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Victoria Pöllmann Landkreis Mühldorf > Stadt Mühldorf >
Josef J. Pöllmann
Stadt Waldkraiburg > Neumarkt St. Veit > Gemeinde Ampfing > Stadt Altötting > Mühldorf-TV ist durch die BLM lizenziertes Lokalfernsehen
Josef J. Pöllmann ist Mitglied im Deutschen Presse Verband
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Das gab's 2026 bei Mühldorf-TV und bei Altötting-TV
Hier können Sie nachlesen, worüber wir in KW 03/2026 berichtet haben.
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Nr.
Thema LZ Archiv KW Ersch.
10 Bürgerversammlungen in Mühldorf mit Bürgermeister Michael Hetzl 03 23.01.26
11 Neujahrsempfang in Ampfing mit Ehrung verdienter Bürger 14:15 Play Button ungewählt
Penta-Sax sorgte schon beim Sektempfang vor dem Neujahrsempfang der Gemeinde Ampfing in der Schweppermann-Halle für die richtige Stimmung. Die Gemeinde hatte alle eingeladen, die das Leben prägen: Natürlich die Mitglieder des Gemeinderates, die Mitarbeiter des Rathauses, die Kommandanten und Vorstände der Feuerwehren, die Vorstände aller Vereine, die Leiter der Kindertagesstätten und der Grundschule sowie die Inhaber und Geschäftsführer der Ampfinger Unternehmen. Auch die Bürgermeister der benachbarten Gemeinden hatten es sich nicht nehmen lassen, dabei zu sein; nur Antonia Hansmeier aus Heldenstein war verhindert. Dafür war Landrat Max Heimerl gekommen, der später ein Grußwort sprechen sollte. Nicht dabei war auch Bürgermeister Sepp Grundner, der krank das Bett hüten musste. Ihn musste der zweite Bürgermeister Günther Hargasser entschuldigen, der die Gäste zum Neujahrsempfang willkommen hieß. Er wünschte allen Zuhörern ein gutes und erfolgreiches neues Jahr und freute sich über die vielen Wirtschaftsvertreter unter den Gästen. Später dazustoßen würde noch Pfarrer Florian Regner. Dieser Neujahrsempfang soll ein guter Start ins neue Jahr sein, meinte Günther Hargasser. Gemeinsam wolle man mit guten Gesprächen und dem Wunsch nach Frieden, Zusammenhalt und Gesundheit in dieses Jahr 2026 starten. So wollten die Gäste zwar zuhören und sich unterhalten lassen, später aber bei gutem Essen die Gemeinschaft und den Austausch genießen.

In seinem Rückblick erinnerte Günther Hargasser an besondere Errungenschaften des vergangenen Jahres: etwa an die Inbetriebnahme des Brunnens 5, der jetzt die Trinkwasserversorgung sichert, die Fertigstellung des Pump-Tracks und die Brücke nach Enzing. Ein Highlight war das Volksfest, das in seiner Neuauflage weitum für Anerkennung sorgt, und nicht zu vergessen die beiden 100-Jahr-Vereinsjubiläen, die das starke Vereinsleben in Ampfing gezeigt haben. Nach diesem erfolgreichen Jahr war er zuversichtlich, dass es 2026 in Ampfing genau so weitergehen wird – etwa mit dem Umzug der Bücherei, der Einweihung des Feuerwehrgerätehauses und des Zitzmerstadels sowie der Sanierung des Rathauses, die bereits begonnen hat und voraussichtlich zwei Jahre dauern wird. Hinzu kommen die Wärmeplanung und der eventuelle Bau einer Geothermie, wozu aktuell viele Gespräche laufen. Natürlich freut sich Ampfing auch wieder auf viele Veranstaltungen. Abschließend bat Günther Hargasser die Zuhörer, ihr staatsbürgerschaftliches Recht wahrzunehmen und am 8. März zur Wahl zu gehen. Das Volksfest wird sicher wieder toll, los geht es am 13. Mai mit dem Auszug, und vielleicht gibt es ja auch wieder das Dorffest Anfang August, wenn diesmal das Wetter mitspielt. Abschließend dankte Günther Hargasser allen Ehrenamtlichen in Vereinen, Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen. Für die Vorbereitung dieses Neujahrsempfangs dankte er Janine Killermann und Brigitte Dürnberger mit einer kleinen Aufmerksamkeit, bevor Pentasax wieder für musikalische Abwechslung sorgte.

