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Josef J. Pöllmann
Stadt Waldkraiburg > Neumarkt St. Veit > Gemeinde Ampfing > Stadt Altötting > Mühldorf-TV ist durch die BLM lizenziertes Lokalfernsehen
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Das gab's 2026 bei Mühldorf-TV und bei Altötting-TV
Hier können Sie nachlesen, worüber wir in KW 32/2026 berichtet haben.
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Nr.
Thema LZ Archiv KW Ersch.
182 Nach 100 Tagen im Amt: Waldkraiburgs Bürgermeister Emil Kirchmeier zieht eine erste Bilanz 28:00 Play Button ungewählt 32
Ja, liebe Pressevertreter, erst einmal danke fürs Kommen. Wir haben ja unseren 100-Tage-Plan im Wahlkampf aufgestellt im Ortsverband mit der Fraktion und mit den dazugehörigen Vertretern der CSU. Und he an meiner Seiten habe ich natürlich auch unseren Ortsverband, die Susanne König, auch als stellvertretende Fraktionsvorsitzende, und meine zweite Bürgermeisterin, die Steffi Pollmann, mit dabei. Wir haben das ja gemeinsam entwickelt, und deswegen da die einfach auch bitten, so dass du auch noch ein paar Worte dazu sagst.

Ja, sehr gerne. Also, es freut mich, dass wir heute da sein können und gemeinsam eben über unser 100-Tage-Programm sprechen können und den Stand der Dinge. Wie es der Emil schon gesagt hat, es ist im Wahlkampf in Zusammenarbeit mit Kandidaten, schon bestehenden Stadträten und eben dem Bürgermeisterkandidaten entwickelt worden und auch veröffentlicht worden. Und uns war das schon ernst, was wir da reinschreiben. Deswegen scheuen wir uns jetzt auch nicht, diese Bilanz zu ziehen. Sie können dem Programm entnehmen, dass wir keine wilden Sachen versprochen haben, die viel Geld kosten, sondern wir haben dran geglaubt. Und es ist uns nach wie vor wichtig, dass man mit kleinen Dingen, die kein Geld kosten oder vielleicht nur wenig Geld kosten, sehr viel erreichen kann. Dass Kommunikation und Transparenz gegenüber dem Bürger einfach ein sehr wichtiger Bestandteil ist. Und ja, es freut mich, dass wir heute hier sein können. Und ich habe natürlich schon gehört, dass im Rathaus unser Bürgermeister, den wir dann Gott sei Dank gestellt haben und stellen dürfen, zusammen mit der Verwaltung und mit tatkräftiger Unterstützung auch von der zweiten Bürgermeisterin Steffi Pollmann und auch mit Hilfe der Referenten sehr stark an diesem 100-Tage-Programm gearbeitet hat. Und ja, dann darf der Emil jetzt in aller Ausführlichkeit darstellen, was er da schon alles angeschoben hat. Bitte.

Danke, danke, Susanne. Ja, mit der Steffi gemeinsam. Wir waren jetzt wirklich 100 Tage straff dabei. Wir haben gewusst, dass das echt ein Programm ist, das kaum zu schaffen sein wird, aber wir tun alles dafür. Wir haben von Haus aus gesagt, wir werden alles dafür tun, dass man Sachen anstößt und macht und tut. 100 Tage im Amt sind ein wirklich guter Zeitpunkt, dass man da jetzt einfach mal Bilanz zieht. Nicht, weil nach 100 Tagen bereits alles erledigt sein kann, sondern weil man erkennen muss: Welche Richtung wird eingeschlagen, welche Themen werden angepackt und wo stehen vielleicht da die ersten konkreten Ergebnisse, die sichtbar sind? Ich bin mit dem Anspruch angetreten, Waldkraiburg gemeinsam mit dem Stadtrat, mit unserer Verwaltung und vor allem gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern weiterzuentwickeln. Dabei waren mir von Beginn an drei Dinge extrem wichtig: zuhören, transparent sein und auf alle Fälle ins Machen kommen.

Nach den ersten 100 Tagen kann ich sagen: Wir haben viele Themen angestoßen, erste Entscheidungen haben wir getroffen und an einigen Stellen bereits konkrete Veränderungen erreicht. Gleichzeitig gibt's allerdings auch Aufgaben, die mehr Zeit brauchen, als wir zunächst gedacht haben, aber darüber möchte ich heute einmal ganz offen sprechen.

