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Victoria Pöllmann Landkreis Mühldorf > Stadt Mühldorf >
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Josef J. Pöllmann
Stadt Waldkraiburg > Neumarkt St. Veit > Gemeinde Ampfing > Stadt Altötting > Mühldorf-TV ist durch die BLM lizenziertes Lokalfernsehen
Josef J. Pöllmann ist Mitglied im Deutschen Presse Verband
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Das gab's 2015 bei Mühldorf-TV und bei Altötting-TV
Hier können Sie nachlesen, worüber wir in KW 10/2015 berichtet haben.
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Nr.
Thema LZ Archiv KW Ersch.
44 Berufsorientierungstag am Beruflichen Schulzentrum: Pflegeberufe haben Zukunft 8:10 10 06.03.15
In bewährter Weise eröffnete die Schülerband den Berufsinformationstag in der Aula des Beruflichen Schulzentrums die zur Messehalle umgestaltet war.
Schulleiter Oberstudiendirektor Maximilian Heimerl hieß nicht nur die zahlreichen Schülerinnen und Schüler und die Anbieter herzlich willkommen sondern auch Staatskanzleichef Dr. Marcel Huber, die MdLs Dr. Martin Huber und Ingrid Heckner, Bezirksrätin Claudia Hausberger und Schirmherrn Landrat Georg Huber. Er freute sich auch über seinen Vorgänger Oberstudiendirektor Ludwig Ecker den Leiter des Gesundheitsamtes Dr. Benedikt Steingruber sowie die zahlreichen Lehrkräfte seines Hauses.
Maximilian Heimerl freute sich über mehr als 20 Einrichtungen, die die Pflegeberufe vorstellen wollten. Dazu dient künftig auch der duale Studiengang Pflege, der aktuell vorbereitet wird.
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Während manche Berufsgruppen unsicher in die Zukunft schauen, hat der Pflegeberuf eine große Zukunft vor sich, versprach Staatsminister Dr. Marcel Huber. Menschen werden älter und leben länger, so dass immer mehr Pflegefachkräfte benötigt werden. Er freute sich, dass der Landkreis Mühldorf so viele Ausbildungsplätze bereitstellt um die zusätzlich nötigen Fachkräfte ausbilden zu können. Dafür dankte er sowohl der Schule als auch den Einrichtungen und riet den jungen Zuhörern, sich ausführlich zu informieren um dann ihre Berufswahl treffen zu können.
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Landrat Georg Huber dankte allen, die an der Vorbereitung mitgewirkt haben. Der Landkreis hat mit Hilfe der Politik die Vorleistungen erbracht, sowohl Kindergärtnerinnen und Kindergärtnern als auch Pflegefachkräften zu ermöglichen, ihre Ausbildung an Hochschulen fortzusetzen.
Da die Anforderungen stark steigen, sind Pflegeberufe auch für Absolventen höherer Schulen interessant. Tatsächlich ist in Kindertagesstätten, in Altenheimen und auch bei Behinderten immer mehr Personal nötig, so dass Landrat Huber die jungen Leute bat, diesen Beruf zu ergreifen. Dieser Beruf hat Zukunft und wird künftig auch wirtschaftlich besser gestellt.
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MdL Ingrid Heckner sah die große Zahl anwesender Mandatsträger als großes Kompliment für Schulleiter Maxmilian Heimerl und sein Team mit dem sie ihnen die Organisation des Berufsinformationstages danken. Auch sie bestätigte: Die Pflege braucht viele helfende Hände. Deshalb ermunterte sie die jungen Leute, sich gründlich zu informieren. Die Pflege ist nämlich kein Lernberuf wie jeder andere. In die Pflege muss sich jeder persönlich einbringen. Da sie selbst doch alle schon etwas älter sind, hoffte, sie, später dann auf die jungen Leute zählen zu können, die jetzt diesen Beruf ergreifen.
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Für den viel jüngeren MdL Dr. Martin Huber ist die Pflege doch noch weit weg. Deshalb war er dem Beruflichen Schulzentrum dankbar, junge Leute dazu zu motivieren, diesen wichtigen Beruf zu ergreifen, der ja weniger ein Handwerk ist als ein Herzwerk.
Er wünschte allen Zuhörern, so viel über diesen Beruf zu erfahren, dass sie ihn auch ergreifen.
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Bezirksrätin Claudia Hausberger steuerte Zahlen bei: Im Landkreis Mühldorf bieten Einrichtungen 2.500 Pflegeplätze an. Dazu kommen teilstationäre und ambulante Pflegeangebote und das Krankenhaus. Alle dort untergebrachten Personen benötigen Pflege. Der Pflegeberuf hat also Zukunft.
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Dann machten sich die Gäste auf den Weg und ließen sich die Angebote der Einrichtungen erklären. Wie man etwa einen immobilen Patienten aus einem Bett in einen Rollstuhl hebt.
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Oder wie man eine Wunde fachgerecht versorgt.
Nebenan wurde Herr Meier wiederbelebt.
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Die Schüler konnten selbst ausprobieren, dass das gar nicht so einfach ist und viel Kraft erfordert.
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Zur Pflege gehört auch das Anlegen von Kompressionsverbänden.
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Weitere Einrichtungen zeigten Ihre Leistungen in Klassenräumen nebenan.
Zeitgleich fanden Vorträge statt in denen die verschiedenen Fachgebiete ihre Ausbildung vorstellten. In Aktionsbereichen konnte man sich die Hände massieren lassen oder
Die U-V-Lampe zeigt, ob die Desinfektion der Hände erfolgreich war.
Das probierten die Gäste gleich aus.
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Die Altenpfleger stellten die besonderen Herausforderungen vor, die ihnen demente Patienten stellen. Etwa simuliert eine besondere Brille das sehr eingeschränkte Gesichtsfeld.
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Der Fachbereich Ernährung und Versorgung bot mit seinen Häppchen eine kleine kulinarische Abwechslung.
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Herr Gerhart, woher kommen die Schüler, die heute zum Berufsinformationstag kommen? (O-Ton)
Wieviele Schüler erwarten Sie? (O-Ton)
Nun haben Sie heute alle Berufe vorgestellt, die hier ausgebildet werden. Sogar die Ernährer und Versorger. Sie werben also um Berufsanfänger in allen Bereichen oder liegt der Fokus auf den Pflegeberufen? (O-Ton)
Vielen Dank.
45 Das Unternehmer-Sympoisum der Wirtschaftsjunioren: "Energiewende - Diversifikation schafft Nachhaltigkeit?" 9:45
Martin Steger war erst in der Jahreshauptversammlung vor Weihnachten in die Wirtschaftsjunioren aufgenommen worden und moderierte erstmals das Symposium. Er freute sich, über 85 angemeldete Teilnehmer und einige Kurzentschlossene im kleinen Saal im Waldkraiburger Haus der Kultur begrüßen zu können.
