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Zum Welt-Sepsis-Tag 2026: Ein Gespräch mit Kreisklinik-Oberarzt a. D. Timm Büttner |
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11.09.26 |
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Tim, das, das Thema Sepsis wird in der Öffentlichkeit immer präsenter. Da- deswegen gibt es auch am kommenden Sonntag den internationalen Sepsis-Tag. Ähm, warum? Was ist Sepsis eigentlich genau?
Die Sepsis ist eine Erkrankung, bei der sich das Immunsystem unseres Körpers gegen den Körper selbst richtet. Sepsis ist immer eine Reaktion auf eine Infektion [räuspert sich] und im Normalfall ist unser Körper ja sehr gut darin, Infektionen zu bekämpfen. Das heißt, die Infektion wird am Ort ihres Entstehens eingegrenzt und vom Immunsystem unseres Körpers bekämpft, so lang, bis sie besiegt ist. Es kann aber vorkommen, dass diese Eingrenzung auf den Ort der Entstehung nicht gelingt, dass sich die Krankheitskeime, Bakterien, Viren, Pilze im Körper ausbreiten. Und dann kommt es zu einer überschießenden Reaktion unseres Immunsystems, die völlig unkontrolliert abläuft und schlussendlich unsere eigenen Organe angreift und so schädigt, dass es über das Organversagen zum Tod kommt. Eine unbehandelte Sepsis führt fast immer zum Tode.
Mhm. Gibt's da Risikogruppen dafür oder kann das jeden treffen? Eine Sepsis kann grundsätzlich jeden treffen. Niemand ist davor gefeit. Und bei jungen, völlig jungen, gesunden Menschen gibt es katastrophale Verläufe, die, wenn sie nicht todlich, tödlich ausgehen, [räuspert sich] zu Amputationen führen können und zu schwersten Langzeitschäden. Aber natürlich gibt es Risikogruppen, in denen die Sepsis häufiger ist. Äh, das sind grundsätzlich alle Menschen, deren Immunsystem auf die eine oder andere Weise, ich will nicht sagen beschädigt, aber nicht mehr, nicht mehr so ganz auf der Höhe ist. Das sind vor allen Dingen alte Menschen. Das sind Menschen mit chronischen Erkrankungen, vor allen Dingen des Herzens, der Lunge. Diabetes ist eine sehr, äh, kritische Erkrankung in dem Zusammenhang. Äh, aber es betrifft zum Beispiel auch Schwangere, es betrifft Wöchnerinnen, es betrifft Neugeborene. Es gibt also eine hohe Sterblichkeit, gerade bei den alten chronisch kranken Menschen. Aber es gibt auch eine relativ hohe Sterblichkeit bei den Neugeborenen.
Jetzt hast du mich wirklich neugierig gemacht. Wie kann man denn erkennen oder wie kann man, woran äußert sich eine Sepsis? Wie kann man das feststellen, dass es eine Sepsis ist? Gut, am Anfang einer jeden Sepsis steht eine Infektion. Das sind meistens, äh, Infektionen der Atemwege, Infektionen der Harnwege, äh, oder auch Infektionen im Bauchraum, die ambulant entstehen. Ja, denn auch das muss gesagt sein, äh, die Sepsis wird zwar immer im Krankenhaus so richtig erkannt und behandelt, aber tatsächlich sind über achtzig Prozent aller Sepsisfälle ambulant erworben. Das heißt, die Infektion hat sich zu Hause entwickelt und, äh, erst wenn's eben dann in Richtung Sepsis geht, kommen die Menschen ins Krankenhaus.
Wie kann man es erkennen? Also natürlich ist nicht jede Infektion eine Sepsis, aber eine Infektion, die sich weiterentwickelt, die schwerer wird, äh, hat Symptome, die dann schon dazu führen sollten, dass man, äh, den Patienten einem Arzt vorstellt oder in die Klinik bringt. Schneller Puls, schnelle Atmung sind häufige Symptome einer Infektion, einer schwereren Infek..., einer schweren Infektion. Ja, wenn die Atem, die Atemfrequenz über zwanzig in der Minute ist, das kann man ja leicht auszählen, äh, dann ist das schon ein Hinweis auf 'ne schwere Infektion. Äh, genauso hohe Pulsfrequenzen, eine, eine Pulsfrequenz über hundert, wenn man sich nicht angestrengt hat, ist ein wichtiges Zeichen dafür, dass irgendwas nicht stimmt. Ähm, Fieber ist ein häufiges Symptom, aber muss man dazu sagen, Fieber muss nicht sein. Also man, man kann eine Infektion nicht daran, dadurch ausschließen, dass man sagt, äh, "Hab kein Fieber, ist nix."
