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Victoria Pöllmann Landkreis Mühldorf > Stadt Mühldorf >
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Josef J. Pöllmann
Stadt Waldkraiburg > Neumarkt St. Veit > Gemeinde Ampfing > Stadt Altötting > Mühldorf-TV ist durch die BLM lizenziertes Lokalfernsehen
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Das gab's 2011 bei Mühldorf-TV und bei Altötting-TV
Hier können Sie nachlesen, worüber wir im Oktober 2012 berichtet haben.
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Nr.
Thema LZ Archiv KW Ersch.
190 Bürgermeisterwahl in Kraiburg: Die Kandidaten stellen sich vor 14:20 40 05.10.12
Drei Interviews mit Herbert Heiml (CSU), Adrian Hilge (SPD) und Hermann Lichtenwimmer (GRÜNE)
191 Die Bürgermeisterversammlung des Bayerischen Gemeindetages: Einen Standard für Kindergärten und Kinderkrippen schaffen 15:25
Einen großen Saal benötigte der Kreisverband des Bayerischen Gemeindetages diesmal, hatte doch Bürgermeistersprecher Dr. Karl Dürner zur Bürgermeisterversammlung auch die Leiter der Kinderkrippen und Kindergärten im Landkreis, das Amt für Jugend und Familie und die Mitarbeiter von „Lernen vor Ort“ eingeladen.
Über 100 Besucher konnte er so im Kulturhaus nach Buchbach begrüßen.
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Bürgermeister Thomas Einwang stellte zunächste den Markt Buchbach vor, den Mühldorf-TV-Zuschauer aus zahlreichen Berichten kennen. Buchbach grenzt an die Landkreise Erding und Landshut und ist 25 Kilometer von der Kreisstadt entfernt. Durch die Lage im Hügelland stehen kaum ebene Flächen zur Verfügung. Zahlreiche Vereine bieten ein reichhaltiges sportliches und gesellschaftliches Leben. Besonders bekannt, die Regionalliga-Fußballmannschaft und die Faschingsgesellschaft Bubaria.
Thomas Einwang beschrieb das Kulturhaus und die Mittelschule, deren Gebäude gerade mit einem Kostenaufwand von 3,5 Millionen Euro saniert wird. Weitere 1,5 Millionen Euro fließen in die Verbesserung der Wasserversorgung. Bei einem durchschnittlichen Haushaltsvolumen von 5 bis 6 Millionen Euro sind das für den Markt große Brocken!
Er bat die Zuhörer gute Eindrücke aus Buchbach mit nach Hause zu nehmen.
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Weil weltweit alle 2 Sekunden ein Mensch 60 Jahre alt wird, hatten die Vereinten Nationen den Tag der Veranstaltung zum „Welt-Alten-Tag“ ausgerufen. Die Seniorenarbeit des Landkreises wird also immer bedeutender. Dazu paßte der nächste Programmpunkt: Maria Pfeilstetter von der Kooperationsstelle Seniorenarbeit am Landratsamt Mühldorf stellte das seniorenpolitische Konzept vor.
Bislang beteiligten sie sich an verschiedenen Seniorenmessen und am Tag der offenen Tür am Landratsamt. Mit dem Ziel, die Gesellschaft auf den demographischen Wandel vorzubereiten beteiligten sie sich am 1. Haager Frühjahrssymposium.
Ein großer Wurf war die Notfallmappe, die nun auch online auf unseren Serviceseiten abrufbar ist.
Ein Demographie-Workshop, eine Landkreisrundfahrt, Schulungen an Fahrkartenschaltern der Deutschen Bahn bereiteten Sitzungen der Lenkungsgruppen vor. Weitere Unterlagen und Veranstaltungen sind in Vorbereitung.
Matthias Burger – seit 1. April am Landratsamt Mühldorf – bietet im Rahmen des kommunalen Sozialdienstes Beratungsleistungen und Netzwerkarbeit an. Damit unterstützt er schnell und unkompliziert die Koordinierungsstelle Seniorenarbeit von Maria Pfeilstetter. Seit seinem Eintritt absolvierte er 120 Hausbesuche bei 107 Senioren zwischen 60 und 80 Jahren.
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Dr. Karl Dürner führte nun in das große Thema des Nachmittages ein: Kinderkrippen und Kindergärten.
Aktuell fehlen in Bayern 3.400 Erzieher und Erzieherinnen. Die Gemeinden können die nötigen Stellen für Berufspraktikantinnen nicht bereitstellen. Da aber KiTas und Kinderkrippen Standortfaktoren für Gemeinden sind, müssen sie sich intensiv darum bemühen. Es kann und darf nicht sein, daß diese Einrichtungen finanziell „so irgendwie mitgezogen“ werden. Bildung muß eine zentrale Aufgabe sein. Das müssen die Bürgermeister und Gemeinderäte endlich so akzeptieren.
Es ist dringend nötig, mehr Erzieherinnen und Erzieher in Vollzeit auszubilden. Wer diesen Beruf ausübt, darf nicht nur Anerkennung finden, er muß auch gut entlohnt werden.
Bürgermeister Dr. Karl Dürner kündigte an, am Ende der Veranstaltung eine Arbeitsgruppe mit 8 bis 10 Mitgliedern ins Leben zu rufen, die einheitliche Qualitätsstandards für alle Einrichtungen aller Kommunen im Landkreis erarbeiten soll, und die dann von allen Einrichtungen eingehalten werden müssen. Das soll auch kontrolliert werden.
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Die Neuerungen im Kinderbildungs- und Kinderbetreuungsgesetz stellte dann Gerhard Dix vom Bayerischen Gemeindetag vor.
Anstatt die über 100 Änderungen in diesem Gesetz zu erklären, wollte er die Absichten hinter den Änderungen erläutern.
Vor 20 Jahren reichte es aus, Geld für Kindergarten und Schule zur Verfügung zu stellen. Jetzt müssen sich Bürgermeister und Gemeinderäte auch um Bildungsinhalte und die Organisation von Kindergärten und Schulen Gedanken machen. Bildungspolitik wurde so auch eine Aufgabe der Kommunalpolitik.
Kinderkrippenplätze, Kindergartenplätze und deren Angebote wurden inzwischen zu Standortfaktoren sowohl für Arbeitnehmer aber auch für standortsuchende Unternehmen.
Um junge Bürger im ländlichen Raum halten zu können, müssen natürlich Arbeitsplätze geboten werden aber - genau so wichtig – Betreuungseinrichtungen. „Bildung von Anfang an“ genießt somit höchste Priorität.
Wer von Anfang an beste Bildung erfährt wird sich später bei den zahlreichen Übergängen leicht tun. Das haben zahlreiche Untersuchungen gezeigt.
Es geht also nicht nur um ethische - sondern auch um finanzielle Fragen.
Es ist wesentlich teuerer, arbeitlose Jugendliche zu unterhalten, die später über Hartz IV bis zur Altersgrundsicherung in der staatlichen Alimentierung bleiben, als von vornherein die nötige Bildung zu vermitteln.
Bildung und Betreuung von Kindern ist eine kommunale Aufgabe, die sie zusammen mit den caritativen und kirchlichen Einrichtung wahrzunehmen haben. Kirchliche und caritative Einrichtugen haben sogar höhrere Priorität als die öffentliche Hand.
Von den über 8.000 KiTas sind etwa zwei Drittel in der Hand der frei-gemeinnützigen Träger, also etwa der Kirchen. In dieser Zusammenarbeit klare Regeln und Ziele zu definieren, ist also dringend nötig.
Aktuell gibt es zwei „Baustellen“: Den Ausbau der Kinderkrippen und den Rechtsanspruch auf einen Kinderkrippenplatz für alle Kinder ab einem Lebensjahr ab dem 1. August 2013.
Spätestens ab dann werden zwischen 40 und 50% der Kinder ab einem Jahr einen Krippenplatz in Anspruch nehmen. Derzeit nehmen nur 8% der Unter-Dreijährigen Tagesmütter in Anspruch.
Die Bundesregierung ging also bei der Einführung des gesetzlichen Anspruchs für Krippenplätze von falschen Voraussetzungen aus.
Dieses Wissen nützt aber nichts, weil das Gesetz sagt, daß alle Kinder bei Bedarf einen Platz erhalten müssen!
Das können im ungünstigsten Fall alle Kinder einer Gemeinde im relevanten Alter sein! Hat die Gemeinde keine Plätze, droht eine Klagewelle.
Um die Folgen abzumildern, gibt der Bund in den Jahren 2013 und 2014 nochmals 580 Millionen Euro für den Ausbau von Kinderkrippen, 90 Millionen nach Bayern. Es gilt also gegebenenfalls schnell Anträge zu stellen.
Dann gibt es das Bayerische Kinder-Bildungs-und-Betreutungsgesetz – BayKiBiG, das 2005 in Kraft getreten ist. Es brachte eine generelle Umstellung der Finanzierung. Allerdings brachte es auch erheblich bessere Steuerungsmöglichkeiten und mehr Bildungsqualität.
Seit damals hat sich viel getan. Heute haben alle pädagogische Konzepte und ein Profil.
Auch der Anstellungsschlüssel hat sich verändert. Von Anfangs 1:12,5 – also einer Arbeitszeitstunde zu 12,5 Buchungszeitstunden wurde 1:11,0. Das heißt, es steht wesentlich mehr Zeit der Betreuer für das einzelne betreute Kind zur Verfügung.
Dringend notwendig ist auch die Spracherziehung – nicht nur für Kinder mit Migrationshintergrund sondern auch für Kinder aus dem Bürgertum. Auch diese Kinder haben immer mehr Probleme mit der deutschen Sprache. Eine Folge der Nutzung digitaler Medien!!!
Die Novellierung des BayKiBiG sollte zum 1. September in Kraft treten. Am 16. Oktober wird es aber noch einmal beraten und soll voraussichtlich am 1. Januar in Kraft treten – dann aber in Teilen rückwirkend!!! Daraus sollen Eltern 50 Euro Zuschuß erhalten und später 100 Euro – Ein Wahlgeschenk! Das wohl besser in die Bildungsqualität investiert worden wäre.... (O-Ton alle Parteien im Landtag einig!!!)
Die Änderung des Anstellungsschlüssels auf 1:11,0 zu einem Zeitpunkt, wo schon jetzt so viele Erzieherinnen fehlen, ist schlicht unmöglich. Wenigstens gibt es eine Härtefallklausel, die Förderkürzungen entgegenwirkt, wenn eine Gemeinde wirklich keine Kräfte findet. Das gilt 3 Jahre lang, hilft aber nicht, so lange die Ausbildung 5 Jahre dauert.
Weiters ist die Gastkinderregelung weggefallen, was für Gemeinden zahlreiche Änderungen mit sich bringt, die sie unbedingt beachten müssen um kein Fördermittel zu verlieren.
Gerhard Dix ging auf zahlreiche weitere Änderungen ein, die eine Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung bedeuten, aber auch mehr Mut und Initiative seitens der Gemeinden erfordern.
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Dr. Karl Dürner dankte Gerhard Dix und meinte, es ist immer ein Vergnügen seiner hohen rhetorischen Kunst zuzuhören!
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Anja Skrypek von „Lernen vor Ort“ stellte nun die Ergebnisse ihrer Arbeit vor. Der Bildungsbericht und zwei Fachforen haben sich mit der aktuellen Situation im Landkreis auseinandergesetzt. Diese Arbeit hat die Notwendigkeit der Erarbeitung eines Qualitätsstandards für KiTas und Krippen ergeben.
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Erwin Gäb – Leiter der Fachakademie für Sozialpädagogik – wollte die Entwicklung der Ausbildung junger Erzieher und Erzieherinnen erläutern. Das Problem der Ausbildung sind zentral angebotene Prüfungen und dadurch zentrale Lehrpläne. Diese reagieren sehr verzögert auf Veränderungen in der Gesellschaft. So stammt der aktuelle Lehrplan aus dem Jahr 2002. Der neue basiert auf der Situation 2008 und wird 2014/15 in Kraft gesetzt. Flexibel auf den Bedarf einer Region zu reagieren ist so nicht möglich.
Mit „Lernen vor Ort“ sucht man zur Zeit eine regionale Öffnung.
Die Qualität der Ausbildung hängt nicht davon ab, daß die Auszubildenden an einer Fachhochschule studiert haben. Vielmehr ist die Ausrichtung maßgeblich. So arbeitet die Fachakademie mit der Fachhochschule Erding zusammen. Allerdings wird diese Diskussion noch einige Zeit dauern.
Da Kinder Männer in der Erziehung brauchen, ist es nötig, Männer in den Beruf des Erziehers zu bekommen. Die Bundesregierung will 20% Männer, in Bayern sind es zur Zeit 1,4%! Allerdings gelangen keine Bundesmittel für dieses Thema in unseren Raum.
32% der Studierenden stammen aus dem Landkreis Mühldorf. Es bleiben aber nur wenige hier. 54% der Absolventen erhalten keine Vollzeitstelle – 50% verliert der Landkreis an ein Folgestudium oder an die Großstadt München wo die Verdienstmöglichkeiten wesentlich besser sind.
Die Fachakademie weiß genau, wo Qualitätsstandards nachgebessert werden müssen. Warum also bleiben knapp 70 % der Absolventen nicht im Landkreis? Da gibt es einiges zu tun.
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Marianne Glück – ebenfalls von der Fachakademie für Sozialpädagogik erläuterte in eindrücklicher Weise die Bedeutung der Bildung im vorschulischen Bereich. Sie wiederholte in weiten Zügen das, was die Vorredner bereits vorgetragen hatten. Selbst seit 30 Jahren in diesem Beruf weiß sie genau, wie wichtig die Ausbildung der Erzieherinnen für die Entwicklung und die Erziehung der Kinder ist. Sie unterstrich die Wichtigkeit einer sicheren Bindung der Kinder, die die Grundlage ist für selbstbewußte und eigenständige Erwachsene. Das ist nur unter Einbeziehung der Eltern möglich, die ihren Erziehungsauftrag auch ernstnehmen und auch ausüben müssen. Staat und Gesellschaft können nur den Grundstock aufbauen, den die Eltern gelegt haben. (O-Ton am Ende)
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Dr. Karl Dürner bat Marianne Glück, den Vortrag allen Bürgermeistern zuzumailen, damit diese den Vortrag 1x, 2x, 3x vorlesen können! So gut war der Vortrag!
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Inge Brams vom Gemeindekindergarten St. Michael in Schönberg und Kerstin Heider von der katholischen Kindertagesstätte St. Christopherus stellten die Qualitätsstandards in Kindertageseinrichtungen vor, die in Zusammenarbeit der Träger erarbeitet wurden. Zusammengefaßt sind diese Standards gefordert.
Durch die zunehmend komplexere Tätigkeit ist die verpflichtende Weiterbildung der Erzieher nötig. Die Relation Fachkraft-Kind sollte 1:4 nicht überschreiten.
Erzieher brauchen fundiertes Wissen über die Entwicklungsstufen der Kinder und eine emotionale Beziehung zu ihnen. Auch Sicherheit und Aufsichtpflicht müssen hier genau betrachtet werden.
Besonders sensibel ist der Übergang von der Familie in die Krippe. Dazu hat sich das „Berliner Eingewöhnungsmodell“ bewährt, bei dem sich das Kind von der Mutter abgewöhnt! ... und sich an die Betreuerin in der Kinderkrippe gewöhnt.
Erst nach einem halben Jahr hat sich das Kind richtig in die Krippe eingewöhnt!!!! Es dauert lang, bis die Erzieher die nichtsprachlichen Signale des Kindes verstehen.
Da die Erziehung eine Partnerschaft von Betreuerin und Eltern darstellt, ist ein Vertrauensverhältnis nötig.
Später entstehen Kontakte zwischen den Kindern, die voneinander lernen und die Gemeinschaft erleben.
Viel Zeit braucht die Erzieherin auch für die Pflege des Kindes. Die täglichen Rituale geben Sicherheit und Vertrauen.
Da Kinder neugierig sind, muß der Erzieher große Sensibilität und Zeit für die Beobachtung – aber auch für die Dokumentation der Entwicklung des Kindes haben.
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Leiterinnen von KiTas müssen viele fremde Leistungen erbringen, bis hin zur Budgetverantwortung und der Vertretung nach außen. Dazu sind Organisationskenntnisse genau so nötig wie wirtschaftliche und EDV-Kenntnisse. Sogar Marketing- und Öffentlichkeitsarbeitskenntnisse. Um die Unterstützung des Trägers dafür zu erhalten, ist ein Jour-Fixe pro Monate nötig.
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Um die vielfältigen Aufgaben bewältigen zu können, ist der Anstellungsschlüssel von 1:10 anzustreben. Nur so ist genug Zeit für die Kinder vorhanden, aber auch für die Kooperation mit den Eltern. Zeit ist auch für viele weitere Tätigkeiten nötig.
Ressourcen sind nötig um das Konzept der Krippen weiter zu entwickeln.
Schließlich forderten die Damen die Umsetzung dieser Standards an allen Einrichtungen im Landkreis.
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Nach ausführlicher Diskussion forderte Dr. Karl Dürner die Bildung einer Fachgruppe und gewann hierzu 11 Mitwirkende aus Gemeinden, Landratsamt, Trägern und KiTas.
Diese Gruppe wird sich in den kommenden Wochen zusammenfinden um verbindliche Standards für alle KiTas und Kinderkrippen im ganzen Landkreis auszuarbeiten.
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Abschließend berichteten Charlotte Konrad und Frau Hamberger über Leitsätze für Kooperation zwischen Kindergarten und Grundschule.
Diese Kooperation ist nötig um einen sanften Übergang zu gestalten, weil Kinder in diesem Alter besonders sensibel sind.
Seit 2004 finden hierzu Regionalkonferenzen statt. Lernen vor Ort unterstützt das seit zwei Jahren. Eine Fragebogenaktion in Kooperation mit dem „Institut für Frühpädagogik“ brachte erste Ergebnisse. Dabei haben sich Unterschiede herausgestellt, die die Erarbeitung von Standards nötig erscheinen ließ. Es wurden 10 Leitsätze zur Kooperation erarbeitet.
Dieses Modell soll nun auf den gesamten Landkreis ausgedehnt werden.
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Nach über vier Stunden ging eine Veranstaltung zu Ende, die in unseren Augen mehr Fragen aufwarf, als sie beantwortete. Aber die lagen im politischen Bereich und können sicher von den hier versammelten nicht beantwortet werden...
192 Landwirtschaft: Schlüsselbranche für die Zukunft - Der Kreisbauerntag des Bauernverbandes im Landkreis Mühldorf 12:25
Zugegeben - den „Holzmannwirt“ in der Gemeinde Oberneukirchen mußten wir erst einmal finden. Vielleicht deshalb – vielleicht aber auch wegen des guten Wetters, das die Landwirte für das Einbringen von Mais nutzten – konnte Bauernverbands-Kreisvorsitzender Ulrich Niederschweiberer nicht so viele Gäste begrüßen, wie er sich gewünscht hätte. Gekommen waren neben Bezirksvorsitzendem Anton Kreitmaier Direktor Josef Kobler vom Amt für Landwirtschaft aus Töging, der Veterinär am Landratsamt Hans Maier, und Vertreter der Landvolkbewegung, der Katholischen Landjugend sowie Vertreter von Banken, Molkereien und verbundenen Organisationen. Auch gekommen war der Ehrenvorsitzende Otto Baumgarten und die Kreisbäuerinnen Anni Senftl und Irmgard Lohmaier. Die eingeladenen Politiker mußte er allesamt entschuldigen.
