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Victoria Pöllmann Landkreis Mühldorf > Stadt Mühldorf >
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Josef J. Pöllmann
Stadt Waldkraiburg > Neumarkt St. Veit > Gemeinde Ampfing > Stadt Altötting > Mühldorf-TV ist durch die BLM lizenziertes Lokalfernsehen
Josef J. Pöllmann ist Mitglied im Deutschen Presse Verband
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Nr.
Thema LZ Archiv KW Ersch.
92 Gedenkfeier am Bunkerbogen: Ein Lob an Deutschland 12:30 18
Noch nie waren so viele Teilnehmer zum Bunkerbogen gekommen um an der alljährlichen Gedenkfeier des Vereins „Für das Erinnnern“ teilzunehmen. Landrat Georg Huber, die Bürgermeistern Günther Knoblauch und Stefan Schalk, Altbürgermeister Georg Otter und zahlreiche Kreis-, Stadt- und Gemeinderäte.
Besondere Aufmerksamkeit erhielten an diesem Nachmittag drei Überlebende des Außenlagers, die mit einer Reisegruppe aus Ungarn gekommen waren und der ehemalige Ministerpräsident Ungarns Gordon Bajnaj.
Canzona Quarta eröffnete die Feierstunde.
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„Für das Erinnern“ – Vorstand Franz Langstein freute sich, neben den genannten auch Ulrich Fritz von der Stiftung Bayerische Gedenkstätten und Eugen Bauer vom Staatlichen Bauamt Rosenheim begrüßen zu können.
Wenn das Thema des Abends lautet „Wach bleiben“ dann heißt das, sich nicht ablenken zu lassen und de Blick auf dem Wesentlichen festzuhalten. In diesem Fall sind das sie über 8.000 Opfer, unter denen über 5.000 Ungarn jüdischen Glaubens waren. Sie alle waren der Nazi-Strategie „Auslöschen durch Arbeit“ zum Opfer gefallen. Wach zu bleiben gilt es auch für das Leid derer, die überlebt haben und bis heute unter den Folgen leiden.
Franz Langstein bedauerte die Absage des Bundes, den Bau der Gedenkstätte finanziell zu unterstützen. Er war aber nicht besonders enttäuscht, weil man es inzwischen gewohnt ist, daß jahrelang Unterstützung zugesagt wird und dann doch nichts dabei herauskommt. Inzwischen wurde aus der Enttäuschung Ärger und Zorn auf die hochrangiger Politiker, die nicht müde werden, die Mitwirkung der Bürger einzufordern um sie dann kläglich allein zu lassen!
Er lobte alle örtlichen Beteiligten, die alles versucht und unternommen haben, hier eine Gedenkstätte zu errichten – bis hin zur Durchführung eines Planungswettbewerbs durch das Staatliche Bauamt Rosenheim. Das alles zeigt, daß die Opfer im Landkreis Mühldorf nicht vergessen sind – und auch nicht vergessen werden, das ist Ehrensache.
Die Absage aus Berlin hat deshalb eher das Gegenteil bewirkt: Der Verein wird seine Bemühungen verstärken und neue Wege finden, die Gedenkstätte zu bauen, der Opfer zu gedenken und so die demokratische Zukunft in unserem Land zu sichern.
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Nach einer Schweigeminute sorgte Canzona Quarta für feierliche Stimmung.
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Landrat Georg Huber erinnerte an die Leiden der Häftlinge hier und in vielen anderen Lagern und an die Freude der Überlebenden nach ihrer Befreiung durch die Alliierten am 28. April 1945.
Über 3.000 Menschen wurden hier durch Arbeit ermordet. Sie hätten hier eine Anlage bauen sollen, in der Flugzeuge gebaut werden sollten, die wieder Menschen töten sollten.
Mit der Befreiung am 28. April hatte der Leidensweg noch lange kein Ende. Viele litten jahrzehntelang, manche bis an ihr Lebensende an den seelischen Folgen dieses Martyriums.
Nun geht es darum, allen Opfern in Würde zu gedenken. Jedes Vergessen bedeutet ein erneutes Sterben.
Landrat Georg Huber lobte die Aktivitäten des Vereins für das Erinnern für das Wach-Halten der Erinnerung und ihre Anstrengungen für den Bau der Gedenkstätte. Sie verdienen die Unterstützung aller, weil alle gemeinsam gegen das Vergessen kämpfen müssen. Deshalb hatte Landrat Huber kein Verständnis für die Ablehnung der Finanzierung des Baus der Gedenkstätte, die auch die begleitende Dauerausstellung im Mühldorfer Haberkasten umfaßt hätte, die ein wichtiger Bestandteil der Gedenkstätte gewesen wäre.
Dabei macht das Bunkergelände deutlich, daß Geschichte hier geschehen ist, direkt vor unserer Haustür! Ungerechtigkeit, Folter und Mord sind genau hier passiert. Das alles kann wieder passieren, wenn man nichts dagegen tut.
Landrat Huber war überzeugt, die Gedenkstätte ist keineswegs bedeutungslos, wie der Bundesbeauftragte in seiner Ablehnung der Finanzierung festgestellt hatte. Der Landkreis wird die Ablehnung der Finanzierung so auch nicht akzeptieren. Es kann nicht sein, daß der Bund den Freistaat, den Landkreis und den Verein allein läßt.
Das Vergangene ist nie nur vergangen. Es wirkt sich immer auch auf die Zukunft aus. Wir haben es in der Hand, im Bewußtsein um das Geschehene ein Wiederauferstehen dieses oder eines anderen unmenschlichen Systems zu verhindern.
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Die 14-jährige Ungarin Lilly verlas einen Text des ehemaligen Oberrabbiners von Budapest Dr. Schweizer.
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Ungarns Ministerpräsident Grodon Bajnaj hielt seine Ansprache aus Respekt vor den Gastgebern in deutscher Sprache, begrüßte aber seine Landsleute zunächst in ungarischer Sprache.
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Das Problem der Konzentrationslager besteht nicht in Gedenkstätten oder Gedenkfeiern sondern darin, daß es sie überhaupt gegeben hat. Daran kann man weder mit bestem noch mit schlechtestem Willen etwas ändern. Es war ein Skandal, daß sich das alles im christlichen Kulturkreis ereignete! – wie das der ungarische Schriftsteller und Nobelpreisträger Imre Kertész festgestellt hatte. Mit Blick auf Ausschwitz dachte Imre Kertész aber eher an die Zukunft denkt, als an die Vergangenheit.
Diesen weisen Gedanken wollt sich auch Gordon Bajnaj zu eigen machen: Der Gegenstand des Gedenkens ist nicht die Vergangenheit sondern die Zukunft. Gedenken ist nötig, um daraus zu lernen, die selben Fehler in der Zukunft zu vermeiden.
Daß gerade ein ungarischer Politiker auf deutschem Boden über die Greuel der Nazis reden darf, erachtete Gordon Bajnaj als symbolträchtig. Man muß heute nicht einmal deutsch sprechen, es reicht, die Nachrichten über Deutschland zu verfolgen, um zu erkennen, daß nur wenige Länder in der Welt so weit fortgeschritten sind mit der Bewältigung ihrer eigenen Vergangenheit.
Diese Vergangenheitsbewältigung läuft nirgends so schonungslos und ehrlich wie hier, und wird nirgends so konsequent von Generation zu Generation weitergegeben und damit zu einem Bestandteil der modernen deutschen Identität. Zum Teil eines neuen europäischen Selbstverständnisses.
Geschichtswissenschaftler verweisen darauf, daß das auch in Deutschland Jahrzehnte gedauert hat und ohne das schockierende Erwachen der 60er Jahre wohl nicht gelungen wäre. Im Bewußtsein, daß auf Schuld immer Sühne folgt, wurde damals begonnen, die Vergangenheit von Personen aufzuarbeiten, die gemeint hatten, nach dem Krieg so weitermachen zu können wie vor und während des Krieges. Damit begann ein langwieriger Lernprozeß, der vielleicht nie enden wird, und der Deutschland und die Deutschen für immer verändert hat.
Dieser Prozeß hat auch dazu beigetragen, daß Deutschland heute eines der bestimmenden Länder in Europa sein kann und zwar in wirtschaftlicher und geistiger Hinsicht. Dafür respektiert er die Deutschen und würde sich freuen, das auch in seiner Heimat zu erleben.
Bis heute ist diese Art der Vergangenheitsbewältigung in seiner Heimat noch nicht passiert. Es gab zwar Anstrengungen, diese reichten aber längst nicht aus. Es gab keinen Durchbruch, der die Ungarn zu einem gemeinsamen Bild ihrer Vergangenheit geführt hätte. Noch heute sind Opfer und Schuldige unter den Bürgern Ungarns.
Während nach dem Ende des Ostblocks die Ungarische Bevölkerung in ihren Werten noch einig war, ist heute der gemeinsame Nenner verloren gegangen. Zweifel über die Zukunft, Debatten über die Gegenwart und wenig Einigkeit über die Vergangenheit bestimmen das Bild.
Dabei kann die europäische Einigung nur gelingen, wenn sich alle europäischen Völker auf einen gemeinsamen Nenner für ihre Vergangenheit verständigen können.
Ungarn steht an einem Scheideweg! Pathetisch ausgedrückt, und das erlaubte sich Gordon Bajnaj an diesem Ort wo Leben und Tod miteinander gekämpft haben, wird sich jetzt entscheiden, ob Ungarn in Richtung Zukunft gehen wird, oder zurück in Richtung Vergangenheit.
Damit Ungarn den richtigen Weg nimmt, müssen die richtigen Antworten auf die quälenden Fragen der Vergangenheit gefunden werden etwa nach der Ausgrenzung der Juden und den ungarischen Holocaust.
Deshalb war es Gordon Bajnaj wichtig, vor seinen Landsleuten das Bekenntnis abzulegen, daß sie zusammen ein Europa aufbauen wollen, in dem das Wissen um den Holocaust fester Bestandteil der Identität ist, und in dem alle gemeinsam Verantwortung für die Zukunft und den Frieden übernehmen.
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Für den stellvertretenden Leiter der Stiftung bayerischer Gedenkstätten – Ulrich Fritz – ist die Bedeutung eines Ortes abhängig vom Blickwinkel des Betrachters. So ist das Bunkergelände für Auswärtige Besucher ein Anziehungspunkt, für die Überlebenden ein Ort des Gedenkens, für Behörden ein Sicherheitsrisiko und für den Grundstücksbesitzer ein Ärgernis.
Fast 70 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs, in einer Zeit in der die Zeitzeugen immer weniger werden, besteht erhöhter Erklärungsbedarf. Besonders deshalb, weil sich heute kaum mehr jemand vorstellen kann, unter welch unmenschlichen Bedingungen die Häftlinge damals hier leben mußten.
Welche Bedeutung das KZ-Außenlager Mühldorf hatte, dokumentieren zahlreiche Zeitzeugeninterviews. In einer ungarischen Studie, die Heimkehrer über ihre Erlebnisse befragt hatte, wird Mühldorf besonders häufig erwähnt. „Mühldorf“ bedeutet also mehr, als nur die sympathische Kleinstadt am Inn. Es ist ein Ort von weitreichender Bedeutung.
Trotzdem wurde der Antrag auf Förderung des Baus der Gedenkstätte durch den Bund abgelehnt, was niemand verstanden hat.
Während das Gremium die fehlende bundesweite Bedeutung feststellt, kommt es doch immer darauf an, welche Bedeutung einer Gedenkstätte vor Ort beigemessen wird.
Die nicht erkannte Bedeutung kann aber hier kein Grund dafür sein, nichts zu tun oder sogar aufzugeben. Daß das ohnehin keine Option ist, haben die vorangegangenen Ansprachen gezeigt.
Die Stiftung bayerischer Gedenkstätten wird nun selbst mit der Umsetzung des Planungsentwurfs für die Gedenkstätte beginnen: Zunächst am Waldlager und am Massengrab. Gleichzeitig wird mit der Untersuchung zur Beseitigung von Altlasten und Kampfmitteln im Bereich des Bunkerbogens begonnen. Wie lang das dauern wird, konnte er nicht sagen und dankte allen für ihre Unterstützung, die sich hier einbringen wollen.
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Franz Langstein berichtete, die Überlebende 86-jährige Katalyn hatte erklärt, nicht sterben zu wollen, bevor die Gedenkstätte im Mettenheimer Hart nicht eingeweiht ist. Das war für Franz Langstein ein deutliches Zeichen dafür, daß es hier wirklich nicht um die Vergangenheit allein geht, sondern um die Zukunft.
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Abschließend entzündeten die Gäste duftende Teelichter und stellten sie an der Gedenksäule ab
93 Empfang von Ministerpräsident a. D. Gordon Bajnaj im Rathaus in Mühldorf 5:35
Direkt vom Flughafen kam Ungarns ehemaliger Ministerpräsident Gordon Bajnaj nach Mühldorf ins Rathaus, wo ihn Bürgermeister Günther Knoblauch auf dem Flez empfing. Er stellte dem hochrangigen Gast – der perfekt Deutsch spricht - die Stadt vor und vor allem das Rathaus und den historischen Sitzungssaal.
Etwas später stieß eine Besuchergruppe aus Ungarn dazu, die vorher an einem Symposium des Vereins „Für das Erinnern“ teilgenommen, und das KZ in Dachau besucht hatte.
Mit der Besuchergruppe waren auch drei Überlebende des KZ-Außenlagers im Mettenheimer Hart gekommen. Natürlich begleiteten sie Vereinsvorstand Franz Langstein und weitere Mitglieder.
Sie alle begrüßte Bürgermeister Günther Knoblauch, der sich über die vielen jungen Leute freute, die sich für die Geschichte interessieren, und vor Ort Genaueres lernen wollten.
Ein Mitglied der ungarischen Besuchergruppe übersetzte Bürgermeister Knoblauchs Worte.
Das Kommen von Ministerpräsident a. D. Gordin Bajnaj zeigt die hohe Bedeutung, die auch in Ungarn der Aufarbeitung der Vergangenheit beigemessen wird.
Er schätzte sich glücklich über das Kommen der drei Überlebenden, die Mühldorf ja unter ganz anderen Bedingungen kennengelernt haben. Auch wenn keiner der Anwesenden für das verantwortlich war, was ihnen damals angetan worden ist, entschuldigte sich Günther Knoblauch für das Leid, das sie erdulden mußten.
Er zitierte Max Mannheimer: Keiner von uns ist verantwortlich für die Geschichte. Jeder aber dafür, daß sie sich nicht wiederholt. Diese Verantwortung wollte Günther Knoblauch gern annehmen und alles tun, dieses Ziel auch zu erreichen.
Mit ihrer ungarischen Partnerstadt Cegled pflegt Mühldorf regen Austausch. Diese guten Beziehungen sind der Grund, daß Mühldorf die Entwicklungen in Ungarn sehr genau verfolgt und über manches auch besorgt ist. Günther Knoblauch hoffte, daß es den Ungarn gelingt, das Land auf den Kurs zurückzubringen, den die Mitgliedsländer der Europäischen Union für alle Länder gehen wollen. Er hoffte, daß Gordon Bajnajs Besuch in Mühldorf dazu beiträgt, die guten Beziehungen Mühldorfs mit Ungarn zu pflegen und zu vertiefen.
Da die Bundesregierung die Förderung des Baus der Gedenkstätte im Mettenheimer Hart und der Dauerausstellung im Haberkasten verweigert hatte, bat Günther Knoblauch Gordon Bajnaj darum, in künftigen Gesprächen mit der deutschen Bundesregierung auf die Bedeutung dieses Projekts hinzuweisen und sich dafür zu verwenden, die Unterstützung doch noch zu bekommen.
Damit begrüßte er die Gäste herzlich in der Kreisstadt und überreichte Gordon Bajnaj zwei Bücher über die Stadt und das KZ-Außenlager und eine drei-Liter-Flasche des beisten Weißbiers Europas.
Für die Leiterin der Besuchergruppe hatte er den bekannten Mühldorfer Schirm.
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Ministerpräsident a. D. Gordon Bajnaj trug sich ins Goldene Buch der Stadt ein.
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Da er nur eine Rede in deutscher Sprache für diesen Nachmittag vorbereitet hatte, wollte Gordon Bajnaj einige Worte in seiner Muttersprache an die Gäste richten:
Er freute sich sehr über die Einladung zur Gedenkfeier und auch darüber, die Überlebenden und die jugendlichen Landsleute kennenlernen zu können, die sich für diese traurige Kapitel der Geschichte interessieren. Natürlich können sie nichts für die Ereignisse der Vergangenheit, sind aber verantwortlich dafür, daß sich die Geschichte nicht wiederholt. Das kann nur erreicht werden, wenn die Länder in der Europäischen Union in einem ständigen Miteinander leben.
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Agnes Pap - Leiterin der ungarischen Besuchergruppe – und Vorsitzende der Stiftung „Ins Auge schaun“, dankte für den Schirm, der ein Symbol dafür sein kann, was hier gemeinsam entstanden ist. Sie lobte Bürgermeister Knoblauch und die Mühldorfer für ihr Vergangenheitsbewußtsein und ihre Verantwortung für die Zukunft. So dankte sie für die Gastfreundschaft, die sie hier erlebt haben und übergab ein Buch als Danke-Schön der gesamten Delegation.
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„Für das Erinnern“-Vorsitzender Franz Langstein erinnerte an die Teilnahme seines Vereins an einem Symposium in Ungarn. Damals entstand ein lebendiger Dialog, der sich bis heute fortsetzt. Es wird Sache der jungen Generation sein, das auch fortzuführen, wenn die Zeitzeugen nicht mehr zur Verfügung stehen. Er war sicher, daß der eingeschlagene Weg weitergeführt werden wird. Dafür dankte Franz Langstein allen Anwesenden und besonders Bürgermeister Günther Knoblauch.
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Der überreichte den drei Überlebenden als Gastgeschenk ebenfalls Bildband und Buch.
Abschließend trugen sich die Mitglieder der Delegation ins Goldene Buch der Stadt ein.
Später gings nach Mettenheim zum Bunkerbogen zur Gedenkfeier.
94 Frühjahrssymposium der Kreiskliniken: Diskriminierung im Alter 15:15
In der runden Aula der Realschule in Haag hatten die Sponsoren ihre Stände aufgebaut. Kreisrätin Klara-Maria Seeberger probierte gleich einmal ein besonderes Motorrad aus.
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Kreiskliniken-Geschäftsführer Heiner Kelbel freute sich, für das Frühjahrssymposium in Haag einen Termin gefunden zu haben, der nicht mit einem Spiel des FC Bayern kollidierte...
Von Diskriminierung hörte man meist im Zusammenhang mit Behinderten oder Menschen mit Migrationshintergrund. Über die Diskriminierung von alten Menschen spricht man dagegen nicht. Trotzdem gibt es die Diskriminierung von alten Menschen von Gebäuden bis zur medizinischen Versorgung. Deshalb wollte sich die Kreisklinik diesem vielfältigen Thema widmen, das früher oder später jeden von uns auch betrifft.
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Für Chefarzt Dr. Wolfgang Richter war das Thema „Diskriminierung im Alter“ ein heißes Thema, das seit Kriegsende möglichst verdrängt worden ist. Trotzdem muß man sich gerade in den Bereichen Medizin und Pflege damit befassen.
Als Mediziner oder Pfleger muß man sich deshalb immer wieder bewußt machen, daß man Diener des Patienten ist. Auch wenn das manchmal schwer fällt. Er erhoffte sich von den Referenten Tipps und Hinweise, wie man das praktisch leben kann.
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Moderator Professor Dr. Johannes Schwarz bat den Leiter der Klinik Haag um seine Einführung ins Thema:
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Für Dr. Stephan von Clarmann war die Frage nach der Diskriminierung im Alter auch eine Frage der Einstellung, die in verschiedenen Ländern verschieden ist. Während in Deutschland über-60-jährige für gelegentliche Beratungen gesucht werden, übernahm in Italien gerade der 87-jährige Giorgio Napolitano das Amt des Staatspräsidenten. Das Alter allein darf also kein Grund für die Einschätzung der Fähigkeiten eines Menschen sein.
Während häufig über die Diskriminierung von Frauen oder Menschen mit Migrationshintergrund berichtet wird, kommt die Altersdiskriminierung in der öffentlichen Darstellung kaum vor.
Dabei stellt sich schon die Frage, was Diskriminierung überhaupt ist.
Man kann „Diskriminierung“ definieren als benachteiligende Ungleichbehandlung einzelner oder einer Gruppe von Menschen.
Altersdiskriminierung ist in Artikel 3 des Grundgesetzes nicht erwähnt. Auch wenn das Grundgesetz aus einer anderen Zeit stammt, ist es doch erstaunlich, daß das Alter dort nicht erwähnt ist.
Man muß auch unterscheiden, ob sich jemand diskriminiert fühlt oder ob er tatsächlich diskriminiert wird. Das hängt häufig von den Erwartungen ab, die jemand etwa an einen Kontakt mit dem Arzt stellt. Unter Umständen diskriminiert das ganze Gesundheitswesen einzelne Patienten.
Wenn Banken Kredite an 60-jährige nur wegen ihres Alters nicht mehr ausgeben, kann das Diskriminierung sein. Leidet der 60-jährige aber an einer lebensbedrohlichen Krankheit, ist es sicher keine Diskriminierung. Diskriminierung kann man also nur bezogen auf den Einzelfall definieren.
In der Medizin ist das ähnlich: Einem 95-jährigen einen Herzkatheter zu verweigern kann Diskriminierung sein. Nur auf Grund des Alters zu entscheiden, ist sicher falsch.
Diese Tabelle zeigt, welche Benachteiligungen wie empfunden werden. Am negativsten empfinden ältere Menschen gutgemeinte Hilfeangebote von institutionellen Anbietern.
„Seniorenrabatte“ oder „Seniorenteller“ in Restaurants etwa sind Diskriminierung. Da sollte man besser andere Namen finden.
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Professor Schwarz berichtete, daß es in Amerika die Altersgrenze von 65 Jahren nicht gibt. Dort können ältere Menschen weiter arbeiten und müssen nicht abtreten.
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Petra Oberndorfer leitet den Pflegedienst an der Klinik Haag. Sie lobte Dr. Stephan von Clarmann für seine umfassende Darstellung des Themas. Es stellt sich natürlich die Frage: Wie weiter?
In Gesprächen stellten sie fest, das Gegenteil von Diskriminierung ist „Achtsamkeit“.
Welche Erkenntnisse sind also nötig, um den richtigen Umgang mit Menschen zu finden.
(O-Ton Achtsamkeit ist eine bestimmte Form der Aufmerksamkeit.... absichtsvoll ist..)
Man muß bewußt mit dem Gesprächspartner in Kontakt treten wollen.
Die Aufmerksamkeit muß sich auf den aktuellen Moment beziehen. Beide Gesprächspartner müssen dafür sorgen, daß sie zur selben Zeit über das gleiche sprechen.
Achtsamkeit wertet auch nicht. Das heißt, Gesprächspartner müssen offen sein und sich gegenseitig akzeptieren.
Junge Menschen müssen die Eigenheiten des Alters als andere Form des Lebens mit seinen eigenen Möglichkeiten akzeptieren.
Das Alter erfüllt Alter seine Rolle in unserer Kultur ein, etwa „Die Weisheit des Alters“. Andere Kulturen geben dem Alter andere Rollen.
In den 80er Jahren hat eine Studie das „Berliner Modell zur Erfassung weisheitsbezogenen Wissens und Urteilens“ entwickelt. Hier wird Weisheit als Expertensystem gesehen, das sich aus diesen fünf Kriterien zusammensetzt:
- Das Wissen um die Zusammenhänge des Lebens und des gesellschaftlichen Wandels,
- Das Faktenwissen und
- das Strategiewissen zu grundlegenden Fragen des Lebens,
- das Wissen um die Ungewissheiten des Lebens und
- das Wissen um die Relativität von Werten und Lebenszielen.
Diese fünf Bereiche ändern sich im Lauf des Lebens in Abhängigkeit von selbst Erlebtem. Besonders wertvoll werden diese Erkenntnisse wenn wir schwierige Lebensprobleme lösen müssen. (O-Ton Wenn alles glatt läuft....)
Das Alter allein macht nicht weise und Weisheit hängt nicht zwangsläufig am Alter. Das Alter ist sehr förderlich für die Weisheitsentwicklung.
Die Folge daraus ist, daß man klar und echt handeln muß. Jeder erfahrene Mensch merkt sofort, ob man es mit ihm ernst meint, oder nicht. Das haben sich die Pflegekräfte an der Klinik Haag zum Grundsatz gemacht.
Zwei kleine Wörter mit großer Bedeutung sind „Mut“ und „Zeit“: Es benötigt Mut, festgestellte Mißstände anzusprechen und sie abzustellen. Und es benötigt Zeit, älteren Menschen Aufmerksamkeit zu widmen. Allerdings ist Zeit nicht gleich Aufmerksamkeit. Es nützt nichts, jemandem eine Stunde Zeit zu widmen ohne mit ihm aufmerksam zu sprechen.
An der Klinik Haag, dem Zentrum für Altersmedizin wird die Aufmerksamkeit ernst genommen. So bilden sie ihre Nachwuchskräfte entsprechend aus.
Zudem pflegt die Klinik Haag nach den Grundsätzen der „aktivierenden Pflege“ über die man ein eigenes Symposium abhalten könnte. Wichtig ist die disziplinenübergreifende Zusammenarbeit aller Kräfte an der Klinik. Nur wenn alle fachübergreifend zusammenarbeiten kann die aktivierende Pflege gelingen. Dann wird die Leistung beim Patienten ankommen. Und das will schließlich jeder, weil jeder von jetzt auf nachher selbst Patient werden kann.
Dieses Bild zeigt die aktuelle Situation: Über allem Licht und Schatten und allen Gesetzen muß die Achtsamkeit stehen. Wenn alle Beteiligten miteinander reden, kann das Gesundheitswesen so organisiert werden, daß die Patienten damit zufrieden sind.
Petra Oberndorfer forderte die Zuhörer auf, nach eigenem Wissen und eigenen Möglichkeiten Achtsamkeit zu leben.
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Auf Professor Schwarz‘ Frage, wie man Patienten dazu bringen kann, Maßnahmen zu akzeptieren, die sie selbst nicht wollen, erläuterte Petra Oberndorfer, die Weigerung beruht häufig entweder an der fremden Umgebung, an unbekannten Hilfsmitteln oder an Ängsten. Wenn man die Weigerungsgründe versteht, kann man dem Patienten Argumente liefern und ihn überzeugen. Will der Patient aber einfach nicht, zeugt es von Respekt, die Maßnahme zu unterlassen.
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Dr. Franz-Xaver Obermaier ist Leiter der Gerontopsychiatrie am Inn-Salzach-Klinikum in Wasserburg. Er widmete seinen Vortrag dem Thema „Stigma Demenz“.
Stigma bezeichnet ein altes menschliches Verhalten: Nämlich die Beurteilung eines Menschen und der Ausschluß aus der Gesellschaft auf Grund eines einzigen Merkmals. Stigmatisierung ist somit die Vollendung der Diskriminierung. Beides darf in einer modernen Gesellschaft keinen Platz mehr haben.
Die Stigmatisierung dementer Personen ist erst mit der steigenden Lebenserwartung durch die verbesserten Lebensbedingungen zum Problem geworden. Dabei ist schon das Wort „Demenz“ problematisch, das nichts anderes heißt als „Ohne Geist“ – also ohne inneren Wert!
Stigamtisierung beruht hauptsächlich auf Unwissenheit und auf Ängsten.
Blickt man auf die Zahlen, kann sich die Gesellschaft diese Stigmatisierung nicht leisten: 36 Millionen Menschen litten 2012 weltweit unter Demenz, wobei eine Verdoppelung binnen 20 Jahren erwartet wird. Die Kosten belaufen sich auf mehr als 600 Milliarden Dollar jährlich.
Eine erste Maßnahme dagegen ist der Abbau der Stigmatisierung durch eine Aufklärungskampagne.
Diese Graphik zeigt die Demenzerkrankungen in Abhängigkeit vom Alter. 50% der über-90-jährigen erkranken an Demenz.
Die Entwicklung der Lebenserwartung steigt deutlich an, wie diese Kurve zeigt. Heute geborene haben somit eine 8 Jahre höhere Lebenserwartung als 1958 geborene. Die Zahl Älterer steigt künftig noch mehr an.
Die Stigmatisierung hat weitreichende Konsequenzen, die beim Patienten selbst beginnen.
Das beginnt bei der Unsicherheit, ob überhaupt eine Erkrankung vorliegt und endet noch nicht bei der Belastung der Angehörigen.
Wege aus der Stigmatisierung sind hauptsächlich die Aufklärung der Öffentlichkeit und der Ärzteschaft.
