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Mit Schwung ins Neue Jahr: Das 52. Neujahrskonzert der Blaskapelle Altmühldorf |
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16.01.26 |
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Mit einem solchen Andrang hatten die Verantwortlichen der Blaskapelle Altmühldorf beim besten Willen nicht gerechnet. Es mussten kurzfristig zusätzliche Tische aufgestellt werden, um allen Gästen Platz zu bieten, die bei diesem musikalischen Jahreshöhepunkt dabei sein wollten. Klar, dass Küche, Schänke und die Bedienungen alle Hände voll zu tun hatten, bevor sich der Vorhang in der voll besetzten Halle zum ersten Mal öffnete. Dieser gab schließlich den Blick frei auf die Jugendkapelle, die unter der Leitung von Josef Terre gleich schwungvoll mit dem Andulka-Marsch von Frantisek Kmoch loslegte. Damit war die Stimmung im Saal sofort auf dem Höhepunkt und die musikalische Richtung für das junge Jahr perfekt vorgegeben, was die Zuhörer mit begeistertem Applaus honorierten.
Blaskapellen-Vorstand Sepp Bernhart freute sich sichtlich, die vielen Zuhörer zum mittlerweile 152. Neujahrskonzert der Kapelle begrüßen zu dürfen. Unter den Ehrengästen hieß er Bürgermeister Michael Hetzl, die zweite Bürgermeisterin und stellvertretende Landrätin Ilse Preisinger-Sontag sowie eine ganze Reihe von Mitgliedern des Kreistages und des Stadtrates willkommen. Natürlich hatten es sich auch Diakon Alfred Stadler, Pastoralreferentin Claudia Stadler, der Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer und Bezirksrätin Claudia Hausberger nicht nehmen lassen, beim schwungvollen Auftakt ins neue Jahr dabei zu sein. Ein besonderer Gruß galt zudem den Vertretern zahlreicher Ortsvereine und befreundeter Musikkapellen aus dem gesamten Landkreis. Ein großes Dankeschön richtete Sepp Bernhart an Josef Terre, der wieder ein intensives Probenwochenende veranstaltet und mit den Jungmusikern ein anspruchsvolles Programm eingeübt hatte. Im Namen der gesamten Blaskapelle wünschte er allen Gästen ein gutes und erfolgreiches neues Jahr.
Durch das weitere Programm führten Manuel Kapsegger und seine Moderationskollegin. Kapsegger kündigte als nächstes Stück „Ciribiribin“ von Alberto Pestalozza an, bei dem Benedikt Braun erstmals eindrucksvoll als Solist agierte. Das fehlerfreie Einüben war ein schönes Stück Arbeit, wie die beiden Moderatoren verrieten, doch der lang anhaltende Applaus des Publikums bewies eindeutig, dass sich der Aufwand mehr als gelohnt hatte. Weiter ging es mit moderneren Tönen und dem Stück „How to Train Your Dragon“ des britischen Komponisten John Powell. Wie zu hören war, hatte es Dirigent Josef Terre doch einige Überredungskunst gekostet, die Musiker für diese komplexe Filmmusik zu begeistern. Von Hollywood wechselte die Jugendkapelle nahtlos zum klassischen Walzer und stimmte Dmitri Schostakowitschs berühmten „Second Waltz“ an. Dass auch jene Zuhörer das Stück bestens kennen, die mit dem reinen Titel zunächst wenig anfangen konnten, zeigten bereits die ersten vertrauten Takte im Saal.