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Der neu gewählte Vorstandssprecher der Wirtschaftsjunioren Mühldorf - Alexander Bitzer stellte sich kurz vor und hieß neben den Mitgliedern und Gästen auch Landrat Georg Huber willkommen, Zweiten Bürgermeister Richard Fischer, Bürgermeistersprecher Dr. Karl Dürner, Bürgermeister Stephan Schalk aus Mettenheim und die Referenten des Abends.
Da die Energiewende deutschlandweit kontrovers diskutiert wird, wollten sich auch die Wirtschaftsjunioren Mühldorf diesem Thema auf Landkreisebene widmen. Dabei wollten sie Einsparmöglichkeiten ausloten und ergründen, wie die Versorgung nachhaltig und sicher gestaltet werden kann. Als Landschaftsgärtner weiß er, dass Energieerzeugung und Natur im Einklang stehen müssen um die Zukunft attraktiv zu gestalten. Er warf die Frage auf, ob es Sinn machen würde, lokal benötigte Energie auch lokal zu erzeugen oder ob es besser ist Stromtrassen zu errichten.
Auf jeden Fall müssen bei allen Maßnahmen örtliche Firmen davon profitieren. Er war gespannt, welche Lösungsansätze die Referenten vorstellen würden.
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Durch die vielen aktuellen Themen ist die Energiewende etwas in den Hintergrund geraten, beklagte Landrat Georg Huber. Auch wenn die Katastrophe von Fukuschima bereits vier Jahre zurück liegt, war sie doch der Auslöser für ein Umdenken in der Energiepolitik. Jetzt sollen alle Kernkraftwerke bis 2022 abgeschaltet werden.
Diese Veranstaltung zeigt, dass der Landkreis Mühldorf zum Gelingen der Energiewende beitragen möchte. Die Energiewende geht uns alle an. Sie kann nur gelingen, wenn jeder bei ihrer Umsetzung mithilft und so dazu beiträgt, unsere Umwelt für unsere Nachkommen lebenswert zu halten.
Der Landkreis hat hierzu vor langer Zeit die Initiative ergriffen und schon 2008 den Energieatlas veröffentlicht. Darin zeigt eine umfangreiche Energiebilanz Einspar- und Gewinnungspotentiale auf. Im Modellprojekt „Klimaschutzfahrplan“ haben vier Kommunen ein integriertes Klimaschutzkonzept erarbeitet. Ein Ergebnis aus dem allem ist der Energienutzungsplan, der erst im Herbst den Bürgermeistern vorgestellt worden war. Die Kommunen wollen mit gutem Beispiel voran gehen.
Soweit es Liegenschaften des Landkreises betrifft, wurden Sanierungsmaßnahmen eingeleitet und wo möglich PV-Anlagen installiert.
Landrat Huber freute sich sehr über die Initiative der Wirtschaftsjunioren die Energiewende zum Thema gewählt zu haben und wünschte den Zuhörern viele gewinnbringende Erkenntnisse.
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Franco Andolfo, Klimaschutzbeauftragter am Landratsamt Mühldorf stellte die Frage EnergieWende oder EnergieEnde? Tatsächlich zeigen Untersuchungen das Verfehlen der gesteckten Klimaziele.
Wissenschaftliche Untersuchungen haben diese Einsparpotentiale aufgedeckt.
Gebäude mit Isolierung zuzupflastern darf allerdings nicht als Allheilmittel gesehen werden. Vielmehr müssen auch Industrie und Verkehr ihre Potentiale einsparen. Welche Einsparungen möglich sind, zeigt diese Graphik.
Um die Versorgungslücke nach dem Abschalten der Kernkraftwerke zu schließen, muss viel Strom von alternativen Energieträgern erzeugt werden. Diese Energiemengen müssten dann die bayerischen Bürger und die Bewohner des Landkreises Mühldorf erzeugen.
Geplant ist, die Versorgungslücke durch sechs Gaskraftwerke zu schließen, die im Bedarfsfall zusammen 40 Terra-Watt-Stunden erzeugen müssten. Da nun Aktivität sowohl von den Erzeugern als auch von den Verbrauchern gefordert ist, warten derzeit alle auf den ersten Schritt des jeweils anderen.
Um die Erzeugung auf der Basis von erneuerbaren Energien auszubauen, gibt es diese Ideen von denen aber viele belächelt werden – so lange bis sie sich als praktikabel erweisen.
Franco Andolfo erläuterte den Einsatz dieser Techniken an Hand von Beispielen.
Gelingen kann die Energiewende nur durch die Diversifikation der Energieerzeugung. Auf jeden Fall nötig sind Technologien zur Speicherung von Strom, die es bislang kaum gibt. Ein Pilotprojekte zur Versorgung von 40 Haushalten wird gerade in Haag aufgebaut.
Moderne Klein-Windanlagen, Elektroautos mit Brennstoffzellen, Wärmespeicher in Gebäudefundamenten, Flußbojenkraftwerke und die Rückgewinnung von Abwasserwärme waren nur einige Beispiele, mit der man Energie erzeugen, sparsam nutzen oder zurückgewinnen könnte.
Um die Energeiwende, wie Wikipedia sie definiert, zu bekommen, muss nachhaltig vorgegangen werden.
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Max Geisberger aus Schwindegg sollte über dezentrale Gaskraftwerkanlagen referieren und stellte überwiegend seine Firma vor und die Biogasanlagen, die seine Firma herstellt und verkauft.
Kleine Anlagen – egal ob mit Biogas oder mit Erdgas betrieben – speisen in Mittelspannungsnetze ein und sorgen so für Betriebssicherheit. Allerdings benötigt der Aufbau einer dezentralen Kraftwerksinfrastruktur ein ganz anderes Energieverteilnetz als das Existierende.
Kleinkraftwerke eignen sich besonders für die Bereitstellung von Spitzenlast, sie sind in wenigen Minuten bereit, unabhängig von Sonne und Wind und einfach zu warten.
Die bestmögliche Nutzung der Primärenergie versprechen Blockheizkraftwerke deren Zahl drastisch steigen wird.
Biogaskraftanlagen können bei optimaler Steuerung die Ausfallzeiten von Wind- und Solaranlagen überbrücken und so zu einer stabilen Stromversorgung beitragen. Allerdings sollte honoriert werden, wenn solche Anlagen nur zu Zeiten arbeiten, in denen Wind und Photovoltaik nichts liefern.
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Der Frage, ob wir Elektromobilität benötigen, sollte Manuel Schwarzmeier von Schletter in Kirchdorf nachgehen. Er kam zur Erkenntnis, man benötigt sie nicht.
Allerdings macht die rückläufige Ölgewinnung ihren Einsatz nötig. Um den Strom für Elektrofahrzeuge zu gewinnen, stellt seine Firma eine große Vielfalt von Carports her.