Dr. Franz-Xaver Obermaier ging nun auf die verschiedenen Demenzerkrankungen ein und erläuterte ihre jeweiligen Symptome. Die Alzheimer-Erkrankung entwickelt sich über Jahrzehnte ohne Symptome zu zeigen. Nach einer Diagnose kann sie durch Behandlungsmethoden lediglich hinausgezögert werden. Ab dem Verlust der Unabhängigkeit wirkt aber keine Behandlung mehr, dann verläuft sie so, als wäre sie nicht behandelt worden. Allerdings kann diese Verzögerung zwischen zwei und fünf Jahren zusätzlicher Lebenszeit bringen.
Der Welt-Alzheimer-Report sieht diese Möglichkeiten, die Stigmatisierung zu reduzieren.
Zusammengefaßt schlägt der Report die umfassende Schulung und Aufklärung aller Angehörigen, Klinikmitarbeiter und sogar der Gesellschaft vor.
Anstatt erkrankte Patienten wegzusperren und mit Psychopharmaka ruhig zu stellen, sollte man alles unternehmen, sie weiter am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen.
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Uli Fischer von der katholischen Stiftungshochschule und dem Institut für medizinische Informatinsverarbeitung an der Ludwig Maximiliansuniversität widmete sich der Frage, ob die Forschung zielgerichtet läuft oder ob am Ziel vorbei geforscht wird.
Im Bereich der Rheumatoiden Arthritis – etwa - befassen sich über 550 Publikationen mit ihrem Vorkommen und ihrer Behandlung, aber nur 9 mit der Alltagsfähigkeit erkrankter Patienten. Dabei beschäftigt diese Patienten hauptsächlich die Schmerzfreiheit, die Beweglichkeit und die Fähigkeit ihre Hände richtig nutzen und so den Alltag meistern zu können.
Das Problem steckt in der aktuellen Forschungsmethodik, die zu wenig auf die Änderungen in der Gesellschaft Rücksicht nimmt.
In der heutigen Forschung herrschen Denkmodelle vor, die in erster Linie auf Zusammenhangsketten beruhen. Tatsächliche Auswirkungen und soziale Aspekte bleiben dagegen häufig unbeachtet. Dies zu erforschen ist einfach sehr schwierig und sehr individuell.
Die Nichtbeachtung führt aber zur Diskriminierung einer gesamten Patientengruppe.
Mit einer multikausalen Fragestellung, einem explorativen Design und der Integration sozialer Modelle könnte die Forschung besser auf die besondere Patientengruppe angepaßt werden.
Diese Graphik zeigt eine Möglichkeit, die Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit gemäß einer Studie der Weltgesundheitsorganisation einzustufen.
Da es einen starken Zusammenhang zwischen Wohlstand und Gesundheit gibt, versucht man, das Modell so zu verändern, daß man trotz eingeschränkter Körperfunktionen am Leben teilnehmen kann.
Das kann mit diesen Methoden erreicht werden. Dabei soll statt der Untersuchung großer Personengruppen der einzelne Patient betrachtet werden.
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Im letzten Vortrag betrachtete Professor Dr. Jörg Saatkamp von der Hochschule in Rosenheim die finanzielle Seite des Alterns. Auf launige Weise zeigte er die Chancen der alternden Bevölkerung aus ökonomischer und gesellschaftlicher Sicht auf.
Nachdem er auf die demographische Entwicklung eingegangen war, betrachtete er die gesundheitsökonomische und die unternehmensbezogene Perspektive der alternden Bevölkerung.
Seit den geburtenstarken Jahrgängen in den 60er Jahren sank die Geburtenrate in Deutschland fast kontinuierlich. Aktuell beträgt sie 1,35 Geburten pro Frau. Die Folge ist, daß zwischen 2030 gegenüber 2010 sechs Millionen Menschen im arbeitsfähigen Alter fehlen werden.
Die Verschiebung der Alterspyramide würde zur Verdoppelung der Herzinfarkte, zu 86% mehr Schlaganfälleund und zu 30% mehr Diabetes und Tumorerkrankungen führen. Weniger Beitragszahler stehen somit mehr Kranken gegenüber, was natürlich eine erhebliche Herausforderung für das Gesundheitssystem darstellt.
Diese Kurven zeigen den Aufwand, den Krankenversicherer für ihre Kunden haben: Die Geburt ist teuer, danach wird’s lange Zeit billiger um dann ab etwa bei einem Lebensalter von 60 Jahren stark anzusteigen. Im Durchschnitt kostet jeder Deutsche 2.500 Euro pro Jahr.
Nach einem Crashkurs in Krankenkassenfinanzierung, in dem er zum Schluß kam, daß das gegenwärtige System das beste ist, das es je gab.
Professor Saatkamp war sicher, ältere Mitarbeiter sind für Unternehmen wertvoll, die nicht nur ihre Erfahrung einbringen sondern auch zuverlässig sind. Werden sie aber krank, dann fehlen sie längere Zeit.
Aus diesen Gründen scheiden ältere Mitarbeiter aus den verschiedenen Berufsgruppen aus.
Diese Graphik zeigt den Verlauf der Leistungsfähigkeit in verschiedenen Bereichen, die ab 35 Jahren meßbar abnimmt. Allerdings sind alle Fähigkeiten auch im Alter noch mit dem gleichen Erfolg trainierbar, wie ihn junge erfahren können.
Diese Fähigkeiten qualifizieren ältere Arbeitnehmer gegenüber jüngeren. Ältere werden deshalb in zahlreichen Bereichen bevorzugt eingesetzt werden.
Nicht vergessen darf man auch, daß Ältere künftig auch ein interessanter Kundenkreis sind, für die besondere Angebote bereitgehalten werden können und sollten.
Professor Saatkamps Fazit war, daß die Menschen heute gegenüber gleichaltrigen früher ganz anders leben und damit das Alter ganz anders erleben können als in der Vergangenheit.
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Professor Schwarz dankte allen Referenten und lud zum gemütlichen Ausklang des Nachmittags ans Buffet.
95 Das Gartenfest der Feuerwehren: Ein neuer Pokal 5:35
15 Mannschaften, darunter eine von der Polizeiinspektion Mühldorf, eine von der Kriminalpolizeistation und eine aus dem oberösterreichischen Engersdorf, kämpften seit Mittag in zwei Gruppen um die Pokale.
Da gings dann mit viel Engagement ganz genau, die Eisen so nah wie möglich an die Dauben zu werfen. Das gelang dem Einen besser, und dem anderen nicht ganz so gut....
Alle waren mit viel Ernst bei der Sache: Der Wille zu gewinnen war bei jedem Wurf dabei.
Es war diesmal reine Männersache. Die wenigen Damen waren verletzt oder einfach nur aaaa dabei!
Das Turnier begann um 13 Uhr und zog sich den ganzen Nachmittag hin. Da war ein bißchen Abkühlung bei einer kühlen Halbe unter dem Sonnenschirm schon sehr willkommen!
Als die Sieger der roten und der blauen Gruppe feststand, warfen sie im Finale den Turniersieger aus.
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Gegen 17 Uhr verlagerte sich das Geschehen ins Partyzelt. Steckerlfische und Geschnetzteltes vom Grill versprachen beste Verpflegung für die Wettkämpfer.
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Kreisbrandrat Karl Neulinger freute sich über Staatsminister Dr. Marcel Huber, der nicht nur persönlich zur Siegerehrung gekommen war, sondern auch noch den neuen Wanderpokal gestiftet hatte, nachdem den vorherigen die Feuerwehr Salmanskirchen endgültig behalten hatte dürfen. Er freute sich neben den genannten Mannschaften auch Vertreter der Stadt Mühldorf und des Technischen Hilfswerks begrüßen zu können.
Nach der Nachrüstung von Sicherheitstechnik konnte inzwischen das Zelt des Feuerwehr-Ausbildungszentrum auch endlich genehmigt werden. Das hatte eine ansehnliche Summe gekostet und die Rücklagen des Feuerwehrausbildungszentrums aufgefressen. Na ja, jetzt gibt’s dafür keine Rückfragen mehr vom Finanzamt!
Sein herzlicher Dank galt der Feuerwehr Zangberg, die das Hufeisenturnier ausgerichtet hatte und auch die Auswertung durchgeführt hat.
Wegen der vielen Ausgaben dankte er allen Gästen und bat sie, durch ihr Feiern zu helfen, die Kasse wieder aufzufüllen.
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Staatsminister Dr. Marcel Huber freute sich über die Einladung und auch, den Pokal stiften zu dürfen. Auch wenn er nicht geahnt hatte, wie groß der ausfallen würde...
In dieser Woche hatte die Woche gegen Krebs stattgefunden, die helfen sollte, ein Drittel der jährlichen Neuerkrankungen in Bayern von 68.000 Personen durch vermehrte Bewegung zu vermeiden: 23.000.
Schaut man die Feuerwehren an, dann sind sie sehr aktiv und beugen so einer Krebserkrankung vor. Dazu dient auch das Hufeisenturnier, das sich seit so vielen Jahren solcher Beliebtheit erfreut. Er hoffte, daß noch viele Gäste zum Feuerwehr-Gartenfest kommen und mithelfen, die Kasse wieder aufzufüllen. Abschließend gratulierte er allen Siegern und dankte allen, die mitgemacht haben, auch denen, die nichts gewonnen haben.
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Gemeinsam schritten sie zur Preisverleihung und begannen mit den Siebtplatzierten der Gruppe blau: Die Feuerwehr Heldenstein. Die Gäste aus dem Oberösterreichischen Engersdorf belegten Platz drei der Gruppe Blau. Sieger wurde die Freiwillige Feuerwehr „Grünthal eins“.
Weiter gings mit der Gruppe rot: Hier belegte die Polizeiinspektion Mühldorf den siebten Platz.
Polizeihauptkommissar Wolfgang Bauer dankte den Feuerwehren und freut sich über die gute Partnerschaft zwischen Polizei und Feuerwehren. Sie machen den Spaß jedes Jahr gern mit und sind sicher auch nächstes Jahr wieder dabei.
Sechste wurde die Mannschaft der Kriminalpolizei Mühldorf.
Gewonnen hat die Gruppe rot die Feuerwehr Zangberg selbst. Darüber freute sich Staatsminister Dr. Marcel Huber sehr, weil sie schließlich die Patenfeuerwehr seiner Ampfinger Wehr sind.
Das Finale trugen die Feuerwehren Zangberg und „Grünthal eins“ aus. Das spannende Spiel endete mit dem Sieg der Freiwilligen Feuerwehr „Grünthal eins“. Sie erhielten den neuen Pokal aus den Händen des Stifters, Staatsminister Dr. Marcel Huber und können ihn jetzt für ein Jahr bei sich aufstellen.
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Damit war das Gartenfest noch lang nicht zu Ende. Viele Gäste kamen erst jetzt und feierten noch lang in die Nacht hinein, die trotz der heranziehenden dicken schwarzen Wolken lau und trocken geblieben ist.
96 Der DGB zum 1. Mai: Gute Arbeit – sichere Rente – Soziales Europa 8:40
Eine Abordnung der Egerländer Blaskapelle auf den Stufen vor dem Rathaus begrüßte die Teilnehmer an der diesjährigen Maikundgebung. Neben Mitgliedern von Gewerkschaften und SPD mit Richard Fischer und Bernd Wegmann an der Spitze hatten sich auch die Bürgermeister Seigfried Klika und Horst Krebes, die zweiten Bürgermeister Harald Jungbauer und Manfred Römer eingefunden, dazu Pfarrer Martin Garmeier und Mühldorfs SPD Stadtratsfraktionsvorsitzende Marianne Zollner. Dazu dritter Bürgermeister Reinhard Babiak, und die Stadträte Christine Blaschek und Michael Bartsesch.
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Der Zug machte sich auf den Weg zum Graf-Toerring-Hof.
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Dort sorgte die Blaskapelle für Unterhaltung während es sich die Gäste bei einem zünftigen Weißwurstfrühstück gut gehen ließen.
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„Heute demonstrieren wir für die Würde der arbeitenden Menschen“ begann DGB-Ortsvorstand Robert Höll seine Einführung. „Gute Arbeit, sichere Renten und ein soziales Europa“ faßt kurz zusammen, worum es den Gewerkschaften in diesem Wahljahr geht.
Heuer jähren sich die Angriffe der Nationalsozialisten auf die Gewerkschaften am 2. Mai zum 80. Mal. Diese Geschichte verpflichtet zum Handeln gegen Rassissmus, Antisemitismus und Intoleranz.
Deshalb freute er sich über die zahlreiche Teilnahme an der Veranstaltung des DGB.
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Bürgermeister Siegfried Klika erinnerte an seine Bürgermeisterkette, auf der geschrieben steht: „Arbeit schafft Heimat“. Dieser Losung folgt die Stadt seit ihrer Gründung.
Er war sicher, Arbeitnehmern geht’s in Waldkraiburg gut weil viele Firmen gute Arbeitsplätze bieten und sogar weiter investieren. Auch wenn es Diskussionen über Leiharbeit gibt, ist das doch ein Problem, das die Bundesregierung oder sogar die Europäische Kommission lösen muß.
Waldkraiburg bietet somit gute Arbeit.
Es wird eine Aufgabe für die Zukunft sein, die Rente sicher zu machen. Die heutige Entwicklung gibt Anlaß zur Sorge: Der einsetzende demographische Wandel führt dazu, daß heutige Berufsanfänger nur sehr wenig Rente erhalten werden. Das ist ein heißes politisches Thema.
Ein schwieriges Thema ist auch das soziale Europa. Siegfried Klika mahnte die Angleichung des Renteneintrittsalters in Europa an und plädierte dafür, Europa menschenwürdig zu gestalten. Es kann nicht angehen, daß etwa Mauerer noch mit 67 Ziegelsteine schleppen oder Krankenschwestern im selben Alter Patienten umbetten müssen, während es Büromenschen viel leichter hatten.
Weil er zum letzten Mal als Bürgermeister zu ihnen sprechen konnte, mahnte er die Zuhörer, auch weiter zusammenzuhalten. Nur wenn sie untereinander und auch mit den Unternehmern zusammenhalten, können sie gemeinsam die Zukunft sichern.
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Da der angekündigte Referent erkrankt war, sprang DGB Kreisvorsitzender Richard Fischer ein.
Es gab noch nie so viele soziale Ungerechtigkeit in Deutschland und Europa wie zur Zeit – postulierte Richard Fischer zu Beginn seiner Rede.
Parolen, die Gewerkschaften wären ein Relikt aus vergangenen Tagen, erklärte Richard Fischer eine Absage. Ohne Gewerkschaften würden soziale Gerechtigkeit und Tarifverträge anders aussehen als zur Zeit.
Er blickte in die Geschichte: Am 2. Mai 2013 stürmten die Nazis die Gewerkschaftshäuser und verboten die Gewerkschaften. Sie gedachten der Opfer dieser Ereignisse, die zugleich mahnen, daß eine freie Gesellschaft nur durch starke Gewerkschaften möglich ist. Gewerkschaften stehen sowohl gegen Rechts- als auch gegen Linksextremismus. Er warnte vor Aktionen Rechtsextremer in Ampfing und in Mühldorf, die es erfordern, mit allen Mitteln dagegen anzugehen. Wegschauen allein reicht hier nicht mehr. „Wehret den Anfängen!“ Richard Fischer forderte, die NPD zu verbieten und so zu verhindern, daß Neonazis weiter ihr Gift versprühen.
Er rief die Zuhörer auf, gerade im Wahljahr 2013 ganz genau zu schauen, welche Parteien die Interessen der Arbeitnehmer vertreten.
Arbeit ist nicht nur ein Kostenfaktor. Beschäftigungsverhältnisse mit Stundenlöhnen von 3 oder vier Euro – wie es sie auch in Waldkraiburg gibt - werden die Gewerkschaften nicht mittragen und hier mit allen Mitteln gegensteuern.
Arbeit ist für die meisten Menschen mehr als nur ein Job. Sie leisten ihre Arbeit in einem Beruf der eine lange Ausbildung erfordert und den Menschen formt. Arbeit ist deshalb nicht nur Broterwerb sondern Teilnahme an der Gesesllschaft und damit auch Anerkennung. Deshalb muß gute Politik immer Arbeitslosigkeit bekämpfen und für Arbeitsplätze sorgen, die mit guten und wettbewerbsfähigen Produkten die Zukunft sichern. Spekulation und Zockerei führt nicht zu guter Arbeit!
Weil wir längst auf einem guten Weg sind, ist Deutschland international erfolgreich. Das geht aber nicht mit Billiglohnstrategien sondern nur mit guten hoch qualifizierten Fachkräften. Das haben die Betriebe erkannt und ihre Facharbeiter auch in der Krise gehalten.
Leider läßt die Bezahlung für die gute Leistung der Fachleute oft zu wünschen übrig. Und mit befristeten Arbeitsverträgen kann sich niemand eine sichere Zukunft aufbauen!
Zudem scheiden immer mehr Unternehmen aus den Arbeitgeberverbänden aus um so aus den Tarifverträgen aussteigen zu können. Solches Vorgehen verstand Richard Fischer nicht.
Auch der Ungleichbehandlung - etwa von Steuerbürgern - und der Schwarzarbeit erklärte Richard Fischer eine Absage und forderte die Anstellung zusätzlicher Kontrolleure.
Wenn 1,3 Millionen Menschen trotz Vollzeitarbeit Aufstockung vom Staat benötigen, um über die Runden zu kommen, und so keine Rentenansprüche erwerben, dann ist das unwürdig.
Der Arbeitsmarkt muß jetzt neu geordnet werden: Sozial ist nicht, wer Arbeit schafft, sozial ist, wer Arbeit schafft, von der man anständig leben kann! Das hat mit der Würde des Menschen zu tun. Die geforderten 8 Euro 50 Mindestlohn sind dabei nur das Minimum, das gerade so zum Leben ausreicht. Deshalb muß nicht nur der Mindestlohn nach seiner Einführung angehoben werden sondern auch wieder Tariftreue auf der Grundlage von Flächentarifverträgen eingeführt werden.
Bevor er zum Ende kam, forderte Richard Fischer die Einführung der Lebensarbeitsleistungsrente, mit der man nach 45 Arbeitsjahren ohne Abzüge in Rente gehen kann.
(O-Ton 50:10:00 Wir brauchen also.... bis ist unantastbar!)
Jeder Mensch hat den Anspruch würdevoll behandelt zu werden. Die anwesenden Linken warfen Richard Fischer vor, daß genau die SPD mit der Einführung von Hartz-IV von diesem Prinzip abgerückt ist.
Um das alles umzusetzen müssen alle ihren Beitrag leisten, egal wo der jeweilige steht. Dabei muß es demokratisch zugehen. (O-Ton Mit Freiheit und Recht....)
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Mit dem Arbeiterlied „Brüder, zur Sonne, zur Freiheit“, das lange Zeit auch als Parteihymne der SPD galt, schlossen die Genossen ihre 1. Mai-Kundgebung ab.
97 Auftakt zum 150-Jahr-Jubiläum: Konzert der Blaskapelle Altmühldorf im Mühldorfer Rathausflez 19:20
In alten Zeiten nahmen die Musiker auf dem kleinen Balkon über der Treppe Platz, die vom Stadtplatz heraufführt zum Flez. Da hätten aber die vielen Musiker nicht Platz gefunden, die sich zum gemeinsamen Konzert eingefunden hatten: Die Altmühldorfer Blaskapelle, die Derfi-Musi, ein Holzbläserquartett der Altmühldorfer und der Mühldorfer Vierg’sang.
Kreis-Heimat-Musik- und Brauchtumspfleger Dr. Reinhard Baumgartner konnte unter den Zuhörern erst Landrat Georg Huber begrüßen. Später stieß Mühldorfs zweiter Bürgermeister Paul Schwarz dazu.
Sepp Eibelsgruber – hatte die Leitung der Blaskapelle übernommen. Sie eröffneten mit dem Söchtenauer Luggi-Marsch.
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Dr. Reinhard Baumgartner gratulierte erst zur Auszeichnung des Landkreises als „Bildungsregion“, wozu sicher auch die Musik im Landkreis beigetragen hat. Die lange Geschichte etwa der Blaskapelle Altmühldorf zeigt, wie man über Jahrzehnte die Gegenwart gestaltete und so Musik und Brauchtum die Zukunft sicherte.
Er freute sich besonders, Hubert Heindl begrüßen zu können, einen Nachfahren der Türmerfamilie Heindl, die noch bis 1935 dieses Amt ausgeübt haben.
Weiter begrüßte er Alfons Maier aus Gallenbach, dessen Großvater viele Noten gesammelt hatte.
Der Mühldorfer Vierg’sang setzte fort mit „Jesaas Leut‘ – heut‘ gibt’s a Musi“
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Passend zur Jahreszeit, die Blaskapelle Altmühldorf mit der Maibaum-Polka.
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Dr. Reinhard Baumgartner erläuterte nun, daß die Türmer, die seit dem 14. Jahrhundert für die Musik in der Stadt gesorgt haben, im 19. Jahrhundert ihre Bedeutung verloren haben. Orgeln übernahmen die Kirchenmusik. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts bestand die Militärmusik aus Flöten und Trommeln. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab sich das Militär eine neue Musikordnung, die ihre Ursprünge in der türkischen Musik hatte, wie sie die Türken vor Wien hinterlassen haben.
Ausscheidende Soldaten formierten später in den bayerischen Dörfern eigene Blaskapellen, die den Ursprung für die heutige Blasmusik geworden sind.
Aus den Jahren vor der Säkularisierung gibt es sicher noch Noten, die es zu finden und auszuwerten gilt.
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Das Holzbläserquartett der Altmühldorfer setzte fort mit „Intrada“, einer Aufzugsmusik aus dem 17. Jahrhundert, wie sie die Mühldorfer Stadttürmer zu besonderen Anlässen spielen.
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Die Derfi-Musi setzte fort mit der Polka „Hand in Hand“ von Serafin Mayer aus Gallenbach.
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„Wo san denn de lustigen Tanza“ fragte dann der Mühldorfer Vierg’sang. Ein Stück von Wastl Fanderl.
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Soweit bekannt, waren die „Lenzwenger Musikanten“ die erste Blaskapelle im Landkreis Mühldorf, erläuterte Dr. Reinhard Baumgartner nun die Entstehungsgeschichte der Blaskapellen in Oberbayern und besonders im Landkreis Mühldorf.
Sebastian Rannetsperger könnte 1827 der Schreiber eines Notenblatts gewesen sein, das zu einem Nachlaß gehört, den die Familie Rannetsperger 1890 übergeben hat. Dort sind hauptsächlich Landler, Walzer, Halbwalzer, Mazurken, Polken, Schottisch und Rheinländer vertreten.
In diesem Nachlaß fand sich auch Militärmusik für verschiedene Anlässe.
Alle Funde – auch im Museum in Kraiburg – zeigten, wie damals Veranstaltungen und Tänze abliefen.
Auch wenn Walzer damals neu aufgekommen sind, ist doch der Landler typisch für Oberbayern. Landler gibt’s nur bei uns.
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Die Blaskapelle setzte fort mit dem Schottisch „Hohendichlinger“ von Johann Obermüller.
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Das Holzbläser-Quartett brachte das „Tafelstück“ aus der „Bauernmusi“.
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Ein weiteres Stück von Serafin Baier aus Gallenbach hatte die Derfi-Musi: „Zigeunerliebe“
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Weiter gings mit einen Halbwalzer von 1957, den sie im Archiv der Blaskapelle Altmühldorf gefunden hatten.
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Mit dem „Horak-Schottisch“ gings in eine kurze Pause.
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Damit die Gäste Gelegenheit zum Mitmachen hatten, folgte „Hans bleib do“, ein Dreher aus Ruhpolding.
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Dr. Reinhard Baumgartner ging nun auf die Geschichte der Blaskapellen im Landkreis von 1850 bis 1950 ein. Notenfunde in Neumarkt, in Schönberg, in Zangberg, in Haag, in Kraiburg und natürlich in Altmühldorf zeigen, daß es schon damals ein lebendiges Musikgeschehen im Landkreis gegeben hat. Weitere Noten muß es noch bei der Stadtkapelle Mühldorf und an weiteren Stellen geben. Sie alle gilt es zu sichten und aufzubereiten.
Unter den gefundenen Musikstücken waren auch Francaise, wie sie heute wieder während der Redoute im Stadtsaal getanzt wird.
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Das Holzbläserquartett setzte fort mit dem Landler aus der „Bauernmusi“
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Die Derfi-Muis mit dem Schottisch „Frauenlist“ von Franz Serafin Maier.
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Der Mühldorfer Vierg’sang mit Tanzboden-Gstanzln
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Nachdem sich Dr. Reinhard Baumgartner den verschiedenen Musikrichtungen „Deutscher Dreher“, Polka, Schottisch, Rheinländer, Landler, Halbwalzer und Zwiefacher gewidmet hatte, sorgte der Mühldorfer Vierg’sang für Heiterkeit: „Da wampat Gust“
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Nach fast zwei Stunden mit bester bayerischer Blasmusik und vielen wertvollen Informationen rund um die Musik, ihre Geschichte und die Geschichte der Kapellen in Oberbayern und besonders im Landkreis, verabschiedete sich die Blaskapelle Altmühldorf mit dem Marsch „Heil Altmühldorf“ von Franz Serafin Maier.
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Es war ein besonderes Konzert, das die Blaskapelle Altmühldorf und der Mühldorfer Vierg’sang an diesem traditionsreichen Ort gespielt haben, der über 300 Jahren lang der wichtigste Veranstaltungssaal in der Kreisstadt war. So, oder so ähnlich haben es auch unsere Großväter und Urgroßväter erlebt, als sie die Blaskapelle Altmühldorf 1913 zu ihrem 50-Jahr-Jubiläum auf den Rathausflez eingeladen hat.
Wenn die Blaskapelle nun ihr 150-Jahr-Jubiläum hier mit so einem wunderbaren Konzert feiern kann, dann ist in vielfacher Hinsicht Grund zu großer Freude. Gebe Gott, daß die Blaskapelle Altmühldorf auch in 50 Jahren hier auf dem Rathausflez unsere Kinder wieder mit guter bayerischer Blasmusik begeistern kann, wenn sie dann ihr 200-Jahrjubiläum genau so schön feiern können.
98 Maibaumfest in Polling: Wie sich's gehört mit viel Irxenschmeuz 9:55
Die Feuerwehr voraus kamen die Maibaumdiebe aus Richtung Mühldorf nach Polling.
Diese beiden Nachwuchstrachtler von den Almröserl waren schon einmal unterwegs, Nachschub zu holen. Der lange Weg aus Monham hat sie wohl ziemlich Substanz gekostet!
Hinter der ansehnlichen Vorhut nach, zog ein Unimog das Traditionsstangerl ein Stückerl weiter Richtung Polling.
Schön hergerichtet und schön geschmückt hatten die Diebe den Baum, den die Hirschbachschützen Anfang Januar von der Tüßlingisch-gräflichen Forstverwaltung gekauft hatten. Nach dem Fällen des Baumes hatten ihn die Schützen noch am selben Abend geschäppst - also die Rinde entfernt - und wollten dann frohgemut beim Wirt diesen Erfolg feiern.
Die Freude war aber von kurzer Dauer: Noch während sie sich eine kühle Halbe oder zwei genehmigten, fuhren draussen schon die Diebe mit ihrem Maibaum vorbei! Weg war er, ihr schöner neuer langer Maibaum!
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Schnell war klar, wer diese Schandtat verübt hatte: Es waren alle miteinander: Die Oberneukirchner, die Grünbacher und wer noch aller!
So gut haben sie den Baum versteckt, sogar eingemauert, daß der Plan aussichtslos aufgegeben hatte werden müssen, ihn zurück zu stehlen.
Blieb nur noch Verhandeln und zahlen!
Aber wie das halt so ist, haben die langwierigen Verhandlungen ein Ergebnis gebracht, mit dem die Diebe nur halbwegs haben leben können. Es ist halt immer zu wenig, was die Maibaumbesitzer springen lassen.
Vielleicht deshalb machten sie auf der Anfahrt nach Polling immer wieder Pause. Die sollten sich nur nicht so sicher fühlen, die Hirschbachschützen!
Dann endlich kam der Nachschub. Die zwei Kästen waren gleich leer und es konnte weitergehen.
Am Hirschbach entlang gings zum Aufstellort.
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Dort erwarteten schon zahlreiche Gäste den Festzug. Die Schützen hatten schon den ganzen Vormittag dafür gesorgt, daß das leibliche Wohl nicht zu kurz gekommen ist. Zahnarzt Dr. Langrieger hatte das Grillen übernommen und tat das mit bewundernswerter Ausdauer!
Der Herrgott sorgte für angenehme Temperaturen und eine warme Sonne da unterhalb der Kirche wo die Schützen für ihre Gäste aufgebaut hatten.
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Aber zurück zum Maibaum: Der Ständer an der Hauptstraße steht etwas erhöht. Das heißt, der Maibaum mußte die letzten Meter mit Muskelkraft bergauf herangezogen werden. Da war zum ersten Mal Irxenschmalz gefragt!
Bevors aber so weit war, stießen Diebe und Schützenverein erst noch miteinander an. Alles gut also!
