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Josef J. Pöllmann
Stadt Waldkraiburg > Neumarkt St. Veit > Gemeinde Ampfing > Stadt Altötting > Mühldorf-TV ist durch die BLM lizenziertes Lokalfernsehen
Josef J. Pöllmann ist Mitglied im Deutschen Presse Verband
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Hier können Sie nachlesen, worüber wir in KW 08/2014 berichtet haben.
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Nr.
Thema LZ Archiv KW Ersch.
42 Der Landfrauentag: Schneller, mehr, größer macht nicht zufriedener. Es geht auch anders! 14:30 08 21.02.14
Nicht so sehr oft treffen sich die Bäuerinnen in so lockerer Atmosphäre wie beim Landfrauentag, der ganz anders abläuft wie der Kreisbauerntag. Im Gegensatz zu den Bauern beginnen die Landfrauen ihren Tag nach der Hofarbeit mit einem Gottesdienst und enden mit einem gemütlichen Nachmittag gerade rechtzeitig vor der abendlichen Stallarbeit.
Natürlich gabs nach dem Gottesdienst im Saal des Kreuzerwirt in Mettenheim erst einmal viel zu erzählen.
Kreisbäuerin Anni Senftl hatte Mühe, sich Aufmerksamkeit zu verschaffen, als sie neben den Bäuerinnen und Landfrauen auch Kreisobmann Ulrich Niederschweiberer, Bürgermeister Stefan Schalk, Oberstudiendirektor Maximilian Heimerl und Landwirtschaftsamtsdirektor Josef Kobler begrüßte. Später sollten Frauenunions-Kreisvorsitzende Ilse Preisinger-Sontag und Landrat Georg Huber dazukommen. Ebenfalls gekommen waren zahlreiche Vertreter von landwirtschaftsnahen Organisationen, vom Landratsamt und von Molkereinen und Banken.
Erst aber dankte sie Pfarrer Martin Ringhof, der den Landfrauen in seiner Predigt aus der Seele gesprochen hatte, als er mahnte, bei allem Trubel das Menschliche nicht zu vergessen. Genau zu diesem Zweck veranstalten sie den Landfrauentag.
Entschuldigen musste sie die Vertreter der Politik, die ihre Absage damit begründet hatten, dass sie Politik machen müssen! (Gelächter – O-Ton Hoffentlich machan’s a wos gscheids!)
Während der weiteren Veranstaltung ließen sie Spendenkörbe durch die Reihen gehen. Der Erlös sollte der Kinderkrebshilfe „Balu“ zu Gute kommen.
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„Miteinander auf dem Weg“ – unter diese Überschrift hatten die Landfrauen ihren Tag gestellt. Auch wenn sie seit Jahren miteinander auf dem Weg sind, zeigte das Hochwasser im vergangenen Jahr, was man darunter versteht: Damals haben sie alle mit viel Fleiß zusammengeholfen, vor dem Hochwasser zu schützen oder die Schäden zu überwinden. Ohne die Gemeinschaft wäre es nicht möglich gewesen, dass heute alle wieder normal leben und arbeiten können.
Mit einer Unterschriftenaktion haben sie ihre Solidarität gezeigt und Einfluß auf die Bildungspolitik und die Agrarpolitik genommen.
Sie haben Einfluß auf die Ausgestaltung des Greenings genommen oder auf die Höhe der Direktzahlungen, die nun kleinere und mittlere Betriebe besser stellt. Das alles zeigt, dass es Sinn macht, sich aktiv einzumischen – miteinander den Weg zu gehen.
Wie gut das Miteinander funktioniert, haben auch die Wahlen im Vorjahr gezeigt. Das Miteinander funktioniert auch im Ortsverband, im Bezirks- und im Landesverband des Bauernverbandes.
Sie freute sich über Bezirksbäuerin Christine Singer, die trotz einer Verletzung aus Garmisch-Partenkirchen gekommen war.
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Es wurde schnell still, als Bezirksbäuerin Christine Singer die Zuhörer begrüßte. Sie ist gern nach Mühldorf gekommen, weil sie die Sorgen aller teilen – und dazu beitragen will, für die Landwirtschaft zukunftsfähige Rahmenbedingungen zu schaffen.
Auch wenn sie alle miteinander auf dem Weg sind, wollte sie doch ihre Gedanken zu diesem Thema darlegen:
Sie hatte ursprünglich eine Ausbildung zur Bankkauffrau absolviert und dann in den Hof ihres Mannes im nördlichen Landkreis Garmisch-Partenkirchen eingeheiratet, stellte sich di 53-jährige Christine Singer vor. Mit ihren zwei erwachsenen Kindern und ihrem Mann bewirtschaftet sie ihren Milchviehbetrieb mit 40 Kühen. Seit ihrer Hochzeit vor 30 Jahren hat sie das Leben auf dem Hof lieben gelernt, fürchtet aber, dass die Landwirtschaft gerade dabei ist, das alles zu zerstören, was den Charme dieses Lebens ausmacht.
Es ist deshalb ihr Anliegen, der Betriebsblindheit entgegen zu wirken und die Landwirte und ihre Familien darauf aufmerksam zu machen, was sie zu verlieren haben. Und das gefällt nicht allen!
Wenn’s so läuft, wie’s seit Jahrhunderten läuft, dann entscheidet sich einer der Söhne, den elterlichen Hof zu übernehmen und weiterzuführen. Wenn der Hoferbe dann heiratet, kommt die junge Frau in eine existierende Umgebung. (O-Ton Bei uns is des a soo und des wead a weida so gmacht!)
Als Frau fügt man sich halt da so hinein – das war schon immer selbstverständlich! Der eigene Beruf verliert zunehmend an Bedeutung. Das alles nimmt man gern in Kauf, weil es schließlich das gemeinsame Interesse ist, den Betrieb erfolgreich zu führen.
Besonders wichtig ist dabei die Kommunikation. Sich zusammensetzen und miteinander über alles reden, und dabei auch die Kinder und die Eltern oder sogar die Großeltern einbeziehen. Wenn nicht jeder gehört und ernst genommen wird, steht das alles auf wackeligen Füßen!
Christine Singer war stolz darauf, dass bei ihnen das Zusammenleben mehrerer Generationen gelingt. (O-Ton In da Stadt erfindet man das Zusammenleben mehrerer Generationen neu – und wir haben’s und verstehen es nicht, es richtig zu leben!)
Sie selbst hätte vieles nicht machen können, wenn ihre Schwiegermutter sie nicht so sehr unterstützt hätte. Die gegenseitige Wertschätzung ist die Grundlage für das Funktionieren des Betriebes.
Dazu gehört auch, dass die Fähigkeiten des einheiratenden Partners wertgeschätzt werden, die ja durchaus von Nutzen für den Betrieb sein können. Vielleicht bringt es für den gemeinsamen Erfolg ja mehr, wenn die Frau weiter ihren geliebten Beruf ausübt, als 20 Jahre lang die ungeliebte Arbeit im Stall zu machen, nur um die Investition in den Melkroboter abzahlen zu helfen! Vielleicht ist es besser, den Betrieb etwas kleiner zu halten und dafür mehr vom Leben zu haben?
Aus diesen Erkenntnissen heraus bietet der Verband ein Seminar unter dem Titel „Ich heirate in eine Landwirtschaft ein“. Die Grundlage ist auf jeden Fall miteinander zu reden!
Wichtig ist auch, darauf zu achten, dass neben der Arbeit Zeit für die Familie bleibt. Im Gegensatz zu anderen Berufsgruppen arbeiten ja die Landwirte gern und würden am liebsten 26 Stunden am Tag arbeiten. Das versteht sowieso kein Außenstehender, von denen die meisten ja ihre Freizeit maximieren wollen!
Aber genau diese Lust an der Arbeit führt oft dazu, dass es irgendwann gar nicht mehr geht. Es gilt also zu lernen, mit der Kraft Haus zu halten.
Das alles sagte sie in vollem Bewußtsein der Tatsache, dass die Betriebe im Landkreis Mühldorf im Vergleich zu ihrer Heimat lauter Großbetriebe sind. Schließlich ist ihr Betrieb mit 40 Kühen dort schon ein Großbetrieb. Ihre kleinste Bäuerin hat gerade drei Kühe und ist trotzdem eine sehr stolze Bäuerin! Die hat nämlich auch noch was vom Leben, nicht wie die mit 50 oder mehr Kühen, die man vor lauter Arbeiten nie mehr zu Gesicht bekommt! (Applaus)
Bei ihnen dort denkt keiner ans Aufhören, auch wenn sie noch so kleine Höfe haben! Perspektiven gibt’s immer. Und wer keine sieht, der sollte seine Position überdenken! Vielleicht ist es ja wirklich schöner, wenn der Betrieb kleiner ist und noch Zeit zum Leben bleibt! Nur die Wurzeln, die Traditionen und die Leidenschaft dürfen nicht verloren gehen. Schließlich ist „Bauer sein“ nicht nur ein Beruf sondern eine Berufung – eine Kulturfunktion.