Gleich vier Solistinnen waren für das nächste Werk vonnöten: Bei den „Sax Swingers“ von Walter Schneider-Argenbühl zeigten Emma Forster, Josefine Enzinger, Karolina Schmid und Hanna Zwirner ihr großes Talent am Instrument. Für Vorstand Sepp Bernhart war das Konzert zudem der perfekte Rahmen, um mit dem Trompeter Xaver Heidl, dem Trompeter Elias Sauter und der Saxophonistin Hanna Zwirner mehrere Jungmusiker zu begrüßen, die zum ersten Mal beim Neujahrskonzert mitspielten. Zusammen mit der stellvertretenden Landrätin Ilse Preisinger-Sontag ehrte er im Anschluss die erfolgreichen Absolventen der Leistungsprüfungen der Sing- und Musikschulen: Tobias Mann erhielt für sein feines Trompetenspiel die Stimmgabel in Bronze, Kaspar Umschlag sicherte sich ebenfalls an der Trompete die Stimmgabel in Silber, und Manuel Kapsegger glänzte an der Posaune mit der anspruchsvollen B-Drei-Prüfung, wofür er die Stimmgabel in Gold entgegennehmen durfte. Ilse Preisinger-Sontag steckte den sichtlich stolzen Musikern die Ehrennadeln an und gratulierte herzlich zu den großartigen Erfolgen.
Weiter ging es im Programm mit einem mitreißenden Medley aus bekannten Italo-Klassikern, mit dem die Kapelle gekonnt vom Winter draußen ablenken und auf den kommenden Sommer in Italien einstimmen wollte – ein Vorhaben, das beim begeisterten Publikum vollends aufging. Und wenn man gedanklich schon in sonnigen Urlaubsregionen verweilte, setzten die Musiker mit Lars Ericsens „Night in Havana“ gleich noch ein rhythmisches Highlight obendrauf. Mit der Polka „Grenzenlos“ von Peter Leitner wollte die Jugendkapelle ihren Auftritt schließlich standesgemäß beschließen, wobei die Solisten Tobias Stadler, Matthias Kapsegger und Andreas Stadler noch einmal ihr Können aufblitzen ließen. Moderator Thomas Enzinger dankte der Jugendblaskapelle für die großartige Darbietung und gab den lautstarken Rufen aus dem Publikum recht, die vehement eine Zugabe gefordert hatten. Für dieses Finale hatten sich die Jugendlichen ein romantisches Stück ausgesucht, in dem Emma Forster mit ihrem Saxophon das Publikum verzauberte, ehe der schließende Vorhang Mühe hatte, den tosenden Applaus zu beenden.
Nach der wohlverdienten Pause übernahm Musikmeister Sepp Eibelsgruber den Taktstock vor der großen Kapelle, die den zweiten Teil des Abends stimmungsvoll mit dem Stück „Hoch auf d' Hoamat“ von Tobias Lerner begann, wobei die integrierte Gesangseinlage für beste Laune im Saal sorgte. Im Anschluss kündigte Sepp Bernhart eine ganz besondere Gruppe an, mit der die Musiker alle sieben Jahre gemeinsam im Fasching unterwegs sind: die Schäffler des TSV Mühldorf, die kurzerhand geschlossen vor der Bühne Aufstellung nahmen. Schäfflermeister Stefan Schörghuber nutzte die Gelegenheit, um allen Zuhörern Glück und Gesundheit im neuen Jahr zu wünschen, ehe er ein dreifaches Hoch auf die Anwesenden anstimmte und herzlich zu den anstehenden Tänzen der Saison einlud.
Thomas Enzinger, der charmant durch den zweiten Teil des Neujahrskonzerts führte, betonte seine Freude über das intakte Vereinsleben in Altmühldorf, wo das traditionelle Brauchtum so vorbildlich gepflegt und an die Jugend weitergegeben wird. Musikwart Georg Stenger hatte für den Abend ein historisches Fundstück ausgegraben, das mindestens einhundert Jahre alt ist: die Fest-Ouvertüre von Michael Böhmer, Opus fünf, deren majestätischer Klang die Zuhörer fesselte. Es folgte ein abrupter, aber gelungener Genrewechsel hin zu Bill Contis legendärem „Gonna Fly Now“, der bekannten Titelmusik aus den Rocky-Filmen, mit der die Musiker das Publikum auf ihre ganz eigene Weise auf anstehende Herausforderungen einstimmten. Thomas Enzinger scherzte im Anschluss, dass die anstehenden Aufgaben im Ort hoffentlich unblutig verlaufen würden, ehe es mit Franz Sprenzingers „Böhmisch, ein Stück vom Glück“ wieder traditionell zünftig wurde.