Bürgermeister Hans Schmidbauer ließ sich das Spektakel natürlich auch nicht entgehen.
Dann den Baum abspannen und auf Böcke umladen. Dazu mußten sie ihn von der Lafette herunterheben. Wieder war Kraft gefragt. Aber – wo viele zupacken, geht das schon.
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Das haben sie gleich nochmal gezeigt, als sie den 31 Meter langen Baum in den Ständer hoben. Ganz ohne Kran!
Nach „ a bissl auf“, „a bissal nieda“ und „hint a bissal umme“ und ein paar Schlägen mit dem Vorschlaghammer schlüpfte der Bolzen ganz leicht durch die Bohrung. Die Mutter draufdrehen, festziehen und kontern und schon war der erste wichtige Schritt getan. Dann das hintere Fahrgestell rausheben und die Böcke drunterschieben. Zu-Gleich auf Kommando: (O-Ton Oans zwoa drei)
Die Gäste beobachteten die Handgriffe genau.
Dann die Kränze anhängen und an der Spitze den Schützen festschrauben, der den Pollingern und ihren Gästen in den kommenden drei Jahren die Windrichtung anzeigen wird.
Im Gegensatz zu anderen Maibäumen zieren den Pollinger Baum Figuren von Handwerkern und nicht Zunfttaferl oder gar Werbetafeln für Firmen. Dieser Unsitte haben sich die Hirschbachschützen Gott sei Dank enthalten.
Es war eine Menge Schrauberei, bis alle Halter richtig dran waren, die Figuren eingehängt und gesichert waren.
Wollt’s ihr auch einmal einen Maibaum aufstellen? (O-Ton zwei kleine Buben)
Die beiden Versorger von den Almröserl-Trachtlern hatten erst einmal Pause! Müßt’s ihr nicht langsam wieder a Bier holen? (O-Ton Naaaa!)
Auf diese Haufen Arbeit erst einmal einen Schluck!
Nachdem das Sicherungsseil eingehängt war gings los mit dem Aufstellen: Der erste Hub noch ohne Schwaiberl.
Weiter gings mit Schwaiberl. Die mmeisten jungen Oberneukirchner waren zum ersten Mal dabei und mußten erst lernen, wie man Schwaiberl ansetzt, wie man den Baum damit einspreizt und wie man ihn so hochhebt, daß er in der Richtung bleibt....
Und wie man die Schwaiberl so sichert, daß sie nicht wegrutschen.
Immer wieder Oans – Zwoa – Drei und ein Stückchen höher. Das kostet ordentlich Kraft und braucht schon immer mal wieder einen Schluck aus’m Maßkrug!
Die Damen hatten’s da einfacher: Sie ließen die Arbeit die Burschen machen und beschränkten sich auf den Schluck aus’m Maßkrug.
Und wieder: (O-Ton )
Hub um Hub gings weiter in die Senkrechte. Die langen Schwaiberl anzusetzen ist auch nicht ganz einfach. Da braucht es schon Hilfe.
Und so mancher „Leerhub“ ging dem nächsten Kraft-Tanken voraus!
Mit jedem Hub wurde auch die Richtung angepaßt.
Je senkrechter der Baum kam, desto schwieriger wurde es, die Schwaiberl anzusetzen.
Und je mehr Kraft war nötig.
Und wieder ein Leerhub! Noch einmal Kraft tanken.
Dann wars so weit ein letztes Mal anschieben und der Maibaum stand senkrecht.
Sie konnten drangehen und ihn festschrauben.
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Später kam Alexander Mittermeier mit seiner Feuerwehr-Drehleiter und half, die letzten Taferl festzuschrauben und den festen Sitz zu überprüfen.
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Damit war das Maibaumfest der Hirschbachschützen aber noch lang nicht zu Ende. Es kamen immer noch Gäste dazu und forderten Schützenmeister Hans Flötzinger, Grillmeister Dr. Langrieger, Schenkkellner Robert Wagner und alle Hirschbachschützen alles ab. So wie immer halt, wenn die Hirschbachschützen Schützen in Polling etwas veranstalten!
99 "Energie und Lebensmittel aus der Landwirtschaft" - Bauernverband und CSU informieren in Aschau a. Inn 13:15 19 10.05.13
Bauernverbands-Kreisvorsitzender Ulli Niederschweiberer freute sich über das große Interesse an der Biogasanlage und auch darüber, daß Staatsminister Dr. Marcel Huber persönlich gekommen war. Er konnte zahlreiche Bürgermeister, Kreis-/Stadt- und Gemeinderäte der CSU und des Bayerischen Bauernverbandes begrüßen. Lorenz Salzeder galt sein Dank für die Gelegenheit, diese Anlage besichtigen zu können.
In den Fermenter hinter ihm fördert eine Dosiermaschine alle 30 Minuten 340 Kilogramm Biomasse, die dort zu Biogas zersetzt wird. Zwei weitere Tanks nebenan unterstützen diesen Prozeß und dienen als Gülle- und Gaslager. Pro Tag verbracht die Anlage beim Einsatz von Gras und Mist 10 Tonnen Biomasse. Der Fermenter wird nach jeweils 30 Minuten für 8 Minuten umgerührt. Bei 47° Celsius entsteht so das Biogas, das gegenüber im Blockheizkraftwerk verstromt wird.
Die Anlage leistet 200 Kilowatt elektrisch und 240 Kilowatt thermisch. Bei Vollast verbrennt der Motor 80 Kubikmeter Biogas pro Stunde.Mit der Abwärme heizt Salzeder das Anwesen neben an. Im Sommer ist die Abfuhr der Wärme problematisch.
Weil der Schwefel im Biogas das Öl im Motor zersetzt, ist die Anlage wartungsintensiv. Jeweils nach 350 Stunden müssen 37 Liter Öl und die Ölfilter gewechselt werden – alle zwei Wochen.
Die Anlage läuft seit Dezember 2011 rund um die Uhr.
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Später im Saal des Gasthauses Pichlmaier in Aschau freute sich CSU-Vorsitzende Gertraud Reiser zahlreiche weitere Gäste begrüßen zu können. Unter ihnen Dr. Bernhard Widmann, Leiter des Forschungs- und Technologiezentrums in Straubing, die JU-Vorsitzende Kathrin Grundner, FU-Vorsitzende Ilse Preisinger-Sontag, Bundestags-Listenkandidatin Julia Bartz, Landtags- und Bundestags-Listenkandidaten Dr. Martin Huber und Julia Bartz sowie Bezirkstagskandidatin Claudia Hausberger.
Das Thema ist wohl ein heißes Eisen, schmunzelte sie, weil so viele Zuhörer gekommen sind.
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Staatsminister Dr. Marcel Huber hatte die Erfahrung gemacht, mit diesem Thema füllt man Sääle. Die Energiewende betrifft schließlich jeden. Die Energiewende hat schon lange vor Fukushima begonnen, als man erkannt hat, daß die intensive Nutzung fossiler Energieträger das Klima zu verändern begann. Der Rekord-Sommer 2003, in dem in Europa 30.000 Menschen der Hitze erlegen sind, und der lange Winter 2012/2013 sind deutliche Zeichen.
Dies alles hat die Bayerische Staatsregierung bewogen, für 2020 ein jährliche CO2-Emission pro Bürger von 6 Tonnen als Klimaziel auszugeben. Das zu erreichen wurde durch den Ausstieg aus der Kernenergie doppelt schwer.
Bayern hat der Kernenergie sehr viel zu verdanken, auch wenn sie eine schwer beherrschbare Technik ist. Auch wenn die bayerischen Anlagen die sichersten auf der ganzen Welt sind, kann man sie doch nicht so sicher bauen, daß sie gegen alles gefeit sind. Deshalb hat man beschlossen, aus dieser Technologie so schnell auszusteigen, wie das technisch und wirtschaftlich möglich ist. Ab 2025 muß jetzt über 50% des heute CO2-frei erzeugten Stromes ersetzt werden.
Dabei ist der Freistaat gut unterwegs. Etwa 35% der Kernenergie können heute schon aus alternativen Energieträgern erzeugt werden.
Das reicht aber noch nicht, weil Photovoltaik, Biogas und Windenergie nicht mehr so stark ausgebaut werden können wie bisher. Bei allem muß die Versorgungssicherheit gewahrt und der Strompreis akzeptabel bleiben, und der Umbau muß umwelt- und menschenverträglich vonstatten gehen. Schließlich soll Bayern auch nach der Energiewende noch so schön bleiben.
Allerdings geht es halt nicht ohne Einschnitte: Pumpspeicherkraftwerke, Windräder und Biogasanlagen müssen eben sein.
Um die Energiewende zu schaffen muß das Verteilnetz für die dezentrale Erzeugung umgebaut werden. Die windintensiven Regionen im Norden Deutschlands müssen besser mit den sonnenstromintensiven Regionen im Süden vernetzt werden. Um Flauten und sonnenarme Zeiten ausgleichen zu können, müssen Resevekraftwerke errichtet werden. Dazu ist ein neues Markt- oder Finanzierungsmodell nötig, weil sonst niemand solche Kraftwerke bauen will.
Das alles ist so schwierig umzusetzen, weil in Deutschland jedes Land seine eigenen Interessen verfolgt.
Dr. Marcel Huber war sicher, Deutschland kann seinen Wohlstand und seine technologische Spitzenposition gegen die aufstrebenden Nationen wie China und Indien nur behaupten, wenn die Energiewende gelingt. Daß das gelingt, war Dr. Marcel Huber sicher!
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Dr. Bernhard Widmann vom Forschungs- und Technologiezentrum für nachwachsende Rohstoffe in Straubing, das dem Bayerischen Landwirtschaftsministerium untergeordnet ist, stellte fest, daß man die beschriebenen Probleme am einfachsten durch die Einsparung von Energie lösen könnte.
Nur was nicht eingespart werden kann, muß ersetzt werden.
Es kann nicht so weiter gehen, wie bisher: Derzeit verbrennt die Menschheit jedes Jahr so viel fossile Brennstoffe, wie in 500.000 Jahren Erdgeschichte entstanden sind. Dieser Arroganz muß im 21. Jahrhundert eine energetische Revolution abhelfen.
Das können Politik und Industrie allein nicht schaffen, jeder muß mitmachen.
Eine Konkurrenz der einzelnen Energieträger ist hier kontraproduktiv: Nur mit einem optimierten Energiemix, in dem auch ethische und soziale Aspekte berücksichtigt werden, kann in Zukunft der Lebensstandard erhalten bleiben.
Allerdings muß das Thema „Speicherung“ gelöst werden. Dazu muß auch das Biogas beitragen, das nur dann genutzt werden sollte, wenn andere Energieformen nicht zur Verfügung stehen.
Bei diesen Themen stehen Land- und Forstwirtschaft im Mittelpunkt.
2011 wurden in Deutschland 12,5% des Verbrauchs aus erneuerbaren Energiequellen erzeugt.
Diese 12,5% teilen sich so auf. Bemerkenswert, daß über 36% aus Holz und fast 23% aus Biokraftstoffen und Biogas stammen. Die Bioenergie aus der Land- und Forstwirtschaft nimmt also eine wichtige Rolle ein.
Besonders interessant: Kraftstoff für Fahrzeuge kommt ausschließlich aus der Land- und Forstwirtschaft.
Diese Vorgaben macht die EU. Dr. Widmann war sicher, das ist insgesamt zu schaffen, auch wenn der Anteil für den Verkehr schwer zu realisieren sein wird.
Derzeit werden etwa 21% der Ackerfläche für die Energieerzeugung verwendet. Diese teilen sich so auf.
Durch die Schlagwörter der letzten Jahre fordert die Gesellschaft mehr Energie aus eneuerbaren Quellen. Die nötigen dezentralen Anlagen sind für jeden sichtbar und führen dann wieder zur Ablehnung.
Wie das alles schiefgehen kann, zeigt die Einführung von E10. Damals fehlte es an ausreichend Information durch die Fahrzeug- und die Mineralöl-Industrie.
Dr. Bernhard Widmann kritisierte ein verzerrtes Bild der Landwirtschaft in der Öffentlichkeit. Während jeder gern das neueste Smartphone kauft, hätten die Leute gern, daß Weizen noch mit der Sense geschnitten wird. Die städtische Gesellschaft hat kein Verständnis für High-Tech in der Landwirtschaft.
Und plötzlich machen sich die Leute auch Sorgen um den Regenwald und den Hunger in der Welt.
Es stellen sich also viele Fragen.
Tatsächlich ist die Abholzung tropischer Regenwälder kein geeigneter Weg zur Gewinnung von Ackerland. Darauf wird aber schon viele Jahre international hingewiesen.
Auch die Diskussion um die Nutzung von Palmöl ist nicht zielgerichtet: Drei Viertel der weltweiten Produktion von Palmöl gehen in die Nahrungsmittelherstellung. 21,5% in Konsumartikel wie Kosmetika und nur 5% in die Energieerzeugung. Biokraftstoffe können also nicht der Sündenbock für alle Probleme gelten.
Import von Biokraftstoffen ist nicht zu vermeiden. Allerdings muß darauf geachtet werden, daß die Erzeugerländer bei ihrer Herstellung nachhaltig wirtschaften.
Ist also Bioenergie Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion? Dieses Diagramm zeigt, daß 2007 nur 3,6% der weltweiten Getreideernte für die Herstellung von Ethanol verwendet wurde.
Natürlich hat die Sicherung der Ernährung oberste Priorität. Allerdings gibt es in den betroffenen Ländern viele Gründe für mangelhaft Versorgung, die nichts mit der Energiegewinnung zu tun haben.
Tatsächlich gab es schon immer Hunger auf der Welt und tatsächlich hat die Landwirtschaft schon immer Energie produziert. Die Energieproduktion in der Landwirtschaft ist daher eher eine Rückbesinnung. Früher hat halt der Bauer das Futter für seine Zugtiere hergestellt – heute fährt er mit dem Auto mit Benzinantrieb herum.
Nun soll das weltweite Biomassepotential bis 2050 auf 300 Millionen Hektar festgelegt werden, und so der Nahrungsmittelproduktion keine Konkurrenz machen. Das Wichtigste aber ist die weltweite Einsparung von Energie.
Sind Biokraftstoffe übrhaupt sinnvoll? Derzeit scheint es „out“ zu sein, sich mit Biokraftstoffen zu befassen. Die EU-Vorgaben regeln die Nachhaltigkeit von Biokraftstoffen nach diesen Kriterien.
Wer also behauptet, man würde dem Klima mit Biokraftstoffen mehr schaden als nutzen, kennt die Fakten nicht.
Biokraftstoffe sind aus vielen Gründen sogar Grundlage für die Nahrungsversorgung.
Mit der Herstellung von Biokraftstoffen forciert man also nicht die Rodung von Regenwald sondern stärkt die Versorgung mit Eiweiß.
Während man von einem Hektar Raps eine Kuh 800 Tage lang mit Eiweißfutter füttern kann, kann ein Audi A2 damit 35.000 Kilometer fahren. Dabei ist Raps ergiebiger als Soja.
Pflanzenölkraftstoffe sind somit für alle Fahrzeuge sinnvoll, die nicht oder nur selten auf der Straße fahren.
Auch die vielgescholtene „Vermaisung“ ist tatsächlich nicht festzustellen, weil gegenüber 1991 nur auf gut 60.000 Hektar mehr Mais angebaut wird , zwischen 6 und 8 Prozent. Mais ist eine hoch effiziente Energiepflanze, die die Ackerfläche bestmöglich ausnutzt. Trotzdem gibt es Regionen auf denen tatsächlich mit zusätzlichen Pflanzen gegengesteuert werden muß. Das hilft dann auch den Insekten und der Landschaft.
Das wahre energetische Problem heißt „Homo-Sapiens“! (O-Ton Eine Gesellschaft, die es sich leistet.... – Hunger-Teller-Tank diskutieren)
Nach Dr. Bernhard Widmanns Ansicht ist der Homo sapiens eher ein Homo immodestus, also ein maßloser Mensch.....
Dem Faß den Boden schlägt dann dieses Bild aus!
Es muß also wieder Maßhaltigkeit und Realitätsbezug in die Diskussion einkehren: Nahrung und Energie sind beides Lebensmittel, aber nur, wenn der Bürger das auch so erkennt und entsprechend handhabt.
Dr. Widmann kam zu diesem Fazit: (O-Ton )
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In der späteren Diskussion kamen viele praktische Fragen zur Sprache, etwa die Notwendigkeit der Speicherung alternativ erzeugter Energie und der Teilzeitbetrieb von Biogasanlagen um die Zeiten auszgelichen zu können, wenn die Sonne nicht scheint oder der Wind nicht bläst.

100 Feierliche Gelöbnisfeier der Gebirgsjäger auf dem Kapellplatz in Altötting 12:30
Die Gebirgsjägerbatallione aus Bischofswiesen und Mittenwald nutzten den Kapellplatz in der Wallfahrtsstadt zur Demonstration ihrer Technik. Vom Waffenträger „Wiesel“ über den „Boxer“ bis zu Pferden und Mulis war zu sehen, womit Gebirgsjäger umgehen können müssen. Diese Waffenschau auf dem Platz, der sonst Pilgern und Wallfahrern vorbehalten ist, mutete schon etwas befremdlich an.
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Neben dem Rathaus nahmen die Fahnenabordnungen der Krieger- und Soldatenkameradschaften im Landkreis Aufstellung und erwarteten zusammen mit zahlreichen Ehrengästen die Rekruten. Brigadegeneral Johann Berger, der seit Januar Kommandeur des Landeskommandos Bayern ist, hat es sich nicht nehmen lassen, selbst an der Gelöbnisfeier teilzunehmen.
Gekommen waren auch Prälat Ludwig Limbrunner, Landtagsabgeordnete Ingrid Heckner, der stellvertretende Landrat Stefan Jetz, Bezirksrat Frank Springer, zahlreiche Stadt und Kreisräte.
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Die Rekruten des Gebirgsjägerbatallions 233 aus Mittenwald zogen als erste auf den Kapellplatz und nahmen vor dem Papst-Benedikt-Haus Aufstellung. Ihnen folgten die Rekruten des Batallions 232 aus Bischofswiesen.
Dann die Ehrenformation mit den Truppenfahnen und das Musik-Corps der Gebirgsjäger aus Garmisch-Partenkrichen.
Bürgermeister Herbert Hofauer schritt die Formationen zusammen mit Oberst Stefan Leonhard ab.
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Bürgermeister Herbert Hofauer begrüßte die Gäste auf diesem ehrwürdigen Barockplatz.
Vor fast 65 Jahren schufen die Väter des Grundgesetzes eine tragfähige Grundlage für eine freiheitlich demokratische Rechtsordnung in Deutschland und haben damit das Leben in Deutschland und in Europa geregelt. Schon damals hat man erkannt, daß die Demokratie nach außen und nach innen wehrhaft sein muß.
Der Beitritt zur Nato und die Einführung der Wehrpflicht waren Folgen des kalten Krieges. Trotz der Umwälzungen seither, und der Abschaffung der Wehrpflicht steht der Wehrdienst nach wie vor für die Bereitschaft der Bürger, Verantwortung für den Schutz der Grundwerte der Gesellschaft zu übernehmen.
Das gilt auch für Einsätze in den Krisenregionen der Welt, die sich von Konflikt- und Krisenbewältigung bis zu Aufbauarbeiten erstrecken. Da Krisen in der heutigen vernetzten Welt auch schnell uns erreichen können, tragen die Auslandseinsätze dazu bei, die Heimat zu schützen. Damit übernimmt Deutschland die Verantwortung, die es in anderen Bereichen längst erreicht hat.
Für ihren Dienst dankte Bürgermeister Herbert Hofauer den Rekruten und sicherte ihnen die Anerkennung der großen Mehrheit der Bevölkerung zu.
Die Bundeswehr hat in den zurückliegenden Jahren bewiesen, daß sie niemals wieder ein Staat im Staate sein kann. Deshalb erinnerte er an die Ereignisse des 20. Juli 1945 in dessen Tradition sich die Bundeswehr sieht. Jeder Soldat trägt persönlich Verantwortung, unabhängig vom geleisteten Eid.
Wenn sie durch ihre Einsätze von ihren Familien getrennt werden und sich Gefahr für Leib und Leben aussetzen, gebührt ihnen allen der Dank der gesamten Bevölkerung. Daß sie dazu bereit sind, werden sie später durch ihr Gelöbnis ausdrücken.
Für ihren Dienst und ihr Leben wünschte ihnen Bürgermeister Herbert Hofauer alles Gute und allzeit gute Rückkehr von allen Einsätzen.
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Das Gebirgsjägerbatallion sorgte für feierliche Stimmung.
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Rekrutensprecherin Jäger Verena Kramer war stolz, mit ihrem Gelöbnis bekennen zu dürfen, für die Verteidigung von Recht und die Freiheit des deutschen Volkes eintreten zu wollen. Das tun sie aus innerer Überzeugung, Verantwortungsbewußtsein und professionell. Dabei müssen sie viele Verpflichtungen erfüllen, vor allem aber Kameradschaft üben. Jeder Soldat ist Kamerad und verdient damit in Notsituationen Unterstützung und Hilfe.
Sie beschrieb die Herausforderungen, denen jeder Soldat gegenübersteht, wenn er in die Bundeswehr eintritt, in Übungen, die sie bis an die physischen Grenzen belasten und nicht zuletzt durch gelegentliche Zweifel. Das gemeinsame Meistern bewirkte das Zusammenwachsen des Zuges bis zum wortlosen Verstehen und gemeinsamen Handeln. Inzwischen sind sie eine Familie, in der es nicht nur um Ordnung, Sauberkeit und Disziplin geht, sondern vor allem um die Kameradschaft.
Sie dienen Deutschland!
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Nachdem das Musikcorps der Gebirgsjäger für Abwechslung gesorgt hatte, freute sich Oberst Stefan Leonhard sehr darüber, das Gelöbnis auf dem Kapellplatz in Altötting abhalten zu können. Dafür, und für seine Ansprache galt sein Dank Bürgermeister Herbert Hofauer.
Mit ihrem Kommen würdigen sie auch die 25-jährige Partnerschaft des Kreisverbandes Altötting der Krieger- und Soldatenkameradschaft mit dem Gebirgsjägerbatallion 232. Dem ersten Vorsitzenden Gerhard Wiesbauer dankte er so für sein jahrzehntelanges Engagement.
Als Staatsbürger in Uniform sind die Soldaten Teil der Gesellschaft. Deshalb dankte Stefan Leonhard den Besuchern für ihr Interesse an der Bundeswehr und der Gelöbnisfeier.
Als sich die Rekruten in den Dienst der Streitkräfte gestellt haben, haben sie sich bewußt entschieden, Deutschland mit der Waffe zu dienen. Das ist ein hoher Anspruch und eine hohe Verpflichtung weil sie damit die Verfassung, die Menschenrechte und das freie Leben schützen.
Gerade heute ist das nicht selbstverständlich.
Deutschland kann heute auf die längste Friedensphase in der Geschichte zurückblicken. Die Bundeswehr leistet dazu einen entscheidenden Beitrag weil sie zur Handlungsfähigkeit der Bundesrepublik beiträgt. Frieden und Freiheit kann es nur geben, wenn die Bundeswehr weiter ihren Beitrag zur Kriegsverhütung und zum Aufbau freiheitlich demokratischer Ordnungen leistet, die Menschen- und Minderheitsrechte achten und wirksam verteidigen. Dazu sind rund 6.000 Soldaten der Bundeswehr auf Beschluß von Bundesregierung und Bundestag in vielen Teilen der Welt unterwegs.
Bis zum Jahresende werden auch 1.400 Soldatinnen und Soldaten des Gebirgsjägerbatallions 23 an diesen Auslandseinsätzen teilgenommen haben.
Nachdem er auf die Umstrukturierung der Bundeswehr eingegangen war, beschrieb Stefan Leonhard die Reduzierung der Truppenstärke bei gleichzeitiger Längerverpflichtung der Soldaten. Er sicherte den Rekruten zu, daß sie durch ihren Dienst dazu beitragen, die Sicherheit Deutschlands und seiner Verbündeten zu erhalten. (O-Ton Ihr Dienst ist Dienst....- stolz sein.)
Als Gebirgsjäger müssen sie hohen Ansprüchen entsprechen und genießen hohes Ansehen. Schon bisher haben sie nicht nur eine harte Ausbildung genossen sondern auch die Schönheit der bayerischen Bergwelt kennengelernt. Nun können sie mit Würde und Stolz das Edelweiß tragen.
Für ihren weiteren soldatischen Werdegang wünschte er ihnen viel Erfolg und Gottes Segen.
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Nun traten die Truppenfahnen vor.
Die Gelöbnisformationen nahmen bei den Fahnen Aufstellung.
Oberst Stefan Leonhard sprach die Gelöbnisformel und die Soldaten wiederholten.
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Die Rekruten sangen das Lied der Bayern und die Nationalhymne mit.
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Bürgermeister Herbert Hofauer und Oberst Stefan Leonhard gratulierten den Rekruten, die das Gelöbnis so feierlich abgelegt hatten.
Nachdem Gelöbnisformationen und Truppenfahnen wieder ihre Positionen eingenommen hatten, verabschiedeten sich die Soladten mit einem dreifachen „Horri-Doh“ und marschierten wieder aus.
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Die Stadt lud zum Empfang ins Rathaus, wo sich Bürgermeister Herbert Hofauer über die 25-jährige Partnerschaft des Gebirgsjägerbatallions mit dem Kreisverband der Krieger- und Soldatenkameradschaften freute.
Zur Erinnerung überreichte er Brigadegeneral Johann Berger einen Bildband über Altötting und einen Bierkrug in „Bundespräsidenten-Ausführung“.
Er dankte auch Oberst Stefan Leonhard mit den selben Geschenken und Stabsfeldwebel Christian Merwald für die gute Zusammenarbeit mit Nicole Schindler, die inzwischen selbst zum Hauptfeldwebel avanciert ist....
Zuletzt würdigte General Johann Berger die langjährige Partnerschaft mit der Region, die auf die Aufräumarbeiten nach dem Sturm „Wiebke“ zurückgeht. Er dankte allen für die vielen Jahre und freute sich auf seinen Ruhestand, in den er zum Jahresende wechselt. Sein besonderer Dank galt Gerhard Wiesbauer, der vier Jahrzehnte lang ein treuer Kamerad für ihn war.
Nachdem er Stabsfeldwebel Christian Merwald für die Organisation der Gelöbnisfeier gedankt hatte, was nicht so einfach war, weil viele ihrer Kameraden im Auslandseinsatz sind, lud sie Bürgermeister Herbert Hofauer ein, sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen.
101 Der Arbeitnehmerempfang von Altöttings Landrat Erwin Schneider in Burgkirchen 9:30
Er setzt die Tradition des Arbeitnehmerempfangs gern fort, die sein Vorgänger eingeführt hatte, begründete Landrat Erwin Schneider den Empfang im Bürgersaal in Burgkirchen. Hier feiert der Landkreis gern. Dafür dankte er Bürgermeister Johann Krichenbauer, (Achtung! Krichenbauer) der zum ersten Mal dabei ist und der besonders glücklich ist, weil er sich nächstes Jahr nicht zur Wahl stellen muß!
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Bürgermeister Johann Krichenbauer freute sich als neu gewählter Hausherr die Gäste begrüßen zu können und natürlich auf die kommenden 8 Jahre, in denen er Bürgermeister von Burgkirchen sein darf.
Burgkirchen ist mit seinen 4.500 Arbeitsplätzen im Industriepark Gendorf besonders der Arbeitnehmerschaft verbunden, ohne die es nicht gworden wäre, was es ist. Deshalb bekennt sich Burgkirchen zu den Firmen und ihren Belegschaften und bemüht sich, gute Rahmenbedingungen zu schaffen.
Burgkirchen ist eine Zuzugsgemeinde und hat sich von 540 Einwohnern nach dem Krieg auf derzeit rund 11.000 vergrößert. Das war nur möglich, weil hier auch auf der Basis des gewerkschaftlichen Solidaritätsgedankens Integration und Solidarität gelebt wurde und wird.
Die Ereignisse vom 2. Mai 1933, als die Gewerkschaften verboten wurden, mahnen noch heute, die Unabhängigkeit und die Arbeit der Gewerkschaften zu sichern und so die Rechte der Arbeitnehmer zu wahren.
Bürgermeister Johann Krichenbauer dankte Landrat Erwin Schneider für die Fortführung des Arbeitnehmerempfangs und wünschte den Gästen einen angenehmen Abend.
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Landrat Erwin Schneider erinnerte an die Staatsschuldenkrise und die Eurokrise, die längst nicht überwunden ist und die ihre Auswirkungen in ganz Europa hat. Auch wenn Deutschland davon nur wenig mitbekommen, sind die Zahlen der Industrie nicht mehr so wie 2012. Das wirkt sich in zwei Jahren auch auf die Städte und Gemeinden aus, die heuer auf der Basis von 2011 die höchsten Steuereinnahmen verzeichnen können, die sie je gehabt haben. Der Landkreis nimmt deshalb 76 Millionen Euro Umlage von den Städten und Gemeinden ein. 2014 werden das „nur“ noch 53 Millionen Euro sein. Dann werden 23 Millionen Euro fehlen.
