter steigen? (O-Ton)
Vielen Dank Herr Kubasch.
Im späteren Gespräch meinte Christian Kubasch noch, dass sich der beginnende Ausbau der Strecke Altmühldorf-Tüßling und der zusätzlichen Strecken nicht gravierend auf den Mitarbeiterstamm des Unternehmens auswirken wird.
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Nachdem sich im Saal die Abteilungsleiter vorgestellt hatten, lud Christian Kubasch zu Kaffee und an die Kuchentheke. Dort ließen es sich die jungen Leute schmecken.
Wir wünschen allen, die vergangenen Montage ihre Ausbildung begonnen haben – bei der Südostbayernbahn und bei allen anderen Firmen viel Erfolg, Durchhaltevermögen und Gottes Segen.
173 Vernissage am Landratsamt: "Informelle Form" von Michael Fliegner 11:20
„The Phinaes Gage Project“ (sprich: The Finäes Gage Project) – ein Jazz-Duo aus Landshut leitete in die Vernissage am Landratsamt ein: „Ain’t Misbehavin‘“
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In der Zwischenzeit waren zahlreiche Zuhörer gekommen, die Landrat Georg Huber herzlich begrüßte. Er war stolz darauf, dass die Qualität der Vernissagen von Mal zu Mal zunimmt, und freute sich, neben Michael Fliegner und Galerist Ralf Dellert auch den Leiter dieser Galerie begrüßen zu können: Gernot Sorgner.
Landrat Huber freute sich auch über die zunehmende Bekanntheit der Ausstellungen am Landratsamt, die einerseits Farbe in das Verwaltungsgebäude bringen und andererseits Besucher anlocken, die sonst nie hierher kommen würden. Großen Anteil an diesem Erfolg – und besonders daran, dass sich die Besucher Gedanken über die gezeigten Werke machen - maß er Gernot Sorgner bei, der den Besuchern die Augen dafür geöffnet hat, wie man die Werke betrachtet und interpretiert.
Landrat Georg Huber beschrieb Michael Fliegners Werke als „pure informelle Energie“, die von ständiger Neugierde geprägt ist. Weiteres wollte er dazu nicht sagen. Auch wenn er schon viel gelernt hatte, sollte ein Fachmann die Werke erläutern. Dazu übergab er das Wort an Galerist Ralf Dellert.
Zuvor aber noch einmal das „Phinaes Gage Project“.
Ralf Dellert hing irgend wann seinen Beruf als Apotheker an den Nagel und widmete sich der Kunst, wo er dann jungen Künstlern helfen, und ihre Werke den Menschen näher bringen wollte.
In 8 Minuten wollte er erläutern, warum er Michael Fliegners Kunst so besonders liebt.
Zunächst wollte er klären, was gegenstandslose Kunst geben kann. Warum überhaupt „gegenstandslose Kunst“? Da gibt es verschiedene Formen (O-Ton )
Durch die Jahrhunderte nutzten die Herrschenden die Kunst dazu, den Untergebenen aufzuzeigen, was sie sehen, denken und fühlen sollten. Durch die Kunst wurden die gesellschaftlichen Bedingungen manifestiert. Die Gemälde erklärten den Leuten, was sie zu tun oder zu lassen hatten, was Sünde war und wie sie leben sollten.
Die Malerei war eine „Kunst von oben nach unten“.
Auch deshalb war der gegeständliche Realismus die Kunstform aller Diktaturen. Auch deshalb haben die Nazis die sogenannte entartete Kunst verboten.
Vor diesem Hintergrund sollte man sich viele Gedanken über die Kunst machen und sich überlegen, ob sie uns beeinflußt, lenkt oder gar verführt.
Wie wurde nun das Diktat der gegenständlichen Kunst durchbrochen? (O-Ton In meinen Augen... )
Der Impressionismus begann ab 1860 von der gegenständlichen Malerei abzurücken und Licht und Farbe in den Mittelpunkt zu rücken. Plötzlich ging es um einen Eindruck und damit um Subjektivität. Deshalb nannte man den Impressionismus auch den „subjektiven Realismus“.
Auch der Expressionismus Anfang des 20. Jahrhunderts beinhaltete noch die Gegenständlichkeit, steigerte aber bereits die Subjektivität. Schon damals rückte die Gegenständlichkeit gegenüber den seelischen Eindrücken in den Hintergrund.
Der Surrealismus als Reaktion auf den Zusammenbruch abendländischer Wertevorstellungen nach dem ersten Weltkrieg wollte die Ganzheit des Menschen wieder herstellen. Themen war die Selbsterkenntniss und Träume.
Nach dem zweiten Weltkrieg entwickelten die Maler diesen Weg weiter und rebellierten gegen jegliche Normierung und Kompositionsregel. Sie gestalteten frei. Farbflächen, Verläufe und Linien sollten geistiges unmittelbar ausdrücken. Philosophie und Literatur unterstützten sie dabei.
(O-Ton Man wollte.... Leuchtturm....)
Die Kunst kehrte sich von oben nach unten um – hin zum Eigenen – zur Individualität. Damit begann die Suche nach Neuem, nach Individualität, nach dem „Ich“.
Da die gegenstandslose Kunst nichts vorschreibt oder diktiert, gilt ihr seine Leidenschaft. Sie lehrt täglich Offenheit und Toleranz und lehrt täglich Neugierde. Man kann jeden Tag Neues darin finden. Und das bieten Michael Fliegners Werke vorbildlich.
Dabei entstehen seine Werke ohne dass er die namhaften Vertreter dieser Kunstform überhaupt gekannt hat. Er geht seinen Weg also ganz ohne Vorbilder. Bei allem verwendet er einfache „geerdete“ Materialien und löst damit mögliche Ambivalenzen auf.
Seine Bilder laden ein, bieten greifbar gemachte Energie, die noch dazu ständig in Bewegung zu sein scheint.
Michael Fliegner feiert nicht sich selbst sondern bietet dem Betrachter neue Räume um sich selbst darüber Gedanken zu machen. Da das Leben Veränderung ist, kann man sich jeden Tag über das selbe Bild andere Gedanken machen. Sich auf diese Reise zu begeben, lud Ralf Dellert die Betrachter ein.

Er zitierte den Künstler: (O-Ton Für mich bedeutet...)
Damit wünschte er den Betrachtern einen schönen Abend.
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„The Phinaes Gage Project“ sorgte für den passenden Rahmen.
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Abschließend dankte Michael Fliegner Landrat Georg Huber und allen, die bei der Vorbereitung der Ausstellung mitgewirkt haben. Besonders dankte er seiner Frau Renate, den Musikern und Ralf Dellert, den er als seinen Förderer und Mentor bezeichnete mit dem er fruchtbar und respektvoll zusammenarbeitet.
Auch er lud zum Betrachten seiner Werke ein und wünschte den Gästen einen angenehmen Abend.
Den nutzten die Besucher und diskutierten noch eine ganze Zeit.
Die Ausstellung „Informelle Form“ mit Werken von Michael Fliegner ist noch bis 29.10. im zweiten Obergeschoß des Landratsamtes in Mühldorf zu sehen. Geöffnet ist von Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 und am Freitag von 8 bis 13 Uhr. Der Eintritt ist - wie immer - frei.

174 Fertig und doch nicht nutzbar: Die Autobahnbrücke an der Holzgasse in Ampfing 3:50 37
Früher verlief die Gemeindeverbndungsstraße „Holzgasse“ hier unter der B12 durch einen sogenannten „Durchlaß“ hindurch. Dieser Durchlaß musste weichen, weil die Autobahn selbst noch viel tiefer unten gebaut wurde. So war es nötig, eine Brücke zu bauen. Die ist jetzt fast fertig – kann aber trotzdem nicht genutzt werden.
Warum nicht, das erklärten kürzlich Michael Köstlinger von der Autobahndirektion, Ampfings zweiter und dritter Bürgermeister Georg Buchner und Willi Trautmannsberger.
Ursprünglich hätte die Brücke passend zur ehemaligen Gemeindeverbindungsstraße errichtet werden sollen, also mit schmaler Fahrbahn und ohne Geh- und Radweg – erläuterte Michael Köstlinger. Da trotzdem Sicherheitsvorkehrungen hätten gebaut werden müssen, konnte ein „Konstrukt“ mit der Gemeinde Ampfing erreicht werden, die dann die Mehrkosten für die jetzige Brücke übernommen hat.
Für Ampfing wurde die Brücke tragfähiger und breiter gebaut und auf der einen Seite ein Geh- und Radweg gebaut. Ampfing übernahm die Mehrkosten in Höhe von derzeit ca. 270.000 Euro gegenüber der ursprünglich von der Autobahndirektion geplanten Brücke, die voraussichtlich 620.000 Euro kosten wird. Die endgültigen Kosten können allerdings erst nach Abschluss der Bauarbeiten benannt werden.
(O-Ton Köstlinger)
Zweiter Bürgermeister Georg Buchner erinnerte daran, dass die Verwaltung der Gemeinde am 13. Januar 2011 den Auftrag erhalten hatte, die Verbreiterung der Überführung in die Wege zu leiten. In der Gemeinderatssitzung vom 7. Juni und dann am 12. Juli 2011beschloss der Gemeinderat die Verbreiterung der Brücke und den Anbau eines Geh- und Radweges sowie den Bau eines Kreisverkehrs südlich der Brücke.
Von bisher 5 Metern sollte die Brücke nun 7 Meter Fahrbahnbreite erhalten und zusätzlich den Geh- und Radweg. Damit wurde die Brücke nun 10 Meter und 25 Zentimeter breit.
Damit ergibt sich für die Gemeinde ein erheblicher Vorteil, zumal die Gemeinde auf diesem Gelände – also direkt nördlich der Autobahn Gewerbe- und Wohnbebauung entwickeln will.
Weil die neue Straße dieses neue Baugebiet an die Verbindungsstraße im Süden anschließt und dadurch eine neue Zufahrt entsteht, tragen Brücke und Kreisverkehr erheblich zur Verkehrsentlastung der Ortsdurchfahrten in Ampfing bei.
(O-Ton Kosten der Brücke)
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Wie Georg Buchner angedeutet hat, kann der Kreisverkehr südlich der Autobahn erst 2013 gebaut werden, wenn die Autobahn in Betrieb ist und die Abfahrtsrampe abgebaut, die heute noch als Provisorium dient.
Staatsstraße nach Waldkraiburg fertig ist, im Dezember die Autobahn dem Verkehr übergeben wird und 2013 auch diese Brücke und der Kreisverkehr für den Verkehr freigegeben sind, dann geht in Ampfing die Zeit der Umleitungen und Verkehrsbehinderungen nach über fünf Jahren zu Ende.
Endlich!
175 Vorbild Ampfing: Die Photovoltaikanlage auf der ehemaligen Mülldepnie nimmt den Betrieb auf 7:40
Fährt man aus Richtung Mettenheim kommend nach Ampfing, biegt man gleich nach dem Ortseingang links in den „Feldweg“ ein. Dort – ganz am Ende des „Feldweges“ fanden sich Bürgermeister, Gemeinderäte, und –Mitarbeiter, Vertreter von Wasserwirtschaftsamt, Herstellerfirmen und sogar Landrat Georg Huber und Bayerns Umweltminister Dr. Marcel Huber ein.
Bürgermeister Ottmar Wimmer war mit dem Elektroauto der Gemeinde gekommen.
Ampfing war schon immer bestrebt, Vorreiter zu sein. So wurde schon vor Jahren auf dem Dach der Hauptschule eine Photovoltaikanlage errichtet – begann Bürgermeister Ottmar Wimmer. Auch auf dem Dach des Industriedenkmals wurde eine Photovoltaikanlage angebracht.
Die guten Erfahrungen haben bewirkt, dass dieser Weg weiter gegangen wurde und heute auf fast allen öffentlichen Einrichtungen Photovoltaikanlagen Strom liefern: Auf den Dächern aller Schulen, auf dem Bauhof, dem Feuerwehrgerätehaus und auf dem Dach des Gebäudes an der grünen Lagune.
Zudem liefert eine große Freiflächen-Photovoltaikanlage neben der Kläranlage Strom für deren Betrieb. Mit dieser besonderen Freiflächenanlage ist die Gemeinde ein weiteres Mal Vorreiter: Sie ist etwas Besonderes, weil sie auf einer ehemaligen Mülldeponie gebaut wurde.
Ursprünglich in Privatbesitz konnte die Gemeinde das Grundstück kaufen, und so dem ehemaligen Besitzer eventuelle Regreßansprüche ersparen. Ampfing hatte sich an einem Altlastenfonds beteiligt.
Eine Besichtigung zusammen mit der Regierung von Oberbayern hat 2010 ergeben, dass hier eine Photovoltaik-Freiflächenanlage errichtet werden konnte – auch wenn neue Untersuchungen notwendig wurden – etwa durch das Wasserwirtschaftsamt.
Die gute Zusammenarbeit mit allen Behörden erbrachte schnell die Baugenehmigung.
Auch wenn der Bau der Anlage schwierig war, konnten alle beteiligten Firmen die Anlage zügig fertigstellen. Dafür dankte Bürgermeister Ottmar Wimmer den beteiligten Firmen besonders, weil dadurch sowohl die Investitionskosten im Rahmen blieben aber auch, weil noch die höhere Einspeisevergütung in Anspruch genommen werden konnte.
Besonders für Firma Schletter war es ein Pilotprojekt, weil es sicher die erste Anlage auf einer Mülldeponie ist, die eine ganz andere Konstruktionen erforderte.
Auf rund 7.000 Quadratmetern erzeugt die Anlage nun maximal ca. 540 kW was dem Verbrauch von etwa 80 Haushalten entspricht. Sie spart jährlich etwa 300.000 Tonnen CO2 ein.
Die Gemeinde investierte hierfür rund eine Million Euro.
Auf dieses Pilotprojekt ist die Gemeinde besonders stolz, weil Staatsminister Dr. Marcel Huber – der ja als Gemeinderat alle Entscheidungen mitgetragen hat – sie als Vorbild für ein neues Förderprogramm genommen hat, mit dem andere Gemeinden ebenfalls solche Anlagen auf ehemaligen Mülldeponien errichten sollen.
Ampfing kommt zwar nun nicht mehr in den Genuß dieser Förderung, braucht das aber auch nicht, weil sie noch von der höheren Einspeisevergütung profitiert. Das wiegt’s wieder auf! Und außerdem wird’s dann heißen: Schaut’s nach Ampfing, die haben’s vorgemacht!
Und wenn jetzt Ampfing alle Straßenlaternen auf LED-Leuchten umrüstet, gibt’s die nächste Vorreiterfunktion. Na ja – mit dem Umweltminister im Gemeinderat kann ja Ampfing auch gar nicht anders – schmunzelte Bürgermeister Ottmar Wimmer!
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Dr. Marcel Huber betonte zunächst, er fährt wirklich nicht zu jeder Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage. Es gibt also tatsächlich einen besonderen Grund für sein Kommen:
Erstens ist sie in Ampfing - das Besondere aber ist, dass man die Energiewende nicht allein auf Fukushima und dessen Folgen beschränken darf. Schon das Industriemuseum in Ampfing zeigt seit 15 Jahren neben der Photovoltaikanlage ein 100 Jahre altes Windrad und eine Dampfmaschine, die zur Stromerzeugung genutzt wurde.
Der Klimawandel hat schon lange vor Fukushima bewirkt, dass die Energieerzeugung zunehmend auf regenerative Energiequellen umgestellt wurde. Die Energiewende ist also schon lange im Gange. Alle seither erschlossenen Energiequellen zusammengenommen lassen erwarten, dass es möglich sein wird, die Energiemenge zu ersetzen, die bisher durch die Kernenergie erzeugt worden ist. Bei genauer Betrachtung haben aber alle diese Energiequellen Makel! Ob Windräder, Wasserkraftwerke oder Biogasanlagen – überall gibt es vehemente Befürworter und vehemente Gegner.
Auch bei Photovoltaikanlagen! Hier hat der Gesetzgeber nun beschlossen, solche Anlagen auf Ackerflächen nicht mehr zu genehmigen, die ja tatsächlich viel zu schade sind und besser zur Lebensmittelerzeugung genutzt werden sollen.
Um trotzdem vorwärts zu kommen – innerhalb von 3 Jahren stieg der Anteil Photovoltaikstrom in Bayern von 3 auf 8%! – mussten neue Flächen gefunden werden. Neben den Dächern bieten sich hier Schallschutzwände, Autobahnböschungen, und eben sogenannte Konversionsflächen an.
Konversionsflächen sind für anderweitige Nutzung unbrauchbar: ehemalige Flugplätze oder eben Müllhalden.
Er freute sich auch über die Vorreiterrolle Ampfings. Ob neue Feuerwehrausrüstung, dieses Elektroauto oder eines der ersten Naturbäder – Ampfing war immer voraus!
Vorreiter zu sein, hat aber auch Nachteile! Weil Ampfing halt oft nicht in den Genuß von Zuschüssen gekommen ist, die danach gewährt wurden. So auch hier: Der Freistaat hat auf Grund dieser Anlage die Möglichkeiten erkannt, in ganz Bayern solche Konversionsflächen zu nutzen und unterstützt das jetzt mit einem Sonderprogramm. Davon kann Ampfing leider nicht mehr profitieren...
Dr. Marcel Huber wünschte der Anlage lange Jahre störungsfreien Betrieb – um so mehr, als sie auch noch ökologisch gepflegt wird! (Statt zu mähen weiden Schafe dort...)
(O-Ton Ich wünsche der Gemeinde...)
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Landrat Georg Huber meinte etwas spassig, dass Dr. Marcel Huber auch deshalb bayerischer Umweltminister geworden ist, weil er als Bürger Ampfings aufgewachsen ist und alles von klein auf mitgenommen hat, was Ampfing seit Jahrzehnten geleistet hat.
Tatsache ist, dass Erkenntnisse, die man in jungen Jahren gewinnt, Teil des Lebens werden.
Dr. Marcel Huber war schon immer Pragmatiker, der theoretische Erkenntnisse immer sofort in die Praxis umgesetzt hat. Dafür dankte er ihm sehr, weil derzeit das Haager Deponiefeld darauf wartet, einer neuen Nutzung zugeführt zu werden. Wenn irgend möglich, wird der Landkreis auch diese Fläche für eine Photovoltaikanlage nutzen.
Landrat Georg Huber würdigte besonders die Verdienste der Gemeinde Ampfing, die in den zurückliegenden Jahren wirklich herausragendes geleistet hat. Ein echter Vorreiter und ein Beispiel für andere. Das zeigt jetzt wieder diese Anlage.
Er wünschte der Gemeinde, dass sie diesen zukunftsträchtigen Weg auch weitergeht. (O-Ton)
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Bürgermeister Ottmar Wimmer freute sich natürlich über die Anerkennung und dankte allen Firmen, die mitgeholfen haben, hier so eine zukunftsträchtige Lösung zu finden. Gemeinsam nahmen sie die neue Anlage in Augenschein, die für alle Hersteller doch eine Herausforderung war.
176 Hausmesse bei der EMG Casting AG: "Nur Qualität produziert Qualität" 15:10
Wir trafen die Vorstände der EMG Casting AG – Manuela Keller und Albert Tauschhuber – und ihre Gäste auf dem Gelände des Golfclubs Guttenburg. Dorthin hatte sie die Firma zu einem Schnupperkurs und einer Golfpartie eingeladen.