Bürgermeister Michael Hetzl nutzte sein anschließendes Grußwort, um den Moderator schmunzelnd zu beruhigen: Die Musiker würden schließlich nur auf ihr Schlagzeug und auf die große Trommel schlagen. Hetzl dankte allen Dirigenten und Musikern beider Kapellen für die hervorragende Arbeit und forderte einen kräftigen Applaus vom Publikum ein. Die Musikkapelle sei ein großartiges Aushängeschild für die Stadt Mühldorf und präsentiere diese bei allen Gelegenheiten bestmöglich. Da die Grundschule und die Halle im weiteren Verlauf des Jahres saniert werden, hoffte der Rathauschef, für das nächste Neujahrskonzert ein passendes Ausweichquartier zu finden. Abschließend dankte er allen ehrenamtlichen Helfern im Hintergrund und wünschte den Mühldorfern ein gutes neues Jahr mit viel Gesundheit und Kraft – verbunden mit dem Augenzwinkern, dass die guten Vorsätze diesmal hoffentlich länger halten mögen als bis Mitte Januar.
Das ausgeprägte Talent von Musikmeister Sepp Eibelsgruber als Komponist brachte die Kapelle danach mit dem gefühlvollen Stück „Bei aller Liebe – weil Du es bist“ zu Gehör. Im Anschluss verließ die Kapelle die heimischen Gefilde und entführte die Zuhörer musikalisch nach Spanien, wo die Altmühldorfer seit Jahren im Herbst ein großes Oktoberfest in der Nähe von Barcelona besuchen. Mit dem feurigen „Espana Cani“ ließen sie die südländischen Impressionen im Saal aufleben. Die erste Gesangsdarbietung des Abends präsentierten schließlich Barbara Hein, Julian Käsmaier und Michael Woidich mit dem sportlich interpretierten Stück „Edelweiß“ der Fäaschtbänkler, was für große Begeisterung im Publikum sorgte.
Gegen Ende des Abends griff Sepp Bernhart noch einmal zum Mikrofon, um zwei ganz besonderen Persönlichkeiten für ihr langjähriges Engagement zu danken: Er zeichnete Josef Terre für stolze dreißig Jahre Leitung der Jugendblaskapelle und Sepp Eibelsgruber für fünfundzwanzig Jahre leidenschaftlichen Einsatz an der Spitze der großen Kapelle aus und überreichte beiden eine Urkunde sowie einen Blumenstrauß. Als Sepp Bernhart schließlich das offizielle Ende des Konzerts ankündigen wollte, bat ihn Michael Woidich, noch auf der Bühne zu bleiben. Woidich dankte im Namen der gesamten Mannschaft ganz besonders Sepp Bernhart, der der Kapelle nun schon seit sage und schreibe dreißig Jahren als erster Vorstand vorsteht und den Verein geprägt hat wie kein anderer. Dieser unermüdliche Einsatz war dem Saal einen donnernden Extra-Applaus wert. Gleichzeitig musste Woidich jedoch schweren Herzens bekanntgeben, dass Sepp Bernhart bei der anstehenden Jahreshauptversammlung nicht mehr für eine Wiederwahl zur Verfügung steht, um den Weg für Jüngere freizumachen, wenngleich er der Kapelle natürlich treu bleiben wird. Als Nachfolger im Amt des Vorstandes soll Stefan Schmidt folgen, und Woidich zeigte sich fest überzeugt, dass es mit ihm genauso erfolgreich weitergehen wird wie bisher.
Dazu passend stimmte die Kapelle als offiziell letztes Stück den Welthit „Don’t Stop Believin’“ an. Nach dem lang anhaltenden Applaus durfte die traditionelle Zugabe natürlich nicht fehlen: Mit dem Wiener Marsch „Wien bleibt Wien“ von Johann Schrammel entließ die Blaskapelle Altmühldorf ihr Publikum endgültig beschwingt und voller Elan in ein neues Jahr, das, wenn es nach den Musikern geht, genauso sorgenfrei und harmonisch werden soll wie die vergangenen Jahrzehnte.