Mit Blick auf die aktuellen Quartalszahlen der Betriebe wird auch 2015 nicht besser werden.
Der Landkreis hat zwar vorgesorgt, wird aber langfristig das nicht abfedern können. Man wird sich wieder auf ein niedrigeres Niveau einstellen müssen - eine neue Normalität!
Wenn es in den Firmen nicht mehr so gut geht wie 2011, dann ist auch die Solidarität der Mitarbeiter gefragt.
Etwa in der Energiewende, bei der der Preis genau so stabil gehalten werden muß wie die Versorgungsqualität. Es kann schließlich nicht sein, daß heimische Betriebe in den USA nur die Hälfte für Strom zahlen wie hier im Landkreis. So etwas bringt Arbeitsplätze in Gefahr. Da muß die chemische Industrie besonders berücksichtigt werden.
Gerade auch die Infrastruktur birgt große Schwachpunkte. Vieles davon ist 50 und 100 Jahre alt, wie etwa der Alzkanal, der der Grund für die Ansiedlung von Wacker in Burghausen war. Oder in Töging, wo der 1925 fertiggestellte Innkanal die Grundlage war für die Ansiedlung des Aluminiumwerks. Oder die Ölpipeline von Triest nach Ingolstadt vor 50 Jahren, die die Grundlage für die Ansiedlung der OMV war. Seither ist nicht mehr viel passiert. Vielleicht die Ethylen-Pipeline vor einigen Jahren....
Schaut man sich dagegen die Infrastruktur in den neuen Bundesländern an, dann sieht man, wie neu ausgebaute Infrastruktur geholfen hat, Arbeitsplätze zu schaffen. Das zeigt aber auch, wie hart hier gearbeitet worden ist: Trotz der alten Infrastruktur ist es gelungen, viele neue Arbeitsplätze zu schaffen.
Hier wird nach langen Jahren harter Diskussion die Bahnstrecke von Altmühldorf nach Tüßling ausgebaut – ein Pipifax! Der aber auch 140 Millionen Euro kostet! Dabei wird das erst ein Erfolg, wenn die gesamte Strecke ausgebaut und elektrifiziert ist.
Trotz allem muß auch die heutige Infrastruktur erhalten und ausgebaut werden - auch das Breitbandnetz.
Es geht zwar vorwärts, aber nicht in dem Maß, wie man es sich wünschen würde.
Ein weiteres Thema ist das geplante Gaskraftwerk in Haiming, das aktuell nicht gebaut werden kann, weil es nicht wirtschaftlich betrieben werden könnte. Hier ist eine politische Lösung nötig.
Landrat Erwin Schneider dankte der Stadt Burghausen und der Gemeinde Burgkirchen für die gute Zusammenarbeit bei der Planung der Umfahrung von Burghausen, die hoffentlich bis 2020 fertig sein wird. Wäre der Landkreis hier nicht vorangegangen, wäre vermutlich noch lange nichts passiert.
Er wollte auch die Bildung ansprechen, wo der Landkreis in Gymnasien und Realschulen in den letzten Jahren 50 Millionen Euro investiert hat. Weitere 20 Millionen Euro sind in den kommenden Jahren nötig. Das zeigt, daß die Schullandschaft im Landkreis oberste Priorität genießt.
Neu ist die Möglichkeit, in Altötting mit einem Landwirtschaftsstudium beginnen zu können. Ein deutlicher Fortschritt.
Klar ist auch, daß Strukturen der öffentlichen Daseinsvorsorge in staatlicher Hand bleiben müssen, unabhängig von der Kassenlage. Das betrifft die Wasserversorgung, die Schullandschaft und auch die Krankenhäuser. Gerade das Gesundheitswesen in Deutschland ist eines der effizientesten auf der Welt.
Mit Blick auf die Veranstaltungen der Gewerkschaften am 1. Mai erachtete Landrat Erwin Schneider die aufkommende europakritische Haltung als gefährlich. Während Europa vor 30 Jahren geteilt war und häufig Konflikte beinahe ausgebrochen wären, ist heute Friede und Freiheit.
Gegen diesen Vorteil sind die Probleme mit dem Euro eine Kleinigkeit! Trotz aller Bestrebungen, das zu meistern, darf Deutschland nicht als Lehrmeister auftreten. Es braucht ein europäisches Deutschland, kein deutsches Europa! Auch wenn man das berücksichtigt, wird es noch schwierig genug, Europa zusammen zu halten.
In diesem Zusammenhang warnte Landrat Schneider vor der „Alternative für Deutschland“, die zwar viel Fachkompetenz aufbieten kann, die großen politischen Zusammenhänge aber nicht berücksichtigt. Solche Aktivitäten sind nach Landrat Erwin Schneiders Meinung schädlich für Europa und Deutschland!
Europa ist die größte Friedensaktion aller Zeiten – und das muß auch so bleiben.
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DGB Regionsvorsitzender Günter Zellner dankte Landrat Erwin Schneider für die Würdigung der Leistung der Arbeitnehmer und der Arbeitnehmervertreter durch diesen alljährlichen Empfang.
Auf der Anfahrt hatte er im Radion de Vorsitzenden der „Pünktchen-Partei“ gehört, der gefordert hatte, daß die, die hart arbeiten und viel leisten auch gerecht bezahlt werden müssen. Da stellte sich die Frage, welche Leistung der meinte: Sind das die Leute im Schlachthof in Waldkraiburg, die bis zu 10 Stunden hart arbeiten und den gesetzlichen rumänischen Mindestlohn erhalten? Oder bei Eurest in Burghausen, die dort noch mehr Einbußen hinnehmen müssen, oder die Reinigungskraft im Krankenhaus, die dafür sorgen muß, daß keine Keime Menschen krank machen?
Oder Menschen, die von ihrem Vermögen leben und auf ihr leistungsloses Einkommen auch noch keine Steuern zahlen!
Leistung muß sich wieder lohnen! Und „Arbeit“ muß sich wieder lohnen. Die Arbeit muß ihren Wert zurück erhalten.
Und wenn Firmen wie Siemens Leute entlassen, weil sie nur noch eine Milliarde Euro Gewinn machen, dann sollte man darüber nachdenken, was die Medien so berichten....
Es gibt aber auch Positives: Während noch vor einem Jahr die Forderung nach einem gesetzlichen Mindestlohn auf generelle Ablehnung gestoßen ist, gibt es heute keine Partei mehr, die nicht in irgend einer Form den Mindestlohn im Programm hätte.
Alle die dabei mitgeholfen haben, können stolz darauf sein, so dicke harte Bretter gebohrt zu haben.
Er schloß mit einem Zitat das sagt, daß die Arbeit als Quelle des Volkswohlstandes unter dem besonderen Schutz des Staates steht. Nach diesem Artikel 133 der Bayerischen Verfassung sollten alle handeln.
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Nun ehrte Landrat Erwin Schneider langjährige Gewerkschaftsmitglieder: Als ersten Fritz Harrer aus Burghausen, der 60 Jahre Mitglied der Gewerkschaft Verdi ist. Er erhielt eine Anerkennungsurkunde und die Landkreismedaille.
Karl Heilmeier aus Burghausen ist seit 60 Jahren Mitglied der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG.
Als dritter wurde der Töginger Ernst Zaunseder geehrt. Er ist seit 60 Jahren Mitglieder Gewerkschaft IG Bergbau-Chemie-Energie.
Nicht gekommen aber auch seit 60 Jarhen Mitglieder ihrer Gewerkschaften waren Hans Hartl aus Burghausen, Horst Schellenberg und Karl Schindler aus Emmerting, und Helmut Strasser und Rudolf Thumser aus Burghausen.
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Abschließend lud Landrat Erwin Schneider die Gäste zu einem gemeinsamen Abendessen und interessanten Gesprächen.
102 Der dritte Ball der Wirtschaft von Mittelstandsunion und Wirtschaftsjunioren 12:30
Die Wacker-Big-Band eröffnete schwungvoll den Abend im großen Saal im Haus der Kultur in Waldkraiburg den die großen Leuchter in stilvolles Licht tauchten.
Mittelstandsunionsvorsitzender Peter Rieder freute sich, zum dritten Mal zum Ball der Wirtschaft begrüßen zu können und auch, daß Staatsminister Dr. Marcel Huber wieder die Schirmherrschaft übernommen hatte.
Wirtschaftsjuniorenvorsitzender Sascha Schnürer begrüßte zahlreiche Bürgermeister, CSU-Vorsitzende, Kreis-, Stadt und Gemeinderäte. Besonders Bundestagsabgeordneten Stephan Mayer, Landrat Georg Huber, Bürgermeister Siegfried Klika, Landtags-Listenkandidaten Dr. Martin Huber und Bundestags-Listenkandidatin Julia Bartz. Dazu IHK Vizepräsidentin Ingrid Obermeier-Osl und natürlich zahlreiche Vertreter von Wirtschaft und Banken.
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Dann lud die Wacker Big-Band mit einem Walzer zum Tanz. Peter Rieder und seine Nadja und Sascha Schnürer mit seiner Claudia eröffneten den Tanzabend.
Die Gäste ließen sie nicht lang allein.
Die zweiten Runde begleitete die Wacker Tanzband. Da war dann schon etwas mehr Tempo gefragt.
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Etwas später freuten sich Peter Rieder und und Sascha Schnürer zum dritten Mal den Preis der Wirtschaft verleihen zu können. Nach dem Preis für sein Lebenswerk für Franz Obermeier vor zwei Jahren, für den Newcomer Kaj Rainer vor einem Jahr sollte es nun wieder ein Preis für das Lebenswerk eines Unternehmers sein. Eines, der Zeit seines Lebens Verantwortung übernahm, für Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten und natürlich für viele Schnittstellenpartner in Kommunen und Umfeld.
Sascha Schnürer erinnerte an die aktuelle Wertediskussion in den Medien, die sie bewogen hatte, sich ihrer Vorbildrolle in der Gesellschaft zu besinnen. Deshalb wollten sie eine Persönlichkeit auszeichnen, die ihr Leben lang allen Versuchungen widerstanden hatte und vorgelebt hat, wie’s geht.
Auch wenn wir alle Menschen sind und deshalb fehlbar, stellt sich immer wieder die Frage, was ist zwar erlaubt, wird aber gesellschaftlich nicht akzeptiert. Gehen wir also zurück zum öffentlichen Pranger, wie ihn die Medien heute vertreten?
Gerade jetzt ist es nötig, darauf hinzuweisen, daß die weitaus meisten Unternehmer ordentlich ihre Steuern zahlen und ihre Konten in der Heimat führen. Es gehört auch darauf hingewiesen, daß es viele Politiker gibt, die ordentlich ihre Arbeit verrichten ohne Lücken auszunutzen und persönliche Vorteile zu scheffeln.
Nachhaltigkeit, Menschlichkeit und Wirtschaftlichkeit müssen wieder im Vordergrund stehen.
Diese Unternehmerpersönlichkeit sollte Laudatorin und IHK Vizepräsidentin Ingrid Obermeier-Osl vorstellen.
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Für Ingrid Obermeier-Osl war es eine große Freude und große Ehre die Laudatio für einen Unternehmer halten zu dürfen, der es immer verstanden hat, seine Verbindungen am richtigen Ort richtig zu verdrahten. Er kommt also aus der Elektrobranche....
Sie blickte zurück auf die Vita des damals schneidigen Buchbacher Buben, der ein herausragendes Beispiel ist für fundierte schulische Grundbildung, hemdsärmeliges persönliches Anpacken, unternehmerisches Denken und Weitblick, Schaffenskraft und Vitalität über Jahrzehnte seines unternehmerischen Wirkens.
Erfolg, Resepkt, Bekanntheit und Beliebtheit waren das Resultat seines enormen persönlichen Einsatzes.
Seine berufliche Laufbahn begann mit einer Lehre bei den Stadtwerken Mühldorf. Schon drei Jahre nach deren Abschluß legte er die Meisterprüfung erfolgreich ab. Dann führte er fünf Jahrzehnte sein Unternehmen erfolgreich, hat es auf- und ausgebaut. Dabei hat er immer Wert auf Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter gelegt. Auch deshalb zählt heute sein Unternehmen zu den führenden in der Region und in Deutschland.
1968 übernahm er die Firmenleitung des Unternehmens, das bis dahin sein Vater treuhänderisch geführt hatte. Im Oktober des selben Jahres heiratete er seine Gattin Franziska. Schon damals war der Kurs auf Expansion gesteckt: Sie bekamen zwei Kinder und erweiterten die Firma mit einem neuen Stammsitz und Niederlassungen in Landshut, Halle, München, Leipzig, Hamburg und Frankfurt.
Besonders aktiv war er während und nach der Wende. Sogar in Dubai gründete er eine Niederlassung.
Seit 1970 ist er für die CSU im Gemeinderat in Buchbach aktiv und war lange Jahre stellvertretender Bürgermeister. Aktiv ist er auch in Kirche und Sport, wo er als Sponsor des TSV Buchbach bayernweit bekannt ist.
Da ihm Kontinuität wichtig ist, übergab er 2011 das Unternehmen an seine Kinder Franz und Alexandra. Natürlich steht er ihnen auch weiter mit Rat und Tat zur Seite.
Heute ist er besonders im Bereich Elektromobilität aktiv und pflegt das eigene Archiv.
Seine Verdienste wurden vielfach gewürdigt, etwa durch das Bundesverdienstkreuz am Bande, der Verdienstmedaille des Freistaates Bayern. Nun erhält dieser herausragende Unternehmer den Unternehmerpreis der Mühldorfer Wirtschaftsverbände Mittelstandsunion und Wirtschaftsjunioren. Damit würdigen sie die herausragende Rolle für die Region, die dieser Unternehmer so viele Jahre gespielt hat.
(O-Ton Applaus für den ehrbaren Kaufmann aus Buchbach....)
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Ingrid Obermeier-Osl gratulierte Franz Bauer zur Auszeichnung und war sicher, es gibt kaum jemanden, der diesen Preis so verdient hätte, wie er.
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Weil Ingrid Obermeier-Osl schon alles gesagt hatte, legte Franz Bauer sein Konzept zur Seite und bedankte sich herzlich für die Anerkennung, die ihm durch diesen Preis zuteil wurde.
Sein Erfolg ist ja auch der Erfolg eines ganzen Teams. So dankte er beispielhaft seiner Familie, allen voran seiner Gattin Franziska und ihren Kindern.
Aber auch vielen Gästen galt sein Dank, die mit ihm zusammen jahrelang gearbeitet haben. Dank galt der Stadt Waldkraiburg, die seine Firma von Anfang an mit Aufträgen versorgt hatte.
Nur aus diesen Anfängen heraus war der deutschlandweite Erfolg möglich.
Jetzt hat er neben seiner weiteren Tätigkeit ein großes Hobby: seine sieben Enkelkinder, die vielleicht die nächste Generation sein werden, die das Unternehmen weiterführen wird.
Er dankte nochmals und hoffte, auch im kommenden Jahre wieder dabei sein zu können.
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Zur nächsten Tanzrunde lockte die Wacker Big-Band auf die Tanzfläche.
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Und was wäre eine Big-Band ohne Glenn Miller’s „In the Mood“?
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Später verlagerte sich das Geschehen an die Bar, wo ein Fernsehstar mit Bodyguards für einigen Presserummel sorgte. Ihre Handtasche hatte das Sternchen einem Halter übergeben.
Die Fans bekamen gar nicht genug und waren ärgerlich über die Bodyguards, die das Sternchen so abschirmten.
Nur dieser suspekte Kellner führte etwas im Schilde! (Flo Wandinger von den Members of Dance in Grüntgernbach!)
Kaj Rainer unterhielt sich noch ganz friedlich mit Rupert und Eva-Maria Rigam und Manuela Keller als dieser suspekte Kellner sich die Handtasche unter den Nagel riß! Er floh und die Bodyguards verfolgten ihn!
Natürlich wollten sie kein Aufsehen auf der Tanzfläche.
Da läuft er! Der Dieb!
Inzwischen hatten andere die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt: Mit besonderen Einlagen sorgten da welche für ein besonders Tanzgefühl.
Da war auch der Ganzkörperanzug-Handtaschenhalter wieder.
Die Showtanzgruppe „Members-of-Dance“ aus Grüntegernbach hatte sich unter die Ballgäste gemsicht und den Tanzabend im wahrsten Sinn des Wortes aufgemischt.
Da blieb nur staunend zuschauen!
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Nach einigen Tanzrunden begeisterten die Members of Dance mit ihrem Showprogramm, das sie seit den Auftritten im Fasching noch weiter verfeinert haben. Hier einige Eindrücke.
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Der Ballabend war damit noch lange nicht zu Ende. Die Ballgäste drehten sich noch lang zu den Klängen der Wacker-Bigband an diesem eleganten Abend beim dritten Ball der Wirtschaft im Haus der Kultur in Waldkraiburg.
103 Kreisdeligiertenversammlung der CSU mit Neuwahl des Vorstandes 9:40
Während draußen das erste schwere Gewitter dieses Jahres niederging, deutete sich im Saal des Kreuzerwirt auch eines an. Aber dazu später.
Kreisvorsitzender Dr. Marcel Huber begrüßte Deligierte, Mandatsträger und die bereits nominierten Kandidaten. Er war froh, daß sie alle trotz des Unwetters draußen gekommen waren.
Dr. Marcle Huber erinnerte an die 71 verstorbenen CSU-Mitglieder des vergangenen Jahres, besonders an Christel Veidt, Alfred Schluz und Thomas Bauer. Sie alle haben Lücken in der CSU-Familie hinterlassen.
Nach der Bestellung eines Wahlausschusses blickte Dr. Marcel Huber auf die zurückliegenden beiden Jahre.
Aktuell gehören dem Kreisverband der CSU 1.840 Mitglieder an, davon 358 Frauen. Der Altersdurchschnitt liegt bei 58,6 Jahren, was Dr. Marcel Huber nicht weiter kommentieren wollte! Nur ein Hinweis an die JU: Das Leben endet nicht mit 35!
Freude bereitete der Anteil Frauen, der auch ohne Quotenregelung kontinuierlich gestiegen ist.
Am 23. Mai 2011 wurden Christa Heindl und Charlotte Konrad neu in den Vorstand gewählt und Petra Jackl zur Schriftführerin bestellt. Damit waren alle Teile des Landkreises im Vorstand gut vertreten.
Zahlreiche Sitzungen, Klausuren und andere Veranstaltungen von CSU und Arbeitskreisen, Neuwahlen in vielen Arbeitskreisen und Informationsveranstaltungen füllten den Kalender.
Dr. Marcel Huber dankte allen Vorsitzenden der Arbeitskreise, besonders Rupert Staudhammer, Roswitha Mayerhofer und Max Heimerl, der die Kommunikation der Ortsverbände und des Kreisverbandes neu aufgestellt hatte.
Am 29. Juni 2012 nominierten die Deligierten Dr. Martin Huber als Listenkandidat für die Wahl zum Bayerischen Landtag. Am 20. Juli nominierten die Kreisverbände Mühldorf und Altötting wieder Stephan Mayer für die Wahl zum Deutschen Bundestag. Ihn unterstützt auf der Liste Julia Bartz. Am 30. Juli nominierten die Deligierten ihn und Claudia Hausberger für den Landtag und den Bezirkstag und Alfred Lantenhammer als Listenkandidat für den Bezirkstag.
Ein Höhepunkt war die Sitzung mit der Bezirksvorsitzenden Ilse Aigner, die hoffentlich wiederholt wird. Und der Vortrag von Wilfried Scharnagl schloß ein ereignisreiches 2012 damit ab, daß den Zuhörern der Rücken gestärkt wurde.
Die JU hatte die Landesvorsitzende Katrin Albsteiger zu Gast und zuletzt wählte die Frauen-Union Ilse Preisinger-Sontag wieder zu ihrer Vorsitzenden.
Und auch wenn er nicht der größte Facebook-Fan ist, nutzen sowohl die CSU als auch er selbst diese Plattform um näher an die jungen Leute heran zu kommen. Dafür galt sein besonderer Dank Max Heimerl und Wolfgang Ortmeier.
Und auch er selbst freut sich über jedes „Like“ auf seiner eigenen Facebook-Seite.
Neben diesen Online-Aktivitäten hat Max Heimerl aber auch noch die vierseitige Kommunalinfo „hautnah“ erdacht, in der die Ortsvereine ihre Nachrichten verbreiten können.
Beim Blick in die Zukunft lud Dr. Marcel Huber auf eine Veranstaltung mit Fraktionsvorsitzender Christa Stewens in Waldkraiburg und wies auf das Kommen von Ministerpräsident Horst Seehofer ins Bierzelt nach Mühldorf am 10. September hin - eine Woche vor der Landtagswahl!
Dr. Marcel Huber dankte allen Mitgliedern der Vorstandschaft und allen, die ihn in diesen stürmischen Zeit so stark unterstützt haben.
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Schatzmeister Franz Schmidt beklagte die Hetze der bundesweiten Presse gegen Bayern, die sicher auch mit der Klage gegen den Länderfinanzausgleich zusammenhängt. Tatsächlich ist es nicht zu verstehen, daß Bayern erfolgreich arbeitet, und andere Länder mit unserem Geld ein Projekt nach dem anderen in den Sand setzen!
Er konnte Einnahmen von 101.528 Euro vermelden und Ausgaben von 98.396 Euro. Für die Einnahmen dankte Franz Schmidt den Ortsverbänden und hoffte, daß die Landesleitung mit den gut 69.000 Euro weitergeleiteten Beiträgen gut wirtschaftet. Der Kreisverband hat zwar über 3.000 Euro Gewinn erzielt, aber für die neuen Medienaktivitäten in ein neues Gerät investiert, so daß die Bilanz ein leichtes Minus ausweist.
Für die kommenden Wahlen stehen gut 60.000 Euro zur Verfügung. Damit sollte sich schon etwas machen lassen.
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Kassenprüfer Anton Kindermann bescheinigte Franz Schmidt vorbildliche Kassenführung und schlug den Deligierten die Entlastung von Schatzmeister und Vorstand vor. Diese erteilten die Entlastung einstimmig.
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Nun rief Bundewahlkreisgeschäftsführer Walter Göbl die Anwesenden zur Neuwahl des Vorstandes. Als neuen Vorsitzenden schlug er den Deligierten Dr. Marcel Huber vor.
Nach Auszählung der Stimmen konnte er das Ergebnis bekanntgeben: Von 179 abgegeben Stimmen entfielen 176 Stimmen auf Dr. Marcel Huber, der die Wahl gern annahm.
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Als erster von vier Stellvertretern war Mühldorfs Ortsvorsitzender Georg Grundner vorgeschlagen. Auf Frage nach weiteren Vorschlägen meldete sich Mößlings Ortsvorsitzender Sepp Bernhart und schlug den Kreisrat und Obmann des Bayerischen Bauernverbandes vor: Ulrich Niederschweiberer.
Mühldorfs Ortsvorsitzender Georg Grundner, Bautechniker am Landratsamt, seit einem Jahr verheiratet und Vater einer 15-monatigen Tochter hat seit vier Jahren den Ortsverband Mühldorf geführt. Er beklagte die mangelnde Geschlossenheit des Kreisverbandes, die erst in der letzten Sitzung des Kreisvorstandes noch beschworen worden war. Es wäre für Mühldorf kein gutes Zeichen, wenn der Ortsvorsitzende der CSU nicht mehr im Kreisvorstand vertreten wäre – gerade vor den anstehenden schwierigen Kommunalwahlen. Auch wenn er kein Mandat innehat, bat er um die Unterstützung der Deligierten.
Kreisrat Ulrich Niederschweiberer - 50 Jahre alt, Landwirt, verheiratet und Vater von vier Kindern - sieht sich in der Verantwortung für die Stadt Mühldorf und den südlichen Landkreis. Er wurde vor einem Jahr zum Kreisvorsitzenden des Bayerischen Bauernverbandes gewählt, in dem er seither viele Akzente gesetzt hat. Genau so möchte er es im Kreisverband der CSU machen. Dafür bat er um die Unterstützung der Deligierten.
Da es keine weiteren Wortmeldungen gab, bat Walter Göbl um die Stimmen.
Nach der Auszählung entfielen auf Georg Grundner 75 und auf Ulrich Niederschweiberer 100 Stimmen. Damit war Ulrich Niederschweiberer zum ersten Stellvertreter gewählt. Er nahm die Wahl an und dankte für das Vertrauen. Georg Grundner gratulierte.
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Vor der Wahl zum zweiten Stellvertreter schlug Alfred Lantenhammer Max Heimerl vor. Damit tauschen sie die Positionen, weil Heimerl in den zurückliegenden Jahren hervorragende Arbeit geleistet hat. Er kann als Stellvertreter Dr. Marcel Huber besser unterstützen und so den nördlichen Landkreis vertreten. Er selbst bleibt als Bürgermeister und Kandidat für den Bezirkstag weiter für die CSU da. Er bat die Deligierten um die Zustimmung zu dieser Lösung.
Der 42-jährige Max Heimerl, von Beruf Studiendirektor ist verheiratet und hat zwei Söhne. Er hat nicht nur die Kommunikation neu organisiert sondern auch Erfahrung in München sammeln können. Wichtig war ihm, Alfred Lantenhammer zu danken und auch, daß dieser Tausch ohne Druck freiwillig zustande gekommen ist. Er bat die Deligierten für die Unterstützung von Alfred Lantenhammers Kandidatur für den Bezirkstag.
Während ausgezählt wurde, stellte sich Christa Heindl vor, die wieder kandidierte: Die CSU-Ortsvorsitzende aus Kirchdorf und Kreisrätin würde gern weiter Dr. Marcel Huber vertreten.
Als letzte der vier Stellvertreterkandidaten stellte sich die Waldkraiburger FU-Vorsitzende Charlotte Konrad vor. Die Erzieherin und Leiterin zweier Kindergärten ist auch Stadträtin und würde gern weiter Dr. Marcel Huber vertreten.
Als Schatzmeister stellte sich wieder Franz Schmidt zur Wahl, als Schriftführer Claudia Hausberger und Petra Jackl.
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Während die Stimmen ausgezählt wurden, nahm Dr. Marcel Huber zu den aktuellen politischen Themen Stellung. Diesen ausführlichen Vortrag fassen wir in einem eigenen Bericht zusammen.
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Walter Göbl konnte die Ergebnisse bekanntgeben: Max Heimer wurde mit 146 von 181 Stimmen gewählt.
Christa Heindl bestätigten die Deligierten mit 152 von 180 Stimmen in ihrem Amt und Charlotte Konrad erhielt 141 Stimmen. Auch Franz Schmidt, Claudia Hausberger und Petra Jackl wurden in ihren Ämtern bestätigt. Sie alle dankten für das Vertrauen und nahmen die Wahl an.
Diese 14 wurden zu Beisitzern im Vorstand gewählt.
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Da Dr. Marcel Huber inzwischen seit 10 Jahren dem Kreisverband vorsteht, dankte ihm Christa Heindl mit einem Geschenk und wünschte für die anstehenden Wahlen viel Kraft und Erfolg.
Abschließend gratulierten die Deligierten Dr. Marcel Huber zum überzeugenden Wahlergebnis und wünschten alles viel Kraft und alles Gute.
104 CSU Kreisvorsitzender Dr. Marcel Huber über aktuelle politische Themen 10:20
CSU Kreisvorsitzender und Staatsminister Dr. Marcel Huber nutzte eine Auszähl-Pause während der Kreisdeligiertenversammlung im Saal des Gasthauses Kreuzerwirt in Mettenheim dazu, auf die aktuelle Situation Bayerns und der CSU einzugehen.
Die Menschen haben längst erkannt, daß die CSU in einer verzwickten Situation steckt: Einerseits kann Bayern auf Grund der guten Arbeit eine phantastische Bilanz aufweisen und hat auch einen guten Zukunftsplan und andererseits schwebt über allem der Schatten der Affäre im Landtag. Dieser Schatten durch das untragbare Verhalten mancher Abgeordneter und mancher Kabinettsmitgleider lähmt derzeit das Vorankommen.
Was hier passiert ist, ist unhaltbar. Es war richtig, daß Georg Schmid und Georg Winter ihre Ämter niedergelegt haben. Zumal jetzt auch noch der Staatsanwalt aktiv wird.
Trotz allem gilt zu beachten, daß der Fall Georg Schmid mit dem Fall Ulli Hoeneß gar nichts zu tun hat. Beides zusammenzubringen schmerzt!
Während sich Ulli Hoeneß strafbar gemacht hat, haben alle anderen legal gehandelt! Nun müssen sie die Verantwortung für ihr politisch höchst dummes Handeln übernehmen!