Der erste Punkt war ja Transparenz und Bürgerdialog. Ein zentrales Versprechen von mir war, Entscheidungen der Stadt transparenter und nachvollziehbarer zu machen. Ein wichtiger Schritt wird auf alle Fälle die neue Internetseite der Stadt sein. Die wird voraussichtlich im Herbst freigeschaltet. Sie wird technisch völlig neu gestaltet sein, völlig neu aufgesetzt und künftig auch das angekündigte Transparenzdashboard enthalten. Da sollen die wichtigsten städtischen Projekte mit allem aktuellen Arbeitsstand dargestellt werden, soweit möglich ergänzt um Zeitpläne, Kosten und natürlich auch relevante Informationen, die mit dazu gehören. Gleichzeitig schaffen wir auf der neuen Homepage eine direkte Feedbackmöglichkeit, sodass Bürgerinnen und Bürger ganz unkompliziert Anregungen, Lob oder auch Kritik und eigene Ideen an die Verwaltung, an den Bürgermeister und gegebenenfalls auch an die Stadträte richten können.

Transparenz bedeutet für mich nicht nur Informationen bereitzustellen, sondern Transparenz bedeutet für mich, in den Dialog zu gehen. Diesen Weg haben wir auch an anderer Stelle aufgegriffen. Also ich persönlich informiere auch regelmäßig über aktuelle Themen und Entscheidungen auf meinen Social-Media-Kanälen und veröffentliche zwischendrin wöchentlich einen Rückblick über Termine und Schwerpunkte, die ich gesetzt habe – in meinem Rathausbüro und auch draußen unterwegs. Und auch in die Stadtinfo kommt künftig eine neue Rubrik mit wichtigen Projekten und Entwicklungen mit rein. Das und die Informationskästen in unseren Ortsteilen werden auch wieder regelmäßig mit den aktuellen Informationen bestückt.

Gleichzeitig haben wir mit den neu geschaffenen Stadtteilgesprächen bewusst den persönlichen Austausch gesucht. Die Beteiligung und die Vielzahl der Anregungen haben uns auf alle Fälle gezeigt, wie wichtig diese Gespräche sind. Deshalb werden wir sie natürlich auch fortsetzen. Mein Ziel ist klar: Rathaus, Politik und Bürgerschaft sollen einfach näher zusammenrutschen.

Beim Thema Wohnraum und Stadtentwicklung haben wir angefangen, ein wichtiges Thema anzupacken. Die Frage: Wie wird sich Waldkraiburg in den kommenden Jahren entwickeln? Unser Stadtentwicklungskonzept (das ISEK) bleibt dabei das zentrale Leitbild. Gleichzeitig müssen wir es aber an die neuen Rahmenbedingungen anpassen. Beispielsweise bei der Wärmeplanung, bei der Klimaanpassung und natürlich auch beim Hitzeschutz. Parallel dazu wollen wir natürlich auch die neuen Möglichkeiten für schnelleres und effizienteres Bauen konsequent nutzen. Der Stadtrat wird sich deshalb in einer der kommenden Sitzungen mit dem sogenannten Bauturbo befassen und darüber beraten und auch entscheiden, welche der neuen Möglichkeiten wir für Waldkraiburg sinnvoll und verantwortungsvoll einsetzen können. Und genau auf dieser Grundlage kann dann unser Referent für Umwelt und Stadtentwicklung anschließend einen Arbeitskreis initiieren, der sich mit der konkreten Umsetzung und den weiteren Möglichkeiten für unsere Stadt beschäftigt. Dabei müssen wir die richtigen Weichen stellen. Verfahren sollen dort natürlich beschleunigt werden und auch vereinfacht werden, aber nur da, wo es auch sinnvoll ist, ohne dabei die geordnete Stadtentwicklung aus dem Blick zu verlieren. Unser Ziel ist keinesfalls Wachstum um jeden Preis. Unser Ziel ist gesteuertes und behutsames Wachstum. Wir wollen neuen Wohnraum ermöglichen und sinnvolle Bauprojekte schneller voranbringen.