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Zum Thema Energiespeicherung sprach Ralf Kleinknecht. Seine Firma vertreibt akku-basierte Speichersysteme mit einer Speicherkapazität von 20 Kilowattstunden, die in Haushalten die Zeit überbrücken helfen, in der Photovoltaikanlagen keinen Strom liefern. Trotz der Investitionskosten bleibt der Strompreis unter dem aktuellen Niveau.
Seine Firma bietet auch größere Anlagen für Gewerbegebiete an, die je nach Bedarf konfiguriert werden können.
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Der letzte Referenz war Michael Falterer, dessen Firma Gewerbebetriebe auf neue, LED-basierte Leuchtmittel umrüstet und etwa bei einem Autohaus die Stromkosten auf ein Drittel reduziert hat. Die Investition in neue Leuchtmittel und Leuchten sparte der Kunde in zweieinhalb Jahren wieder ein.
LED-basierte Leuchtmittel gibt es heute mit den selben Farben wie Glühbirnen, sie haben eine zigfach längere Lebensdauer, flackern nicht, brummen nicht und enthalten keine Giftstoffe mehr.
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Die abschließende Podiumsdiskussion moderierte der neu gewählte Oberbayern-Sprecher der Wirtschaftsjunioren Sascha Schnürer. Er berichtete von einer Umfrage, in der junge und überwiegend kinderreiche Unternehmer den nachhaltigen Umgang mit den Energieressourcen an oberster Priorität sehen.
An nächster Stelle stand die Versorgungssicherheit und die Planbarkeit und zwar im Sinne der Verfügbarkeit als auch im Sinn der Bezahlbarkeit.
Von zweitem Bürgermeister Richard Fischer wollte er wissen, wie die Energiewende in Waldkraiburg stattfindet. Der Angesprochene berichtete vom Bau der Geothermieanlage und von der Ausstattung zahlreicher Gebäude mit Photovoltaikanlagen. Die Diskussion in der Bevölkerung läuft schon sehr lang. Allerdings sind hohe Investitionen nötig, die sich später natürlich rechnen müssen.
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Die billigste Energie ist die, die man nicht benötigt, wiederholte Architekt Klaus Leukert eine bekannte Weisheit. Er sah das Allheilmitteln nicht in der Ummantelung aller Häuser mit 30 Zentimeter Styropor und plädierte dafür für gezielte Dämmung und intelligente Energiesteuerung.
Das geht natürlich am Besten in Mehrfamilienhäusern, die bezogen auf die Anzahl Wohneinheiten die geringste Außenfläche haben.
Von Energiesparmaßnahmen profitieren alle: Der Eigentümer, der Mieter, die Umwelt und damit die gesamte Gesellschaft.
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Nach einer Schlussrunde, in der Sascha Schnürer von den Podiumsteilnehmern wissen wollte, mit wem der anderen jeder tags darauf ein Projekt in Angriff nehmen würde, kamen die Teilnehmer im Foyer zum sogenannten „Get Together“ zusammen und diskutierten dabei die frisch gewonnenen Erkenntnisse.
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Wenn wir ein Fazit ziehen sollten: Referenten und Diskusssionstielnehmer beschränkten die Energiewende auf das direkte Umfeld der Symposiumsteilnehmer. Damit blendeten sie die erheblichen Probleme aus, vor denen die Industrie steht wenn sie Schmelzöfen oder den Bahnverkehr mit alternativ erzeugter Energie betreiben soll. Die Grundlast, die unser Land am Laufen hält, lässt sich auf Jahrzehnte nicht durch alternative Anlagen ersetzen, die weder planbar noch kalkulierbar dann Strom erzeugen, wenn der Wind weht oder die Sonne scheint.
46 Energiegespräch zwischen Bund und Land der SPD mit Bundestags-Fraktions-Vize Hubertus Heil 14:30
MdL Günther Knoblauch freute sich sehr, neben zahlreichen Mitgliedern der SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag eine Reihe Bundestagsabgeordneter seiner Partei und viele lokale Mandatsträger, Vertreter von Gewerkschaften, der beiden Industrieverbände, Bürgermeister und Interessenten im Mühldorfer Haberkasten begrüßen zu können. Besonders freute er sich über Hubertus Heil, den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der SPD im Deutschen Bundestag. Er dachte, es wäre wichtig, dass die Vertreter aus dem Deutschen Bundestag sehen, wie der Raum Südostbayern „tickt“, der mit seiner Chemieindustrie so stark auf eine funktionierende und bezahlbare Energieversorgung angewiesen ist.
Würden diese Rahmenbedingungen wegfallen, wäre es eine Frage der Zeit, dass die Industrie dorthin zieht, wo sie passende Bedingungen finden. Dann gingen 25.000 Arbeitsplätze verloren, so viele wie bei Bayer in Leverkusen.
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Bürgermeisterin Marianne Zollner hieß die Gäste im historischen Haberkasten willkommen, der 1897 das erste Kraftwerk beherbergte das nach seiner Eröffnung 1898 erstmals die Straßen der Stadt mit „elektrifizierter Illumination“ erleuchtete. Schon damals gab es große Proteste in der Bevölkerung. Die heutigen Proteste gegen neue Stromtrassen sind also nichts Neues.
Heute versorgen die Stadtwerke die Mühldorfer mit fast 100% Ökostrom, vorwiegend aus Wasserkraft. Lediglich Industrie und Wirtschaft werden mit anderem Strom versorgt.
Sie wünschte den Zuhöreren fruchtbare Gespräche, abnehmende Proteste und viel Erfolg bei der Gestaltung der Energiewende.
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MdB Hubertus Heil war schon mehrfach in der Region zu Gast, vorwiegend in Sachen Autobahn- und Bahnausbau.
Die wirtschaftliche Stärke Deutschlands sah er im Fleiß der Deutschen genau so wie im Beharren auf Bewährtem bei gleichzeitiger vorsichtiger Modernisierung. Deutschland hat die Finanzkrise so gut überstanden, weil es an der Industrie festgehalten und sich nicht dem Modetrend Finanzwirtschaft zugewandt hat wie etwa Irland. In Deutschland geschieht noch Wertschöpfung. Diese liegt aktuell bei 22%, so wie 1998. Großbrittannien hat diesen Wert von ebenfalls 22% auf 11% reduziert. Heute spricht man in Europa von der Notwendigkeit der „Re-Industrialisierung“.
Vier Themen fordern Deutschland: Der demographische Wandel und damit verbunden der Fachkräftemangel, die Innovationsfähigkeit, besonders die Digitalisierung, die Internationalisierung und die Versorgung mit Energie und Ressourcen.
Im Gegensatz zu anderen Ländern mit niedrigen Energiepreisen hat man in Deutschland mit den Einnahmen aus dem Energieverkauf zahlreiche andere Ausgaben bestritten. Das belastet die deutsche Wettbewerbsfähigkeit.
