| Die Reihe der Kunstausstellungen setzt das Landratsamt aktuell mit Werken der Mühldorfer Malerin Christa Hempen fort. Unter dem Titel „Poesie der Farben“ zeigt sie viele großformatige Werke, denen sie sehr phantasievolle Titel verliehen hat. Hier unser Rundgang.
Die Vernissage, zu der neben der Künstlerin und ihrer Familie auch zahlreiche Mitglieder des Kunstvereins Inn-Salzach gekommen waren, umrahmte die junge Harfenistin Maria-Theresia Pfandl.
Stellvertretende Landrätin Ilse Preisinger-Sontag freute sich über die zahlreichen Besucher und hieß besonders die Kunstvereinsvorsitzende Gabi Röpke und Elfriede Brucker willkommen, die später die Künstlerin würdigen würde. Sie wunderte sich über die vielen Zuhörer trotz des ungewöhnlichen Termins am Dienstag der Karwoche. Besonders freute sie sich über Christa Hempen, die sie schon lange kennt und schätzt.
Kunstausstellungen im Landratsamt haben den Vorteil, dass sie viele sehen, die aus ganz anderen Gründen ins Landratsamt kommen, unterstrich Ilse Preisinger-Sontag den besonderen Wert dieser Ausstellungen.
Wenn Christa Hempen ihre Ausstellung „Poesie der Farben“ nennt, dann drückt das auch aus, dass die Künstlerin Bilder und Texte immer miteinander verbindet. So drücken ihre Werke mehr aus als das, was der Betrachter auf der Leinwand sieht. Es geht also auch um die Gefühle des Betrachters. Mit ihren Farben nutzt sie die Wirkung, die Farben auf die Stimmung des Betrachters haben, die so Emotionen wecken und Erinnerungen zurückbringen. Farben können beruhigen, an- und aufregen und sogar Geborgenheit vermitteln. Deshalb hat sich das Landratsamt bei der Neugestaltung der Fassaden für ein gedämpftes Grün entschieden.
Bedenkt man all dies, versteht man die Betrachter, die von Bildern fasziniert sind oder gar nichts damit anfangen können.
So freute sie sich über die Werke der lokalen Künstlerin, die hier auch die große Energie zeigt, die in unserer Region steckt. So dankte sie Christa Hempen und wünschte allen Besuchern viel Freude beim Entdecken der Bilder!
Nach einem weiteren Musikstück würdigte Elfriede Brucker die Künstlerin, die in Töging wohnt und in der Kreisstadt gut verwurzelt ist. Als Mitglied mehrerer Kunstvereine genießt sie den Austausch mit anderen Künstlern, schöpft daraus Inspiration und nutzt deren Erfahrungen, um sich selbst weiterzuentwickeln.
Ihr Weg in die Kunst begann schon im Kindesalter. Im Gymnasium belegte sie den Leistungskurs Kunst. Dann folgte sie dem Rat ihrer Eltern und lernte was Gscheits. Sie wurde Beamtin, was die Kunst erst mal in den Hintergrund treten ließ. Irgendwie ist die Liebe zur Kunst aber nie erloschen.
Vor etwa 20 Jahren erwachte sie dann neu und Christa Hempen begann wieder zu malen. Das mit Kraft und Entschlossenheit, die sie noch heute auszeichnet. Inzwischen ist die Kunst zum Teil ihrer Persönlichkeit geworden – eines Teils, der sie inzwischen prägt. Das zeigt sich eindrucksvoll in ihren Werken.
Sie sucht ständig neue künstlerische Herausforderungen, neue Motive, neue Ausdrucksformen und Techniken. Dass sie gern experimentiert, zeigt auch diese Ausstellung mit abstrakten Kompositionen, Collagen und gegenständlichen Darstellungen. Das zeigt ihre Neugier und ihren künstlerischen Mut.
Bei ihr dreht sich alles um die Farbe, die sie bewusst, kraftvoll und manchmal auch überraschend einsetzt. Ihre Farbkompositionen kommunizieren miteinander und erzeugen Spannungen, Harmonien und Stimmungen. Es ist ihr besonders wichtig, dass ihre Bilder beim Betrachter Raum für Entdeckungen lassen. Der soll nicht nur schauen, sondern sehen!
Ihre Werke zeigen ihre Offenheit und Neugier und ihre Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen…
Nach einem weiteren Musikstück kam die Künstlerin selbst zu Wort. Sie dankte Landrat Max Heimerl und Ilse Preisinger-Sontag für die Möglichkeit, hier auszustellen, und Elfie Brucker, die sie fast gerührt hatte. Ihr Dank galt allen, die sie beim Hängen der Ausstellung unterstützt hatten, und nicht zuletzt den vielen, die zu ihrer Vernissage gekommen waren.
Ergänzend zu Elfie Bruckers Beschreibung ihrer Bilder stellte Christa Hempen ihre schriftlichen Werke vor, die sie als beinahe gleichwertig sieht. „Beinahe“ deshalb, weil ihre Bilder bei jedem Betrachter doch andere Gefühle und Gedanken hervorrufen. Bei einem Buch ist das nicht so intensiv.
So lud sie ein, die vielfältige Ausstellung in Augenschein zu nehmen, für die sie ja auch für jedes Bild fantasievolle Titel gefunden hat. Sie lud ein, ihre Werke zu betrachten und sich mit ihr darüber auszutauschen. Sie erklärt ihre Gedanken gern, die sie beim Malen begleitet hatten. So dankte sie allen Besuchern der Vernissage und freute sich auf viele anregende Gespräche.
Maria-Theresia Pfandl schloss den offiziellen Teil schwungvoll, und Ilse Preisinger-Sontag lud zu einem Gläschen Sekt ein, um die Eröffnung der Ausstellung „Poesie der Farben“ zu feiern, die noch bis zum 8. Mai im zweiten Obergeschoss des Landratsamtes während der üblichen Öffnungszeiten zu sehen ist. Schau’n Sie doch mal rein!
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