Den vielen Neulingen mussten Golflehrerin Jennie Dunn (englisch: „Dann“) und ihr Bruder dann erst einmal erklären, wie man einen Golfschläger hält.
Dann die Haltung beim Schlag und beim Schwung.
Dann durften sie’s selber probieren. Und da zeigte sich, dass das gar nicht so einfach ist.
Es sorgte für viel Heiterkeit. - - - und die eine oder andere Legende: „Meiner ging bis zur zweiten roten Fahne!!!“ So ähnlich wie bei den Fischern! Sie wissen schon!
Der Rasen litt unter manchem Versuch – und so manches Luftloch war auch dabei.
Jenny Dunn und ihr Bruder machten’s zwar vor – es nachzumachen war aber doch nicht so einfach.
Als sich auch noch die Sonne zeigt, hatten alle sichtlich Spaß.
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Am Abend lud EMG nach schloss Guttenburg ein.
Albert Tauschhuber freute sich sehr über den zahlreichen Besuch und die vielen Gäste, die teils von weit her angereist waren – aus Nordrhein-Westfalen, aus Bautzen in Sachsen etwa. Ein Gast war sogar aus Frankreich 1.000 Kilometer mit dem Auto gekommen, weil an diesem Tag das Fliegen etwas unsicher war!
Diesen Gästen von weit her wollten sie schon Besonderes bieten und luden deshalb hier her ein, ins altehrwürdige schloss Guttenburg.
Dann begrüßte Albert Tauschhuber Aufsichtsratsvorsitzenden und Golfclubvorsitzenden Klaus Salzberger, den Betriebsarzt, der sogar sein Köfferchen dabei hatte – für alle Fälle!
Wichtig zu begrüßen waren ihm natürlich die Kunden, von denen schließlich der Erfolg der Firma abhängt. Ziel der Veranstaltung sollte sein, dass sich Mitarbeiter und Kunden kennenlernen und so eine gute Gemeinschaft entsteht. Damit wollte er es auch schon bewenden lassen und wünschte allen einen schönen Abend bei gutem Essen und guter Unterhaltung. Die bot dann musikalisch die Jazz-Blues-Formation „Nice Work“ und das Kraiburger Hardthaus mit einem sehr eleganten Abendessen und eleganten Weinen.
Dann kam Manuela Keller zur Siegerehrung des Golfturniers, das auch noch stattgefunden hatte. Für die weiter hinten platzierten gabs Urkunden, für die Sieger kleine Pokale. Albert Tauschhuber und Manuela Keller bestanden darauf, dass die Sieger diese als Briefbeschwerer auf ihre Schreibtische stellen sollten.
Da das Turnier wohl so eine oder andere amüsante Szene geboten hatte, wurde auch die Siegerehrung ein lustige Angelegenheit. Zu erwähnen ist, dass Manuela Keller und ihr Bruder gemeinsam auf dem sechsten Platz landeten... und eine Urkunde bekamen.
Das mit dem Briefbeschwerer auf dem Schreibtisch hatte vermutlich bei den Siegern nicht die erhoffte Wirkung: Die beiden jungen Tauschhubers gewannen das Turnier und erhielten Pokal und Urkunden.
Den weiteren Abend gestaltete „Nice Work“
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Tags darauf konnte EMG viele zusätzliche Gäste im kleinen Saal des Waldkraiburger Hauses der Kultur willkommen heißen. Dort stellte Albert Tauschhuber zunächst das Unternehmen vor, das zu jeweils 37,5 % Manuela Keller und ihm und zu 25 % der Erbengemeinschaft Nico Forster gehört.
Diese Grundsätze haben sie sich gesetzt und nach denen handeln sie auch.
Zur Unternehmenskultur gehört neben dem Schutz der Umwelt auch die Schulung der Mitarbeiter – Themen, die für eine Gießerei besonders wichtig sind.
Auf diese Produktgruppen hat sich EMG vor allem eingestellt. Durch die „EMG Milling AG“ ist die Firma in der Lage, Modelle selbst herzustellen. Das führt zu besonderer Flexibilität.
Auch wenn die Stückgewichte hier mit höchstens 130 Kilogramm angegeben sind, ist das nur ein Richtwert. Dazu stehen zwei moderne Formanlagen bereit, eine „Kernmacherei“, in der Schmelze sechs Öfen für Eisen und zwei für Aluminium. Die Putzerei arbeitet mit teilautomatisierten Schleifautomaten.
Für diese Branchen liefert EMG solche und ähnliche Produkte. Das teilt sich etwa so auf. Wichtig war der Geschäftsleitung, sich nicht von einer einzigen Branche abhängig zu machen. Deshalb liefert EMG an viele verschiedene Brachen und ist so unabhängig von Einbrüchen.
Die EMG wurde auch von der Krise des Jahres 2008 in Mitleidenschaft gezogen. Seit 2011 steigt die Tonnage aber wieder an. Für 2012 erwartete Albert Tauschhuber wieder das Niveau des Jahres 2008. Das kann man auch an der Zahl neuer Modelle ablesen, die 2011 wieder ähnlich war wie 2007. Man sollte sich verdeutlichen, dass 360 Modelle pro Jahr bedeuten, dass arbeitstäglich fast zwei neue Modelle hergestellt werden.
Die Produkte der Firma sind von allen namhaften Stellen zertifiziert.
EMG hat in den Jahren viel investiert. Besonders 2008, als die neue Formanlage gebaut wurde.
2010 erhielt EMG Casting den Goldjupiter, die höchste Auszeichnung, die ein mittelständisches Unternehmen in Deutschland bekommen kann. Darauf waren Albert Tauschhuber und Manuela Keller besonders stolz. Es war eine große Anerkennung ihrer jahrelangen Arbeit.
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Nun erläuterte Björn Finkenthei, Rohstoffhändler bei der Firma „Alfa-Gruppe“, welchen Einfluß der Schrott- und der Erzpreis auf den Stahlpreis hat.
Der Schrottpreis ist abhängig von der Entwicklung auf dem Weltmarkt, besonders in den USA und in der Türkei. Natürlich auch von Angebot und Nachfrage – sowohl national als auch international.
Großen Einfluß hat der Preis für Roheisen. Diesen Preis bestimmen wieder die Preise für Eisenerz, Holz- und Kokskohle sowie natürlich die Wechselkurse.
Diese Kurve verdeutlicht, wie sich die Preise in den vergangenen vier Jahren von Russland bis Brasilien entwickelt haben.
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In einem weiteren Vortrag stellte Norbert Kunz aus Bautzen Gestaltungsregeln vor, die helfen Fehler beim Gießen schon bei der Gestaltung der Gußmodelle zu vermeiden. Die gefürchteten „Luncker“ sind häufig zu vermeiden, wenn man die Teile schon in der Konstruktion entsprechend anpaßt.
Er gab zahlreiche Beispiele und Vorschläge, die vor Allem für die Praktiker unter den Zuhörern von Interesse waren.
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Zum nächsten Vortrag konnte Manuela Keller auch Waldkraiburgs zweiten Bürgermeister Harald Jungbauer und Stadtmarketing-Geschäftstführerin Sonja Goschy begrüßen.
Unter dem Titel „Geheimwaffen der Kommunikation“ stellte der ehemalige Kriminalist und bekannte Buchautor Leo Martin – das ist nicht sein richtiger Name, wie er in seinem Buch „Ich krieg‘ Dich“ gleich zu Beginn verrät, und den er als Agent für ein bestimmtes Projekt angenommen hatte – Methoden vor, wie man Menschen entschlüsseln kann.
Er zeigte gleich zu Beginn typische Verhaltensmuster, den wir automatisch folgen. Er forderte die Zuhörer auf, sich von ihren Plätzen zu erheben und sich gleichzeitig zu setzen, wenn er „Jetzt“ sagt. Er forderte sie noch auf, exakt auf jedes Wort zu achten! (O-Ton .... 3- 2 – 1 – und alle setzen sich obwohl er nicht „Jetzt“ sagt)
Genau das passiert im Alltag: Man reagiert auf einen Impuls, nicht auf die Anweisung. Man trifft also im Alltag nicht 1000e rationale Entscheidungen täglich sondern ist im gewohnten Denken verhaftet.
Ein zweites Experiment: Die Zuhörer sollten die Hände so falten, dass die Finger ineinander greifen. Dann forderte er sie auf, die Fingerpaare zu wechseln, so dass am Ende der andere Daumen oben auf liegt. Das fühlte sich dann für alle komisch, seltsam oder sogar unangenehm an. Der Grund dafür ist einfach: Die Zuhörer hatten noch nie ihre Hände so gefaltet. Es war also ungewohnt.
Das selbe Experiment mit verschränkten Armen. Auch wenn man hier die Arme anders herum verschränkt, ist das ungewohnt, ungewöhnlich und richtig harte Arbeit.
Diese Denkmuster kann man instrumentalisieren. Das zu demonstrieren, suchte er Hilfe aus dem Publikum und fand Kristina Gunne. Sie sollte gleich einen Mann aus dem Publikum aussuchen – irgend einen besonderen.... (O-Ton den Besten, heißesten....)
Das fiel ihr natürlich schwer, zumal ihr Leo Martin doch keine Zeit ließ.
Sie lud Stephan Stark auf die Bühne. Zu ihnen bat Leo Martin noch zwei Gäste – am Besten ein Ehepaar.
Er ordnete sie in abwechselnder Reihenfolge an. Dann packte er eine schwarze und eine weiße Kugel in ein Säckchen. Die Probanden sollten sich für eine der Kugeln entscheiden – die schwarze oder die weiße. Die sollten sie herausnehmen und vor ihm verstecken.
Er erklärte die Bedeutung der Farben: schwarz steht für Macht oder Kraft: „Ein Mann ein Wort!“ Weiß dagegen für Fairneß, Loyalität und Transparenz.
Nur durch die Beobachtung der Personen und ihrer Ausstrahlung erkannte Leo Martin, dass sich der Proband für die schwarze Kugel entschieden hatte.
Dann bat er noch einmal, sich für eine Kugel zu entscheiden, sie herauszunehmen und zu verstecken. Dann wollte er nochmal herausfinden, welche Kugel er entnommen hatte: Leo Martin analysierte sein Auftreten und fand heraus, dass er wieder die schwarze Kugel hatte.....
Der nächste Test: Alle vier sollten blind eine von nun zwei schwarzen und zwei weißen Kugeln entnehmen und vor ihm verstecken. Dann sollten sie selbst nachsehen, welche Kugel sie in der Hand hielten.
Weil Kriminalisten und Psychologen behaupten, jeder Mensch lügt bis zu 200x am Tag, konfrontierte er sie dann mit der Behauptung, sie hätten die schwarze Kugel. Sie sollten dann mit „Ja“ antworten. Auf Grund ihrer Reaktion wollte er herausfinden, ob sie schwindeln oder die Wahrheit sagen. Er fragte aber nicht nur so... Es war schwierig für die Testpersonen. Schon beim ersten Kandidaten erkannte er, dass er geschwindelt hatte und die weiße Kugel in der Hand hatte.
Kristina Gunne konnte gar nicht schwindeln und gab unumwunden zu, dass sie die schwarze Kugel nicht hatte – vom Unterbewußtsein gesteuert – meinte Leo Martin.
Schwierig wurde es mit Stephan Stark, der keine erwartete Reaktion zeigte. Er nötigte Leo Martin Respekt ab.
Er versuchte es mit einer anderen Methode: Er redete den Kandidaten ein, die schwarze Kugel in ihrer Hand wäre sehr schwer. Unwillkürlich senkten sich die ausgestreckten Hände und Leo Martin wusste, wer die schwarze Kugel hatte. Das hatte nichts mit Hypnose zu tun sondern war eine Reaktion des Unterbewußtseins, das von Kind auf gelernt hat, dass schwere Gegenstände kaum zu halten sind.
Leo Martin zeigte noch mehrere Experimente, die in seinem Buch „Ich krieg‘ Dich“ nachzulesen sind.
Abschließend riet er den Zuhöreren an Hand eines Puzzles, das Anfangs in einen Rahmen paßte und zu dem er mehrere Teile hinzufügte, und das dann trotzdem wieder in den selben Rahmen paßte, niemals aufzugeben, alle Zwischenfälle und Vorkommnisse im Leben anzunehmen und zu verarbeiten. Dann wird ihr Leben gelingen.
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In einem weiteren Vortrag bemühte sich Udo Skerdi wieder zurück zu technischen Themen zu finden. Er erläuterte ausführlich die Eigenheiten des Anschnitts- und Speisetechnik bei Grau- und Sphäroguß. Auch dieser Vortrag richtete sich vor allem an die Fachleute unter den Zuhörern.
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Abschließend luden Albert Tauschhuber und Manuela Keller zur Betriebsbesichtigung. Der Rundgang ging vom Rohmateriallager vorbei an den Induktionsöfen zur Formmaschine.
Weiter zum Formenlager und zur Putzerei.
Bevors zum Mittagessen ging, besichtigten die Gäste die die EMG Milling AG, wo mit CNC-gesteuerten Maschinen die Gußformen hergestellt werden.
Die Gäste waren angetan von der Leistungsfähigkeit des Unternehmens und werden hoffentlich dafür sorgen, dass die neue Formanlage bald in Betrieb gehen kann, die 2008 gebaut worden war. Sie waren überzeugt, EMG entspricht dem Motto der Hausmesse: „Nur Qualität produziert Qualität“
177 "Was hamma heit? ... " schallte es bei der Kerwei der Banater Schwaben durch Waldkraiburg 11:50
Ein herrlicher Nachmittag in Waldkraiburg. Der Wirt füllte gerade die Flaschen der Banater mit schwerem Rotwein als die Trachtenpaare eintrafen. Die zahlreichen Röcke und die komplizierte Art diese in Falten zu bügeln, machte dieses Unterfangen gar nicht so einfach. Im Auto sitzen geht mit so einem Rock natürlich nicht! Eine Teilnehmerin kam sogar stehend hinten - in einem Lieferwagen! In der alten Heimat war das kein Problem, weil da nur wenige überhaupt ein Auto hatten! Erklärten sie uns.
Die beschwerliche Anfahrt war bald vergessen als sie sich das erste Glas Rotwein schmecken ließen.
Bis es losging unterhielt die Blaskapelle.
Dann zogen die Trachtenpaare los – vom Haus der Vereine Richtung Stadtplatz und da vors Rathaus.
Immer fest im Griff: Die Weinflasche. Sie war in der alten Heimat ein Zeichen von Wohlstand.
Vor dem Rathaus erwarteten sie schon zweiter und dritter Bürgermeister Harald Jungbauer und Reiner Babiak, die Städträtinnen Charlotte Konrad und Christine Graupner, und Stadtrat Rainer Zwislsperger, der als Feuerwehrmann auch den Zug absicherte. Auch dabei: CSU Zweitstimmen-kandidat Dr. Martin Huber.
Banater-Vorstand Georg Ledig freute sich, auch heuer wieder so viele Trachtenpaare begrüßen zu können. Zum 18. Mal sind sie nun vors Rathaus gezogen um Kerwei zu feiern, so wie sie es im Banat getan haben. Er freute sich, dass sie auch hier ihr Brauchtum pflegen, und es so vielen Vertretern der Stadt zeigen dürfen.
Harald Jungbauer sah es als große Ehre, bei diesem bunten Kirchweihfest dabei sein zu dürfen. Er freute sich auf die spätere ausgelassene Feier und den abendlichen Ball.
Die große Zahl Trachtenpaare und besonders die zahlreichen Zuschauer zeigen deutlich, dass Waldkraiburg zusammen mit den Volksgruppen feiert. Es ist wichtig, seine Herkunft zu kennen, seinen Wohnort zu akzeptieren und seine Traditionen zu pflegen. Das wollten sie nicht nur beim 18. Mal gemeinsam tun sondern auch in den kommenden Jahren. So wünschte er allen einen schönen Nachmittag und erst einmal einen guten Kirchgang.
Dann gabs erst eine kleine Stärkung – ein Glas Rotwein.
Georg Ledig forderte die Tanzpaare und die Zuschauer zu einem Walzer.
Das Kirchweihpaar überreichte einen, mit einem Rosmarienzweig geschmückten Apfel zweitem und drittem Bürgermeister Harald Jungbauer und Rainer Babiak und an Dr. Martin Huber.
Der waschechte Bayer Martin Huber freute sich sehr, diese Tradtition kennen zu lernen. Er fand es toll, dass sie hier durch das Feiern ihres Brauchtums das beste Fundament für eine gedeihliche Zukunft legen. Auch er wünschte den Banatern, dass sie ihr Kirchweihfest noch viele Jahre feiern können.
Nach dem nächsten Walzer und einem Gruppenfoto zogen sie weiter zur Christkönigkirche.
Weil zur Zeit rund ums Rathaus Baustelle ist, nahmen sie diesmal den direkten Weg über den Sartrouville-Platz, der dadurch auch einmal ein bisschen Leben sah.
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In der Kirche warteten schon zahlreiche Gläubige, die mit ihnen feiern wollten. Zum Geläut der Glocken zog Pater Paul mit den Ministranten ein.
Die Blaskapelle schlug nun ganz andere Töne an und gestaltete einen sehr würdigen Gottesdienst.
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Vor dem Ende des Gottesdienstes segnete Pater Paul den Kirchweihstrauß und das Kirchweihpaar.
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Die Sonne brannte heiß an diesem Nachmittag, als sie über die Berliner Straße wieder zurück zum Haus der Vereine zogen.
Dort angekommen tanzten sie erst ihren Kirchweihtanz, der Elemente des Auftanzes im Volkstanz enthält.
Als sie im Kreis Aufstellung genommen hatten, ergriff Geldherr Georg Ledig das Wort und hieß alle Landsleute und Gäste in Versform willkommen. Sie wollten den Brauch der alten Heimat halten und an die Jungen weitergeben. Der Rosmarein-Strauß ist „des Festes Zier“, der dann versteigert werden sollte. dass das auch Spaß macht, darauf stieß er mit einem Glas Wein an. Und die Herren taten es ihm gleich.
Der zweite Geldherr – Hans Necker – den man hier hinter dem Kerwei-Strauß gar nicht sah – stellte die Frage aller Fragen an die Buaba! (O-ton Was hamma heit... ) Da drauf erst einmal die Musi!
Die Mädel wollte er besonders grüßen! Die großen und die kleinen! (O-Ton Musi!!!)
Die Buben sollten dann den Strauß für ihr Mädel ersteigern und ihr so ihre Zuneigung beweisen. 50 Euro rief er auf! Schnell ging's rauf: 60, 80, 100, 120, 140, 150. Als das Bieten bei 280 Euro ins Stocken geriet mussten sie erst einmal einen Schluck trinken!
Geldherr Georg Ledig erklärte dann, dass der Ersteigerer den Kaufpreis jetzt nicht zahlen muss, aber am Abend am Beginn des Balls die Spende beim Straußtanz erhält. Erst wenn beim Straußtanz keiner mehr tanzen will, wird das Einsammeln beendet und die Spenden aufsummiert. Erst dann zahlt der Ersteigerer die Differenz zwischen dem Kaufpreis des Straußes und der Summe der Spenden, die natürlich dem Verein zugute kommt. Natürlich bekommt der Verein die Mehreinnahmen auch dann, wenn mehr Spenden zusammenkommen also der Höchstbieter zu bezahlen hatte.