In diesem Umfeld muss die Energiewende bewältigt werden, die einerseits die Klimaschutzziele erreichen sollen und aus der Kernenergie ausgestiegen werden soll.
Bei allem müssen Umweltverträglichkeit, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit erhalten bleiben. Seit einiger Zeit ist das Erreichen dieser Ziele jedoch gefährdet. Durch Wahlen und einen energiepolitischen Zick-Zack-Kurs ging viel Zeit verloren.
Seit der Bundestagswahl wurde viel aufgeräumt, mehr nicht. So wurde das Erneuerbare-Energieen-Gesetz unter erheblichem Zeitdruck reformiert. Das sicherte viele Arbeitsplätze in über 2.000 Unternehmen, auch bei Wacker in Burghausen. Der Anteil von 25% der erneuerbaren Energie an der Versorgung Deutschlands zeigt, dass die Energiewende funktioniert.
Bei allem muss die Energie bezahlbar bleiben. Das heißt aber, das EEG erneut zu ändern weil damit noch immer jährlich 25 Milliarden Euro eingesammelt werden um die erneuerbaren Energien auszubauen. Man braucht diese Summe um die langfristigen Verträge zu bezahlen, die in der Aufbauphase abgeschlossen wurden.
Die wirklich großen Aufgaben stehen aber noch bevor: Die Energieversorgung auch dann sicherzustellen wenn die Sonne nicht scheint, der Wind nicht weht und keine Speicher liefern.
Die Energiewende fordert das Netzmanagement extrem, das auf alle diese Schwankungen reagieren und bei Bedarf konventionelle Kraftwerke einsetzen muss.
Die Lösung für diese Probleme sah Hubertus Heil im sogenannten intelligenten Strommarktdesign. Dazu gehört einerseits die Reorganisation des Strommarktes und das Vorhalten von konventionellen Kraftwerken oder andererseits der Aufbau eines sogenannten Kapazitätsmarktes.
Diskutiert wird auch die Möglichkeit, Leistungsbedarf auszuschreiben und günstigst möglich einzukaufen. Das alles wird von Interessenvertretungen aller beteiligten Gruppierungen kontrovers diskutiert.
Neben der Anpassung der Energieerzeugung musst auch weiter an der Einsparung von Energie gearbeitet werden, die in Zeiten niedriger Energiepreise und niedriger Zinsen Gefahr läuft, in den Hintergrund zu geraten.
Ein Grenzbereich zwischen Strom und Wärme ist die Kraft-Wärme-Koppelung, deren Ausbau die Bundesregierung mit großer Energie verfolgt. Bisher im privaten Bereich weit verbreitet, soll sie auch im kommunalen Bereich mehr Einsatz finden, etwa bei Stadtwerken. Natürlich muss dazu die Frage der Eigenstromnutzung geklärt werden.
Alle angedachten Veränderungen müssen so umgesetzt werden, dass der Wohlstand Deutschlands nicht verloren geht. Dabei werden 2015 wichtige Weichen gestellt, die auch zukünftig die Bezahlbarkeit und die Versorgungssicherheit gewährleisten sollen.
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Detlef Fischer vom Verband der Energie- und Wasserkraftwerke erläuterte die Probleme, die sich Deutschland mit der Energiewende einhandelt. Bis 2050 soll laut den Plänen der Bundesregierung 80% der deutschen Energie aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Für seine Betrachtungen ging er davon aus, dass alles so weitergeht wie bisher, also dass Deutschland sein schönes beschauliches Leben so weiterführen kann.
Da die wichtigste Einheit der Energiewende der Euro ist, zeigt sich dass sie ein großes Geschäft ist, finanziert in ganz kleinen Tröpfchen von uns allen.
Detlef Fischer beschrieb die nötigen Veränderungen in der Erzeugung, in den Netzen und sogar in der Landschaft. Alle sind unumkehrbar und wirken sich so auf jeden aus, was sich die Bürger noch gar nicht vorstellen können.
Mit Zahlen und Fakten wies er nach, dass erneuerbare Energiequellen genau dann nicht zur Verfügung stehen, wenn sie am meisten gebraucht werden, Ende November, im Dezember, im Januar. Gerade die Windkraft fällt deutschlandweit immer wieder wochenlang aus. Das verschweigen viele Publikationen – auch die der SPD.
Vor diesen vier wesentlichen Herausforderungen steht die Integration erneuerbarer Energien. Die technische Integration wird gelingen, das traute er den deutschen Ingenieuren zu. Auch die administrative Integration wird gelingen.
Nicht gelingen wird es aber, wohlhabenden Deutschen ihre Annehmlichkeiten weg zu nehmen, die durch hohen Energieverbrauch sehr zum Klimawandel beitragen.
Als beliebteste Energiearten nennen die Deutschen diese Reihenfolge.
Tatsächlich nutzen sie 85% fossile Energie in ihren verschiedenen Formen. Obwohl ein Mal Tanken dem Haushaltsstromverbrauch von drei Monaten entspricht, reden alle nur vom Strom...
(O-Ton Total Balla-Balla)
Deutschland läuft in einen Wahn hinein, glaubt an die Energiewende, lebt sie aber nicht.
Unsere Wohlstandsgesellschaft basiert auf dem Verbrauch von Energie. Heute fliegen Kreisklasse-Fußballmannschaften zum Trainingslager in die Türkei.... Sie könnten genau so gut zu Hause trainieren.
Was noch möglich ist, wenn mit heutigem Stand der Technik 2050 jeder nur noch 2 Tonnen CO2 pro Jahr produzieren darf, zeigt diese Graphik.
Die angeblich so umweltbewussten Deutschen haben 2012 2 Millionen Kreuzfahrten gebucht....
Dabei sieht man auf dem linken Bild, wieviel Schwerölabgase so ein Schiff hinterlässt.
Bei allem trifft uns der Fluch des Rebound-Effektes: Einsparungen durch neue Entwicklungen führen zu Mehrnutzung und dadurch zur effektiven Verbrauchssteigerung. So stehen inzwischen auf fast allen Arbeitsplätzen zwei LCD-Bildschirme.
Angst machte ihm das autonome Fahren das zu noch mehr Verkehr führt. Es ist ja dann so einfach, statt Sudelfeld Val-d-Isere einzustellen und das Auto fahren zu lassen.
Das alles wird publikumswirksam verkauft, wie hier mit ein paar Ökobussen am Flughafen München, wo sich tatsächlich seit 1990 die Fluggastzahlen mehr als verdreifacht haben.
Die Liebsten sind ihm die Öko’s, die in alle Welt reisen um dort ökologische Projekte zu unterstützen.