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Das sollte auch die Schule umsetzen, die ihre jungen Leute mit solchem Schwung entlässt, dass das gar nicht auszuhalten ist!! Natürlich ist es in Ordnung, die jungen Leute zu motivieren, trotzdem sollten sie erkennen, dass es mit zunehmendem Alter anders aussieht. Vielleicht sollte dort das Augenmerk nicht nur auf die Maximierung des „Ertrages pro Kuh“ gelegt werden sondern auch auf das soziale Miteinander auf dem Hof. (Applaus)
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„Miteinander im Betrieb“ war auch Thema einer Gesprächsrunde mit ihren Kolleginnen aus Tirol und Südtirol. Dort sind die Betriebe noch kleiner und der Druck zur Spezialisierung noch größer. Genau das aber hat dazu geführt, dass jeder seine Nische gefunden hat und alle gut funktionieren. Denen geht es allen gut. Unter mangelndem Selbstwertgefühl leidet dort niemand!
Auch die Franken mit ihren riesigen Betrieben haben erkannt, dass es nur darum geht, vom Einkommen gut leben zu können. Alles darüber macht nur Kopfzerbrechen bei der Übergabe und beim Finanzamt...
Es muss ja nicht jeder jeden Tag die Welt auf den Kopf stellen!
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Wenn alle erkennen, dass jeder von ihnen bestrebt ist, seinen Betrieb ordentlich zu und nachhaltig bewirtschaften, dann brauchen sie sich auch nicht gegenseitig zu beneiden. Es ist viel besser, sich gegenseitig zu unterstützen und zu helfen. Manchmal hat sie nämlich das Gefühl, dass genau hier Mangel herrscht. Wenn alle immer weiter wachsen wollen, werden aus Nachbarn plötzlich Konkurrenten die sich gegenseitig ausstechen sollen. (O-Ton Das ganze größer, schneller, höher, weiter – ob’s das bringt?)
Vielleicht ist es ja Aufgabe der Frauen, dagegen anzugehen? Ob es wirklich so schön ist, das Haus nicht mehr verlassen zu können um den Nachbarn nicht zu sehen?
Das hat Alois Glück treffend formuliert: (O-Ton Frei ist ein Mensch, der es schafft, seinem Leistungsstreben Grenzen zu setzen!)
Vielleicht sollte man seine Existenz nicht über die Größe definieren sondern über seine Position im Markt? Hat es wirklich Sinn, dass jeder Junglandwirt erst einmal einen Stall bauen will?
Das hat auch der Bauernverband erkannt, der 2014 unter das Thema gestellt hat: „Nebeneinander – miteinander – übereinander?“
Während die Bauern die besten Voraussetzungen haben, ihre Zukunft zu meistern, hatte Christine Singer doch den Eindruck, dass alle möglichen Gruppen nach ihrem Eigentum schielen! Sie alle müssen zusammenstehen um ihr Eigentum zu erhalten. Schließlich ist es heute Mode, dass Landwirte kritisiert werden. Da reden alle mit, ob sie Ahnung davon haben oder nicht. (Applaus)
Diese Angriffe abzuwenden müssen sich alle einbringen. Jeder muss selbst für seinen Beruf und seinen Betrieb reden und argumentieren. Verteidigen braucht sich wirklich niemand. Sie alle haben ihre Berufe erlernt und wissen, was sie können. Einem Arzt zweifelt ja auch niemand sein Fachwissen an!!!
Auch das Miteinander im Dorf gilt es zu stärken. Es kann nicht angehen, dass in den Grenzen des Dorfes keiner mehr investieren darf – und außerhalb auch nicht. Die Leute müssen doch erkennen, dass die Lebensmittel, die sie jeden Tag verzehren auch jemand herstellen muss!
Und dass Oberbayern so schön ist, jedes Haus gepflegt ist, das ist auch ein Verdienst der Bauern und der Bäuerinnen. Das muss man schließlich auch einmal sagen!
Sie sind schließlich das Herzstück in den Dörfern! Sie pflegen das christliche Brauchtum und halten den Sonntag, den die jungen so gern als Arbeitstag mißbrauchen.
Es muss ja nicht auch noch Josefi und Antoni gefeiert werden, aber der Sonntag muss eingehalten werden! (Gelächter)
Und da tut es schon weh, wenn man in Berlin keinen Pfarrer mehr findet, der weiß, wie man eine Erntekrone an den Bundespräsidenten überreichen kann....
Bei uns weiß man halt, Glück allein reicht im Stall nicht. Da gehört schon noch der Segen dazu!
Und wenn wir miteinander in der Gesellschaft leben wollen, dann müssen sich die Landwirte auch in der Politik einmischen. Nur wenn sie sich einsetzen, wird es gelingen, die Gentechnik von unserem Land fern zu halten. Wenn sie vorher in Bayern alle Initiativen loben und dann in Berlin dafür stimmen, dann ist das Entsetzen groß. Wer soll da noch den Worten Glauben schenken die eine lokale Regelung in Bayern verspricht, wenn die Tür schon offen steht???
Es muss ja wirklich nicht alles ausprobiert werden, was möglich ist, wenn’s ohnehin niemand will!
Dagegen einzustehen ist vielleicht nicht bequem – muss aber sein!
Es gibt aber auch sonst eine Menge Unsinn: Es kann doch nicht sein, dass Marmelade von heimische Früchten nicht mehr als heimisches Produkt bezeichnet werden darf, weil mehr als 50% Zucker drin ist, der sonst woher kommt? Oder ihre Milch, die sie weit zu einer Molkerei fahren müssen nicht mehr als Alpenmilch bezeichnet werden darf, nur weil sie nicht hier verarbeitet wurde? Was sich die Politik nur dabei denkt!? Auch wenn sie die EU wegen des Friedens schätzt, gehen solche Sachen doch wirklich gar nicht! Gegen solche Dinge muss jeder vorgehen. Aber nicht schimpfen sondern dagegen argumentieren bringt Erfolg.
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Abschließend forderte sie die Zuhörer auf, ihr Leben positiv zu sehen und sich nicht durch Dinge herunterziehen zu lassen, die sie stören. Sie sollten das Positive sehen, seinen Wert erkennen und gut miteinander umgehen. Dann geht’s allen gut und dann können sie alle ihren Weg in die Zukunft finden. Wenn jeder seine Talente einsetzt, sie sich gegenseitig stärken, der Jugend Vorbild sind, dann bleibt Oberbayern so schön wie es ist und die nachfolgenden Generationen können stolz auf uns sein! (O-Ton )
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Kreisbäuerin Anni Senftl dankte Christine Sänger für dieses flammende Plädoyer für die traditionelle Familie, die bäuerliche Landwirtschaft und die Verwurzelung im Christentum und für die Motivaiton, die sie ihnen dadurch mitgegeben hat. Sie hat ihnen Aufgaben mitgegeben und klar gemacht, dass sie sich einsetzen müssen um Änderungen in manchen Punkten durchzusetzen oder zu verhindern. Dazu wünschte sie ihr viel Kraft und Gesundheit. Sie dankt ihr mit einem Geschenkkorb weil ein Strauß in diesem Frühlingswinter nicht gepaßt hätte.
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Inzwischen war Landrat Georg Huber eingetroffen. Auch er mahnte die Landfrauen zur Zusammenarbeit. Nur dann kann den Zentralisierungstendenzen entgegengewirkt werden. Die Monopolen locken mit ihren Ausbildungsangeboten, ihrem Kulturangebot und ihrer Infrastruktur. Es darf nicht sein, dass Jugendliche zum Studieren nach München gehen und dann nicht mehr zurück kommen!
Dem entgegenzuwirken hat der Landkreis Maßnahmen ergriffen, in der Region Hochschulausbildung anzubieten und so die Jugendlichen in der Region zu halten.
Um die Landwirtschaft zu stärken hat er auch versucht, durch einen Ausgleichsflächenpool die Grundstückspreise moderat zu halten, die durch die Biogasanlagen beinahe explodiert sind.
Es muss schließlich möglich sein, Flächen als Ausgleichsflächen zu nutzen, die für die Landwirtschaft nicht sinnvoll nutzbar sind.
Geregelt werden muss auch das Baurecht, das sehr kompliziert geworden ist.
Nur wenn man alle Möglichkeiten nutzt können die Landwirte weiterhin ihre Betriebe sinnvoll bewirtschaften.
Da die Bäuerinnen großen Einfluß haben, sicherte er ihnen zu, alles Mögliche zu tun, bat aber auch, dass sie sich selbst einbringen und dazu beitragen, Bayern so schön zu erhalten, wie’s ist.
Damit wünschte er den Landfrauen einen schönen Landfrauentag.
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Schließlich konnte Anni Senftl die Spende in Höhe von 1.285 Euro an die Kinderkrebshilfe Balu übergeben.