[schnauben] Gleichzeitig müssen allerdings auch die Straßen, die Schulen, die Kindertagesstätten und die übrige Infrastruktur mit dieser Entwicklung Schritt halten können. Beschleunigung und eine geordnete Stadtentwicklung dürfen deshalb kein Widerspruch sein.

Bei der Wirtschaft und bei den Arbeitsplätzen waren in den ersten Wochen meine Gespräche mit der heimischen Wirtschaft ganz entscheidend. [schnauben] Ich habe zahlreiche Unternehmensvertreter, Vertreter des Handwerks und die Aktionsgemeinschaft getroffen und dabei vor allem eines gemacht: Ich habe zugehört. Was beschäftigt unsere Betriebe, welche Hindernisse gibt es, welche Entwicklungsmöglichkeiten gibt's und was kann die Stadt konkret dazu beitragen? Das war eine Erkenntnis, die zieht sich durch viele dieser Gespräche: Die Unternehmen brauchen einen verlässlichen Ansprechpartner und eine Stadt, die zuhört, erreichbar ist und Probleme ernst nimmt. Und genau das möchte ich sicherstellen. Weitere Unternehmensgespräche sind bereits vereinbart oder in Planung. Dieser Austausch wird kein Programm für die ersten 100 Tage sein, sondern das wird dauerhaft fortgeführt. Natürlich, denn eine starke heimische Wirtschaft bedeutet unsere Arbeitsplätze, unsere Ausbildungsplätze, Gewerbesteuereinnahmen und natürlich auch Zukunftsperspektiven für unsere Stadt.

Bei der Innenstadt und beim Stadtleben: Bei der Belebung der Innenstadt haben wir in den ersten Wochen auch einiges getan. Wir haben Gespräche mit der Aktionsgemeinschaft geführt, mit der Gastronomie, mit den Vereinen und weiteren Beteiligten. Dafür ist eins für mich sehr deutlich geworden: Eine lebendige Innenstadt kann die Stadt alleine nicht mehr schaffen. Sie entsteht dort, wo viele Menschen gemeinsam etwas auf die Beine stellen. Deshalb wollen wir auch künftig ein verlässlicher Partner für Veranstaltungen, Vereine, Gastronomie und neue Ideen sein. Für 2027 z.B. planen wir wieder das Sommerfest durch die Stadt. Mein Wunsch ist natürlich jetzt wieder auf dem Stadtplatz, ist klar, aber das Ganze mit einem erweiterten Konzept und gemeinsam mit den Vereinen. Auch der Christkindlmarkt soll heuer wieder auf dem Stadtplatz sein und damit mitten in die Innenstadt zurückkehren. Gleichzeitig wollen wir ihn mit neuen Ideen auch weiterentwickeln und attraktiver machen.

Eine konkrete Verbesserung für unsere Gastronomie haben wir bereits umgesetzt. Auf meinen Antrag hin hat der Stadtrat beschlossen, die Sperrstunde für die Außengastronomie in der Innenstadt bis Ende September auf 23 Uhr festzulegen. Da ist natürlich meine große Bitte auch an die Anwohner und an die Beteiligten: Punkt a) An die Gastronomen: Haltet euch jetzt auch an diese Stunde Verlängerung. Und an die Anwohner bitte ich um Verständnis, denn das soziale Leben, die Temperaturen, alles hat sich ein bisschen geändert. Und ich möchte einfach diesen Wohlfühlfaktor in Waldkraiburg und dieses gemeinsame abendliche Beieinandersitzen dadurch auch fördern.

Auch mit „Waldkraiburg bleibt fit“ ist uns gemeinsam mit der Verwaltung, mit den Vereinen, mit Institutionen und den Sponsoren ein neues Angebot entstanden. Denn jeden Donnerstag gibt's im Stadtpark ein kostenloses Sportangebot für alle. Und die Resonanz zeigt uns, dass dieses Format sehr gut angenommen wird.