Natürlich muß überprüft werden, ob die abgerechneten Leistungen auch erbracht wurden oder ob hier Scheinselbständigkeit vorliegt. Andererseits gibt es auch Fälle, in denen 59-jährige Ehefrauen seit 30 Jahren die Büroarbeit erledigt haben und jetzt ausgestellt werden müssen. Da stellt sich schon die Frage, wie man damit umgeht!
Dr. Marcel Huber war sicher, Ministerpräsident Horst Seehofer hat hier die richtige Lösung gefunden um das Vertrauen der Bevölkerung wieder herzustellen. Nun muß ein Schnitt gemacht werden, bezahlte Gelder müssen zurückgezahlt werden und eine klare Linie für die Zukunft muß gefunden werden!
Dinge, die zwar erlaubt sind, aber politisch dumm, kann es nicht mehr geben – sie müssen einfach verboten werden! Das will Ministerpräsident Seehofer schnellstens lösen und so wieder für Ruhe sorgen.
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Die genannte gute Bilanz reicht nicht aus, um die Wahlen zu bestehen. Es gilt, Bayern gerecht und nachhaltig zu regieren.
Auch wenn der Wahlkampf für ihn noch nicht begonnen hat, weil noch so viel Sacharbeit zu leisten ist, erläuterte Dr. Marcel Huber nun, wie das gehen soll:
Es gilt, auch Bürgern die bisher noch nicht so viel mit der CSU zu tun gehabt haben, klar zu machen, daß die CSU einen guten Plan für die Zukunft hat.
Da geht es zunächst um die Familie und die Ehe, die natürlich im Mittelpunkt der gesellschaftlichen Entwicklung steht. Trotzdem darf man nicht übersehen, daß es immer mehr Paare ohne Trauschein und Alleinerziehende gibt, die auch Hilfe und Unterstützung brauchen. Auch die anderen gesellschaftlichen Realitäten darf man nicht ignorieren. Trotz allem darf man nicht vergessen, daß noch immer die Ehe und die Familie die Grundlage der Gesellschaft sind. (O-Ton Wir in Bayern sind mit der Position der CSU schon fast allein!!!!)
Die Kinder von klein auf in die Krippe zu geben, wie das in der ehemaligen DDR für eine gute Mutter gestanden ist, wird sich die CSU niemals auf die Fahne schreiben. Nicht der Staat bewertet und entscheidet, wie Mütter ihre Kinder erziehen sollen, sondern die Eltern. Es ist die Aufgabe des Staates, Eltern alle Möglichkeiten zu bieten und sie selbst entscheiden zu lassen!
Das kostet viel Geld und großen Aufwand. Trotzdem hat sich Bayern entschieden, diesen Weg zu gehen. Dazu wurden seit 2008 intensiv Kinderkrippen gebaut und kürzlich der 100.000 Krippenplatz eingeweiht. Sogar die Förderung wurde verlängert, so daß noch weiter gebaut werden kann. Bayern ist das einzige Land, das Eltern solche Möglichkeiten schafft!
Wenn allerdings Eltern ihre Kinder nicht in die Krippe schicken wollen, müssen auch sie unterstützt werden. Wenn dann Claudia Roth oder Margarethe Bause von der Herdprämie reden, dann war Dr. Marcel Huber sicher, die beiden haben nicht verstanden, was das Betreuungsgeld eigentlich ist.
Eine Krankenschwester im Schichtdienst hat schließlich gar nichts von einer Kinderkrippe und ginge mit den Methoden von SPD und Grünen ganz ohne Unterstützung aus!
(O-Ton Die CSU steht für Entscheidungsfreiheit und das ist gerecht....!)
Wenn im Doppelhaushalt der Staatsregierung 34 Milliarden Euro für die Bildung bereitstehen, zeigt das die hohe Bedeutung, die ihr die bayerische Staatsregierung beimißt. Da kann es nicht gerecht sein, wenn alle die selbe Bildung genießen und den selben Abschluß machen, wie die SPD das mit ihrer Einheitschule fordert. Hier geht es um Chancengerechtigkeit. Jedem jungen Menschen müssen die Chancen geboten werden, die seinen Möglichkeiten entspricht. Und zwar von Seiten des Angebots und von Seiten der Ausbildungszeit. Flexibilität und Individualität zusammen mit einem bedarfsgerechten Schulwesen führt zur Chancengerechtigkeit in der jeder das erreichen kann, was seinen Fähigkeiten entspricht.
Dazu trägt auch die flexible Grundschule bei, in der schon ab der ersten Klasse auf die unterschiedlichen Lerngeschwindigkeiten der Kinder Rücksicht genommen wird. Auch wenn das noch Pilotversuche sind, ging Dr. Marcel Huber davon aus, daß das bald Standard wird. Ähnlich wird auch das Gymnasium flexibel gestaltet werden. Dann wird jeder Gymnasiast die Möglichkeit haben, es nach acht oder nach neun Jahren abzuschließen.
Vorschlägen, zwei Gymnasien einzurichten – eins 8-jährig und eins 9-jährig – erteilte Dr. Marcel Huber dagegen eine Absage. Außerdem muß endlich Ruhe einkehren, damit sich das Schulwesen endlich wieder auf die Arbeit konzentrieren kann.
Besonders nahe liegt dem Umweltminister natürlich das Thema Umwelt. Während sich in China unberührte Natur mit verseuchten Industrieregionen abwechseln, leben in Bayern Natur und Industrie einträchtig nebeneinander. Dahin will auch China, wie ihm kürzlich ihr Umweltminister bestätigte. Bayern setzt also Standards im Bereich Umwelt und erneuerbare Energie.
Wie Bayern das macht, wird sich auch beim sanften Ausbau der Donau zeigen, wo nach 30 Jahren der Diskussion eine optimale Lösung gefunden wurde. Dazu gehört auch die neue Regelung mit Ausgleichsflächenpools, die landwirtschaftliche Flächen schont und doch der Umwelt nützt.
Die Energiewende erfordert zusätzliche Lösungen um etwa den Bau neuer Gaskraftwerke wirtschaftlich zu machen. Das wären Handlungsfelder für die EU, die uns Dinge überlassen sollte, die wir selbst besser regeln können. Dazu gehört etwa die Trinkwasserversorgung, die in Bayern in kommunaler Hand seit Jahrzehnten bestens funktioniert. Die CSU wird dafür sorgen, daß die Trinkwasserversorgung nicht privatisiert wird und auch das Fracking nicht zugelassen wird, wenn es die Qualität unseres Trinkwassers gefährden sollte. (O-Ton Trinkwasser ist ein Schatz, auf den wir gut aufpassen müssen!)
„Gerechtigkeit“ kann man unterschiedlich definieren: Es darf nicht sein, daß jemand, der eine Woche gearbeitet hat, zur Arbeitsagentur gehen muß, um seinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Es kann aber auch nicht sein, daß jemand, der in einer Woche eine Million verdient, auch noch keine Steuern zahlt. Das hat Ministerpräsident Horst Seehofer so auf den Punkt gebracht: (O-Ton Bei der CSU zählt die Mitte, bei Rot-Grün zahlt die Mitte!)
Zudem gilt es die Generationengerechtigkeit zu beachten. Bedenkt man, daß den heutigen Luxus unsere Kinder bezahlen müssen, erkennt man, daß man damit deren Handlungsspielraum eingrenzt oder sie sogar handlungsunfähig macht. Es gilt also, den jungen Leuten nicht Schulden zu übergeben sondern Chancen. Das macht die Bayerische Staatsregierung durch ihre solide Finanzwirtschaft, durch die Tilgung der Staatsschulden trotz intensiven Investierens.
(O-Ton Das versteh‘ ich....)
Das alles ginge noch viel leichter, wenn man nicht jedes Jahr 3,9 Milliarden nach Deutschland überweisen müßte. Würde man nur die Höherbewertung der Einwohner von Bremen, Hamburg und Berlin gegenüber der ländlichen Bevölkerung aufheben, würde diese Zahlung schon um eine Milliarde Euro pro Jahr sinken! Mit dieser Milliarde könnte man viel anstellen. Und deshalb hat der Freistaat Klage eingereicht. Und deshalb die derzeitige Hetze gegen Bayern.
Bedenkt man aber auch, daß Bayern zusätzlich 2,1 Milliarden Euro jährlich mehr in den Gesundheitsfonds einzahlt, als bayerische Krankenkassenzahler erhalten, dann ist das ein zweiter Länderfinanzaausgleich! Spricht man darüber, verstecken sich die anderen hinter Datenschutzbedenken, sogar die Koalitionspartner CDU und FDP!
Es gibt also einiges zu tun und das soll auch alles angepackt werden. Das Personal hierzu ist bei der CSU vorhanden.
Während in den Kommunalparlamenten UWG-Leute vernünftige Arbeit leisten, konnte er Hubert Aiwangers Unverbindlichkeit und Standpunktlosigkeit nicht nachvollziehen.
Auch die SPD mit ihrer Einheitsschule und drastischen Steuererhöhungen sind nicht erste Wahl. Und wenn der berühmte Spitzenkandidat erklärt, entweder Ministerpräsident werden zu wollen oder in den Ruhestand zu gehen, zeugt das von einer erstaunliche Einstellung zu diesem Land.
Und erst die Grünen: Von der Gewerbesteuer für Landwirte bis zu unglaublichen weltanschaulichen Positionen stehen alle Zeichen gegen die Grünen. Und da war er deren Landesvorsitzenden sehr dankbar für seine klare Aussage: (O-Ton: Wir wollen ein anderes Bayern.... i ned! )
Es ist eben nicht egal, wer Bayern regiert. Und daß das auch weiter so bleibt wie bisher, rechnete Dr. Marcel Huber auf die Unterstützung der Zuhörer!
105 Neu: In Mühldorf kann man ab Herbst berufsbegleitend Maschinenbau studieren 7:41 20
Im Sitzungssaal des Landratsamtes präsentierten Landrat Georg Huber, Professor Dr. Heinrich Köster, Professor Doktor-Ingenieur Dieter Fischer, Claudia Holzner und Dr. Wolfgang Friedrich das neue Angebot:
Auch wenn der Durchbruch geschafft ist, benötigt das neue Angebot viel Unterstützung aus der Bevölkerung und aus den Firmen – leitete Landrat Georg Huber ein. Es geht schließlich nicht allein um das berufsbegleitende Studium sondern in erster Linie um den Einstieg in eine neue Zeit, in der die Hochschulen ihre Häuser verlassen und ihre Angebote in der Fläche anbieten.
Nur wenn Wirtschaft, Bevölkerung und Politik zusammenarbeiten, wird es möglich sein, die Hochschulen auch fernab ihrer Standorte zu etablieren und zu halten. Nur dann können der Bevölkerung im ländliche Raum gleichwertige Lebensbedingungen geboten werden, wie das die Politik immer wieder fordert.
Landrat Huber freute sich über das neue Netzwerk zwischen Wirtschaft, Schulen und Hochschulen, das inzwischen entstanden ist.
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Professor Dr. Heinrich Köster – Präsident der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Rosenheim - war sicher: Bildung ist Wirtschaft für morgen. Dieser Prämisse folgt auch Landrat Huber, so daß sie sich nach einigen Gesprächen schnell einig wurden, hier in Mühldorf eine Art Campus zu installieren, der Mitarbeiter für kleine und mittelständische Unternehmen ausbilden soll. Beginnen wird die Hochschule mit der Fachrichtung Maschinenbau.
Erstmals in der gesamten Planungsregion 18 wird es dann ein ausbildungs- und begrufsbegleitendes Studienangebot geben, in dem der Praxisanteil stark im Vordergrund stehen wird. Die Hochschule ist sicher, viel zum wirtschaftlichen Fortschritt in der Region bei zu tragen.
Später sollen weitere Studienangebote dazu kommen.
Wichtig war der Hochschule auch die Zusammenarbeit mit der FOS/BOS in Altötting und den Berufsschulen in Mühldorf.
Unterstützung erhält die Hochschule von der Bayerischen Staatskanzlei und vom Wissenschaftsministerium, die beobachten, wie sich diese Initiative entwickelt.
Da die Politik die Grundlage gelegt hat, ist nun die Unterstützung der Wirtschaft nötig um mit einer Ko-Finanzierung die Studiengebühren zu decken.
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Professor Doktor-Ingenieur Dieter Fischer beschrieb das Studium, das sich an zwei Zielgruppen richtet: An Auszubildende und an bereits Berufstätige, die sich weiterbilden wollen.
Die Zugangsvoraussetzungen erlauben es einem breiten Personenkreis, hier ein Studium aufzunehmen. Bewerbern, die es für nötig erachten, bietet die Hochschule einen Vorbereitungskurs an.
Aus diesem Bereich erwartet die Hochschule Bewerber.
Das Bachelorstudium im Fachbereich „Allgemeiner Maschinenbau“ wird nach diesem Schema absolviert. Da es neben der normalen Berufstätigkeit absolviert werden muß, dauert das Studium acht Semester. Da seit der Hochschulreform kein Vordiplom mehr zu erwerben ist, wurden die ersten vier Semester auf den Erwerb des Grundwissens hin optimiert. In den zweiten vier Semestern wird dann fachspezifisches Wissen vermittelt.
Während jedem Semester erarbeiten die Studenten eine Studienarbeit, die hohen Praxisbezug bringen sollen.
Wünschenswert wäre, wenn das Hauptstudium Inhalte bieten würde, die der Student an seinem Arbeitsplatz benötigt, sogenannte Schwerpunkte. Dazu ist aber eine Mindeststudentenzahl für jeden Schwerpunkt nötig.
Im letzten Studiensemester wird die Bachelorarbeit erstellt.
Das Studium teilt sich auf diese Fächer so auf. Da ein Leistungspunkt einem Zeitaufwand von 30 Stunden entspricht, umfaßt das gesamte Studium einen zeitlichen Aufwand von 6.300 Stunden. Darin enthalten ist auch qualifizierte praktische Tätigkeit in den Unternehmen.
Um das Studium, das an der Hochschule in Rosenheim als Vollzeitstudium angeboten wird, als berufsbegleitendes Studium anbieten zu können, mußte ein neues Zeitmodell gefunden werden. (24:04:16) Umfangreiche Betrachtungen haben ergeben, daß das Studium an zwei Wochentagen absolviert werden kann, mit zwei Blockwochen im Semester, an denen der Student von Montag bis Freitag anwesend sein muß.
Vorlesungen und Übungen werden im Nebengebäude des Landratsamtes durchgeführt, Laborpraktika aber am Standort der Hochschule.
Da besonders Auszubildende, die schon berufsbegleitend studieren noch schulpflichtig sind, war Professor Fischer die gute Zusammenarbeit mit den Berufsschulen wichtig. Tatsächlich ergänzen sie sich in vielen Punkten und bieten zusammen ein geschlossenes Angebot.
Da Hochschulen für berufsbegleitende Studien Gebühren verlangen dürfen, wurden diese auf 2.000 Euro pro Semester festgesetzt. Ausgehend von der Teilnahme von 15 Studenten beliefen sich die Einnahmen auf 240.000 Euro. Die Unterdeckung zu den Kosten von 318.772 Euro deckt der Freistaat, wie Ministerpräsident Horst Seehofer kürzlich zugesagt hat.
Um die Finanzierung allein durch Studenten möglich zu machen, müssen mehr als 25 Studenten ein Studium aufnehmen.
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Dr. Wolfgang Friedrich – Geschäftsführer der MB Maschinenbau in Mühldorf war sicher, mit dem neuen Studienangebot wird es gelingen, junge Leute am Ort zu halten anstatt sie während eines Studiums in München an BMW oder Audi zu verlieren.
So bleibt den jungen Leuten auch ihr privates Umfeld erhalten. Ziel ist es, die jungen Leute aus der Praxis so hoch zu qualifizieren, daß sie im Unternehmen bleiben und ihr Erlerntes einbringen können, wo sie auch dringend gebraucht werden.
Da die Anforderungen ständig steigen, sollen diese jungen Leute helfen, die Unternehmen in der Region zu stärken und sich dabei selbst ein Fundament schaffen, das ihnen ein erfülltes Leben ermöglichen kann.
Da das berufsbegleitende Studium Ingenieure mit Praxiserfahrung hervorbringt, erhalten die Betriebe das, was sie am meisten suchen: Praktiker mit fundiertem theoretischen Wissen, die übergeordnete Aufgaben erledigen können.
Hochschule, Landkreis und Politik haben nun ihre Aufgabe erfüllt, so daß es nun an den Betrieben ist, die erforderliche Zahl Bewerber zusammenzubringen um das neue Angebot zum Erfolg zu machen.
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Auf Frage erklärte Landrat Georg Huber, daß neben ODU und der Südostbayernbahn bereits mehrere Firmen ihre Unterstützung erklärt haben. Tatsächlich liegt der Bedarf an Ingenieuren in der Region wesentlich höher als die jetzt angedachten 15 Studenten pro Semester.
Welche weiteren Fachbereiche später angeboten werden sollen, wurde nach Auskunft von Professor Köster noch nicht festgelegt. Angedacht wäre aber auch ein Studium im Wirtschaftsbereich.
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Mit dem neuen Studium hat die Zahl der Bildungsangebote im Landkreis nun so zugenommen, daß junge und weiterbildungswillige Leute schon Schwierigkeien bekommen können, das richtige Angebot zu wählen. Da ist es dann gut, daß die Bildungsberater von Lernen-vor-Ort mit gutem Rat bereitstehen. Sonst weiß man ja gar nicht mehr, soll man sich jetzt am Bildungszentrum, an der HWK, der IHK oder der VHS oder gleich an der Hochschule einschreiben????
106 Spatenstich zu Sanierung und Ausbau der Kreisklinik in Mühldorf 8:46
Geschäftsführer und Aufsichtsratsmitglieder auf der einen Seite, Baubetreuer, Planer und Architekten und Mitarbeiter der Klinik und des Gesundheitsamts auf der anderen Seite erwarteten die Vorstellung des Projekts, das die Kreisklinik in Mühldorf zukunftsfähig machen soll.
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Für Geschäftsführer Heiner Kelbel war dieser Tag trotz des Wetters ein guter Tag für die Kreisklinik. Mit dem Spatenstich für die Sanierung und den Ausbau seines Hauses beginnen sie den Bau einer leistungsfähigen, hochwertigen und wohnortnahen Gesundheitsversorgung im Landkreis Mühldorf. Er hoffte nicht, daß während des Baus das Geld ausgeht, wie es unter Bauleuten heißt, wenn es beim Spatenstich regnet! (Gelächter)
Durch die Baumaßnahme werden nicht nur die Endoskopie, die Sterilisation, die Notaufnahme und die Operationssääle neu errichtet sondern auch mehr Platz für die Patienten geschaffen.
Damit begrüßte Heiner Kelbel den Aufsichtsratsvorsitzenden Landrat Georg Huber und die Mitglieder des Aufsichtsrates und dankte ihnen für die Freigabe der Finanzierung der gesamten Baumaßnahme.
Sein Dank galt auch den Firmen, die Projektleitung, Planung und Ausführung übernommen haben.
Nach ersten Überlegungen im Spätsommer 2010 und der Planung ab Herbst 2011 wurde der Bauantrag in Rekordzeit fertig gestellt. Dafür galt den Mitwirkenden sein Dank.
Dank galt auch der Regierung von Oberbayern und dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, besonders Staatsminister Dr. Marcel Huber, der in der selben Woche Fördermittel von 3,5 Millionen Euro noch für 2013 bereitgestellt hatte. Dadurch wird die Vorfinanzierung der Baumaßnahme wesentlich erleichtert.
Im Gegensatz zu Berichten in überregionalen Medien wird an der Klinik Mühldorf nicht übermäßig viel operiert, machen keine Keime Patienten krank und werden auch keine überhöhten Rechnungen an die Krankenkassen gestellt.... Das war Heiner Kelbel wichtig zu betonen.
Abschließend dankte er allen Mitarbeitern der Kreisklinik, die durch ihren Einsatz geholfen haben, das Ministerium von der Notwendigkeit der Erweiterung zu überzeugen.
Die gute Arbeit hatte zur Folge, daß die Zahl der Patienten so gestiegen ist, daß aktuell Probleme bestehen, sie adäquat unterzubringen. Es mußten sogar schon Patienten an andere Kliniken verwiesen werden. Das wird sich nach Abschluß der Baumaßnahme nicht wiederholen.
Vorteile wird der Bau auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bringen, die dann optimale Arbeitsbedingungen vorfinden werden.
Auch wenn in den kommenden vier Jahren mit zahlreichen Einschränkungen und Behinderungen gerechnet werden muß, freut sich das ganze Haus darauf, später hochwertige Medizin bieten zu können. Die Nachfrage danach wird sicher weiter steigen. (Also nach hochwertiger Medizin)
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Auch Landrat Georg Huber freute sich über den Fortschritt, den die Baumaßnahme bringen wird. Er unterstrich auch die wirtschaftlichen Vorteile, durch wesentlich verbesserte Arbeitsabläufe.
Bei sinkender Verweildauer ist maximale Intensivbetreuung der Patienten nötig. Die ist aber teuer.
Die steigenden Kosten – auch von Operationen – kann die Klinik später auch dadurch auffangen, daß mehr Patienten betreut werden können.
Landrat Huber dankte Staatsminister Dr. Marcel Huber für die Fördermittel von 3,5 Millionen Euro – Mittel, die andernorts nicht verbaut werden konnten. Hier zahlte sich die schnelle Fertigstellung der Planung und der Ausschreibung aus.
An die Planer gerichtet bat Landrat Huber darum, Planung und Bauausführung bestmöglich zu koordinieren und so dafür zu sorgen, daß nicht nur der Bau termingerecht fertig wird sondern auch die wirtschaftliche Abwicklung ohne Pausen erfolgen kann.
Er hoffte auf Termin- und kosteneinhaltende Bauausführung ohne Unfälle und auch darauf, daß sich alle Beteiligten auf die Durchführung der Baumaßnahme konzentrieren - und sich nicht mit Rechtsanwälten und Gerichten herumschlagen müssen.
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Projektsteuerer Markus Hartl von der BPM Projektsteuerungs- und Management GmbH blickte auf die vier Vorbereitungsjahre zurück in denen sogar das Planungsteam europaweit gesucht worden war.
Die Planung wurde mit dem Ministerium und der Regierung von Oberbayern abgestimmt. Nach der Erarbeitung des Kostenrahmens konnte der Zuschußantrag gestellt werden.
Die 24,3 Millionen Euro teuere Baumaßnahme, die der Freistaat mit 16,5 Millionen Euro bezuschußt, ist für ihn eine besondere Maßnahme. Sie war ursprünglich in zwei Abschnitte geteilt. Da aber das Ministerium bereits jetzt die fachliche Genehmigung für beide Abschnitte erteilt hat, können Sanierung und Neubau gleichzeitig begonnen werden.
Auch der erste Zuschuß von 3,5 Millionen Euro ist bereits bewilligt, der erst für 2014 angekündigt war. Wie das alles ging, konnte sich Markus Hartl nicht so recht erklären!!! Das war schon etwas besonderes, dazu galt allen Verantwortlichen sein Glückwunsch!
Als Vertreter des Bauherrn dankte Markus Hartl Planern und Ingenieurbüros und natürlich den Baufirmen. Sein Dank galt auch den Nachbarn und den Mitarbeitern des Hauses für die konstruktive Zusammenarbeit.
Er bat um Verständnis für die Einschränkungen, die während der Bauphase kaum zu vermeiden sind und bat, aufkommende Probleme anzusprechen. Es wird dann sicher konstruktive Lösungen geben.
Auch er bedauerte, daß die Zeiten vorbei sind, als auf dem Bau noch der Handschlag gegolten hat. Damit wünschte er der Baumaßnahme unfallfreien Verlauf.
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Einer der Haupt-Nutznießer ist Chefarzt Dr. Wolfgang Richter. Er erinnerte sich an die Zeit vor 10 Jahren, als man dachte, das Krankenhaus abreißen zu müssen. Heute sind alle Mitarbeiter stolz darauf, was sie aus dieser schwierigen Situation heraus erreicht haben. Sie haben geschafft, was ihnen damals niemand zugetraut hatte. Deshalb ist dies ein besonderer Tag für die Kreisklinik.
Würde tatsächlich zu viel operiert, wie überall behauptet wird, wäre der Ruf der Kreisklinik schnell ruiniert! Trotzdem braucht die Kreisklinik neue und größere OPs, weil tatsächlich der Bedarf vorhanden ist. Für ein Haus der Grundversorgung führt die Kreisklinik tatsächlich sehr viele Operationen durch. Das resultiert aus der großen Zahl hoch qualifizierter Operateure am Haus. Der Zuspruch der Patienten bestätigt, daß die Klinik damit auf einem sehr guten Weg ist.
Die Endoskopie hat sich sehr weiterentwickelt, weshalb heute sehr viel mit dem Endoskop erledigt werden kann, wofür vor 20 Jahren noch eine Operation notwendig war. Man bemüht sich also, hier eine zeitgemäße Medizin anbieten zu können.
(O-Ton: Das hamma uns alle verdient!)
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Dann gings raus in den Vorhof, wo die Klinik die Spaten vorbereitet hatte. Gegen den Regen schützten Helme.
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Als sie ins Trockene flüchteten, ließen manche die Spaten einfach stecken. Das brachte Landrat Huber auf die Palme, der – selbst gelernter Bautechniker – solche Arbeiter gar nicht mag, die ihr Werkzeug einfach liegen und stehen lassen, wo sie gerade gehen und stehen!
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Später wieder im Trockenen stießen Landrat, Aufsichtsräte und Bauplaner und Architekten auf den Erfolg der Maßnahme an.
107 Kurz notiert: Landrat Georg Huber stellt den neuen Seniorenwegweiser vor und verabschiedet Naturschutzwächter und bestellt Nachfolger 9:20
Mehrere Bürgermeister und Kreisräte waren zum Stand des Landkreises auf die Regionalmesse „Inn“ gekommen um der Vorstellung des neuen Seniorenwegweisers beizuwohnen. Natürlich waren Seniorenreferentin Maria Pfeilstetter und ihr Team genau so da wie Anna-Hospiz-Vereins-Vorstand Dr. Hans Dworzak.
Landrat Georg Huber würdigte die Arbeit von Maria Pfeilstetter, Marion Scheuer und Matthias Burger, die dem Landkreis zwar eine Menge Geld kosten, aber der Bevölkerung ein großes Bündel Vorteile bringen. Ihre Angebote werden sehr gern angenommen.
Seniorenarbeit beginnt heute nicht erst bei über-80-jährigen. Heute werden bereits 45- / 50-jährige auf ihr Leben im Alter vorbereitet. Schon diese Altersgruppe muß Vorkehrungen für eventuelle Krankheiten oder den Verlust des Partners treffen um dann vom Ernstfall nicht überrascht zu werden.
Da es die klassische Großfamilie nicht mehr gibt, müssen neue Strukturen gefunden werden, die den Menschen auch später die Versorgung bieten, die ein würdiges Altern möglich machen. Solche Strukturen bauen Kommunen und Institutionen derzeit auf. Dazu ist viel ehrenamtliches Engagement nötig. Landrat Huber dankte allen, die sich hier engagieren und auch den Mitarbeitern seines Amtes, die zusammen sein Ziel verwirklichen helfen: Die dynamische, hilfsbereite Gesellschaft im familienfreundlichen Landkreis.
Natürlich ist auch dabei weiterhin jede Hilfe dabei herzlich willkommen.
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Marion Scheuer stellte den Seniorenwegweiser vor, der das Ergebnis einer Umfrage 2009 ist, die ergeben hat, daß die Senioren das Fehlen von Informationen über die Angebote im Landkreis bemängelten. Der Seniorenwegweiser faßt deshalb jetzt zusammen, worauf die Landkreisbürger zurückgreifen können.
Im Seniorenwegweiser sind nicht nur Kontaktdaten enthalten, sondern ausführliche Beschreibungen der jeweiligen Angebote. Sie sind gegliedert in die Kapitel „Aktiv im Alter“, „Wohnen im Alter“, „Gut versorgt in allen Lebenslagen“, „Pflege“, „Vorsorge tut not“ und einem Bereich mit Beratungsangeboten.
Marion Scheuer dankte allen Unterstützern, die beim Zusammentragen der Informationen geholfen haben.
Abschließend verteilten Landrat Huber, Maria Pfeilstetter und ihr Team den neuen Seniorenwegweiser, von dem es immer auch eine aktuelle Version auf den Internetseiten des Landratsamtes zum Download gibt.
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Wir haben uns in der Messehalle des Landkreises etwas umgesehen: Da gab es die neue Ladestation für E-Bikes zu bestaunen, die künftig in Biergärten das kostenlose Aufladen der elektrischen Radl‘n ermöglichen werden, die Kreisklinik bot verschiedene Diagnosen und die Sparkasse warb mit „Mehr Mensch, Mehr Leistung und mehr Wert“. An fast allen Ständen fanden sich diesmal Glücksräder. Es ratterte und schnarrte nur so....