Ein Neujahrsempfang ist eine gute Gelegenheit für eine Standortbestimmung, meinte Landrat Max Heimerl. Das konnte er für Ampfing nicht tun, ohne die Situation des Landkreises zu beleuchten. Anders als in der Vergangenheit, als die Amerikaner für unsere Sicherheit garantierten, müssen wir uns in der aktuell unsicheren Zeit mit ihren vielen von außen kommenden Veränderungen intensiver selbst um unsere Sicherheit kümmern. Wir haben uns auf günstige Energie aus Russland verlassen und auf den grenzenlos scheinenden Wachstumsmarkt China. Wie selbstverständlich schien uns die weltweite Technologieführerschaft zu sein. Vieles davon hat sich verändert, und diese Veränderungen haben Einfluss auf uns alle und natürlich auf unsere Unternehmen; Telefonhäuschen etwa braucht heute niemand mehr. Es stellt sich jetzt die Frage, wie gut es uns gelingt, uns auf diese Situation einzustellen. Max Heimerl stellte fest, wir haben uns einen Wohlstandsspeck angeeignet. Der deutsche Staat hat lange Genehmigungsverfahren eingeführt, die Kosten in die Höhe getrieben und vieles mehr, das unsere Konkurrenzfähigkeit gefährdet. Das hat Bundeskanzler Merz vielfach angeprangert. Jetzt müssen Lösungen her, die Deutschland schnell und dauerhaft wieder konkurrenzfähig machen. Auch wenn nicht alles schlimm ist, können wir selbst alles ändern. Da wir wissen, woran es hängt, müssen wir die bekannten Lösungen umsetzen, und da ist zuallererst der Bundestag gefordert.

Das gilt auch für den Landkreis Mühldorf, dessen Zukunft er sehr optimistisch sieht. Als Chancenlandkreis und als Aufsteigerregion erwartet uns starkes Wachstum. In den kommenden zehn Jahren soll der Landkreis noch einmal um 12 Prozent wachsen. Zuziehen sollen so viele Bürger, wie heute in Neumarkt-Sankt Veit und in Ampfing zusammen wohnen. Dieses Wachstum zu gestalten ist die Aufgabe der Kommunalpolitiker, die am 8. März gewählt werden. Vorrangig sah Landrat Heimerl drei Schwerpunkte: bezahlbarer Wohnraum, die Schaffung von Arbeitsplätzen, um die Wertschöpfung im Landkreis zu halten, und schließlich das Ehrenamt in den Vereinen so zu unterstützen, dass die Gesellschaft zusammenhält. Das Ehrenamt ist der soziale Kitt, der die Menschen zusammenhält, und so dankte Max Heimerl allen Ehrenamtlichen für ihr vorbildliches Handeln. Bei den Zuzüglern stellen die Flüchtlinge den geringsten Anteil; die meisten kommen durch eine innerdeutsche und eine europäische Wanderungsbewegung. Schon jetzt hat die Wirtschaft die Aufgabe, die Fachkräfte zu beschäftigen, die zu uns kommen. Auch das muss geregelt werden, genauso wie es gilt, die Bildung zu fördern, und zwar auf allen Ebenen, von der Förderschule bis zur Hochschule. Schließlich war es Landrat Heimerl wichtig, die Pflege zu stärken. Dazu wurden am Beruflichen Schulzentrum zwei weitere Pflegeschulen eingerichtet – in der Hoffnung, dass sie, wenn sie hier lernen, auch im Landkreis bleiben. Es gibt also gute Gründe, den Landkreis Mühldorf positiv zu sehen. Damit dankte Max Heimerl der Gemeinde Ampfing, dem Bürgermeister Sepp Grundner und allen anderen, die hier Verantwortung tragen. Sie alle machen gute Arbeit, und wir können optimistisch ins Jahr 2026 blicken. Vieles mehr ist auf gutem Weg, und dazu wünschte er allen Zuhörern ein gutes Jahr. Pentasax gab danach wieder Gelegenheit, über das Gehörte nachzusinnen.