Der Ersteigerer geht damit ein eigentlich unkalkulierbares Risiko ein, weil er nicht weiß, wieviel bei der abendlichen Spendenaktion zusammenkommt und wieviel dann im Endeffekt für ihn zu zahlen bleibt. Es würde also spannend bleiben.
Weiter ging's mit der Versteigerung. 290, 300, 310! Georg Ledig pries den Strauß in höchsten Tönen an, der ja sooo gut riecht!
Er wies auch darauf hin, dass unter den Zuschauern gleichzeitig Lose verkauft wurden, mit denen es später Hut und Tuch und eine Flasche Wein zu gewinnen gab.
Bei 325 Euro ging's nicht weiter, da musste die Musi einspringen und natürlich ein Glas Wein!
Es entspann sich ein Bietergefecht bei dem immer wieder die Musi einspringen musste. Aber die mischte auch selber mit und spielte nicht immer das Kirchweihstückl! (O-Ton Ein Prosit – )
Bei 485 brauchten sie wieder die Musi
So ging es eine Zeit lang weiter bis schließlich bei 615 nochmal die Musi her musste.
Weil niemand mehr bieten wollte, musste dann ein Tänzchen für Entkrampfung der Hand auf’m Geldbeutel sorgen....
Dann aber war Schluss, das Gebot von 670 Euro von Richard Behringer wollte niemand mehr überbieten. Und der widmete den Strauß dem „besten Stück in seinem Leben“ – seiner Tochter Bettina.
Die tanzte mit ihrem Buben und dem schweren Strauß den Ehrentanz.
Dann versteigerten sie einen sehr schönen, sehr glatten und wirklich gut gearbeiteten Kochlöffel an dem auch noch 100 Lose hingen. Hans Necker erlöste nach langem Anpreisen, wo es in Ein-Euro-Schritten vorwärts ging, 55 Euro von Geri Linda Metterle.
Da drauf ein Glas Wein.
Hut, Tuch und Kirchweihwein wurden ausgelost. Das Tuch gewann Simone Streckfusz, den Hut Richard Katzenmayer und den Kirchweihwein Elisabeth Jäger.
Alle zusammen tanzten einen Ehrentanz.
Dann marschierten die Trachtenpaare aus – und trafen sich ein paar Stunden später wieder im Haus der Kultur, wo sie einen rauschenden Ball feierten – musikalisch gestaltet von Andy Hammerschmidt und den Schlagerbengeln.
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Und irgendwie müssen die Banater schon einen Stein im Brett haben bei unserem Herrgott. Wir können uns an kein einziges Kirchweihfest erinnern, an dem schlechtes Wetter gewesen wäre. So auch heuer nicht. Da nehmen wir an, dass wir uns auch im kommend Jahr wieder sehen und bei herrlichem Sonnenschein die Frage beantworten: „Was hamma heit? – Kerwei hamma heit!“
178 Nach fünf Jahren Sanierung: Waldkraiburg stellt beim "Tag des offenen Denkmals" den Falkenring vor 7:50
Schon Mitte der 90er Jahre renovierte die Stadt das Hauptgebäude der ehemaligen Lageranlage im Föhrenwinkel und brachte darin die Stadtbau GmbH und die Stadtwerke GmbH unter – zwei der drei Städtischen Gesellschaften.
Weil das Thema des bundesweiten Tages des offenen Denkmals heuer der älteste Baustoff überhaupt war – nämlich das Holz – paßte dieses Gebäude genau zum Thema.
Da auch die Renovierung des Falkenrings gegenüber ihrem Ende entgegengeht, fanden sich zahlreiche Stadträte, stellvertretende Landrätin Eva Köhr und natürlich alle drei Bürgermeister ein, um gemeinsam die Eröffnung des „Tages des offenen Denkmals“ zu begehen.
Großen Anteil an der Organisation hatte Professor Waltraud Schreiber von der Universität Eichstätt, die zusammen mit ihren Studenten Führungen organisiert und einen Film vorbereitet hatte, der die Entstehung des Stadtteils „Föhrenwinkel“ beleuchtete.
Zur Premiere dieses Films lud Bürgermeister Siegfried Klika ins „Kino“ ein.
Dort begrüßte er erst die Zuhörer und stellte dann fest, dass dieser Tag für Waldkraiburg ein Besonderer ist. Deshalb konnte er auch Altbürgermeister Jochen Fischer begrüßen, der begonnen hatte, was jetzt fertiggestellt werden kann. Auch selbst war er glücklich darüber, dass er sein Versprechen vom August 2007 halten konnte, das ehemalige Frauenlager zu renovieren.
Siegfried Klika dankte allen Beteiligten, besonders Hermann Karosser und Norbert Weigl und ihren Mitarbeitern, Professor Waltraud Schreiber und stellvertretender Landrätin Eva Köhr, Stadtarchivar Konrad Kern und den Herstellern des Films: „Vom Glasscherbenviertel zum Grünwald von Waldkraiburg“, Studenten der Universität Eichstätt.
Sein besonderer Dank galt den Zeitzeugen, die damals selbst dabei waren: Brigitte Dörner, Herbert Rosenberg, Johanna Stecher, Walter Seidl und Charlotte Konrad und ihren Mitarbeiterinnen.
Besonderer Dank galt aber auch den städtischen Gesellschaften, die einen deutlich siebenstelligen Betrag ausgegeben haben um das Saalgebäude und jetzt den Falkenring zu renovieren. Es war viel Innovation notwendig um den Abriß zu verhindern und das denkmalgeschützte Ensemble zu erhalten.
Seit 1963 im Besitz der Stadt, nutzten verschiedene Firmen das Areal bis es nach Auszug der Firma Netzsch leerstand. 1996 wurde das Saalgebäude saniert. 1997 zogen die Stadtwerke ein. Seit August 2007 wurde nun in drei Bauabschnitten der gesamte Falkenring saniert. Einige Kleinigkeiten fehlen noch, besonders die optische Angleichung an den Saalbau.
Es war eine tolle Sache, die Zuordnung des Föhrenwinkels zur Stadt herzustellen, die nun mit dem Weg der Geschichte und dem Stadtmuseum ein rundes Bild abgibt.
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Professor Waltraud Schreiber freute sich über das viele Lob, gab es aber zurück an Konrad Kern und Elke Keiper, die die geschichtliche Vorarbeit geleistet hatten.
Auch wenn sie sich nicht mit falschen Lorbeeren schmücken wollte, überreichte ihr Bürgermeister Siegfried Klika ein kleines Danke-Schön. So eins hatte er auch für Katja Lehmann, Regisseur Hauser, Brigitte Dörner, Johanna Stecher und Charlotte Konrads Mitarbeiterinnen.
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Der Film beschreibt den großen Zusammenhalt der Neuankömmlinge, die nach Kriegsende im Föhrenwinkel angesiedelt wurden, den Ursprung der Siedlung als Unterkunft für Arbeiter der Deustschen Sprengchemie, an die ursprüngliche Bebauung sowie die Umbauten nach dem Krieg.
Zeitzeugen erzählen von den Anfängen.
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Später begleiteten wir die Bürgermeister und Stadträte auf einer Führung. Christine Mätzke von der Universität Eichstätt erläuterte zunächst Sinn und Zweck des Tages des offenen Denkmals und zeigte einen Grundriß der ursprünglichen Bebauung.
Durch die ehemalige Pforte ging's dann in den Innenraum des Falkenrings.
Gleich nach der Machtergreifung 1933 suchte Adolf Hitler einen Standort für eine Pulverfabrik. Die Wahl fiel auf das Mettenheimer Hart, weil hier einerseits der Wald Schutz bot und andererseits die Bahnstrecke gute Transportmöglichkeiten.
Auf einer Fläche von 670 Fußballfeldern wurde hier das Pulverwerk und das Arbeiterlager errichtet.
Im rückwärtigen Holzlager wurden Zwangsarbeiter aus Frankreich unter widrigsten Bedingungen untergebracht, im Steinlager dagegen Arbeiter aus Ländern, die Deutschland wohlgesonnen waren – etwa aus Italien. Hier im Frauenlager dann die Arbeiterinnen.
Das Saalgebäude beherbergte die Kantine und bot als Freizeitbeschäftigung auch öffentliche Theateraufführungen. Das Leben hier war trotzdem hauptsächlich auf die Arbeit ausgerichtet.
Werk und Lager blieben bis Kriegsende größtenteils unbeschädigt. Die Produktion endete erst mit dem Einmarsch der Amerikaner.
Im Nebengebäude sieht man im Raum der ehemaligen Lagerverwaltung auch nach der Renovierung die Holzbauweise. Nach Kriegsende wechselte die Nutzung dieser Räume häufig, diente aber hauptsächlich Flüchtlingen und als Notunterkünfte.
Hinter dem Saalgebäude – im ehemaligen Wäschereigebäude – ist heute eine Gaststätte untergebracht.
Vermutlich wegen des gleichen Schicksals der Vertreibung entwickelten die ersten Ankömmlinge hier einen so großen Zusammenhalt, dass schon 1950 die Gemeinde Waldkraiburg gegründet werden konnte. Das sagt diese Urkunde aus.
Johanna Stecher erinnerte sich, dass der Ortsteil noch bis 1950 „Frauenlager“ geheißen hatte. (O-Ton) Aber nicht nur die Kinder empfanden das so, auch die Eltern waren mit den Umständen hier zufrieden und freuten sich über jeden Neuankömmling.
Erst ein Wettbewerb mit verschiedenen Vorschlägen – auch „Hasenbergl“ war darunter - brachte den neuen Namen „Föhrenwinkel“ ergänzte Herman Karosser.
Eine Bronze-Tafel vor dem Saalgebäude listet seine Geschichte auf.
Im Inneren sieht man auch nach der Renovierung die Holzbauweise. Bei der preisgekrönten Sanierung wurde im Endeffekt ein eigenes Stahlbau-Gebäude im Inneren des Holzbaus neu gebaut. Man sieht die Holzkonstruktion in allen Büros.
Für diese beispielhafte Restaurierung erhielt die Stadt zahlreiche Auszeichnungen.
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Später luden die Stadtwerke alle Gäste zu Weißwurst und Gegrilltem.
Über 1.000 Besucher kamen an diesem Sonntag in den Föhrenwinkel nach Waldkraiburg und ließen sich in 17 Erwachsenen- und 3 Kinderführungen die Gebäude und ihre Geschichte erklären.
Viele der Besucher sahen das Geschichtstheater, das Schauspieler der Universität im Dachgeschoß des Saalgebäudes fünf Mal aufgeführt haben und das „Föhrenwinkel-Kino“ war praktisch ständig ausverkauft. Ein voller Erfolg und eine große Aufwertung der Stadt!

Wir sehen jetzt aber ein neues Problem aufkommen: Worüber wird Karl Lehmann im kommenden März beim Starkbieranstich der CSU lästern, wenn jetzt aus dem „Scherbenviertel Föhrenwinkel“ plötzlich das „Grünwald von Waldkraiburg“ geworden ist?????
179 Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner im Festzelt in Haag 14:55 38
Während immer mehr Gäste in Zeilingers Wies’n-Alm auf dem Haager Herbstfest kamen, unterhielt „Humorikus Bavarius“.
Die Wies’n-Alm ist zweigeteilt und bietet auf der einen Seite ein gemütliches Restaurant und auf der anderen ein Party-Zelt.
Vor dem Zelt erwartete CSU-Ortsvorsitzender und zweiter Bürgermeister Dr. Winfried Weiß schon Kreisvorsitzenden Dr. Marcel Huber, also Bayerns Staatsminister für Umwelt und Gesundheit.
Der kam mit Ehefrau Adelgunde und Tochter Felicitas.
Rainer Zwislsperger – Chef der Polizeiinspektion in Haag – war diesmal dienstlich dabei.
Da Staatsminister Helmut Brunner auf sich warten ließ, genossen sie schon einmal eine Maß Bier und die Späße von Humirkus Bavarius aus München.
Dann kam Staatsminister Helmut Brunner zusammen mit Landrat Georg Huber. Sie hatten vorher gemeinsam eine neue Attraktion am Hochseilpark in Oberreit eröffnet.
Dr. Winfried Weiß und die Vorsitzende der Frauenunion Haag begrüßten den Landwirtschaftsminister. Noch ein Foto mit Festwirt Harald Zeilinger und dann rein ins Zelt.
Dort musste er natürlich erst viele Hände schütteln. Endlich konnten sie miteinander anstoßen.
Nachdem die Fotographen ihre Fotos hatten, begrüßte Dr. Winfried Weiß die Gäste und freute sich, dass diese Veranstaltung nun schon Tradition geworden ist. Zum vierten Mal konnte er zahlreiche Ehrengäste begrüßen: Neben den genannten waren auch Landtags-Listenkandidat Dr. Martin Huber und Bezirkstagskandidatin Claudia Hausberger gekommen. Dazu Bezirksrätin Annemarie Haslberger und zahlreiche Bürgermeister und Gemeinderäte.
Ein Problem hatte er mit Dr. Marcel Huber, von dem er nicht wusste, welche Position er gerade inne hatte. Trotzdem freute er sich sehr über sein Kommen.
Besonders aber freute er sich über Landwirtschaftsminister Helmut Brunner: Haag und Umgebung sind sehr landwirtschaftlich geprägt und in Haag selbst gibt es zwei große Lebensmittelhersteller. Deshalb ist er der richtige Referent für diesen Abend.
Erst aber bat er Dr. Marcel Huber ans Mikrophon: Der freut sich immer, wenn ein Ministerkollege in den Landkreis kommt. Dann sehen sie’s nämlich selbst, wie das ist auf der B12 und wie’s uns jeden Tag geht. Selber erleben ist doch immer noch etwas anderes als nur von den Schwierigkeiten hören.
Selbst hatte er nachgeschaut und festgestellt, er ist zur Zeit Umweltminister! Und da fühlt er sich auch sehr wohl. Da wollte er als Verantwortlicher bei der Energiewende für Wasser- und Winkraft und für Solarenergie etwas mitbringen: Um diese Dinge den Menschen näherzubringen, hat das Kabinett den Bau von zwei Ökosolarparks beschlossen. Ein solcher Park soll in Nordbayern und einer im Schachenwald bei Haag errichtet werden. Dort wird auf der Konversionsfläche auf der ehemaligen Müllhalde eine Photovoltaikanlage errichtet, die als Lehrbeispiel dienen, und aus ganz Bayern Interessierte anlocken wird. Eine Million Euro wird der Freistaat hier investieren.
Er dankte für den zahlreichen Besuch und freute sich auf die Ausführungen von Helmut Brunner.
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Auch MdB Stephan Mayer freute sich über das Interesse der Zuhörer an der Politik, besonders in diesen unruhigen Zeiten. Da sorgen Nachrichten aus den moslemischen Ländern auch nicht gerade für Ruhe.
In unserer Zeit fordern viele Gruppen Toleranz und Rechte. Anderen aber Rechte zuzugestehen fällt denen aber schwer. Damit meinte er den Umgang mit dem amerikanischen Schmähvideo über den Propheten Mohammed.
Stephan Mayer stellte fest, dass trotz aller Toleranz nicht alles erlaubt ist, was rechtlich möglich. Nicht alles ist moralisch anständig. Es ist deshalb richtig, dieses Video zu verbieten und seine Aufführung zu verhindern.
Genau so wie es sich nicht gehört, den Papst zu diskreditieren, genau so wenig gehört es sich, den Propheten Mohammed zu diskreditieren. Das alles ist abträglich für die Gesellschaft und stört das Zusammenleben.
Aber auch in Europa ist es schwierig: Deutschland hat ein Interesse am Erhalt des Euros, aber nicht um jeden Preis: ( Solidarisch aber ned blääd)
Solidarität und Unterstützung müssen Grenzen kennen. Die südeuropäischen Länder müssen endlich ihre Hausaufgaben machen und längst überfällige Strukturreformen durchführen. Nur dann kann sich Deutschland solidarisch zeigen und helfen.
Jeder Euro für diese Länder ist deutsches Steuergeld, das wir selbst gut brauchen können. Auch Deutschland hat Probleme mit dem eigenen Haushalt und kann sich zusätzliche Schulden kaum noch leisten.
Bei aller Hilfe darf Deutschland nicht vergessen, in Dinge zu investieren, die das Land für die Zukunft an der Spitze des Fortschritts und als Wachstumslokomotive erhalten. Dazu gehört neben Bildung und Erziehung auch die Infrastruktur, besonders die A94. Und da steht seine Zusage, dass dort gebaut werden muss, wo Baurecht vorhanden ist. Das ist bisher immer gelungen. Jetzt geht es darum, die Lücke von Heldenstein bis Pastetten zu schließen. Er sicherte zu, alles zu tun, dass die A94 2018 durchgängig von Marktl bis München befahrbar ist.
Er dankte sowohl der CSU Landesgruppe im Deutschen Bundestag als auch der Landesregierung für die Unterstützung dabei, ab dem kommenden Jahr eine Milliarde Euro zusätzlich für Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen in den Bundeshaushalt zu bekommen. Nur dann ist der Baubeginn des Abschnitts Dorfen-Heldenstein im kommenden Jahr möglich.
Stephan Mayer sicherte den Zuhörern zu, alles daran zu setzen, dass das gelingt.
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Auch Landwirtschaftsminister Helmut Brunner freute sich über die zahlreichen Zuhörer und dass sie neben Speis- und Trank auch Wert auf geistige Nahrung legen.
Er ist gern gekommen, weil er und Dr. Marcel Huber sich sowohl fachlich als auch menschlich sehr gut verstehen und sehr ehrlich zusammenarbeiten. Die Zuhörer können stolz sein, auf ihren Abgeordneten Dr. Marcel Huber – einen Eckpfeiler des bayerischen Kabinetts!!!
Der junge Himmelstürmer Stephan Mayer hat ja schon viele Dinge angesprochen, für deren Belange er sich sicher auch künftig besonders einsetzen wird.
Auch Landrat Georg Huber genießt weit über die Landkreisgrenzen hinaus viel Anerkennung.
Ihre Anwesenheit zeigt, dass sie gemeinsam die anstehenden Probleme lösen wollen.
Feste zu feiern ist eine gute bayerische Tradition, die auch die Verwurzelung der Bevölkerung in ihrer Heimat ausdrückt. Das ist in manchen Gegenden Deutschlands heute nicht mehr der Fall.
Helmut Brunner brach eine Lanze für das Ehrenamt, das von der bayerischen Staatsregierung vielfältig gefördert wird. Hier – im ländlichen Raum – leben die Menschen noch miteinander und nicht in anonymen Siedlungen. Dieses gute Miteinander sorgt für ein beispielhaftes Wertebewußtsein.
Helmut Brunner ging nun auf die Staatsschuldenkrise ein und betonte, es handelt sich ja nicht um eine Euro-Krise. Natürlich ist Deutschland bereit, Ländern in Not zu helfen, verlangt aber auch, dass diese ihre Hausaufgaben machen.
Die europäische Einigung hat Kriege in Europa praktisch unmöglich gemacht und die Grenzen Europas nach Osten verschoben und durchlässiger gemacht. Darauf darf man sicher stolz sein.
Vier Wirtschafts- und Finanzexperten haben die bayerische Staatsregierung darin bestärkt, nicht ständig die sogenannten roten Linien nach hinten zu versetzen. Deutschland darf nicht ständig die eigene Wirtschaft damit belasten, anderen zu helfen. Was ist, wenn die Wirtschaft nicht mehr so gut läuft wie jetzt?