Gleichzeitig beschäftigen wir uns aber auch, wie besprochen, mit dem Leerstand in unserer Innenstadt. Die Gewerbeflächen haben wir erfasst, die leer stehen. Erste Eigentümergespräche haben auch stattgefunden, aber dabei müssen wir auch realistisch sein: Nicht jede leer stehende Immobilie steht tatsächlich für eine Vermietung oder einen Verkauf zur Verfügung. Trotzdem bleiben wir im Gespräch und suchen parallel nach Möglichkeiten, Start-ups und neue Geschäftsideen für Waldkraiburg zu gewinnen. Aber das wird natürlich auch Zeit brauchen. Aber wir haben damit angefangen und bleiben am Ball. Wir wollen das Ganze wieder attraktiver gestalten.

Zum Thema Sauberkeit, Sicherheit und Ordnung: Viele sichtbare Maßnahmen haben wir in dem Bereich angestoßen. Gemeinsam mit dem Abfallwirtschaftsamt in Mühldorf entwickeln wir derzeit einen digitalen Mängelmelder. Künftig sollen Bürgerinnen und Bürger beispielsweise Müllablagerungen, defekte Beleuchtung oder Vandalismus unkompliziert digital melden können. Parallel erfassen wir sämtliche öffentlichen Mülleimer. Zusätzliche Abfallbehälter werden beschafft, wo sie nötig sind, vorhandene Mülleimer besser sichtbar gemacht und die Parkbänke gereinigt und gestrichen. Und die Reinigung der öffentlichen Plätze wurde deutlich intensiviert. Wilde Müllablagerungen werden konsequent beseitigt, bekannte Problemstellungen erfasst und Verursacher, soweit bekannt, zur Beseitigung auch aufgefordert. Seit Juli können Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer außerdem kostenlos Hundekotbeutel im Rathaus abholen, wenn sie nicht an eine der zahlreichen Dogstations in den Parks herankommen, sodass auch beseitigt wird, dass hier ein Mangel an Hundekotbeuteln entsteht.

Besonders freut mich aber das ehrenamtliche Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger, weil manche Menschen Patenschaften übernehmen, Parkbänke pflegen oder uns bei der Gestaltung von Bushaltestellen unterstützen. Genau dieses Miteinander brauchen wir. Und ab September starten zudem wieder Aktionstage zum Thema Müll in den Kindergärten – wir fangen schon sehr früh an – sowie weitere Müllsammelaktionen im Stadtgebiet. Die sind geplant und sollen hier auch wieder helfen, unsere Innenstadt sauberer oder auch unsere ganze Stadt etwas sauberer zu machen. Gemeinsam schaffen wir das wieder.

Und auch beim Thema Sicherheit wurden erste Maßnahmen umgesetzt: Am Bahnhof wurde eine Videoüberwachung installiert. Weitere mögliche Standorte werden geprüft, aber es ist nicht immer ganz einfach, man kann nicht überall eine Videoüberwachung installieren. Unser Anspruch ist einfach, dass Waldkraiburg Schritt für Schritt sauberer, gepflegter und natürlich auch wieder sicherer wird.

Bei Kinder, Jugend und Betreuung haben wir einen wichtigen Schwerpunkt gesetzt. Unsere Kinder und Jugendlichen sind uns wichtig und in den vergangenen Wochen haben wir intensive Gespräche mit Schulleitungen, Trägern und Leitungen unserer Kindertageseinrichtungen geführt. Gleichzeitig haben wir Betreuungskapazitäten und Bedarfe umfassend erfasst und auf dieser Grundlage erarbeitet die Verwaltung nun ein nachhaltiges Kinderbetreuungskonzept für Waldkraiburg. Wir wollen nicht erst reagieren, wenn Plätze fehlen. Wir wollen möglichst früh wissen, welche Bedarfe entstehen und wie wir Familien langfristig eine verlässliche Betreuung anbieten können.

Gleichzeitig zu den Kleinsten wollen wir auch den jungen Menschen mehr Mitsprache ermöglichen. Gemeinsam mit dem neu gewählten Jugendparlament soll deshalb eine Art Jugendforum entstehen. Das JuPa erarbeitet hierzu gemeinsam mit der Verwaltung und unserem Jugendreferenten ein Konzept. Junge Menschen sollen nicht nur gefragt werden, wenn es ausdrücklich um Jugendthemen geht. Ihre Ideen und ihre Perspektiven gehören zur Entwicklung unserer gesamten Stadt.