Diese Summe stockte der Ortsverband Rechtmehring-Schneefeld um 700 Euro auf, die sie durch ihren Christkindlmarkt erwirtschaftet hatten.
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Die Landfrauen widmeten sich dann einem gemeinsamen Mittagessen und setzten fort mit der Vorstellung der bayerischen Wollkönigin Julia I., die ihnen die Vorzüge der Wolle und der Produkte aus der Schafhaltung näher brachte.
Den Landfrauentag schloss ein lustiger Sketch ab.
43 Für Demokratie und Toleranz: Gründung des Vereins "Mühldorf ist bunt" 8:35
Als vor zwei Jahren die rechte Gruppierung „Freies Netz Süd“ in Mühldorf erstmals einen Demonstrationszug abhalten wollte, fanden sich Gruppierungen aus allen politischen und gesellschaftlichen Richtungen zusammen um gegen solche Strömungen Front zu machen. Damals entstand nach dem Vorbild in anderen Landkreisen das Netzwerk „Mühldorf ist bunt“. Zunächst als lose Gruppierung organisierten Richard Fischer und seine Mitstreiter regelmäßige Treffen und zwei Mal schon Aktionstage – einen in Mühldorf und einen in Waldkraiburg.
Trotz – oder gerade wegen des Verbotsantrags der Länder gegen die NPD – rechnen die Mitglieder mit weiteren Aktionen der Rechtsradikalen, die zwar vielfach angekündigt haben, aber bisher nicht weiter in Erscheinung getreten sind.
„Wehret den Anfängen“ war von Anfang an die Devise der Mitglieder von „Mühldorf ist bunt“, die mit ganz unterschiedlicher Motivation bei der Aktion mitmachen.
Die Gefahr vom rechten Rand der Gesellschaft hat die Mitglieder der losen Vereinigung nun bewogen, ihrer Aktion eine Struktur zu verleihen. Ein Verein soll die Grundlage für weiteres Handeln bieten. Die bisherigen Sprecher der Gruppierung, Kristin Hüwel und Richard Fischer hatten in vorbereitenden Sitzungen eine Satzung für den Verein erarbeitet und mit zuständigen Behörden abgestimmt.
An der Gründungssitzung in der Schenkerhalle des Kreisjugendrings nahmen Vertreter fast aller politischen Parteien, von Vereinen, der katholischen Kirche und mehrere Personen teil, die aus persönlichem Interesse für die Pluralität der Gesellschaft eintreten wollen.
Die bisherige Sprecherin der Gruppe – Kreisjugendring-Geschäftsführerin Kristin Hüwel – führte die Grundungsversammlung, die später in die erste Hauptversammlung münden sollte, die den ersten Vorstand zu wählen hatte.
Zunächst beschäftigte die Gründungsmitglieder eine ganze Reihe organisatorischer Fragen: Wie viele Mitglieder sollen den Vorstand bilden, was genau ist der Zweck des Vereins, wie definiert man „Extremismus“, soll es heißen es „Ethnisch“ oder „Ethisch“ und soll es heißen „interkonfessionell“ oder „interreligiös“.
Die Anwesenden einigten sich auf die Satzung und so konnte Kristin Hüwel in die Gründungsversammlung überleiten. Sie wählten Horst Lang zum Wahlvorstand und Dr. Georg Gafus und Frau Beinlich zu seinen Assistenten.
(1.25:14:00) Zunächst stimmten sie über die Satzung ab und nahmen sie einstimmig an.
Mindestens sieben Anwesende sollten durch ihre Unterschrift die Gründung des Vereins bestätigen.
Soweit wir beobachten konnten, unterzeichneten alle 27 stimmberechtigten Anwesenden die Satzung und wurden so Gründungsmitglieder.
Auf Horst Langs Aufforderung schlug Richard Fischer Kristin Hüwel als Kandidatin für die Wahl zum Vorstand vor. Sie hat die Funktion der Sprecherin des Netzwerkes am 27. November 2012 von Richard Fischer übernommen, weil sie parteipolitisch ungebunden ist. Ihr Ziel war von Anfang an die Aufklärung der Jugend und das Aufzeigen der Gefahr, die von jeder Art von Extremismus ausgeht.
Als ersten Stellvertreter schlug Richard Fischer Martin Garmeier vor.
Pfarrer Martin Garmeier war auch von der ersten Stunde an dabei. Er will – auch im Namen der katholischen Kirche – sich gegen jede Art von Extremismus einsetzen.
Als zweiten Stellvertreter schlugen die Gründungsmitglieder Richard Fischer vor.
SPD-Unterbezirksvorsitzender Richard Fischer ist im Hauptberuf Gewerkschaftssekretär. Er war der erste, der sich für Toleranz und Demokratie eingesetzt hat, als sich Aktivitäten von rechtsradikalen ankündigten. Er steht für Demokratie und damit genau so gegen jede Art von Extremismus, sei er von rechts oder von links. Mit seiner Kandidatur will er dazu seinen Beitrag leiten.
Als Kassier vorgeschlagen wurde der stellvertretende Waldkraiburger CSU-Vorsitzende Thomas Lainer. Der 53-jährige Polizeibeamte ist seit 30 Jahren politisch aktiv. Er hat die Aktivitäten des Netzwerks von Anfang an verfolgt und will sich nun im Verein gegen jede Art von extremem Gedankengut einsetzen.
Als Schriftführerin vorgeschlagen war Fatimä Sadiku. Die Verwaltungsangestellte beim Kreisjugendring ist seit 2012 Schriftführerin des Netzwerks und möchte auch im Verein dabei bleiben.
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Damit forderte Horst Lang die Gründungsmitglieder auf, ihre Stimmen abzugeben.
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Während der Auszählung sammelte Horst Lang Vorschläge für die mindestens sieben Beisitzer im Vorstand.
Die Auszählung gestaltete sich nicht besonders schwierig und so konnte Horst Lang das Ergebnis bekanntgeben. Zur Wahl stellten sich diese Personen, die sich und ihre Absichten kurz vorstellten.
Auch hier Horst Langs Aufforderung zur Stimmabgabe.
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Während ausgezählt wurde, gab Horst Lang das Ergebnis der Vorstandswahl bekannt: Kristin Hüwel bestätigten die Anwesenden einstimmig als erste Vereinsvorsitzende. Sie nahm die Wahl gern an. Richard Fischer und Martin Garmeier gratulierten.
Zum ersten Stellvertreter wählten die Stimmberechtigten mit einer Gegenstimme Pfarrer Martin Garmeier. Auch er nahm die Wahl an.
Erwartungsgemäß bestätigten die Gründungsmitglieder Richard Fischer einstimmig als zweiten Stellvertreter. Auch er nahm die Wahl an.
Ebenfalls bestätigt wurden Thomas Lainer als Kassier und Fatimä Sadiku als Schriftführerin. Beide nahmen die Wahl an.
Um die Zeit zu überbrücken, bis die Wahl der Beisitzer ausgezählt war, berichtete Richard Fischer, dass die Rechtsradikalen in letzter Zeit zwar viel ankündigen, sich bisher aber keine konkreten Ereignisse daraus ergeben haben.
Er sah in der Umwidmung des Gefängnisses in Mühldorf zum zentralen Abschiebelager für ganz Bayern eine Gefahr, weil die Rechtsradikalen darin einen Angriffspunkt sehen könnten.
Da die Anmeldefrist für Demonstrationen nur drei Tage beträgt, bleibt dem Verein nur wenig Zeit zu reagieren. Gute Kontakte zu den Bürgermeistern haben für erhöhte Aufmerksamkeit gesorgt und dafür gesorgt, dass das Netzwerk im Landkreis hohes Ansehen erworben hat.
Das zu steigern hat auch die politische Neutralität beigetragen, die nun in der Satzung festgeschrieben wurde. Dieses Thema ist zu wichtig und zu wertvoll, um es durch Parteiinteressen beeinflussen zu lassen.
Zu Aktivitäten des Vereins wollte Richard Fischer keine Aussagen machen und die Planung weiteren Sitzungen vorbehalten.
Kristin Hüwel wies darauf hin, dass extremistische Gruppierungen vermehrt versuchen, über Soziale Internet-Netzwerke Einfluß auf Jugendliche auszuüben. Das wurde während einer Fachtagung aufgezeigt und Gegenmaßnahmen erläutert. Ein Fachtag des Kreisjugendrings am 9. April im Haus der Kultur in Waldkraiburg soll hier Sensibilität schaffen. Die Veranstaltung beginnt um 13 Uhr. Anmeldung ist erforderlich.
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Horst Lang konnte nun das Wahlergebnis für die sechs Beisitzer bekanntgeben:
Jeweils 20 Stimmen erhielten Keil, Hüseyn Cabuk (sprich Tschabuk), Karl Ebenbichler und Harmut Lang. Sie alle nahmen die Wahl an.
Mit 19 Stimmen gewählt wurden Heidemarie Kückelhaus und Markus Sedlaczek. Auch sie nahmen die Wahl an.