Helmut Brunner warnte die europäischen Staaten davor, Deutschland zu überfordern. Deutschland hilft gern, aber nur dann, wenn dort selbst alles getan wird, Krisen zu überwinden.
Und genauso darf auch Bayern - das stabilste deutsche Land - nicht überfordert werden.
Für Helmut Brunner ist Bayern für Deutschland das, was Deutschland für die europäischen Länder ist. Da darf es nicht sein, dass Bayern genau so wie im Länderfinanzausgleich für die anderen deutschen Länder auch noch für die Schulden der anderen europäischen Länder aufkommen muss.
Hätte Bayern die fast vier Milliarden zur Verfügung, die in den Länderfinanzausgleich gehen, könnten wir hier noch mehr Dorferneuerung, Interkommunale Zusammenarbeit, Leaderprogramme und so weiter im Handumdrehen durchführen. Allerdings steht es 13:3 gegen Bayern weshalb der Weg zum Bundesverfassungsgericht unumgänglich schien.
Und weil die Luft da oben so trocken war, gabs dann erst einmal ein Prost!
Er wünschte sich, dass in allen Politikbereichen so nachhaltig gewirtschaftet wird, wie in der Landwirtschaft seit fast 300 Jahren. Hätte die Finanzpolitik so gehandelt, wäre uns so manche Krise erspart geblieben. (Applaus )
Land- und Forstwirtschaft werden oft unterschätzt: 140 Milliarden Euro Umsatz entsprechen 15% des Gesamtumsatzes in Bayern. Jeder 15. Arbeitsplatz ist direkt oder indirekt mit der Landwirtschaft verbunden. Dabei ist Landwirtschaft viel mehr als die Erzeugung von Lebensmitteln. Seit dem Krieg haben die Bauern viele Entwicklungen ertragen müssen – bis hin zu Stillegungsprämien. Nun soll die Landwirtschaft einen Beitrag zur Energiewende leisten. Die kann auch nur gelingen, wenn die Landwirte eingebunden werden. Aber bitte nicht als billige Dienstleister. Helmut Brunner sicherte zu, alles zu unternehmen, keine Konkurrenzsituation zwischen Nahrungsmittelerzeugern und Energiewirten zuzulassen.
2008 war man über das Ziel hinausgeschossen. Jetzt musste man das EEG ändern und korrigieren.
Klar muss sein: (O-Ton Wir wollen in Bayern die Energie....)
Windkraftanlagen in der Nordsee sind für Bayern keine Lösung. Bayern will sich zu vernünftigen Preisen selbst versorgen und die Energie mit einem Energiemix preiswert liefern.
Jeder Landwirt sollte sich überlegen, ob er nicht auch eine kleine Hof-Biogasanlage für die Eigenversorgung auf der Basis von Gülle und pflanzlichen Reststoffen bauen kann. Damit könnten sie ihre Futtergrundlage doppelt nutzen: über die Kühe und als Energieträger. Getreide und Mais sollen weiter Nahrungs- und Futtermittel bleiben. Dieser „Bayernweg“ wird zur Zeit in vier Expertengruppen seines Ministeriums geprüft. Zum Jahresende wird’s Antwort auf die Frage geben, ob solche dezentralen Bürgeranlagen ein Gas-Großkraftwerk ersetzen können.
Landwirtschaftsminister Brunner möchte die Landwirte auf dieser Basis an der Energiewende beteiligen. Dann kann es auch in Zukunft so bleiben wie jetzt, wo jeder dritte deutsche Bauernhof in Bayern bewirtschaftet wird.
Helmut Brunner will sich nicht damit zufrieden geben, den Landwirten zahlreiche Förderprogramme anzubieten. Er möchte den Dialog der Landwirte mit der Gesellschaft intensivieren. Gerade in Zeiten, in denen die Landwirte weniger werden, muss die Landwirtschaft das Gespräch suchen. Die Leute wollen nicht nur wissen, woher ihre Produkte kommen sondern wollen auch die Menschen kennen, die sie herstellen. Das muss gepflegt und ausgebaut werden. Programme wie „Lernort Bauernhof“ oder „Erlebnis Bauernhof“ sollen dazu beitragen, Kindern wieder die Landwirtschaft näher zu bringen. Dazu arbeitet sein Ministerium mit dem Kultusministerium zusammen. Die Kinder sollen wieder ein realistisches Bild der bäuerlichen Landwirtschaft bekommen.
Auch die Qualiät der Produkte soll weiter bekannt gemacht werden. Das erlebt er häufig selbst bei Auslandsbesuchen: (O-Ton Sage ich ich komme aus Deutschland. ... dann leuchten die Augen!) Und diesen Trumpf muss man stärker ausspielen. Die bayerischen Produkte muss man deshalb im Ausland bekannter machen, weil wir sie ohnehin nicht alle selber essen können. (O-Ton selbst wenn sie ... ) Bayern braucht die Weltmärkte. Darauf versucht er die bayerische Landwirtschaft mittelfristig vorzubereiten. Dazu wurde eine bayerische Agrar-Marketing-Agentur gegründet. Um unabhängig von Soja-Importen zu werden, hat er 2011 eine Eiweiß-Offensive ins Leben gerufen. Deshalb lautet sein Motto: Global denken – aber regional essen und trinken! (Prost!)
Staatsminister Helmut Brunner stelle noch mehrere Initiativen vor, mit denen er die Landwirtschaft zukunftsfähig aufstellen will. Etwa eine Arbeitsgruppe zum Thema Milch, deren Erzeuger Ende 2015 einer neuerlichen Herausforderung gegenüberstehen, wenn die Einzelquotierung ausläuft.
Er setzt alles daran, dass die bäuerliche Landwirtschaft erhalten bleibt, wie sie in Bayern seit Jahrhunderten funktioniert. Slogans wie „Wachsen oder weichen“ müssen der Vergangenheit angehören. Dabei will er die Landwirte auf jede erdenkliche Weise unterstützen. Die bayerischen Bauern sollen die höchst-qualifizierten in Deutschland und in ganz Europa sein! Nicht die Größe des Hofes entscheidet sondern die Menschen, die dort arbeiten. Und dabei will der Freistaat bestmöglich unterstützen. Dazu steht nicht nur der Bauernhof sondern auch der Bauernstand im Fokus der Staatsregierung. Sie sind es, die christliche Werte leben, Kultur, Brauchtum und Tradition hochhalten, in der Feuerwehr für Sicherheit sorgen und sich in sozialen Einrichtungen engagieren. Weil das so ist, würde das ganze Land verarmen, würde der Bauernstand aus der Gesellschaft herausgerissen werden. Agrarpolitik ist deshalb auch Gesellschaftspolitik. (O-Ton ....)
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Dr. Winfried Weiß dankte den Staatsministern und MdB Stephan Mayer. Für Landwirtschaftsminister Helmut Brunner hatte er ein Sortiment Haager Unertl-Weißbier als kleines Danke-Schön für seine engagierte Rede. Da hatten die Fotographen ihr Motiv.
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Wie das bei der CSU guter Brauch ist, schlossen sie die Veranstaltung mit der Bayernhymne.
Den weiteren Abend gestaltete Humorikus Bavarius – und das genoß Staatsminister Helmut Brunner ganz offensichtlich.
180 40 Jahre nach "Spiel ohne Grenzen": Die Teilnehmer erinnern sich 8:35
40 Jahre sind eine lange Zeit. Trotzdem – meinte Bürgermeister Siegfried Klika – sind die Jahre an den meisten ganz spurlos vorübergegangen! Damit erntete er natürlich Zustimmung! Vielleicht sollte man ja wieder ein „Spiel ohne Grenzen“ veranstalten, mit allen, die damals dabei waren??....
Die Stadt hatte die Teilnehmer der Spielshows in den Pavillion des Haus Sudetenland eingeladen, weil sie damals erstmals die Aufmerksamkeit ganz Europas auf Waldkraiburg gelenkt hatten.
Bis damals hat tatsächlich Waldkraiburg niemand gekannt. Durch „Spiel ohne Grenzen“ wurde die Stadt praktisch über Nacht nicht nur bundesweit sondern europaweit bekannt.
Stadtkämmerer Edmund Platsch war damals auf die Idee gekommen, sich für die Teilnahme an „Spiel ohne Grenzen“ zu bewerben. Waldkraiburg sollte endlich bekannt werden.
Horst Krumpholz und Günther Bauer haben eine Mannschaft zusammengestellt und trainiert. Viele von ihnen konnte die Stadt nun zu dieser Erinnerungsveranstaltung einladen.
Leider sind einige der Teilnehmer bereits verstorben. Ihnen gedachten die Anwesenden mit einer Gedenkminute.
Bürgermeister Siegfried Klika verlas die Namen der damaligen Teilnehmer, unter denen auch Axel Pöschmann war, der heute Mitglied im Stadtrat ist. Trainiert wurde die Mannschaft von Horst Krumpholz, Günther Bauer und Gerhard Helmut. Bürgermeister Dr. Josef Kriegisch begleitete die Mannschaft zusammen mit Stadtkämmerer Edmund Platsch, Günther Ziolinski und sogar von Peter Maffay, der damals noch ganz am Anfang seiner Karriere stand.
Bürgermeister Siegfried Klika stellte fest, Waldkraiburg war schon damals die wirtschaftsstärkste Stadt im Landkreis – wie übrigens noch heute – und benötigte Fördermittel zum Ausbau der Infrastruktur. Die mangelhafte Bekanntheit Waldkraiburgs in München und Bonn brachte Stadtkämmerer Edmund Platsch auf die Idee, durch die Teilnahme an Spiel ohne Grenzen die Chancen der Stadt zu verbessern. Er konnte den Stadtrat überzeugen und Leichtathletiktrainer Horst Krumpholz als Trainer der Spielmannschaft gewinnen.
Aus über 100 Bewerbern wurden in vielen Tests die besten 20 ausgewählt. Diese Mannschaft gewann den nationalen Ausscheidungswettbewerb in Rottenburg ob der Tauber ganz klar. Damit hatte sich Waldkraiburg für das internationale Zwischenspiel in Bern in der Schweiz qualifiziert.
Dort setzte sich Waldkraiburg gegen fünf andere europäische Mannschaften durch und verlor nur im letzten Spiel sehr unglücklich.
17.000 Zuschauer im Stadion in Bern, 20,3 Millionen deutsche und europaweit 82 Millionen Fernsehzuschauer verfolgten die Sendungen. Zu jeder Veranstaltung begleiteten 2.000 Schlachtenbummler die Mannschaft in Sonderzügen.
Nach ihrer Rückkehr aus der Schweiz empfingen 20.000 begeisterte Waldkraiburger die Mannschaft am alten Bahnhof und begleiteten sie vors Rathaus zu einem Empfang.
Um diesen Erfolg möglich zu machen, halfen von Bürgermeister Dr. Josef Kriegisch über die Trainer bis hin zu Peter Maffay alle mit und brachten Ideen und Vorschläge ein. Entscheidend war aber der große Mannschaftsgeist aller Sportler.
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Horst Krumpholz dankte der Stadt und besonders Bürgermeister Siegfried Klika sehr für die Einladung und große Unterstützung bei der Vorbereitung dieser Veranstaltung. Es war nicht ganz einfach, alle Teilnehmer ausfindig zu machen. Die Stadt leistete dabei großartige Unterstützung!
Viel mehr wollte er gar nicht sagen, und freute sich sehr auf das spätere gemütliche Beisammensein.
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Jeder Teilnehmer erhielt zwei DVDs mit den Aufzeichnungen der Sendungen von 1972.
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Nach einem gemeinsamen Abendessen erinnerten sich die Teilnehmer an den Wettkampf in Bern. Von dieser Aufzeichnung des Westdeutschen Rundfunks, die damals im Rahmen der Eurovision europaweit ausgestrahlt worden war, können wir hier einige Szenen zeigen.
Die ehemaligen Sportler hatten viel Spaß daran. So manche Szene sorgte für Heiterkeit, nicht nur wegen der lustigen Spiele – auch wegen der längst vergessenen Mode und ihrem eigenen Aussehen vor 40 Jahren.
Der Wettbewerb fand damals im selben Stadion statt, in dem 1954 die deutsche Fußball-Nationalmannschaft Weltmeister geworden war.
Hier einige Ausschnitte. Kommantator war Camillo Felgen.
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„Spiel ohne Grenzen“ war damals eine europaweit sehr beliebte Spielshow, die zum gegenseitigen Kennenlernen der Europäer beitrug. Und sicher trug die Teilnahme Waldkraiburgs auch dazu bei, Waldkraiburg aus der „Tarnung“ herauszuholen, in der manche Gäste die Stadt noch heute sehen, wie Bürgermeister Siegfried Klika eingangs berichtet hatte.
Vielleicht sollte man seinen Vorschlag ja wirklich aufgreifen und „Spiel ohne Grenzen“ neu beleben. Der Zeitpunkt wäre gerade jetzt sicher gut für so eine Sendung. Man könnte ja mit Mannschaften aus einer griechischen, einer spanischen und einer portugiesischen Stadt als erste Gegner anfangen.....
181 40 Jahre Tennis im VfL Waldkraiburg - Die Jubiläumsfeier 13:00
Er hatte zwar schönes Wetter für diesen Tag bestellt, aber leider vergessen, die genaue Uhrzeit anzugeben – meinte Vorstand Emil Kirchmeier, als er die zahlreichen Gäste zur Jubiläumsfeierstunde begrüßte. Zahlreich waren die Gäste tatsächlich – und hochkarätig dazu: Staatsminister Dr. Marcel Huber war genau so gekommen wie Landrat Georg Huber, alle drei Waldkraiburger Bürgermeister und zahlreiche Stadträte. Natürlich war die Vorstandschaft des Hauptvereins des VfL mit Annemarie Deschler und Wolfgang Anders dabei. Später stieß Altlandrat Erich Rambold dazu. Und natürlich seine Vorgänger im Vorstand und viele Mitglieder waren dabei.
Emil Kirchmeier war stolz darauf, sie alle auf einer der schönsten Anlagen in Oberbayern begrüßen zu dürfen. Er blickte zurück ins Jahr 1968, als sich auf Einladung von Rechtsanwalt Assmann 18 Interessierte trafen um einen Tennisclub zu gründen. Schon im Januar 1969 wurde die Gründung des Tennisclubs geplant der „TC-Weiß-Blau“ heißen sollte. Der Mitgliedsbeitrag sollte 1 DM betragen.
1072 endlich gründeten 60 Sportfreunde unter Leitung von Leon Markowitz die Sparte Tennis im VfL Waldkraiburg. Nach längerer Standortsuche baute die Stadt 1973 drei Tennisplätze unter der Voraussetzung, dass die Mitglieder sich beim Bau des Clubheims selbst stark engagieren.
1974 zählte die Sparte Tennis bereits 179 Mitglieder, ein weiterer Hartplatz wurde geplant. Weil das Geld nicht reichte, wurden für Männer Pflichtarbeitsstunden eingeführt. Damals wollte die Vorstandschaft wegen Arbeitsüberlastung zurücktreten.
1974 wurden erstmals Clubmeisterschaften durchgeführt.
Im Februar 1975 feierten 209 Mitglieder, davon 43 Jugendliche, das Richtfest des Clubheims.
Im September 1975 konnten Tennisheim und 8 Freiluftplätze eingeweiht werden.
Bis 1982 legte man großen Wert auf die Ausbildung des Nachwuchses was Tennispräsident Georg von Waldenfels hier vor Ort besonders würdigte.
Schon damals begannen die Planungen für die Tennishalle, die 1,8 Millionen D-Mark kosten sollte. Stadt- und Landkreis steuerten 1,25 Millionen D-Mark bei und so konnte am 24. Oktober 1984 Einweihung gefeiert werden.
1988 war die Zahl der Mitglieder auf 588 angewachsen und die Halle zu 71% genutzt – heute nur noch ein Traum! (O-Ton 40:03:12 Boris Becker ... ) Solche Idole wären schon wieder hilfreich!
Nicht verschwiegen werden soll, dass es auch Konflikte und Unstimmigkeiten gab. 1993 wollten die Mitglieder sogar die Abspaltung der Tennisabteilung vom VfL.
Leon Markowitz übergab die Leitung nach 21 Jahren an Gustav Diwok.
In den 90ern waren Mitglieder sehr erfolgreich und gewannen zahlreiche Titel. 1997 wurde Alina Goth mit ihren 10 Jahren sogar deutsche Vizemeisterin!
1998 übernahm Jochen Theivogt den Vorsitz der Tennisabteilung, führte zahlreiche Neuerungen ein, achtete aber auch immer auf das gute Miteinander der Mitglieder.
Ab 2000 verlangte die Abteilung keine Aufnahmegebühr mehr, die zwischenzeitlich über 500 D-Mark betragen hatte.
2001 wählten die Mitglieder Thomas Ramberger zum Nachfolger von Jochen Theivogt. Die offenen Waldkraiburger Tennismeisterschaften hatten sich inzwischen etabliert. Erstmals nahm die Abteilung am Faschingsumzug teil und gab eine Broschüre heraus.
2003 hatte sich der Verein finanziell konsolidiert, da stand die Renovierung der Tennishalle an, die inzwischen veraltet war.
Nach langen und schwierigen Gesprächen kaufte die Tennisabteilung die Halle für einen symbolischen Euro und renovierte sie selbst.
„Tennis and Friends“ im Haus der Kultur und Vereinsausflüge nach Kroatien blieben in Erinnerung.
2005 stieg die Herrenmannschaft auf und hat sich seither in der Bezirksliga etabliert.
2007 sind sogar sieben Mannschaften aufgestiegen und 2008 die erste Damenmannschaft in die Landesliga. Julia Tiem und Anna Reich aus dieser Mannschaft spielen jetzt für München in der zweiten Bundesliga.
Seit 2008 ist er selbst Vorstand dieser Abteilung und konnte 2009 mit Jakob Schneider einen Europameister im Doppel feiern. Auch die anderen Mannschaften brauchen sich nicht zu verstecken.
2010 ist die erste Damenmannschaft sogar in die Bayernliga aufgestiegen. Diese Klasse konnten sie aber 2011 nicht halten und sind zurück in der Landesliga.
Das ehrenamtlich geführte Kleinunternehmen „Tennis“ beschreiben folgende Zahlen: 225 Mitglieder bewältigen einen Jahresumsatz von etwa einer viertel Million Euro. Allein 30.000 Euro gingen zu Spitzenzeiten für Energiekosten weg. Instandhaltung, Versicherungen, Steuern etc. summieren sich eben. Das alles zu finanzieren, ist nicht immer leicht, zumal alles ehrenamtlich bewältigt werden muss.
Emil Kirchmeier lobte Tennislehrer Timo Schwarz und das Wirtsehepaar Gabriel, die sich nun seit 10 Jahren um den Verein und seine Mitglieder kümmern.
Das Tennisjahr umfaßt zahlreiche Veranstaltungen bis hin zu Firmenturnieren, Sommer- und Weihnachtsfeiern.
Zum Schluss wollte Emil Kirchmeier „Danke-Schön“ sagen: der Stadt Waldkraiburg, dem Hauptverein, den Sponsoren Sparkasse, Stadtwerke und Stadtbau und auch Firma Netzsch.
Besonderer Dank galt allen Unterstützern der Jugendarbeit und allen, die hinter den Kulissen helfen, die Tennisabteilung am Laufen zu halten: Louis und Inge Schnabl, Judith Wals, Thomas Krause, Christina D’Attilia und Michael Mittermeier, Hilde Binder und Erika Fischer. Mit ihnen macht es richtig Spaß!