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TSV Schäffler starten mit einem Ehrentanz in ihre 20. Tanzsaison |
11:45 |
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Das ist die perfekte Fortsetzung zu unserem ersten Schäfflertanz-Beitrag! Jetzt kommt das traditionsreiche Mühldorfer Urgestein vom TSV 1860 zum Zug. Der Kontrast zwischen dem eiskalten Schneetreiben beim Auftanz vor dem Rathaus und der rausblinzelnden Sonne an der Lände gibt dem Ganzen richtig schöne Bilder.
Hier ist dein Text, komplett rund und fließend glattgebügelt, absolut frei von Trennstrichen, O-Ton-Verweisen oder Interview-Fragen:
Text 24: Auftanz der Schäffler des TSV 1860 Mühldorf
Es ist gerade zwei Jahre her, seit die Schäffler des TSV 1860 Mühldorf zum letzten Mal ihre Beine geschwungen haben. Damals hatten sie den klassischen Siebenjahresrhythmus bewusst ausgesetzt und sind ihrer eigentlichen Bestimmung gefolgt: Sie haben die Menschen nach der Corona-Pandemie wieder aus ihren Häusern gelockt und ihnen nach den schweren Jahren ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Das ist ihnen damals mit überwältigendem Erfolg gelungen. Um nun aber wieder zurück in ihren regulären Zyklus zu finden, steht jetzt bereits die nächste Tanzsaison an. Dafür haben die Aktiven seit Dezember fleißig im Feuerwehrgerätehaus in Altmühldorf geübt. Es sind schließlich ein paar neue Tänzer dazugekommen, und andere waren nach der kurzen Pause verständlicherweise wieder ein bisschen eingerostet. So waren sie kürzlich bereit für ihren großen Auftanz vor dem Rathaus der Kreisstadt, wohin sie im feierlichen Marsch hinter der Abordnung der Blaskapelle Altmühldorf gezogen sind.
An diesem Tag war es dann wirklich passend zum Traditionslied „Aber heid is' keud“: Sogar ein bisschen geschneit hat es, als sie ihren Tanz vorgeführt haben. Das Spektakel ließen sich neben den Bürgermeistern und Stadträten auch eine ganze Reihe begeisterter Zuschauer nicht entgehen. Die Schäffler zeigten die Schlange, die Laube, das Kreuz, die kleinen Kreise und zum Schluss die Krone sowie den Reifenschwinger Bertl, der beim Schwung keinen Tropfen verschütten darf und dieses Handwerk wirklich perfekt beherrscht. Danach schlugen die Schäffler das Fassl, während die Clowns mit ihren Kunststückchen für allgemeine Heiterkeit sorgten. Während die Schäffler tanzten, wünschten die Begleiterinnen den Zuschauern Glück und Gesundheit und verpassten ihnen den traditionellen schwarzen Rußstrich auf der Nase.
Schäfflermeister Stefan Schörghuber freute sich über die vielen Zuschauer und darüber, mit diesem Ehrentanz offiziell in die zwanzigste Tanzsaison starten zu können. Er blickte auf die Anfänge zurück, als der TSV Mühldorf im Jahr 1862 erstmals an einem Schäfflertanz mitgewirkt hat. Damit sind die Schäffler die zweitälteste Abteilung des gesamten Vereins. Seither ist auch fest in der Vereinssatzung verankert, dass sie sich neben den sportlichen Aktivitäten intensiv um den Erhalt und die Pflege des heimischen Brauchtums kümmern – und das seit inzwischen 164 Jahren. Die Schäffler des TSV Mühldorf sind somit die drittältesten in ganz Bayern. Darauf war er sichtlich stolz und versprach, diese Tradition engagiert fortzusetzen. Nachdem er auf die Ursprünge des Schäfflertanzes zurückgeblickt hatte, der einst nach einer schweren Pestepidemie in München entstanden ist, sicherte er zu, den Mühldorfern auch in den kommenden 164 Jahren ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Nach einem dreifachen Hoch auf alle Mühldorfer stießen die Beteiligten mit einem Schnapserl auf eine erfolgreiche Saison an.