Gewerbeverbandsvorsitzender Werner Witte dankte erst allen Mitgliedern des Verbandes und der Gemeinde Ampfing, die sie tatkräftig unterstützt. Die Unternehmen machen Ampfing so attraktiv, obwohl es viel kleiner ist als die Städte in der Umgebung. Hier kennen sich Anbieter und Kunden, die neben ihrer Ware auch noch ein Lächeln bekommen, was heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Gemeinsam stärken Unternehmen und Gemeinde die ganze Region, und das fördert auch der Gewerbeverband. Mit einer Webseite unterstützen sie das Wissen über die Angebote in Ampfing und wollen damit erreichen, dass derjenige es in Ampfing findet, der ein Produkt oder eine Leistung sucht. Präsent sind sie aber auch im „Gemeindeschreier“. Neu ist der „Ampfinger Gutschein“, der nicht nur so gestaltet ist, dass er in jedem Geldbeutel Platz findet, sondern den man jetzt auch online kaufen und damit überall bezahlen kann. Abschließend kündigte Werner Witte eine Reihe von Veranstaltungen an und forderte die Zuhörer auf, mit ihnen im Gespräch zu bleiben, um gemeinsam Verantwortung zu übernehmen und Ampfing voranzubringen.

Nach einer weiteren musikalischen Einlage ehrte Günther Hargasser zusammen mit dem dritten Bürgermeister Thomas Nagelmaier verdiente Bürger. Der Gemeinderat hatte dazu drei Personen ausgewählt. Frau Johanna Brock begleitet regelmäßig Senioren im Wohnheim Kursana. Sie vermittelt ihnen Teilhabe und nimmt ihnen die Einsamkeit. Das macht sie seit Jahrzehnten ohne großes Aufheben. Zum Dank dafür überreichte ihr die Gemeinde Ampfing die Ehrennadel und den Ehrentaler in Silber und gratulierte mit einem Blumenstrauß. Ebenfalls in der Seniorenarbeit aktiv ist Anna Engelmeier. Auch sie sorgt im Wohnheim Kursana für Kurzweil, indem sie mit den Bewohnern Karten spielt, meist natürlich Schafkopf und Watten. Mit ihrem Humor und ihrer Zuneigung gibt sie den Seniorenheimbewohnern ein Stück Heimat. Auch dafür dankte Günther Hargasser und überreichte ihr die Ehrennadel und den Ehrentaler in Silber. Der letzte Auszuzeichnende war Martin Marschmann, den Günther Hargasser mehr als die Hälfte seines Lebens kennt. Martin Marschmann hat mehr als 50 Jahre seines Lebens für die Feuerwehr in Stefanskirchen gegeben. Gesundheitlich schwer eingeschränkt nahm der Senior sichtlich gerührt die Laudatio entgegen. Früh in die Feuerwehr Stefanskirchen eingetreten, wurde er bereits am 1. Januar 1976 zum ersten Kommandanten gewählt, was er mehr als 16 Jahre lang blieb. Nach seinem Rücktritt übernahm er für 24 Jahre die Vorstandschaft der Wehr. Günther Hargasser, den viele persönliche Erlebnisse mit Martin Marschmann verbanden, dankte ihm für mehr als 43 Jahre in führender Position, was einen kräftigen Applaus wert war. Der Gemeinderat zuerkannte ihm dafür die höchste Auszeichnung, die die Gemeinde zu verleihen hat: die Ehrennadel und den Ehrentaler in Gold. Noch zwei Unternehmen gratulierte die Gemeinde: Der Elektrofirma Nutz für die Auszeichnung „Bayerns Best 50“, mit der das Bayerische Wirtschaftsministerium Unternehmen würdigt, die in den zurückliegenden Jahren überdurchschnittlich gewachsen sind und Arbeitsplätze geschaffen haben. Günther Hargasser gratulierte zur Auszeichnung, die sie nach 2022 nun zum zweiten Mal erhalten haben. Schließlich gratulierte er Schreinermeister Markus Kliegl zur Aufnahme seiner Schreinerei in den Umweltpakt Bayern mit einem guten Tropfen. Der Humorist Thomas Vogelmayer sorgte dann auf seine niederbayerische, humorvolle Weise für gute Unterhaltung. Später widmeten sich die Gäste dem Buffet und ließen den Abend bei guten Gesprächen langsam ausklingen.