Horst Lang gratulierte allen Gewählten und dankte allen nicht Gewählten für ihre Bereitschaft zu kandidieren.
Schließlich wählten die Anwesenden Peter Schmid-Rannetsberger und Horst Lang zu Kassenprüfern. Damit war die erste Vorstandschaft gewählt.
Kristin Hüwel wollte keine Vorstandsklicke bilden sondern offene Zusammenarbeit mit allen Mitgliedern pflegen. So hieß sie alle im Vorstand willkommen....
Sie freute sich über die breite Basis, auf der der neue Verein aufbaut und die ihn stark macht für die Umsetzung seines Ziels.
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Abschließend setzten die Mitglieder den Jahresbeitrag für ordentliche Mitglieder auf 15 Euro und den ermäßigten Beitrag für Schüler, Studenten und wirtschaftlich Schwache auf 10 Euro fest.
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Der Abend endete mit einem gemeinsamen Foto.
44 Auf Einladung von BDS, VHS und KjR: Die Bürgermeisterkandidaten in Waldkraiburg auf dem Podium 21:20
Fast 600 Zuhörer konnten Kreisjugendring, VHS und Bund der Selbständigen im großen Saal im Haus der Kultur begrüßen, als es hieß, die drei Bürgermeisterkandidaten zu checken.
Richard Fischer von der SPD, Harald Jungbauer von der CSU und Robert Pötzsch von der UWG hatten amtierende Stadträte und Kandidaten mitgebracht. Die unterschiedlichen Gruppierungen verteilten sich so im Saal, dass der Applaus jeweils aus einer anderen Ecke kam...
Natürlich war Altbürgermeister Jochen Fischer gekommen, Bürgermeister Siegfried Klika. Dazu die Landratskandidaten Peter Huber und Alexander Will.
Kristin Hüwel für den Kreisjugendring, Alexander Rahm von der Volkshochschule und Dr. Andreas Holzapfel vom Bund der Selbständigen begrüßten Gäste und Kandidaten Sie begrüßten auch den Moderator des Abends, Norbert Heimerl.
Die zahlreichen Zuhörer zeigten, dass von Politikverdrossenheit in Waldkraiburg keine Spur ist, begründeten sie die innovative Kooperation, die zu diesem Kandidatencheck geführt hat. Die VHS will durch die Förderung der Wirtschaft den Bedarf an Bildung stärken. Der BDS will durch die Förderung der Jugend die Fachkräfte für morgen anwerben und der Kreisjugendring will das gesellschaftliche Bindeglied zwischen Jugend, Wirtschaft und Bildung sein.
Sie hofften, dass die Diskussion die Demokratie fördert und zur Weiterentwicklung der Gesellschaft beiträgt. Bei allem sollte es fair zugehen.
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Damit übernahm Norbert Heimerl die Leitung, der sich als Chef eines Rosenheimer Rundfunkanbieters gleich einmal Schleichwerbung für sein Unternehmen nicht verkneifen konnte.
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Mit der Wahl geht die Ära Siegfried Klika zu Ende, stellte Norbert Heimerl eingangs fest. Zunächst sollten sich die Kandidaten in vorher ausgeloster Reihenfolge vorstellen:
Robert Pötzsch sah das große Interesse der Waldkraiburger als ersten Erfolg seiner Kandidatur. Der 42-jährige Bäckermeister und Betriebswirt ist verheiratet und hat zwei Kinder. Beim Roten Kreuz, an der Berufsschule in Mühldorf und bei der Bergwacht in Wasserburg hat er sich ehrenamtlich engagiert. (O-Ton )
Richard Fischer ist 59 Jahre jung, verheiratet und hat einen Sohn. Er hat bei Netzsch Maschinenschlosser gelernt und schon damals den Weg zur Gewerkschaft eingeschlagen. Nach Abschluss der Hochschule der Gewerkschaft hat er ein Betriebswirtschaftsstudium absolviert und nach der „Akademie der Arbeit“ seine Tätigkeit bei der Gewerkschaft aufgenommen. Heute ist er Vorsitzender des Kreisverbandes des DGB und der SPD, Kreis- und Stadtrat.
CSU-Kandidat Harald Jungbauer war begeistert von der Publikumsresonanz. Der 53-jährige lebt fast seit Geburt in Waldkraiburg, hat zwei erwachsene Söhne, ist bei der Polizei Jugendbeauftragter und Verantwortlich für die Zusammenarbeit mit den Kommunen. Er zog 1990 als jüngster in den Stadtrat und in den Kreistag ein und ist seit 2002 zweiter Bürgermeister. Er ist gern für seine Heimatstadt tätig.
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Auf Moderators Frage, was sie in der Vergangenheit alles gut fanden, meinte Robert Pötzsch, die schlechte Wahlbeteiligung 2008 hat gezeigt, dass die Stadt irgendwie neuen Schwung braucht. Damals gab es keine Alternativen. Er möchte die Stadt neu begeistern und ihre Position im Landkreis stärken, der wieder auf Waldkraiburg schauen soll!
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Richard Fischer meinte, Waldkraiburg ist irgendwann stehen geblieben. Die weitere Entwicklung haben die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat verhindert. In den zurückliegenden 12 Jahren hat die SPD im Stadtrat zahlreiche Anstöße zu Projekten gegeben und dabei die Bürger zu beteiligen. Leider hat das alles im Stadtrat keine Unterstützung gefunden.
Um Waldkraiburg wieder zum zentralen Punkt zu machen, muss auch der Kreistag sich Gedanken machen. Die Waldkraiburger möchten zurück zu früherer Stärke. Das zu erreichen ist er der Richtige.
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Harald Jungbauer widersprach Moderator Heimerl, der fragte, was da schief gelaufen ist, dass die größte Stadt im Landkreis eingeschlafen ist, wie Robert Pötzsch und Richard Fischer behaupten.
Waldkraiburg ist die größte Stadt in Südostbayern mit Ausnahme von Rosenheim. Es ist eine junge Stadt, deren Bürger seit dem Krieg alles erst hatten aufbauen müssen. Dias zeigt, die Bürger der Stadt waren und sind sehr erfolgreich.
Er hatte das Gefühl, viele Waldkraiburger wollen jetzt noch einmal Schwung holen und noch einmal anpacken.
Auf Frage, was das neue Waldkraiburg sein soll, meinte Harald Jungbauer, er möchte den Erfolg aufgreifen und die Stadt so in die Zukunft führen.
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Robert Pötzsch wollte doch eigentlich das selbe, wenn er frischen Wind fordert. Was ist schief gelaufen?
Schief gelaufen ist, dass die absolute Mehrheit im Stadtrat alle Initiativen blockiert hat, die nicht von ihnen ausgegangen sind, schloss sich Robert Pötzsch Richard Fischer an. Viele gute Ideen von SPD und UWG wurden so im Keim erstickt.
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Waldkraiburg war erfolgreich, weil die demokratische gewählte Mehrheit gestaltet hat und nicht die Bürger bevormunden wollte, konterte Harald Jungbauer.
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In den zurückliegenden 12 oder gar 18 Jahren haben sie viele Ideen eingebracht, erinnerte sich Richard Fischer, die dann viel später als eigene Ideen der Stadtratsmehrheit umgesetzt wurden.
Wären die Ideen sofort umgesetzt worden, hätte man viel Zeit sparen können.
Um das „Wir-Gefühl“ zu stärken würde er die Bürger viel mehr an Entscheidungen beteiligen.
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Harald Jungbauer widersprach der Einschätzung, die CSU hätte im Stadtrat die anderen dominiert. Schließlich sind weit mehr als 95% der Entscheidungen einstimmig gefallen. Von Dominanz kann also keine Rede sein.
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Warum die CSU dann mit neuen Ideen wirbt, fragte sich Robert Pötzsch. (Applaus)
Wenn sie so erfolgreich sind, müssten sie doch nur so weitermachen.
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Mit Blick auf die Bilderreise durch die Stadt beim Wahlkampfauftakt wollte Moderator Heimerl wissen, was Robert Pötzsch denn als Bürgermeister anders machen würde.
Der Angesprochene fragte sich, wo es denn die beworbenen Baugebiete gibt und was mit den leerstehenden Betriebsgebäuden geschehen soll. Anstatt in die Breite zu wachsen sollte lieber versucht werden, die Leerstände einer neuen Nutzung zuzuführen.
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Eine Kommune kann den privaten Eigentümern der leerstehenden Anwesen keine Vorschriften machen – auch wenn’s Stadt und Bürger stört, meinte Harald Jungbauer. Er will den Eigentümern so lange auf die Zehen steigen, bis etwas passiert. Die Stadt kann nicht selbst aktiv werden und die Grundstücke kaufen. Das ist nicht ihre Aufgabe. Unterstützung ja - mehr nicht.
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Auf Frage erklärte Richard Fischer, er werde nichts versprechen, was er nicht halten kann und verglich den städtischen Haushalt mit dem einer Familie: Mit den Einnahmen müssen zuerst die laufenden Kosten bezahlt und dann Darlehen bedient werden. Erst dann kann man investieren.