Bürgermeister Michael Hetzl fand im Anschluss lobende Worte: Er dankte den Schäfflern und den Musikern, die bei Wind und Wetter gemeinsam im Landkreis unterwegs sind, um den Bürgern eine Freude zu bereiten. Und damit die wackere Truppe nach dem eiskalten Auftritt weder hungern noch dürsten muss, bat er sie kurzerhand hinauf in den Rathausfletz, wo es angenehm warm war. Bevor es so weit war, verabschiedeten sich die Schäffler jedoch ordnungsgemäß mit ihrem Ausmarsch. Oben auf dem Fletz warteten dann bereits frische Wurstsemmeln und das eine oder andere Bierchen auf die Tänzer, die nach der Anstrengung ordentlich hinlangten. Sowohl Bürgermeister Michael Hetzl als auch die Stadträte Markus und Sepp Bernhart sowie Zuschauerin Ilse zeigten sich im Gespräch restlos begeistert vom Engagement der Truppe, während Schäfflermeister Stefan noch einmal die logistische Leistung der kommenden Wochen betonte.
Danach hat es allerdings pressiert, weil für die Schäffler am logistisch dichten Auftakttag noch acht weitere Tänze auf dem Programm standen. Zum ersten Folgetermin marschierten sie zu Fuß weiter auf die Lände. Dort war der Platz zwar recht überschaubar und die Straße zudem ziemlich eisig, sodass die Tänzer einen wirklich festen Stand brauchten, doch zur Freude aller blinzelte genau in diesem Moment die Sonne durch die Wolken, als würde sie sich mit den Mühldorfern freuen. Natürlich gab es auch dort herzliche Glückwünsche, ein stärkendes Schnapserl und im Anschluss eine kleine Brotzeit. So hat sie begonnen, die zwanzigste Saison der Schäffler des TSV Mühldorf, die am Faschingsdienstag wieder mit dem traditionellen Schlankerltanz enden wird. Bis dahin sind sie nicht nur in Mühldorf unterwegs, sondern bringen das Glück auch nach Aschau, Waldkraiburg, Ampfing und an viele weitere Orte in der Region.
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Aktueller denn je - Banater Schwaben erinnern an die Deportation ihrer Landsleute 1945 |
11:30 |
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Frisch verschneit präsentierte sich der Stadtplatz in Waldkraiburg, als sich am Mahnmal gegen Vertreibung neben der Blaskapelle der Banater Schwaben, den Fahnenabordnungen der Vertriebenenverbände und einer ansehnlichen Zahl von Zuhörern auch Bezirksrätin Claudia Hausberger, der stellvertretende Landrat Richard Fischer, Bürgermeister Robert Pötzsch, die dritte Bürgermeisterin Karin Bressel sowie eine Reihe von Stadträten einfanden. Unter den Gästen war zudem der neu gewählte Präsident des Bundes der Vertriebenen, der Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer. Die Blaskapelle der Banater Schwaben eröffnete die Gedenkfeier für die Zwangsdeportierten des Jahres 1945 aus dem Banat und aus Siebenbürgen stimmungsvoll. Georg Ledig, der Kreisvorsitzende des Bundes der Vertriebenen, freute sich in seiner Begrüßung zudem über die Teilnahme von Pater Walter Kirchmann, Altbürgermeister Siegfried Klika sowie den Vertretern und Vorsitzenden zahlreicher lokaler Vereine.
Bürgermeister Robert Pötzsch erinnerte in seiner Ansprache an die Vertreibung und Deportation abertausender Landsleute aus den Siedlungsgebieten in Südosteuropa. Sie mussten damals unter unmenschlichen Bedingungen in Arbeitslagern hausen und schwere Arbeit verrichten. Viele überlebten diese Qualen nicht, und jene, die zurückkehrten, litten lebenslang unter den physischen und psychischen Folgen dieser Torturen. Da viele von ihnen nach der Vertreibung hier in Waldkraiburg eine neue Heimat gefunden haben, ist die Geschichte der Stadt untrennbar mit den damaligen Ereignissen verbunden. Ihre Erfahrungen haben die Stadt nachhaltig geprägt und das Bewusstsein für Frieden und Freiheit gestärkt. Sie haben aber auch schmerzhaft klargemacht, wie zerbrechlich die Würde des Menschen ist. Zudem sind die Ereignisse jener Tage eine eindringliche Mahnung für die Gegenwart, in der Krieg und Vertreibung in manchen Regionen leider wieder als probate Mittel angesehen werden. Robert Pötzsch dankte allen, die an dieser Gedenkfeier teilnahmen, und bat sie eindringlich, die Geschichte zu bewahren und das Erinnern an die kommenden Generationen weiterzugeben.