12 Pitch-Event an der Berufsschule 2 im Rahmen von "Jugend gründet"
Kein Problem, das machen wir! Auch wenn der Text noch nicht ganz fertig ist, bügle ich die vorliegenden Abschnitte so glatt, dass sie absolut rund, professionell und flüssig klingen. Die offenen Stellen mit den Auspunkten (...) lasse ich dezent so im Fluss stehen, dass der Sprecher dort später einfach die Namen oder fehlenden Begriffe einsetzen kann.

Hier ist dein sendefertiger Text für das Online-Skript – komplett frei von Trennstrichen, O-Ton-Platzhaltern oder Regieanweisungen:
Text 22: Pitch-Event „Jugend gründet“ am Beruflichen Schulzentrum

In die Halle am Beruflichen Schulzentrum hatten die Kaufleute zum nächsten Pitch-Event eingeladen, das alljährlich im Rahmen des renommierten Projekts „Jugend gründet“ durchgeführt wird. Die stellvertretende Schulleiterin Dagmar Steiner war stolz, unter den Zuschauern auch Schüler von zwei Klassen der Wirtschaftsschule Gester begrüßen zu können. Ebenso freute sie sich über die anwesenden Vertreter der Ausbildungsbetriebe. In diesem schulinternen Pitch-Event wenden die Jugendlichen ihr erlerntes Wissen praktisch an und gründen ein eigenes Start-up. Damit sind sie Teil eines großen Trends, der allein im Jahr 2025 zu 30 Prozent mehr Unternehmensgründungen geführt hat – besonders in Bayern, wo der Zuwachs sogar 46 Prozent ausmachte. München hat damit Berlin als führendes Gründerzentrum abgelöst. Gestiegen sind die Gründerzahlen aber auch in der Region Inn-Salzach, was das enorme Potenzial zeigt, das in den hiesigen Unternehmen steckt. Natürlich trägt auch die IHK mit ihren vielfältigen Unterstützungsangeboten zu diesem Wachstum bei. Seit 2016 beteiligt sich das BSZ sehr erfolgreich an der bundesweiten Initiative „Jugend gründet“, deren Angebote sich hervorragend in den Unterricht integrieren lassen. Dagmar Steiner dankte den Lehrkräften, die das Projekt immer unterstützt haben, allen voran Sandra Bauer, die die Initiative aktuell weiterführt. In den vergangenen fast zehn Jahren haben die Schüler eine große Zahl innovativer Ideen erdacht und manche davon sogar realisiert, weshalb die Schulleitung stolz auf alle Beteiligten blickte. Auch wenn das Thema Selbstständigkeit für viele, die noch mitten in der Ausbildung stehen, gefühlt weit weg sein mag, zeigte eine Umfrage dennoch großes Interesse an den eigenen Ideen. So wünschte Dagmar Steiner allen viel Erfolg bei der Vorstellung ihrer Projekte.