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Nach diesem ausführlichen Bericht gratulierte Bürgermeister Siegfried Klika den Tennisverantwortlichen zu ihrem unverwüstlichen Optimismus und profundem Stehvermögen.
Sport ist wichtig in Waldkraiburg. Sport trägt zur Integration bei. Da ist es Ehrensache, dass die Stadt alle Aktivitäten fördert. Wenn man nun das 40-jährige Jubiläum feiert, darf man nicht vergessen, dass die Stadt selbst erst 50 Jahre alt ist: Zwei Drittel ihrer Geschichte hat der Tennisverein die Stadt mit gestaltet. Dafür dankte Bürgermeister Siegfried Klika allen Vorständen.
Es war eine große Aufgabe, so einen Verein über so viele Jahre sowohl sportlich als auch wirtschaftlich erfolgreich zu führen.
dass dabei der Leitgedanke der Stadt beherzigt wurde, und gut zusammen gearbeitet aber auch zur richtigen Zeit gemeinsam gefeiert wurde, trug sicher zum Erfolg bei.
Er wünschte der Tennisabteilung für die Zukunft viel Erfolg. Sie sind ein guter Partner für die Stadt Waldkraiburg.
Und weil sie im Stadtrat so eine gute Lobby haben, überreichte er Emil Kirchmeier zum Jubiläum ein kleines Geschenk.
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Für VfL Vorsitzende Annemarie Deschler ist der Tennisclub seit über 30 Jahren „Heimat“. Gleich nach ihrer Ankunft bat Leon Markowitz ihren Mann die Funktion des technischen Leiters zu übernehmen, was ihr selbst damals gar nicht so recht war... Trotzdem war sie froh darüber, dass sie alle angepackt und diese Aufbauleistung erbracht haben. Ihnen allen galt ihr Dank.
Ihr Dank galt auch ihren Kollegen im Stadtrat, die nach stundenlangen Diskussionen über das Eigentum an der Tennishalle dem Verkauf zugestimmt haben, besonders Bürgermeister Siegfried Klika. Es ist eine gute Lösung!
Zusammen mit seinem Team hat Emil Kirchmeier die Halle nun wunderschön renoviert.
Annemarie Deschler dankte noch vielen weiteren, die viel Herzblut eingebracht, und die aus den Mitgliedern des Tennisvereins eine richtige Familie gemacht haben.
Sie wünschte der Tennisabteilung weiterhin alles Gute und vor allem viele Sponsoren.
Sie selbst machte den Anfang und überreichte einen Umschlag, der natürlich gleich bei Kassierin Inge Schnabl landete.
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... scherzte Staatsminister Dr. Marcel Huber. Wo „Huber“ draufsteht, ist auch Huber drunter! (Gelächter)
Als Gesundheitsminister freute er sich darüber, dass sich hier auf dieser wunderschönen Anlage Menschen 40 Jahre lang sportlich betätigen konnten. Dafür dankte er sehr und bat, auch weiter die Leute von der Couch zu holen und sie zum Bewegen zu animieren.
Als Ampfinger und selbst Tennisspieler wollte er aber noch etwas hinzufügen: Vor 40 Jahren war der Tennissport noch sehr elitär. Bunte Kleidung etwa ging gar nicht!
Da haben sich die Zeiten gewandelt. Heute ist Tennis ein Volkssport. Daran haben Boris Becker und Steffi Graf großen Anteil.
In Ampfing hat die Firma Mobil-Oil für ihre Mitarbeiter vor mehr als vierzig Jahren den ersten Tennisplatz gebaut. Daraus entstand der Tennisverein.
Genau so war es hier: In die aufstrebende Stadt Waldkraiburg kamen Fachleute von weit her und suchten Freizeitbeschäftigung. So entwickelte sich der Tennisclub. Dazu brauchte es den Antrieb von Leon Markowitz. Heute kann der Verein in jeder Hinsicht stolz auf seine Anlage sein. Er wünschte dem Verein, dass das auch so bleibt und die Liste ihrer Sieger länger wird.
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Auch Landrat Georg Huber dankte den Verantwortlichen für ihre enorme Aufbauleistung. Er mahnte, hinter all den vorgetragenen Zahlen die persönliche Leistung der Mitglieder nicht zu vergessen, die hier in diese schönste Anlage weit und breit eingebracht wurde. Von der gesunden finanziellen Lage ganz zu schweigen.
Er rechtfertigte die Zuschüsse des Landkreises in der Vergangenheit, die ja dem Breitensport zu Gute gekommen sind.
Landrat Georg Huber wünschte dem Verein, dass sie sich auch weiter so positiv entwickeln und auch weiter viele Erfolge feiern können. Davon profitieren sie selbst, die Stadt und auch der Landkreis.
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Gründungsvorstand Leon Markowitz wollte gleich zur Sache kommen: Alles was seine Vorredner vorgetragen hatten, ist wahr! Selbst kein „Vereinsheini“ wollte er mit seinem Engagement beim Tennisclub seine Rolle in der Gesellschaft wahrnehmen, begründete er sein Engagement.
Er dankte allen, die in den zurückliegenden 40 Jahren hier viel Zeit und Kraft eingebracht haben um Verein und Anlage zu errichten. Sein besonderer Dank galt Altlandrat Erich Rambold, der ihm sogar innerhalb von 24 Stunden die Baugenehmigung für das Vereinsheim erteilt hatte, um Fördermittel nicht zu verlieren. Sein Dank galt auch Jochen Fischer und Edmund Platsch, die ihm nie Steine in den Weg gelegt haben. Sie hatten also auch immer viel Hilfe von außen.
Schon von Anfang an ließen ihm die Brüder Schmidt, die nacheinander Vorstand des Hauptvereins waren, vollständig freie Hand bei allen Verhandlungen und auch bei Finanzierungsgesprächen.
Vor Jahren überreichte ihm Bürgermeister Jochen Fischer diesen Wimpel. Der ist sicher im Tennisheim besser aufgehoben, als bei ihm zu Hause...
Und für Inge Schnabl hatte er noch einen Umschlag.
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Später sollten Timo Schwarz und Christian Scherer ein Show-Match beschreiten. Beide sind A-Trainer und Trainer-Ausbilder. Ihr Spiel wird sicher ein Schmankerl.
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Während sich ein Teil der Gäste auf machte, im Restaurant ein Weißwurstfrühstück zu genießen, begleiteten wir die Bürgermeister und Stadträte auf ihrem Rundgang in die renovierte Tennishalle.
Dort kann auf drei Plätzen wetterunabhängig Tennis gespielt werden. Der granulatbefüllte Boden bietet ähnliche Bedingungen wie der Sandboden auf den Freiluftplätzen.
Die neue Beleuchtung, die verbesserte Heizung und die frischen Farben sorgen für sehr angenehmes Klima.
Platz wäre noch für weitere Sponsorenbanner!
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Mitglieder und Sponsoren verbrachten einen gemütlichen Nachmittag, wobei Bürgermeister Siegfried Klika schon einmal die Geschwindigkeit seines Aufschlags messen ließ.
Na ja – das überließ er doch besser den Tenniscracks und betätigte sich lieber als Balljunge....
Viel Interesse fand das Show-Spiel von Timo Schwarz und Christian Scherer.
Und gerade dann kam die Sonne heraus, die Emil Kirchmeier bestellt hatte. So hat dann alles gepaßt an diesem denkwürdigen Tag in der Geschichte der Tennisabteilung des VfL Waldkraiburg.
182 2.700 Bio-Brotboxen für drei Landreise in Rekordzeit! Byodo sorgt für gesunde Pausensnaks 7:15
Die damalige Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft – Renate Künast – initiierte 2002 erstmals in Berlin die Verteilung von Bio-Brotboxen an Schulanfänger. Seit damals schlossen sich immer mehr Städte und Landkreise an diese Aktion an.
Zum dritten Mal führte nun Byodo die Bio-Brotbox-Aktion durch, begrüßte Lucia Neudecker – PR-Mitarbeiterin bei Byodo in die Aktion ein. Noch nie vorher waren so viele Lehrkräfte, Elternbeiräte und Schulmitarbeiter gekommen, wie diesmal. 55 Helfer aus drei Landkreisen hatten sich angekündigt. Erstmals waren auch Schulen aus dem Landkreis Traunstein dabei.
Mitinhaberin Andrea Sonnberger freute sich über die vielen engagierten Helfer und besonders über die Unterstützung der Schulämter und der Stadt Mühldorf. Sie konnte neben den Schulamtsdirektoren Bernhard Glaser aus Altötting auch Paul Schönstetter und von der Stadt Mühldorf dritten Bürgermeister Christian Funiok begrüßen. Später sollte Landrat Huber dazukommen.
Um die Helfer einzustimmen, stieß sie mit den Gästen schon mal auf den Erfolg an.
Dritter Bürgermeister Christian Funiok erinnerte an die Pionierarbeit der Gründer vor 10 Jahren und an das Wachsen des Bio-Brotbox-Netzwerks. Er würdigte das Engagement von Byodo für die Erziehung der Kinder zu gesunder Ernährung, womit man bekanntlich nicht früh genug anfangen kann.
Er freute sich auf seine Mithilfe und war sicher, sie würden die Arbeit in zwei Stunden sicher schaffen! Und damit sie keine Zeit verlieren, rief er ihnen zu: (O-Ton: Packen wir’s an! )
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Lucia Neudecker freute sich, erstmals alle Schulen im Landkreis erreicht zu haben. Dafür dankte sie Schulamtsdirektor Paul Schönstetter. Der meinte dann etwas süffisant, dass er sich schon auf die unheimlich kleidsamen Spitzenhäubchen freute. Und natürlich auf das Gedränge an den Packstraßen...
Das Schulamt Mühldorf unterstützt diese sinnvolle Aktion gern. Alles Sinnvolle entwickelt sich von selbst weiter. So war es nur eine Frage der Zeit, bis auch die Schulen im Landkreis Traunstein dazugekommen sind. Jetzt... (O-Ton haben wir den Balkan voll! – Gelächter)
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Schulamtsdirektor Bernhard Glaser meinte, wenn Mitte Oktober die Ernährungswoche unter dem Motto „Gscheid essen, in Genuß und Verantwortung“ stattfindet, dann kann diese Aktion zweierlei erreichen: Das Bewußtsein, auf gesunde Nahrungsmittel zu achten und durch das gemeinsame Frühstück tags darauf das Eßverhalten der Kinder zu fördern. (O-Ton: Packmas an!)
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Bevors losgehen konnte, musste Fritz Huber vom Chiemgauer Naturkosthandel in Unterreit, der die Äpfel und die Karotten beigesteuert hatte, auf die sehr unterschiedliche Größe der Karotten hinweisen. Es ist halt ein Naturprodukt...
Aus hygienischen Gründen mussten dann alle Helfer erst einmal die wirklich kleidsamen Häubchen aufsetzen und die schweißtreibenden Plastikhandschuhe anlegen.
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Im Fließbandverfahren öffneten die einen dann die Bio-Brotboxen, die zweiten legten eine Broschüre ein, die dritte Station eine Tüte Erdbeer-Crunchies, die benachbarte Firma Barnhouse beigesteuert hatte, die vierte Station hatte das Problem mit den Karotten. Tatsächlich mussten viele ausgesondert werden, weil sie zu groß für die Bio-Brotbox waren.
Dann noch den Apfel und eine Packung „Reis und Mais Knusperbrot“ von Byodo einlegen und die Box verschließen – fertig!

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An vier Packstraßen gleichzeitig ging die Arbeit sehr zügig von der Hand. Neben den gesunden Lebensmitteln erhalten die ABC-Schützen eine stabile Plastikbox, die sie ihre ganze Schulzeit lang daran erinnern soll, immer eine gesunde Brotzeit mit zu nehmen.
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Schulamtsdirektor Paul Schönstetter hatte schnell eine besondere Technik für das Verschließen der Boxen und dritter Bürgermeister Christian Funiok kümmerte sich darum, dass die anderen alles richtig machen. Bürgmeister halt – immer den Überblick bewahren!
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Hatte Christian Funiok noch zwei Stunden vorgesehen, war nach einer guten halben Stunde die Arbeit getan und Byodo konnte im Lager daran gehen, die fertig gepackten Boxen auf die einzelnen Schulen aufzuteilen.
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Nach nicht einmal einer Stunde waren die 2.700 Brotzeitboxen gepackt und die Helfer und Helferinnen genossen selbst die guten Äpfel und Karotten. Noch ein Foto geschossen und es ging ans Kuchenbuffet, zu dem Byodo einlud um die Zeit zu überbrücken, bis das Lager mit dem Sortieren fertig war.
Lucia Neudecker freute sich über den neuen Weltrekord: (O-Ton: Mehr Boxen in halber Zeit )
Dann stieß Landrat Georg Huber dazu und freute sich über die zahlreichen Helfer bei dieser zukunftsträchtigen Entwicklung.
Herr Landrat, zum dritten Mal Bio-Brotboxen-Aktion – eine großartige Unterstützung dabei, den Kindern von Anfang an gesunde Ernährung beizubringen! (O-Ton)

183 "Affentheater" - Rebekka Fechner zeigt Buchillustrationen an der VHS in Mühldorf 6:00
Die Mühldorferin Rebekka Fechner hat ihre Ausbildung zur Kommunikationsdesignerin in Nürnberg mit einer Arbeit abgeschlossen, von der sie nun Ausschnitte an der VHS in Mühldorf zeigt.
Wir haben mit Rebekka Fechner gesprochen.
Zur Vernissage kamen dann sehr viele Gäste. Unter ihnen die Stadträte Gottfried Kirmeier und Rainer Schratt. VHS-Geschäftsführer Jens Droppelmann führte in die Ausstellung, die – wie gesagt – bis 21. Dezember in den Fluren der Volkshochschule in Mühldorf während der üblichen Bürozeiten zu sehen ist. Der Eintritt ist wie immer frei.
184 Saisonauftakt bei den Handballern des VfL Waldkraiburg - Sieg - Unentschieden und neue Trainingsanzüge 7:40
Im Auftaktspiel der Handball Bezirksklasse Altbayern Ost standen sich die zweite Mannschaft des VfL Waldkraiburg und die des TuS Pfarrkirchen gegenüber. Wie kürzlich gemeldet, werden beide Handball-Mannschaften des VfL ab dieser Saison von Holger Becker und Manfred Rudolf trainiert.
Die Waldkraiburger spielten in weißen Hemden und schwarzen Hosen von links nach rechts, Pfarrkirchen in roten Hemden und schwarzen Hosen von rechts nach links.
Von Beginn an konnten die Gäste davonziehen und einen beachtlichen Vorsprung herausspielen. Waldkraiburgs Angriff hatte Probleme, die Angriffe in Tore umzusetzen.
Während Pfarrkirchens Torwürfe ihr Ziel trafen, scheiterten Waldkraiburgs Angreifer häufig am gegnerischen Schlussmann.
Unter den Zuschauern an diesem Nachmittag waren zweiter Bürgermeister Harald Jungbauer, Sportreferent Dietmar Heller und die VfL Vorsitzenden Annemarie Deschler und Wolfgang Anders.
Mit schnellen Kontern begannen die Hausherren wieder Anschluss zu finden.
Fünf Minuten vor der Pause – beim Spielstand von 9:12 holten die Trainer ihre Mannschaft zum Gespräch. Sowohl auf Pfarrkirchner als auch auf Waldkraiburger Seite hatten sie ihren Aktiven viel zu sagen.
Das zeigte Wirkung: Waldkraiburg verkürzte den Abstand auf 10:12.
Kurz vor der Hupe erzielten die Gäste aber noch einen Treffer, so dass es zur Pause wieder 10:13 stand.
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Die zweite Hälfte: Jetzt gelang es den Hausherren den Abstand zu verkürzen. Dabei profitierten sie von häufigen Fehlern der Gäste die sogar ihre 7-Meter-Würfe vergaben während die Hausherren verwandelten.
Der Ausgleich zum 14:14 in der 35. Minute.
Auch wenn nicht alles gelang, konnten die Gäste ihre anfängliche Überlegenheit nicht mehr halten. Beide Mannschaften schenkten sich nichts und zogen gleichauf vorwärts.
Nach drei Viertel der Zeit gingen die Hausherren mit 19:18 in Führung.
Das zehrte wohl an den Nerven der Gäste, die sich vermehrt zu Fouls hinreißen ließen.
Das Spiel wurde härter und durch Verletzungspausen unterbrochen.
Auch wenn Pfarrkirchen manchen schnellen Konter vors Waldkraiburger Tor bringen konnte, hakte es doch beim Abschluss. Fünf Minuten vor Schluss stand es 23:23.
Eine Auszeit musste Zeit für ein Gespräch bringen. Holger Becker war sehr unzufrieden mit seinen Leuten, die einen 2-Tore-Vorsprung verschenkt hatten.
Das Gegenteil passierte: Die Gäste erzielten zwei weitere Tore.
Schiedsrichter .. musste dann zwei Pfarrkirchner Spieler vom Platz verweisen, so dass in den letzten beiden Minuten nur noch vier Pfarrkirchner Feldspieler sechs Waldkraiburgern gegenüberstanden. Die Aufregung beider Trainer beruhigte Schiedsrichter .. mit der gelben Karte.
Es wurde nochmal spannend: Zwar vergab Waldkraiburg den fälligen Strafwurf – die Gäste kamen genau so nicht zum Erfolg wie die Hausherren im Gegenzug.
Noch ein paar Sekunden: Die Hupe unterbracht 40 Sekunden vor Schluss das Spiel. Holger Becker wollte zumindest den Ausgleich! Und das gelang!
5 Sekunden vor Schluss eine Schrecksekunde: Foul und Strafwurf für Pfarrkirchen:
Den ließ er trotz abgelaufener Zeit und Gleichstand 26:26 ausführen.
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Es blieb beim 26:26 Unentschieden, was für Freude bei den Hausherren sorgte. Die Gäste waren sichtlich unzufrieden.
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Dann dankte zweiter Bürgermeister Harald Jungbauer den Verantwortlichen für die Mühe, wieder so viele Mannschaften für die neue Saison vorbereitet zu haben.
Die ersten beiden Spiele – die Jugendmannschaft hatte vorher in einem packenden Spiel 50:31 gewonnen – zeigten, dass hier Teamgeist herrscht, der für die kommende Saison viel erwarten lässt. Als Waldkraiburger wollte er natürlich viele Siege der Waldkraiburger Mannschaften erleben. Vielleicht helfen ja auch die neuen Trainingsanzüge mit, die schon gleich zeigen, dass hier Einheit gepflegt wird. Für die kommende Saison wünschte er allen Mannschaften des VfL alles Gute und viel Erfolg.
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VfL Vorsitzende Annemarie Deschler schloss sich diesen Wünschen an und hoffte, dass sie von Verletzungen verschont bleiben und trotz aller Wettkämpfe auch der Spaß nicht zu kurz kommt. Dann können sie sich am Ende bei der Abschlussfeier wieder über eine weitere Handballsaison freuen.
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Sportreferent Dietmar Heller hatte in den vorangegangenen beiden Spielen sage und schreibe 133 Tore gesehen. So kann es weitergehen. Und natürlich sollen die Waldkraiburger Mannschaften immer mindestens ein Tor mehr erzielen wie die Gegner. Sie alle sollen gesund bleiben, dann kommt der Erfolg von selbst.