Mhm. Ähm, ist es vermeidbar?Eine, die Sepsis selbst lässt sich dadurch vermeiden, dass man Infektionen vermeidet nach Möglichkeit. Und das ist natürlich schon möglich. Äh, nicht immer, das wissen wir, aber viele Infektionen lassen sich vermeiden durch hygienische Maßnahmen, allgemeine Hygiene, Körperhygiene, Händehygiene. Äh, Impfungen sind ganz wichtig, ja, vor allen Dingen, äh, für ältere Menschen oder kranke Menschen ist es wichtig, die empfohlenen Impfungen auch wirklich wahrzunehmen, sei das Grippe, sei es, äh, Covid, sei es, äh, Herpes Zoster und so weiter und so weiter. Alles Infektionen, die bei alten Menschen häufig sind und auch immer noch häufig zum Tode führen. Vor allen Dingen, wenn man überlegt, die Grippe fordert jedes Jahr immer noch fünftaus, um die fünftausend Tote in Deutschland. Ja, das, äh, hat man so nicht aufm Schirm, aber es ist so. Aber es gibt natürlich absolute Alarmsymptome, die dazu führen müssen, dass man wirklich sofort tätig wird und den Rettungsdienst ruft. Dazu gehört eine neu aufgetretene Verwirrtheit, äh, vor allen Dingen bei alten Menschen ist das häufig das erste Symptom, das auffällt. Der Mensch ist ganz anders als gestern oder noch vor einer Stunde, denn diese Verwirrtheit kann sich rasend schnell entwickeln, ja. Eine Sturzneigung, die vorher nicht da war, ist ein ganz, äh, äh, auffälliges Symptom. Und vor allen Dingen, wenn die Patienten selbst, die Menschen selber sagen: "Ich fühle mich so krank wie noch nie. Ich hab Schmerzen am ganzen Körper und war in meinem Leben noch nie so krank." Dieses subjektive Krankheitsempfinden, das wird gerne abgetan. Das kann man nicht messen, aber das ist ein ganz, ganz wichtiges Symptom für eine Sepsis. Und da sollten wirklich die Alarmglocken läuten. Und dann muss man sofort ins Krankenhaus.
Das heißt, zumindest 'n Arzt holen und der sollte dann, äh, wenn die anderen Symptome entsprechend auch sind, äh, die sofortige Krankenhauseinweisung fahren lassen. Tatsächlich geht es dann schon auch um Stunden. Also ich hab in meiner Zeit hier in der Klinik sehr viele Fälle gesehen, wo sich eine Sepsis ausgehend zum Beispiel von einer Blaseninfektion innerhalb weniger Stunden zum schwersten Krankheitsbild mit Schock und Kreislaufversagen entwickelt hat. Und da muss man auch wirklich schnell behandeln, um das wieder in den Griff zu bekommen.