Nach langer Zeit hatte Gerd Sonnleitner die Vorstandschaft des Bauernverbandes abgegeben. Das hat zur Neuwahl vieler Orts-, Kreis- und Bezirks-Obmänner geführt – erläuterte Ulrich Niederschweiberer. Wegen dieser Neuwahlen mußten viele Sachthemen hintanstehen.
Trotzdem gelang es, den „Tag des offenen Hofes“ in Sterneck zu organisieren, der trotz schwacher Werbung ein großer Erfolg wurde. Viele Besucher informierten sich und genossen die Angebote von Landwirt und Wirt in Sterneck.
Aktuell werden zahlreiche Themen diskutiert und kompromißfähige Lösungen gesucht: Eine neue Regelung zur Ferkelkastration soll Ende Oktober im Bundestag beschlossen werden. Die Landwirte müssen sich hier besonders mit Forderungen der Tierschutzorganisationen auseinandersetzen, die sogar die Bevölkerung aufhetzen. Dazu soll vor der Abstimmung ein Gespräch mit MdB Stephan Mayer stattfinden.
Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat die Einführung einer Datenbank über die Anwendung von Antibiotika angeregt. Damit könnte man leben, wenn man wüßte, was später mit den Daten passiert – wie die Daten genutzt oder gar veröffentlicht werden – sogar mit Namen und Anschrift des Landwirts. Wenn sich SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück weigert, seine Einkünfte aus seinen Vorträgen offen zu legen, muß auch den Bauern zugebilligt werden, ihre Daten für sich behalten zu dürfen.
Allerdings gibt es auch Grund zum Optimismus: Grünstreifen im Mais etwa sind sehr gut angekommen. Jetzt könnten sie Lärchenfenster im Getreide angelegen. Solche Naturschutzmaßnahmen werden sogar staatlich gefördert, etwa im Programm für Ausgleichsflächen.
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„Land- und Forstwirtschaft – Schlüsselbranchen für die Zukunft“ war das Thema, zu dem Ulrich Niederschweiberer dann Anton Kreitmair bat.
Erst seit 15. März ist der 48-jährige dreifache Familienvater Anton Kreitmair aus Kleinberghofen im Landkreis Dachau Bezirkspräsident des Bayerischen Bauernverbandes für Oberbayern.
Er freute sich auf die gemeinsame Arbeit und die Diskussion mit den Bauern im Landkreis Mühldorf. Nach den Umwälzungen im Bauernverband gilt es jetzt, die Chancen zu nutzen. Schließlich kehren neue Besen anders.... – obwohl auch bisher Otto Baumgartens Wort in Bayern Gewicht hatte.
Nach der Spezialisierung der Betriebe in den zurückliegenden Jahren ist auch der Verband gefordert, darauf zu reagieren. Dazu nötig ist die Mitwirkung der Mitglieder, die Vorschläge einbringen und sich an der Diskussion aktiv beteiligen sollen. Sowohl Lob aber auch Kritik ist ausdrücklich erwünscht.
Seine oberste Priorität ist es deshalb, den Bauernverband demokratisch zu führen! Es kann nicht sein, daß eine kleine Minderheit die Berufsgruppe aufspaltet. Weitere Prioritäten sind deshalb Ehrlichkeit, Wahrheit und Klarheit!
Besonders wichtig sind die Landfrauen, die die Dörfer kennen wie niemand sonst. Anton Kreitmair bedauerte das Fehlen der Kommunalpolitiker, denen er sagen wollte, der Landwirt bleibt im Dorf – egal was passiert. Kein Bauer zieht nach kurzer Zeit wieder weg!
Die Bauern müssen ihre Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit zurückgewinnen. Es kann nicht sein, daß in der Öffentlichkeit ständig gejammert wird. Warum darf man nicht sagen, daß die Ernte gut war und die Preise zufriedenstellend? Kritik an solchen Aussagen konnte Anton Kreitmair nicht verstehen! Jammern gehört nicht mehr dazu – wie manche Mitglieder behaupten.
Auch die Wahrnehmung der Bauern im Berufsverband muß verbessert werden: Dazu tragen politische Aussagen bei, die die Mitglieder mittragen müssen. Es geht nicht, daß die Mitglieder selbst die Aussagen der Funktionäre in Frage stellen, die vorher durch demokratische Prozesse gemeinsam abgestimmt worden sind.
Das Dorf ist das Fundament für die Zukunft. Dieses Fundament zerfällt, wenn es die Bauern an einem Ort nicht schaffen, zusammen zu halten! Eine Neiddiskussion ist da absolut fehl am Platz. Es kann doch nicht sein, daß sich Nachbarn bekriegen, nur weil der eine 5 Hektar mehr Grund hat und damit 500 Euro mehr Einkommen!
Auch die Kirchen müssen nahe an der Landwirtschaft bleiben – wie das in den zurückliegenden Jahrhunderten war. Viele aktuelle Aussagen der Kirchen deuten aber auf eine Abkehr hin: Die Kirche muß sich ernsthaft überlegen, ob sie weiter mit der Landwirtschaft zusammenarbeiten will oder ob sie einer „Museumslandwirtschaft“ das Wort reden will!!!
Die Themen „Energie“ und „Nahrungsmittel“ sollten deshalb auch in den kleinsten Pfarrgemeinderäten diskutiert werden.
Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Schritte tun, können sie miteinander das Gesicht der Welt ändern. Das gilt es zu tun.
Er selbst will den Anfang machen und einmal im Jahr jeden Kreisverband besuchen.
Neben den Kirchen stehen auch die politischen Parteien in der Verantwortung. Ohne Wahlwerbung betreiben zu wollen, mahnte er die Zuhörer, sich die Programme der Parteien daraufhin anzuschauen, wer das Eigentum erhalten und die bäuerliche Landwirtschaft unterstützen will. Die Eigentumspolitik ist ein wichtiger Schlüssel für die Zukunft: Es kann nicht sein, daß der Staat in seiner Finanznot dort abkassiert, wo etwas zu holen ist. Vermögenssteuer, Erbschaftssteuer und sonstige Abgaben dürfen nicht so hoch werden, daß die Landwirte sich die Hofübergabe an ihre Kinder nicht mehr leisten können.
Von der Politik forderte Anton Kreitmair fairen Umgang mit den Bauern. Es geht eben nicht, Ställe mit 40- oder 50 – oder sogar 100 Kühen als Massentierhaltung einzustufen. Man sollte schon sachlich und fair bleiben und den Bauern solche Hofgrößen zugestehen, die ihren Lebensunterhalt zu verdienen ermöglichen.
Auch wenn sie nur eine kleine Minderheit sind, dürfen sie sich nicht wegen Kleinigkeiten auseindanderdividieren lassen – wie vor einigen Jahren mit dem Milchpreis. Nur durch den Zusammenhalt bis hinein in die Familien sind sie stark und können Einfluß ausüben.
Um die Hofnachfolge zu sichern, muß auch das Bauen im Außenbereich möglich sein – junge Leute müssen etwas ausprobieren können und dürfen nicht eingeschränkt werden. Nur dann entwickeln sie Freude am Hof.
Über zu viel Arbeit und keinen Sonntag und keinen Urlaub nur zu jammern, weckt bestimmt bei den Kindern keine Freude an der Übernahme des elterlichen Hofes.
Auch wenn keine Kommuanalpolitiker da waren, mahnte Anton Kreitmair die Kommunen, nicht maßlos Grundstücke auf Vorrat zu kaufen und sie so der Landwirtschaft zu entziehen. Wegen ein paar Kiebitzen riesige Ausgleichsflächen bereitzustellen kann doch nicht sein. Da ist Augenmaß bei der Politik gefragt. Der Flächenverbrauch muß also unbedingt eingedämmt werden. Nur die Bauern können die Landschaft schützen und pflegen – so – wie sie das in den letzten 200 Jahren gemacht haben.
Da auch der Milch eine Schlüsselrolle zukommt, erklärte Anton Kreitmair der Milchquote eine Absage, die in Konsquenz die Milchwirtschaft und die Landschaftspflege in Bayern beendet hätte. Hier ist eine andere Politik nötig, die auch schwierig zu bewirtschaftenden Regionen die Milchproduktion ermöglicht. Jeder Betrieb sollte eine finanzielle Grundausstattung haben – egal, wie groß er ist. Nur so können auch kleine Betriebe erhalten bleiben. Und auch um deren Erhalt geht es dem Bauernverband: Anstatt kleinere Betriebe zum Schließen zu treiben, gilt es doch eher, mit ihnen zusammen zu arbeiten, Arbeiten gemeinsam zu übernehmen und am Abend dann gemeinsam beim Wirt ein Bier zu trinken – anstatt verfeindet nebeneinander zu exisitieren! Hier ist Umdenken nötig. Es kann doch nicht sein, daß Nachbarn ihre Freundschaft wegen 3.000 Euro mehr Einkommen aufs Spiel setzen!!!!
Ein heißes Eisen ist auch die Energiewirtschaft: Schon jetzt rechnen sich Biogas-Anlagen ohne Gülle-Bonus und Restwärmenutzung nicht mehr. Langfristige Verträge sind sehr mit Vorsicht zu schließen, zu stark schwanken die Preise auf den Märkten. In den kommenden Jahren wird sich hier viel tun.
Schließlich mahnte Anton Kreitmair die Bauern zur Zufriedenheit. Steigt das Einkommen, steigt auch die Gier. Es muß wieder der Boden der Realität gefunden werden! Das muß bereits in den Schulen beginnen, wo statt der Ertragsmehrung wieder mehr Wert auf den Erhalt der Gemeinschaft und der Dörfer gelegt werden sollte.
Sie sollten sich bewußt sein, die Zukunft gehört ihnen - den Bauern - weil sie in den Dörfern verwurzelt sind, weil der Boden ihnen gehört und weil sie normal aufgewachsen sind – einen natürlichen Bezug zum Leben haben.
Damit das so bleibt, sollten sie ihre jungen Leute die beste Ausbildung bieten, sie aber auch loslassen. Nur zu arbeiten und nicht links und rechts zu schauen – das kanns auch nicht sein. Das Leben besteht schließlich auch aus etwas anderem als nur aus Arbeit.
Anton Kreitmair war sicher, sie haben den schönsten Beruf auf Erden, müssen ihn nur mit Maß und Ziel ausüben und nebenbei auch das Leben nicht vergessen. Daß sie das auch so sehen, das wünschte er den Zuhöreren!
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Ulrich Niederschweiberer dankte Anton Kreitmair für die klaren Worte und forderte zur Diskussion auf. Die Landwirte hatten zahlreiche Anregungen und Einwände, die Anton Kreitmair teils unterstützten teils widersprachen. Besonders die Ausbildung der jungen Leute und die Biogasanlagen boten Grund zur Kritik.
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Zusammen erklärten Ulrich Niederschweiberer und Anton Kreitmair der Spekulation mit Lebensmitteln eine klare Absage. Es müssen Maßnahmen dagegen getroffen werden – und wenn es die Transaktionssteuer ist. Die Zuhörer sollten in den bevorstehenden Wahlen genau prüfen, wem sie ihre Stimme geben.
Auch die Bewertung der Grundstücke ist ein heikles Thema: Während Landwirte Banken gegenüber gern höhere Werte sehen, sind diese höheren Werte ein großes Problem im Moment der Besteuerung. Die Geschäftsstelle des Bauernverbandes steht hier gern mit Rat und Tat zur Seite.
Otto Baumgarten sah das genau so und stellte fest, daß man von keinem Hektar Grund abbeißen kann.
Ulrich Niederschweiberer dankte Anton Kreitmair mit einer 3-Liter-Flasche des besten Weißbiers Europas und der freute sich auf weitere gute Zusammenarbeit mit dem Kreisverband Mühldorf.
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Für die Organisation des Tages des offenen Hofes in Sterneck dankte Ulrich Niederschweiberer dann Max Bauer und Sylvia Strohmaier mit einem kleinen Geschenk.
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Schließlich bat Josef Kobler – Direktor des Amts für Landwirtschaft und Forsten die Bauern, sich an den neuen Programmen „Lernort Bauernhof“ und „Erlebnis Bauernhof“ von Landwirtschaftsminister Helmut Brunner zu beteiligen und Schulklassen über die Arbeit aufzuklären. Landwirte, die daran mitmachen wollen, müssen am 5. Dezember in Traunstein eine Schulung mitmachen und erhalten dann eine Aufwandsentschädigung für jeden Tag, an dem Kinder auf dem Hof sind. Die Zuhörer hatten hierzu viele Fragen, die aber alle geklärt werden konnten. Lediglich mehr Teilnehmer wären gewünscht.
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Ulrich Niederschweiberer freute sich über den ersten Kreisbauerntag unter seiner Führung und wünschte den Zuhörern, daß sie weiter so erfolgreich weiter zusammenarbeiten.
193 20 Jahre Bäckerei Strohmaier in Mühldorf: Beliebter Treffpunkt am Bahnhof 5:30
Den folgenden Beitrag zeigen wir Ihnen mit freundlicher Unterstützung der Bäckerei Strohmaier – Ihrem persönlichen Bäcker vor Ort!
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In der Bahnhofstraße hat Franz Strohmaier seine Bäckerei, die aber mehr ist: Sie ist auch täglicher und wöchentlicher Treffpunkt zweier Stammtische.
Diesmal kamen zweiter Bürgermeister Paul Schwarz und die Stadträte Anneliese Hohenester und Rainer Schratt – und etwas später Bürgermeister Günther Knoblauch.
Zum Jubiläum gabs natürlich etwas besonderes: Brotaufschnitt, Herzerlsemmerl und Leberkäs’Spieße – also Leberkäse im Brezenteig auf Spießen.
Franz Strohmaier und seine Lebensgefährtin Manuela Keller begrüßten die Gäste mit einem Gläschen Prosecco.
Natürlich hatte die Backstube auch sonst Köstlichkeiten für die Jubiläumsfeier geliefert.
Kreiskliniken-Geschäftsführer Heiner Kelbel hatte ein Geschenk mitgebracht und Kappenabend-Urgestein Wolfgang Beierlein zwei Freikarten für die Premiere am 24. Januar 2013.
Bürgermeister Günther Knoblauch brachte eine Flasche Sekt mit.
Franz Strohmaier freute sich, beide Bürgermeister begrüßen zu können, bedauerte aber, den Dritten entschuldigen zu müssen. Er freute sich auch, die zahlreichen weiteren Gäste begrüßen zu können.
Dann erinnerte er sich an die vielen Ereignisse, die an einem 1. Oktober stattgefunden haben. Dabei begann er mit Alexander dem Großen 331 vor Christi, setzte 1949 mit Mao-Tse-Tung fort und kam dann über die Gründung der NASA und den Erstflug der Concorde zu Steffi Graf’s Goldmedaille bei olympischen Spielen und endete bei der Übernahme seiner Bäckerei von seinen Eltern am 1. Oktober 1992. Die Bäckerei an sich - gibt es schon seit 1911.
Nachdem er eher zufällig auf dieses Datum gestoßen war, war es klar, daß sie das feiern wollten. Das unterstützte auch Bürgermeister Knoblauch, der natürlich dann auch kommen mußte...
Franz Strohmaier bedauerte sehr, seine treue Mitarbeiterin – Frau Münzer – nicht dabei zu haben, die ausgerechnet jetzt Urlaub machen mußte!!! Ihr „.... und was noch???“ kennt schließlich jeder.
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Bürgermeister Günther Knoblauch gratulierte zum Jubiläum und dazu, daß Franz Strohmaier aus der Bäckerei einen richtigen Treffpunkt am Bahnhof gemacht hat. Als er die Bäckerei übernommen hatte, hat die Stadt extra für ihn Bäume entlang der Bahnhofstraße gepflanzt....
Und wenn sie schon beide da sind, ist das sicher ein Zeichen der Achtung der Stadt.
Auf den Jubilar, sein Geschäft und die Mitarbeiterinnen erhob er das Glas. (O-Ton)
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Dr. Josef Baierlein erinnerte sich, daß er beinahe selbst die Bäckerei übernommen hätte. Dann hat er sich’s aber doch anders überlegt. Franz Strohmaier hat also richtig Glück gehabt!!!! )
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Dann wollte Bürgermeister Knoblauch schon noch den neuen Brotaufschnitt probieren.
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Herr Strohmaier – in den zurückliegenden 20 Jahren hat sich doch viel verändert – auch im Bäckereiwesen?! (O-Ton)
Das Handwerk hat aber doch viele Vorteile: Besondere Angebote, kleine Stückzahlen und so weiter. Wo habt Ihr Euch hier eingeordnet? (O-Ton)
Gibt’s bei Euch etwas, was es beim Supermarkt nicht gibt? (O-Ton)
Was gibt’s zum Jubiläum Besonderes? (O-Ton)
Dann wünschen wir für die nächsten 50 Jahre alles Gute!
194 Für die Zukunft rüsten: Die Energiesparmesse in Waldkraiburg 10:40
Diesmal gehörte das Haus der Kultur nicht Sängern, Schauspielern und Chören – auch nicht Politikern – sondern den Ausstellern, die Angebote rund ums Energiesparen präsentieren konnten.
Energiesparen kann man auf vielfältige Weise – und genau so vielfältig waren die Angebote: Von LED-Leuchten über die Dreifachverglasung von Fenstern bis hin zur Waldkraiburger Geothermie, die bekanntlich die Wärme aus dem Erdinneren zu Heizzwecken nutzbar macht.
Energiesparen kann aber auch heißen, die Nutzung fossiler Energieträger durch erneuerbare zu ersetzen – wie es dieses Windrad jedem Hausbesitzer ermöglicht.
Herr Rauscher, früher hat man mit so kleinen Windrädern Wasser gepumpt. Sie produzieren Strom. Was leistet so eine Anlage? (O-Ton)
Was machen wir bei Windstille? (O-Ton)
Was muß man für so eine Anlage aufweden? (O-Ton – 14.000 Euro!!!)
Mit solchem Strom kann man so ein elektrisch betriebenes Auto betreiben. Aber auch das kostet schon in der Anschaffung 22.000 Euro und jeden Monat Batteriemiete. Eine teuere Angelegenheit ist das also schon. Dafür und für die Sanierung von Gebäuden bietet wieder die Sparkasse maßgeschneiderte Angebote: (O-Ton)
Und die Laufzeiten? (O-Ton)
Die Kaminkehrer sind heute auch Energieberater. Am Stand von Felix Biersack haben wir Waldkraiburgs Umweltreferenten und Bund-Naturschutz-Vorstand Gerd Ruchlinski gesprochen: Herr Ruchlinski, das Energiesparen ist seit Jahren eines der Top-Themen. Sind die Menschen noch immer so interessiert an diesem Thema oder haben inzwischen andere Probleme höhere Priorität? (O-Ton )
Herr Biersack, sie kommen in die Häuser der Bürger. Besteht noch immer so großer Renovierungsbedarf oder ist schon viel gemacht? (O-Ton)
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Fazit: Es gibt viel zu tun, allerdings werden viele Energiesparanstrengungen durch neue Verbraucher wie Elektroautos und elektrische Fahrräder wieder ausgeglichen. Die Entwicklung ist sicher noch nicht zu Ende.