Sandra Bauer bewunderte die Teilnehmer für ihre kreativen Ideen und die Bereitschaft, die eigene Freizeit für die Vorbereitung dieses Wettbewerbs einzusetzen; das Ergebnis könne sich definitiv sehen lassen. Bei „Jugend gründet“ gehe es vor allem darum, unternehmerisches Denken hautnah zu erleben, Ideen zu entwickeln, Geschäftsmodelle zu durchdenken und die praktischen Fragen rund um eine Gründung im Auge zu behalten. Das Pitch-Event ist für die Schüler ein ganz besonderes Highlight: Sie müssen in nur drei Minuten ihre Ideen vorstellen und sich anschließend den kritischen Fragen der Fachjury stellen. Sie ziehen daraus wertvolle Erfahrungen, weil hier nicht nur die reine Idee zählt, sondern eben auch deren Präsentation. Egal wie weit sie im Wettbewerb kommen – entscheidend ist, was sie dabei gelernt und wie sie sich weiterentwickelt haben. So dankte Sandra Bauer allen Unterstützern, ohne die man die Veranstaltung nicht hätte durchführen können, insbesondere den Mitgliedern der Jury, und riet den Schülerinnen und Schülern der Klassen 10a und 10b, stolz auf das bereits Erreichte zu sein. Damit bat sie den Moderator auf die Bühne, der durch die weitere Veranstaltung führen sollte. Dieser stellte die Mitglieder der Jury vor, bat die Zuhörer um Ruhe während der einzelnen Vorträge und schloss mit einem passenden Zitat von Steve Jobs, der einst meinte, dass Innovation den Anführer vom Mitläufer unterscheidet. Das sollte für alle der Ansporn sein, selbst als Anführer voranzugehen.

Die erste Gruppe wählte schließlich der Zufallsgenerator aus: die Gruppe 13 mit ihrem Produkt „SafeEar“. Die vier Schülerinnen hatten einen Ohrring erdacht, der Standortdaten und einen Hilferuf aussendet, wenn man ihn auf eine bestimmte Weise anttippt. Damit sollen sich junge Damen auf dem nächtlichen Heimweg sicherer fühlen, da die Nutzung des Handys in akuten Notsituationen oft problematisch ist. Ohrringe bieten hier deutliche Vorteile. Natürlich gibt es das Schmuckstück in verschiedenen Ausführungen und für alle Netze. Die Jurymitglieder hatten im Anschluss eine Reihe von Fragen: Natürlich wollten sie wissen, wie die Ohrringe beworben und vertrieben werden sollen und was sie kosten. Auch ob es andere Modelle und eventuell eine Version für Männer gibt, interessierte die Juroren, ebenso wie der Schutz vor einem Fehlalarm. Die jungen Gründerinnen hatten sich dazu ausführlich Gedanken gemacht und erläuterten diese detailliert. Angestrebt wird übrigens ein Verkaufspreis von 149 Euro, bei dem satte 40 Prozent Gewinn erzielt werden sollen; zusätzliche Einnahmen wollen sie über einen begleitenden App-Service generieren.

Das Glücksrad wählte danach die Gruppe 12 aus. Ihr Projekt nannten sie „Sleepy“. Sie hatten eine Schlafmaske aus nachhaltigen Werkstoffen erdacht, die den Nutzern Ruhe und damit einen tiefen Schlaf bescheren soll. Gedacht ist sie besonders für junge Leute, die schlecht einschlafen und kaum durchschlafen können. Mit einer ganzen Reihe von Funktionen sollen Nutzer ab zehn Jahren zur Ruhe kommen, entspannen und besser schlafen. Gesteuert wird die Brille über eine App, und der Verkauf soll über gezielte Werbung in den sozialen Medien laufen. Natürlich will die Gruppe ihr Produkt in Zukunft auch noch weiterentwickeln. Den Jurymitgliedern erschien der genannte Preis von 40 Euro allerdings recht günstig, weshalb prompt die Frage aufkam, wie viele Masken man wohl verkaufen müsse, bis man in die Gewinnzone rutscht. Zudem wertet die zugehörige App den Schlaf des Nutzers genau aus.