Die Stadt Mühldorf warb um Bauwillige und der Städtebund Inn-Salzach um Investoren.
Auch die AWO und der Malteser-Hilfsdienst waren fleißig dabei.
Auf einem großen Stand zeigte der Kunstverein Inn-Salzach die Werke seiner Mitglieder.
Kraiburg und Waldkraiburg präsentierten sich auch.
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Landrat Georg Huber hatte etwas später in sein Besprechungszimmer geladen um dort verdiente Naturschutzwächter zu verabschieden und Nachfolger zu berufen.
Er freute sich, mit den Naturschutzwächtern Menschen zur Seite zu haben, die ehrenamtlich Aufgaben wahrnehmen, die Mitarbeiter des Amtes nicht ausführen könnten. Das betrifft sowohl den zeitlichen Aufwand, den sie erbringen als auch das wesentlich entspanntere Verhältnis zu den Bürgern, das Vertreter der Behörde nie haben könnten.
Selbst nicht ideologisch gezwungen, war Landrat Huber doch der Meinung, daß es die Aufgabe aller Bürger ist, die Lebensgrundlagen für alle Lebewesen zu erhalten – auch für die kleinsten Käfer!
Derzeit sind 10 Naturschutzwächter im Landkreis Mühldorf unterwegs, die jeweils 2 bis 4 Gemeindegebiete bestreifen.
Naturschutzwächter sind Angehörige der unteren Naturschutzbehörde im Außenbereich. Als Unterstützer der Behörde und auch der Polizei leisten sie so einen wertvollen Dienst für den Natur- und Landschaftsschutz.
Seit 2000 nahm diese Aufgabe Walter Diesinger aus Waldkraiburg in der Region Kraiburg, Oberneukirchen und Taufkirchen wahr. Er beendet seine Tätigkeit aus gesundheitlichen Gründen.
Andrea Sinseder aus Neumarkt-Sankt Veit hat seit 2010 die Gebiete Erharting, Niederbergkirchen und Niedertaufkirchen beobachtet. Sie beendet diese Tätigkeit aus beruflichen Gründen. Ihren Abschied bedauerte Landrat Huber sehr und dankte beiden für ihr Engagement, das dazu beigetragen hat, unsere Region lebenswert zu erhalten.
Ihren Nachfolgern, Markus Noppenberger aus Niedertaufkirchen und Manfred Dittrich aus Neumarkt Santk Veit wünschte Landrat Huber viel Erfolg und ein glückliches Händchen im Umgang mit den Bürgern und gute Zusammenarbeit mit seinem Haus.
Landrat Huber verlas die Bestellungsurkunden.
Er gratulierte zur Ernennung und dankte beiden für ihr Engagement.
Herr Landrat, welche Aufgaben haben Naturschutzwächter? (O-Ton)
Wie kann man Naturschutzwächter werden? (O-Ton)
Wie hoch ist der Zeitaufwand, den ein Naturschutzwächter erbringen muß? (O-Ton)
108 25 Jahre Ecksberger Werkstätten: Das Jubiläumsfest 8:30
Im Innenhof des ehemaligen Gutshofes hatten sich die Mitarbeiter der Ecksberger Werkstätten zum Gottesdienst versammelt, den Dekan Roland Haimerl zelebrierte.
Umrahmt hatte den Gottesdienst ein Chor aus Mitarbeitern, der besonders für diesen Auftrtitt zusammengefunden hatte.
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Die Blaskapelle Altmühldorf holte die Festgäste ab und begleitete sie zum Festzelt auf dem Sportgelände.
Ein langer Zug wand sich zwischen Wohn- und Werkstattgebäuden durch zum Festzelt.
Drinnen warteten schon Spezi und Radler, Kaffee und Kuchen.
Thomas Enzinger, Hedi Stenger und die Altmühldorfer sorgten für Kurzweil während es sich die fast 700 Gäste gut gehen ließen.
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Vor dem Zelt versuchte sich Werkstätten-Leiter Klaus Licht auf dem Bullen zu halten. Zur Freude seiner Mitarbeiter gelang das eine ganze Zeit lang.
Auch Bereichsleiter Wolfgang Wimmer zeigte, was er so als Cowboy drauf hat....
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Der stiftungseigene Zirkus „Farfalle“ gestaltete den nächsten Unterhaltungshöhepunkt. Jongleure, mit Bällen, Tellern und Kreiseln zeigten ihr Können. Und Kraftsportler.
Und was wäre ein Zirkus ohne einen Clown!
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Später begrüßte Bereichsleiter Wolfgang Wimmer neben den Mitarbeitern und Betreuern auch viel Prominenz zum Jubiläumsfestakt: Landrat Georg Huber, die Bürgermeister Günther Knoblauch und Stefan Schalk und zahlreiche Stadt- und Kreisräte.
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Wenn das Wachstum für Entwicklung und Wohlstand steht, muß es den Ecksberger Werkstätten besonders gut gehen, begrüßte Werkstattleiter Klaus Licht die Zuhörer.
Wenn bauliche Tätigkeit ein Maß für Erfolg ist, dann kann man bei den Ecksberger Werkstätten von einer Erfolgsgeschichte sprechen.
Eigentlich geht die Gründung der Ecksberger Werkstätten auf die Gründung der Stiftung Ecksberg zurück – also bis ins Jahr 1852. Schon damals verfolgte Pfarrer Josef Probst die selben Ziele, die noch heute zu Grunde liegen: Die Arbeitsplätze von behinderten Menschen mit denen von Gesunden gleichstellen.
Natürlich hat sich das seither stark verändert. Seit 1960 entstanden immer mehr Werkstätten weil sich die gesetzlichen Grundlagen sehr geändert haben. Die Ecksberger Werkstätten gehörten so bis 1985 den Ruperti-Werkstätten an, einem Verbund in den Landkreisen Altötting, Mühldorf und Eggenfelden.
Nach deren Auflösung 1985 wäre die Errichtung einer eigenen „Werkstätte für Behinderte“ beinahe daran gescheitert, daß es zu wenig Mitarbeiter gab. Trotzdem wurden ab 1987 Werkstatträume für 100 Beschäftigte gebaut. Am 1. März 1988 nahmen die Ecksberger Werkstätten mit vier Beschäftigten ihre Arbeit auf. Als es am 3. Oktober 1988 richtig los ging, waren es schon 21 Mitarbeiter. Manche von ihnen sind noch heute dabei.
In den Folgejahren wurde immer wieder erweitert weil immer mehr Arbeitskräfte dazu kamen.
1993 waren schon 200 Menschen beschäftigt – der Gutshof in Bachham wurde zur Wäscherei umgebaut.
1997 wurde ein Gebäude in Waldkraiburg angemietet, das PEP, das 2001 in den Industriepark nach Mühldorf umzog und 2007 schon wieder erweitert werden mußte.
Ab 1998 kam der Standort in Mettenheim mit 94 Beschäftigten hinzu.
Viele weitere Baumaßnahmen folgten, weil immer mehr Menschen Unterkunft und Beschäftigung suchten.
Ende 2012 belegten 464 Menschen mit Behinderung die Gebäude der Ecksberger Werkstätten bis auf den letzten Platz. Zusammen mit dem Betreuungspersonal bieten die Ecksberger Werkstätten etwa 620 Menschen sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze.
Zusammen haben sie 2012 einen Umsatz von über 4,5 Millionen Euro erwirtschaftet.
So haben sich die Ecksberger Werkstätten in den 25 Jahren entwickelt.
Neben den Gebäuden hat sich auch inhaltlich das Angebot der Werkstätten an neue Anforderungen angepaßt, bis hin zur Vermittlung Behinderter auf dem freien Arbeitsmarkt.
Seit 1997 sind Teilbereiche zertifiziert.
Es war nicht immer einfach, für so viele Menschen Arbeit bereitzustellen und dabei die Anforderungen der Auftraggeber zu erfüllen. Trotz gelegentlicher Rückschläge sind die Ecksberger Werkstätten aber eine Erfolgsstory.
Die heutige Diskussion läßt schon Sorgenfalten entstehen: Die neue Behindertenrechtskonvention und die Diskussion um die Inklusion lassen den Eindruck entstehen, besondere Einrichtungen für Behinderte sind von gestern und sehr negativ für die Entwicklung der Gesellschaft.
Es wird also Veränderungen geben auf die man reagieren wird müssen. Trotzdem war ihm nicht bang um die Zukunft der Ecksberger Werkstätten. Sie werden alle Herausforderungen meistern, wie sie das immer getan haben. Sie sollten immer auf den Leitspruch der Gründer zurückgreifen und sagen: (O-Ton „Ich werde es einfach mal versuchen!)
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Landrat Georg Huber war gern gekommen, ihnen zum Jubiläum zu gratulieren und mit ihnen zu feiern. Ihre Einrichtung hat Vorbildcharacter. Hier wird Menschen geholfen, ein Leben in größtmöglicher Selbständigkeit zu führen, normal und sinnerfüllt.
Die meisten müssen genau so wie jeder andere täglich zur Arbeit und ihre Brötchen verdienen um danach ihre Freizeit genießen zu können. Hier, im geschützten Bereich, können sie alle ein Leben führen, das sie ohne Hilfe niemals führen könnten. Jeder einzelne wird hier gefördert oder gefordert, wie es seinen Fähigkeiten entspricht.
Landrat Georg Huber würdigte das Engagement der Betreuer, die es den Betreuten ermöglichen in Selbstachtung und Würde zu leben. Er wünschte sich, daß viele Bürger der Region sich ein positives Beispiel an den Mitarbeitern dieser Werkstätten nehmen! Dann würden alle hilfsbereite Menschen werden und den integrativen Gedanken leben. Wir alle gehören zusammen, vom Kleinkind bis zum Greis und vom Behinderten bis zum Erfolgreichsten. Wir halten alle zusammen!
Landrat Huber war neugierig, wohin sich die Werkstätten noch entwickeln werden, die schon jetzt ein wichtiger Bestandteil des Landkreises sind. Er gratulierte zum Jubiläum und wünschte allen Zuhöreren weiterhin viel Kraft und Gottes Segen.
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Landrat Georg Huber überreichte den Geschäftsführern Klaus Licht und Wolfgang Wimmer das Wappen des Landkreises und sicherte ihnen die fortgesetzte Unterstützung des Landkreises zu.
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Zum Abschluß der Feierstunde ehrte Stiftungsvorstand Dr. Alexander Skiba Mitarbeiter und Betreuer, die von Anfang an dabei waren. Er und Walter Grafwallner begannen mit den Mitarbeitern. Fast 50 hatten sie so zu ehren.
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Später unterhielt die Kabarettgruppe „Der Bertl und i“. Der Festtag klang am späten Abend mit einer Feuerschau aus.
109 150 Jahre Blaskapelle Altmühldorf: Die ersten drei Festtage 21:10
Waren Sie schon einmal in der Kronwidl-Kapelle? Die steht unterhalb von Ecksberg südlich der alten B12. Dorthin kommt man nur mit fundierter Ortskenntnis!
Genau dort aber hat 1863 die Geschichte der Blaskapelle Altmühldorf ihren Anfang genommen, als sich zur Einweihung der neu gebauten Kapelle die „wohlbesetzte Altmühldorfer Chormusik“ zusammenfand um die Einweihungsfeier musikalisch zu gestalten.
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Zum Jubiläum kam die Blaskapelle Altmühldorf in ihren neuen Leibchen und Hüten, hierher zurück und umrahmte feierlich die Maiandacht an der neben Kreis-Heimat- Musik- und Brauchtumspfleger Dr. Reinhard Baumgartner auch Stadträte und Fahnenabordnungen von Trachtenverein, Schützenverein, Krieger- und Soldatenkameradschaft und natürlich der Feuerwehr teilnahmen.
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Nach der Maiandacht zogen Blaskapelle, Fahnenabordnungen und Gäste hinauf zur Stiftung Ecksberg. Dort erwarteten sie schon die Bürgermeister Günther Knoblauch und Stephan Schalk und die Blaskapelle aus Mühldorfs ungarischer Partnerstadt Cegled.
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Die Kapelle nahm auf der Bühne Platz zum Auftaktkonzert, das sie mit bekannten Stücken einleiteten - dessen Höhepunkt der große Zapfenstreich war - und dessen Schluß die Nationalhymnen Deutschlands, Österreichs und Ungarns bildete. Hier einige Ausschnitte aus dem Konzert, in dem Sepp Eibelsgruber dirigierte.
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Nach dem Konzert zog die Kapelle mit ihren Gästen weiter zum Festzelt, das sie auf dem Sportgelände der Stiftung Ecksberg aufgebaut hatten.
Lachte bis dahin die Sonne, deuteten nun tief hängende schwarze Wolken einen Wetterumsturz an.
Gerade als alle im Zelt waren und noch bevor die Musiker auf der Bühne Platz genommen hatten, brach draussen ein schwerer Sturm über der Stadt herein.
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Bürgermeister Günther Knoblauch frotzelte noch, diesmal muß der Vorstand anzapfen. Aber der lernt das auch noch. Das hielt Vorstand Sepp Bernhart nicht davon ab, das erste Faß Festbier gekonnt und ohne einen Spritzer anzuzapfen.
Zwei Schläge brauchte er nur und es hieß: (O-Ton)
Bräuin Amelie Röhrl half beim Einschenken und so konnten sie gemeinsam auf ein gelungenes Fest anstoßen.
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Die Ehre, den bayerischen Defiliermarsch zu dirigieren, blieb dann wieder Bürgermeister Knoblauch.
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Sepp Bernhart freute sich, so viele Gäste begrüßen zu können. Er freute sich über das Jubiläum und die lange Geschichte der Blaskapelle, die mit ihren 150 Jahren sicher eine der ältesten im Landkreis ist - und weit darüber hinaus.
Natürlich muß man so ein Jubiläum feiern – vier Tage haben sie sich dafür vorgenommen.
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Für Günther Knoblauch war es denkbar ungünstig, gerade während so eines Unwetters als Schirmherr auf die Bühne treten zu müssen.
Es ist schon ein außergewöhnliches Wochenende, wenn ein Mühldorfer Verein auf 150 Jahre zurückblicken kann.
Daß das Fest auf dem Gelände der Stiftung Ecksberg stattfindet, ist ein praktisches Beispiel von Inklusion, was heißt daß alle würdig zusammen leben.
Vor 150 Jahren hat Josef Still der Ältere die Chormusik gegründet, aus der die Blaskapelle hervorgegangen ist. Man kann wirklich stolz sein auf diese lange Geschichte - und darauf, wie sie den Mühldorfern jedes Jahr bei vielen Anlässen Freude bereiten. (O-Ton )
Dann sorgte Günther Knoblauch für Jubel bei den ungarischen Gästen, weil er sie in ihrer Muttersprache begrüßte. Er freute sich auch über Cegleds Vizebürgermeisterin Agota Hegedüs, die ein Stadrat begleitete.
Damit wünschte er den Gästen einen schönen Abend und viel Vergnügen.
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Auch Stiftungsvorstand Dr. Alexander Skiba gratulierte zum Jubiläum. Er dankte für die Ausrichtung der Jubiläumsfeier auf dem Gelände seiner Stiftung, die selbst 2002 ihr 150. Jubiläum gefeiert hat.
Dr. Skiba erinnerte an den Neubau der Kronwidlkapelle 1863 und die dadurch bewirkte Gründung der Blaskapelle, die vermutlich beide auf den selben Initiator zurückgehen, den Gründer der Stiftung Ecksberg, Pfarrer Joseph Probst.
Zum Zusammenhalt von Stiftung und Blaskapelle trugen sicher Josef Still bei, Pfarrer Ludwig Fastlinger und Josef Still junior, der auch Webermeister an der Stiftung war. Noch heute sind Mitarbeiter auch Mitglieder der Blaskapelle. Sie sind ein festes Band zwischen Stiftung und Blaskapelle.
Besonderen Respekt verdient das Geschichtsbewußtsein der Blaskapelle, das sie zum Kulturbewahrer und sogar zum Kulturgut macht.
Als Zeichen der guten Partnerschaft überreichte Dr. Alexander Skiba Sepp Bernhart das Bild vom 25-jährigen Priesterjubiläum, das die Blaskapelle zeigt.
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Weiter gings mit Musik.
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Bürgermeister Günther Knoblauch und die Vorstände Sepp Bernhart und Thomas Enzinger gratulierten nun Alexander Ring für 10 Jahre Mitgliedschaft in der Blaskapelle.
25 Jahre aktiv dabei ist Hedi Stenger.
Ebenfalls 25 Jahre aktiv dabei ist Georg Stenger. Er freute sich riesig über die Auszeichnung.
30 Jahre dabei ist Trompeter Stefan Freimann.
Weiters ehrten sie zahlreiche Fördermitglieder, von denen aber nur wenige gekommen waren.
Eine besondere Ehrung hatte Sepp Bernhart für das Ehrenmitglied Gottfried Kirmeier, der seit 60 Jahren dabei ist. Seit 62 Jahren wäre Martin Wieser dabei, war aber nicht gekommen.
Seit 56 Jahren Mitglied der Blaskapelle Altmühldorf ist Edi Wieslinger.
Abschließend ehrte Sepp Bernhart die „Turnhallenmannschaft“, die alljährlich viel Arbeit bei Vorbereitung und Durchführung des Neujahrskonzerts leistet.
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Die Blaskapelle setzte fort mit guter Musik und die Gäste ließen sich vom Unwetter draußen den gemütlichen Abend im Zelt nicht vermiesen.
Spät Abends mischten sich die ungarischen Gäste ein und sorgten zusätzlich für Stimmung, bevors dann an die Bar ging, wo’s wirklich nicht schnell vorbei war.
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Tags darauf kamen über 400 Zuhörer ins Zelt um die Blaskapelle Triwanka zu hören, die die Altmühldorfer 2012 in Spanien kennengelernt hatten. Die Vize-Europameister in böhmisch-märischer Blasmusik aus Wald am Schoberpaß in der Steiermark begeisterten nicht nur die Freunde der Blaskapelle Altmühldorf sondern zahlreiche Vertreter anderer Blaskapellen, die sich hier vielleicht den einen oder anderen Tipp für die eigene Arbeit holten.
Von Böhmisch-Märisch war aber bei Queen’s „Bohemian Rhapsody“ nicht viel zu erkennen....
Für den Höhepunkt sorgte Peter Mayerhofer mit seinem Xylophon.
Natürlich mußte er eine Zugabe spielen.
An der Bar gingen die Altmühldorfer in ihren Feiertags-Leiberln kräftig mit.
Kein Wunder, daß die österreichische Kapelle mit dem aktuellen Gassenhauer schloß „Tirol mein Heimatland!“
Das gefiel natürlich auch den Gästen aus Mühldorf in der Wachau, die inzwischen gekommen waren.
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War „Triwanka“ gute Blasmusik, folgte dann mit dem „Blechhauf’n“ die Krönung. Diese sexy-rasanten „Kings of the Road“ zeigten den Zuhörern, was man mit Blasinstrumenten so alles anstellen kann.
Hier einige Ausschnitte.
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Nach fast zwei Stunden mit bester Blasmusik und zahlreichen Slapstick-Einlagen waren die Zuhörer überzeugt, der Abend war sein Geld mehr als wert. Die Stimmung kochte als Blechhauf’n die dritte Zugabe spielte. Weil sie eine vierte verweigerten, verlagerte sich das Geschehen an die Bar, wo’s doch noch einige Zeit weiter ging an diesem denkwürdigen Abend.
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Samstag Abend war ein gemütliches Wein- und Bierfest angesagt. Dazu unterhielten die Gäste aus Ungarn und die Patenkapelle aus Mühldorf in der Wachau.
Erst aber die Ungarn, die natürlich ein bißchen Puszta und viel Temperament mitgebracht hatten.
Aber auch ein bißchen Melancholie und ein bißchen Nachdenklichkeit.
Bürgermeister Günther Knoblauch freute sich über die vielen Gäste im Festzelt und sorgte dafür, daß die Innstädter auch einmal ein bißchen Ungarisches hörten.
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Dann begleiteten die Altmühldorfer die Mühldorfer Schäffler ins Festzelt. Die tanzen zwar nur alle sieben Jahre und feierten vergangenes Jahr ihr 150-jähriges, hatten aber das versprochen, auch beim 150-Jahr-Jubiläum der Blaskapelle mitzumachen, die sie schon so viele Jahre begleitet hatte.
Da hieß es dann wieder einmal „Aba heid is‘ koid!“
Schäfflermeister Sepp Loibl freute sich über die gemeinsam erlebte Geschichte, die Mühldorf zu einer Stadt der Tradition gemacht hat. Dabei haben sie selbst mit der Tradition gebrochen und sind zwischen den sieben Jahren zu ihnen gekommen. So hoffte er, daß sie gemeinsam auch weiterhin die Tradition pflegen und auch 2019 wieder gemeinsam spielen und tanzen. So dankte er für die gemeinsame Zeit und gratulierte zum Jubiläum.
Darauf ein dreifaches: (O-Ton ...)
Das gefiel natürlich Sepp Bernhart, der selbst schon fünf Mal die Schäffler begleitet hatte und hoffte, daß sie das auch noch einmal schaffen.
Dann auf die Städtepartnerschaft ein Schnappsal und ein Dreifaches: (O-Ton )
Damit marschierten sie wieder aus und überließen die Bühne der Kapelle aus Mühldorf in der Wachau, die den weiteren Abend gestaltete.
110 150 Jahre Blaskapelle Altmühldorf: Der Festsonntag 17:35
Sonntag früh, 8 Uhr 30. Manche Instrumente warteten noch auf ihren Einsatz, als sich die Altmühldorfer schon mal mit einem guten Weißbier stärkten. Die Unterhaltung hatte diesmal die Patenkapelle aus Mühldorf in der Wachau übernommen.
Immer mehr Blaskapellen und Vereine kamen ins Festzelt, aus Reischach, aus Egglkofen, aus Buchbach, aus Feichten, die Kapelle aus Cegled und viele weitere. Natürlich war die Stadtkapelle Mühldorf auch dabei, genau so wie der Männergesangsverein Altmühldorf, das THW, und viele Schützenvereine und Feuerwehren.
Draußen schossen die Mößlinger Böllerschützen den Festsonntag an.
Die Schäffler waren auch schon da und ließen sich ein zünftiges Weißwurstfrühstück schmecken.
Und Kone Wenzl genoß eine Maß Radler als die Wachauer mit dem Radetzki-Marsch für Schwung sorgten.
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Dann nahmen die Gäste Aufstellung zum Festzug.
Weil der Wetterbericht günstig war, öffneten die Freunde der alten Feuerwehr ihr Auto und gaben so den Zuschauern den Blick auf die Prominenz frei.
Die Ungarn führten den Festzug an.
Ihnen folgten die Isentaler-Trachtler aus Ampfing mit ihren vielen Kindern.
Die Stadträte durften in den Autos der Oldtimerfreunde mitfahren.
Der Blaskapelle aus Buchbach folgte der Mühldorfer Theaterverein „Kulturschupp’n“.
Eine Blaskapelle, ein Schützenverein und ein Trachtenverein nach dem anderen machten sich auf den Weg zur Festwiese neben der Kirche in Altmühldorf.
Natürlich waren auch Wachauer und die Schäffler mit ihrem Fassl dabei.
Zeitweise war babylonisches Musikgewirr....
Mittendrin der Jubelverein, dem die Jugendkapelle folgte.
Das Feuerwehrauto mit Bürgermeistern und Landrat.
Ihnen folgten die Mettenheimer Bläser und die Mößlinger Böllerschützen mit der Stadtkapelle.
Nach dem Männergesangsverein schloß der Wagen mit dem Modell der Kirche St. Laurentius den Zug ab.
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Wir haben diesmal eine andere Route genommen und die Gruppen am Festplatz erwartet, wo eine nach der anderen einmarschierte und vor dem Altar Aufstellung nahm.
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Der Jubelverein nahm neben dem Altar Platz. Sie würden später den Gottesdienst umrahmen, den Dekan Roland Haimerl feiern würde.
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In seiner Predigt freute sich Dekan Roland Haimerl darüber, daß die Blaskapelle bei allem Feiern den Herrgott nicht vergessen hat. Wenn das Evangelium vom heiligen Stephanus spricht, muß man sehen, daß der erste Märyrer einer war, der sich sehr für seine Sache eingesetzt hat.
Sich einzusetzen ist die Voraussetzung, eine Sache zum Erfolg zu führen. Das haben auch die Musiker getan. Hätten sie sich nicht eingesetzt, hätte ihre Kapelle sicher nicht so lang durchgehalten.
Er wünschte, daß sie immer wieder junge Menschen finden, die sich mit ihnen zusammen einsetzen und weiter den Zuhörern Freude bereiten.
Zudem geht es im Evangelium um die Einheit. Immer wieder hat es Spaltung unter den Menschen gegeben, sogar in den Kirchen. Da ist die Blaskapelle ein Vorbild: Sind sie nicht einig, klingt es schräg und die Menschen laufen weg.
Die Einheit der Blaskapelle sollten sich die Menschen zum Vorbild nehmen und zusammenstehen. Er wünschte der Kapelle, daß sie auch weiter im Einklang leben und so Vorbild für viele werden, die sonst drohen auseinander zu driften. So sollten sie nicht müde werden, die Menschen zu erfreuen und sie so öffnen für Gott.
So wünschte er ihnen noch viele Jahre und bat um den Segen für sie alle.
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Nachdem Dekan Roland Haimerl für gutes Wetter gebetet, und den Besuchern den Segen erteilt hatte, schloß die Blaskapelle den Gottesdienst ab: „Großer Gott wir loben Dich“.
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Wegen der aufziehenden Wolken wollte Vorstand Sepp Bernhart die Grußworte ins Festzelt verlegen. Vorher sollten aber noch alle Musiker gemeinsam drei Stücke spielen: Das beobachteten wir von gehobener Warte aus. Es war ein außergewöhnliches Klangerlebnis, so viele Musiker gemeinsam....
Beim zweiten Stück begann es zu Tröpfeln....
Sie schlossen mit der Bayernhymne.
Während wir unseren erhöhten Beobachtungsposten verließen, erhoben die Musiker ihre Instrumente zum Musikergruß.
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Der Himmel hielt den Regen zurück, so daß die Gruppen trockenen Fußes zurück kamen ins Festzelt. Allen voran der Jubelverein.
Während die Böllerschützen feuerten, zog eine Kapelle nach der anderen ins Zelt.
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Drinnen warteten schon die Massen und die Teller mit dem Mittagessen. Jetzt hieß es anpacken und den hungrigen Musikern schnell servieren.
Auf der Bühne hatten die „Musikatzen“ Platz genommen. Unter ihnen Martin und Johannes Stadler aus Sepp Eigelsgrubers Freunden der Blasmusik.
Während sich die einen das Mittagessen schmecken ließen, stießen Sepp Hundmeier und Kone Wenzl erst einmal miteinander an. Und a so a Schmaizler ist halt auch was Gutes!
Manche waren da schon richtig müde....
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Sepp Bernhart bat Schirmherrn Günther Knoblauch auf die Bühne, der erklärte, Landrat Georg Huber hatte ihn gebeten, auch für ihn ein Grußwort zu sprechen. Und weil Mühldorf immer das macht, was der Landrat anschafft, wollte er auch für den Landkreis zum Jubiläum gratulieren. Weil es in der Stadt so viele 150-Jahr-Jubiläen zu feiern gibt, angefangen von der Stiftung Ecksberg über den TSV 1860 bis zur Blaskapelle Altmühldorf, dankte er Josef Still dem Älteren für die gute Idee mit der Blaskapelle. Und wenn sie auch weiterhin so intensive Jugendarbeit leisten, dann war ihm um die Zukunft nicht bang. Damit das so weitergehen kann, hatte er einen Umschlag dabei.
Günther Knoblauch gratulierte Sepp Bernhart zu diesem super Fest, zu dieser super Truppe und noch einmal zum Jubiläum.
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Bundestagsabgeordneten Stephan Mayer konnte man Anfangs kaum hören.
Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum hatte Friedrich Nietzsche gemeint. Tatsächlich wäre das Leben ohne Musik nicht nur sehr arm sondern kaum lebenswert.
Deshalb gebührt allen Dank, die die Musik pflegen und gemeinsam musizieren. Weil die Blaskapelle Altmühldorf nun schon so viele Jahre dafür sorgt, daß das Leben lebenswert ist, gratulierte er herzlich zu diesem außergewöhnlichen Jubiläum.
Sein Dank galt ihnen auch für die außergewöhnliche und engagierte Jugendarbeit und für die gute Zusammenarbeit mit der Blaskapelle in Cegled. Damit tragen sie zur Völkerverständigung bei.
Sie sollten nicht aufhören, so aktiv die Tradition zu pflegen, dann ist ihm um die Zukunft des Vereins nicht bang.
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Sepp Bernhart dankte den Mitgliedern seines Vereins für den guten Zusammenhalt, der nicht nur dieses Fest möglich gemacht hat, sonder der auch Garant für die Zukunft des Vereins ist.