Jetzt, wenn's jemanden erwischt hat, äh, kann man das komplett heilen oder bleibt da was zurück? Das hängt ganz vom Verlauf der Sepsis an. Auch hier gilt wieder: Je früher die Behandlung einsetzt und, äh, je konsequenter die Behandlung durchgeführt wird, umso besser sind die Aussichten auf eine komplette Heilung. Tatsächlich ist es aber so, dass bis jetzt etwa drei Viertel aller Überlebenden Langzeitfolgen haben. Das heißt, äh, in den, innerhalb des nächsten Jahres nach Entlassung aus dem Krankenhaus neue Krankheitssymptome entwickeln, ja, und ein nicht unbeträchtlicher Teil verstirbt noch im Jahr nach der Krankenhausentlassung. Insgesamt, äh, sind die Zahlen für die Sepsis, ich möcht schon sagen erschreckend. Äh, in Deutschland schätzt man, ganz vorsichtig geschätzt, mit mindestens dreihundertzwanzigtausend Fällen pro Jahr, von denen mindestens fünfundachtzigtausend dann auch unmittelbar zum Tode führen, noch in der Klinik. Äh, modernere Schätzungen gehen allerdings von viel, viel höheren Zahlen aus, äh, nämlich von um die hundertvierzigtausend Toten jedes Jahr in Deutschland. Es sind so große Zahlen, aber, ähm, wenn man's runterbricht, dann kann man sich überlegen, während wir hier sprechen, stirbt alle drei bis fünf Minuten ein Mensch an der Sepsis in Deutschland. Und das find ich schon sehr, sehr viel.
Und wie sind die Überlebenschancen? Die Überlebenschancen hängen in erster Linie davon ab, dass die Sepsis rechtzeitig erkannt wird und dann natürlich behandelt wird. Wenn eine Sepsis frühzeitig und konsequent behandelt wird, dann sind die Überlebenschancen recht gut. Das hängt auch ein bisschen davon ab, äh, was der Ausgangspunkt der Infektion ist. Aber grundsätzlich kann man sagen, je früher die Infektion als solche behandelt wird, beziehungsweise die Sepsis erkannt wird, umso besser sind die Überlebenschancen. Kann man irgendwie vorbeugen? Vorbeugend haben wir schon gesagt: Hygiene, Impfungen, äh, im Winter in großen Menschenansammlungen die Maske tragen. Wir haben in der COVID-Zeit gelernt, wie wichtig die Maske zur Vermeidung von Infektionen ist. Inzwischen, äh, ist es weitestgehend vergessen. Trotzdem kann man allen, vor allen Dingen Menschen in höherem Alter mit chronischen Erkrankungen empfehlen, in der Grippezeit eine Maske zu tragen. Sie schützt einen selber vor der Infektion. Natürlich, wenn man selber schon erkrankt ist und wenn's bloß ein Schnupfen ist, ein banaler Schnupfen, dann, äh, schützt es die anderen, wenn man selber die Maske trägt.
Dann hoffen wir, dass wir alle davor verschont bleiben. [lacht] Ja. |
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Ferienprogramm: Kunstverein Inn-Salzach und Rudolf A. Huber besprayen Schalthäuschen |
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Im Rahmen des Ferienprogramms in Waldkraiburg haben Kunstverein und Rudolf Huber und sein Team Jugendliche eingeladen, die Einrichtungen der Stadtwerke zu verzieren.
Aus Termingründen haben wir sie an einem Vormittag besucht, als sie gerade ein Schalthaus nahe des Waldbades für die Teilnehmer vorbereitet haben, die ihr Werk am Nachmittag fertigstellen sollten.
Gabi, Ihr habt diese Aktion mit Rudolf Huber initiiert. (O-Ton)
Rudolf Huber bemalt die Liegenschaften der Stadtwerke? (O-Ton)
Heute sind Jugendliche dran. (O-Ton)
Das macht ihr in der ganzen Stadt? (O-Ton)
Dann schaun wir uns das an. (O-Ton)
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Rudi, Gabi Röpke hat einen pädagogischen Hintergrund der Aktion erwähnt. Was beabsichtigt ihr? (O-Ton)
Dürfen die Teilnehmer machen was sie wollen oder gebt Ihr Motive vor? (O-Ton)
Die Stadtwerke ermöglichen Euch das an ihren Gebäuden? (O-Ton)
2023 hat Dich der Landkreis mit dem Kultur- und Kreativpreis ausgezeichnet. Wo kann man Deine Werke denn sehen? (O-Ton)
Die Unterführung in Ampfing ist ja auch von Dir. (O-Ton)
Und wo bist Du sonst noch überall aktiv? (O-Ton)
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Dann schaun wir uns einige Deiner Werke hier in Waldkraiburg an. |
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Tagesaktuelle Berichte vom Traditionsvolksfest in Mühldorf gibt's auf unserer Volksfest-Seite |
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