Sein Verband macht da mit und bewirbt die Windenergie. So glauben tatsächlich 90% der Bevölkerung man könnte mit Windkraft ein Kernkraftwerk ersetzen! (O-Ton Herzlichen Glückwunsch!)
So riet Detlef Fischer den Zuhörern den eigenen Energieverbrauch zu überprüfen. Dann werden sie erkennen, dass der Stromverbrauch nur einen kleinen Teil darstellt.
Kein Verständnis hatte er für die Proteste gegen die geplanten Stromtrassen. Schließlich gibt es landauf landab solche Anlagen gegen die niemand je protestiert hat.
Dabei transportieren solche Leitungen die Leistung von zwei Kernkraftwerken, 20 Terrawattstunden. Mit dem Ausbau der Wasserkraft kann man vielleicht eine Terrawattstunde dazu gewinnen.
Jetzt plötzlich wird demonstriert und den Versorgern Profitgier vorgeworfen. Er schloss mit einem Zitat seiner Büroleiterin, die festgestellt hatte, dass der Bürger die Energiewende so lange wollte, bis er begriffen hat, dass sie ihn etwas kostet und seine Umgebung direkt betrifft.
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In einem weiteren Vortrag sah Dr. Gerhard Wagner, Geschäftsführer der ÖMV-Raffinerie in Burghausen das Gelingen der Energiewende in einer funktionierenden Kommunikation.
Natürlich ist eine sichere und bezahlbare Energieversorgung die Grundlage für die Arbeit der Firmen im Chemiedreieck. Sie können dabei auf die umweltfreundliche Energie aus Wasserkraft zugreifen und auf Gas. Das gilt sowohl für sein Unternehmen wie auch für die Wacker-Chemie.
Aus eigenem Erleben in seiner Raffinerie in Burghausen berichtete Dr. Gerhard Wagner von Millionenschäden durch sehr kurze Schwankungen im Energieversorgungsnetz.
Solche Schwankungen kann sich ein Industrieland wie Deutschland nicht erlauben.
Eine weitere Gefährdung ist der Strompreis, der unmittelbar auf die Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Landes wirkt. Hier redet man nicht von Milliarden sondern von mehr.
Die Politik muss für Planungssicherheit sorgen und sagen, wie’s weitergehen soll. Wenn in Deutschland lautstark über die Ausländermaut diskutiert wird, wäre es doch interessanter, über eine sichere Stromversorgung zu reden. (Applaus)
Da das alles nicht geklärt ist, wurde auch der Bau des Gaskraftwerkes in Haiming zurückgestellt, für das bereits die fertige Planung und alle nötigen Genehmigungen vorliegen. Es wird nicht gebaut, da die dafür nötigen Rahmenbedingungen von Seiten der Politik nicht geschaffen wurden. Um die nötigen 600 Millionen Euro zu investieren braucht die OMV Planungssicherheit für 20 Jahre.
Abschließend forderte Dr. Wagner das neue Marktdesign, in dem alle Beteiligten zusammenarbeiten müssen. Nur so kann Wirtschaftlichkeit, Versorgungssicherheit und Umweltverträglichkeit langfristig gewährleistet werden.
Nur wenn es gelingt, die Rahmenbedingungen so zu schaffen, dass Gaskraftwerke nach der Abschaltung der Kernkraftwerke übernehmen, kann der Wohlstand in Deutschland aufrechterhalten werden.
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Da er seinen Rückflug erreichen wollte, dankte Günther Knoblauch Hubertus Heil für seinen Besuch und seine Ausführungen.
Wir konnten dieses kurze Gespräch mit Hubertus Heil führen: Herr Heil, Detlef Fischer hat vorhin mit Daten und Fakten die Energiewende in Frage gestellt. (O-Ton)
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In der folgenden Diskussion gingen die Mandatsträger auf die Fragen der Gäste ein und erläuterten die vielfältigen Aspekte der Energiewende.
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Es ist bemerkenswert, mit welch stoischer Sicherheit die Politik die Fakten ignoriert und an einer Energiewende festhält, die nichts anderes ist als eine Bedrohung der Versorgungssicherheit auf die die Industrienation Deutschland so dringend angewiesen ist.
Es wäre sicher hilfreich, wenn die Diskussionsteilnehmer sich persönlich ein Bild davon machen würden, was Energie eigentlich ist. Energie wie Deutschland sie braucht kann von Windkraftanlagen oder Photovoltaikanlagen nicht erzeugt werden.
Man bräuchte nämlich 720 Windräder mit je 2 Megawatt Leistung um ein einziges Kernkraftwerk wie etwa in Ohu zu ersetzen. Und diese 720 Windräder müssten 24 Stunden am Tag 365 Tage im Jahr unter Vollast laufen. Auch wenn wir 720 Windräder bauen könnten, den dafür nötigen Wind haben wir halt leider nicht....
Vielleicht sollte man doch einmal mit ein paar Fachleuten reden und ihnen auch glauben!
47 Arbeitskreis Soziales des Bezirksverbandes der Jungen Union: "Ärztliche Versorgung im ländlichen Raum" 9:50
Waldkraiburgs JU-Vorsitzende Stephanie Pollmann begrüßte die Gäste der Podiumsdiskussion im kleinen Saal im Haus der Kultur. Neben den Diskussionsteilnehmern konnte sie JU-Kreisvorsitzenden Manfred Kroha, Frauenunions-Kreisvorsitzende und Mühldorfs zweite Bürgermeisterin Ilse Preisinger-Sontag, die stellvertretende CSU-Kreisvorsitzende Charlotte Konrad und Mettenheims Bürgermeister Stephan Schalk willkommen heissen.
Sie begrüßte auf dem Podium: Dr. Bernhard Kofler, Hausarzt und Vorstandsbeauftragter der Kassenärztlichen Vereinigung, Bürgermeistersprecher und Landarzt Dr. Karl Dürner, Bezirksrätin und Behindertenbeauftragte des Bezirks Oberbayern Claudia Hausberger, Stephan Pilsinger, Doktorand der Medizin und Julia Grote. Kurz darauf kam Oberbayern-JU-Vorsitzender MdB Tobias Zech dazu.
31,7% der Hausärzte im Landkreis ist über 60 Jahre alt, berichtete Claudia Hausberger. Sie alle werden in zwei- drei Jahren in den Ruhestand geben. Dann wird die Versorgung im Landkreis leiden, sollte es nicht gelingen Nachwuchs zu finden.
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Dr. Bernhard Kofler freute sich darüber, dass die Junge Union ein Thema behandelt, das doch in erster Linie Omas und Opas betrifft.
Tatsächlich ist von der Ärzteschwemme Anfang der 90er Jahre nichts mehr übrig geblieben. Das Verhältnis heutiger Ärzte zu ihrem Beruf ist ganz anders als früher. Sie sehen ihn nicht mehr als Berufung sondern eben als Beruf, der gleichberechtigt mit ihren sonstigen Interessen steht. Ging früher ein Arzt in seinem Beruf auf, verzichten heutige Ärzte nicht auf ihre Freizeit und ihre Hobbys und bleiben deshalb dort, wo sie Familie und Freunde und vor allem eine geregelte Arbeitszeit haben: In Kliniken in Großstädten.