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Abteilungsleiter Norbert Fischer dankte Firma Nutz für die neuen Trainingsanzüge, die nun wirklich eine Einheit der Waldkraiburger Handballer zeigen. Auch allen anderen Sponsoren galt sein Dank für ihre großzügige Unterstützung.
Auch stellvertretender Abteilungsleiter Dietmar Wesp war stolz auf das neue einheitliche Ersscheinungsbild seiner Aktiven. Dann stellte er die Mannschaften der Saison 2012/2013 vor und begann mit den Minis.
Die weibliche C-Jugend spielt in der bezirksübergreifenden Bezirksliga kurz ÜBL Süd-Ost 1.
Die männliche C-Jugend konnte sich als einzige für die neu geschaffenen bezirksübergreifenden Bezirksoberliga Süd-Ost qualifizieren.
Die weibliche Jugend A spielt in der bezirksübergreifenden Bezirksliga Süd-Ost.
Die letzte Jugendmannschaft – die „männliche Jugend A“ - spielt in der bezirksübergreifenden Bezirksliga Süd-Ost.
Schließlich stellte Dietmar Wesp die zweite Herrenmannschaft vor, die es beim VfL erst seit vergangenem Jahr gibt.
Und schließlich die Herren-Mannschaft, die wieder in der Bezirksliga Altbayern Ost spielen wird.
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Ein beeindruckendes Bild gaben die Waldkraiburger Handballer beim Grupenbild ab.
Später feierten Handballer und Gäste den Saisonauftakt bei Gegrilltem, Kaffee und Kuchen und ließen den Nachmittag bei gemütlichem Beisammensein ausklingen.
185 IHK Gremium bei Pölz Fruchtsäfte in Garching: Besichtigung - Energiewende - B15neu 11:05 39 28.09.12
In Garching an der Alz hat das Fruchtsaftunternehmen Pölz seinen Sitz und seine Produktionsstätte. Dort versammelten sich die Mitglieder des IHK-Gremiums.
Da vor der Sitzung eine Betriebsbesichtigung stattfinden sollte, mussten alle Teilnehmer Mäntel anziehen und Häubchen aufsetzen.
Erst aber stellte Josef Pölz das Unternehmen vor, das sein Vater 1958 gegründet hatte. Von Anfangs 1.000 Flaschen täglich stieg seither die Produktion auf 15.000 Flaschen pro Stunde. Pro Stunde kann Pölz 10 Tonnen Obst verarbeiten. Da nur von September bis Ende Oktober gepreßt werden kann, wird in Tanks zwischengelagert und übers Jahr abgefüllt. Die trockenen Fruchtreste gehen in die Wildfütterung oder in die Landwirtschaft als Tierfutter.
Von Anfangs nur Apfelsaft stieg das Sortiment auf heute fast 60 verschiedenen Säften.
Pölz beliefert damit Kunden im Umkreis von etwa 300 Kilometern und in 10 Ländern, wohin aber nur biologische Säfte und Nektare gehen. Für ihre Säfte erhielt Pölz zahlreiche Auszeichnungen durch die DLG und das Bundeslandwirtschaftsministerium.
Die Säfte werden erhitzt und dann abgefüllt. Nachdem die Flaschen verschlossen sind werden sie nochmals erhitzt, etikettiert und in Träger zum Versand bereitgestellt.
Das alles bewerkstelligen 29 Mitarbeiter.
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Im Besprechungsraum dankte IHK-Vorsitzende Ingrid Obermeier-Osl Josef Pölz für die Betriebsführung und die Bereitstellung des Besprechungsraums.
Josef Pölz ergänzte, in der Weihnachtszeit stellt seine Firma auch Glühwein her und gewann dafür auch schon in Vergleichstests.
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Ingrid Obermeier-Osl konnte zunächst die Anstellung von Frau Gering vermelden, die ab 1. Oktober die Geschäftsstelle der IHK in Mühldorf als Betriebsberaterin leiten wird.
Im ersten Vortrag zog Dr. Stefan Wimbauer eine Zwischenbilanz zur Energiewende.
Trotz Staatsschuldenkrise beschäftigt die Energiewende die Diskussion in den Unternehmen – führte Dr. Wimbauer ein.
Man darf bei der Betrachtung der Energiewende nicht vergessen, dass sie bereits mit der Definition der Klimaziele begonnen hat. Den ursprünglichen BeSchluss, aus der Atomenergie auszusteigen, hat die Bundesregierung dann zunächst zurückgenommen, dann aber nach Fukushima erneut beschlossen. In der Folge des Unfalls in Japan hat die Bundesregierung dann nicht nur ein Datum zum endgültigen Ausstieg aus der Kernenergie festgelegt sondern auch sehr ehrgeizige Ziele zur Energieeinsparung und zum Klimaschutz.
Diese Ziele einzuhalten sind gerade bei der Förderung der Elektromobilität und dem Einsatz von elektrisch betriebenen Wärmepumpen sehr schwierig zu erreichen.
Alleine die Reduktion der Emission der Treibhausgase um 80% bis 2050 hat gravierende Einflüsse auf das Leben des Einzelnen. Dann kann man etwa nur noch das hier machen!
Wenn man diese Zeile erreichen möchte, muss sich in Gesellschaft und Wirtschaft wirklich sehr viel ändern.
Bei allem darf man nicht vergessen, dass der Strom nur etwa 20% des Energieverbrauches ausmacht. Nur 4,6% des Energieverbrauchs kommt aus der Kernenergie. Nur diese 4,6% sollen durch erneuerbare Energiequellen ersetzt werden.
Um aber die Klimaziele zu erreichen, muss die Energie aus fossilen Brennstoffen ersetzt werden – und das sind 84,3%!
In weiteren betrachtete Dr. Stefan Wimbauer nur den Stromverbrauch. Schon jetzt kommen 20% der elektrischen Energie, die in Deutschland verbraucht wird aus erneuerbaren Energiequellen.
In Bayern sieht das deutlich anders aus: Die linke Graphik zeigt, dass 2009 57,6% aus Kernenergie kamen und 23,3% aus erneuerbaren Energiequellen.
Ziel der Staatsregierung ist, den Anteil aus erneuerbaren Energiequellen auf 50% zu steigern. 20% werden weiter aus fossilen Brennstoffen kommen und 30% sind die sogenannte Erzeugungslücke.
„Erzeugungslücke“ heißt, man weiß noch nicht so recht, wo’s herkommen soll.
Hier eine Graphik der Zusammensetzung der erneuerbaren Energien. Allerdings wird sich der Anstieg nicht so stark fortsetzen können, weil kaum mehr Potential vorhanden ist.
Photovoltaik und Landwirtschaft werden nicht viel mehr beitragen können – auch wenn in Bayern genau so viel Photovoltaikleistung installiert ist wie in den gesamten USA!
Der größte Zuwachs soll bei der Windenergie stattfinden – auch wenn hier das Potential nur halt so groß ist wie etwa in Niedersachsen. Trotzdem kann man hier sinnvoll Windenergie erzeugen, braucht dafür aber wesentlich größere Anlagen.
Bundesweit soll der Anteil installierter Leistung aus erneuerbarer so ansteigen. Schon 2032 sollen drei Mal so viel Leistung aus erneuerbarer Energie installiert sein. Den größten Zuwachs erwartet die Bundesregierung bei der Photovoltaik und bei den Windkraftanlagen.
Sollten diese Pläne umgesetzt werden, wäre in Deutschland deutlich mehr Leistung installiert, als in der Spitze gebraucht wird. Das ist nötig um die Verfügbarkeit einzelner Quellen ausgleichen zu können.
Schon jetzt führen Überkapazitäten in Norddeutschland in windstarken Zeiten zu instabilen Netzen. Diese Graphik zeigt, wie ungleichmäßig Strom aus erneuerbaren Energiequellen zur Verfügung steht. Das führt zu vermehrten Eingriffen der Netzbetreiber von nur 2 Eingriffen im Jahr 2003 auf 1024 im Jahr 2011.
Da die fehlende Leistung durch Reserverkraftwerke ersetzt werden muss, die nur dann einspringen, wenn Mangel herrscht, will derzeit niemand solche Kraftwerke bauen. Auch der Bau des Gaskraftwerks in Haiming wurde schon um zwei Jahre nach hinten verschoben.
Kritisch wird’s erst, wenn 2020 das letzt Kernkraftwerk vom Netz geht.
Um die Energie aus den Windkraftfeldern in der Nordsee nach Bayern zu bekommen, sollen große Netztrassen neu gebaut werden – teilweise mit Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung.
Schätzungen gehen von Investitionen in Höhe von 47 Milliarden Euro für 8.200 Kilometer Höchstspannungsleitungen aus.
Ausgebaut muss zusätzlich das Verteilnetz, weil besonders die Photovoltaikanlagen hier einspeisen.
Dazu sind Speichermöglichkeiten nötig, deren Bau leider in weiter Ferne steht. Auch „Power-to-Gas“ ist bislang über das Versuchsstadium nicht hinausgekommen – auch wenn es eine sehr gute Lösung wäre.
Eine weitere Möglichkeit, die Netze zu stabilisieren ist das Zeitmanagement, also die Steuerung großer Verbraucher in Abhängigkeit von der Netzbelastung. Das ist allerdings sehr schwierig und erfordert hoch intelligente Meß- und Steuerungstechnik.
Leider wirkt sich das alles auf den Strompreis aus, bei dem Deutschland schon heute am oberen Ende rangiert. Wie diese Graphik zeigt, tragen das EEG und die Steuern erheblich zur Steigerung des Strompreises bei. Auch der erwartete Sprung von 5 Cent im kommenden Jahr resultiert aus dem EEG. Wird das so durchgeführt, werden wohl besonders energieintensive Branchen aus Deutschland abwandern!
Deshalb plädiert die IHK dafür, den EEG-Mechanismus zu ändern. Es muss ein System gefunden werden, das sich am Markt orientiert und das hilft, den Ausbau der erneuerbaren zu forcieren und trotzdem den Strompreis konstant zu halten.
Während derzeit gut 49% der alternativen Energie in Deutschland aus Windkraft kommt, produziert die Solarenergie gut 46% der Kosten aus dem EEG. Es kann nicht sein, dass die unwirtschaftliche Photovoltaik den Großteil der Kosten produziert.
Die IHK schlägt deshalb den schrittweisen Übergang zum Quotenmodell vor, die Bereitstellung zusätzlicher Gaskraftwerke zu forcieren, im Strommarkt europäisch zu denken, die staatlichen Anteile am Stompreis auf den Prüfstand zu stellen und realistische Energieeffizienzziele zu stecken.
Dieses Positionspapier der IHK steht dort auf Anforderung zur Verfügung.
Abschließend wies Dr. Stefan Wimbauer auf zahlreiche Initiativen der IHK hin.
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Dr. Robert Obermeier schlug dann Dr. Dieter Gilles zur Wahl ins IHK-Gremium als Nachfolger für Dr. Willi Kleine vor, der aus der Wacker-Chemie – und damit auch aus dem Gremium ausgeschieden ist.
Dr. Dieter Gilles stellte sich kurz vor. Er ist zwar erst seit Februar Werksleiter bei Wacker in Burghausen, lebt aber seit über 20 Jahren hier. Zuletzt war er sieben Jahre lang Werkleiter bei Siltronic. Er kennt sich also aus und weiß, worum hier gekämpft werden muss.
Er versprach, sich für die Ziele der Region einsetzen zu wollen und erklärte, sich gern einbringen zu wollen.
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Die Mitglieder des Gremiums wählten Dr. Dieter Gilles einstimmig ins Gremium – und er nahm die Wahl gerne an. Ingrid Obermeier-Osl freute sich über die Wahl und gratulierte Dr. Dieter Gilles.
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Im zweiten Vortrag ging Sven Sänger auf den Bau der Bundesstraße 15 neu ein, die die Autobahn A 93 über Landshut mit Rosenheim verbinden soll. Sie ist weiträumig eine Umgehungsstraße für den Ballungsraum München.
Diese neue Straße kreuzt die künftige A94 östlich von Schwindegg, etwa bei Heldenstein. Schon gebaut sind Abschnitte südlich von Landshut. Für die Umfahrung Rosenheim fand kürzlich der Spatenstich statt.
Hier die geplanten Trassenverläufe zwischen Vilsbiburg und der A94. Derzeit ist das allerdings noch ziemlich unsicher.
Die IHK von Niederbayern hat in einer Umfrage ermittelt, dass es Firmen aus dem Raum Landshut sehr wichtig ist, diese neue Anbindung nach Süden schnellstmöglich zu erhalten.
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Ingrid Obermeier-Osl berichtete, dass das IHK Gremium Landshut angeregt hatte, sich zusammenzuschließen und gemeinsam zu erreichen, dass der Ausbau der B15 in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen wird. Die Mitglieder schlossen sich dieser Anregung an und beauftragten die Vorstandschaft, weiteres zu übernehmen.
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Abschließend berichtete Ingrid Obermeier-Osl, dass der IHK Bildungsexpress nun ausgebucht ist, der im November von Burghausen über Mühldorf nach Salzburg fahren soll. In den IHK-Bildungsexpress, den die IHK mit etwa 7.000 Euro komplett finanziert, laden IHK-Mitglieder Schüler aller Schulen in der Region ein. Im Zug beraten Firmen über ihre Ausbildungsmöglichkeiten und schließen gegebenenfalls gleich Ausbildungsverträge ab.
Sie dankte dem Arbeitskreis für die Vorbereitung dieses Ausbildungszuges.
Der zweite Arbeitskreis, bei dem es um die Befragung Auszubildender geht – benötigt noch etwas Zeit.
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Abschließend berichtete Dr. Robert Obermeier über zahlreiche Aktivitäten der IHK, etwa von der Stellungnahme der IHK zum neuen Landesentwicklungsplans der bayerischen Staatsregierung.
186 30 Jahre Wirtschaftsjunioren - Die Jubiläumsfeier mit Professor Seiwert: Zeit ist viel wertvoller als Geld! 15:10
Ziemlich düster begann Sascha Schnürer seine Begrüßung der Gäste. Zu viele Krisen überschatten die Diskussion unserer Zeit.
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„Wir glauben, dass das Vertrauen in Gott dem Leben seinen wahren Sinn gibt;
dass die menschliche Brüderlichkeit dem Machtanspruch von Nationen überlegen ist;
dass die Freiheit jedes einzelnen und die des Unternehmens, die wirtschaftliche Gerechtigkeit sichert;
dass die Regierung sich auf das Gesetz und nicht auf die unumschränkte Willkür stützt;
dass die menschliche Person der wertvollste aller Reichtümer ist;
Und der Menschheit zu dienen das allerhöchste Werk eines Lebens ist.“
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Mit diesem „JCI-Creed“ – also dem Credo der Wirtschaftsjunioren begrüßte Sascha Schnürer die Gäste zum 30-jährigen Jubiläum des Kreisverbandes Mühldorf. Diese Hymne ist die beste Beschreibung wofür die Wirtschaftsjunioren stehen – weltweit!
Diese Hymne wurde schon 1946 in Wisconsin in den USA verabschiedet und sollte seither auf jeder Veranstaltung der Wirtschaftsjunioren gespielt und gesungen werden.
Die hier beschriebenen Werte haben wohl auch 1982 die Gründungsmitglieder bewogen, einen Kreisverband zu gründen.
Damals – im Ampfinger Hof – entstand ein Netzwerk, das die Mitglieder verbindet und zusammenhält.
Die Wirtschaftsjunioren sind aber nicht nur ein Wirtschaftsverband, sondern der Einstieg ins Wirtschaftsleben für junge Führungskräfte und junge Unternehmer aller Branchen.
Sie sind eine Plattform für Ideen und Projekte. Dabei sind sie manchmal unbequem – auf jeden Fall aber unpolitisch und unbürokratisch.
Zahlreiche Veranstaltungen wie das Unternehmerforum, der Ball der Wirtschaft, der Unternehmerpreis haben die Wirtschaftsjunioren in der Region verankert und den Landkreis wirtschaftsfreundlicher gemacht.
Für Sascha Schnürer sind die Wirtschaftsjunioren Heimat geworden. Das wollten er und seine Vorstandskollegen den Mitgliedern an diesem Jubiläumstag zurückgeben.
Damit wollte er die Freunde der Wirtschaftsjunioren herzlich willkommen heißen: MdB Stephan Mayer, MdL Ingrid Heckner, Landrat Georg Huber, zweiten Bürgermeister Paul Schwarz, CSU Listenkandidat Dr. Martin Huber, die IHK-Vizepräsidentin Ingrid Obermeier-Osl und die zahlreichen weiteren namhaften Gäste.
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Landrat Georg Huber freute sich, zusammen mit den Wirtschaftsjunioren diesen Meilenstein feiern zu können. Der Landkreis darf froh darüber sein, dass hier seit 30 Jahren junge Wirtschaftsführer mehr leisten als es ihre Pflicht wäre. Sie haben seither die Region entscheidend mit geprägt und entscheidende Impulse geliefert.
Dazu beigetragen haben besonders die interessanten Wirtschaftsforen, aus denen immer Impulse hervorgegangen sind. Sicher auch deshalb nennt sich die Zeitschrift der Wirtschaftsjunioren „Impuls“, die in ihrer neuen Ausgabe nicht nur auf die zurückliegenden 30 Jahre blickt sondern auch das Thema „Entschleunigung“ aufgreift. Gerade die Entschleunigung wird immer wieder kritisch diskutiert. Das Zeit-Management ist für jeden Unternehmer ein großes Problem. Die tägliche Arbeit kostet viel Zeit – manchmal so viel, dass das persönliche Umfeld zu leiden beginnt.
Die Mitglieder der Wirtschaftsjunioren haben gezeigt, wie man sich behauptet. Nun sind sie Vorbilder für diejenigen, die sich mit der Gründung eines Unternehmens tragen.
Genau das brauchen Landkreis, Region und Wirtschaft: Mutige Unternehmer und Unterstützer. So sind sie die Keimzelle für die heimische Wirtschaft. Der Landkreis wird alles unternehmen sie dabei zu unterstützen. Nur zusammen können die Herausforderungen bewältigt werden. Dafür dankte Landrat Georg Huber und gab ihnen ein Zitat von Johann Wolfgang von Goethe mit auf den Weg: (O-Ton ) Dazu wünschte er weiterhin viel Erfolg und alles Gute.
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Ingrid Obermeier-Osl war 1982 Gründungsmitglied und danach 13 Jahre lang Vorstandssprecherin. Sie gratulierte zunächst zum Jubiläum und stellte fest, dass sie zu Recht stolz auf die zurückliegenden 30 Jahre und zuversichtlich in die Zukunft blicken können.
Dann verglich sie die Entstehung der Wirtschaftsjunioren mit einem Baum. Am 18. Dezember 1982 wurde der „Baum Wirtschaftsjunioren“ im Nebenzimmer des Ampfinger Hofes gepflanzt. Netzweken war schon damals wichtig – wenn das auch etwas langsamer vor sich ging.
Der Baum schlug mit seinen Anfangs 20 Mitgliedern schnell Wurzeln.
Zahlreiche Veranstaltungen sorgten sowohl fachlich als auch gesellschaftlich und sogar sportlich für zahlreiche Seitentriebe. Bald waren die Wirtschaftsjunioren Mühldorf präsent auf Landes- Bundes- Europa- und sogar auf Weltkonferenzen.