Bei der Infrastruktur und Mobilität gehen wir ziemlich pragmatisch vor. Die vorgesehenen Maßnahmen werden auf Grundlage des Verkehrsentwicklungsplans Schritt für Schritt abgearbeitet. Dabei geht's um bekannte Gefahrenstellen, um Rad- und Fußwege, insbesondere aber natürlich um die Sicherheit unserer Schülerinnen und Schüler. Ein aktueller Schwerpunkt ist die Prüfung und Ausweisung von LKW-Parkverboten, das in Waldkraiburg mittlerweile auch ein großes Thema geworden ist. Auch die Planung zur Ortsumfahrung Pürten wird von uns weiter konstruktiv begleitet und transparent unterstützt. Hier muss ich auch sagen: Nicht jede Verkehrsanfrage lässt sich kurzfristig lösen. Entscheidend ist aber, dass wir Probleme systematisch aufnehmen und dort handeln, wo Verbesserungen möglich sind.

Bei Klima, Energie und Stadtgrün setzen wir ebenfalls auf konkrete und umsetzbare Schritte. Die Errichtung öffentlicher Trinkwasserbrunnen wird derzeit geprüft und für einen Standort konnten wir bereits einen Sponsor gewinnen, der den erforderlichen Eigenanteil zu der Förderung übernimmt. Für einen weiteren Standort suchen wir noch Unterstützung. Auch das Leitbild unserer Stadt im Grünen wollen wir weiter stärken. Jährlich sollen Obstbäume und weitere Bäume im Stadtgebiet gepflanzt werden. Dabei können sich natürlich auch Bürgerinnen und Bürger beteiligen, indem sie geeignete private Grundstücke für Pflanzungen zur Verfügung stellen. Die Ausbaupläne zu unserer Geothermie werden zudem transparent durch unsere Stadtwerke kommuniziert und auf deren Homepage einsehbar sein.

Haushalt und Prioritäten: Ein Thema möchte ich ganz besonders offen ansprechen – unseren angekündigten Kassensturz und die langfristige Prioritätenplanung. Mein Ziel war es ja, in den ersten 100 Tagen einen vollständigen Gesamtplan vorzulegen. Dieses Ziel haben wir in dieser Form nicht erreicht. Die Aufarbeitung der finanziellen Situation sämtlicher laufender Projekte, Investitionen und Verpflichtungen ist deutlich umfangreicher als zunächst angenommen. Hinzugekommen sind natürlich auch Entwicklungen, die bei einer seriösen Planung berücksichtigt werden müssen. Ich habe mich deswegen bewusst dagegen entschieden, nach 100 Tagen einen Plan vorzulegen, von dem wir wissen, dass er kurze Zeit später wieder korrigiert werden müsste. Für mich gehört das auch zur Transparenz: offen zu sagen, wenn etwas länger dauert. Im September findet nämlich eine Haushalts- und Strategieklausur mit den Stadträten statt. Dort werde ich die Gesamtsituation vorstellen. Gemeinsam werden wir beraten, welche Projekte Priorität haben und was wir uns in den kommenden Jahren auch finanziell leisten können und wollen. Anschließend wird diese Planung selbstverständlich auch der Öffentlichkeit vorgestellt. Mein Anspruch bleibt eine solide, nachvollziehbare und langfristige Finanzplanung, die Waldkraiburg handlungsfähig hält.

Dann kommen wir zu unseren Ortsteilen. Zum Abschluss möchte ich einen Bereich ansprechen, der mir persönlich besonders wichtig ist. Das sind unsere Ortsteile. Sie gehören selbstverständlich zu Waldkraiburg und sollen künftig noch stärker sichtbar werden. Ab Oktober bekommen die Ortsteile auch einen festen Platz in der Stadtinfo. Dort wollen wir ihre Geschichte vorstellen, aber ebenso Veranstaltungen, Termine und aktuelle Themen veröffentlichen. Auch auf der neuen Internetseite erhalten die Ortsteile einen eigenen Bereich.