Auch der stellvertretende Landrat Richard Fischer erinnerte an die Vertreibung der deutschstämmigen Männer aus ihren Siedlungen im Banat und in Siebenbürgen sowie an ihre Deportation in die Sowjetunion. Dort sollten sie als Zwangsarbeiter eine vermeintliche Wiedergutmachung für das Unrecht leisten, das die Nationalsozialisten im Zweiten Weltkrieg angerichtet hatten. Damit brachten die damaligen Machthaber unvergessliches Leid über die deutschstämmige Bevölkerung, rissen Dorfgemeinschaften auseinander und zerstörten Familien. Trotz dieser tiefen Wunden dienen die Vertriebenen heute der Völkerverständigung und dem friedlichen Miteinander. Über 80 Jahre nach der Vertreibung und über 30 Jahre nach dem Zusammenbruch der kommunistischen Systeme in Osteuropa halten die Vertriebenenverbände die Erinnerung an diese Gräueltaten noch immer wach. In dieser langen Zeit haben sich die Banater und die Vertriebenen, etwa aus dem Sudetenland, hier in Waldkraiburg eine neue Heimat aufgebaut, sich vorbildlich in die Gesellschaft eingefügt und dennoch ihre reiche Kultur weiter gepflegt, was eine Bereicherung für alle darstellt. Das macht Mut und dient als Beispiel dafür, wie aktuelle Krisen gemeistert und enorme Strapazen ertragen werden können. Jeder Einzelne sei heute gefordert, genauso mutig die Herausforderungen der Gegenwart anzunehmen und zu überwinden, wie es die Vertriebenen damals getan haben. Richard Fischer dankte den Vertriebenenverbänden sowie allen Vereinen für ihre wertvolle ehrenamtliche Erinnerungs- und Aufklärungsarbeit. Er zeigte sich stolz auf alle, die das Andenken an die Opfer lebendig halten, und mahnte, jene nicht zu vergessen, die aktuell dasselbe Schicksal erleiden müssen.
Nach einem Musikstück der Blaskapelle, das den Anwesenden Gelegenheit gab, über das Gehörte nachzudenken, bat Georg Ledig den Präsidenten des Bundes der Vertriebenen, Stephan Mayer, ans Mikrofon. Dieser erinnerte an die deutschstämmigen Männer aus dem Banat und aus Siebenbürgen, die vor 81 Jahren auf Basis eines Geheimerlasses von Josef Stalin nach Sibirien, hinter den Ural und in den Donbass deportiert wurden, um dort Zwangsarbeit zu leisten und die Sowjetunion wieder aufzubauen. Tatsächlich bedeutete dies in vielen Fällen eine bewusste Vernichtung durch Arbeit. Allein aus Rumänien betraf dies etwa 70.000 Menschen, von denen rund 15 Prozent die Lager nicht überlebten. Im Januar 1945 brachen zudem die großen Trecks aus Ostpreußen auf, um vor der herannahenden Roten Armee nach Westen zu fliehen. Was diese Menschen durchleben mussten, hatte er erst kürzlich einem Buch entnommen – rund drei Millionen Menschen überlebten diese Flucht nicht. Das alles hat bis heute eine tiefe Bedeutung, auch wenn es eine Folge der nationalsozialistischen Verbrechen gegen das jüdische Volk sowie gegen Sinti und Roma war. Dennoch dürfe man ein Unrecht niemals durch ein anderes rechtfertigen; es gebe keine Entschuldigung für Vertreibung und Zwangsarbeit. Diese Themen sind aktueller denn je, da sich derzeit weltweit mit 110 Millionen so viele Menschen auf der Flucht befinden wie nie zuvor. Angesichts der herrschenden minus sechs Grad Celsius auf dem Stadtplatz bat Stephan Mayer darum, auch jene nicht zu vergessen, die bei minus 20 Grad in Kiew frieren und tägliche Angriffe durch Raketen und Drohnen überstehen müssen. Leider gebe es heute wieder Staatslenker, die die territoriale Integrität anderer Länder und die Rechte souveräner Staaten missachten und sogar Besitzansprüche innerhalb der Europäischen Union erheben. Er würdigte daher die Arbeit der Vertriebenenverbände, die das Leid der ukrainischen Bürger wohl am besten nachvollziehen können. Die schrecklichen Ereignisse von vor 81 Jahren sollten Ansporn sein, stets die Einhaltung des Völkerrechts einzufordern. Er dankte Georg Ledig für die Organisation der alljährlichen Gedenkfeier und forderte alle auf, mitzuhelfen, dass diese Geschehnisse niemals vergessen werden und sich nie mehr wiederholen.