195 Ist Facebook Teufelszeug? - Informationsabend des AK Schule-Bildung-Sport der CSU zum Thema Internet und Jugendschutz 11:40 41 15.10.12
Arbeitskreis-Vorsitzende Roswitha Mayerhofer begrüßte zahlreiche Mitglieder ihres Arbeitskreises und Zuhörer im Saal des Gasthauses Pauliwirt in Erharting und hieß besonders die Referenten willkommen: Ministerialrätin Dorothee Erpenstein, Sebastian Ehnes von der „Stiftung Medienpädagogik Bayern“, Stefan Bachmann von der Firma Ines AG in Burgkirchen und Peter Hermann, Jugendbeauftragter der Polizeiinspektion Burghausen.
Sie selbst unterrichtete schon ab 1972 EDV an der Schule – auch wenn das damals noch „EDV zu Fuß“ war. In den 90er Jahren lernte sie dann alles nach, was Bill Gates an Errungenschaften der Welt präsentierte, den richtigen Zugang zum PC und zum Internet.
Auch wenn wir diese Technik im 3. Jahrtausend dringend brauchen, bringen sie zahlreiche Gefahren mit sich. Hier vorzubeugen sollte diese Veranstaltung die Zuhörer sensibilisieren.
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Maximilian Heimerl – Studiendirektor an der Fachoberschule in Pfarrkirchen - führte durch den weitern Abend. Er dankte zunächst Roswitha Mayerhofer für die zahlreichen wertvollen Veranstaltungen, die sie und ihr Arbeitskreis in den zurückliegenden Jahren organisiert hatten.
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In drei Vorträgen sollten die Referenten dann den „Medienführerschein Bayern vorstellen“ über „Facebook und Co“ aufklären und über den „Jugendschutz im Internet“ referieren.
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Dorothee Erpenstein – bis vor Kurzem Ministerialrätin an der Bayerischen Staatskanzlei – war an der Entwicklung des „Medienführerscheins Bayern“ beteiligt. Dafür war nicht das Kultusministerium zuständig, weil alle Medienthemen von der Bayerischen Staatskanzlei betreut werden.
Der Medienkonsum hat in den zurückliegenden Jahren in allen Altersgruppen stark zugenommen. Unerfahrene Nutzer sind dabei großen Gefahren ausgesetzt. Das äußert sich bei Schülern im Lernverhalten und im sozialen Verhalten. Das Abschreiben von Hausaufgaben fördert den Lernerfolg sicher nicht!
Medienerziehung ist heute in allen Lehrplänen aller Schulen verankert. Allerdings sind die Lehrkräfte hierfür sehr unterschiedlich qualifiziert. Grundlage hierfür sind Standards für die Unterrichtung von Kindern aller Altersstufen und für die Eltern, die in Zusammenarbeit mit dem Kultusministerium und weiterer kompetenter Stellen erarbeitet wurden. Heraus kam der „Medienführerschein Bayern“ und insgesamt 11 Unterrichtseinheiten für die Jahrgangsstufen 3 und 4 sowie 6 und 7. Sie vermitteln praxisorientiert Medienkompetenz. Diese Module wurden an Pilotschulen getestet und dort sehr gut angenommen.
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Sebastian Ehnes von der Stiftung Medienpädagogik der Bayerischen Landeszentrale für Neue Medien, deren Aufgabe die Förderung von Medienkompetenz ist, erläuterte die Eckpunkte des Medienführerscheins.
Seit Frühjahr 2009 wurde ein Portfolio entwickelt, das Lehrkräfte in ihren Unterricht einbinden können.
Sebastian Ehnes erläuterte die Inhalte der einzelnen Unterrichtseinheiten, von denen es sechs für die Grundschul-Jahrgangsstufen 3 und 4 und 5 für die Jahrgangsstufen 6 und 7 gibt. Ergänzt werden diese durch Material für einen Elternabend für die Eltern der Grundschüler: Dieser Elternabend steht unter dem Titel „Erste Schritte im Internet“.
Eines der Ziele ist, die Kinder zu sensibilisieren, die unterschiedlichen Absichten hinter den Programmen aufzuzeigen, auf Gefahren aufmerksam zu machen und zum vorsichtigen Umgang mit den Medien anzuleiten. Das betrifft den Umgang mit allen Medien, also auch den Printmedien.
Die Unterrichtseinheiten umfassen jeweils zwei Schulstunden. Die Unterlagen gibt’s kostenlos bei der „Stiftung Medienpädagogik“ oder im Internet zum Download unter www.medienfuehrerschein.bayern.de
Nachdem die Schüler die Unterrichtseinheiten absolviert haben, erhalten Sie mit dieser Urkunde ihre erfolgreiche Teilnahme bestätigt.
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Max Heimerl meinte, das Soziale Netzwerk „Facebook“ ist ein Thema, an dem man heute nicht mehr vorbeikommt. Trotzdem wirft es viele Fragen auf.
So nahm sich Stefan Bachmann von der INES AG in Burgkirchen der Frage an, sind „Facebook und Co. Teufelswerk oder die Kommunikationsform der Zukunft?“
Er strich sofort das „und Co.“ aus dem Titel. Seit Facebook eine Milliarde Nutzer hat, haben die anderen sozialen Netzwerke praktisch keine Bedeutung mehr.... Das machen diese Nutzungsstatistiken deutlich. (2,7 Milliarden Likes pro TAG, 300 Millionen Fotos upload pro Tag, 125 Milliarden Freundschaften!!!!!) Damit wäre Facebook das drittgrößte Land der Erde – und das innerhalb von nur 8 Jahren.
Mit der kurzen Geschichte der Rentnerin Erika machte Stefan Bachmann dann deutlich, daß Facebook die einfache Kommunikation mit Familienmitgliedern auf der ganzen Welt möglich macht, ohne Email, Graphikprogramme, Videoplayer, Messaging-Dienste und PDF-Reader.
Es ist eben einfach, über Facebook Nachrichten zu senden, zu Chatten oder Fotos und Videos auszutauschen.
Allerdings hat Facebook auch viele Nachteile: Während man Fotos und Videos als Emailanhang gezielt an bestimmte Adressaten schickt, weiß man heute nicht mehr, wer sie zu sehen bekommt, wenn man sie in Facebook veröffentlicht hat. Noch einfacher und unübersichtlicher machen es „Teilen“-Buttons, etwa in Youtube.
Wenn dann die 150 eigenen Freunde das Foto oder Video nochmal mit ihren 150 Freunden teilen, sehen es bis zu 22.500 Nutzer. Man sollte also wirklich erst denken und dann klicken!
Man darf auch nicht vergessen, daß der Arbeitgeber Statusmeldungen mitliest, auch wenn er nicht unmittelbar befreundet ist. Das hat bereits zu Kündigungen geführt. Man sollte sich also genau über die Privatsphäre-Einstellungen informieren.
Welche Macht solche Netzwerke haben, zeigte Stefan Bachmann abschließend an Hand der Einladung zur Geburtstagsfeier der 16-jährigen Hamburgerin Tessa K. im vergangenen Jahr, zu der mehrere 10.000 Facebook-Nutzer und sehr viel Polizei kam, nur weil sie vergessen hatte, die Veranstaltung als „privat“ zu markieren. Damals entstand beinahe ein Wirtschaftszweig um diese Veranstaltung....
Heute bittet die Polizei in solchen Fällen um den Ersatz der Kosten, was leicht in die 100-tausend Euro gehen kann.
Ob nun Facebook Teufelszeug oder moderne Kommunikation ist, muß jeder für sich selbst entscheiden. Klar muß sein, daß Datenschutz nur so weit gehen kann, wie der einzelne Nutzer seine eigenen Daten schützt.
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Jugendbeauftragter Peter Hermann ist bei der Polizeiinspektion Burghausen für die Präventionsberatung zuständig. Er zeigte die Gefahren auf, die im Internet außerhalb von Facebook lauern: Abzocke, Cybermobbing, „Happy Slapping“, Computerspiele und Urheberrechtsverletzungen.
Mit einem Quiz verdeutlichte er zunächst die stark gestiegene Verbreitung des Internets. Heute haben alle Jugendlichen von 12 bis 19 Jahren zu Hause Zugang zum Internet, 79% besitzen einen eigenen Computer oder Laptop. 45% können das Internet sogar im eigenen Zimmer nutzen.
Im Schnitt verbringen sie so 134 Minuten täglich im Internet.
60% der 12 bis 13-jährigen nutzen täglich Facebook. Der Computer ist also heute ein Alltagsmedium, das Jungs etwas häufiger nutzen als Mädchen.
Die Gefahren, denen sie dabei ausgesetzt sind, unterteilte Peter Hermann in drei Gruppen: „Content“, „Contact“ und „Commerce“, diese wiederum in zahlreiche Unterbereiche.
In der Folge ging er auf die Gefährdungspotentiale ein und gab Tipps, wie Eltern ihre Kinder sensibilisieren und schützen können.
Besonders warnte er vor angeblichen Gewinnspielen, die eigentlich Adresssammelaktionen sind und vor Abofallen, in deren Folge Abmahn-Anwaltskanzleien die Nutzer versuchen abzuzocken.
Cybermobbing oder Cyberbullying sind Erscheinungen, bei der sich die Täter durch die anonyme Nutzung geschützt wähnen. Die Folgen sind jedoch schrecklich, weil die Verbreitung von übler Nachrede oder Verunglimpfungen so schnell und so breit vonstatten geht. In manchen Fällen mußten betroffene Schüler nicht nur die Schule wechseln. Löschen lassen sich solche Einträge oder Fotos in den Netzwerken nämlich kaum.
Schrecklich sind auch Aufnahmen von Gewalthandlungen – „Happy Slapping“ genannt. Wer solche Aufnahmen erstellt oder veröffentlicht, verstößt gegen zahlreiche Paragraphen. Solche Vergehen landen im Bundeszentralregister und haben unter Umständen Folgen fürs ganze Leben.
Die Gefahren in Chatrooms sind inzwischen bekannt. Auf sie ging Peter Hermann nicht weiter ein, gab aber doch diese Verhaltensregeln.
Bei Computerspielen bieten die Altersbeschränkungen gute Hilfestellung. Allerdings nur, wenn Ältere oder gar Eltern nicht bei der Beschaffung helfen.
Bei aller Vorsicht sollte man sich immer bewußt sein, daß es Gefahren auch anderswo gibt. Das verdeutlichte Peter Hermann mit einem Video des Bayerischen Sozialministeriums.
Abschließend wies Peter Hermann auf die Urheberrechts-Problematik hin. Auch wenn in Deutschland manches erlaubt ist, ist doch vieles verboten. Es fehlt hier leider weitgehend das Unrechtsbewußtsein. Wird etwa Musik aus Tauschbörsen geladen, können Anwälte mit erheblichen Forderungen die Bezahlung von entgangenen Einnahmen verlangen. Dann geht’s nicht mehr ohne Rechtsanwalt.
Diese Tipps sollten Eltern beherzigen.
Er schloß mit einem Zitat von Karl Valentin.... (Wir können unsere Kinder nicht erziehen, die machen uns eh‘ alles nach!)
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In einer ausführlichen Diskussion zum Thema des Abends „Internet und Jugendschutz“ stellten die Teilnehmer dann fest, daß man sich am besten schützt, wenn man im Internet so wenig wie möglich von sich preis gibt. Gerade bei Facebook darf man nicht vergessen, daß die gesamte Kommunikation über Server in den USA läuft und die amerikanische Regierung ungehinderten Zugriff zu allen Daten dort hat. Facebook lebt schließlich von den Daten, die die Nutzer freiwillig dort eintragen. Vergessen und unterschätzen darf man aber auch andere „Datenkraken“ nicht, etwa Google!
Filtersysteme und Kopierschutzmechanismen sind dagegen wenig hilfreich, weil die jungen Nutzer meist sehr versiert sind und sie schnell geknackt haben.
Die schöne neue Kommunikationswelt ist also keineswegs risikolos und fordert die Eltern genau hinzuschauen. Dazu gibt es zahlreiche Anweisungen und Tipps – natürlich auch im Internet.
196 Bildungsdialog der SPD-Landtagsfraktion: Ist die Gemeinschaftsschule die bessere Lösung? 10:55
Zu einem „Bildungsdialog“ lud die SPD in den Stadtsaal nach Mühldorf. Die Betreuungsabgeordnete aus dem Bayerischen Landtag Diana Stachowitz hatte dazu den Bildungsfachmann der SPD-Fraktion mitgebracht, Martin Gül.
Die Band des Ruperti-Gymnasiums Mühldorf begrüßte die Gäste unter denen neben den Bürgermeistern Günther Knoblauch und Stefan Schalk und mehreren Ortsvorsitzenden und Gemeinderäten auch die Vorsitzende des Kreisjugendrings war, Kristin Hüwel.
Diana Stachowitz freute sich über die beiden Bürgermeister, die ja schließlich entscheiden, wie die Region zukünftig aussehen wird.
Die individuelle Förderung des einzelnen Kindes liegt der SPD am Herzen, führte sie in das Thema des Abends ein. Um das zu erreichen, ist eine Wesensänderung des Bildungssystems nötig, hin zu multiprofessioneller Arbeit an den Schulen. Diese Änderung wollten sie mit den regionalen Kräften diskutieren und führen deshalb landesweit diese Bildungsdialoge durch. In Mühldorf war die 28. Veranstaltung.
In einem Video beklagten Schüler, Bürgermeister, Arbeitgeber und Lehrkräfte mangelnde Bildungschancen für sozial schwächere, für die ländliche Bevölkerung durch weite Schulwege, den Mangel an qualifiziertem Nachwuchs, hohe Sozialkosten durch Schulabgänger ohne Abschluß und von oben diktierte Lerninhalte. Auch Grundschul-Lehrkräfte fühlen sich dem Druck der Eltern ausgesetzt, die ihre Kinder unbedingt ans Gymnasium bringen wollen. Das G8 führte zu Zeitmangel, Druck und Hetze.
Die frühe Selektion nach der vierten Grundschulklasse bewog Fraktionsvorsitzenden Markus Rinderspacher zur Forderung, die „Gemeinschaftsschule“ einzuführen.
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Bürgermeister Günther Knoblauch und Marion Winter – SPD Ortsvereinsvorsitzende im niederbayerischen Arnstorf und Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Bildung in der SPD - sollten nun die Situation in der Region beschreiben.
Günther Knoblauch sah es als notwendig, die Schulen wohnortnah vor Ort zu haben. Da fehlt der Kreisstadt nur eine Realschule. Trotzdem „dünnen die Schulen schon jetzt aus“. Viele Gemeinden laufen Gefahr, in wenigen Jahren keine Schulen mehr zu haben.
Die Stadt Mühldorf hat durch den Neubau der Hauptschule zumindest räumlich die besten Voraussetzungen für die Entwicklung der Kinder geschaffen. Die Stadt sorgt für das Betreuungspersonal, etwa für die Frühstücksbereitung der Schüler, die zu Hause keins bekommen! Sogar für die Bezahlung von Frühstück und Mittagessen für manche Schüler sorgt die Stadt! Solchen Kindern die Bildung an weiterführenden Schulen zu ermöglichen, wird eine Herausforderung sein.
Auf Diana Stachowitz‘ Frage, ob die regionale Wirtschaft Vorteile davon hat, meinte Günther Knoblauch: Vor einigen Jahren schon hat die Stadt eine Umfrage durchgeführt und daraufhin die Lerninhalte auf den Bedarf der Wirtschaft abgestimmt.
Das Problem beginnt aber schon bei den Eltern, die Erfolg für ihr Kind nur am Gymnasium sehen und dadurch dem Kind viel Streß verursachen. Dabei gäbe es viele weitere erfolgversprechende Bildungswege. Allerdings fehlt hierfür in Mühldorf die Realschule während in Waldkraiburg und Haag mehr als 1.000 Schüler die dortigen Realschulen besuchen.
Marion Winter beklagte die langen Schulwege in ländlichen Regionen, die viel Zeit kosten. Sie forderte auch eine Anpassung der Schule an die veränderte Situation in den Familien. Das dreigliedrige Schulsystem ist keine individuelle Förderung der Kinder, wie immer wieder vorgegaukelt wird!
Individuelle Förderung gibt es heute nur in Familien, die sich Nachhilfeunterricht leisten können.
Wenn sich Familien das nicht leisten können, leiden die Kinder und damit die Schulen und die Gemeinden.
Diana Stachowitz wies auf die Inklusion hin, die neue Herausforderungen bringen wird. Die Einführung der Inklusion war für Marion Winter keine Frage, das ist schließlich rechtskräftig beschlossen. Allerdings verbinden sowohl Lehrer als auch Eltern erhebliche Ängste damit, behinderte und gesunde in der gleichen Klasse zu unterrichten. Natürlich sind dazu viele zusätzliche Betreuer nötig, die viel Geld kosten werden. Das bereitzustellen wird die Staatsregierung noch viel tun müssen. Eine Chance für die Gesellschaft ist es allemal.
Auch Günther Knoblauch sah darin erhebliche Herausforderungen für die Eltern, die es kaum schaffen, ihre Kinder in der direkten Umgebung Behinderter zu wissen. Auch baulich muß einiges geschehen. Müssen überall Aufzüge eingebaut werden? Und wenn dann in jedem Gebäude?
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Der bildungspolitische Fachmann der SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag Martin Gül begründete dann, warum die Politik gefordert ist, Themen, die ganz gut laufen, immer wieder weiter zu entwickeln.
Seine Fraktion hat bereits vor zwei Jahren festgestellt, daß die Gemeinschaftsschule nicht die Lösung aller Probleme ist. Sie kann aber helfen, einzelne Probleme zu beheben. Geschehen muß jedenfalls etwas, das kann man an jeder Schule feststellen.
Dafür hat die SPD-Fraktion das „Projekt Gemeinschaftsschule“ entwickelt und hier auch die pädagogischen Aufgaben einfließen lassen.
Dabei wurde auch festgestellt, daß es wichtig ist, daß an Schulstandorten alle Schularten vertreten sind. Fehlt etwa eine Realschule, führt das zu überdurchschnittlich vielen Gymnasiasten. Ist dagegen eine Realschule am selben Standort, wird sie auch intensiv angenommen.
Trotzdem ist klar, daß man nicht überall Realschulen bauen kann!
Die SPD nutzt die Rundreise und diesen 28. Bayerischen Bildungsdialog dazu, Ideen und Kritik einzusammeln um sie später in Regierungsfunktion umsetzen zu können.
Die Eckpunkte der Bildungspolitik der SPD sehen so aus: Die Gemeinschaftsschule kommt ohne Übertritte aus, was den Kindern längeres gemeinsames Lernen ermöglicht. 10 Jahre wären hierfür optimal um alle vorhandenen Talente der Kinder entwickeln zu können.
Lehrer sollten in Teams zusammen mit Sozialpädagogen und Heilpädagogen arbeiten um so allen Kindern optimale Betreuung bieten zu können.
Für das gemeinsame Lernen sind Standards nötig – bayerische Standards – die zu bayerischen Abschlüssen führen. Es wird also auch künftig Quali’s, Realschulabschlüsse, Fachabitur und Abitur geben.
Leistungsstarke Schüler können nach der Gemeinschaftsschule weitergehen ans Gymnasium, oder an die FOS. Dazu müssen sie die weiteren Fremdsprachen dazu lernen.
Um das alles fundiert zu schaffen, benötigen die Kinder Zeit, die ihnen etwa das G8 wegnimmt.
An der Gemeinschaftsschule soll nach 16 Uhr Schluß sein, also keine Hausaufgaben mehr.
Wie man die Lehrkräfte auf diese neuen Aufgaben vorbereiten wird, dazu sind natürlich noch Regeln zu erarbeiten und Schulungen durchzuführen. Eine Möglichkeit, Anreize zu schaffen, ist sicher die Einführung der leistungsorientierten Bezahlung.