Mit unseren Freiwilligen Feuerwehren haben wir bereits Gespräche geführt. Die Anliegen der einzelnen Standorte – wir haben ja vier Freiwillige Feuerwehren – fließen jetzt in ein Gesamtkonzept ein für den langfristigen Erhalt und die bedarfsgerechte Entwicklung unserer Feuerwehrhäuser und ihrer Infrastruktur. Ein kleines, aber für mich wichtiges Zeichen war in diesem Jahr auch die Bierprobe zum Volksfest, die wir in Pürten durchgeführt haben. Ich stelle mir vor, sie soll künftig jedes Jahr in einem anderen Ortsteil stattfinden. Das ist mir ein Anliegen, denn unsere Ortsteile sollen nicht nur mitgemeint sein, sie sollen sichtbar dazu gehören.

Und jetzt bleibt mir eigentlich nur noch ein Fazit zu ziehen nach den ersten 100 Tagen. Wenn ich auf die ersten 100 Tage zurückblicke, dann sehe ich vor allem eins: Wir haben begonnen, viele Dinge gleichzeitig in Bewegung zu bringen. Nicht jedes Projekt ist nach den ersten 100 Tagen abgeschlossen. Das wäre auch kein seriöser Anspruch. Aber bei vielen Themen sind die ersten konkreten Schritte gemacht: mehr Transparenz, mehr Bürgerdialog, eine intensivere Wirtschaftsförderung, neue Impulse für die Innenstadt, Maßnahmen für Sauberkeit und Sicherheit, eine strategische Planung der Kinderbetreuung, Verbesserungen bei Mobilität und Infrastruktur, mehr Aufmerksamkeit für Klima und Stadtgrün und eine stärkere Einbindung unserer Ortsteile. Und dort, wo Ergebnisse noch ausstehen, sagen wir auch ganz offen, wie der Stand ist und wie es weitergeht.

Für mich waren die ersten 100 Tage deshalb vor allem eines: der Start einer gemeinsamen Arbeitsphase für Waldkraiburg. Ich möchte eine Stadtverwaltung, die zuhört, erklärt und handelt. Ich möchte einen konstruktiven Dialog mit dem Stadtrat, auch dort, wo es unterschiedliche Meinungen gibt. Und ich möchte, dass die Bürgerinnen und Bürger wissen, was wir tun, warum wir es tun und wo wir dabei gerade stehen. Wir werden nicht jedes Problem von heute auf morgen lösen können, das wird nicht funktionieren. Aber wir können jeden Tag dran arbeiten, Waldkraiburg ein Stück besser zu machen.

Dabei gilt für mich auch weiterhin der Grundsatz, dass wir es gemeinsam schaffen: gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern, gemeinsam mit den Vereinen und Ehrenamtlichen, gemeinsam mit der Wirtschaft, gemeinsam mit der Verwaltung und natürlich gemeinsam mit dem Stadtrat. Die ersten 100 Tage waren dazu ein Anfang. Jetzt geht's darum, aus den begonnenen Projekten konkrete und nachhaltige Ergebnisse für Waldkraiburg zu machen. Das ist unser Anspruch und mein Anspruch. Danke dafür. Das war mein Statement zu den ersten 100 Tagen.

Ich bin die Punkte extra so durchgegangen, wie sie auch im 100-Tage-Blatt drinstehen, damit man es auch ein bisschen vergleichen kann, wenn man es gegenüberstellt. Ich glaube, wir sind gut dabei, aber man muss auch sagen: Die Entwicklung in Waldkraiburg geht sehr, sehr rasch voran. Die Problemstellungen sind noch deutlich mehr geworden und deshalb die Planung mit dem Stadtrat gemeinsam. Wir müssen uns zusammensetzen, ganz offen diskutieren, wo der Weg hingehen soll, um einfach auch gemeinsam nach außen – und das ist mir auch sehr, sehr wichtig – als Stadtrat dazustehen und zu sagen: Das haben wir beschlossen, das setzen wir um.

Ich glaube, dass die Zeit jetzt endgültig vorbei ist, in der keine Entscheidungen fallen. Wir haben die Zeit nicht mehr. Vielleicht muss – ja, es wird noch mal schlimmer, bevor es besser wird. Es wird so sein. Aber wir haben nicht mehr viele Optionen, und wenn die Optionen mal ausgehen, dann muss man definitiv handeln. Und das möchte ich gemeinsam mit dem gesamten Stadtrat machen, mit meiner Verwaltung machen, sodass wir im Ausstand sind, wo man wirklich mit ruhigem Gewissen sagen kann: Wir haben versucht, das Optimale rauszuholen an Lösungen, an Ansätzen. Und dazu müssen wir die Bürger und alle mitnehmen – Bürgerinnen und Bürger, alle, die wir brauchen, um auch um Verständnis zu bitten, aber auch zu erklären, warum wir das machen und wie wir die Entwicklung sehen. Das ist ein ganz entscheidender Faktor und nur so kann es funktionieren.