Die Zahl der Mitglieder wuchs ständig. Und auch das Veranstaltungsprogramm: Betriebsbesichtigungen bei fast allen Mitgliedern, aber auch bei BMW, Dräxelmeier und Kathrein ermöglichten den Blick zum Nachbarbaum.
Vorträge etwa von Professor Kirchhoff, Professor Kathrein aber auch von Albert Plininger, der Ärzteschaft oder anderen bereicherten. Aktuell entsteht eine Ausbildungsplatzbörse.
Besonders wichtig aber war immer, dass die Unternehmerfamilie mit einbezogen war. Von Faschingsveranstaltungen bis zu Geburtstagsfeiern war immer etwas los.
Sie dankte allen, die in den zurückliegenden 3 Jahrzehnten das alles bewerkstelligt haben.
Der „Baum Wirtschaftsjunioren“ erzeugt zwar zu jeder Jahreszeit andere Früchte – immer aber Sauerstoff und bringt ehrbare Kaufleute hervor. Er ist inzwischen auch eine Größe im Mühldorfer Wald. Seine Stimme wird überall gehört.
Die Wurzeln auch weiterhin gut zu pflegen, bat sie Vorstand und Mitglieder, damit Sprößlinge auch in Zukunft den optimalen Nährboden vorfinden, damit das „Wir-Gefühl“ weiter wächst. Dann kann auch zukünftig weder Blitz noch Donner dem Wirtschaftsjuniorenbaum etwas anhaben.
(O-Ton Als IHK-Vizepräsidentin...)
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MdB Stephan Mayer dankte zunächst für die Übertragung der Schirmherrschaft und meinte, mit 30 Jahren sind sie aus dem Gröbsten raus. Dann korrigierte er, sie sind keineswegs unpolitisch – eher überparteilich. Sie mischen sich nämlich ein, melden sich zu Wort und werden auch gehört.
Sie bilden sich in sehr vielen Themenbereichen eine fundierte Meinung und bringen diese gegenüber vielen Politikern auch zum Ausdruck. Dabei beschränken sie sich nicht auf lokale Themen. So haben sie sich auch mit der Renten-, der Steuer- und der Gesundheitspolitik befaßt. Dafür sprach ihnen MdB Stephan Mayer großes Lob aus.
Auch der Know-How-Transfer ist hervorzuheben, bei dem Mitglieder der Wirtschaftsjunioren die Arbeit des Bundestages kennenlernen. Da nehmen sie sogar an streng geheimen Ausschuß- oder gar Fraktionssitzungen teil. So bekommen sie einen neuen und intensiven Einblick ins politische Geschehen. Wer also im Mai kommenden Jahres Zeit hat?!
MdB Stephan Mayer lobte die Wirtschaftsjunioren auch deshalb, weil sie sich in einer persönlich schwierigen Lebensphase, wo sie gerade Familie gründen und ihre berufliche Laufbahn beginnen, auch noch ehrenamtliches Engagement übernehmen. Das ist beileibe nicht normal.
Es zeichnet sie aus, dass sie trotz aller Zeitknappheit sich Zeit nehmen, hier Netzwerke zu bilden und Freundschaften aufzubauen und zu pflegen.
MdB Stephan Mayer würdigte den Wert des Mittelstandes für den wirtschaftlichen Erfolg Deutschlands, der viel zu wenig beachtet wird. Die Politik ist auch deshalb gut beraten, auf ihre Vorschläge und Anregungen einzugehen. Sie haben wirklich etwas zu sagen.
Abschließend würdigte er die Mitglieder in ihrer Funktion als Unternehmer, die nicht nur keine geregelte Arbeitszeit haben sondern auch noch mit Haut und Haar haften.
(O-Ton )
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Sascha Schnürer mahnte, dass der Alltag geprägt ist von Geschäftigkeit und Betriebsamkeit. Gerade dann macht ein unerwarteter Schicksalschlag klar, dass man alles ersetzen kann – nur nicht die Zeit.
Geld kann man verdienen und verlieren – Zeit kann aber auch der Reichste nicht zurückdrehen. Da haben die Wirtschaftsjunioren keine Kosten gescheut, Professor Dr. Lothar Seiwert gebeten: „Simplyfy your life!“
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Professor Dr. Lothar Seiwert hat als Trainer für Time-System vor etwa 30 Jahren begonnen.
In einem amüsanten und unterhaltsamen Vortrag verband er Zaubertricks und Tipps und Tricks, wie man seinen Arbeitstag gestalten.
Heute ist ständig etwas los, das Zeit kostet. Dabei fordern die vielen Aktivitäten immer mehr Zeit.
Mit Zeitmanagement kann man nicht mehr Zeit gewinnen. Wie das aussieht, zeigte er am Beispiel eines Videos. (50:35:00)
Der DGB hat festgestellt, 52% der Menschen fühlen sich gehetzt, 63% beklagen ständig steigende Anforderungen. Ständige Erreichbarkeit fördert Burn-Out, das in den USA bereits „Hurry-Sickness“ heißt.
Zeitfresser sind die Social-Media-Portale, die der deutschen Wirtschaft im ersten Halbjahr 200 Millionen Euro gekostet haben.
Auf die Frage am Lebensende, wofür die Befragten gern mehr Zeit gehabt hätten, antworteten fast alle, sie hätten gern mehr Zeit für die Familie gehabt. Das lässt sich aber dann nicht mehr ändern.
Das zeigt dieser Meterstab. Landrat Georg Huber sollte daran sein Alter markieren.
Nach dem 62. Zentimeter geht es nur noch steil bergauf! Das sollten sich vielleicht alle Raucher zu Herzen nehmen.
Nun wollte er den Zuhörern fünf Ideen mitgeben, die helfen können, ihr Leben angenehmer zu gestalten. Dazu verwies er auf die Eintagsfliege. Obwohl sie nur einen einzigen Tag lebt, ist sie glücklich, tanzt, spielt und stürzt sich von Vergnügen zu Vergnügen. Könnten wir das nur genau so machen.
„Zeit ist Geld“ ist deshalb falsch. Zeit ist viel wertvoller als Geld.
Aus diesen vier Bereichen besteht unser Leben. Dabei sollte man festlegen, wieviel Zeit man für diese vier Bereiche aufwendet. Für Sinn und Werte? - die Fitness? – für die Gesundheit? – für die Familie und für die Arbeit.
Die meisten wenden 50 bis 80 sogar 90% der Zeit für den Beruf auf. Für unsere Leistungsgesellschaft ist das typisch. So ist in jedem Gespräch auch spätestens die zweite Frage die nach dem Beruf.
Eine Studie in Hannover hat ergeben, dass nur erfolgreich ist, wer sich auch mit Dingen beschäftigt, die nichts mit der Firma zu tun haben.
„Ich hab‘ keine Zeit“ ist eine Lebenslüge, mit der endlich aufgeräumt werden muss!
In Wirklichkeit hat das, ich hab dafür keine Zeit. Oder das hat für mich keine Priorität.
Alles zu verschieben, bis man seine Ziele erreicht hat, bringt gar nichts, weil man dann vielleicht tatsächlich keine Zeit mehr hat oder schlicht zu alt und zu kraftlos ist, all das zu erleben, was man immer und immer wieder verschoben hat.
Es ist keine Lösung, sich erst um seine Angelegenheiten zu kümmern, wenn’s zu spät ist – wenn man im Krankenhaus aufwacht.
Die Zuhörer sollten die vier „L’s“ beachten: Live – Love – Learn und Leave a Legacy, also ein Vermächtnis zu hinterlassen.
Professor Seiwert berichtete von einem Unternehmer der seine Zeit perfekt gemanged hat. Sogar auf dem Flughafen arbeitete der noch vor dem Abflug.
Die Analyse ergab, dass er versucht hatte, zu viele Tätigkeiten unter einen Hut zu bringen.
Sein Zeitproblem war in Wirklichkeit das Problem des Zuviel! Zuviele Aufgaben/Ämter/Tätigkeiten!
Zeit frei zu bekommen, muss man Hüte streichen – Ballast abwerfen.
Man muss sich Zeit nehmen für das „IKF“ – das Innere kleine Faultier! Um Zeit für sich zu bekommen, muss man sie in seinen Kalender eintragen – und zwar im Vorhinein. Und das auch regelmäßig.
Meist sieht man sich diesem Problem gegenüber: der Inhalt von drei Flaschen – also die Aufgaben – soll in zwei Gläser – also die Zeit – aber ohne einen Tropfen zu vergießen.
Man braucht also ein Glas mehr – dann paßt’s.
Aber nur kurz, weil dann neue Aufgaben dazukommen.
Da hilft nur der preiswerteste Mitarbeiter! Oder die Konzentration auf Aufgaben, die besser zu einem passen.
Man muss also auch Nein sagen können! Es gibt also keine Zeitprobleme sondern nur Prioritätenprobleme.
Dieses Prioritätenraster ist sicher bekannt. (O-Ton)
Die Dringlichkeit frißt den halben Tag. Nur 25-30% der Zeit werden Aufgaben erledigt, die dringend und wichtig sind.
Grund dafür ist, dass jeder seine Angelegenheiten für dringend und wichtig hält.
Rettunssanitäter wissen, dass der, zuerst behandelt werden muss, der bewußtlos am Straßenrand liegt. Sie wissen genau: (O-Ton Wer schreit, lebt!)
Die erfolgreichen nutzen 65-80% ihrer Zeit für wichtige Dinge, bevor sich dringlich werden.
Die meisten erledigen Dinge erst, wenn sich schon dringend sind. Sie laufen quasi den anderen nach.
Eine Regel lautet: „Never check Emails in the morning“. Während man morgens Emails liest, bleiben meist andere wichtige Dinge liegen.
„Mit der dicksten Kröte zuerst“ ist eine andere Regel, die aber das selbe aussagt.
Das machte er mit einem Becher deutlich, der mit vielen kleinen Steinchen gefüllt war. Darauf packte er große Steine, die natürlich keinen Platz mehr hatten.
Wenn man die großen Probleme aber zuerst anfängt, hat alles andere im selben Becher auch Platz.
Er schloss seinen Vortrag mit einem weiteren Trick, der zeigen sollte, dass man sich mehr Zeit für viele Aktivitäten nehmen sollte.
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Sascha Schnürer und Franziska Haller dankten Professor Seiwert mit einem kleinen Präsent.
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Abschließend dankte der aktuelle Vorstand den ehemaligen Vorstanssprechern und überreichte auch ihnen Präsente. Ingrid Obermeier-Osl, Peter Köhr, Florian Loserth und Albert Plininger.
Abschließend genossen die Gäste bei Buffet und guter Unterhaltung die Gemeinschaft und erinnerten sich an die eine oder andere Geschichte aus den zurückliegenden 30 Jahren. Und sicher ging's auch um das eine oder andere aktuelle Thema.
Wir gratulieren den Wirtschaftsjunioren zum 30-jährigen Bestehen und freuen uns auf weitere gute Zusammenarbeit.
187 Nach 10 Jahren Diskussion: Verkehrsfreigabe für das erste Teilstück der Mü 25 8:10
Jahrzehntelang dauerte die Diskussion um die Mü-25, die Kreisstraße, die Thann mit Haigerloh verbindet. Diese kurvige Straße verlief 50 Jahre lang durch die Ortschaften Litzlkirchen und Haselbach.
Der Kreisverkehr an der Straße von Waldkraiburg nach Aschau bot schon seit sechs Jahren die Abzweigung auf diesen Neubau – nur die Straße fehlte eben.
Seit einem Jahr wurde endlich gebaut und kürzlich der fertige erste Abschnitt dem Verkehr übergeben.
Zur Verkehrsfreigabe kamen so viele Zuhörer, dass es schwer fällt alle aufzuzählen. Neben den Landräten Georg Huber und Eva Köhr waren die Bürgermeister Siegfried Klika und Alois Salzeder gekommen. Außerdem Bezirksrätin Annemarie Haslberger und Pater Hans Altmann. Und natürlich die Planer und die Baufirmen. Dazu viele Behördenvertreter, Gemeinde-, Stadt- und Kreisräte. Gustl Schenk sogar mit dem Radl!
Die Blaskapelle Aschau eröffnete die Feierstunde.
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Landrat Georg Huber freute sich über die Blaskapelle Aschau, eine traditionelle Blaskapelle, die noch echte Blasmusik spielt!
Was lange währt, wird endlich gut – begann Landrat Huber. Es war ein weiter Weg bis zu diesem neuen 7,50 Meter breiten Asphaltstreifen. Die 2.881 Meter neuer Straße sind aber mehr als nur eine neue Verbindung der umliegenden Gemeinden. Sie verbessern den Verkehrsfluß erheblich und verbinden den südlichen Landkreis mit der B12 und künftig der A94.
Gemäß der Verkehrsprognose werden 2025 täglich 3.400 Fahrzeuge und davon 330 LKW diese Straße nutzen. Sie entlastet damit nicht nur die Anliegergemeinden, sondern bietet auch der örtlichen Wirtschaft deutliche Vorteile. Sie ist ein Zukunftsprojekt für Aschau und Waldkraiburg.
Dabei fiel der Startschuß zum Bau dieses Straßenstücks schon vor mehr als 10 Jahren. Die Diskussion umfasste verschiedene Trassen und natürlich die Finanzierung. Noch 2006 konnten keine Ergebnisse erzielt werden. Erst 2009 regte Bürgermeister Alois Salzeder eine Variantenuntersuchung an, die schließlich die Lösung brachte. Dafür galt ihm sein besonderer Dank.
Zwei Jahre lang wurde dann geplant und angepaßt, bis allen Anliegerinteressen entsprochen war. Eine erste Entwurfsplanung entstand 2011. Nach der Genehmigung konnte im Juli 2011 der Spatenstich stattfinden. Nun kann die Straße dem Verkehr übergeben werden.
Ausgleichsflächen und Ersatzmaßnahmen wurden bereitgestellt, so dass die Natur keinen Schaden erleidet. Auf den 700 Metern im Bereich des Wasserschutzgebietes der Gemeinde Aschau wurden aufwändige Maßnahmen durchgeführt.
Wer bauen will, braucht soliden Grund. Deshalb galt Landrat Hubers größter Dank den Grundstückseigentümern, die den Bau der Straße erste ermöglicht haben. Er wusste sehr genau, was es bedeutet, eine Straße durch ihre Felder zu bauen. Um so mehr würdigte er ihre Mitwirkung.
Die neue Straße entstand in interkommunaler Zusammenarbeit zwischen Gemeinde Aschau, dem Landkreis Mühldorf und der Stadt Waldkraiburg.
Der Landkreis trug die Planungskosten in Höhe von 450.000 Euro und führte die Baumaßnahme durch. Der Freistaat Bayern unterstützte den Bau mit 1,4 Millionen Euro.
Auch der Stadt Waldkraiburg galt sein Dank für ihre Beteiligung von 500.000 Euro.
Den Rest der Baukosten von insgesamt 4,4 Millionen Euro trug die Gemeinde Aschau mit ca. 2 Millionen Euro. dass auch das nicht einfach war, musste Landrat Huber auf einigen Bürgerversammlungen selbst erleben.
Trotz allem hat Aschau mitgezogen. Jetzt gilt es noch, die Beschilderung abzustimmen.
Abschließend galt sein Dank den Mitarbeitern seiner Behörde, die hier teilweise schwierige Arbeit geleistet haben – besonders Herrn Ortner.
Auch die Planer und die bauausführenden Firmen haben ganze Arbeit geleistet und das Ziel immer im Auge behalten. Landrat Huber war hoch zufrieden mit der Durchführung der gesamten Maßnahme.
Er schloss mit einem Zitat: Mobilität ist nicht die Folge sondern die Grundlage des Wohlstandes. Damit wünschte er allen Verkehrsteilnehmern allzeit gute Fahrt.
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Die Blaskapelle Aschau gab der Veranstaltung den feierlichen Rahmen.
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Aschaus Bürgermeister Alois Salzeder sorgt immer für gute Laune und blickte erst in Kurzform auf die „unendliche Geschichte Mü-25“ zurück. Die alte Mü-25 ist inzwischen 50 Jahre alt. Wenn dann auch noch das Stück von Haigerloh bis zur Mü-40 gebaut wird, haben die Verkehrsteilnehmer auch für die kommenden 50 Jahre eine leistungsfähige Straßenverbindung.
Auch er dankte den Grundstückseigentümern und Gemeinderäten, die die Lösung für das Thema „Wasserschutzgebiet“ schließlich akzeptiert haben. Manche Sitzung dauerte bis 3 Uhr früh, bis dann doch eine Einigung erzielt werden konnte.
Gekippt worden wäre der Bau beinahe durch den Kreistag, der das Geld für den Bau beinahe verweigert hätte. Schließlich musste Aschau den Eigenanteil von 1,4 auf 2 Millionen Euro aufstocken. Für die Zustimmung zur Übernahme dieser Kosten dankte er seinem Gemeinderat.
Abschließend dankte er der Stadt Waldkraiburg für ihren Anteil. Sie haben hier schließlich schon den Anfang einer „Umgehungsstraße West“ bekommen. Es geht also bergauf mit Waldkraiburg!
Auch der Gemeinde Heldenstein galt sein Dank, die auf die Schnelle einen Radlweg gebaut hat.
Bürgermeister Alois Salzeder meinte, den Kreisverkehr haben in den zurückliegenden sechs Jahren 18 Millionen Autos unfallfrei benutzt. Damit stellt sich die Frage, ob trotz entsprechender Gesetze die Schilder wirklich so groß werden müssen??!! Ein bisschen Augenmaß wäre doch nicht schlecht!
Abschließend dankte er Ingenieurbüro und Baufirmen, der bayerischen Staatsregierung und den Anliegern.
Alois Salzeder mahnte den Weiterbau der Autobahn A94 an, die Franz-Josef Strauß 1978 schon in drei Jahren fertig haben wollte. Das war wohl etwas optimistisch. Na ja, er ist ja auch mit einem Hubschrauber angereist!
Sein letzter Dank galt dem Landkreis, der jetzt Eigentümer dieser Straße ist. (Wünsch‘ eam vui Glück dabei!) Allen Verkehrsteilnehmern wünschte er allzeit gute Fahrt.
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Pater Hans Althammer freute sich, dass der alte Brauch erhalten bleibt und die neue Straße unter Gottes Segen gestellt wird. So segnete er die neue Straße und alle, die sie benutzen.
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Schließlich schnitten Landrat Georg Huber, die Bürgermeister Salzeder und Klika und Martin Ruckdäschl vom Straßenbauamt Rosenheim das Band durch und gaben die neue Straße für den Verkehr frei.
Die Blaskapelle schloss die Feierstunde.
Jetzt wäre es natürlich sinnvoll, schnellstmöglich den zweiten Abschnitt der Mü-25 von Haigerloh bis zur Mü 40 und die Mü 40 zu bauen, damit der Schwerverkehr aus dem Aschauer Industriegebiet nicht mehr durch Heldenstein zur B12 und später zur A94 fahren muss. Aber das kommt sicher auch irgendwann....
188 Auszeichnung für Stiftung Wildland und Landschaftsschutzverband Altötting für die Pflege des Thalhammer Mooses im Isental 10:00
DAS ist das Isental, von dem Autobahngegner behaupten, es wird durch den Bau der A94 zerstört. Der folgende Beitrag zeigt, dass zumindest hier das Gegenteil der Fall ist!