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Bevor sich die ungarischen Gäste auf den Heimweg machten, dankte Sepp Bernhart mit einer Drei-Liter-Flasche Mühldorfer Weißbier für ihr Kommen und überreichte ihnen ein Schränkchen mit hochprozentigem Inhalt. Die Gäste hatten auch ein Geschenk dabei: eine Glasskulptur zur Erinnerung und die Noten einer Eigenkomposition zum Jubiläum.
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Draußen prasselte grade der nächste Hagelsturm auf das Festzelt nieder, als die Gäste aus der Wachau einen Korb mit Weinflaschen auf die Bühne brachten. Auch ihnen überreichte Sepp Bernhart die Flasche Weißbier und das Schränkchen mit passendem Inhalt für ihr Vereinsheim.
Vorstand Otto Dusatko hatte aber nicht nur den Wein als Geschenk mitgebracht sonder auch noch eine Wanduhr mit Fotos und ein altes Fahrrad. Beide Geschenke sollten die Altmühldorfer immer an ihre Freunde im Weltkulturerbe Wachau erinnern.
Sie hofften, sich spätestens in ein paar Wochen beim großen Mühldorf-Treffen wieder zu sehen.
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Während sich viele der Gastvereine auf den Heimweg machten, gestalteten die Musikatzen den weiteren Nachmittag mit bester Blasmusik.
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So gings langsam zu Ende, das Jubiläumswochenende der Blaskapelle Altmühldorf.
Bleibt nur, uns den Gratulanten anzuschließen und zu hoffen, daß die Kapelle auch weiter die Tradition pflegen und das Brauchtum bewahren kann, das so untrennbar zu uns gehört!
111 Die Sparkasse bleibt auch in schwierigen Zeiten auf Kurs: Die Vorstellung der Bilanz 8:40 21
In einem gesamtwirtschaftlich sehr schwierigen Umfeld ist 2012 sehr gut verlaufen, faßte Vorstandssprecher Dr. Stefan Bill gleich zu Beginn seiner Ausführungen das Ergebnis zusammen.
Die Sparkasse konnte sowohl bei Einlagen als auch bei Ausleihungen die Ziele deutlich übertreffen und ist damit sehr zufrieden.
Die harten Zahlen:
Das Vermögen der Sparkasse – also die Bilanzsumme - stieg um 104 Millionen Euro oder 4,7% auf 2,335 Milliarden Euro.
Dabei stiegen die Einlagen der Kunden stärker als die Bilanzsumme um 6,3%. Das ist ein außerordentlicher Vertrauensbeweis der Kunden.
Seit 2009 stiegen die Kundenkredite von 1,425 Milliarden Euro auf 1,587 Milliarden Euro.
Um den Zuwachs der Kundenkredite um 61 Millionen Euro zu erreichen, mußte ein Kreditneugeschäft von 295,2 Millionen Euro erreicht werden.
Im Kerngeschäft Wohnungsbaufinanzierung konnte die Sparkasse 2012 um 46,7 auf 885,2 Millionen Euro zulegen: 5,6%
Die Kundeneinlagen stiegen seit 2009 von 1,6 Milliarden auf 1,85 Milliarden Euro 2012, wobei 2012 besonders gut verlaufen ist.
Zusammen mit Wertpapieren, Lebensversicherungen und Bausparverträgen verwaltet die Sparkasse inzwischen 2,5 Milliarden Euro.
Daß das Geschäftsmodell der Sparkasse dem konservativ-klassischen Vorbild folgt – sie also Kundengelder an Darlehensnehmer verleihen und damit die Realwirtschaft versorgen, zeigt dieses Schaubild.
Dr. Stefan Bill unterstrich ausdrücklich, daß die Sparkasse nichts mit Investmentbanking zu tun hat. Alle Gelder, die sie aus der Region hereinbekommen, leihen sie auch wieder in der Region aus!
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Dieses Schaubild zeigt die rückläufigen Zinserträge. Die Rückgänge resultieren aus dem generell fallenden Zinsniveau.
Das Provisionsgeschäft aus dem Verkauf von Lebensversicherungen und Wertpapieren verharrte dagegen auf Vorjahresniveau.
Trotz aller negativen Entwicklungen ist die Sparkasse mit der Ertragslage sehr zufrieden.
Die Kosten stiegen gegenüber dem Vorjahr um 900.000 Euro oder 2,3%. Ursache dafür sind einerseits ein neuer Tarifvertrag für die Mitarbeiter und andererseits steigende Unterhaltskosten und Modernisierungsmaßnahmen in den Filialen. Durch intensives Kostenmanagement konnte der Anstieg aber im Rahmen gehalten werden.
Das Kreditrisiko ist neuerlich sehr positiv zu bewerten: Die deutschlandweit gute Wirtschaftslage hat bewirkt, daß keine Kreditausfälle zu beklagen waren.
Risikovorsorge mußte also nicht getroffen werden. Das kann sich aber bei veränderter Wirtschaft schnell ändern.
Keine Ausfälle zu beklagen waren auch bei den Wertpapieren im Bestand. Das liegt sicher auch daran, daß die Sparkasse hier sehr konservativ investiert hat.
Einzig für die Rettung der Bayern-LB mußten Gelder aufgewendet werden: Im Juni 2012 hatten sich die Sparkassen entschlossen, 25% der Landesbausparkasse zu erwerben. Dafür wurde eine Risikovorsorge in Höhe von 2,5 Millionen Euro eingerichtet.
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit hat sich so um 3,6 auf 9,1 Millionen Euro erhöht. Nach Steuern bedeutete das einen Bilanzgewinn von 2,4 Millionen Euro.
Das Stammkapital beläuft sich jetzt auf 229 Millionen Euro. Damit ist die Sparkasse sehr gut für die Zukunft gerüstet und will den eingeschlagenen Weg auch so fortsetzen.
Besonders unterstrich Dr. Stefan Bill, daß die Sparkassen die einzige Institutsgruppe sind, die 2012 ihr Eigenkapital erhöhen konnte. Auch das bestätigt den guten Weg, der natürlich fortgesetzt werden wird.
Der Kauf und die Integration der Landesbausparkasse hat sich sehr positiv auf die Sparkassen ausgewirkt.
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Wie bisher will die Sparkasse, die schon heute mit 40% Marktanteil der größte Finanzdienstleister in der Region ist, solide und realistisch wachsen und das Kundengeschäft zukunftsorientiert intensivieren. Weiterhin sollen Kommunen, Wirtschaft und Privatpersonen in der Region im Blickpunkt der Sparkasse bleiben.
Die Sparkasse ist mit über 570 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern – darunter insgesamt 40 Auszubildenden - ein wichtiger Arbeitgeber in der Region und als Ausbildungsbetrieb sehr gefragt. Sie übernimmt jeden Auszubildenden, der den Anforderungen entspricht. Jeder Auszubildende kann so seine Übernahme selbst forcieren, wenn er Leistung bringt.
Die Sparkasse ist flächendeckend mit 38 Filialen und 2 SB-Standorten vertreten. 71 Geldautomaten, davon 23 mit Einzahlfunktion, 25 Überweisungsterminals und 46 Kontoauszugsdrucker stehen den Kunden rund um die Uhr zur Verfügung. Viele davon kamen erst 2012 für 500.000 Euro neu dazu.
Das große Filialnetz sorgt dabei für bestmögliche Kundennähe.
Um das Angebot weiter zu verbessern, wurde das Foyer der Hauptstelle in Mühldorf umgebaut, die Filale Garching modernisiert und auch der Versicherungsbereich in Altötting neu gestaltet. Die Gesamtinvestitionen beliefen sich 2012 auf 1,6 Millionen Euro.
Bemerkenswert ist die Zunahme der Nutzung des Online-Bankings. Seit 2012 kamen über 4.000 neue Nutzer dazu und verwalten jetzt über 33.300 Konten online.
81% der Kunden der Sparkasse erledigen so ihre Bankgeschefte inzwischen beleglos. 2012 alleine über 3,2 Millionen Überweisungen.
Diese Entwicklung hat dazu geführt, daß die Sparkasse hier verstärkt investiert. Etwa in die Sparkassen-App, die inzwischen die meistgenutzte Mobil-Banking-Anwendung überhaupt ist. Aktuell bietet die App wirklich viele Funktionen und wird laufend weiter entwickelt.
Die Kundenzufriedenheitsanalyse hat ergeben, daß 89% der Kunden die Sparkasse mit „ausgezeichnet“ bis „gut“ bewerten: Ein hohes Maß an Vertrauen, das auch verpflichtet.
Um diese Kundenzufriedenheit zu erhalten, wird das Angebot weiter ausgebaut und auf die individuellen Bedürfnisse der Kunden abgestimmt. Wichtig ist aber, sich individuell beraten zu lassen.
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Dr. Stefan Bill wies auf die Umstellung des Zahlungsverkehrs auf das SEPA-System hin, das ab 1. Februar 2014 verpflichtend eingeführt wird. Dann gelten europaweit nur noch die 22-stelligen IBAN-Nummern. Kontonummer und Bankleitzahl können Privatkunden noch bis 31. Januar 2016 nutzen. Die Umstellung gilt für Überweisungen und Lastschriftverfahren gleichermaßen. Da dazu viele neue Vereinbarungen nötig sind, ist hier viel Arbeit zu leisten. Das sollte schnellstmöglich begonnen werden. Die Sparkasse wird hierzu nochmals Veranstaltungen anbieten.
Dr. Bill wies eindrücklich darauf hin, daß es ab dem Stichtag keine Übergangsfristen mehr gibt.
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Abschließend wies Dr. Stefan Bill auf das Engagement vor Ort hin, in dem 404.000 Euro an Spenden, Sponsoring und Stiftungsausschüttung an 360 Empfänger in der Region gegangen sind. Zusammen mit den Zahlungen für Gewerbesteuer flossen so über 2 Millionen Euro aus dem Ertrag in die Region zurück.
„Mehr Mensch, Mehr Leistung, Mehr Wert“ bleibt weiter der Slogan, den die Sparkasse bisher bestätigt hat und dem sie auch weiter folgen wird. Gäbe es die Sparkasse nicht, man würde sicher etwas vermissen!
112 Das Ende einer Ära - Vorstandsneuwahl beim größten Sportverein im Landkreis, dem VfL Waldkraiburg 14:40
Im kleinen Saal des Hauses der Kultur konnte Annemarie Deschler zahlreiche Mitglieder des „Vereins für Leibesübungen“ begrüßen, allen voran Bürgermeister Siegfried Klika, zweiten Bürgermeister Harald Jungbauer und dritten Bürgermeister Reinhard Babiak. Dazu fast alle Stadträte und Pfarrer Christian Peiser.
Auf dem Podium hatte neben der Vorstandschaft auch Ehrenvorsitzender Fritz Schmidt Platz genommen. Extra von seinem Berg herunter gekommen war auch sein Bruder Peter Schmidt.
Gern gesehene Gäste waren Stadtwerke-Chef Norbert Weigl und Aktionsgemeinschafts-Vorsitzender Willibald Engelmann. Den BLSV vertrat der neu gewählte Kreisvorsitzende Erwin Zeug.
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Bürgermeister Siegfried Klika begrüßte die ganze Waldkraiburger Sportfamilie. Es beschlich ihn ein eigenartiges Gefühl, beim Gedanken an die anstehenden Veränderungen im Verein.
Er widersprach dem falschen Bild in der Öffentlichkeit, das im Spitznamen „Krawallburg“ gipfelte. Blickt man auf das heutige Waldkraiburg, kommt man zu einem ganz anderen Bild.
Er bat die Anwesenden sich in der Öffentlichkeit in die Diskussionen einzubringen. Da fast 50% der Grundschulkinder nicht mehr schwimmen können und es in der Stadt 4.000 Schüler gibt, sollte die Investition in eine Schulschwimmhalle schon möglich sein.
Auch wenn Annemarie Deschler nun abtritt, wird der gute Geist zwischen Stadt und VfL bleiben. So dankte er Annemarie Deschler für die gute Zusammenarbeit, die immer gute Ergebnisse gebracht hat. Zählt man alles zusammen, hat die Stadt alljährlich gut 2 Millionen Euro für den Sport ausgegeben.
Damit dankte Siegfried Klika Annemarie Deschler und dem gesamten Vorstand. (O-Ton)
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Nachdem sie der Verstorbenen gedacht hatten, ehrte Annemarie Deschler zahlreiche Mitglieder für 20 jährige Mitgliedschaft und für 30 Jahre mit Urkunden und Anstecknadeln.
Zu den 30-jährigen zählte auch CSU-Fraktionsvorsitzender Anton Sterr.
Mit der goldene Ehrennadel für 40 Jahre Mitgliedschaft ehrten Annemarie Deschler und Wolfgang Anders unter anderen Wolfgang Anders‘ Sohn Arnd, den ehemaligen Vorstandvorsitzenden der Sparkasse Herbert Langstein und den Gründer der Tennisabteilung des VfL Leon Markowitz.
Die „goldene Ehrennadel mit Kranz und Zahl“ für 50-jährige Mitgliedschaft erhielt Rudolf Göllinger, der aber nicht gekommen war.
Mit Anstecknadeln in Bronze für hervorragende Leistungen ehrten Annemarie Deschler und Wolfgang Anders Andreas Miecke und Lorenz Witt.
Die Leistungsnadeln in Silber gingen an Veronika Klimek und Reinhold Paul.
Die Verdienstplakette für 10 Jahre Ehrenamt erhielt Luis Schnabl, der seit 2001 stellvertretender Spartenleiter Tennis ist.
Die Verdienstplakette für 20 Jahre Ehrenamt erhielt Achim Ljapochi, der seit 33 Jahren Übungsleiter und seit 23 Jahren Spartenleiter Karate ist.
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Nun gab Annemarie Deschler den Bericht des Vorstandes, der natürlich diesmal etwas länger dauern würde.
Sie blickte auf viele Ereignisse zurück, wie die Gründung der Kindersportschule Kiss, die inzwischen 100 Vorschul- und 70 Schulkinder beschäftigt. Für ihre finanzielle Hilfe dabei dankte sie zahlreichen Sponsoren, besonders Ehrenvorstand Fritz Schmidt.
Auf die Aktivitäten der einzelnen Sparten wollte sie nicht näher eingehen, da diese - in einem Geheft zusammengefaßt - auf den Tischen ausgelegen hatten.
Besonders erwähnen wollte sie aber die Eisstock-Weltmeisterschaft, die die Industriestadt weltweit bekannt gemacht hat. Zu diesem Erfolg gratulierte sie Organisator Ulli Maier.
Ein weiteres Highlight war das Fußball-Länderspiel zwischen den U17-Mannschaften Deutschlands und Österreichs, das nicht nur hochklassigen Sport sondern auch die DFB-Bosse in die Industriestadt gebracht hat. Für die Hilfe bei der Organisation dieses Spiels galt ihr besonderer Dank Stadtwerke-Chef Norbert Weigl und den Organisatoren der Fußballmannschaft, die auch sonst herausragende Leistung abliefern.
Annemarie Deschlers Dank galt allen Abteilungsleitern und allen Helfern, die nicht müde wurden, die zahlreichen Erfolge möglich zu machen.
Sie unterstützte Bürgermeister Siegfried Klika in seiner Forderung nach einem Schulschwimmbecken. Zusammen mit dem Schulamt und den Schulleitungen haben sie eine Initiative gestartet, zusammen mit zwei großzügigen schwimmbegeisterten Sponsoren schon im Herbst 2014 ein Schulschwimmbad zur Verfügung zu haben.
Unverständlich war ihr die Kritik mancher in der Stadt, die den Bau so einer Schwimmhalle als Wahlgeschenk sahen. Es geht hier nicht um Wahlgeschenke sondern um eine Pflichtaufgabe für die Gesellschaft in der Stadt.
Das umfangreiche Angebot des VfL konnte nur erbracht werden, weil 150 Übungsleiter und Trainer mehr als 10.000 Übungsstunden ehrenamtlich leisteten - die Zeit, die mehr als 200 Funktionsträger und Helfer aufbrachten um den Sportbetrieb und das harmonische Miteinander möglich zu machen, noch gar nicht mitgerechnet. Besonders die Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle trugen dazu maßgeblich bei.
Mit Blick auf die Finanzen konnte Annemarie Deschler feststellen, daß der Verein auf sehr soliden Beinen steht. Darauf dürfen sie alle sehr stolz sein!
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Nun dankte Annemarie Deschler ihren Begleitern während der 22 Jahre ihrer Vorstandschaft: Altbürgermeister Jochen Fischer, dem ehemaligen Vorstand Fritz Schmidt und Georg Fuchs, dem ehemaligen Geschäftsführer des VfL. Ihr Dank galt auch den Verantwortlichen in den Schulen und beim Schulamt sowie den Kindergärten, besonders Charlotte Konrad und natürlich Sportreferent Dietmar Heller und Bürgermeister Siegfried Klika, der sie ohnehin immer unterstützt hat. Und natürlich Stadtwerke-Chef Norbert Weigl ohne den gar nichts funktionieren würde.
Ihr größter Dank galt aber allen Sportlern, Übungsleitern, Trainern und Helfern, die den VfL zu dem gemacht haben, was er ist. Sie bat, auch der neuen Vorstandschaft das selbe Vertrauen entgegen zu bringen wie ihr.
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Die Mitglieder dankten Annemarie Deschler stehend.
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Bevor Kassier Michael Assmann den Kassenbericht vortrug überreichte Speerwurf-Weltmeister Reinhold Paul Annemarie Deschler eine seiner Goldmedaillen als Erinnerung und zum Dank für ihren jahrelangen Einsatz. Sie war sprachlos!
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Einnahmen von 727.210 Euro aus drei Bereichen konnte Kassier Michael Assmann berichten, und Ausgaben in Höhe von 661.286 Euro. Damit ergab sich ein Überschuß von 66.000 Euro mit dem der Darlehensbbestand auf 15.000 Euro reduziert wurde. Geht es so weiter, werden zum Jahresende noch 5.000 Euro offen sein. Der VfL wird also langsam schuldenfrei.
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Kassenprüfer Axel Pöschmann bescheinigte Michael Assmann korrekte Kassenführung und schlug – nachdem keine Aussprache zu den Berichten gewünscht wurde - der Versammlung die Entlastung der Vorstandschaft vor.
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Die Anwesenden entlasteten die Vorstandschaft einstimmig.
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Dietmar Heller übernahm die Leitung der Vorstandsneuwahl. Das fiel ihm nach 14 Jahren Vorstandschaft von Annemarie Deschler nicht leicht. So würdigte auch er zunächst die viele Arbeit, die sie in insgesamt 22 Jahren für den Verein erbracht hatte. Anfangs gab es ja Diskussionen, ob sie dieser großen Aufgabe gewachsen wäre... Diese Fragen waren aber allesamt unberechtigt, wie die Geschichte seither gezeigt hat... Und dafür dankte ihr Dietmar Heller auch als Sportreferent der Stadt Waldkraiburg.
Er sicherte auch dem neuen Vorstand seine und der Stadt uneingeschränkte Unterstützung zu.
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Als neuen ersten Vorsitzenden schlug die bisherige Vorstandschaft Kai Röpke vor. Der stellte sich kurz vor: Der verheiratete 42-jährige Diplom-Wirtschaftsingenieur hat zwei Söhne und nach reiflicher Überlegung zugesagt, für den Vorsitz zu kandidieren. Auch wenn er kein Eigengewächs des VfL ist, möchte er sich gern für den Verein und damit in die Gesellschaft einbringen.
Da es keinen weiteren Vorschlag gab, stimmten die Anwesenden einstimmig zu.
Er nahm die Wahl an und Annemarie Deschler gratulierte herzlich.
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Als Stellvertreterin war Lydia Partsch vorgeschlagen: Sie ist 38, verheiratet, Mutter zweier Töchter, Lehrerin und Konrektorin an der Grunschule an der Graslitzer Straße. Sie ist es gewohnt, Verantwortung zu übernehmen und sah sich als Pädagogin als gute Ergänzung zum Wirtschaftler Kai Röpke im Vorstand des Vereins.
Da es keinen anderen Vorschlag gab, stimmten die Mitglieder dem Vorschlag einstimmig zu.
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Zum weiteren stellvertretenden Vorsitzenden gewählt wurde der 41-jährige Diplom-Bauingenieur Thomas Hirn. Die Wahlberechtigten bestätigten Michael Assmann in seinem Amt als Schatzmeister.
Zum Jugendleiter wählten die Jugendlichen schon im März Michael Mittermaier.
Diese 12 Personen wurden zu Beisitzern gewählt.
Wieder zu Kassenprüfern gewählt wurden Klaus Hilbig und Axel Pöschmann.
Gemäß Statut gehören diese Personen zum Vereinsbeirat. Hier wird es im März Änderungen geben, weil sowohl Bürgermeister Klika als auch er selbst nicht mehr zum Stadtrat kandidieren.
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Kai Röpke dankte im Namen der neuen Vorstandschaft für das Vertrauen. Schon in den zurückliegenden Wochen hatten sie Gelegenheit, in die neue Tätigkeit hineinzuschnuppern. Dabei stellte er fest, wieviel Arbeit der Vorstand zu leisten hat.
Als Team wollen sie versuchen, immer ein offenes Ohr für die Anliegen des Vereins und der Mitglieder haben.
Er freute sich auf gute Zusammenarbeit im Verein und mit der Stadt und hoffte, daß sie den Verein so erfolgreich in die Zukunft führen können, wie das Annemarie Deschler und Wolfgang Anders getan haben.
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Annemarie Deschler wollte nicht die „alte Vorstandschaft“ verabschieden sondern die „vorige“.
Erst dankte sie Günther Bittner für 10 Jahre im Ehrenamt. Besonders beim Umbau der Tennisabteilung waren er und Inge Schnabl eine große Stütze. Auch finanziell half er immer wieder mit. Dafür überreichte sie ihm die Plakette und einen Geschenkkorb.
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Wolfgang Anders war schon 1967 Gründungsmitglied der Sparte Handball. Nach über 500 Spielen und einer Zeit als Schiedsrichter und Trainer war er seit 1985 stellvertretender und ab 1987 Vorsitzender der Spart Handball. Das tat er mit außerordentlichem Engagement bis 2010. Er ist damit der längst-aktive Vorstand im VfL und so weit über die Stadt hinaus bekannt.
Seit 2005 ist er Mitglied im Vorstand und hat nie Ausreden gehabt, wenn er gebraucht wurde. Besondere Verdienste hat er sich bei der Abwehr der Hallengebühren erworben. Er ist ein Mann der Taten, der klaren Worte und der Visionen und hat so erheblichen Anteil daran, daß der VfL zum Aushängeschild der Stadt wurde. (O-Ton)
Der Applaus wollte fast kein Ende nehmen.
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Wolfgang Anders selbst dankte den Mitgliedern und besonders Annemarie Deschler für die gute Zusammenarbeit. Mit stockender Stimme stellte er fest, man möchte nicht glauben, wie schnell fünf Jahrzehnte vergehen können!
Er dankte dem neuen Vorstand, dessen Wahl einen Generationswechsel darstellt und wünschte ihnen alles Gute und eine glückliche Hand bei der Führung des „großen Schiffs VfL“.
Annemarie Deschler war aus Schwaben gekommen und zeigte schnell politisches, kulturelles und sportliches Interesse. Sie stellte ihr Leben in den Dienst des Nächsten und übernahm zahlreiche Aufgaben – etwa die der Sozialreferntin im Stadtrat.
Sicher war es nicht leicht, das Amt des Vorstandes von Fritz und Peter Schmidt zu übernehmen. Im April 1999 wurde sie die erste weibliche Vorsitzende des Vereins, der heute über 4.500 Mitglieder zählt. Sie bewies Engagement, Ideenreichtung und Durchsetzungsvermögen und hat das Vertrauen jederzeit gerechtfertigt. Dafür dankte ihr Wolfgang Anders im Namen aller Mitglieder.
Zwei kleine Fußballer überreichten ihr dann einen Geschenkgutschein und alle Spartenleiter gratulierten mit einem Geschenkkorb.
Der Applaus wollte nicht enden!
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Auch Kai Röpke dankte Annemarie Deschler und überreichte ihr eine Urkunde: Die Auszeichnung als Ehrenvorsitzende. So konnte sie wieder auf dem Podium Platz nehmen.
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Kai Röpke dankte den Mitgliedern für die zügige Durchführung der Versammlung und entließ die Mitglieder in den gemütlichen Rest des Abends, aber nicht, ohne den Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle mit einem Strauß Blumen zu danken.
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Wir möchten uns dem Dank an Annemarie Deschler und Wolfgang Anders anschließen, mit denen wir immer gut zusammengearbeitet haben, gratulieren dem neuen Vorstand zur Wahl und wünschen ihnen und dem ganzen Verein eine erfolgreiche Zukunft.
113 "Die Fülle des Lebens" - Vernissage zur Ausstellung mit Werken von Irmi Seidl 9:10
Zu einer ganz anderen Vernissage begrüßte Landrat Georg Huber die zahlreichen Gäste im Foyer des Landratsamtes. Die Künstlerin betreibt einerseits ihre Kunst anders als viele andere Künstler und sie beabsichtigt mit ihren Werken auch etwas anderes zu erreichen. Trotzdem hoffte er, daß ihre Bilder viele Käufer finden, weil sie die Hälfte des Ertrages nämlich dem Anna-Hospizverein abgibt.
Deshalb freute er sich, daß Anna-Hospiz-Vereins-Vorsitzender Dr. Hans Dworzak mit seinen Musikerkollegen die Ausstellungseröffnung musikalisch umrahmte.
Landrat Georg Huber würdigte die Arbeit des Anna-Hospiz-Vereins, die viele Mitbürger noch nicht gebührend anerkennen. Während die Hebamme der werdenden Mutter hilft, neues Leben in die Welt zu bringen, hilft der Anna-Hospiz-Verein den Angehörigen, Leben von der Welt zu verabschieden. Dazu ist viel innere Kraft und Motivation nötig.
Wer Dr. Dworzak erlebt, wird erkennen, daß allen geholfen ist, wenn es mit einem Familienmitglied zu Ende geht.
Tatsächlich erfüllt der Anna-Hospiz-Verein eine wichtige Aufgabe im familienfreundlichen Landkreis und besonders vor dem Hintergrund des demographischen Wandels, in dem die Zahl Älterer in der Gesellschaft immer mehr zunimmt.
Niemand könnte den Dienst in Senioren- oder Pflegeheimen bezahlen, den der Anna-Hospiz-Verein für die Gesellschaft leistet.
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Nach einem weiteren Musikstück freute sich Kunstvereinsvorstand Gernot Sorgner so viele Besucher begrüßen zu können.
Diese Bilder sollte man bei den Klängen der Musik in einer Kirche betrachten. So wie Jahrhunderten die Kirchenbesucher, die häufig weder lesen noch schreiben konnten, in sich gesunken bei den Klängen der Musik die Bilder betrachtet haben.
So kommt es auch bei dieser Ausstellung darauf an, in sich versunken die Werke von Irmi Seidl auf sich wirken zu lassen.
Irmi Seidl lebt seit 1969 in Waldkraiburg, war Lehrerin und Konrektorin. Wer mit Kindern arbeitet hat ein ganz anderes Empfinden, weil die Wahrheit der Kunst ja bekanntermaßen bei den Kindern liegt.
Es ist eine wunderbare Idee, mit der Kunst den Hospiz-Verein zu unterstützen.
Irmi Seidl ist schon früh künstlerisch aktiv geworden und hat ihre Kunst seither ständig weiter entwickelt. Wie viele hat sie mit Aquarellen begonnen, mit der schwierigsten Technik die doch einen Weg ins künstlerische Schaffen ebnet. Danach hat sie begonnen, mit verschiedensten Techniken ihr Innerstes sichtbar zu machen. Dabei war sie immer der Natur verbunden, was etwa die Steine in ihren Werken ausdrücken.
Manche Bilder erinnerten Gernot Sorgner an Werke von Van Gogh, andere die Gesichter von Jawlenski und wieder andere an religiöse oder gar sakrale Werke, die ja nicht immer viel darstellen mußten.
Neben zahlreichen Ausstellungen hat sie sakrale Wohnräume ausgestattet und mit ihren Bildern Zufriedenheit in diese Räume gebracht. Das zeigt auch der Titel der Ausstellung: „Die Fülle des Lebens“. Darunter kann man verstehen, daß das Leben voller Eindrücke und Erfahrungen ist. Ihre Eindrücke und Erfahrungen ihres erfüllten Lebens hat Irmi Siedl in ihre Werke gelegt.
Ihre Werke zeigen aber auch das Licht, das uns in der anderen Welt erwartet. Dieses Licht drückt sie durch starke kräftige Farben aus, die sie noch dazu durch räumliche Tiefe in ihren Bildern unterstreicht. Sie malt dazu auch auf verschiedenen Materialen, die die Wirkung der Farbe weiter verstärken. Sogar Holzschnitte hat sie dazu genutzt, tiefer zu gehen.