Die ländliche Region profitiert auf jeden Fall durch die Einsparung von Fahrzeiten und Fahrtkosten.
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Anhand eines Videos zeigte Martin Gül dann, wie an drei verschiedenen Schulen – zwei in Baden-Württemberg - schon jetzt neue Lernformen ausprobiert werden.
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Die Gäste fanden sich nach einer kurzen Pause in einem Stuhlkreis ein und diskutierten das Gehörte und brachten eigene Ideen, Bedenken und Vorschläge ein.
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Frau Stachowitz, wie würden Sie die Diskussion jetzt zusammenfassen? Sind Sie mit dem Ergebnis zufrieden? (O-Ton)
Sie haben zunächst Ihre Konzepte vorgestellt. Haben Sie von den Diskussionsteilnehmern etwas mitnehmen können? (O-Ton)
Dann kann man ja erwarten, wie Sie das alles umsetzen werden! (O-Ton)
Vielen Dank.
197 Danca Italiana - Kammermusik im Rhythmus des Südens aus dem Ahnensaal des Klosters Zangberg 14:20
Zu einem Abend mit einem ungewöhnlichen Ensemble hieß Christine Enghofer die Zuhörer im Ahnensaal des Klosters Zangberg willkommen: Sabine Kraus an der Harfe, Claus Freudenstein am Kontrabass und Matthias Michael Beckmann am 5-saitigen Cello.
Sie eröffneten mit Luigi Boccherini’s „Rondo C-Dur für Violoncello und Harfe“
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Sabine Kraus begann schon mit 8 Jahren am Salzburger Musikschulwerk Harfe spielen zu lernen.
Mit 13 wechselte sie als Jungstudentin an die Universität Mozarteum. 2001 schloß sie ihr Studium mit Auszeichnung ab. Sie lehrt seit 2003 an der Berufsfachschule für Musik in Altötting.
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Matthias Michael Beckmann erzählte, daß Luigi Boccherini im späten 19. Jahrhundert schon fast vergessen war. Ein einziges Werk hielt die Erinnerung wach: Das Menuett Opus 11 Nr. 5 aus dem Streichquintett. Dabei hatte er über 110 Streichquintette und 52 Streichduos komponiert – mehr als Ludwig van Beethoven.
Fachleute sagen, alle Werke entstanden ohne Einflüsse von anderen Komponisten – so in sich geschlossen ist sein Werk.
Um mit der Musik die Herzen der Zuhörer zu erreichen – stellte Boccherini in einem Brief fest – ist das Zusammenspiel von Komponist und Musiker nötig, wobei sich beide gewogen sein müssen. Nur wenn die Musiker den Geist des Komponisten spüren, wird es ihnen gelingen, besser zu werden als der Komponist selbst. Und wenn die Zuhörer dann auch noch sagen, sie hätten „himmlisch gespielt“ dann ist das Glück des Komponisten perfekt.

Zum zweiten Stück von Luigi Boccherini kam Claus Freudenstein dazu: Das Menuett in D-Dur für Violoncello, Harfe und Bass.
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Bevor sie mit der „Sonate in A-Dur für Violoncello und Bass“ fortsetzten, erläuterte Matthias Michael Beckmann, daß Boccherini ein ausgezeichneter Cellist war. Im Gegensatz zu den üblichen vier-saitigen Celli nutzten Boccherini und Johann-Sebastian Bach soche mit fünf Saiten. Matthias Beckmann wollte es den Genannten gleich tun und ließ sich ein Cello mit fünf Saiten bauen. Keiner weiß, warum die Entwicklung des Cello bei 4 Saiten stehengeblieben ist. Vielleicht waren die damaligen Saiten einfach ungeeignet, die ja aus Schafdarm gefertigt waren.
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Sie setzten mit einem Stück fort, das besonders Kinofreunde in Erinnerungen führen wird: Das „Love Theme“ aus „Der Pate“ von Nino Rota.
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Bevors mit Enrico Toselli’s „Serenade für Cello, Harfe und Bass“ weiter ging, trug Sabine Kraus eine kleine Geschichte vor.
Enrico Toselli kam in Nizza zur Welt und gab sein erstes Klavierkonzert im zarten Alter von 10 Jahren. Sein bekanntestes Werk – die Toselli-Serenade – komponierte er mit 17.
Das Scheitern seiner Ehe 1912 raubte ihm auch die Inspiration, er komponierte nichts mehr. Er starb 1926 im Alter von 43 Jahren.
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Nach der Pause setzten Claus Freudenstein und Matthias Michael Beckmann mit Giachino Rossini’s „Duetto für Cello und Kontrabass in D-Dur“ fort – einem Stück, das fast 25 Minuten dauert und von den Musikern einiges abverlangt.
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„Variationen über ein Thema von Rossini“ von Niccoló Paganini sollte das letzte Stück sein, das Matthias Michael Beckmann und Sabine Kraus darbringen wollten.
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Ohne Zugabe ließen die Zuhörer die Künstler nicht nach Hause gehen, die erstmals zusammen gespielt hatten. Vorher bedankte sich Christine Enghofer für einen gelingenen Konzertabend, bei dem so manchem die Beine zum Tanzen gezuckt haben – im Rhythmus des Südens eben.

198 Die Gema-Reform - Was-warum-wieso-wie? Jürgen Baier gibt Antworten bei MdB Stephan Mayer 12:15 42 19.10.12
Im Saal des Hotels zur Post in Altötting hatten sich so viele Zuhörer eingefunden wie selten, wenn MdB Stephan Mayer zu einem Forum einlädt. So nahm seine Begrüßung der Gäste einige Zeit in Anspruch, unter denen die Vorsitzenden der Kreisverbände des Hotel- und Gaststättenverbandes waren, Holger Nagl und Konrad Schwarz. Sein besonderer Gruß galt aber dem Bezirksdirektor der Gema – Jürgen Baier.
Obwohl die Gema kein politisches Thema ist, sah sich MdB Stephan Mayer veranlaßt, es zum Gegenstand einer Veranstaltung zu machen.
Die Gema vertritt die Rechte von Komponisten und Musikern. Sie verlangt für die auf bis zu einer Million Veranstaltungen jährlich gespielte Musik Gebührung – egal ob live gespielt oder von Tonträgern.
Die neue Gebührenordnung der Gema hat zu großer Verwirrung geführt und von Bürgermeistern bis zu Blaskapellenvorständen viele Fragen aufgeworfen. Einerseits eine Vereinfachung der Tarifstruktur und andererseits eine erhebliche Erhöhung der Gebühren ließen besonders bei Gastronomen und Diskothekenbetreibern Überlebensängste aufkommen. Besonders aber ehrenamtlich betriebene Anbieter fürchten, künftig keine Veranstaltungen mehr durchführen zu können, weil die Kosten der Gema das Budget sprengen werden.
Ein anstehendes Schiedsverfahren zwischen der Gema und der Bundesvereinigung der Veranstalter läuft schon seit Monaten und wird noch einige Zeit dauern.
Hier also für Aufklärung zu sorgen, erachtete MdB Stephan Mayer als seine Aufgabe.
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Gema-Bezirksdirektor Jürgen Baier versuchte, die Sympathie der Zuhörer dadurch zu gewinnen, daß er sich als Unterstützer des Autobahnbaus erklärte. Er forderte einen fairen Umgang und eine faire Diskussion.
Jürgen Baier selbst ist in der Gema – einem „wirtschaftlichen Verein kraft staatlicher Anerkennung“ - zuständig für Bayern und im Vorstand der Gema zuständig für die Entwicklung der Tarife. Aufgabe der 1903 gegründeten Gema ist die Verwertung der Urheberrechte. Sie ist Kraft Gesetz verpflichtet, die Rechte von den etwa 65.000 Urhebern zu erwerben und an Nutzer zu verkaufen. Wer Musik im öffentlichen Raum spielt, muß dafür bezahlen, egal ob Schulfestveranstalter, Gastronom, Volksfestbetreiber oder Diskothek. Die Gema hat faktisch ein Monopol und muß sich nur gegenüber dem Deutschen Marken- und Patentamt rechtfertigen.
Von den genannten 65.000 Urhebern erhalten nur etwa 3.000 pro Jahr mehr als 500 Euro „Vergütung“, wie die Gema den Verdienst der Autoren nennt. Um diese Vergütung zahlen zu können, sammelt die Gema sie von den Veranstaltern ein und nimmt dafür auch die Polizei zu Hilfe - weil eben nicht alle das Urheberrecht so achten, wie sie sollten wie Jürgen Baier unterstrich.
Zu den 65.000 deutschen vertritt die Gema zusätzlich weltweit 1,5 Millionen Urheber. Dazu bestehen Verträge mit den Urheberrechtsorganisationen aller Länder der Erde. Wäre das nicht so, müßten Veranstalter an Rechteinhaber in aller Welt zahlen – und das ist sicher nicht zu machen.
Jährlich mimmt die Gema etwa 830 Millionen Euro von Rundfunk, Tonträgerindustrie und Veranstaltern ein. Bundesweit erstellt die Gema jährlich etwa 1,5 Millionen Rechnungen für ebensoviele Veranstaltungen, davon 500.000 mit Live-Musik.
Neu ist der Gema „Allerweltstarif“ für Veranstaltungen mit bis zu 10 Euro Eintrittspreis – was dem Großteil der Veranstaltungen entspricht. Teuerer wird’s bei Veranstaltungen ab 40 Euro Eintrittspreis.
Durch die Reform bleiben die Gebühren von 60% der Veranstaltungen unverändert oder werden sogar billiger. 40% der Veranstaltungen werden teuerer.
Die Reform war nötig, da die Tarife seit 30 Jahren nicht mit der Inflation Schritt gehalten haben, wodurch die Autoren benachteiligt wurden.
Im Bereich „Diskotheken und Clubs“ war der Tarif bisher extrem billig. In Gesprächen mit dem Verband der Diskotheken- und Club-Betreiber konnte seit 2007 keine Bewegung erreicht werden.
Deshalb hat die Gema einen neuen Tarif veröffentlicht und wartet jetzt auf die Entscheidung der Schiedsstelle. Sie sind zuversichtlich, das Verfahren zu gewinnen, weil die Schiedsstelle bisher immer Tarifanpassungen abgesegnet, wenn sie nicht mehr als 10% des Eintrittspreises betragen haben.
Wenn nun Berichte von Steigerungen von 2000 Prozent durch die Presse geisterten, dann ist das zwar rechnerisch möglich, tatsächlich aber nicht realistisch. Jürgen Baier konnte die Entrüstung von Diskothekenbetreibern nicht nachvollziehen, die zwar 30 Millionen Umsatz machen aber 150.000 Euro für die Musik nicht zahlen wollen, die doch die Grundlage ihres Geschäftsmodells ist. Er war sicher, daß gerade die ohne Musik keinen einzigen Euro Umsatz machen würden! Es kann schließlich nicht sein, daß diese Leute viel Geld verdienen ohne den Grundlagenschaffern etwas zu bezahlen.
Die Anpassung betrifft vor Allem Einzelveranstaltungen und Leute, die sehr viel Musik nutzen. Ausdrücklich nicht betrifft das Kindergärten und Musikvereine, für die ein Pauschalvertrag besteht. Es betrifft auch nicht den Gastronom, den Hotelier oder das Vereinsheim, die Gast- oder Hotelzimmer mit Hintergrundmusik beschallen. Dafür zahlt der Gastronom weiterhin 250 Euro.
Jürgen Baier gab zahlreiche Beispiele: Eine Diskothek in Frankfurt zahlt nun - statt bisher 27 Euro pro Tag - etwa 120 Euro, eine Steigerung auf 400%, und das bei einem Tagesumsatz von mehr als 10.000 Euro.
Der neue Gematarif ersetzt 15 alte Tarife. Der Mindestsatz bei einer Veranstaltungsraumgröße von 100 Quadratmetern und einem Eintrittspreis von bis zu 2 Euro beträgt 22 Euro. Ist der Veranstalter Mitglied einer Organisation, mit der die Gema einen Rahmenvertrag hat, reduziert sich diese Gebühr entsprechend.
Pauschal kann man feststllen: Pro 100 Quadratmetern Veranstaltungsraumgröße verlangt die Gema 22 Euro. Bei 200 Quadratmetern und einem Eintrittspreis von 5 Euro sieht das also so aus: 5 Euro mal 200 Quadratmeter, davon 10% ergibt 100 Euro für die Gema!
Mit dieser Regel kann jeder Veranstalter leicht die Kosten berechnen. Der alte Tarifdschungel gehört damit der Vergangenheit an.
Jürgen Baier gab zahlreiche Beispiele, wie Gema-Gebühren für Veranstaltungen zu berechnen sind.
Über die Diskussion in den zurückliegenden Monaten berichtete er, daß die größten Verbände die neuen Tarife bereits akzeptiert haben. Im Vergleich zu den Niederrheinischen Karnevalsvereinen und den norddeutschen Schützenverbänden ist der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband nur „Mickey-Mouse“. Sogar der Großteil der Diskothekenbetreiber hat den neuen Tarif inzwischen akzeptiert – um so mehr, als eine Härteklausel die Kosten auf maximal 10% des Eintrittspreises begrenzt.
Ohne Musik wäre eine Vereinsfeier oder andere Veranstaltung gar nicht denkbar. Bedenkt man die Kosten, die Hallenmiete, die Band oder Musikkapelle, die Security und für das Catering, dann fallen die Kosten für die Gema gar nicht auf. Die Gema ist billiger als das Dixie-Klo!
Der Vorwurf, die Gema würde Vereinsveranstaltungen unmöglich machen, ist deshalb nicht zu halten. Schließlich gibt es niemand, der Leistung erbringt, ohne dafür Entlohnung zu bekommen! Das gilt auch für die Komponisten und Musiker.
Dem deutschen Hotel- und Gaststättenverband warf Jürgen Baier Blockadehaltung vor, weil diese angekündigt haben, daß sie unabhängig vom Ausgang des Schiedsverfahrens sowieso zum Oberlandesgericht gehen werden.
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Holger Nagl vom Kreisverband Mühldorf des Hotel- und Gaststättenverbandes wunderte sich, warum wohl in München 3000 Gastronomen protestiert haben, wenn alles so einfach ist, wie Jürgen Baier das dargestellt hatte. Der Abbau der Verwaltung bei der Gema geht mit Gebührenerhöhungen einher, die bis zu 1,8% des Gesamtumsatzes eines Betriebes ausmachen.
Die Gema ist ein Monopolist, der unkontrolliert und unbeaufsichtigt Gebühren festsetzen kann. Nur so ist zu erklären, daß sie offensichtlich Erhöhungen von 1000 und mehr % durchsetzen können.
Der Hotel- und Gaststättenverband fordert deshalb die Einschaltung des Patentamts und – wenn nötig – eine gesetzliche Neuregelung. Es darf nicht mehr sein, daß die Gema Tarife einseitig festsetzt. Bis zum Schiedsspruch muß zumindest eine vorübergehende Lösung gefunden werden.
Gegen die Bezeichnung Micky-Maus für seinen Verband mit über 200.000 Beschäftigten allein in Bayern verwahrte sich Holger Nagl. Das zeigt nur die Geringschätzung der ganzen Branche durch die Gema.
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Konrad Schwarz vom Kreisverband Altötting des Hotel- und Gaststättenverbandes gab mehrere Beispiele für Erhöhungen, die bei Festzelten 61% und bei höherwertigen Veranstaltungen über 250% betragen haben. Tatsächlich berücksichtigt der neue Tarif der Gema nicht, daß Veranstaltungen oft auch nicht bis auf den letzten Platz besetzt sind. Dann muß aber doch die volle Gebühr bezahlt werden. Auch die Rechnung „Ein Gast pro Quadratmeter“ geht oft nicht auf, so daß nach Tarif viel zu viel zu bezahlen wäre.
Bei Umsatzrenditen von oft unter 10% sind die Gema-Gebühren ein nennenswerter Kostenfaktor.
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In der folgenden umfangreichen Diskussion brachten die Zuhörer viele Einzelfälle vor. Gefragt wurde nach Regelungen für Kindergärten, Kinderfaschingsveranstaltungen, St.-Martins-Umzügen, und den Sachverhalt bei Chorkonzerten, Konzerten in Kirchen und bei Benefizkonzerten, wo alle Mitwirkenden auf ihr Entgelt verzichten.
Thema war auch der Unterschied zwischen Veranstaltungen mit Livemusik und Tonträgermusik, der Sachverhalt bei Umzügen, Stadtfesten und Christkindlmärkten.
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Für die meisten Fälle hatte Jürgen Baier eine Antwort. Sie alle hier aufzuzählen würde den Rahmen dieses Berichts sprengen. Nur einige wollen wir zitieren: Bei Benefizkonzerten verzichtet die Gema nicht auf die Berechnung der Gebühren. Bei nicht ausverkauften Veranstaltungen kann der Veranstalter eine Reduzierung beantragen. Dann wird eine Anwesenheitsprüfung durchgeführt. Bei Kinderfaschingsveranstaltungen verzichtet die Gema auch nicht auf die Berechnung der Gebühren, ist aber der Ansicht, daß die Kosten so gering sind, daß deshalb keine Veranstaltung ausfallen muß. Martins-Umzüge sind frei von Gebühren. Veranstaltungen, die nicht dem Erwerb dienen, sind ebenfalls frei.
Nicht nachvollziehen konnte Jürgen Baier den Einwand, man erhielte bei der Gema-Zentrale kaum relevante Auskünfte, weshalb Veranstalter immer unsicher sind.
Jürgen Baier kritisierte die Berichterstattung in den Medien, die zwar hohe prozentuale Steigerungen vermelden, die dahinterstehenden tatsächlichen Kosten aber verschweigen.
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Die Verunsicherung ist nach wie vor groß. Zwar konnte Jürgen Baier etwas beschwichtigen, die Bedenken – vor allem des Hotel- und Gastgewerbes - konnte er aber nicht ausräumen. Hilfreich wäre sicher ein einfaches plausibles Gebührenmodell ohne so viele Nachlaßmöglichkeiten und ohne so komplizierte Antragsverfahren, wie das derzeit angeboten wird.
Vielleicht sollte man tatsächlich die Monopolstellung der Gema überdenken, die noch aus dem Jahr 1903 stammt. Schließlich ist die Abschaffung von Monopolen seit Jahren Thema aller politischen Kräfte.
199 10 Jahre Unternehmerfrauen im Handwerk: Die Jubiläumsfeier 13:10
Rosalyn Sabo’s „ZitherRausch“ empfing die Gäste der Jubiläumsfeier im Foyer der Kantine in Töging zur Jubiläumsfeier.
Arbeitsgruppen-Vorsitzende Claudia Häusler konnte so nach und nach die Ehrengäste begrüßen: Stellvertretende Landrätin Eva Köhr, MdB Stephan Mayer, Mühldorfs Stadträtin Anneliese Hohenester, Kreishandwerkerschaftsgeschäftsführer Anton Steinberger und etwas später MdL Ingrid Heckner sowie eine Reihe Obermeister und Vertreter von Banken und Sparkassen.
Rosalyn Sabo und ihre drei „Zitherrauscher“ sorgten für festliche Stimmung.