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Mitten im Thalhammer Moos entstand vor einigen Jahren diese Torfhütte, mit der an den Abbau dieses Brennmaterials erinnert wird. Nun wird sie zunehmend auch Heimstätte für bedrohte Vögel und Informaitonszentrum über das ganze Thalhammer Moos.
Kürzlich fanden sich Vertreter der Wildland-Stiftung, des Landschaftspflegeverbandes und des Kreisverbandes Mühldorf des Landesjagdverbandes dort ein. Bayerns Umweltminister Dr. Marcel Huber und stellvertretende Landrätin Eva Köhr und weitere Gäste ergänzten die Runde.
Die Jagdhornbläser des Kreisverbandes Mühldorf des Landesjagdverbandes eröffneten die kleine Feier mitten im Moos.
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Schwindeggs Bürgermeister und Jagdpächter Dr. Karl Dürner begrüßte die Gäste und begann mit den anwesenden Doktern!
Er freute sich besonders über die Gelegenheit, vor den Folgen der Energiewende für die Kulturlandschaft warnen zu können. Was schon bisher passiert ist, ist ein Frevel: Man findet fast nur noch Mais auf den Feldern. Die viel beschworene Artenvielfalt gibt es kaum noch. Da dankte er sehr der Wildland-Stiftung, die aber nur ein kleines Sandkorn in der allgemeinen Entwicklung ist.
Viele Pflanzen werden unsere Nachkommen nicht mehr kennenlernen, weil sie bereits verschwunden sind. Jetzt wird bald das Niederwild auf der roten Liste stehen: Rebhühner und Feldhasen. Feldlerchen gibt es schon jetzt kaum mehr. Auch Kiebitze sind praktisch verschwunden: Ein Drama!
Gar nicht einverstanden war Dr. Karl Dürner auch mit Landwirtschaftsminister Brunner, der den weiteren Ausbau von Biogasanlagen gefordert hatte. (O-Ton Da hörts einfach auf!)
Er wird sich sehr nachhaltig dafür einsetzen, dass es nicht zum Drama kommt. Sich daran zu beteiligen, bat Dr. Karl Dürner Bayerns Umweltminister Dr. Marcel Huber. (O-Ton es kann nicht so sein, dass die Kulturlandschaft... )
Er dankte der Wildlandstiftung für ihre Mühe und hoffte, dass sie so weitermacht. Schwindegg wird immer ein kleines Schärfchen für sie zur Verfügung haben. Dazu wünschte er ihnen alles Gute.
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Wildland-Stiftungsratsvorsitzender Professor Dr. Jürgen Vocke würdigte Dr. Karl Dürner, der sich sehr mannhaft geschlagen hatte. Er erinnerte aber daran, dass es in anderen Regionen Bayerns ganz anders aussieht und er wohl gar nicht weiß, wie schön es hier immer noch ist!!!! (ev. O-Ton)
Bei allem Jubel über den Ausstieg aus der Kernkraft will doch nieman Energie sparen!
Besonders stolz war Professor Vocke über den Preis, den der Landschaftspflegeverband Altötting zusammen mit der Wildlandstiftung kürzlich von den Landschaftspflegeverbänden der Bundesrepublik Deutschland erhalten hat.
Das Thalhammer Moos ist ein Kleinod, das die Landwirte wegen der Feuchtigkeit aufgegeben hatten. Um es vor der Verbuschung zu bewahren, hat es die Wildlandstiftung zusammen mit dem Landschaftspflegeverband Altötting übernommen und pflegt es seither. Diese landkreisübergreifende Zusammenarbeit und die Natur im Thalhammer Moos zusammen mit der Möglichkeit, die Menschen wieder an die Natur heranzuführen, haben den Ausschlag für die Zuerkennung der Auszeichnung gegeben.
Professor Dr. Jürgen Vocke dankte den Mitgliedern beider Verbände - und besonders den Jagdhornbläsern, die so schön geblasen hatten, dass man jetzt nicht einmal mehr einen Hasen sieht!
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Bayerns Umweltminister Dr. Marcel Huber erkannte in Dr. Karl Dürners Worten die Probleme, die die Gesellschaft zu bewältigen hat. Allerdings sind das keine lokalen Probleme. Er unterstrich, dass die Energiewende schon lang im Gang ist und nicht erst mit dem Ausstieg aus der Kernenergie begonnen hat.
Würde die Menschheit so weitermachen wie in den letzten 40 Jahren, wären bald alle Ressourcen aufgebraucht und die Biodiversität Geschichte. Alles steht im Zusammenhang. Jetzt darf man nicht den Fehler begehen, die Natur der Energiewende zu opfern. Vielmehr muss ein Weg gefunden werden, den Energiehunger zu stillen und trotzdem die Natur zu schützen. Sparen wird hierbei die zentrale Aufgabe sein.
Dr. Marcel Huber erläuterte die Bedeutung der Biodiversität: 13.000 von 35.000 Arten sind vom Aussterben bedroht und stehen auf der roten Liste. Würden sie verloren gehen, ginge genetische Vielfalt unwiederbringlich verloren. Ändert sich die Welt – etwa durch den Klimawandel – dann muss das große Ökosystem reagieren. Das kann es aber nur in seiner Vielfalt.
Praktisch gesprochen: Noch heute basieren 50% aller Medikamente auf pflanzlichen Stoffen. Auch die Technik nutzt viele natürliche Rohstoffe und die Bionik nutzt die Natur als Vorbild.
Der Staat kann anstoßen und regeln. Gelingen können Energiewende und Naturschutz nur, wenn das Bewußtsein bei den Menschen angekommen ist. Das zu bewerkstelligen, sind Menschen nötig, wie sie sich in der Wildlandstiftung und im Landschaftspflegeverband zusammengeschlossen haben.
Wenn dann so eine Aktion geehrt wird, ist das eine schöne Bestätigung der ehrenamtlichen Tätigkeit. Dafür dankte Dr. Marcel Huber allen, die sich hierfür engagieren – besonders auch den Sponsoren. Er wünschte sich, dass das zukünftig noch besser gelingen wird.
Ergänzen wollte er, dass die Pflege von Mooren besonderen Wert hat: Sie binden pro Hektar pro Jahr 50 Tonnen Co2, ähnlich viel wie ein Wald. Der Erhalt der Artenvielfalt und die Reduktion von Treibhausgas werden hier also vorbildlich realisiert. Das zusammen mit der Umweltbildung – wie das hier geboten wird – verdient allen Respekt!
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Die Jagdhornbläser des Kreisverbandes Mühldorf des Landesjagdverbandes sorgten für Kurzweil.
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Altöttings Altbürgermeister Richard Antwerpen - zugleich Vorstand des Landschaftsschutzverbandes Altötting - freute sich besonders über die Auszeichnung. Als er selbst 1963 zum ehrenamtlichen Naturschutzbeauftragten ernannt worden war, waren solche Töne wie von Umweltminister Dr. Marcel Huber nicht zu hören.
Da Mühldorfs Bürgermeister Günther Knoblauch damals seine Nachfolge angetreten hatte, wollte er ihn bitten, die Gründung eines Landschaftsschutzverbandes im Landkreis Mühldorf anzuregen.
Aber auch so ist die Zusammenarbeit mit der Wildland-Stiftung ausgezeichnet. Dafür dankte er den verantwortlichen Mitarbeitern und besonders Landrat Erwin Schneider.
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Auch stellvertretende Landrätin Eva Köhr gratulierte zur Auszeichnung und meinte, der Landkreis Mühdorf ist im Bereich Naturschutz sehr gut aufgestellt. Das betrifft einerseits die Tot-Eis-Kessel bei Haag und den neu zu gründenden Verband, der sich um die Bereitstellung und Pflege von Ausgleichsflächen kümmern wird.
Ihr Dank galt dem Landschaftsschutzverband Altötting und der Wildland-Stiftung, die ihren Sitz im Haus Sudetenland in Waldkraiburg hat.
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Wildland Stiftungsvorstand Dr. Wolfgang Schiefer dankte den Mitarbeiterinnen vor Ort für ihren besonderen Einsatz, besonders Patrizia Weindl, die hier vorbildliches geleistet hat. Auch er riet, einen eigenen Landschaftspflegeverband zu gründen, der die Erfahrung hat, solche Projekte auch umzusetzen.
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Patrizia Weindl freute sich über das große Interesse an diesem Projekt. Sie hatte für Umweltminister Dr. Marcel Huber eine neue Broschüre über das Projekt Thalhammer Moos – ein Juwel im Isental.
Sie beschrieb die zahlreichen Maßnahmen, die zum Teil auch durch die EU finanziert worden sind. Ihr Dank für die finanzielle Unterstützung galt allen Sponsoren.
Aktuell verfügt die Wildland-Stiftung im Thalhammer Moos über 13 Hektar und hofft, es erweitern zu können.
Dann können die bedrohten Arten und besonders die Wiesenbrüter hier wieder heimisch werden, die schon fast alle verschwunden sind – bis auf Kiebitze und Bekassine.
Die Pflege des Areals kostet jährlich eine Stange Geld. Um die Arbeit zu erleichtern, beschaffte die Stiftung einen Balkenmäher. Dann kann sie richtig loslegen!
Ihr Dank galt allen Helfern und Unterstützern, die die Grundlage geschaffen haben, dass sie nun diese Auszeichnung erhalten haben.
Sie stieß ins selbe Horn und forderte ebenfalls einen Landschaftspflegeverband im Landkreis Mühldorf.
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Die Jagdhornbläser schlossen die Feierstunde, die bei einer kleinen Stärkung ausklang.
189 Spatenstich zum Bau des Autohofes an der A94 im Gewerbegebiet Frixing 9:40
Den nachfolgenden Beitrag präsentiert Ihnen die „24-Autobahn-Raststätten GmbH“ – Seit 2007 die beste Autohof-Kette Deutschlands!
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Südlich der Autobahnausfahrt Mühldorf Nord, dort wo seit Jahren das Hinweisschild auf einen künftigen Autohof steht, fanden sich neben Erhartings Bürgermeister Georg Kobler und Mühldorfs drittem Bürgermeister Christian Funiok, Landrat Georg Huber die Vorstände der 24-Autobahn-Raststätten GmbH, von Total Deutschland, Ministerialrätin Maria Els vom Bayerischen Innenministerium und sogar der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium war gekommen: Dr. Andreas Scheuer.
24-Autobahn-Raststätten-Geschäftsführer Alexander Ruscheinsky begrüßte zunächst die Gäste und übergab dann an Dr. Andreas Scheuer.
Ihm war es ein Anliegen, zu zeigen, dass dem Bundesverkehrsministerium auch die Infrastruktur neben den Autobahnen wichtig ist. Solche 24-Stunden-Raststätten sind für den Betrieb der Autobahnen besonders wichtig – und zwar wegen ihrer Qualität und ihrer Quantität.
Er beglückwünschte Alexander Ruscheinsky für den Mut und das Engagement, hier an seiner Heimat-Autobahn - der A94 - die nötige Versorgungsstruktur aufzubauen, die ja noch nicht fertig gebaut ist, aber zukünftig eine wichtige Ost-West Verbindung in Bayern wird.
Auch wenn es entlang der Autobahn WC-Anlagen gibt und Pläne diskutiert werden, eine Raststätte direkt an der Autobahn zu bauen, ist der Autohof sicher die erste solche Einrichtung, die den Verkehrsteilnehmern zur Verfügung stehen wird.
Bund und Land pflegen engen Kontakt mit den Betreibern der Raststätten und Autohöfe und versuchen so das Defizit an LKW-Stellplätzen abzubauen. Dazu werden in den kommenden Jahren 540 Millionen Euro ausgegeben um bundesweit 15.500 neue LKW-Stellplätze zu schaffen. Das geht nicht ohne private Investoren.
Dr. Andreas Scheuer bedankte sich sehr für ihre Beteiligung an der Verbesserung dieser Versorgungsstruktur, die es den Brummi-Fahrern ermöglicht, die Lenk- und Ruhezeiten einzuhalten. Gerade mit Blick auf die Nachwuchssorgen der Spediteure sind gute Angebote an Raststätten und Autohöfen unerlässlich.
Er bestätigte nochmals den Fertigstellungstermin der Autobahn bis München zum Jahreswechsel 2018/2019. Damit das möglich ist, finden in Kürze mehrere Ortstermine mit Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer statt.
Dr. Andreas Scheuer wünschte dem Bau unfallfreien Verlauf und freute sich, künftig auf seiner Fahrt von München nach Passau seine Leberkäsesemmel dann hier essen zu können... (O-Ton)
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Bürgermeister Georg Kobler stellte zunächst die 930-Einwohner-Gemeinde Erharting vor.
Er freute sich, dass die Stadt Mühldorf, mit der sie ein gut-nachbarschaftliches Verhältnis pflegen hier nur durch den Namen der Autobahnausfahrt vertreten ist. Alles andere hier ist Erharting!
(Applaus 17:40:00)
Dann erinnerte er an die Entstehungsgeschichte des Gewerbegebietes Frixing. Schon am 5. Juni 2005 beschloss der Gemeinderat den Flächennutzungsplan für das Gewerbegebiet Frixing. Es folgte die Bürgerbeteiligung, die Untersuchung des Grundstücks durch das Landesamt für Denkmalpflege und die Bewertung durch das Wasserwirtschaftsamt. Der SatzungsbeSchluss im Gemeinderat erfolgte im Dezember 2005, woraufhin die Vorverträge mit den Grundstückseigentümern unterzeichnet werden konnten.
Bürgermeister Georg Kobler dankte besonders dem Landratsamt Mühldorf und Landrat Georg Huber sowie der Regierung von Oberbayern für ihre Unterstützung.
4,5 Hektar konnte die Gemeinde dann im Februar 2008 an die Firma Walter Kell aus Straubing verkaufen, die wiederum 1,2 Hektar an den Investor des Autohofes weiterverkaufte.
Erst kürzlich nahm das benachbarte Hermes Logistikzentrum seinen Betrieb auf.
Es tut sich also etwas in Erharting! Die günstige Lage an der Autobahn A94 verpflichtet die Gemeinde geradezu, ihre Vorteile zu nutzen: Mit der Ansiedlung von Firmen und der Ausweisung neuer Baugebiete soll der Fortbestand der Gemeinde gesichert werden.
Für die große Investition hier dankte Bürgermeister Georg Kobler Alexander Ruscheinsky und wünschte unfallfreies Bauen und später gute Geschäfte.
Er sicherte Hilfe in allen Anliegen zu. (O-Ton)
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Landrat Georg Huber freute sich über Bürgermeister Georg Kobler, der wie alle bayerischen Bürgermeister Selbstbewußtsein gezeigt hat und die eigene Gemeinde mit Zähnen und Klauen verteidigen wird. Das ist auch notwendig. Manche Diskussionen um Ansiedelungen sind gänzlich daneben, weil sie nicht berücksichtigen, dass man die Heimat nur erhalten kann, wenn man auch Arbeitsplätze anbieten kann. Schafft man das nicht, fahren alle auf der neuen Autobahn nach München und das Land wird leer, wie in Oberfranken passiert. Der ländliche Raum braucht also Arbeit und Wohnen nebeneinander.
Natürlich muss die Natur geschützt werden und Wasserschutzgebiete müssen eingehalten werden. Trotzdem gibt es Möglichkeiten, Schäden daran zu vermeiden und Verstöße zu ahnden.
Die Bevölkerung muss der Verwaltung auch glauben, dass sie das auch überwacht.
Landrat Georg Huber freute sich besonders auch über die Aussage von Staatssekretär Andreas Scheuer, dass die Autobahn zügig weiter gebaut wird und spätestens 2018/19 durchgängig Richtung München befahrbar sein wird. Nach 40 Jahren Diskussion und Planung wird es auch höchste Zeit.
Die Wirtschaft rund um München entwickelt sich in Richtung Osten. Damit nimmt der Verkehr stark zu, was jeden Tag auf der Bundesstraße 12 zu großen Behinderungen führt. Der Fertigbau der Autobahn und der Aufbau der zusätzlichen Infrastruktur wie Raststätten und Autohöfe ist deshalb unerlässlich. Nur so können LKW-Fahrer ihre Lenk- und Ruhezeiten einhalten und Komfort erleben.
Er war freudig überrascht, dass hier nun endlich gebaut wird. Er hatte nämlich schon Zweifel, ob außer dem Schild hier überhaupt noch etwas kommt.
Für das Investment, die neuen Arbeitsplätze und die zusätzlichen Arbeitsplätze, die um den Autohof herum entstehen werden, dankte Landrat Georg Huber herzlich.
Auch er wünschte die zügige Realisierung der Bauarbeiten und später gute Geschäfte.
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Ministerialrätin Maria Els – im bayerischen Innenministerium zuständig für Polizei und Verkehrssicherheit – freute sich über die zusätzlichen Stellplätze für die LKW-Fahrer. 2008 wurde ein Bedarf von 3.600 zusätzlichen Stellplätzen festgestellt. Seither haben die Autobahndirektionen 1.600 Stellplätze gebaut. 2.000 Stellplätze fehlen also noch. Die Planungen hierzu laufen, allerdings ist das nicht immer einfach. Und da freute sie sich über die Beteiligung der Autohöfe.
Auch Maria Els wünschte dem Bau schnelle, unfallfreie Realisierung und später gute Geschäfte.
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Jean-Pierre Torres von Total Deutschland in Berlin stellte fest, dass der zunehmende Verkehr in Deutschland mehr Raststätten braucht. Das ist nicht nur eine Frage von Komfort sondern auch der Sicherheit.
Total ist seit 60 Jahren in Deutschland aktiv und betreibt vor allem am Rhein und in Ostdeutschland insgesamt mehr als 1.100 Tankstellen. Total will im Süden Deutschlands weiter wachsen. Und hat dazu erst kürzlich den 35. Autohof eröffnet.
Die Kunden schätzen das hohe Niveau der Produkte von Total – wie etwa Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel.
Mit der 24-Autobahn-Raststätten-GmbH hat Total einen starken Partner. Sie sind überzeugt, dass dieser neue Autohof ein Bereicherung für die gesamte Region wird.
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Vielleicht kommt Sebastian Vettel ja auch zur Eröffnung dieses Autohofes?!
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Alexander Ruscheinsky freute sich, seit sechs Jahren die beste Autohofkette in Deutschland repräsentieren zu können. Sie können sich Standorte aussuchen.
Nach Erharting sind sie gekommen, weil sie sich hier ausgesprochen wohl fühlen. Das Verhältnis zur Gemeinde und zum Landratsamt ist ausgezeichnet.
Auch die Zusammenarbeit mit dem bayerischen Innenministerium ist vorbildlich. Zur Zeit können die 24-Autohöfe 750 LKW-Stellplätze anbieten.
Allerdings darf man nicht vergessen, dass hier eine supermoderne Autobahnraststätte entsteht. Ausgezeichnete Architektur, Wohlfühl-Ambiente und gastronomische Vielfalt haben ihre Autohöfe so beliebt gemacht. Dort sind die Treibstoffe billiger als auf der Autobahn und in Restaurant und Shop gelten die Preise der Region. So sind etwa 30% der Kunden nicht von der Autobahn sondern aus dem Umland.
Wichtig war Alexander Ruscheinsky auch, dass der erste Auftrag an eine Firma in der Region ging, an das Bauunternehmen Straßer aus Winhöring.
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Dann endlich griffen die Gäste zum Spaten und begannen damit den Bau des ersten Autohofes an der Autobahn A94.
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Etwa in einem Jahr wird der Autohof eröffnet – und – wer weiß – vielleicht sogar mit Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel.

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