Auch die Budgetierung trägt dazu bei, dass das Leben als selbständiger Arzt schwierig geworden ist.
Es macht eben keine Freude, am Ende des Budgets umsonst arbeiten, oder sogar Urlaub nehmen zu müssen, was natürlich der Versorgung der Bevölkerung nicht gerade dient und so zur Verbitterung beiträgt.
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MdB Tobias Zech berichtete von einem neuen Gesetz, das gerade im Bundstag behandelt wird und dessen Ziel eine bedarfsgerechte Versorgung der ländlichen Bevölkerung ist. Ein Thema dieses Gesetzes ist auch die Verkürzung der Wartezeit auf einen Termin beim Facharzt.
Ziel ist es, die örtliche Konzentration von Ärzten zu verhindern. So kann es nicht sein, dass der Landkreis München kein Krankenhaus hat und dafür in der Stadt selbst Überversorgung herrscht.
Zusätzlich in den Gesetzentwurf einzubringen sind Maßnahmen gegen die Überalterung der Ärzte.
Eine gute Versorgung mit Ärzten ist für alle Kommunen ein Standortfaktor, genau so, wie Straßen oder das Internet.
Tatsächlich gabe es nie so viele Ärzte in Deutschland wie derzeit. Das neue Gesetz versucht nun mit finanziellen Anreizen und neuen Kooperationsformen diese Ärzte zu bewegen, sich auf dem Land niederzulassen.
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Dr. Karl Dürner war sicher, so einen Landarzt wie ihn wird es in Zukunft nicht mehr geben. Er hat in 40 Jahren alles mitgemacht, was die Politik sich für das Gesundheitswesen ausgedacht hat. Und alle Gesundheitsminister. Auch er hatte damals eine Anschubfinanzierung erhalten und musste das Geld nach 30 Jahren zurückzahlen.
Ein Landarzt benötigt heute Grundwissen von vielen Fachbereichen. Niemand kann sich gleich nach dem Studium als Landarzt niederlassen. Das kann man den Menschen nicht zumuten.
Er gab zu bedenken, dass es heute zwar sehr viele Ärzte gibt, 70% aber Frauen sind, denen es schwer fällt, Familie und Beruf und Praxisführung zu vereinen. Eine Lösung können Gemeinschaftspraxen sein.
Als Bürgermeister war er überzeugt, eine Arztpraxis ist ein entscheidener Standortfaktor für jede Kommune. Da es viele kleiner Kommunen gibt, müssen sich sie sich auch zusammenschließen und eine Praxis für mehrere Kommunen akzeptieren.
Ein Arzt braucht etwa 1.200 Patienten um wirtschaftlich arbeiten zu können. Schon mit 1.800 kann sich eine Gemeinschaftspraxis rechnen.
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Auf Frage erklärte Dr. Karl Dürner, zur Ausbildung eines Landarztes gehören mindestens 18 Monate Praxiserfahrung bei einem niedergelassenen Hausarzt. Er würde ein duales System begrüßen, also die Ausbildung an der Universität und parallel dazu das Sammeln von Erfahrung in der Praxis. Lernen muss ein Landarzt Grundlagen der Chrirugie, der inneren Medizin, Entbindungen, Gynäkologie und vieles mehr. Die Ausbildung gibt’s heute nicht mehr, wie er sie durchlaufen hat. Heute ist „Hausarzt“ eine anerkannte Fachrichtung, zu der auch die sogenannte sprechende Medizin gehört, also das ausführliche Gespräch mit den Patienten. Ohnehin kommen vielen Patienten nicht weil sie physische Leiden haben sondern weil sie mit jemandem reden wollen. Das können Medizinische Versorgungszentren nicht ersetzen.
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Tobias Zech brachte ein Beispiel aus seiner Heimatgemeinde wo der Sohn eines klassischen Hausarztes diese Berufsauffassung nicht mehr vertreten will. Der junge Arzt hat Familie und ein Haus gebaut und will sich die Belastung des klassischen Hausarztes nicht mehr antun.
Ein anderer Arzt hat ebenfalls investiert und erhielt Ende Oktober ein Schreiben, in dem ihm mitgeteilt wurde, dass sein Budget aufgebraucht ist. So kann man nicht planen wenn Fleiß eher bestraft wird.
Außerdem beklagte er den Zeitmangel, dem Ärzte durch überbordende Bürokratie unterworfen sind.
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Dr. Bernhard Kofler erinnerte sich, diese Gemeinschaftspraxen und Zusammenschlüsse von Landarztpraxen gibt es schon lange.
Er ergänzte, im Fachbereich Allgemeinmedizin werden Inhalte aus 120 Fachbereichen gelehrt, so umfangreich ist die Medizin heute. Hausärzte müssen den gesamten Fortschritt der Medizin verfolgen und anwenden und entscheiden können, welche Maßnahmen im gegebenen Fall anzuwenden sind. Und da geht’s tatsächlich vom Hirntumor bis zum eingewachsenen Zehennagel.
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Stephan Pilsinger hat gerade sein Studium abgeschlossen. Er wollte nicht Hausarzt werden um nicht so angehängt zu sein. Allerdings bemerkte er, kein junger Mediziner wird Hausarzt werden wollen wenn man diesen Beruf ständig nur schlecht redet und ständig wiederholt, der Hausarzt wird aussterben. Keiner ergreift einen Beruf der ausstirbt.
Er will die sprechende Medizin ausüben, deshalb will er Internist werden. Wenn er aber dann hört, dass ein Hausarzt zwei oder drei Minuten Zeit für einen Patienten hat, dann sieht er darin keine Chance vernünftig helfen zu können.
Er kritisierte auch die Auswahl zum Medizinstudium. Seiner Meinung ist es weniger wichtig, einen Einser-Schnitt im Abiturzeugnis zu haben als viel mehr, den Arztberuf im Herzen zu haben.
Er befürchtete, solche Elite-Abiturienten werden Elite-Ärzte und gehen dann in die Forschung und nicht nach Niederbayern aufs Land.
Außerdem muss Allgemeinmedizinern an Hochschulen oder Kliniken mehr Achtung entgegengebracht werden.
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Bürgermeister Dr. Karl Dürner stellte die hervorragenden Möglichkeiten dar, die junge Ärzte auf dem Land erwarten, war aber auch überzeugt, die Kommunen müssen noch mehr tun um die Lebensqualität für Ärzte zu steigern. Alles wird aber nichts nützen, wenn die Kandidaten das Leben auf den Land nicht auch mögen.