Claudia Häusler freute sich, daß ihr Glöckchen seinen Zweck erfüllt hat und tatsächlich alle zuhörten. Sie freute sich auch, neben den Genannten die Landesvorsitzende der „Unternehmerfrauen im Handwerk“ Margit Niedermaier begrüßen zu können sowie Vertreterinnen der Arbeitskreise aus Landshut, Erding und München.
Sie blickte zurück auf die Gründungsversammlung der „Unternehmerfrauen im Handwerk“ am 5. Februar 2002 am Bildungszentrum in Mühldorf. Zur ersten Vorsitzenden wählten die 14 Gründungsmitglieder damals Anneliese Wackerbauer. Sie führte den Verein sechs Jahre lang mit viel Engagement und Einsatz. 2008 übernahm Monika Meyer den Vorsitz. Seit 2011 ist sie selbst Vorsitzende des Vereins der aktuell 51 Mitglieder zählt.
Sie dankte den Mitgliedern im Vorstand für ihre Mitwirkung und besonders Monika Meyer, die von Anfang im Vorstand dabei war. Für gabs ein Präsent.
Auch von Anfang an dabei waren sie selbst und Beate Kammerer.
In den zurückliegenden 10 Jahren veranstalteten die „Unternehmerfrauen im Handwerk“ zahlreiche Seminare und Kurse zu geschäftlichen, rechtlichen, gesellschaftlichen und persönlichkeitsbildenden Themen. Sie wurden ausnahmlos gut angenommen – oft sogar von den Ehemännern. Ein großer Erfolg war die Einführung der „spezifischen Ausbildung zur Bürokauffrau im Handwerk“ und zur „kaufmännischen Fachgehilfin im Handwerk“. Ihr Motto war immer: „Unternehmerfrauen im Handwerk – engagiert und kompetent“.
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Nachdem „Zitherrausch“ für Abwechslung gesorgt hatte, sollte MdB Stephan Mayer so schwungvoll weitermachen – meinte zumindest Kreishandwerkerschaftsgeschäftsführer Anton Steinberger...
MdB Stephan Mayer gratulierte den „Unternehmerfrauen im Handwerk“ zum 10-jährigen Bestehen und freute sich, als Mann hier eingeladen worden zu sein.
Er gratulierte zum Erreichten, besonders zu der deutlichen Zunahme der Mitgliederzahl von 14 auf 51. Bayernweit sind ja 1.300 Unternehmerfrauen bei den „Unternehmerfrauen im Handwerk“ engagiert.
Und weil hinter jedem erfolgreichen Mann eine starke Frau steckt, war Stephan Mayer überzeugt, daß das heute längst nicht mehr ausreicht. Sie müssen in ihren Unternehmen selbst eine wichtige und wertvolle Stütze für den Betrieb sein – vielleicht sogar manchmal die heimliche Chefin! (Gelächter)
Die Zeiten haben sich geändert: Sowohl die gesetzlichen Vorgaben als auch der Wettbewerb wurden immer schwieriger. Es ist deshalb sehr schön, daß sie mit den „Unternehmerfrauen im Handwerk“ ein Netzwerk geschaffen haben, in dem sie sich austauschen und voneinander lernen können. Solche Netzwerke sind beileibe nicht selbstverständlich, weil die meisten Unternehmer nicht die Zeit haben, über den Tellerrand hinaus zu schauen und sich mit den Wettbewerbern auszutauschen. Ihre Arbeitsgruppen sind deshalb sehr sinnvolle Einrichtungen.
Die 200.000 Handwerksbetriebe in Bayern haben immer noch goldenen Boden unter den Füßen. Sie beschäftigen über 800.000 Mitarbeiter und bilden mit 78.500 Lehrlingen noch immer mehr aus, als sie selbst benötigen.
Damit erbringen sie eine bemerkenswerte gesellschaftspolitische Leistung. Dafür dankte Stephan Mayer sehr. Er sicherte den Zuhörern zu, daß die Bundesregierung sich der Bedeutung des Handwerks bewußt ist und es auch immer fördern wird. Dazu gehört auch der Abbau der Bürokratie, der zwar Fortschritte macht, aber natürlich noch nicht zufriedenstellend ist. So wurden etwa die Aufbewahrungsfristen für Finanzunterlagen von 10 auf 8 Jahre reduziert. Noch immer zu lang – aber schon kürzer als die bisherigen 10 Jahre. Auch die Senkung des Rentenbeitrags ist ein kleines Mosaiksteinchen, das zur Unterstützung der kleineren Unternehmen beiträgt.
MdB Stephan Mayer dankte allen, die in den „Unternehmerfrauen im Handwerk“ ehrenamtlich Verantwortung getragen haben und wünschte ihnen weiterhin viel Erfolg und - bei allen ernsthaften Themen - auch Zeit für gemeinsamen Spaß und Vergnügen.
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Zitherrausch sorgte für den guten Ton und die passende Stimmung.
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Stellvertretende Landrätin Eva Köhr griff die einfühlsame Stimmung des Musikstücks auf.
Klar, daß ein Bundestagsabgeordneter länger sprechen darf. Sie hätte gedacht, das Glöckchen hätte hier zur Ordnung rufen können....
10 Jahre muß so ein ehrenamtlich geführter Verband erst einmal schaffen! Dazu gratulierte Eva Köhr herzlich.
Die Unternehmerfrauen im Handwerk sind für beide Landkreise wichtig und ihre Arbeit relevant. Frauen in Handwerksunternehmen - darunter Meisterinnen – sind starke Persönlichkeiten – Powerfrauen und Multitalente. Einfühlsam, kompetent, vorausschauend und gelegentlich hartnäckig nehmen sie ihre Rolle in der Arbeitswelt wahr. Dies alles bewußt zu machen, ist nur eine Aufgabe der Unternehmerfrauen im Handwerk.
In unserer schnelllebigen Zeit mit ihren zahlreichen Fortbildungsmöglichkeiten bietet der Arbeitskreis die Möglichkeit zum inspirierenden persönlichen Austausch und hilft dabei, die vielfältigen Aufgaben aus Beruf, Unternehmertum und Familie unter einen Hut zu bringen.
„Wissen vermitteln, Kompetenz zeigen und Kommunikation leben“ ist genau das, was für sie wichtig ist. Die Grundlage dafür zeigen die besonderen Ausbildungsmöglichkeiten der Handwerkskammer.
Obwohl das längst nicht mehr so sein sollte, stehen Frauen noch immer vor besonderen Herausforderungen – etwa bei der Beurteilung ihrer Leistung oder bei der Regelung der Betriebsnachfolge. Noch immer fragt man sich: „Sind Frauen dieser Herausforderung gewachsen?“ Es gilt, die Vergangenheit auszublenden und eine neue Selbstreflektion zu bekommen. Für ihre Mitwirkung dabei dankte Eva Köhr dem Arbeitskreis sehr.
Der Landkreis hilft dabei durch die Teilnahme am alljährlichen Girls-Day, bei dem Mädchen die Chancen in technischen Berufen schmackhaft gemacht werden sollen.
Die Weichen für Veränderungen sind längst gestellt. Sie umzusetzen, leisten die „Unternehmerfrauen im Handwerk“ einen wertvollen Beitrag. Daß sie dabei weiter viel Erfolg haben, wünschte Eva Köhr den „Unternehmerfrauen im Handwerk“.
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Auch Margit Niedermaier – Landesvorsitzende der Unternehmerfrauen im Handwerk – freute sich über das Jubiläum des Arbeitskreises Altötting-Mühldorf und gratulierte herzlich.
Ihre wilde Frisur kam daher, daß ihr gleich die Haare zu Berge gestanden sind, als MdB Stephan Mayer gemeint hatte, daß hinter jedem erfolgreichen Mann eine starke Frau stünde! Darauf reagiert sie halt allergisch!
Die „Unternehmerfrauen im Handwerk“ sind eine bundesweite Organisation, die ihre Mitglieder bei allen relevanten Themen vertritt. Für ihre Mitwirkung dankte Margit Niedermaier den Mitgliedern der Arbeitskreise. Ihr besonderer Dank galt allen aktuellen und früheren Vorsitzenden.
Als Unternehmerfrauen im Handwerk sind sie meistens für die kaufmännischen Abläufe in den Betrieben ihrer Ehemänner zuständig. Dabei sind sie meistens Einzelkämpferinnen. Da ist es gut, daß sie in den Arbeitsgruppen Freundinnen gefunden haben.
In Bayern gehören derzeit über 1.300 Mitglieder in 24 Arbeitskreisen den Unternehmerfrauen im Handwerk an. Bundesweit sind es über 6.000.
Die öffentliche Wahrnehmung der Unternehmerfrauen im Handwerk nimmt stetig zu. Bei ihnen ist jeden Tag Frauentag. Das drückt deutlich aus, daß sie das Rückgrat der deutschen Wirtschaft repräsentieren – das Handwerk.
Um sie für ihre Aufgaben in ihren Betrieben fit zu machen, wurden verschiedene Ausbildungsangebote entwickelt. Erst kürzlich kamen Kurse für den Umgang mit der IT im Handwerk dazu und für die Nutzung von Social Media. Das läuft unter „Wissen vermitteln“
Ihre Rolle ist wie die der Dame in einem Schachspiel. Dort ist die Dame die beweglichste und stärkste Figur mit den meisten Möglichkeiten. Sie ist häufig spielentscheidend – hier wie dort.
Die Familienbetriebe sind das Unternehmensmodell der Zukunft. Aber nur, wenn die Unternehmerfrauen ihre Rolle einnehmen und ihre Stärken ausüben. Das hat eine wissenschaftliche Studie vor einigen Jahren bestätigt. Die Studie hat auch bestätigt, daß Unternehmerfrauen meist auch gute Mütter sind und meist mehr als die durchschnittlichen zwei Kinder aufziehen.
Leider ist es längst nicht mehr so, wie Bundestagsabgeordneter Stephan Mayer es darstellte, daß das Handwerk über Bedarf ausbildet. Vielmehr hat das Handwerk das Problem, überhaupt genug geeignete Bewerber für den eigenen Bedarf zu finden!
Unternehmerfrauen wissen sehr gut, wie man Unternehmen und Familie vereinbaren kann. So zeigt die genannte Studie auch, daß meist mindestens eines der Kinder im Betrieb mitarbeitet und meist eines der Kinder das Unternehmen übernimmt - oft auch Töchter. Familienbetriebe sind also ein Modell für die Zukunft.
Inzwischen ist jeder 5. Jungmeister eine Frau und jede 4. Handwerksbetriebsgründung von wird einer Frau vorgenommen – eine bemerkenswerte Entwicklung. Die „Unternehmerfrauen im Handwerk“ unterstützen diese Entwicklung und fordern zur Weiterentwicklung auf. Aktuell forciert der Verband die Beteiligung von Unternehmerfrauen in der Politik.
An MdB Stephan Mayer gerichtet, meinte sie: (O-Ton )
Die Mitglieder forderte sie auf, ihre Kompetenz auch zu zeigen und die Kommunikation zu leben. Dazu treffen sich die Unternehmerfrauen in Facebook, Xing und Twitter und bloggen auch ganz fleißig. Das alles unterstützen die bayerischen Unternehmerfrauen durch Schulungsangebote. Sie sind einfach einmalig!
Ein einmaliges Jubiläumsgeschenk hatte sie stellvertretend für Claudia Häusler.
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Auch wenn das T-Shirt ein bißchen groß war – der Facebook-Like-Button drauf hat’s wieder wett gemacht.
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Nachdem ZitherRausch den offiziellen Teil abgeschlossen hatten, widmeten sich die Gäste der Jubiläumsfeier einem festlichen Abendessen und dem Austausch gemäß dem dritten Teil ihres Wahlspruchs.
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Volker Ludwig unterhielt mit allerlei Jongliertricks und die Tombola war reich gefüllt an diesem denkwürdigen Abend.
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Wir grautlieren dem Arbeitskreis der Unternehmerfrauen im Handwerk zum Jubiläum und wollen allen Mitgliedern versichern, daß wir ja eh schon immer gewußt haben, daß ohne sie gar nichts geht! Und das ist beileibe keine Floskel! Auch bei uns ginge ohne unsere Unternehmerfrau nämlich gar nichts – auch wenn wir nicht gerade zum Handwerk gehören!
200 CSU Ortsverband Neumarkt-St. Veit besichtigt die Baustelle der Umgehungsstraße: Am 17. Dezember wird sie für den Verkehr frei gegeben 6:10
Die Federführung für den Bau der Umgehungsstraße von Neumarkt-St. Veit hat das Straßenbauamt Landshut. Vielleicht deshalb haben wir in den zurückliegenden Jahren nicht so sehr viel davon mitbekommen. Seit einigen Monaten ist nämlich der erste Abschnitt dieser Strecke schon in Betrieb – also der Teil vom Kreisverkehr an der Staatsstraße 2086 bis zur Landshuter Straße.
Wie der Stand der Bauarbeiten am südlichen Teil der Umgehungsstraße ist - das wollte die CSU in Neumarkt-St. Veit wissen und lud zu einem Ortstermin.
Da lacht sogar der Himmel, freute sich CSU-Vorsitzender Max Heimerl über die vielen Interessierten unter denen auch MdB Stephan Mayer, Bürgermeister Erwin Baumgartner und Bezirkstagskandidatin Claudia Hausberger waren. Daneben zahlreiche Stadträte. Max Heimerl konnte auch Robert Esterl und Thomas Förg vom Straßenbauamt Landshut begrüßen, die später Rede und Antwort stehen würden.
So alt wie dieser Zug ist die Diskussion um die Umgehungsstraße von Neumarkt, für die schon 1935 erste Entwürfe angefertigt wurden. Dank der Konjunkturpakte – und damit eigentlich Dank der Finanzkrise – konnte sie jetzt endlich gebaut werden.
Seit Jahren war der Bau der Umgehungsstraße im „vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplans – führte Max Heimerl ein. 2003 sollte sie dann plötzlich in den „weiteren Bedarf“ zurückgestuft werden. Das konnten alle politischen Kräfte in Neumarkt mit starker Unterstützung der Landes- und Bundespolitik verhindern, die mit großer Geschlossenheit aufgetreten sind. Letztlich entscheidend war der Vorschlag des damaligen Bayerischen Innenministers Dr. Günther Beckstein, der ein Projekt in Schwaben zurückstufen ließ und so die Umgehungsstraße Neumarkt im vordringlichen Bedarf halten konnte – ein einmaliger Vorgang in ganz Deutschland.
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Auch MdB Stephan Mayer freute sich über das große Interesse. Üblicherweise interessieren sich Bürger für solche Termine nur, wenn’s nicht läuft!
Es ist hier in den zurückliegenden Jahren immer wieder gelungen über alle Parteigrenzen hinweg richtig zu handeln. Das betraf sowohl die Verhinderung der Rückstufung des Projekts als auch die Bereitstellung der Finanzierung. Zuhilfe kam dann die Finanzkrise und die Konjunkturpakete.
MdB Stephan Mayer war stolz darauf, daß kein Bundeswahlkreis so viel Geld aus den Konjunkturpaketen erhalten hat wie unsere Region!
Für die schnelle Realisierung der Baumaßnahme dankte Stephan Mayer Thomas Förg und Robert Esterl vom Straßenbauamt, die sich hier richtig ´reingehängt haben. So konnte er den Termin für die Verkehrsfreigabe nennen: Am 17. Dezember um 9 Uhr wird voraussichtlich der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Dr. Andreas Scheuer die Straße für den Verkehr freigeben – ein richtiges Weihnachtsgeschenk für die Rottstädter!
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Bürgermeister Erwin Baumgartner erinnerte an die lange Planungszeit und freute sich über die bevorstehende Fertigstellung. Tatsächliche haben sie alle zusammengeholfen, dieses große Verkehrsprojekt zu realisieren. Jetzt geht am 17. Dezember ein Traum in Erfüllung. Dafür galt sein herzlicher Dank.
Er wäre aber kein richtiger Bürgermeister – meinte er – wenn er nicht noch eine Bitte hätte: Mit der Verkehrsfreigabe geht die jetzige Bundesstraße in den Besitz der Stadt über. Und da wäre es gut, wenn besonders im Bereich des Berges an der Altöttinger Straße und vor dem südlichen Stadttor die Straße noch instand gesetzt werden könnte. Dann müßte die Stadt nicht die Beseitigung der Schäden tragen, die vor allem der überörtliche Schwerverkehr verursacht hat.
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Weil es in den Tagen davor geregnet hatte und weil an diesem Samstag dort gearbeitet wurde, war es nicht möglich, auf der neuen Straße an die Unterführung heran zu kommen, deren Bau der Grund für die Verzögerung der Fertigstellung der gesamten Strecke war. Deshalb machten sich die Teilnehmer auf einem parallelen Feldweg auf den Weg zur Baustelle.
Für Thomas Förg vom Straßenbauamt Landshut war der gelungene Einschub der Eisenbahnbrücke im vergangenen September der Moment, an dem klar war, daß die Straße pünktlich fertig werden würde. Beim Baubeginn der Brücke stellte man fest, daß der Untergrund nicht tragfähig genug war. Sie mußte komplett neu geplant werden.
Nun wurde erst eine Hilfsbrücke darunter eingebaut, auf der dann die eigentliche Brücke errichtet und im September eingeschoben werden konnte. Derzeit wird eine Stützwand betoniert und die Straße drunter durch gebaut. Das wird noch einige Wochen in Anspruch nehmen.
Das alles hat natürlich die Baukosten in die Höhe getrieben. Von geplanten 700.000 Euro für diese Brücke stiegen die Kosten auf 3,2 Millionen und damit die Kosten der gesamten Strecke auf gut 12 Millionen Euro.
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Es gibt noch einiges zu tun für die Brückenbauer und auch für die Straßenbauer um dieses Kapitel am 17. Dezember abzuschließen, das schon 1935 begonnen hat.
201 Der fünfte Wohlfühltag der Kreisfrauenunion im Waldkraiburger Haus der Kultur 7:30
Das herrliche Herbstwetter ließ ein wenig Skepsis aufkommen, ob die Waldkraiburger Damenwelt sich drinnen oder draussen würde wohl fühlen wollen. Gelegenheit war hier und dort wirklich genug.
Drinnen – also im Haus der Kultur – erwartete die Damen alles, was so zum Wohlfühlen nötig ist: Kosmetikstudios, Handpfleger und Hair-Stylisten – Taschen-, Mode und Echtschmuck und sogar Ernährungsberatung. Natürlich hatten Frauen-Union und CSU Informationsstände. Fürs leibliche Wohl sorgten die Damen der Frauenunion mit selbstgebackenen Kuchen.
Bürgermeister Siegfried Klika hieß die ersten Gäste persönlich willkommen, war aber dann doch schnell überfordert – so viele kamen pünktlich zur Eröffnung.
Noch ein Foto für Facebook oder fürs Album und Frauenunionsvorsitzende Charlotte Konrad konnte sich Bürgermeister und Kreisvorsitzende schnappen um den Nachmittag offiziell zu eröffnen.
Sie freute sich, zusammen mit Bürgermeister Siegfried Klika und Kreisvorsitzender Ilse Preisinger-Sontag schon so früh so viele Gäste begrüßen zu können. Zudem hieß sie stellvertretende Landrätin Eva Köhr willkommen, Fraktionsvorsitzenden Anton Sterr, zweiten Bürgermeister Harald Jungbauer, die Referentinnen des Stadtrates Annemarie Deschler, Inge Schnabl, Margit Roller und Rainer Zwislsperger – und natürlich Ilse Preisinger-Sontag und Bezirksratskandidatin Claudia Hausberger.