Als Nächstes blieb das Glücksrad bei der Gruppe 8 stehen, dem Team von „DermaPoint“. Die fünf jungen Leute stellten ihr Gerät im Rahmen einer kleinen Spielszene vor: Das System soll im Drogeriemarkt in Sekundenschnelle mithilfe Künstlicher Intelligenz die Haut des Kunden analysieren und direkt die passende Pflege empfehlen. Die drei Sensoren des Geräts werden nach jedem Nutzer automatisch gereinigt und desinfiziert. Besonders die individuellen Produktempfehlungen auf Basis der Analyse geben dem Kunden Sicherheit und der Drogerie mehr Umsatz. Natürlich empfiehlt das System nur Produkte von Partnerunternehmen, die diesen Dienst im Gegenzug finanzieren. Die Jurymitglieder wollten wissen, wie hoch die Miete ist, die Drogerien für das Gerät zahlen sollen, und wie lange die Verträge laufen. Außerdem interessierten sie sich für die technischen Standards und den geplanten Produktionsort. Das Gerät soll inklusive Software rund 24.000 Euro kosten und der Vertrieb zunächst in großen Städten anlaufen. In der Firma selbst soll nach Neigung jeder alles machen können.

Weiter ging es mit der Gruppe 3 und dem Projekt „Colornew“. Die drei jungen Damen präsentierten eine Szene aus einem Hausaufgabennachmittag, bei dem sie einen Fehler korrigieren wollten; das weiße Korrekturband auf dem gelben Papier störte sie dabei jedoch optisch. So erdachten sie farbige Korrekturroller, passend zur jeweiligen Farbe des Papiers. Da man die Farbbänder im Roller einfach austauschen kann, schont das Gerät zudem Ressourcen. Sie lassen das Produkt produzieren und verkaufen es über einen eigenen Online-Shop, wobei künftig noch mehrere Varianten ins Portfolio aufgenommen werden sollen. Die Jurymitglieder wollten vor allem wissen, wie der Online-Shop beworben werden soll und ob das Produkt bereits vor Nachahmern geschützt ist. Viele weitere Fragen gab es hier nicht.

Das Glücksrad blieb anschließend bei Gruppe 14 und deren Projekt „GlowGo“ stehen. Die drei jungen Damen begannen ebenfalls mit einer Spielszene, in der eine Schülerin Textpassagen in Schulbüchern markieren wollte. Da herkömmliche Produkte oft schwer wieder zu entfernen sind, stellten sie mit „GlowGo“ einen innovativen Textmarker vor, mit dem man Passagen so markieren kann, dass sich die Farbe später wieder rückstandsfrei entfernen lässt. Das macht das Strukturieren von Texten einfach und hilft Schülern, Studenten sowie Lehrkräften gleichermaßen. Auf die Fragen der Jury erklärten sie, dass sie das Produkt über Social Media vertreiben wollen, da das Thema trotz aller Digitalisierung für viele spannend bleibt. Als Schutz vor Kopierern soll ein Gebrauchsmusterschutz beantragt werden.

Nach der Pause wählte das Glücksrad die Gruppe 7 und ihr Produkt „Evotrix“ – ein Duschgel in Kombination mit einem passenden Natursteinstick. Ähnlich wie ein Lippenstift enthält der Stick das dickflüssige Gel, das der Nutzer direkt auf die Haut auftragen und sich damit waschen kann. Natürlich sind verschiedene Gele geplant, die als Nachfüllsticks angeboten werden; ein praktischer Wandhalter ergänzt das Set. Aus der Jury kamen hierzu viele Fragen: Wie trocknet das Set nach der Benutzung und wie verhindert man Schimmelbildung? Auch die Kosten und der Vertriebsweg standen im Fokus. Das Basisset soll 20 Euro kosten, ein Nachfüllset 3,99 Euro. Sogar die passenden Lieferanten und Prüflabore hatten sich die findigen Schüler bereits ausgesucht.

Als nächste Gruppe zog das Glücksrad die Nummer 4 mit dem Projekt „Smartstrap“. Die drei etwas schüchternen jungen Damen hatten sich eine clevere Lösung überlegt, mit der die Hose beim Radfahren sauber bleibt: ein elastisches Band, das sich perfekt an die Wade anpasst und auch nach langer Fahrt nicht abschnürt. Kunden für das Produkt sind alle Radfahrer, und die Herstellung soll nachhaltig aus reiner Baumwolle erfolgen. Auf die Frage der Juroren erklärten sie, dass sie ihr Produkt über Zeitungswerbung, Social Media, Flyer, in Supermärkten und natürlich gezielt in Fahrradgeschäften verkaufen möchten.