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Dr. Bernhard Kofler erläuterte ausführlich nach welchen komplizierten Regeln Hausärzte bezahlt werden. Bestenfalls verdient ein Hausarzt so viel wie ein Facharzt. Im gesetzlichen System erhält der Arzt pro Quartal für einen Patienten etwa 40 Euro zuzüglich 4 Euro 50 für Gesprächsleistungen. Das ist natürlich viel weniger als jeder Handwerker verdient.
Dr. Karl Dürner nannte die korrekten Pauschalen, die je nach Alter gestaffelt sind und unabhängig davon gelten, wie oft ein Patient im Lauf eines Quartals in die Praxis kommt.
Allerdings wird hier ständig geändert, es ist nicht einfach. Tatsächlich stehen da Kardiologen oder Orthopäden viel besser.
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Ältere Menschen gehen eher zum Hausarzt, jünger gleich ins Krankenhaus war Claudia Hausberger sicher.
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JU-Kreisvorsitzender Manfred Kroha berichtete von geradezu übertriebener Behandlung eines Knieproblems für das er 6.000 Euro bezahlt hat, seine Mutter aber mit ernsten Schwierigkeiten 28 Euro 50. Er war überzeugt, sein Arzt könnte mit den Einnahmen aus der gesetzlichen Krankenversicherung seine Praxis nicht halten.
Bemerkenswert auch, seine private Krankenkasse verlangt monatlich 460 Euro, die gesetzliche seines Kollegen über 700. Da gilt es von Seiten des Gesetzgebers einzugreifen. ER konnte sich nicht vorstellen, dass ein Arzt wirklich helfen kann, wenn er nur 28 Euro 50 erhält.
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Auch die zahlreichen Klagen nach langen Wartezeiten für Facharzttermine konnten die Diskussionsteilnehmern nicht nachvollziehen. Nach ihren Erfahrungen erhalten Patienten mit Überweisungsscheinen vom Hausarzt sofort Termine, ganz gleichgültige bei welcher Versicherung sie versichert sind. Auch bei selbständiger Arztwahl gibt es in unserer Region keine außerordentlichen Wartezeiten.
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Damit dankte Tobias Zech den Diskussionsteilnehmern und besonders Julia Grote für ihre Moderation. Er kündigte an, nach diesem ersten Abend weitere durchzuführen um dieses Thema auch weiter zu kochen.
Abschließend dankte Stephanie Pollmann den Podiumsgästen mit einem Geschenk und entließ die Gäste in einen ruhigen Abend.
48 Letzte Schlappe mehr als wettgemacht: VfL Waldkraiburg gegen TV Passau 7:20
Die Niederlage in der Vorwoche war vielleicht der nötige Weckruf für die Aktiven des VfL Waldkraiburg, sich doch am Riemen zu reissen um die Klasse zu halten. Vielleicht deshalb meldeten sich diesmal alle Aktiven wieder zum Dienst. Tobias Wethanner konnte alle seine Leistungsträger einsetzen. Es würde sich zeigen, wie nach der langen Zeit des Laborierens das Zusammenspiel funktionieren würde.
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Bevors losging motivierte Tobias Wethanner seine Leute nochmal.
Passau, ganz in blau, begann von rechts nach links.
Keine zwei Minuten nach dem Anpfiff traf Florian Unger zum 1:0.
Im Gegenzug glichen die Gäste aus.
Dann erhöht Maxi Kappes für die Hausherren.
So geht es weiter. Einem Tor der Hausherren folgt ein Tor der Gäste.
Dann gelingt es Waldkraiburg wieder durch Maxi Kappes auf 5:2 davon zu ziehen.
Maxi Kappes war auch der Schütze zum 7:4.
Dann schnappt sich Lion Kernleitner den Ball und stürmt zum Passauer Tor. 8:5
Diesmal hält die Abwehr der Industriestädter stand.
Chris Michl’s langen Paß kann Maxi Kappes direkt verwerten.
Das selbe Spiel gleich drauf noch einmal: Diesmal trifft Lion Kernleitner zum 10:5.
Dann finden die Gäste doch wieder eine Lücke: 10:6
Norbert Maros scheitert an der Latte.
Dafür gelingt der nächste Treffer Florian Unger wieder. 11:6
Die Gastgeber können ihren Vorsprung weiter ausbauen. Stefan Lode zum 12:7
Und Maxi Kappes zum 13:7
Und gleich darauf zum 14:7
Das 15:7 nach gut 18 Minuten des Spiels durch Lion Kernleitner bewog die Mannschaftsführung der Gäste eine Auszeit zu nehmen. Die Minen verrieten Ratlosigkeit.
Passau’s Situation verschärfte Chris Michl noch.
Nach Lion Kernleitners 16:7 trafen die Gäste dann doch wieder zum 16:8.
Dann gelang es dem Torhüter der Gäste auch einen Angriff abzuwehren.
Etwas später kam ihm der Pfosten zu Hilfe.
Da sie sich nur unfair wehren konnten, gabs die gelbe Karte und Strafwurf. Den konnten sie aber gegen Norbert Maros parieren.
Und auch beim nächsten Angriff half die Latte den Gästen. Die scheiterten im Gegenzug auch an einem Schubser, der den ersten Strafwurf nach sich zog. Keine Chance für Chris Michl. 17:10
Das ließ Waldkraiburg natürlich nicht auf sich sitzen. 18:10 durch Matthias Pappert.
Im Gegenzug müssen die Hausherren zu unfairen Mitteln greifen. Strafwurf und das 11. Tor für Passau.
Dann kann Chris Michl den schnellen Angriff der Gäste parieren und Tobias Wethanner zückt die grüne Karte für eine kurze Besprechung.
Kurz darauf hindern die Gäste Stefan Lode am Wurf: Den Strafwurf versenkt Karel Duffek zum 20:10.
und auch den letzten Treffer vor der Pausenhupe erzielen die Hausherren. 21:10.
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Nach dem Seitenwechsel Waldkraiburg von rechts nach links.
Es geht weiter wie vorher: Florian Unger zum 22:10
Den Gegenangriff kann Karl-Heinz Lode parieren.
Nach gut vier Minuten wehren sich die Hausherren unfair was zu einem Strafwurf für Passau führt. Chris Michls Akrobatik ist vergeblich weil der Ball ohnehin nebens Tor geht.
Dann hebt Norbert Maros den Ball zum nächsten Treffer ins Tor.
Da Tor auf Tor folgt, machen wir einen kleinen Sprung:
Immer wieder gelingt es den Gäste die Abwehr der Hausherren und Chris Michl zu überwinden.
Dann die erste 2-Minuten-Strafe in dem Spiel, das bis dahin sehr fair verlaufen ist. Norbert Maros‘ Strafwurf bringt das 27:13.
Immer wieder hilft das Aluminium den Gästen nicht noch weiter in Rückstand zu geraten.