Bei über 17 Millionen Euro Schulden will er zunächst die bestehenden Einrichtungen modernisieren, dann Schulden abbauen und erst dann investieren. Alles andere ist unseriös, wie die Schulschwimmhalle, die höhere Belastungen bringt, als berechnet. Als Bürgermeister will er dafür sorgen, dass diese Einrichtung der gesamten Bevölkerung zur Verfügung steht.
Außerdem regte er an, man könnte doch zusammen mit Mühldorf und Aschau ein richtiges Bad bauen anstatt in jede Gemeinde eine Klein-Klein-Lösung zu setzen? (Applaus)
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Robert Pötzsch sah es ähnlich. Als Betriebswirt sah er die Auswirkungen der Mindereinnahmen des laufenden Jahres für die kommenden Jahre, die den Spielraum einschränken werden.
Siegfried Klika hat die Lösung vorgemacht: Persönlich mit den Leuten sprechen und ihnen Lösungen vorschlagen bringt mehr Erfolg als alles Theoretisieren. Dann ist es sogar möglich, das Konen-Grundstück zu kaufen und an Investoren weiterzuverkaufen.
Manche Dinge kann man erreichen, wenn man sie nur anspricht – so wie der Fußgängerübergang in St. Erasmus, der auch nur in Angriff genommen wurde, weil sie es als neue Kraft in die Hand genommen haben.
Es ist ohnehin Wahnsinn, was sie allein durch ihr Auftreten gegen die erschlafften Kräfte in der Stadt bereits erreicht haben!
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Diese Dynamik wird schnell von der Realität eingeholt, meinte Harald Jungbauer, weil es in Waldkraiburg viele solcher Projekte gibt. (O-Ton Pötzsch: Durchhaltevermögen als Aufgabe des Bürgermeisters!)
Die CSU hat die Stadt besser gestellt und die Stromversorgung in die eigenen Hände geholt.
Mit dem Gewinn von zuletzt 2 Millionen Euro werden die unrentablen Einrichtungen finanziert. Das Geld der Waldkraiburger bleibt so in Waldkraiburg. Deshalb folgt jetzt auch die Übernahme der Gasversorgung und die Geothermie rundet die Komplettversorgung ab.
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Auf Frage nach der Angst in der Bevölkerung, Kosten für die Behebung von Folgeschäden an den Straßen beim Bau der Fernwärmeversorgung tragen zu müssen, meinte Richard Fischer, es gilt das Prinzip, wer Schäden verursacht, muss ihre Behebung bezahlen. Das bestätigte Harald Jungbauer.
Der Moderator fiel Richard Fischer ins Wort, als der versuchte, auf die Zukunftsfähigkeit der Geothermie hinzuweisen.
Harald Jungbauer sah die Notwendigkeit, zuerst die großen Verbraucher an die Geothermie anzuschließen, also das Rathaus, die Schulen, die Schwimmhalle oder die Kletterhalle. Mit ihrem Anschluss bleibt das Geld in Waldkraiburg, es fließt zurück an den Haushalt der Stadt.
Waldkraiburg füllt also mit eigener Wärme auch den Stadtsäckel.
Robert Pötzsch war natürlich nicht gegen die Kletterhalle und forderte, dass mehr Privatleute an die umweltfreundliche Geothermie angeschlossen werden, die das bislang kaum annehmen. Das müsste doch im Interesse der Stadt sein?
Richard Fischer sah in der Geothermie einen großen Sprung nach vorn für die ganze Stadt der große Kraftanstrengung erfordert hat und das Wir-Gefühl gestärkt hat. Nun müssen Bevölkerung und Industrie es auch annehmen. Dazu sollte die Attraktivität gesteigert werden.
Für Harald Jungbauer lag die Akzeptanz am Ausbau des Fernwärmenetzes. Alle Gebäude der Stadtbau in Waldkraiburg Süd sind ja bereits angeschlossen. Das sind doch Privatleute!
Auch das Schwimmbad hängt inzwischen an der Fernwärme. Eine tolle Sache! (O-Ton Wir sind auf dem richtigen Weg – Zukunft findet in Waldkraiburg statt!)
Richard Fischer forderte den Ausbau des Schwimmbades, wo es für Frauen nur zwei Duschen gibt. Dort und an vielen anderen Stellen gibt es viel zu tun um Waldkraiburg wieder zur modernen Industriestadt zu machen. Versprechen wollte er den Bau neuer Duschen mit Blick auf den Haushalt aber nicht.
Harald Jungbauer lachte und versprach den Bau neuer Duschen ohne Finanzierungsvorbehalt!
Richard Fischer ließ sich nicht aufs Glatteis führen und verwies auf die künftigen Unterhaltskosten für die Schulschwimmhalle, die auch erst finanziert werden müssen.
Zum Schwimmbad ist in ganz Oberbayern bekannt freute sich Robert Pötzsch! Dort muss investiert werden und den Forderungen der Besucher entsprochen werden.
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Auf Frage nach der Bürokratie berichtete Harald Jungbauer, die Waldkraiburger Firmen wären sehr angetan von der Zusammenarbeit mit der Stadt. Das ist ein Erfolg des Bürgermeisters, der mit viel Fingerspitzengefühl für gute Verhältnisse gesorgt hat. Richard Fischer und Robert Pötzsch sahen das genau so. Sollte es doch Schwierigkeiten geben: (O-Ton Richard Fischer an mich ran – wir ändern das! – Applaus)
Robert Pötzsch bestätigte aus eigener Erfahrung, es nie Probleme gegeben. Auch bei der Kletterhalle – keine Probleme.
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Um die Innenstadt zu beleben wollte Robert Pötzsch erst einmal den Flächennutzungsplan von 1986 überarbeiten. Erst muss für ganz Waldkraiburg inklusive der Ortsteile geprüft werden, was möglich ist. Dann kann man auf Anfragen schnell reagieren und so für Investoren Sicherheit schaffen.
Wie sieht’s mit mehr Einkaufsmöglichkeiten aus?
Da ist viel geschehen was aber noch nicht reicht. Als Bürgermeister will er sich zusammen mit den Bürgern Gedanken machen, wie die Innenstadt belebt werden könnte, meinte Richard Fischer. Möglichkeiten dafür gibt es genug, gerade am Sartrouvilleplatz.
Ein Schandfleck ist die Fußgängerzone sicher nicht. Die falschen Weichenstellungen in ferner Vergangenheit gilt es zu korrigieren, auch wenn es jetzt wegen der Feuerwehrzufahrten schwierig ist, die Fußgängerzone neu zu beleben. Schon jetzt schaffen die Märkte und Veranstaltungen dort Leben.
Nötig ist aber ein Leerstandsmanagement, etwa bei der Stadtmarketing GmbH, die viel besser eingebunden werden muss. (O-Ton Richard Fischer „Warum ist das nicht längst passiert?“)
Viele Vorschläge wurden aus bekannten Gründen nicht umgesetzt, waren Richard Fischer und Robert Pötzsch einig, etwa den Christkindlmarkt in den Stadtpark zu verlegen. Die Mehrheit im Stadtrat hat’s verhindert. (O-Ton)
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Bevor die viele Konzepte umgesetzt werden können, meinte der Moderator, muss das Pro-Kopf-Einkommen gesteigert werden.
Robert Pötzsch wollte die Waldkraiburger motivieren, ihren Bedarf in der Stadt zu decken. Gelingt das, kommen auch neue Geschäfte mit neuen Angeboten in die Stadt.
Die Stadt hat auf die Attraktivität der Geschäfte kaum Einfluß und kann nur die Innenstadt zum Aushängeschild für die Kunden ausbauen. Für Harald Jungbauer war es auch wichtig, die Attraktivität für Kunden aus dem Umland zu steigern.
Dazu gilt es auch die Gastronomie zu stärken. Traditionsgaststätten darf man nicht einfach ziehen lassen.
Sie selbst sollten mit gutem Beispiel vorangehen und die Gaststätten besuchen, forderte Robert Pötzsch. (Applaus )
Richard Fischer wollte den jungen Leuten nicht vorschreiben, wohin sie gehen sollen. Für ihn war das größere Problem der neue Stundentakt des Stadtbusses, der wieder zum Halbstundentakt zurückgeführt werden muss.
Auch die Busverbindungen an die umliegenden Gemeinden müssen verbessert werden, was natürlich Aufgabe des Landkreises ist. Es muss doch möglich sein, dass ein Auszubildender aus Waldkraiburg per Bus zu seinem Betrieb nach Schwindegg fahren kann.
Harald Jungbauer war froh, dass es gelungen ist, nach der Insolvenz des Busunternehmens so schnell Ersatz zu finden. Er möchte die Gelegenheit nutzen, den Stadtbus zusammen mit dem Landkreis insgesamt neu zu organisieren.