Zum Abschluss erinnerte auch Georg Ledig an dieses dunkelste Kapitel der Geschichte der Banater Schwaben. Das Schicksal der Vorfahren mahne die heutigen Generationen, aktiv für Menschlichkeit und den Schutz der Menschenwürde einzutreten. Er bat Pater Walter Kirchmann, für die Opfer zu beten und den Kranz zu segnen. Gemeinsam sprachen die Anwesenden das Vaterunser. Nach dem Segen für die Teilnehmer und den Kranz wurde dieser zu den Klängen des Liedes vom guten Kameraden am Mahnmal niedergelegt. Mit einem herzlichen Dank an alle Teilnehmer entließ Georg Ledig die Anwesenden schließlich in den kalten Sonntagnachmittag.
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Mit der Spende des Restvermögens ist der Waldkraiburger Verein "Freiraum 36" endgültig Geschichte |
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Zehn Jahre lang hat das Vereinshaus „Freiraum 36“ erst der Integration von Migranten gedient und im Anschluss vielen lokalen Vereinen als wertvolle Heimat fungiert. Die Stadtbau Waldkraiburg als Eigentümerin des Gebäudes forderte dann jedoch aufgrund steigender Kosten und eines zu hohen Sanierungsbedarfs die Rückgabe der Räumlichkeiten zum 24. Mai 2024. Dies besiegelte letztlich auch das Ende des Trägervereins „Freiraum 36“, welcher daraufhin bereits im Oktober 2023 seine offizielle Auflösung zum Ende Mai 2024 beschlossen hatte. Wir haben damals in unserem Programm ausführlich darüber berichtet. Wie es in solchen Fällen üblich ist, dauert es im Anschluss eine ganze Weile, bis alle bürokratischen Formalitäten erledigt sind, ein solcher Verein komplett abgewickelt ist und schließlich aus dem Vereinsregister gelöscht werden kann.
Diese Aufgaben haben die Liquidatoren mittlerweile alle erfolgreich erledigt. Zuletzt sind sie den klaren Bestimmungen der Vereinssatzung gefolgt und haben das verbliebene Restvermögen des Vereins vollumfänglich für wohltätige Zwecke gespendet. Im Gespräch blickten die Verantwortlichen Richard, Karl-Heinz und Steffi noch einmal auf die bewegte Geschichte und das Erreichte zurück, ehe sie formell bestätigten, dass der Verein damit nun endgültig aufgelöst ist. Viele der Vereine, die im „Freiraum 36“ ihr festes Domizil hatten, sind inzwischen glücklicherweise anderswo untergekommen. Manche Gruppen und Initiativen residieren allerdings immer noch in unbefriedigenden Provisorien und würden sich sehr freuen, wenn sie bald neue, dauerhafte Räume finden könnten. Wenn Sie also eine passende Räumlichkeit im Stadtgebiet wissen oder eine Idee haben, helfen wir von der Redaktion oder Richard Fischer gerne bei der Vermittlung weiter.
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Landjugend Oberbergkirchen spielt "Heirat auf Befehl" |
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