Es waren 100 anstrengende Tage, die mich oft an den Rand der Leistungsfähigkeit gebracht haben, aber ich habe meinen Mut keineswegs verloren und bin immer noch voller Energie, um gemeinsam mit allen für Waldkraiburg das Beste rauszuholen und zu entwickeln. Das ist mein Ziel und dafür habe ich mich hingestellt. Und ich glaube, wir sind auf dem richtigen Weg, wenn alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Das ist die Entscheidung.

Absolut. Mhm.

Ja, man muss ja auch ehrlich sagen – die Susanne König hat da die Gegenüberstellung auch da, die kriegen Sie auch noch zugeschickt: Es ist ja wirklich nur das, was in dem 100-Tage-Programm gestanden ist. Aber es ist ja noch so viel, was schon gelaufen ist oder läuft, was gar nicht da drin steht. Also es waren wirklich 100 sehr, sehr intensive Tage.

Ja, es waren natürlich viele Überschneidungen zum 100-Tage-Programm aus der täglichen Arbeit. Aber die tägliche Arbeit mit den Sitzungen, mit Besuchen, mit Veranstaltungen – ja, die gehören auch dazu. Und ich glaube, es ist relativ unfair, wenn mir vorgehalten wird, der Bürgermeister ginge lieber auf Veranstaltungen, als dass er sich um seine Stadt kümmert bei einem 12- bis 14-Stunden-Tag. Und das lasse ich einfach so stehen. Eigentlich will ich es gar nicht kommentieren, weil ich sage: Ich weiß, was wir leisten, alle gemeinsam, was wir auch einbringen an Zeit und Ehrgeiz. Deswegen sieht man draußen vieles nicht, was hinter verschlossenen Türen passiert, was im Rathaus passiert, was in unseren Sitzungen und Treffen passiert, wo wir drüber diskutieren. Wir diskutieren ja auch intern über unseren Weg, den wir eingeschlagen haben: Ist es das Richtige bei der neuen Problemstellung? Das ändert sich ja laufend. Ja, und deswegen ist es so schwierig und du musst manchmal so schnell reagieren auch auf neue Situationen, dass du sagst: „Oh, jetzt muss ich meine Prio verschieben, tut mir leid.“

Also wir wissen ja, es gibt keinen schlimmeren Gegner als die Zeit. Damit müssen wir leben. Das haben wir uns selber nicht ausgesucht, aber wir wussten, was auf uns zukommt, und jetzt heißt es: Ärmel hochkrempeln und machen.

Aber wir wussten nicht alles.

Nein, ich glaube, vieles ist noch neu dazu gekommen.

Ja, es ist... und vieles wussten auch die alten Stadträte nicht richtig. Es gibt deswegen auch diverse Sitzungen extra mal, wo man sagt: „Mensch Leute, ich muss jetzt die Information nach draußen geben.“ Da gibt's mal eine Fraktionssprechersitzung außerordentlich, wo man sagt: „Okay, gebt das bitte in eure Fraktionen mit rein, dass ihr zumindest mal die Grund-Info habt.“ Dafür stehe ich mit Transparenz. Also dass nicht überhastet irgendwas passiert, sondern wenn ich Fakten habe, dass ich sage: „Lieber Stadtrat, das solltet ihr jetzt wissen, um nicht vielleicht abzubiegen in eine Richtung, wo ich sage: Leute, das funktioniert jetzt nicht. Ich brauche euch jetzt bei dem Thema, ich brauche die Unterstützung jetzt da. Ich brauche auch eure Ideen und eure Meinungen zu unseren Vorschlägen.“ Das ist so. Also das ist die Arbeitsweise, wie ich sie mir vorstelle, und ich glaube, das ist die richtige. Ich akzeptiere aber immer andere Meinungen. Bloß manchmal gefällt mir meine am besten.