Sie klagen zwar oft, nehmen aber dann Angebote nicht an, hatte Robert Pötzsch beobachtet. Will man die Jugend einbinden, muss man sie mitmachen lassen und sie nicht hinten anstellen lassen.
Harald Jungbauer will erreichen, dass die Jugendlichen die Stadt wieder cool finden! Sie sollen wieder sagen. (O-Ton Wir kommen aus Wkbg und da rührt sich was!)
Es muss aufhören, dass Waldkraiburg schlechtgeredet wird!
Unbedingt wollte Moderator Heimerl dann die verunglimpfende Bezeichnung für Waldkraiburg in die Diskussion einführen. Harald Jungbauer widersprach dieser Bezeichnung vehement und berichtete aus eigener Erfahrung als Polizeibeamter, dass es seit zig Jahren keinen Krawall mehr gibt.
Robert Pötzsch wirbt überall wo er hinkommt für seine Stadt.
Der selben Meinung waren auch Richard Fischer und Harald Jungbauer, der bei den Schulen die Aufgabe sah, das künftige Ansehen der Stadt zu formen. Dazu wollte er den Lehrkräften die Stadt näher bringen, die oft von weit her nur zur Arbeit kommen und meist sogar außerhalb wohnen.
Dann sollten die drei Kandidaten den ultimativen Slogan für Waldkraiburg nennen:
(O-Ton)
In Waldkraiburg gibt es sehr viele hoch qualifizierte Arbeitsplätze in weltweit bestens aufgestellten Unternehmen, warb Harald Jungbauer. Das sollte der Jugend vermittelt werden um sie in der Stadt zu halten.
Auf die Frage, ob der erwartete Fachkräftemangel durch die Integration von Ausländern behoben werden könnte, forderte Richard Fischer einen Integrationsbeauftragten, der sich fachlich qualifiziert mit der Thematik auseinandersetzen kann.
Waldkraiburg ist ein Musterbeispiel an Integration, war Harald Jungbauer stolz auf das Erreichte. (O-Ton: Da gibt es keine Stadt, die besser wäre!)
Einen Integrationsbeauftragten braucht Waldkraiburg nicht, dafür ein Mentorennetzwerk, also erfolgreich Integrierte, die ihren Landsleuten vertrauensvoll den Weg in die Gesellschaft ebnen. Nur so kann’s funktionieren.
Auf Richard Fischers Frage, warum sie das nicht längst umgesetzt haben: (O-Ton ist mir gerade eingefallen!!! - Gelächter im Saal)
Robert Pötzsch war dagegen für die Einführung eines Integrationsbeauftragten weil Zuwanderer eine definierte Ansprechstelle brauchen, die ihnen dann die Angebote in der Stadt aufzeigt.
Er war auch der Meinung, die Erwachsenenbildung genießt den selben Stellenwert wie die Jugendbildung. Mit der VHS gibt es ein tolles Angebot in der Stadt, das es genau so zu unterstützen gilt wie Peters.
Das ist laut Harald Jungbauer bereits auf dem Weg: Die Stadt hat Gebäude von Peters gekauft und sie der VHS zur Verfügung gestellt. Ab Mitte des Jahres wird es so ein komplettes VHS-Haus geben wie es selten eines gibt.
Richard Fischer wollte auch „Lernen-vor-Ort“ des Landkreises einbinden.
Auf Frage nach separatistischen Strömungen etwa der Ortsteile und der Landsmannschaften erklärten die Kandidaten übereinstimmend, sie könnten das nicht mehr feststellen. Vielmehr wollte Richard Fischer im Interesse der Demokratie und der freien Ausübung des Glaubens auch den Bau einer Moschee ermöglichen. Robert Pötzsch wollte allen Kulturen Raum einräumen, forderte aber diese Akzeptanz von allen Gruppen.
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Es wäre gut, wenn die bereits beschlossene Schulschwimmhalle der gesamten Bevölkerung zur Verfügung stünde, meinte Robert Pötzsch und begrüßte die Initiative „Freizeitschwimmer“ des VfL, der es für einen geringen Jahresbeitrag allen Waldkraiburgern ermöglicht, diese Schwimmhalle zu nutzen.
Harald Jungbauer begründete die Einschränkung mit einem Zuschuß des Kultusministeriums in Höhe von 1,4 Millionen Euro weil sie dem Sportunterricht der Schüler dienen soll. Zudem kann jeder Verein diese Halle nutzen, wenn die Aufsicht gewährleistet ist – sogar der Musikverein!
Richard Fischer akzeptierte die Mehrheitsentscheidung im Stadtrat zum Bau der Schwimmhalle, verwies aber auf die erwarteten Unterhaltskosten. Auch er wollte die Halle der gesamten Öffentlichkeit zugänglich machen.
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Zum Ende der Diskussion sollten die Kandidaten für sich werben.
Harald Jungbauer kennt als Stadtrat und zweiter Bürgermeister die Stadt wie kein anderer. Beruflich und als Kreisrat kennt er auch die Behörden und Organisationen. Er braucht weder Kennenlern- noch Anlernphase und kann sofort loslegen.
Dabei kann er das gesamte Netzwerk der CSU nutzen, bis in den Landtag, den Bundestag und ins Europäische Parlament. (O-Ton: Das alles will er nutzen um Waldkraiburg voran zu bringen. )
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Richard Fischer wollte keine Versprechen abgeben, die er nicht einhalten kann. Mit ihm wird sich Waldkraiburg auf eine solide finanzielle Grundlage stellen. Er will die Bürger dabei mitnehmen, Waldkraiburg in Bewegung zu setzen. Das ist dringend nötig. Es ist Zeit für mehr Bürgerbeteiligung und einen Richtungswechsel. (O-Ton Es ist Zeit für einen neuen Bürgermeister, für Richard Fischer....)
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Robert Pötzsch wollte anpacken und mit gutem Vorbild vorangehen. Er will die Stadt Schritt für Schritt zur Erlebnisstadt formen. Erlebnis ist dabei nicht Spaß sondern Attraktivität. Er freute sich auf die Zusammenarbeit mit den Kollegen im Stadtrat, der engagierten Verwaltung und einer starken UWG im Rücken! (O-Ton Haben Sie Mut zu Veränderung – gehen Sie wählen! ...)
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Welche Schlagzeile sollte nun den Tag beschreiben?
O-Töne (Pötzsch – Jungbauer – Fischer)
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In der Folge stellten Zuschauer Fragen, die sich inhaltlich häufig mit dem Gehörten erklären ließen.
Der 21-jährige Lukas wollte wissen, wie die Kandidaten die Verkehrssituation im Umfeld des Schulzentrums verbessern wollen. Harald Jungbauer wollte nach Abschluss der drei großen Baumaßnahmen entscheiden, was getan werden kann. Derzeit ist dort geordnetes Chaos. Allerdings müssen die sehr unterschiedlichen Interessen aller Beteiligten berücksichtigt werden.
Richard Fischer wollte prüfen, ob man nicht auf dem Gelände des weißen Hirschen einen Bushalteplatz einrichten könnte.
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SPD-Kandidatin Martina Arnusch-Haselwarter wollte wissen, wie die Einnahmen aus der Hundesteuer genutzt werden, deren Verwendung zu Gunsten der Hundehalter sie nicht erkennen konnte.
Harald Jungbauer sah nicht nur Hundetütchenautomaten sondern auch die Straßenreinigung damit finanziert. Die Stadt ist für jeden Vorschlag dankbar.
Frau Schuster regte an, die Kinderspielplätze einzuzäunen um sie sauber zu halten. Das wollte aber keiner der Kandidaten. Trotzdem gibt es hier Handlungsbedarf.
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Magdalena Praßl aus Ebing würde sich freuen, wenn der Stadtbus mal wieder in ihren Ortsteil kommen würde und hätte außerdem gern Anschluss an die Welt durch einen schnellen Internetzugang.
Harald Jungbauer konnte ihr den schnellen Internetzugang nicht zusichern, da er nicht für die Anbieter sprechen konnte. Er verwies auf EU-Fördermittel und sicherte Unterstützung zu.
Den Stadtbus könnte das neue ÖPNV-Konzept des Landkreises nach Ebing bringen.
Robert Pötzsch hatte sich darüber noch keine Gedanken gemacht und wollte die Fachleute der UWG konsultieren. Wie sie das anpacken hat das Thema Gehweg in St. Erasmus gezeigt.
Richard Fischer sah in diesen Themen eine Integrationsaufgabe. Er will die Bürger in der Stadt und in allen Ortsteilen mitnehmen.
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Eine Reihe weiterer Fragen drehten sich um detaillierte Projekte und Anliegen, die zur Einschätzung der Kandidaten wenig beitrugen. So schloss Moderator Norbert Heimerl die Veranstaltung und lobte die Waldkraiburger für ihr großes Interesse. Er forderte die Zuhörer auf, zur Wahl zu gehen, nicht jedoch, ohne ein weiteres Mal für sich selbst zu werben.