Bürgermeister Siegfried Klika freute sich unter den ganzen Damen auch ein paar Quotenmänner zu diesem fünften Wohlfühltag der Frauenunion begrüßen zu können.
Sich wohl zu fühlen – bekommt in Zeiten von Burn-Out und zunehmender Hektik immer größere Bedeutung. Das „Inne-Halten“ und „In-sich-hinein-hören“ ist fast in Vergessenheit geraten. Da ist es schön, daß die Frauenunion hier die Möglichkeit gibt, zu entspannen und sich verwöhnen zu lassen. Die Gäste sollten deshalb die Angebote nutzen und genießen. Selbst wollte er nur zuschauen und sich mit ihnen freuen.
Der Veranstaltung wünschte er einen guten Verlauf und den Zuhörerinnen viele interessante Informationen.
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Ilse Preisinger-Sontag dankte der Frauenunion Waldkraiburg für die Ausrichtung des Wohlfühltages, der schon einer festen Einrichtung geworden ist.
Die Frauenunion führt den Wohlfühltag durch um einerseits die Arbeit der Frauen bekannt zu machen, die hinter den Angeboten stehen, und andererseits Frauen etwas Gutes zu tun. Natürlich will die Frauenunion dadurch auch selbst bekannter werden und über ihre politische Arbeit informieren. Sie lud ein, sich am Informationsstand zu informieren.
Sie lud die Zuhörerinnen auch ein, bei der Frauenunion mit zu machen und ihre Arbeit zu unterstützen.
Da drauf erst mal ein Stück Kuchen.
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Trensch Fashion – der trendige Modeladen an der Berliner Straße - zeigte herbstliche Mode für junge Leute.
Während die einen das festhielten, genossen die anderen ein Stück Kuchen.
Auch wenn die vorgeführte Mode nicht gerade für sie war, spendeten die Zuschauerinnen viel Beifall. Für die Mode oder für die Models?
Nachdem nochmal alle gemeinsam gelaufen waren, bedankte sich Claudia Trensch bei den Models mit einer gelben Rose.
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Stadträtin, Sozialreferentin und VfL-Vorsitzende Annemarie Deschler präsentierte nun Mode vom Modehaus am Berliner Platz. Diese Mode für reifere Damen führten Mitglieder der Frauenunion vor und Kollegin Ursula Huckemeier.
Wie gesagt, das alles ist Mode vom Berliner Platz!!!
Natürlich gings zwischendurch auch um Politik.
Familienreferentin Inge Schnabl verteilte silberne Herzen und fing so die kleinen Herzchen!
Richtig voll wars dann schon gegen 15 Uhr – Die Damen ließen es sich auch bei diesem fünften Wohlfühltag der Frauenunion einfach nur gut gehen und zogen das Drinnen dem Draussen vor, an diesem bunten sonnigen Wohlfühl-Herbstnachmittag
202 Der neue Spielertrainer der Volleyball-Herren des TSV 1860 Mühldorf im Gespräch: Michael Mayer 7:20
Ein Gespräch mit dem, aus Viechtach stammenden Michael Mayer, der seit Anfang der Saison die Volleyball-Herren des TSV 1860 Mühldorf trainiert und selbst mitspielt. Michael Mayer spielte bis 2003 in der Volleyball Bundesliga und in dieser Zeit 48 Mal in der Deutschen Volleyball-Nationalmannschaft.
203 Volleyball Regionalliga Süd-Ost: TSV 1860 Mühldorf gegen SV Lohhof 6:50
Die Pressekonferenz der Volleyballabteilung des TSV 1860 Mühldorf einige Tage vorher wurde aus Termingründen abgesagt, deshalb müssen wir quasi „mit der Tür ins Haus fallen“.
Zudem hatte das erste Spiel der neuen Saison auch schon stattgefunden: Der TSV Mühldorf hatte gegen den TSV Nittenau auswärts mit 3:1 gewonnen.
Nun kam der SV Lohhof in die Halle an der Mittelschule. Während es für Mühldorf das zweite Spiel der Saison war, hatten die Gäste hier ihr Auftaktspiel.
Unter den Zuschauern die Stadträte Sepp Wimmer und Oskar Stoiber.
Mühldorf - ganz in blau - begann von links nach rechts – Lohhof in rot-schwarz von rechts nach links.
Der erste Punkt ging an die Hausherrem - - - - und auch der zweite.
Es gelang den Innstädtern schnell, Punkt um Punkt zu machen und vorneweg zu ziehen. Die Gäste schienen kein Rezept zu finden. 7:3
Großen Anteil daran hatte Mühldorfs neuer Spielertrainer Michael Mayer – hier mit der Rückennummer 2.
Beim Stand von 9:3 brauchten die Gäste ein Gespräch.
Dann gelang des Lohhof aufzuholen. Es stand plötzlich 15:14. Bei Mühldorf hatten sich Fehler eingeschlichen, die dann auch zum Ausgleich führten: 15:15
Aber auch Lohhof machte Fehler und brachte Mühldorf wieder in Führung. Und die gaben sie auch nicht mehr ab.
Beim Stand von 20:17 wieder Auszeit für Lohhof.
Die brachte aber nichts: Mühldorf holte Punkt für Punkt, so daß Severin Bienek beim Stand von 24:19 zum Satzball aufschlagen konnte.
Damit ging der erste Satz mit 25:19 an den TSV 1860 Mühldorf.
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Nach dem Seitenwechsel nun die Gäste im Vordergrund.
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Der zweite Satz begann mit einem Punkt für die Gäste. Ihre Führung hielt aber nicht lang.
Mühldorf glich schnell zum 4:4 aus. Trotzdem ließen sich die Gäste nichts nehmen und zogen weiter auf 10:8 voran.
Dann der Ausgleich zum 11:11.
Es gelang den Gästen, den Abstand auf 19:17 zu vergrößern – trotz solcher Fehler.
Dann aber holte Mühldorf auf und glich zum 19:19 aus - - - und ging hier durch Tobias Laszlo-Lehni in Führung.
Der Ausgleich folgte umgehend.
Wieder Auszeit für die Gäste.
Jetzt wendete sich das Blatt: Während die Innstädter fast den ganzen Satz lang hinterherliefen, gelang es nun, einen – wenn auch knappen - Vorsprung herauszuarbeiten und zu halten.
Satzball für Mühldorf beim Stand von 24:23: Vergeben – Wieder Ausgleich 24:24
Der nächste Punkt ging nach Mühldorf.
Und auch der nächste. Damit ging auch der zweite Satz mit 26:24 an die Hausherren.
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Der dritte Satz –Seitenwechsel und damit wieder die Hausherren im Vordergrund.
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Lohhof begann fulminant und zog auf 1:5 davon.
Dann der nächste Punkt für Mühldorf: 2:5 Der läutete die Wende ein und so glich Mühldorf bei 6:6 aus.
Nach einer weiteren Auszeit für Lohhof gelang es zwar, Mühldorf nicht entfliehen zu lassen – der Abstand blieb klein.
Bei 18:15 holte Gästetrainer Heiko Roth seine Leute nochmal zum Gespräch.
Trotzdem gingen die nächsten Punkte auf das Konto der Mühldorfer.
Hallensprecher Stefan Schmid sorgte für die nötige Stimmung während Mühldorf zum Satz- und damit zum Matchball aufschlug. Die Zuschauer hielt es da schon nicht mehr auf ihren Plätzen.
Der erste Matchball: abgewehrt!
Aufschlag Lohhof: Die beendeten selbst das Spiel mit einem Ball an die Hallendecke.
Der dritte Satz ging also mit 25:19 den TSV Mühldorf, der damit das Match mit 3:0 Sätzen gewinnt.
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Am darauffolgenden Tag hatten die TSV-Volleyballer auswärts gegen den TuS Hirschau anzutreten. Und auch dieses Spiel gewannen sie mit 3:0.
Man möchte’s kaum glauben – aber hier spielen fast die selben, die in der gesamten vergangenen Saison gerade mal zwei Spiele gewonnen haben.
Die drei Siege zum Auftakt und aktuell Platz 1 der Tabelle lassen natürlich die Erwartungen an die Volleyballer des TSV 1860 Mühldorf steigen. Wir werden sehen, obs so weiter geht. Wünschen ürden’s wirs ihnen.
204 Handball Bezirksliga Altbayern: VfL Waldkraiburg gegen TV Altötting 9:35
Wir wissen nicht, was Waldkraiburgs Trainer Holger Becker seinem Altöttinger Kollegen da noch ins Stammbuch schreiben wollte, als die beiden ersten Mannschaften der Nachbarn in der Halle an der Franz-Liszt-Schule zusmmentrafen. Unter den Gästen: Bundestagsabgeordneter Stephan Mayer.
Die Waldkraiburger Handball-Herren hatten das vorangegangene Spiel in Passau unglücklich verloren und deshalb etwas gut zu machen.
Die Gäste aus Altötting hatten erst ihr zweites Spiel in der laufenden Saison.
Altötting begann in weißen Hemden von rechts nach links und Waldkraiburg in roten Hemden von links nach rechts. Schiedsrichter der Begegnung war Olaf Kuchenbecker aus Pfarrkirchen.
Beim VfL spielte erstmals wieder Daniel Kick mit. Auch Sebastian Ertl war nach seiner Verletzung erstmals wieder dabei. Weiterhin verzichten musste das Trainergespann Holger Becker/ Manfred Rudolf auf Tobias Wethanner, der noch einigen Trainingsrückstand hat sowie auf Thorsten Bauer, der nach seiner Wechselsperre noch bis 28. Oktober aussetzen muss.
Das Spiel begann fulminant: Die Hausherren legten vor und die Gäste glichen aus – oft schon im Gegenzug. So stand es schon nach 13 Minuten 5:5.
Auch dann konnte keine der Mannschaften einen Vorsprung herausarbeiten. Dazu trugen wesentlich beide Schlußleute bei.
Beim Stand von 8:8 konnte Michael Stamp die Hausherren wieder in Führung bringen.
Diese 7-Meter-Entscheidung von Schiedsrichter Kuchenbecker verstand Holger Becker nicht. Er wechselte den Torwart. Sebastian Ertl konnte aber nichts machen. Wieder Ausgleich.
Gleich drauf gingen die Hausherren aber wieder in Führung.
Und im Gegenzug der nächste 7-Meter: Diesmal wars knapp. 10:10
Nach dem Führungstreffer des VfL im Gegenzug gleich der nächste Strafwurf für die Gäste.
Wieder Ausgleich – 11:11
Jetzt häuften sich Ungenauigkeiten und Fehler auf beiden Seiten.
Und gleich die nächste Schiedsrichterentscheidung gegen die Industriestädter. Dieser 7-Meter brachte die Gäste mit 11:12 in Führung.
Auszeit für die Gäste.
Daß die Partie härter wurde, zeigen diese Szenen: Altötting gelingt ein Torerfolg nicht und Schiedsrichter Kuchenbecker hat Mühe, die Beteiligten zu beruhigen. Der neuerliche Strafwurf bringt die Gäste mit 12:13 in Führung.
Sekunden vor Ende der ersten Halbzeit gelingt den Gästen noch ein Treffer zur 12:14-Führung.
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Der zweite Durchgang: Jetzt Waldkaiburg von rechts nach links und Altötting von links nach rechts.
Die wiederholte Kritik von der Bank der Gäste ahndet Schiedsrichter Kuchenbecker mit der gelben Karte für die ganze Bank.
In nur vier Minuten nach Wiederanpfiff hatten die Gäste ihren Vorsprung auf 12:16 erhöht.
Der große Einsatz solcher Angriffe wurde abgeblockt oder durch unfaire Aktionen unterbunden. Der Strafwurf brachte dafür das Tor, auf das häufig im Gegenzug der Ausgleich folgte.
Die Hausherren wollten den Ausgleich und belagerten den Kreis der Gäste.
Aber auch die Gäste brachten nicht alle Angriffe durch.
Zwar holten die Hausherren auf - der 2-Tore-Abstand blieb aber gleich.
Bei diesem Angriff blieb Matthias Pappert liegen und hielt sich den Fuß. Kältespray brachte keine Abhilfe. Später stellte sich eine ernsthaftere Verletzung heraus, die ihn für einige Spiele zum Aussetzen zwingt.
Während auf den Bänken die Nervosität anstieg, nutzte Matthias Müller diesen Paß und erzielte das Tor zum 18:19. Allerding holten die Gäste sofort das nächste Tor.
Schließlich glichen die Hausherren zum 21:21 aus.
Um nur wenige Sekunden später mit diesem Tor von Florian Unger in Führung zu gehen.
Nach diesem Angriff Waldkraiburgs schickte Schiedsrichter Olaf Kuchenbecker Gästetrainer Paul Filipek von der Bank.
Wieder glich Waldkraiburg aus und die Gäste gingen in Fährung.
Erst in der Schlußphase gelang es den Hausherren einige Tore Abstand heraus zu arbeiten.
Dann brummte Olaf Kuchenbecker auch Holger Becker die gelbe Karte auf.
Fünf Minuten vor Ende: Auszeit für Waldkraiburg. Holger Becker hatte Erklärungsbedarf.
Das zeigte Wirkung. Michael Stamp erhöht zum 25:23.
Dann das 26:23 und das 27:23.
Als die Gäste hier nicht trafen, war der Sieg der Hausherren zum Greifen nah.
Bei diesem Tor zum 28:25 blieb der junge Norbert Marosch erst benommen liegen, konnte aber weiterspielen.
Die Hupe beendete das Spiel, das doch von einiger Hektik geprägt war.
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Bundestagsabgeordneter Stephan Mayer meinte nach diesem Derby: (O-Ton)
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Herr Becker, lange Zeit hat’s nicht so gut ausgesehen. (O-Ton Holger Becker)
Beide Mannschaften sind ja noch recht jung. Und so ein gewonnenes Lokalderby ist doch immer etwas Besonderes?! (O-Ton Manfred Rudolf)
Herr Becker – wie geht’s weiter? (O-Ton)
205 "Tierhaltung im Spannungsfeld zwischen Markt, Politik und Gesellschaft" - Isabella Timm-Guri zur aktuellen Diskussion in der Landwirtschaft 15:00 43 26.10.12
Kirchweih-Montag-Abend – in Bayern eigentlich Zeit zum Feiern! Zumindest für die ländliche Bevölkerung, folgt man der Tradition.
Für die Bauern im Landkreis war der Kirchweih-Montag Abend diesmal geprägt von Themen, die ihnen von Gesellschaft, Politik und sogar von den Marktteilnehmern aufgezwungen werden.
So war es nicht verwunderlich, daß Bauernverbands-Kreisobmann Ulrich Niederschweiberer einen voll besetzten Saal beim Kreuzerwirt in Mettenheim vor sich hatte, als er Isabella Timm-Guri begrüßte, die beim Bauernverband „Direktorin für den Fachbereich Erzeugung und Vermarktung“ ist.
Da zu der Veranstaltung Bauernverband und Fleischerzeugervereinigung Mühldorf-Traunstein eingeladen hatten, waren auch zahlreiche andere Organisation, wie etwa das Amt für Landwirtschaft und sogar der Schlachthof Waldkraiburg vertreten.
Felix Steinberger – Vorsitzender des Fleischerzeugerrings Mühldorf-Traunstein – war überzeugt, das Thema des Abends brennt jedem Bauern auf den Nägeln. In einer Gesprächsrunde mit Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner hatten sie festgestellt, daß die Art, wie die Bauern in der Region ihre Tiere halten, sicher nicht in die Kategorie „Massentierhaltung“ fällt. Trotzdem wird man den Tieren künftig viel mehr Platz anbeiten müssen. Dadurch wird auch weniger Antibiotikaeinsatz nötig. Alle Verbraucher wollen billiges und gutes Fleisch.
Auch in der Schweinemast stehen viele Fragen im Raum: Ferkelkastration oder Ebermast? Das Kupieren von Schwänzen und die Enthornung von Kälbern sind Themen, die keine einfachen Lösungen versprechen. Wie der Bauernverband zu allen diesen Themen steht, wollte Felix Steinberger von Isabella Timm-Guri hören.
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Die Diskussion um die angesprochenen Themen wird erst seit zwei Jahren so intensiv geführt, begann Isabella Timm-Guri. Es ist Aufgabe des Bauernverbandes, hier auf allen Ebenen die Stimme der Bauern in die Diskussion einzubringen.
Bevor sie auf die Themen einging, wollte Isabella Timm-Guri das aktuelle Diskussions-Umfeld beschreiben.
In der Gesellschaft gibt es den „Dagegen-Trend“. Spätestens seit Stuttgart21 ist es „in“ dagegen zu sein. Jemand der gegen etwas ist, muß das viel weniger begründen, als jemand, der für etwas ist!
Fachkompetenz verliert an Bedeutung. Heute will jeder mitreden, egal ob er dazu das Wissen hat oder nicht. Damit einher geht, daß große Teile der Öffentlichkeit manche Diskussion überhaupt nicht versteht. Und das macht die Diskussion generell schwierig.
Viele Menschen leben in einer Art „Agrar-Romantik“. Die „gute alte Zeit“ auf dem Bauernhof hat es nie gegeben. Trotzdem lebt darin die Sehnsucht nach dem Kleinen und Überschaubaren – vielleicht ein Gegentrend zur Globalisierung?
Das Tier wird immer mehr zum „Lebenskameraden“. Wenn 50% der Hunde- und Katzenhalter ihre Tiere im eigenen Bett schlafen lassen, fehlt eben das Verständnis für die Nutztierhalter. Man muß also den Menschen erst den Unterschied zwischen Lebenskameraden und Nutztier bewußt machen.
Sehr wenig Wissen ist also heute kombiniert mit sehr viel Meinung: Während die Menschen in technischen Dingen ihre Unwissenheit problemlos zugeben, haben sie zu landwirtschaftlichen Themen sofort eine Meinung. So startet fast jede Diskussion mit Meinungen. Es dauert dann lange, die Gesprächspartner dazu zu bewegen, ihre vorgefertigte Meinung zu hinterfragen. Man kennt das aus dem Fußball, wo auch immer alle wissen, wie’s richtig gewesen wäre.
Die Aussagen von Verbrauchern, die am Morgen behaupten, für Produkte aus besonders komfortabler Haltung aus der bäuerlichen Landwirtschaft gern mehr bezahlen zu wollen um dann am Abend doch Produkte aus dem Supermarkt zu kaufen bezeichnete Isabella Timm-Guri als „Agrar-Schizophrenie“. Dieses Phänomen ist lang bekannt, vermutlich nicht zu ändern, und macht die Diskussion besonders deshalb schwierig, weil die Politik sich auf die morgendlichen Verbraucherumfragen beruft und darauf basierend Entscheidungen trifft.
Allerdings behaupten ohnehin nur 20% der Befragten, daß sie mehr zahlen würden. 80% sagen das nicht einmal. Würde man diese Zahlen nüchtern betrachten, liefe die ganze Diskussion ganz anders.
(36:05:22) Auf diesem Bild hat Isabella Timm-Guri zusammengefaßt und den Schluß gezogen, die Landwirte müssen sich einmischen und ihre Stimme laut und deutlich erheben. Dazu bietet der Bauernverband etwa Postkarten an, mit der die Mitglieder ihre Meinung einfach mitteilen können. Auch Internetaktivitäten sind ein probates Mittel.
So können die Landwirte Einfluß auf die veröffentlichte Meinung nehmen. Vorurteile aus dem Weg zu räumen ist aufwändig und langwierig. Trotzdem ist es dringend nötig, sich einzumischen und die Stimme der Landwirtschaft einzubringen. Schweigen heißt Zustimmen!