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Nach einem weiteren Musikstück dankte Dr. Hans Dworzak für die Unterstützung seiner kleinen Einheit, die sich eines Lebensbereiches annimmt, den die Menschen nicht so gern wahrnehmen. Wenn „Hospiz“ auch begleiten heißt, dann wollen sie nicht nur die begleiten, die gehen, sondern auch die, die danach bleiben.
Wenn Irmi Seidl mit einem erklecklichen Teil des Verkaufserlöses Unterstützung leistet, soll damit der Abschiedsraum am Waldfriedhof in Waldkraiburg ausgestattet werden. Der Raum soll damit herzlich wirken. Spenden dafür sind neben dem Erlös der Ausstellung auch weiter herzlich willkommen!
Abschließend wollte Dr. Hans Dworzak noch ein lustiges Stück spielen...
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Irmi Seidl dankte sehr für die anerkennenden Worte von Landrat Georg Huber und Dr. Hans Dworzak. Und weil sie ein Kästchen für Spenden aufgestellt hatte, konnte sie dem Anna-Hospiz-Verein schon gleich nach der Vernissage über 380 Euro übergeben.
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Die Ausstellung „Die Fülle des Lebens“ mit Werken von Irmi Seidl ist im zweiten Obergeschoß des Landratsamtes noch bis 26. Juni während der üblichen Öffnungszeiten des Amtes zu sehen.
114 Ministerpräsident Horst Seehofer zu Gast in Altötting 18:40 22
Nach einer Rundreise durch den Landkreis Altötting mit Besuch des Wacker-Werks in Burghausen und einer Schreinerei kam Ministerpräsident Horst Seehofer ins Festzelt des Hell-Bräu nach Altötting. Die Wartezeit nutzte das „Team Seehofer“ der Jungen Union die Zeit um sich mit Staatsminister Dr. Marcel Huber, Bürgermeister Herbert Hofauer dem persönlichen Referenten Horst Seehofers Dr. Martin Huber und Bezirkstagskandidat Veit Hartsperger fotografieren zu lassen.
Als Ministerpräsident Horst Seehofer vorfuhr, nahmen die Schützen Aufstellung. Sie hießen ihn mit einem dreifachen Ehrensalut willkommen.
Zum Bayerischen Defiliermarsch gings rein ins Zelt. Dort mußte er erst viele Hände schütteln.
Da drauf erst einmal einen Schluck aus dem Maßkrug.
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Ingrid Heckner freute sich, daß Horst Seehofer sein Versprechen aus dem Vorjahr eingehalten hat und wieder nach Altötting ins Bierzelt gekommen ist, wo halt in Bayern die wichtigen Dinge bei einer guten Maß diskutiert werden...
Dann hatte sie eine wirklich lange Liste Ehrengäste zu begrüßen. Allen voran Staatsminister Dr. Marcel Huber, Bundestagsabgeordneten Stephan Mayer, Bezirksrat Frank Springer, Bürgermeister Herbert Hofauer und Landrat Erwin Schneider und viele andere.
Auf seiner Rundreise durch den Landkreis hatte Ministerpräsident Seehofer die Schönheit und die Aktivitäten im Landkreis bewundern können. Sie hatte bemerkt, daß ihm das sehr gefallen hat. Die Grundlagen für den Erfolg der Wirtschaft im Landkreis hat auch die Politik gelegt.
Dazu gehört aber auch eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur wie die A94 und der zweigleisige Ausbau der Bahnstrecke. Wie wichtig die für den Landkreis sind, hatte er selbst erleben können.
Sie dankte Horst Seehofer herzlich für das Machtwort, das nun zu Hochschuleinrichtungen in Altötting und in Mühldorf führen wird. Das paßt zu den Schulen, die es im Landkreis schon gibt.
Nachdem sie Landrat Erwin Schneider lobte, begrüßte Ingrid Heckner die zahlreichen Gäste und gab das Mikrophon frei für Bundestagsabgeordneten Stephan Mayer.
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Wenn er nun zum zweiten Mal in Altötting ist, begründet sein Besuch schon fast eine Tradition, wandte sich Stephan Mayer an Horst Seehofer.
Nach seinen zahlreichen Besuchen in den beiden Landkreisen hatte er sich Anfang des Jahres verwundert geäußert, wie die Leute es hier so viele Jahre ertragen haben mit so einer schrecklichen Verkehrsinfrastruktur leben zu müssen. Da konnte ihm Stephan Mayer nur beipflichten!
Trotzdem erzielt die CSU in beiden Landkreisen weit überdurchschnittliche Ergebnisse! Das ist aber nicht Gott-gegeben – nicht einmal in Altötting! Die guten Ergebnisse sind ein Vertrauensvorschuß dafür, daß beide großen Verkehrsprojekte schnellstmöglich vorangetrieben werden. Das geht aber nur, wenn der chronisch unterfinanzierte Verkehrshaushalt aufgestockt wird. Dazu muß sich die CSU sogar gegen die CDU und Bundeskanzlerin Merkel durchsetzen!
Stephan Mayer kündigte seine Unterstützung bei der Einführung einer PKW-Maut an. Es kann ja nicht sein, daß wir überall bezahlen müssen, Ausländer in Deutschland aber nicht. Das muß im nächsten Koalitionsvertrag drin stehen!
Weil das soziale Zusammenleben im Landkreis gut funktioniert, dankte Stephan Mayer für die Einführung eines Gedenktages für die Vertreibung, die Horst Seehofer zuletzt durchgesetzt hatte. Das ist den zahlreichen Bürgern mit Vertriebenen-Hintergrund besonders wichtig.
Der zahlreiche Besuch zeigt, daß die Bürger keinesfalls politik-verdrossen sind und daß es ihnen keinesfalls egal ist, wer in München und in Berlin regiert.
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Die Zuhörer empfingen Horst Seehofer mit viel Applaus, so daß es eine Zeit dauerte, bis er sprechen konnte.
Auf seine bekannt amüsante Art brach er gleich das Eis, indem er die Prominenz ganz vorne und die Intelligenz im Rest des Zeltes begrüßte....
Er hat ja sein Wort gehalten, das er vor Jahresfrist gegeben hatte, und ist wieder gekommen. Dafür hatte er sogar den Empfang der Uefa in London geschwänzt und ist lieber nach Altötting gekommen.
Dann freute er sich über die Anwesenheit von Dr. Marcel Huber, der ja nach ihm im kommenden Jahr, also übernächstes Jahr hier sprechen könnte. Dann könnten die Leute entscheiden, wen sie auf Dauer hier sehen möchten..... (weißt, was er damit gemeint hat????)
Dr. Marcel Huber ist Leistungsträger des bayerischen Kabinetts auf den alle stolz sein können!
Sein Besuch im Landkreis war eine sehr wertvolle Erfahrung. Da wollte er den Zuhörern sagen: (O-Ton Ich hoffe, ihr wißt, daß ihr in einer Vorstufe zum Paradies lebt!)
Zu ihrem exzellenten Landrat Erwin Schneider, der ja – wie alle Landräte - ein wahrer Fürst unserer Zeit ist, konnte Horst Seehofer nur gratulieren! Über ihm gibt es eigentlich nur noch den weiß-blauen Himmel.
Auch zur tapferen frechen Landtagsabgeordneten gratulierte er den Zuhörern. Sie ist: (O-Ton die teuerste Abgeordnete des bayerischen Landtags.....) Ingrid Heckner ist eine, die nicht mit dem Strom schwimmt, sondern selbst Strömung erzeugt. Dafür dankte ihr Ministerpräsident Horst Seehofer.
Und dann ist da noch Stephan Mayer: (O-Ton das ist der einzige Abgeordnete in ganz Deutschland, der mit mir auf einer Augenhöhe reden kann! )
Der hat sicher noch einen weiten Weg vor sich. Tatsächlich hat kein Ministerpräsident in Deutschland so viele lebende Vorgänger wie er selbst und auch keiner so viele potentielle Nachfolger wie er! (O-Ton Aber noch bin ich da! – Applaus!)
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Nun kam Ministerpräsident Horst Seehofer zur Verkehrsinfrastruktur: In Bayern besteht generell riesiger Nachholbedarf bei Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen. Dazu gehören auch die A94 und die Bahnstrecke ABS 38. Bayern kann nicht modern und zukunftsfähig bleiben, wenn nicht alle Region gleiche Lebenschancen bieten. Dazu gehören Arbeitsplätze und eine zeitgemäße Verkehrsinfrastruktur.
Mit der aktuellen Infrastruktur wollte Horst Seehofer nicht weitermachen! Man kann den Leuten nicht Monat für Monat sagen, daß man die Neubauten braucht, sie aber erst in 20 oder 30 Jahren finanzieren kann. Weil allein in Bayern dringend 30 Milliarden Euro in Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen investiert werden müssen, ist eine neue Art der Finanzierung nötig. Da ist es höchste Zeit, eine Benutzungsgebühr für ausländische Verkehrsteilnehmer einzuführen und den Ertrag ausschließlich für den Ausbau und die Sanierung der Verkehrswege zu verwenden. (Applaus)
Die Einführung der Autobahnmaut wird nach der Wahl auf den Tisch kommen. (O-Ton Ich werde keinen Koalitionsvertrag unterschreiben....)
Den ganzen Tag über hatte er nämlich selbst erleben müssen, wie es ist, hinter drei Lastwagen, Traktoren und Wohnmobilen nachzutuckeln. Da hilft auch das Blau-Licht nicht!!! Man ist einfach gefangen!
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Bayern als stärkstes Land in ganz Europa – quasi als Championsleage-Sieger - wird weltweit als Vorbild gesehen. Das sollten die Leute schätzen, die hier leben. (Applaus 56:00:00)
Sogar der französische Regierungschef fragte kürzlich, wie Bayern das geschafft hat.
Bayern bräuchte nicht unbedingt Berlin, wir könnten’s auch alleine!
Bayern bräuchte auch Brüssel nicht. Nicht weniger Europa sondern ein besseres Europa wäre nötig. Brüssel sollte sich um die großen Fragen kümmern und Bayern entscheiden lassen, was Bayern besser kann. Brüssel geht es nichts an, wie die Trinkwasserversorgung im Landkreis Altötting organisiert ist!
Europa ist ein Werk von Frieden und Werten aber keine Bürokratiezentrale. Deshalb wird Bayern immer dafür eintreten, daß Bayern Bayern bleibt. (O-Ton Bayern muß Bayern bleiben – da lassen wir uns nicht pausenlos dazwischenreden.... Bayern können es besser)
Ein weiterer Grund auf Bayern stolz zu sein ist die niedrige Arbeitslosenquote. (O-Ton )
Neben der Großindustrie zählt vor allem der starke Mittelstand und die Landwirtschaft zur sehr breiten wirtschaftlichen Basis Bayerns. In Bayern ist ein Unternehmer nicht Feindbild sondern Vorbild. Sie sind notwendig um den Wohlstand des ganzen Landes zu erwirtschaften.
Neben dem guten Management in den Betrieben sind auch die gut ausgebildeten Mitarbeiter und die gegenseitige Wertschätzung wesentlich für den Erfolg des ganzen Landes. Deshalb tritt er dafür ein, daß Mitarbeiter einen Lohn erhalten, von dem sie ihren Lebensunterhalt bestreiten können.
Wichtig ist auch solide Finanzwirtschaft: Die bayerische Landesbank zahlt als einzige Bank ihre Hilfen zurück, die sie in der Krise 2008 brauchte. Inzwischen 1,5 Milliarden Euro. Die Landesbank belastet so nicht die Steuerzahler. Ein großer Erfolg.
Horst Seehofer lehnte die Neuverschuldung des Staatshaushaltes auf Kosten nachfolgender Generationen kategorisch ab. So etwas ist unmoralisch! Nur finanziell solide Staaten sind auch wirtschaftlich stark. Trotz Schuldentilgung war es deshalb möglich enorme Investitionen in Familien, Kinderbetreuungseinrichtungen, Bildung und Forschung zu tätigen.
Trotzdem zahlt Bayern noch immer mehr als die Hälfte des Länderfinanzausgleichs. Dagegen klagt Bayern jetzt. Mit einer Milliarde weniger Zahlung, könnte man in Bayern viel anstellen!
Wenn Deutschland zuletzt die höchsten Steuereinnahmen aller Zeiten verbuchen konnte, darf es eine Diskussion um Steuererhöhungen gar nicht geben! Steuererhöhungen in dieser Situation vernichten Wohlstand und Arbeitsplätze!
Der dritte Grund, warum Bayern besser ist, ist das Bildungssystem. Nach zahlreichen Reformen muß da jetzt endlich Ruhe einkehren, so daß die Schulen wieder richtig arbeiten können.
Wie gut das bayerische Bildungssystem ist, haben 17 erste Plätze in 17 unabhängigen Vergleichstests in Deutschland und Europa bewiesen. Bayern können also lesen, rechnen und schreiben und das sogar hochdeutsch! Dafür dankte Horst Seehofer allen Lehrkräften.
Auch wenn akademische Bildung wichtig ist, kann die Gesellschaft nur blühen, wenn die berufliche Bildung gleichberechtigt behandelt wird.
Allerdings sollten Eltern für ihre Kinder die Schule wählen, die ihren Fähigkeiten entspricht und nicht denken, das Leben beginnt erst mit dem Doktortitel.
Um dem individuellen Lerntempo der Kinder am Gymnasium entgegenzukommen und denen zu helfen, denen es am G8 zu schnell geht, hat die Staatsregierung nun die Möglichkeit geschaffen, Intensivunterricht zu belegen um wieder Schritt zu fassen.
Daß Bayern das sicherste Land in Deutschland ist, sollte inzwischen bekannt sein. Das zu erreichen, wurden seit Beginn der Legislaturperiode 1.200 Polizeibeamte eingestellt. Die bayerische Polizei ist ausgesprochen hilfsbereit und kompetent. Darauf ist Bayern stolz.
Da Bischof Schraml zuletzt meinte, die Vorstufe zum Paradies wäre nicht der Landkreis Altötting sondern das Fegefeuer, erkundigte er sich an viele Stellen. Da diese Diskussion weithin bekannt wurde, haben ihm zahlreiche Bürger geschrieben, daß man auch ohne Fegefeuer in den Himmel kommen kann!
Bayern ist einzigartig! Das zeigen auch die vielen, die mit dem Umzugswagen freiwillig zu uns gekommen sind. Wir sind nicht nur traditionsbewußt sondern auch weltoffen. Wer zu uns kommt, muß seinen Lebensunterhalt verdienen, sich an Recht und Ordnung halten und die deutsche Sprache lernen. Und wenn dann in Nürnberg mehr Menschen mit Migrationshintergrund friedlich zusammenleben als in Berlin zeigt das, daß in Bayern die Integration funktioniert. Weil wir miteinander leben und unsere Identität nicht verschweigen.
(O-Ton Bayern ist ein christlich geprägtes Land....und muß es auch bleiben!)
Leider sagt niemand von den zahlreichen Zuwanderern, daß sie wegen ihm, wegen Horst Seehofer nach Bayern kommen.
Bayern hat zudem die mit Abstand längste Geschichte. (O-Ton Wir sind kein so „Bindestrich-Land“!) Bayern ist einmalig! Und wenn man zum Missionieren die Grenzen überschreitet, darf man nie vergessen, den Gesprächspartnern zu sagen: (Ihren Lebensunterhalt zahle ich im Länderfinanzausgleich mit! Riesen Applaus)
Wenn Bayern auf seine 1.500-jährige Geschichte schaut – übrigens gabs Preussen vorher nicht und jetzt auch schon lang nicht mehr! – dann stellt man fest, die Bayern haben es immer geschafft, auf der Seite des Siegers zu stehen. (O-ton Und wenn es nicht gelungen ist, haben sie anschließend die Seite gewechselt. Das muß man können!!!!)
Wenn ein ehemals sehr umstrittener Politiker in Ruhestand geht – wie etwa Edmund Stoiber, dann widmen ihm die Zeitungen nach einiger Zeit ganze Seiten mit Huldigungen, die ihn vorher in der Luft zerrissen haben. Wenn er dagegen seine Meinung ändert, macht man ihm das zum Vorwurf!
In der Geschichte Bayerns haben die Wittelsbacher häufig bewiesen, wie sie auf der Seite der wechselseitigen Sieger Bayern vorwärts gebracht haben. Historiker nennen diese Wendemanöfer: (O-Ton historischer Weitblick! – Applaus - - - Muß man denn erst sterben???? Noch mehr Applaus! - - Ende! - - - - Gott mit Dir – Du Land der Bayern!)
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Nach lang anhaltendem Applaus übernahm Bezirkstags-Listenkandidat Dr. Martin Huber das Mikrophon. Er dankte Ministerpräsident Seehofer für seinen Besuch im Landkreis. Das war sicher eine gute Entscheidung.
Man merkt, er liebt Bayern und den Landkreis Altötting. Deshalb war er heuer schon zum dritten Mal da. Und der Landkreis weiß auch, daß er seine Versprechen hält.
Bei den Wahlen im September geht es um Bayern. Und wenn Rot und Grün sagen, sie wollen ein anderes Bayern, eins ohne Ehegattensplitting, eins ohne Betreuungsgeld, eins mit Vermögenssteuer und höherer Erbschaftssteuer und eins mit muslimischen Feiertagen, dann wollen wir so ein Bayern nicht!
ER wollte kein Bayern, in dem die Familien verstaatlicht werden und die erhöhte Erbschaftssteuer einer Enteignung gleichkommt. Er wollte auch kein Bayern in dem Claudia Roth die Kruzifixe von den Wänden holt und in dem die Gipfelkreuze verschwinden.
Toleranz zu leben ist gut, trotzdem müssen wir den Mut haben, zu sagen, daß uns Traditionen und Brauchtum und unser Glaube wichtig sind.
Auch wenn Bayern spitze ist, kann es noch besser werden. Trotzdem muß Bayern Bayern bleiben! Und genau darum geht’s bei der Landtags und der Bundestagswahl im September. Es ist nämlich nicht egal, wer in Bayern regiert!
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Abschließend überreichten Altöttings CSU-Vorsitzende Angelika Schlederer und Ingrid Heckner ein geschmiedetes vergoldetes Herz als Andenken und baten Horst Seehofer, auch nächstes Jahr wieder zu kommen. Und der meinte: (O-Ton Jetzt machen wir ein Geschäft....)
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Zum Abschluß sangen die Gäste gemeinsam die Bayernhymne und die deutsche Nationalhymne.
115 Die Bayern Rundfahrt der Radprofis macht Station in Mühldorf 11:40
Ungewöhnliche Kälte und schwere, tief hängende Wolken empfingen die Radrennfahrer im Landkreis – nicht gerade optimale Bedingungen für ihren Sport.
Über die Kapellenstraße kamen die 139 Teilnehmer des größten Etappen-Radrennens für Profis in Deutschland nach Altmühldorf: erst eine Vierergruppe, dann das Feld.
Über die Münchner Straße gings Richtung Ecksberg und dann über die ehemalige B12 rein zum Katharinenplatz. Da hatte sich einer aus der Vierergruppe abgesetzt und die anderen drei hinter sich gelassen.
Während das Feld in die Innstraße einbog, waren die Führenden schon oben an der evangelischen Kirche Richtung Bahnhof unterwegs zur zweiten Runde.
Nur ein paar Minuten später kamen sie zum zweiten Mal über den Katharinenplatz.
Das Feld hatte die drei geschluckt, die vorhin noch vorausgefahren waren.
Zum zweiten Mal überquerten sie die Ziellinie wo sie zahlreiche Zuschauer lautstark anfeuerten.
Bürgermeister Günther Knoblauch und Staatsminister Dr. Marcel Huber beobachteten das Spektakel von sicherer Warte aus.
Im Bereich der Tierzuchthalle hatte die Stadt einen Informations- und Unterhaltungspark aufgebaut, der den Zuschauern die Wartezeit verkürzen half.
Auf der dritten Runde haben wir die Rennfahrer in der Abzweigung auf dem Stadtberg beobachetet, der ihnen nach über 190 Kilometern noch einmal alles abverlangte. Mit bemerkenswerter Kondition und Kampfgeist zeigten sie den wenigen Zuschauern nochmal, was sie zu leisten im Stande sind.
Den Führenden hatte das Feld inzwischen auch eingeholt. Durch einen Sturz kurz vor der Stadtgrenze war es stark auseinandergerissen worden.
So stürmten sie, eskortiert durch die Fahrzeuge der Polizei, die Zielgerade auf der Friedrich-Ebert-Straße entlang bis der Däne Alex Rasmussen die Arme hochreissen konnte.
Die Teams hatten ihre Fahrzeuge gegenüber der Tierzuchthalle aufgestellt und erwarteten dort ihre abgekämpften Fahrer.
Die zahlreichen Begleitfahrzeuge fanden sich nach und nach ein.
Im VIP-Zelt posierten Bürgermeister Günther Knoblauch und Tour-Chef Ewald Strohmaier gern mit den jungen Damen, die später den Siegern gratulieren sollten.
Draußen stürmte es kräftig und drinnen lagen die verschiedenfarbigen Trikots und Preise bereit, auch die kleinen Schäfchen, die alle Sieger erhalten, und die „Emma“ heißen.
Staatsminister Dr. Marcel Huber meinte, fürs schlechte Wetter ist weder Schirmherr Innenminister Joachim Herrmann verantwortlich noch er selbst. Das ist schon Sache der Opposition.
Er hatte riesen Respekt für die Organisatoren eines so großen Rennens und noch mehr für die Sportler, die ja nicht nur die Etappe hatten überstehen müssen sondern auch noch dieses miese Wetter und diese Kälte.
Auch wenn er selbst gern Rad fährt, ist das doch etwas ganz anderes als das, was sie hier gesehen hatten. Er selbst fährt mit seinem Mountain-Bike fast nur auf Feldwegen herum. Dazu bietet die Region beste Möglichkeiten, in der man fast aus allen Orten heraus mit dem Rad sofort losstarten kann. (O-Ton 13:29:01 Man kann ein ganzes Jahr Radl fahren und fährt keine einzige Strecke zwei Mal.)
Für VR-Bank-Vorstand Auer war es eine Selbstverständlichkeit, sich hier zu engagieren.
Bürgermeister Günther Knoblauch freute sich, daß es wenigstens jetzt nicht regnete....
Natürlich freute er sich darüber, daß die Bayern-Rundfahrt zum zweiten Mal in der Kreisstadt Station macht. Das ist auch wichtig, weil die Stadt nicht nur als Wirtschafts- und Verwaltungsstandort bekannt ist, sondern auch durch den Radl-Stern und damit als Freizeitstandort. Zusammen mit dem Linienstern der Südostbayernbahn kann man von hier aus Ausflüge in alle Richtungen unternehmen und Abends gemütlich mit der Bahn zurückfahren.
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Dann die Siegerehrung: Dritter der ersten Etappe mit 193,9 Kilometern wurde Juan Jose Lobato vom Team Euskatel-Euskadi. Ihm überreichte Bürgermeister Günther Knoblauch Sekt und Schäfchen „Emma“.
Zweiter wurde Ben Swift vom Team Sky Procycle. Auch er erhielt Schäfchen „Emma“, Sekt und Küßchen.
Gewonnen hat der Däne Alex Rasmussen vom Team G-R-S Garmin. Auch er erhielt Sekt und Schäfchen „Emma“ und zusätzlich die Küßchen der jungen Damen. Zu seiner Ehr die Nationalhymne Dänemarks.
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Staatsminister Dr. Marcel Huber ehrte den Sieger der Berg-Wertung: Christian Janorschke vom Team T-S-P Nutrixxion-Abus. Er erhielt das weiße Trikot des besten Sprinters und die Siegerküsse.
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Das blaue Trikot des besten Sprinters gewann Henning Bommel vom Team „Rad-Net-Rose“. Siegerküsschen und Blümchen auch für ihn.
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Das gelbe Trikot als erstem Gesamt-Führenden streiften die Vorstände der VR-Bank Alex Rasmussen über. Er erhielt nicht nur das gelbe Trikot sondern nochmal Siegerküßchen. Und zusätzlich einen großen Schluck Weißbier.
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Nachdem sie sich zu einem gemeinsamen Foto gestellt hatten, zogen sich die Teams und Betreuer in ihre Unterkünfte zurück, die sie von Aschau bis Altötting im weiten Umkreis verteilt hatten.
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Am Abend lud die Stadt die Betreuer zu einem Empfang in den Stadtsaal. Dort genossen sie erst ein gutes Abendessen. Dann dankte Bürgermeister Günther Knoblauch allen, die geholfen haben, die Rundfahrt zu organisieren und allen, die dazu beigetragen haben, die Strecke zu sperren und die Radfahrer sicher zu begleiten. Besonderer Dank galt den Sicherheitskräften der Polizei, die die gesamte Rundfahrt mitfahren und dabei auch den Unbillen des Wetters ausgesetzt sind.
Ob die Rundfahrt wieder einmal nach Mühldorf kommen kann, mußte er seinem Nachfolger überlassen und hoffte, daß sie sich gern an die beiden Aufenthalte in der Kreisstadt zurückerinnern. Damit ihnen das leichter fällt, hieß er die Gäste mit dem bekannten Video herzlich willkommen.
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Tags darauf hatte die Bayernrundfahrt den Stadtplatz schon früh am Morgen in Beschlag genommen. Begleitbusse und Teamfahrzeuge säumten die Fahrbahn genau so wie zahlreiche Zuschauer.
Der Himmel war auch jetzt von dicken Wolken verhangen – trotzdem hielten die Schleusen dicht.
Elsass-Bäcker Toni Jung, den die Liebe nach Schönberg verschlagen hat, freute sich über Christoph Kern vom Team Europcar, der aus seinem Heimatdorf stammt und hier mitfährt. Und weil er selbst Radrenn-Fan ist, hat er eine besondere Breze gebacken und mitgebracht.
Alle Fahrer kamen sich einzutragen und für die nächste Etappe zu melden. Viele von ihnen trugen sich im Vorbeigehen auch ins Goldene Buch der Stadt ein oder verewigten sich auf den T-Shirts der Kinder.
Da war dann Gelegenheit, diese besonderen Räder zu studieren, die so leicht und schnell sind, und so viel kosten, daß man dafür schon ein Motorrad kaufen könnte.....
Es dauerte eine ganze Weile bis sich alle eingeschrieben hatten.
Toni Jung ließ sich noch fotografieren. Was hat er denn gesagt? (O-Ton)
Dann kam endlich Christoph Kern – und wollt - oder konnte - seine besondere Breze nicht mitnehmen....
Schließlich dankte Bürgermeister Günther Knoblauch Tourorganisator Ewald Strohmaier mit dem berühmten Mühldorfer Regenschirm, den er hoffentlich nicht brauchen würde und der revanchierte sich mit einem Tourgeschenk.
Vier Minuten vor dem Start nahmen die ersten Fahrer Aufstellung und die Prominenz beobachtete die Szene vom VIP-Bereich aus. Zwei Fahrer mußten dem schlechten Wetter am Vortag Tribut zollen und meldeten nicht für die zweite Etappe. So starteten nur noch 137 Fahrer.
Die Begleitmotorräder machten sich fertig für die zweite Etappe, die wieder etwa 193 Kilometer lang war und über Sankt Engelmar nach Viechtach führte. Diese Strecke führte über vier Berge bis hinauf auf 900 Meter Seehöhe. Die Wettervorhersage kündigte ihnen dort oben verschneite Straßen an. Trotzdem sollten sie dort nach fünf Stunden Fahrt ankommen.
Noch 30 Sekunden vor dem Start kamen Fahrer angefahren.
Dann gings los: Entgegen der Einbahnstraße durchs Münchner Tor zum Katharinenplatz und dann wieder den Stadtberg hinauf.
Ein Fahrer nahm es nicht so genau und ließ sich gerade vor unserer Kamera so richtig Zeit.
Das wars in Mühldorf, die Bayern-Rundfahrt war wieder auf dem Weg. Allerdings war der Start auf dem Stadtplatz nicht der richtige Start:
Der eigentliche Start erfolgte auf der Brücke über die A94 auf dem Weg von Mühldorf nach Niederbergkirchen. Erst dort gings so richtig los.
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Nur 20 Minuten später kamen die 137 Fahrer durch das untere Tor auf den Stadtplatz nach Neumarkt-Sankt Veit hinein. Da gings mit 50 durch und so schnell durchs ober Tor wieder hinaus, daß die wenigen Zuschauer sie kaum gesehen haben.
Dann verließen sie den Landkreis Richtung Richtung Gangkofen.
Bleibt nachzutragen, daß die gesamte Bayern-Rundfahrt 2013 unter dem schlechten Wetter litt, und es bis zum Ziel in Nürnberg nicht aufhörte zu Regnen. Gewonnen hat die diesjährige Bayern-Rundfahrt Adriano Malori vom Team Lampre Meri und Sprint-Sieger wurde Grischa Janorschke vom Team Nutrixxion-Abus und Sieger der Bergwertung Stefan Denifl vom Team Iam Cycling.

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