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Zusammenfassend ist festzustellen, dass alle drei Kandidaten sicher wirkten und eigene Ideen für die Zukunft Waldkraiburgs einbrachten. Natürlich konnten Richard Fischer und Harald Jungbauer auf ihre Erfahrung in Stadt- und Kreistag bauen. Genau das aber hielt sie gegenüber Robert Pötzsch in ihren Denkmustern fest – jeder halt auf seiner Basis.
Robert Pötzsch verfügt über diese Basis nicht und muss sich in die politischen und Verwaltungsstrukturen einarbeiten. dass er das kann hat die souveräne Vorbereitung seiner Kandidatur und die lautlose Aufstellung der Stadtratskandidaten gezeigt.
Es wird schwer für die Wähler in Waldkraiburg, sich für den einen oder anderen zu entscheiden. Eine Stichwahl scheint vor diesem Hintergrund unausweichlich.
Vielleicht aber wird genau dieses Gleichgewicht das Manko der letzten Wahl ausgleichen und die Position der Stadt im Landkreis durch eine hohe Wahlbeteiligung wieder herstellen.
45 Narrenabend in Buchbach - Bubaria in Hochform 27:00
Viele der Gäste empfing Bubaria-Präsident Florian Tremmel im Foyer des Kulturhauses in Buchbach mit dem Mikrofon in der Hand. Irgend etwas fragte er sie und alle Interviewten begannen in gröbsten Tönen über jemanden herzuziehen. Er selbst hatte seine helle Freude daran. Was er damit bezweckte sollte sich später zeigen.
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Das Kulturhaus war bis zum letzten Platz ausverkauft. Küche und Schänke hatten alle Hände voll zu tun – und Sepp Zistler und Autor und Regisseur Karl-Heinz Kammerer auch.
Der Fasching in Buchbach steht in diesem Jahr unter dem Motto „Vorhang auf – Bühne frei“. Passend dazu die Dekoration im Saal mit Musical-Plakaten und Theater-Requisiten.
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Zu den Gästen kamen Bürgermeister Thomas Einwang und Gattin Hildegard und etwas später Landrat Georg Huber mit Gattin Evi.
Das Bubaria-Gebläse begleitete die Aktiven, die Garden und die zahlreichen Helfer zu ihrem Auftrittslied: „So sind wir“
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Florian Tremmel freute sich über die vielen Gäste und übergab an Anton Bauer, den alle nur „Platini“ nennen. Der bat die Gäste tief einzuatmen. Ob sie’s riechen? (O-Ton Narrenabendluft! – Applaus)
Weil später noch viel geredet wird, bat er gleich das Prinzenpaar nach vorn, „Susanne I. von den Schlössern mit viel Verkehr“ und „Prinz Thomas I. von den großen Tönen“. Sie sollten ihren Prinzenwalzer zeigen, den sie zusammen mit dem Hofstaat tanzen.
Wundern Sie sich nicht wenn Sie viele der Schauspieler der Theatergruppe „Schwibura“ wiedererkennen....
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Die Garde der Bubaria mit dem Gardemarsch.
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Platini überbrückte die Umbaupausen mit Witz und Humor. Damit ja alle Zuhörer auch alles verstehen, wollte er wissen, ob Zuschauer von weiter her da sind, also etwa Österreicher.
Dafür hatte er gleich einen Verständnistest. (O-Ton Då dadiadada und doot aa)
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Das Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds in London wollte nach Hansi Hinterseer einen zweiten Gast aus Buchbach aufnehmen. Dazu schlug Paltini die Legende vor, den Fischbacher Hans. Der ist nämlich seit dem zweiten Narrenabend dabei, seit 1972! Um festzustellen, als wer er ins Wachsfigurenkabinett einziehen sollte, sollten die Zuschauer immer mal wieder mit der Lautstärke ihres Applauses abstimmen.
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Ein Klassiker ist das Turmgespräch mit Ludwig Mottinger und dem Rampl Don! (kurzform Anton – Toni) Vieles davon versteht man nur mit dem nötigen lokalen Wissen.
Da ging's gleich mit Amfpings Bürgermeister los, der jetzt ehrenamtlich weitermachen will. (O-Ton Da Ottmar had gsagt....)
Und? – haben sie auch so ein Telefon, mit dem man fotografieren kann? (O-Ton Rampl was daad i denn mit dene foto vo meine Ohrn????)
An den Ortseinfahrten kann man erkennen, wie gut oder schlecht es den Gemeinden geht. (O-Ton in Ampfing ham‘s a „A“ aus Edelstahl und in Schwindegg ein verrostetes schloss)
Wenn man Englisch kann ist man gut dran. Heute heißt das „Networking“ (O-Ton und früher war das a Spezlwirtschaft!)
Kennt jemand die Devise der Bundeskanzlerin? (O-Ton Gestern war ich noch unentschlossen. Heute bin ich mir nicht mehr so sicher! )
Und was könnte man über Stephan Mayer noch sagen? (O-Ton 29:03:07 Nix, der is mit’m Autofahr’n gschlag’n grad gnua!)
Da haben sie doch einen Verein gegen das Aussterben der Dorfwirtschaften gegründet. (O-Ton Der trifft sich einmal im Tennisheim, dann im Sportheim....)
Die Presse schreibt, dass der Berliner Flughafen 4,3 Milliarden Euro kostet. (O-Ton Da können wir nur hoffen, dass die Zahlen vom ADAC sind!)
Dann wollten sie noch eins singen.
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Bis die Bühne für den nächsten Sketch umgebaut war, unterhielt das Bubaria-Gebläse.
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Platini kündigte den nächsten Sketch an: „B15neu“ in Ella, Gemeinde Doia-Schooos.
Auf einer riesigen Baustelle verlegten die Arbeiter ein Abwasserrohr. Wirklich nur ein Abwasserrohr?
Einer der Arbeiter schien sich nicht besonders auszukennen.
Gut dass Mittag war und sie die Brotzeit und das Bier auspacken konnten.
Da kam Bürgermeister Einwang vorbei und wollte wissen, wie’s mit dem Zeitplan aussieht.
Sie haben alles aufgebaggert und fangen grade an das Rohr zu verlegen – ein 40ger Röhrl – berichte Capo Ludwig Mottinger.
So groß gebaggert haben sie, weil sie ihren neuesten Bagger dabei haben und der Lois Spaß am baggern hat. Deswegen haben sie alles aufgebaggert. Aktuell vermessen die Rennstreckenvermesser die Steilkurven oben in Oberbonbruck.
(O-Ton Baggern deats scho gern – ha? )
Da kamen die B15neu-Gegner!
Bürgermeister Einwang musste sich die Proteste anhören. Dabei wusste er gar nichts vom Bau einer B15neu. Es geht schließlich nur um ein Abwasserrohr!
Die Demonstranten wollten nicht glauben, dass diese riesige Baustelle nur für ein Abwassserrohr da ist.
Sie verunsicherten Bürgermeister Einwang der gleich den Huber Marcel zu Hilfe holt.
Tatsächlich kam der Umweltminister angefahren.
Der versuchte die Demonstranten zu beruhigen. Das gelang aber nicht, weil für die A94 Baurecht besteht. Es ging aber hier nicht um die A94 sondern um die B15neu. Das wusste er auch nicht und wollte den Mann in Berlin anrufen den Mayer Stephan. (O-Ton Die Verbindung ist so schlecht – ach so – du fährst mit 200 auf der Autobahn – Paß auf, dass Du nicht in einen Tunnel fährst!)
Vom Bau der B15 neu in Buchbach wusste auch er nichts...
Aber auch Dr. Marcel Huber wunderte sich über diese umfangreichen Erdarbeiten.
Da kam auch noch der Landrat Huber dazu. Der wollte doch wissen, was der Umweltminister da tut!
Dabei handelt es sich doch nur um einen Abwasserkanal. Trotzdem forderte er die interkommunale Zusammenarbeit. Wo ist denn nur dieser Dr. Dürner? Der steckt doch meistens dahinter.
(O-Ton Na Thomas..... i bi scho da – i bin scho de ganz Woch undercover auf derer Bausteu! )
Und der Capo hatte sich schon gewundert, warum dieser Ein-Euro-Jobber jedem Arbeiter ein Rezept ausgestellt hat, dem’s mal nicht gut gegangen ist....
Also weiterbaggern!
Halt, da sucht noch einer sein Auto.
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Platini kam zurück als Indianerhäuptling. Er brauchte noch ein Pferd aus dem Publikum, das immer „nein“ sagen sollte.
Er fand seinen Freiwilligen und hieß ihn auf der Bühne Platz nehmen.
Die Raumpflegerin wollte sich bei Prinzenpaar-Casting bewerben und beweisen, dass sie das kann.
Und das eskalierte langsam....
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Übrigens arbeitet hinter den Kulissen ein starkes Team!