Der Bauernverband macht das intensiv, veranstaltet Workshops und informiert ständig diese Organisationen und Verbände – bis hin zur Bischofskonferenz!
Um zu informieren hat der Bauernverband mehrere Kampagnen gestartet und versucht, Verständnis für die moderne Nutztierhaltung zu wecken. Dazu wurden auch Vertreter von Tierschutzorganisationen zu Betriebsbesichtigungen eingeladen. Dort hat sich dann herausgestellt, daß manche noch nie auf einem modernen Hof waren und die Thematik nicht aus eigener Ansicht kannten – ihre Meinung also von keinerlei Fachkenntnis getrübt war! Als sie dann in den Ställen waren, und alles selbst gesehen haben, wollten sie gar nicht mehr raus!
Es hat keinen Sinn, sich mit extremen Tierschützern auseinanderzusetzen. Wichtig ist aber die Meinung des durchschnittlichen Verbrauchers zu bilden. Dazu hat der Bauernverband eine Broschüre entwickelt, die die Arbeit des Landwirts verbrauchergerecht darstellt.
Wichtig ist aber, daß sich alle an der Öffentlichkeitsarbeit beteiligen. Sie selbst sind die besten Botschafter ihrer Tätigkeit. Schließlich entscheidet der erste Eindruck über das Vertrauen eines Verbrauchers. Ist der schlecht, wird es unglaublich schwierig, seine Meinung zu verbessern.
Wichtig ist auch die Weiterentwicklung der Tierhaltung an sich.
Der Verbraucher muß erkennen, daß diese Entwicklung unseren Betrieben Geld gekostet hat und die Gefahr besteht, daß dadurch ausländische Bauern billiger anbieten können. Die Konsequenzen aus solchen Entwicklungen müssen dem Verbraucher erklärt werden.
Die Diskussion muß wegkommen von Meinungen und zurückgeführt werden auf wissenschaftliche Erkenntnisse.
Nun ging Isabella Timm-Guri auf verschiedene Themen besonders ein:
Die Gruppenhaltung von Sauen etwa ist gesetzgeberisch abgeschlossen. Die vom Bauernverband angestrebten Sonderregelungen für ältere Landwirte wurde durch das Bundesministerium kategorisch ausgeschlossen. Andere Themen wurden im Bundesrat kontrovers diskutiert, Lösungen wurden aber keine erreicht.
Das derzeitige Reizthema, über das aktuell ein Gesetzgebungsverfahren läuft, ist die Anpassung des Tierschutzgesetzes zur Ferkelkastration. Diese Änderung ist nötig, weil die EU die Tierversuchsrichtlinie geändert hat. Da dadurch das Tierschutzgesetz behandelt wurde, kam auch das Thema Ferkelkastration in die Diskussion.
Der Bauernverband hat erreicht, daß der Bundestag den Termin der Entscheidung verschoben hat. Dazu mußte den Abgeordneten erklärt werden, daß die Vorschriften des neuen Gesetzes nicht umgesetzt werden können, weil es die Methoden gar nicht gibt, die dort vorgeschrieben werden.
Alle drei dort aufgelisteten Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration stehen tatsächlich nicht zur Verfügung und würden auch für den Tierschutz keinen Gewinn bedeuten. Eine Methode ist tatsächlich Tierquälerei, die zweite äußerst umweltschädlich und als Eingriff in den Hormonhaushalt der Tiere faktisch schädlich und die Ebermast tatsächlich weder erprobt noch durchführbar. Es gibt noch nicht einmal die dafür nötigen Strukturen.
Der Bauernverband sagt deshalb: „So nicht!“
Nötig sind dagegen Lösungen, die auch kleineren Strukturen zur Verfügung gestellt werden können - wie das Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner immer wieder fordert.
Mit dieser „Politinfo“ informierte der Bauernverband die überwiegend fachfremden Abgeordneten und lud auf allen Ebenen zu Gesprächen ein. Daraufhin fanden Gespräche mit den Abgeordneten statt, wurden Postkarten- und - zusammen mit diesen Firmen und Institutionen - Infobriefaktionen durchgeführt. Dadurch kam nochmal Bewegung in dieses Thema, so daß der Bundestag seine Entscheidung erst einmal verschoben hat.
Das Thema „Kälberenthornung“ ist dagegen durch Länderpolitik und verschiedene Firmen ins Gespräch gebracht worden.
Die Kälber zu enthornen dient sowohl dem Schutz der Tiere aber auch dem Schutz der Menschen, die mit den Tieren umgehen. Sicher wäre es wünschenswert, hornlose Rassen zu züchten. Das wird aber Jahrzehnte dauern.
Der Eingriff selbst muß vom Tierhalter durchgeführt werden können. Lediglich die Betäubung muß vom Tierarzt gesetzt werden. Das muß auch so bleiben.
Bemerkenswert ist die Einmischung von Molkereien, Schlachtunternehmen und dem Lebensmittelhandel in die Art der Tierhaltung. Diese versuchen durch Label den Verbrauchern Tierhaltungsstandards zu garantieren. Dabei beschränken sich die Initiatoren darauf, Forderungen zu stellen, ohne jedoch für die Finanzierung deren Umsetzung zu sorgen. Es entsteht der Eindruck, daß hier über die Köpfe der Landwirtschaft hinweg gearbeitet wird.
Der Bauernverband versucht hierauf Einfluß zu nehmen und setzt wilden Forderungen eigene Strategien entgegen. Solche Labels dürfen keinesfalls Anstöße dazu geben, die gesetzlichen Vorschriften zu verschärfen. Die Einhaltung von solchen Labelgrundsätzen müssen auf jeden Fall freiwillig bleiben und ihre Einhaltung muß auch bezahlt werden. Anders geht das jedenfalls nicht!
Westfleisch und Vion beabsichtigen diese Labels mit diesen Grundsätzen zu etablieren. Der Bauernverband hat 0,0 Verständnis für manche dieser Bedingungen, etwa für den Ausschluß der Schwanzkürzung, für die es tatsächlich keinerlei Alternative gibt - ein heißes Thema für den Bauernverband.
Ein weiteres heißes Thema ist der Einsatz von Antibiotika, das leider sehr schwarz/weiß diskutiert wird. Manche Politiker geben hier hanebüchenen Blödsinn von sich – totalen Schmarrn!!!
Zum Beispiel vermischen sie die Themen „Resistenzen“ und „Rückstände“.
Daß das Abklingen von Antibiotika eine Zeit lang dauert, ist jedem klar. Schwieriger ist die Vermeidung von Resistenzen. Dazu ist es wichtig, die Medikation bis zum Ende durchzuführen. Zu früh abgesetzte Antibiotika schwächen die Erreger nur und führen dazu, daß sie gegen das Antibiotium immun werden. Es hat also jeder Landwirt selbst in der Hand, Resistenzen zu vermeiden. Allerdings gibt es Hunderte von Keimen, die alle getrennt betrachtet werden müssen. Da fehlen noch viele Erkenntnisse. Der Bauernverband warnt deshalb vor pauschalen Antworten und pauschalen Regelungen.
Schließlich sind auch die Verbraucher selbst gefordert, auf die Hygiene in ihren Küchen zu achten.
Eine Initiative nahmanes „BAKT“ hat sich zu verantworungsvollem Umgang mit diesem Thema gegründet. Die geplante Antibiotika-Datenbank soll Transparenz schaffen und in der Diskussion helfen. Allerdings muß mit den Daten vernünftig umgegangen und sie vernünftig interpretiert werden.
Isabella Timm-Guri zog aus der aktuellen Situation dieses Fazit: Die Bauern müssen selbst mit gestalten, weil sie sonst gestaltet werden. Wenn sie nicht mitmachen, wird es eben ohne sie gemacht. Bei allem müssen sie eigene Konzepte vorlegen und Diskussionsthemen setzen. Tun sie das nicht, werden sie ständig mit neuen Themen getrieben.
So ein Beispiel ist die Diskussion um die Umweltschädigung durch den Fleischkonsum. Die bei der Fleischerzeugung entstehenden Umweltschäden kritisieren vor allem diejenigen, die kein Problem damit haben, ihren Urlaub auf Hawaii zu verbringen! Solche Diskussionen sind gefährlich!
Um hier die Bauern im Spiel zu halten, hat der Bauernverband eine starke Öffentlichkeitsarbeit aufgebaut - zusammen mit den Landwirten - hat Verbündete und Allianzen gebildet und den Dialog versachlicht und weiter entwickelt.
Trotzdem gibt es viel zu tun, das sie gemeinsam anpacken wollten.
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Kreisobmann Ulrich Niederschweiberer ergänzte, daß angeblich die betäubungsfreie Ferkelkastration durch die EU ab 2018 abgeschafft werden soll. So einen Termin gibt es aber laut Isabella Timm-Guri gar nicht. Woher dieses Gerücht kommt, konnte sie nur vermuten.
Generell gibt es seitens der EU nur die Anregung, daß die betäubungsfreie Ferkelkastration abgeschafft werden soll, wenn es praxisreife alternative Methoden dazu gibt. Dieser ergänzende Nebensatz ist im deutschen Gesetzentwurf aber unter den Tisch gefallen, weshalb der Bauernverband so intensiv dagegen vorgeht. So lange aber diese Bedingung nicht erfüllt ist, bleibt es seitens der EU bei der Absichtserklärung. Eine EU-Gesetzesinitiative gibt es dazu nicht.
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In der folgenden Diskussion äußerten die Teilnehmer die Befürchtung, daß die Politik hier vermutlich die EU-Absichten noch rechts überholen will. Leider wird dem Landwirt vom Verbraucher immer rücksichtslose Gewinnmaximierung unterstellt. Deshalb ist es so schwierig, das Vertrauen der Verbraucher zu gewinnen. „Tage des offenen Hofes“ oder Schaufenster in die Ställe wären hierzu geeignete Mittel.
Rupert Staudhammer wandte sich gegen die Einführung weiterer Label. Das wichtigste Label für die Verbraucher ist ja doch das Preisschild. Er warnte auch vor Wahlkampfstrategien mancher Parteien, die im bevorstehenden Wahlkampf Stimmung gegen die Landwirtschaft machen werden. Er mahnte die Bauern, vereint gegen alle Angriffe vor zu gehen und sich nicht auseinander dividieren zu lassen.
Isabella Timm-Guri erklärte, auf alle diese Bestrebungen in ihrer täglichen Arbeit mit allen möglichen Institutionen und Gesprächspartnern einzugehen. Das alles macht einen großen Teil ihrer Arbeit aus.
Klaus Erber von Südfleisch in Waldkraiburg meinte zum Thema Ebermast, daß dazu die Verfahren nicht zur Verfügung stehen, die es erlauben würden, 3 bis 400 Tiere pro Stunde zu testen. Alle bisherigen Versuche sind gescheitert, sowohl technisch als auch durch Frauen mit geschulten Nasen.
Vielleicht hätte man diese Themen viel früher aufgreifen und nicht abwarten sollen, bis die öffentliche Meinung durch Halbwissen geprägt ist. Jetzt, um 5 nach 12 zu retten ist natürlich schwierig. Schließlich weiß man seit Jahren, daß nächstes Jahr ein Super-Wahljahr ist!
Das ist nicht ganz richtig: Der Bauernverband diskutiert diese Dinge schon seit zwei Jahren. Daß es jetzt bis zum Wahlkampf gedauert hat, ist natürlich unglücklich.
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Ulrich Niederschweiberer dankte Isabella Timm-Guri für den sehr kompetenten Vortrag und freute sich, sie an der Seite der Bauern zu wissen.
206 Die Regierungspräsidenten der sieben bayerischen Regierungsbezirke zu Gast in Altötting 5:45
Noch ist Baustelle zwischen Panorama und Hotel Scharnagl in Altötting. Allerdings sieht man schon, wie’s einmal aussehen wird, das Kultur- und Kongreß-Forum, auf das die Wallfahrtsstadt so lange hat verzichten müssen.
Dort erwartete Altöttings erster Bürgermeister Herbert Hofauer die Regierungspräsidenten der sieben bayerischen Regierungsbezirke. Und dort stieß Oberbayerns Regierungspräsident Christoph Hillenbrand mit Gattin zu Schwabens Regierungspräsident Karl-Michael Schäfele hinzu.
Christoph Hillenbrand – Gastgeber der Arbeitstagung der Regierungspräsidenten und quasi Hausherr in Altötting – erläuterte seinen Kollegen die Bedeutung der Wallfahrtsstadt und des Kutur- und Kongreßforums.
Als Landrat Erwin Schneider dazugestoßen war, drückte er seine Freude aus, die Tagung im „Herzen Bayerns“ abhalten zu können. Er freute sich auch, das Kultur- und Kongreßforum vorstellen zu können, das von Stadt, Bezirk und Land gemeinsam gestemmt wurde und das das gesamte innerstädtische Umfeld neu gestalten half.
Bürgermeister Herbert Hofauer freute sich sehr über den Besuch der Regierungspräsidenten. Tatsächlich ist das Kultur- und Kongreßforum ein Jahrhundertbauwerk für die Stadt, die bislang keinen geeigneten Saal für die große Zahl Wallfahrer und Touristen hatte. Noch nicht einmal einen Ballsaal für Schulabschlußfeiern und dergleichen war vorhanden.
Nach dem Bau der Tiefgarage hinter dem Panorama hat es sich ergeben, daß die Stadt dieses Areal erwerben konnte.
Für 16,5 Millionen Euro entstand nun das Kultur- und Kongreß-Forum, wovon der Freistaat Bayern 8,5 Millionen beisteuerte. Das alles wurde nur möglich, weil die Stadt ein sehr günstiges Zeitfenster erwischt hat. Am 10. Januar wird zur Eröffnung Ministerpräsident Horst Seehofer erwartet.
Die Gäste besichtigten zunächst das Foyer, das noch Baustelle ist. Vier Treppen führen in den Saal im ersten Stock.
Dort finden bis zu 1.700 Besucher Platz.
Die Gestaltung wurde in einem europaweiten Architektenwettbewerb entwickelt, den Professor Nagel aus München gewonnen hat. Er nahm die Form der Kirchen in der Stadt auf und bedeckte das Gebäude mit Holzschindeln.
Das Gebäude wurde natürlich mit modernsten Energiesparmethoden errichtet. Besonderen Wert legte man auf eine gute Akustik. Das Gebälk wird so offen bleiben, nur die Beleuchtungstechnik wird noch installiert. Tatsächlich ist noch viel zu tun, bedenkt man, daß es nur noch gut zwei Monate sind bis zur Eröffnung.
Auch die künftige Nutzung ist bereits gesichert: 2013 tagt hier der bayerische Landkreistag und 2014 der Städtetag.
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Der Brunnen vor dem Kultur und Kongreßforum wurde von Josef Neustifter gestaltet und hergestellt. Er erinnert an die Mitglieder des „Shrine of Europe“, der Arbeitsgruppe der Wallfahrtsstädte in Europa.
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Später im Saal des Rathauses meinte Christoph Hillenbrand, Herbert Hofauer wäre schon ein perfekter Gastgeber. Er hat sogar die Glocke nicht vergessen!
Altötting ist eine weltoffene Stadt und empfängt Gäste aus aller Welt – sogar aus München! So freute sich Christoph Hillenbrand, die Kollegen aus allen Regierungsbezirken begrüßen zu können.
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Bürgermeister Herbert Hofauer begrüßte die Regierungspräsidenten auch im Namen von Landrat Erwin Schneider in diesem Saal, in dem sich schon Päpste, Kardinäle, Staatspräsidenten, Bundestagspräsidenten und Ministerpräsidenten eingefunden haben. Es war höchste Zeit, daß nun auch die Regierungspräsidenten gekommen sind. Er erzählte kurz die Geschichte der Stadt Altötting, die untrennbar mit der Wallfahrt verbunden ist.
Die im Stadtrat vertretenen Parteien arbeiten sehr gut zusammen und fällen fast alle Beschlüsse einstimmig – bis eben den über die Eindeckung des Kultur- und Kongreß-Forums mit Holzschindeln, wo es eine Gegenstimme gab!
Damit bat Herbert Hofauer die Gäste, sich ins Goldene Buch der Stadt einzutragen. Vorher hatte er aber noch ein Geschenk für Christoph Hillenbrand: eine Madonnenstatue und zwei Wetterkerzen.
Die Kollegen erhielten je einen Bildband der Stadt und auch zwei Wetterkerzen.
Herbert Hofauer hatte aber noch ein Geschenk für Christoph Hillenbrand: zwei warme Leberkäsesemmel. Schließlich hatte er vor längerer Zeit festgestellt, daß man nirgends so gute und billige Leberkäsesemmel kaufen kann wie in der Metzgerei Stirner in Altötting. Da kosten sie tatsächlich nur 80 Cent, während sie in München 2 Euro 20 kosten! (Gelächter)
Das war natürlich eine Überraschung, die Christoph Hillenbrands Eindruck vom perfekten Gastgeber Herbert Hofauer noch bestärkt hat!
Dann trugen sich die Regierungspräsidenten ins Goldene Buch der Stadt ein:
Der Oberbayer Christoph Hillenbrand,
Der Niederbayer Heinz Grundwald,
die Oberpfälzerin Brigitta Brunner,
der Oberfranke Wilhelm Wenning,
der Mittelfranke Dr. Thomas Bauer,
der Unterfranke Dr. Paul Beinhofer,
und der Schwabe Karl-Michael Scheufele
Dann widmeten sich die Regierungspräsidenten ihrer Arbeitstagung und ihre Gattinnen dem Besichtigungsprogramm.
207 "Treffpunkt Bibliothek" an der Stadtbücherei Mühldorf: Preisverleihung und Mozartprojekt 8:10
Bereits zum fünften Mal starten Bibliotheken in ganz Deutschland in Kooperation mit dem Deutschen Bibliotheksverband eine einwöchige bundesweite Aktionswoche unter dem Motto "Treffpunkt Bibliothek - Information hat viele Gesichter".

Auch die Stadtbücherei Mühldorf beteiligt sich an der Aktionswoche, die unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Dr. Joachim Gauck steht. Büchereileiterin Regina Kaiser hat einige Themen für diese Woche vorgesehen, über die wir hier berichten können.
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Während der Sommerferien führte die Stadtbücherei Mühldorf die „Aktion Leseausweis“ durch, die Eltern von Schulanfängern ermutigte, Büchereiausweise für ihre Erstklässler zu besorgen und sie ihnen in die Schultüte zu stecken.
Büchereileiterin Regina Kaiser berichtete, 49 Eltern haben dabei mitgemacht und 26 Buben und 23 Mädchen Büchereiausweise geschenkt.
Mit der Aktion verbunden war ein Gewinnspiel, an dem jeder neue Ausweisinhaber mitgemacht hat. Eine Glücksfee zog fünf Gewinner, die nun aus den Händen von Bürgermeister Günther Knoblauch ihre Preise entgegennehmen durften, der ja ein besonderer Freund der Kinder ist.
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Bürgermeister Knoblauch meinte, die Erstklassler müssen ja das Lesen erst lernen. Da kommt der Leseausweis gerade recht.
Dann überreichte er die Buchpreise:
An Leila Czekan,
Ansgar Berdel,
Johanna Windhager,
Miriam Wölfl
Und Elina Käsbeck
Ihnen allen gratulierte das Stadtoberhaupt und freute sich, daß doch mehr Mädchen als Jungs dabei waren. Frauen setzen sich halt immer mehr durch!!!