Tobias Wethanner holt seine Leute beim Stand von 27:15 zu einem kurzen Gespräch.
Den nächsten Angriff kann erst Chris Michl entschärfen.
Die Gäste hatten sich etwas gefangen, so kam Waldkraiburg nicht mehr mit jedem Angriff zum Torerfolg.
Trotzdem gelangen solche Treffer. Matthias Pappert zum 28:15.
Etwas außerhalb unseres Blickwinkels: Ein Foul an Stefan Lode führt zu Überzahlspiel und das zum 31:16 durch den Gefoulten.
Dann kann der Schlussmann der Gäste zunächst klären. Seine Vorderleute aber ihren Querpaß nicht ans Ziel bringen. Michael Stamp schnappt sich den Ball vor dem leeren Tor. 32:17.
Die Gäste versuchen’s immer wieder, scheitern aber entweder an Chris Michl oder an der Abwehr der Hausherren.
Dann überwinden sie das Abwehr-Bollwerk ein letztes Mal zum 32:18. Waldkraiburg gelingen noch drei weitere Treffer bis die Hupe das Spiel beendet. Am Ergebnis ändert auch ein letzte Team-Time-Out der Gäste nichts mehr.
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(O-Ton Tobias Wethanner)
49 Testspielkracher Landesligist FC Töging gegen Regionalligist TSV Buchbach 6:30
Mit einer Reihe Testspiele bereiten sich derzeit alle Fußballmannschaften auf die wichtigen Spiele der verbleibenden Saison vor. Der FC Töging steht hier vor der großen Aufgabe gleich sieben Neuzugänge in die Mannschaft zu integrieren. Da kam das Testspiel gegen den Regionalligisten TSV Buchbach gelegen, eine Mannschaft, die sich seit drei Jahren in der Regionalliga etabliert hat.
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Buchbach kam gerade aus dem portugiesischen Trainingslager zurück und bereitet sich auf das erste Ligaspiel am kommenden Samstag in Nürnberg vor. Etwas mehr Zeit hat der FC Töging, der erst am 21. März in Ergolding in den Spielbetrieb startet.
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Dem Spiel auf dem wintergezeichneten Platz im Raiffeisenstadion am Wasserschloss merkte man von Anfang an seine Testspielfunktion an. Töging's Trainer Mario Reichenberger ließ von Anfang an nicht nur fünf der Neuzugänge antreten sondern hatte mit Welder de Souza Lima, Benedikt Baßlsberger und Sergej Volkov auch drei Lanzeiterverletzte wieder in der Startelf.
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Schiedsrichter der Partie war Markus Huber.
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Töging in schwarz-weiß von links nach rechts beginnend tauchte schon nach zwei Minuten vor dem Buchbacher Tor auf.
Eine Minute später gleich nochmal.
In der 7. Minute dieser Freistoß von Yunus Karayün.
Neun Minuten später wieder Freistoß nach Foul an Karayün: Diesmal schießt Arian Osmanaj.
Es dauerte bis zur 23. Minute, bis Buchbach erstmals ernsthaft vor dem Töginger Tor auftauchte.
Eine Minute später aber gleich wieder.
Etwa 250 Zuschauer waren bei Temperaturen um drei Grad ins Stadion gekommen.
Das Spiel verlagerte sich dann mehr und mehr vors Töginger Tor.
34. Minute: Mißglückter Abwurf von Welder de Souza Lima - Flanke genau auf den Fuß von Mijo Stjepic und es stand 0:1 für den Regionalligisten aus Buchbach.
Drei Minuten später hielt De Souza Lima diesen Aufsetzer von Maximilian Hellinger dafür wieder.
Auch wenns ein Testspiel war ging's zur Sache: Thomas Deißenböck holte Thomas Breu von den Beinen, der kurz behandelt werden musste.
Mit 0:1 gingen die Mannschaften in die Kabinen.
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In der Pause wechselte der FC Töging: Für Arian Osmanaj und Benedikt Baßlsberger kamen Bernhard Waldherr und Daniel Adam.
War Töging Ende der ersten Hälfte kaum mehr vors Buchbacher Tor gekommen, gelang das jetzt wieder öfters. Wie hier, als sie gerade noch Bernhard Waldher am Schuß hindern können.
Gefahr drohte dem Töginger Tor bei diesem Freistoß von Thomas Hamberger, der inzwischen ins Spiel gekommen war.
Dann rettet Welder de Souza Lima gegen Maximilian Hellinger zur Ecke. Die ändert aber nichts.
Buchach wechselte 5 Mal.
Das gab Töging diese Möglichkeit. Nach Flanke von Andreas Bichlmaier wird Bernhard Waldhers Schuß neben’s Tor abgefälscht.
Auch dieser Schuß von Andi Bichlmaier ändert nichts am Spielstand.
In der 63. Minute kommen die Gäste durch die Mitte. Welder des Souza Lima kann den Ball nicht festhalten – Thomas Hamberger lässt sich das nicht entgehen. 0:2
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Dann wechselt auch Töging: Für Andreas Zeiler und Tomas Deißenböck kommen Bernd Brindl und Martin Meier. Später folgen noch weitere Wechsel auf beiden Seiten.
In der 80. Minute dieser Freistoß, den Töging aber nicht verwerten kann.
Im Gegenzug rempelt Daniel Adam im Strafraum Thomas Hamberger um. Es gibt Ecke, die aber folgenlos bleibt.
Fünf Minuten später kommt Töging nochmal vors Buchbacher Tor. Waldher trifft aber das fast leere Tor nicht.
Und noch einmal muss sich Töging wehren.
Kurz vor Schluss versuchts der eingewechselte Andreas Fuchshuber, wird abgedrängt und gibt auf Andreas Giglberger zurück, der aber auch nichts erreichen kann.
Ein letzter Weitschuß beendet die Partie, die Schiedsrichter Markus Huber nach exakt 90 Minuten abpfeift.
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In der anschließenden Pressekonferenz dankte Buchbachs Trainer Anton Bobenstetter dem FC Töging für dieses Testspiel, das ihnen nach dem Trainingslager wieder bayerische Bedingungen geboten hat, mit tiefen Plätzen voller Wasser. Wie bereit für die nächsten Spiele seine Mannschaft ist, wird sich erst im direkten Vergleich zeigen.
Nach allem was er gesehen hatte, meinte Anton Bobenstetter, diese Töginger Mannschaft wird in den kommenden Jahren für Furore sorgen! Dazu wünschte er Trainer Mario Reichenberger viel Erfolg und viel Glück.
Auf Frage erklärte Mario Reichenberger (O-Ton)
Na dann werden wir sehen, wo beide Mannschaften am Ende der Saison stehen. Ein Traum wäre es natürlich, wenn wir mal über ein Regionallgaspiel FC Töging-TSV Buchbach berichten könnten!

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