So soll es auch sein, oder nicht?

183 Zangberg wiedereröffnet Sportplatz nach umfangreicher Sanierung 9:15 Play Button ungewählt
Anders als weite Teile des nördlichen Randes des Inntals ist das Gelände entlang der Isen kein gewachsener Kiesgrund sondern eher ein Moor. Das wissen Autofahrer, die von Ampfing Richtung Salmanskirchen fahren genauso gut wie die, die von Ampfing nach Zangberg unterwegs sind. Beide Straßen müssen immer mal wieder saniert werden weil sich ihr Untergrund stellenweise gesetzt hat.
Nicht anders ergeht es dem Sportplatz in Zangberg. Der Fußballplatz dort war schon so uneben, dass sich die Verantwortlichen der Spielvereinigung Zangberg schon beinahe für ihren Platz geschämt haben wenn Mannschaften zu Heimspielen angereist sind.
Die Grundlage für eine tiefgreifende Sanierung hat vor über einem Jahr die Verlängerung des Pachtvertrages um 10 Jahre geschaffen, berichtete uns Bürgermeister Georg Auer der aber erst mal für ein Gespräch nicht zur Verfügung gestanden ist.
Der stand nämlich in der Alt-Herren-Mannschaft der Spielvereinigung auf dem Platz, die sich gegen ihre eigene B-Jugend doch arg hatte wehren müssen. Mei – Potential steckte da schon in der AH, war doch der Bürgermeister selbst Teil der Buchbacher Mannschaft, die 75 Mal hintereinander nicht verloren und damit den Weg in die Regionalliga geebnet hat, in der sie jetzt auch schon 11 Jahre spielen.
Potential hin oder her, nach 30 Minuten je Halbzeit war aber dann doch Schluss mit lustig. (O-Ton 46)
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Wie geht’s jetzt weiter? (O-Ton)
Bevor es soweit war haben wir uns den Platz angeschaut, den die vielen ehrenamtlichen Helfer ganz abgegraben und neu aufebaut haben. Sie haben zudem eine Bewässerungsanlage installiert und einen Ballfangzaun auf der Westseite gebaut. Schämen braucht sich Vorstand Armin Märkl jetzt wirklich nicht mehr wenn Gäste kommen.
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Das Eröffnungsspiel bestritten hat dann die Spielgemeinschaft Zangberg 1 /Ampfing 2 gegen die erste Mannschaft des SV Oberbergkirchen. Die Heimmannschaft in weiß-grauen Trikots und die Gäste ganz in rot. Das Spiel geleitet hat Franz Romig.
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Bevors losging übergab Vorstand Armin Märkl den sanierten Platz wieder seiner Bestimmung. (O-Ton)
Und Bürgermeister Georg Auer… (O-Ton)
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Der Klassenunterschied hat sich dann aber gleich bemerkbar gemacht. Obwohl sich die Gastgeber ordentlich bemüht haben, hat sich die erste Hälfte doch eher in ihrer Hälfte zugetragen. Trotzdem ist ihnen im ersten Durchgang nur ein Tor gelungen. Das ließ bei den Optimisten schon Hoffnung auf einen Heimsieg aufkeimen während die Realisten vor der Kondition der Gäste gewarnt haben, denen die Hausherren nicht gewachsen waren…
So ist es dann auch gekommen: Matthias Greimel hat in der 56., der 61. und der 80. Minute getroffen und den Zähler auf 0:4 gestellt. Die Oberbergkirchner hatten’s also wirklich ernst gemeint.
Das hat aber auch Nicolas Fritsche von den Gastgebern, der eine Unachtsamkeit in der letzten Minute für den Anschlusstreffer eiskalt ausgenutzt hat! (O-Ton)
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Damit hat’s Franz Romig aber bewenden lassen und die Partie abgepfiffen.
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Die Hausherren hatten da schon den Grill angeworfen und Halsgrat und Würstl fertig gehabt. Mit dem Freibier hat sich der Verein bei allen fleißigen Helfern und ihren Gästen herzlich bedankt. (O-Ton )
Klar, dass da große Freude über die gelungene Sanierung des Platzes geherrscht hat. Auch wenns im Vereinsheim noch einiges zu tun gibt. Aber das steht dann schon nächstes Jahr an.

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