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Ob der Fischbacher Hans als Firmling zu Madame Tussauds geht? Der Applaus sollte es zeigen. (O-Ton Des werd no bessa)
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Im nächsten Sketch wollten Sie Marktforschung betreiben. So ein moderner Interviewer hatte an den Alois ein paar Fragen. Er kam im Auftrag des (O-Ton 1:08:48:23 Market-Square-Consumer-Research-Informations-Incorporated innerhalb der Qualicom Group-Inn-und-Isen-Viertel!)
Er wollte gleich in medias res gehen: (O-Ton wohi? )
So ging's weiter. Die zwei verstanden sich überhaupt nicht. (O-Ton)
Irgendwann gab der Interviewer auf und fasste zusammen: (O-Ton)
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Wie es zugeht, wenn einer Konzertkarten gewinnt, der sonst nie ein so eine Veranstaltung besucht, zeigte Ludwig Mottinger im nächsten Sketch.
Das ging schon damit los, dass er den richtigen Platz nicht fand. Dann musste er allen erklären, dass er die Karten bei einem Preisausschreiben der Firma „Salomo Bratfett“ gewonnen hat. Da musste man nämlich Silben in die richtige Reihenfolge bringen, die so da gestanden hatten. (O-Ton)
Dann kam der Zuhörer, auf dessen Platz er saß. Auf seinen Platz eine Reihe weiter vorn versuchte er auf seine besondere Weise zu kommen...
Und das war nicht so einfach, weil er hängen geblieben ist und ihm dann auch noch die Hose platzte!
Der Dame nebenan war das nicht ganz geheuer! (O-Ton )
Bei einem lauten Ton des Pianisten verschluckte er sich auch noch....
Ein zweiter lauter Ton löste diesen Knoten und der konnte endlich Platz nehmen.
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Natürlich musste Platini dem Zistler Sepp zum Geburtstag gratulieren. Der hat nämliche jedes Mal Geburtstag, wenn sich in Buchbach Narrenabend ist.
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Ob der Fischbacher Hans als Bahnbeamter zu Madame Tussauds geht, sollte der nächste Applaus zeigen. (O-Ton Des werd no bessa!)
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Das Prinzenpaar, der Hofstaat und die Garde der Bubaria sorgten mit ihren Showtänzen für Abwechslung.
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Im Sketch „Wia jäd’s Jåhr“ ging's darum, dass sich der Pfarrer, der Doktor, der Jäger und der Postbote einmal im Jahr treffen um zu feiern. Vielleicht fällt Ihnen die Ähnlichkeit mit einem Theaterstück auf, das an Silvester jede Stunde im Fernsehen wiederholt wird..... (Dinner for one!)
„Gråd a so wia letzt’s Jåhr“
Die Resi kam gar nicht nach, ihnen alle ihre Getränke zu bringen. (O-Ton )
Je mehr sie gebechert hatten, desto freundlicher wurden sie zu ihrer Resi! (O-Ton näxts Jåhr bin i s letzte moi aufm Oktoberfest - dann heare auf – dann bin i 90e!)
Dann wollte der Doktor die Resi mal wieder richtig gern untersuchen!
Und der Pfarrer lud sie zum Beichten in seinen Beichtstuhl.
Es war ein Graus, wie lang man da auf die nächste Runde warten muss! (O-Ton Rampl)
Der Doktor hat noch nicht aufgegeben – also der Doktor Prostata!
Und irgendwie hat auch der Pfarrer was durcheinander gebracht.
Als alle so richtig fertig waren, hatte auch die Resi genug! (O-Ton )
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Als Moritatensänger machten sich dann Rudi Büchler und Marianne Mottinger über Dr. Karl Dürners Ausrutscher lustig, als er in Ausgeh-Kleidung noch einen Krankenbesuch machen wollte und auf dem Hof des Patienten in den Mist gefallen ist.
Dann nahmen sie die Austrags-Politiker aufs Korn, den Edmund Stoiber und den Günther Knoblauch, die in Brüssel und in München einen schönen Batzen Geld einsammeln.
Der Knoblauch Günther wollte sich ja sowieso mit dem C&A auf dem Stadtplatz selber ein Denkmal schaffen.
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Wie die Einweihung des neuen Erholungsgeländes „Am Bloachweia“ in Bad Buchbach ablaufen könnte, stellten sie sich im nächsten Stück vor. Dazu hatte die Gemeinde eine Expertenrunde eingeladen, die unter Leitung von Umweltminister Dr. Marcel Huber erst einmal das Thema „Düngemitteleintrag“ diskutieren sollte.
Er stellte die Diskussionsteilnehmer vor. (O-Ton )
Die Landwirte hatten ihre helle Freude am Namen der Vogelfreundin: „Pippinger-Entlein“
Da kam ein Passant zufällig vorbei: Der Johann Pulverer. (O-Ton)
Es entspann sich eine tiefgründige fachliche Diskussion über die Naturbeobachtungsstation und den Eintrag organischer Substanzen in ein Gewässer zweiter Ordnung aus der Produktion organisch prodzierender Anrainer. (O-Ton ums Odln geht’s!)
Da platzte der Herr Pospisil herein, der ein Symposium für Instrumentenbau suchte. Sie verwiesen ihn zum Rathaus oder zum Kulturhaus. Das zu finden ist ganz einfach. (O-Ton Ich gähä Schaucher!)
Frau Pippinger-Entlein forderte das Ende der übermäßigen Düngung im Uferbereich des Sees. Dem schloss sich Fischereivereinsvorstand Alois Laichinger an. Natürlich war der Baunerverbandsvorstand dagegen. Das provizierte Landwirt Huber Josef. (O-Ton Frau Pippinger-Dingsbums....)
Pippinger-Entlein und Ornitologin Bogdana Amselfelder wollten noch ihre Vögel schützen, da brachte Johann Pulverer, der eigentlich nur zufällig vorbei gekommen war, einen ganz neuen Aspekt in die Diskussion ein und sorgte damit für Verwirrung bei all diesen Experten! (O-Ton)
Dr. Marcel Huber wollte diesen neuen Aspekt nocheinmal bei einem Round-Table-Gespräch erörtern. (O-Ton So an Table-Dance woiti scho oiwei amoi..... )
Da kam die Geistlichkeit herein, die den Badesee weihen sollte. (O-Ton Bischof Tebartz...
Der sollte das Gewässer weihen.
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Die Kommunalwahl steht an und da wollten sie doch wissen, wie zufrieden die Bürger mit Bürgermeister Thomas Einwang sind. (O-Ton)
Damit haben wir Fernsehleute unser Fett abgekriegt, weil sie eigentlich nach der Einschätzung dieses Staatsmannes gefragt hatten..(Putin!).. Da sieht man, wie das Fernsehen alles verdrehen kann!
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Wies an der schönen blauen Donau zugeht demonstrierten sie dann.
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Das Bubaria-Geläse sorgte für die gute Unterhaltung.
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Michael Mottinger war stolz auf seinen Rasen, für den er mit seinem Laubbläser alles tut, der seinem Leben wieder einen Sinn gegeben hat!
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Dann kam der Ludwig vom Baden heim – mit einem schlimmen Sonnenbrand. Er soll sich zum Kaffee hinsetzen, meinte seine Hilde.
(O-Ton das mit dem Sitzen, das ist so eine blöde Angewohnheit!)
Das war der Hilde aber suspekt. Sie wollte das genau sehen.
Und weil der sein Freund, der Willi gemeint hat, sie müssten sich dieses FKK-Baden mal anschauen, sind sie halt hingegangen. Hose anlassen war blöd, genau so wie im Busch verstecken. Deshalb hat er die Badehose notgedrungen ausgezogen. Schließlich waren sie nicht als Spanner dort...
Die Hilde wollte mit einer Zitrone helfen. (O-Ton)
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Dann sollten die Zuschauer über den Fischbacher Hans als Punk abstimmen. Das wars dann – er geht als Punk zu Madame Tussauds!
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Eine musikalische Reise führte sie dann um die ganze Welt. Los ging's in Wien.
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Die Stimmung kochte, als Platini alle zum Mitmachen aufforderte.
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Zum Finale dankte Florian Tremmel allen Mitwirkenden.
Für 42 Jahre Narrenabend dankten sie dem Fischbacher Hans mit einer Trophäe. Ohne ihn wäre der Narrenabend sowieso nichts. (O-Ton)
Es war schon fast halb eins, als Florian Tremmel die Gäste verabschiedete... (O-Ton)
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Herr Landrat, einen spritzigen Abend haben wir gerade erlebt, das hat Spaß gemacht. (O-Ton )
Selber sind Sie ja glimpflich davongekommen. (O-Ton)
Vielleicht heißt das ja, dass die Leute mit den letzten sechs Jahren zufrieden waren? (O-Ton)
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Herr Bürgermeister, die Bubaria hat sich mal wieder als eine der Stützen der Marktgemeinde bewiesen. So einen Abend zu veranstalten ist doch eine riesen Leistung! (O-Ton)
Wie geht’s weiter im Fasching in Buchbach? (O-Ton)
Also – nix wie hin nach Buchbach zum Faschingsausklang mit der Bubaria!

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