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Es werden wohl gut dreißig intensive Probenabende werden, bis sich am Samstag, den zehnten Januar, der Vorhang im neuen Pfarrsaal für die ambitionierte Inszenierung der Theatergruppe der Landjugend Oberbergkirchen zum ersten Mal öffnet. Auf dem Programm steht in dieser Spielzeit der humorvolle Bauernschwank „Heirat auf Befehl“ aus der Feder von Josef Zeitler. Im Mittelpunkt des turbulenten Stücks steht eine resolute Ökonomin, die das vielseitige Werk ihres verstorbenen Mannes tatkräftig weiterführt – eine Kombination aus einer florierenden Landwirtschaft, einem gut besuchten Wirtshaus und einer eigenen Bäckerei. Die Dame führt den Betrieb allerdings auf geradezu militärische Weise, weshalb sie von ihrer Umgebung nicht ohne Grund als echter Feldwebel-Typ beschrieben wird.
Maria Käsbauer, so heißt die energische Ökonomin, lässt folglich jeden Morgen ihre Mitarbeiter, ihre Töchter und deren Ehemänner sowie ihre rechte Hand – Schwester Hedwig – zum unerbittlichen Appell antreten. Sie versucht auf diese Weise nicht nur ihr weitverzweigtes Unternehmen am Laufen zu halten, sondern drängt auch vehement darauf, ihre Töchter möglichst gewinnbringend unter die Haube zu bringen. Ein leichtes Unterfangen ist das allerdings schon deshalb nicht, weil Vroni, Toni und Moni extrem leicht zu verwechseln sind und natürlich liebend gerne selbst über ihr eigenes Liebesleben entscheiden wollen. Maria verteilt jedoch unbeirrt nicht nur die tägliche Arbeit, sondern diktiert allen Beteiligten auch haarklein, wie sie sich ihr Leben vorstellt. Die eingespielte und bewährte Theatergruppe der Landjugend hat sich ganz bewusst für diesen temporeichen Stoff entschieden, da er den Darstellern schauspielerisch einiges abverlangt und gleichzeitig eine absolute Garantie für strapazierte Lachmuskeln im Publikum ist.
Die ohnehin angespannte Lage spitzt sich spürbar zu, als Schwiegersohn Anderl den Besuch seines Bruders ankündigt. Dieser heißt Josef und legt größten Wert darauf, auf gar keinen Fall Sepp genannt zu werden. Richtig kompliziert wird es aber erst, als auch noch Wendelin Riedlechner auf dem Hof auftaucht. Maria ist nämlich der festen Überzeugung, dessen Sohn wäre eine hervorragende Partie für eine ihrer Töchter. Dieser Spross heißt kurioserweise ebenfalls Josef, möchte aber im Gegensatz zum Namensvetter liebend gerne Sepp gerufen werden. Maria hat ihn vor allem deshalb fest im Auge, weil die Riedlechners als überaus wohlhabend gelten und schon länger ein Auge auf ihr ansehnliches Anwesen geworfen haben. Mit einer strategischen Hochzeit wäre die Ökonomin ihre lästigen Geldsorgen ein für allemal los. Das absolute Chaos bricht schließlich aus, als eine der Töchter prompt auf den falschen Josef trifft.
Man kann sich lebhaft vorstellen, welche enormen Verwirrungen und Missverständnisse aus dieser Konstellation auf der Bühne entstehen. Doch die gewitzten Töchter der Maria Käsbauer wissen die verzwickte Situation auf ihre ganz eigene, schlaue Art und Weise zu entwirren. Wie genau das funktioniert und wer am Ende wen bekommt, das können die Zuschauer ab dem zehnten Januar im neuen Pfarrhof in Oberbergkirchen live erleben. Eines lässt sich jedenfalls jetzt schon versprechen: Die Theaterbesucher werden diesen turbulenten und amüsanten Abend so schnell nicht vergessen. Da der Vorverkauf für die begehrten Termine bereits auf Hochtouren läuft, sollten sich theaterbegeisterte Bürger beeilen und schnell sein, wenn sie sich noch die besten Plätze im neuen Pfarrsaal sichern wollen.
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