Und das, obwohl heuer zwei Mal so viele Jungs in die erste Klasse gekommen sind als im Durchschnitt in anderen Jahren.
Abschließend hatten die kleinen Preisträger viel Spaß mit dem Fotografen, der wohl das beste Pressefoto des Jahres hinbekommen wollte! )
Günther Knoblauch nutzte die Gelegenheit und unterhielt sich noch eine Zeit lang mit den Schulanfängern. (O-Ton Pfiatt-Eich-Servus!!!)
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Einige Tage später lud sie Stadtbücherei die ehemalige Journalistin Ingrid Lisa Heller ein, die mit Lesungen, Musik und Spielen über Wolgang Amadeus Mozart Kindern den Weg zur klassischen Musik ebnen wollte.
Wir haben die Klasse 4c der Grundschule in Mößling dabei beobachtet.
Zunächst erzählte Ingrid Heller die Lebensgeschchte von Wolfgang Amadeus Mozart, der seine erste Konzertreise im Alter von sechs Jahren unternommen hatte. Er reiste nach München!
Jedes Kind ist musikalisch – so ihre These – man muß diese Eigenschaft nur wecken. Das tat sie durch verschiedene Spiele, die sowohl das Rhythmusgefühl als auch das Wissen über die verschiedenen Instrumente vertieften.
Immer wieder las sie aus Mozarts Leben und sorgte so wieder für Aufmerksamkeit.
Frau Heller, welches Ziel verfolgen Sie mit den Kindern? (O-Ton)
Das machen Sie in Bibiliotheken? (O-Ton)
Vielen Dank.
Die Kinder hatten ihre Freude daran, mit Mund und Händen rhythmische Töne zu erzeugen, Klänge zu imitieren und Instrumente zu erraten.
Jeder durfte mitmachen und jeder kam dran. Die 45 Minuten waren für die Kinder viel zu schnell vorbei. Verlängern ging aber nicht, weil schon die nächste Klasse drauf wartete, von Mozart und seiner Musik zu hören.

208 Fotoausstellung des Fotoclub Kraiburg in der Sparkasse in Waldkraiburg 5:20
Der große, lichtdurchflutete Raum der Sparkasse in Waldkraiburg eignet sich besonders für Kunstausstellungen – gerade in diesen trüben Zeiten. Vielleicht deshalb haben die Mitglieder des Fotoclubs Kraiburg hier erstmals ihre Werke öffentlich gezeigt. Der Terminus „Werke“ ist absolut angebracht, unterscheiden sich doch die gezeigten Fotografien sehr von dem, was so mancher Amateur zustande bringt – und sei er noch so ambitioniert.
Zum gelungenen Gesamteindruck trägt auch die Art der Darstellung bei: Alle Fotografien in gleich großen Rahmen so angeordnet, daß man spaziergangsgleich dran vorbeiflanieren kann.
Weil man sich kein übergeordnetes Thema geben wollte, zeigen die Fotografien ein breites Spektrum, von Naturaufnahmen über Portraits bis hin zu technischen Anlagen.
Natürlich stellt sich bei so hervorragenden Fotos immer die Frage nach dem „Anteil Photoshop“. Dazu erklärte uns Markus Duchatsch vom Fotoclub, das ist im Club auch lange diskutiert worden. Schließlich kam man zu dem Schluß, daß alle verfügbaren Werkzeuge auch genutzt werden dürfen. Trotzdem – dachte er – wurde am Großteil der gezeigten Bilder kaum nachgearbeitet.
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Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse - Dr. Stephan Bill – freute sich, neben Kraiburgs drittem Bürgermeister Werner Schreiber und Waldkraiburgs Bürgermeister Siegfried Klika besonders die zahlreichen Mitglieder des Fotoclubs begrüßen zu können.
Im Landkreis befassen sich nur wenige Vereine mit dem Thema Fotografie. Da ist der Fotoclub Kraiburg – den es schon seit mehr als 50 Jahren gibt – die große Ausnahme. Mehr als 40 Mitglieder zwischen 4 und 75 Jahren treffen sich monatlich um sich auszutauschen und weiter zu lernen. Da sich im Fotoclub ausschließlich Amateure engagieren ist das auch dringend nötig, hat sich doch gerade die Fotographie in den zurückliegenden Jahren stark gewandelt und weiter entwickelt. Aus der analogen wurde die digitale Fotografie und aus dem Fotoalbum der digitale Bilderrahmen, der Beamer und die Bildergalerie im Internet.
Da diese Ausstellung die erste eigene öffentlich zugängliche ist, haben sich die Mitglieder viele Gedanken gemacht, welche Bilder sie zeigen wollten.
Dr. Stephan Bill freute sich, daß sie dafür gerade die Räume der Sparkasse gewählt haben. Die Sparkasse selbst nutzt die Bilder um ihre attraktiven Räume noch weiter zu verschönern und zu zeigen, daß ihr das kulturelle Leben in der Region am Herzen liegt. Dazu finden in allen Filialen regelmäßig Ausstellungen statt, die dann auch Besucher anziehen, die andernfalls nicht herein kommen würden.
Da die Bilder zu verkaufen sind, bot Dr. Stephan Bill den Mitgliedern des Fotoclubs augenzwinkernd an, den Ertrag dann gleich an Ort und Stelle gewinnbringend anzulegen. (Gelächter) Die Ausstellung ist also nicht ganz uneigennützig....
Abschließend dankte Dr. Stephan Bill den Mitgliedern des Fotoclubs und überreichte Markus Duchatsch und Kassier Norbert Zettl ein kleines „Danke-Schön“.
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Kraiburgs dritter Bürgermeister Werner Schreiber überbrachte die Grüße des neu gewählten Bürgermeisters Dr. Herbert Heiml und freute sich über die Gelegenheit, daß der Fotoclub Kraiburg hier seine Bilder zeigen darf.
Seine eigenen Fotokenntnisse stammen noch aus dem vorigen Jahrhundert – meinte Werner Schreiber – um so mehr freute er sich, solche Fachleute in seiner Gemeinde zu wissen. Er gratulierte zur Ausstellung und wünschte viel Erfolg.
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Natürlich dankte Fotoclub-Vorstand Markus Duchatsch Dr. Stephan Bill für die Gelegenheit, hier ausstellen zu können und allen Mitarbeitern der Sparkasse, Sponsoren und Unterstützern, die so tatkräftig geholfen haben, Stellwände zu bauen und die Ausstellung zu organisieren.
Auf 12 Ausstellungswänden sind nun 60 Fotographien aus verschiedenen Bereichen zu sehen. Damit hat jeder die Möglichkeit, sein Können ins rechte Licht zu rücken.
Nun sollten sich die Besucher Zeit nehmen, ihre Werke zu studieren und zu genießen.
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Inzwischen war auch Kraiburgs neu gewählter Bürgermeister Dr. Herbert Heiml eingetroffen.
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Den passenden Rahmen dafür stellte die Sparkasse bereit.
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Die Ausstellung ist leider schon wieder zu Ende. Mehr Informationen über den Fotoclub finden Sie im Internet unter www.fotoclub-kraiburg.de. Einige Mitglieder des Fotoclubs zeigen ihre Bilder auch in www.fotocommunity.de. Suchen Sie einfach nach „Kraiburg“:
209 Richtfest an der Oderstraße: Eine neue Wohnanalge und Geschäftsräume für Mühldorf 6:05
An der Oderstraße in Mühldorf – gegenüber dem ehemaligen Elektrogroßhandel Auer und einem Geschäftszentrum, entsteht zur Zeit eine Wohnanlage mit Geschäftsräumen.
Kürzlich luden Investor und Makler zum Richtfest.
Während Walter Spielmann die ersten Kunden beriet, kümmerten sich die Mitarbeiterinnen um das leibliche Wohl der Gäste.
Dann holte Viterra-Chef Reinhold Schneider Zimmermann Martin Wimmer aufs Gerüst, der – dem alten Brauch folgend – dreimal sein Glas hob, Bauherrschaft, Mauerer und Zimmerleute hoch leben ließ um schließlich das Glas mit Schwung zu zerdeppern.
Reinhold Schneider freute sich, seit 10. April hier eine imposante Wohnanlage erstellt zu haben. Derzeit wird die elektrische Anlage eingebaut, die Heizung und die Sanitäranlagen wird installiert und der Dachstuhl drauf gesetzt. Für fast 2 Millionen Euro wurde seither mit 200 Tonnen Stahl, Hunderten Tonnen Beton und Tausenden Ziegeln in nur sechs Monaten 12.000 Kubikmeter umbauter Raum geschaffen. Diese Leistung haben Planer und Handwerker gemeinsam erbracht. Diesem fleißigen Team dankte Reinhold Schneider sehr.
Er freute sich besonders, daß überwiegend Baustoffhersteller und Baustoffhändler aber auch Handwerksbetriebe aus der Region hier zum Zug gekommen sind.
Da das gesamte Bauvorhaben drei Häuser umfaßt, wovon erst zwei gebaut wurden, wird nun mit dem Bau des dritten Hauses begonnen. Er bat Interessenten an, sich Wohnungen anzuschauen und verwies auf Walter Spielmann, der den Vertrieb übernommen hat. Abschließend lud Reinhold Schneider ein, es sich bei warmem Leberkäs gut gehen zu lassen.
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Herr Schneider – sie sind arbeiten üblicherweise im Raum München. Was hat Sie auf die Idee gebracht, hier in Mühldorf zu investieren? (O-Ton)
Wie sieht’s mit dem Verkauf der Wohnungen und der Ladenlokale aus? (O-Ton)
Können Sie eine Preisspanne für die Läden und die Wohnungen angeben? (O-Ton)
Wann werden die Gebäude bezugsfertig sein? (O-Ton)
In Ihrer Ansprache haben sie eine positive Entwicklung für den Immobilienmarkt in Mühldorf angedeutet. Wie wird sich da die Fertigstellung der Autobahn auswirken? (O-Ton)
Rosige Zeiten in Mühldorf!? (O-Ton)
Vielen Dank.
Herr Spielmann, die Hälfte der Wohnungen in dieser Anlage sind schon verkauft. Welche Wohnungen stehen noch zum Verkauf? (O-Ton)
Wann können künftige Käufer oder Mieter einziehen? (O-Ton)
An wen können sich Interessenten wenden? (O-Ton)
Vielen Dank und viel Erfolg.
210 Die Theatergruppe "SchwiBuRa" spielt im neuen Bürgerhaus in Schwindegg: "Die verhexte Hex" - eine doppelte Premiere 11:40
Vor einigen Monaten eröffnete die Gemeinde Schwindegg das 400 Jahre alte Bürgerhaus nach aufwändigen und langwierigen Sanierungsarbeiten wieder. Nach verschiedenen anderen Veranstaltungen kam nun erstmals die Theaterguppe SchwiBuRa ins Bürgerhaus und brachte Ralf Wallners „Die verhexte Hex“ zur Aufführung. So begrüßte SchwiBuRa-Vorstand Michael Sedlmaier zu einer doppelten Premiere: Erstmals im Bürgerhaus und dann mit einem Stück, das nicht mehr nur Klamauk ist. Er konnte die Bürgermeister Dr. Karl Dürner und Martin Thalmeier genauso begrüßen wie die Rektorin der Schule, Susanne Rakobrandt und alle Gemeinderäte, die gekommenwaren. Dann wünschte er viel Vergnügen und meinte noch, die Zuschauer sollten sich auf einen längeren Abend einrichten...
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Nahe bei einem oberbayerischen Dorf wohnt die Buckl-Wally in einer Hütte im Wald. Bürgermeister Bichlbauers Sohn Lorenz und das Findlkind Burgl, das der arme Kartoffelbauer Kilian aufgezogen hat, möchten heiraten. Das paßt natürlich Lorenz‘ Eltern genau so wenig wie dem Kilian, der nicht gut auf den Bürgermeister zu sprechen ist, diesen großkotzigen Großbauern!
Als der Dorfpfarrer Lorenz und Burgl beim Bussl’n erwischt, kommts zu einer ziemlich handgreiflichen Probe, wer das g’standenere Mannsbild ist!
Der Lärm ruft die Wally aus ihrer Hütte heraus. Sie muß erst mal schlichten.
Aber die Buckl-Wally hat weder vor dem Lorenz Respekt noch vor dem Pfarrer. Sie hält von beiden nicht viel, der Lorenz ist für sie ein Heuboden-Casanova und der Pfarrer – na ja!
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Dann endlich kommt raus, was sie alle da im Wald wollen: Lorenz und Burgl wollen heiraten und suchen Hilfe und der Dorfpfarrer will die Buckl-Wally aus dem Wald vertreiben, weil die Gemeinde ein Wallfahrtsort werden will. Und da stört halt so eine „Hex“ wie die Wally!
Schließlich kommt noch der arme Kartoffelbauer Kilian vorbei und klagt ihr sein Leid, weil er seine blitzg’scheide Burgl nicht auf eine höhere Schule schicken kann. Dafür fehlt einfach das Geld.

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Weil aber die Wally ein großes Herz hat, beschließt sie, Lorenz und Burgl, dem Kilian und auch der Gemeinde zu helfen. Ein Plan muß her! Aber – für so viele Probleme ist das kleine „Hexenhirn“ schon fast zu klein. Zu Hilfe kommt ihr dabei ihr Wissen um Natur und Menschen – und natürlich die Tatsache, daß alle Leute glauben, daß sie hexen kann!
Während sie eine Heilsalbe zusammenbraut, erzählt ihr die Burgl interessante Neuigkeiten aus dem Dorf. Das mit dem Wallfahrtsort wird nichts, weil es in der ganzen Gemeinde keine Grundlage dafür gibt. Das ist alles total wirr – die Wally weiß nicht mehr ein noch aus.
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In der Pause nach dem ersten Akt lud die Theatergruppe in die Bürgerstube des Bürgerhauses zu Würstln und Weißbier. Die Schauspieler halfen fleißig mit und bereiteten zu und servierten. Den Gästen gefiels so gut, daß manche zu spät zum zweiten Akt kamen.
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Die Bürgermesiterin und die beiden Ratschweiba, die Moserin und die Kauerin waren schon immer neugierig, wie’s in so einem Hexenhäusl ausschaut. Sie nehmen ihren Mut zusammen und geh’n rein. Die Kauerin soll pfeiffen wenn die Wally kommt.
Grad als der Kauerin auffällt, daß sie gar nicht pfeiffen kann, kommt die Wally zurück. Natürlich erwischt sie die Eindringlinge und verjagt sie mit ihrem Besen, von dem die Moserin felsenfest überzeugt ist, daß es ein Hexenbesen ist, mit dem man fleigen kann! Und das wollen sie unbedingt lernen!!!!
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Als der Lorenz bei der Wally Hilfe sucht – und die Wally damit droht, ihn in einen Frosch zu verwandeln – der Lorenz ihr aber diesen Hokus-Pokus nicht abnimmt, stellt sich heraus, daß die Wally gar nicht hexen kann und nur die Leute ihr das seit Jahren angedichtet haben. Das ist schlimm, weil damit ihr Ruf ruiniert. Schließlich kann sie den Menschen nur mit Natursalben und Kräutern helfen, wenn sie zu ihr kommen.
Und auch wenn sie ohne Hexerei seit Jahren geholfen hat – und alle immer zufrieden waren – kommen sie nicht mehr, wenn bekannt wird, daß sie gar keine Hexe ist!!! So sind eben die Leute!
Aber – der Lorenz verspricht, niemandem etwas zu erzählen.
Dafür verspricht sie, ihm zu helfen, die Burgl zu heiraten. Und dem Kilian auch, dessen neue Ernte so schlecht ausgefallen ist, daß man mit den Kartoffeln schussern könnte....
Sie hecken einen Plan aus: Dem Pfarrer und dem Dorf wollen sie durch eine „Erscheinung“ helfen, Wallfahrtsort zu werden. Weil die Erscheinung auf dem Grund vom Kilian stattfinden soll, werden seine Felder wertvoll, er kommt zu Geld und dadurch wird die Burgl für den Bürgermeister als Schwiegertochter akzeptabel. So ist allen geholfen. Nur sie selbst müßte aus ihrem Wald verschwinden....
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Daß so ein komplizierter Plan natürlich Unwägbarkeiten beinhaltet und seine Folgen kaum abzuschätzen sind, das versteht sich von selbst.
Und als dann noch mehrere Schreiben vom Ordinariat und vom Landratsamt eingehen, ist die Verwirrung komplett!
Die Buckl-Wally wär‘ aber nicht die Buckl-Wally, wenn sie nicht aus jedem Chaos einen Ausweg wüßte. Das geht ganz ohne Zauberei und Hexerei – das kann sie nämlich alles gar nicht. Und fliegen kann sie natürlich auch nicht....
Was sie aber perfekt beherrscht, ist Psychologie und Taktik. So schafft sie es, daß am Ende der Lorenz und die Burgl zusammen kommen, der Kilian reich wird und der Bürgermeister Bichlbauer auch nicht auf die Aufwertung seines Dorfes verzichten muß. Und natürlich kann die Wally in ihrer Hütte im Wald bleiben und weiter den Leuten Gutes tun. Dabei hilft sogar Dorfpfarrer Johannes, dieser Kleriker.
Dazwischen passieren so viele Dinge, die wir hier nicht verraten wollen – von herzhaftem Lachen bis zu Tränen in den Augen ist für die Zuschauer alles dabei!
Alle Mitglieder des Ensembles bringen ihre Rollen mit großer Spielfreude und Überzeugungskraft. Regisseurin Janina Mitterhofer-Pätel hat das Stück hervorragend auf die kleine Bühne gebracht und in die Kulissen eingepaßt, die allesamt Michael Sedlmeier gebaut hat. Und Barbara Dürner als Buckl-Wally nimmt man wirklich jede Sorge und jede Regung ab. So war Bürgermeister Dr. Karl Dürner am Ende des Stücks total überwältigt!
Barbara, ihr habt gerade einen großen Erfolg gefeiert! (O-Ton)
Mir hat’s am Ende die Tränen in die Augen gedrückt! (O-Ton)
Herr Bürgermeister, eine riesen Leistung, die die Theatergruppe hier auf die neue Bühne im Bürgerhaus gebracht hat! (O-Ton)
Sepp Hundmeyer, wie ist das jetzt mit so einem „Kleriker“, der plötzlich mit einer Hex verwandt ist? (O-Ton)
Und daß die Familie zusammen hält! (O-Ton)
Mia Holzner, habt ihr noch gelernt, mit dem Besen zu fliegen? (O-Ton)
Und das schafft ihr? (O-Ton)
Aber – im Ernst: So eine Rolle zu spielen ist nicht ganz einfach – oder? (O-Ton)
Tanja Steinberger – wie ist das, plötzlich so als Dorfratsch’n dazustehen? (O-Ton)
Eeendlich glücklich verheiratet – und das nach einem sooo schwierigen Weg! Aber jetzt habt‘ ihr’s geschafft? (O-Ton)
Es ist ja schon die klassische Geschichte: Großbauernbub heiratet mittelloses Mädel und die ganzen Verwicklungen dazu? (O-Ton)
Happy End ist es wirklich – oder Burgl? (O-Ton)
Jetzt muß ich aber nachfragen? (O-Ton)

Die Theatergruppe Schwibura spielt „Die verhexte Hex“ noch fünf Mal, jeweils am Samstag und am Sonntag Abend und am Sonntag auch um 14 Uhr. Die genauen Termine finden Sie auf www.schwibura.de.


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