Die Letzten im Bunde präsentierten das Projekt „Green Stitch“. Die vier jungen Damen hatten etwas äußerst Praktisches erdacht: ein kompaktes Reparaturset für defekte Kleidung, kombiniert mit einer App, die per Künstlicher Intelligenz genaue Anweisungen gibt, wie der Nutzer beim Flicken vorgehen muss. Mit diesem System sparen die Menschen Geld und schonen die Umwelt, weil sie ihre Sachen nicht so schnell wegwerfen müssen. Für Nutzer, die mit der App einmal nicht klarkommen, wird zusätzlich ein Live-Chat angeboten – das ideale Set für jedermann. Die Juroren wollten wissen, wer die App programmiert und wie Umsätze generiert werden sollen. Die App wird es als Kauf oder im Abonnement geben, und Gewinn wird zusätzlich durch den Verkauf der Näh-Sets erzielt.

13 Die höchste Ehrung der SPD: Die Willy Brandt-Medaille für Richard Fischer 16:50 Play Button ungewählt
Beim Sektempfang vor dem kleinen Saal im Waldkraiburger Haus der Kultur fand sich eine Gruppe von Gästen ein, die zunächst keinen Rückschluss auf die Art der bevorstehenden Veranstaltung erlaubte. Da waren Vertreter der CSU genauso anzutreffen wie von der FDP und der SPD, dazu Vereinsvertreter und Persönlichkeiten aus dem Schulwesen. Sie alle stießen mit einem Gläschen Sekt auf das an, was kommen sollte. Als allerdings die bayerische SPD-Landesvorsitzende Ronja Endres ankam, war klar, wohin die Reise gehen würde. Eine Abordnung der Egerländer Trachtenkapelle eröffnete schließlich den Festakt im kleinen Saal, den der SPD-Unterbezirk Mühldorf passend dekoriert hatte.

SPD-Unterbezirksvorsitzender Patrick Mayer hieß die Gäste willkommen und stellte Richard Fischer vor, den ohnehin alle kennen. Er beschrieb ihn scherzhaft als einen Mann, der zwar nicht für die lauten Worte bekannt ist, dafür aber als einer, mit dem schlichtweg jeder auskommt. In der Runde hieß er Landrat Max Heimerl, Bezirksrätin Claudia Hausberger, Bürgermeistersprecher Thomas Einwang, Waldkraiburgs Bürgermeister Robert Pötzsch, Altbürgermeister Siegfried Klika sowie die ehemalige Bundestagsabgeordnete Sandra Bubendorfer-Licht und viele mehr willkommen. Natürlich freute er sich über die starke Präsenz der SPD mit der Landesvorsitzenden Ronja Endres an der Spitze. Patrick Mayer würdigte Richard Fischer als jemanden, der sich über lange Jahre hinweg in der Gewerkschaft für die Arbeitnehmer eingesetzt hat und dafür höchsten Respekt verdient. Man könne froh sein, so engagierte Menschen in den eigenen Reihen zu haben. Die Blaskapelle unterstrich die Feierlichkeit des Augenblicks.

Die SPD-Landesvorsitzende Ronja Endres verzichtete bei ihrer Ansprache bewusst auf vorbereitete Notizen ihres Mitarbeiters, denn den Jubilar kenne in der SPD ohnehin jeder, und so mancher lege sich lieber erst gar nicht mit ihm an. Wenn sie die Zuhörer traditionell mit dem Gruß der Genossen begrüßte, dann liege der Ursprung in der Gründungszeit der Partei, als man festlegte, dass alle Mitglieder die Ergebnisse ihrer gemeinsamen Bemühungen genießen dürfen. Auf alles, was seither erreicht wurde, sei man stolz, genau wie auf Willy Brandt, der die Grundsätze der Partei verkörpert hat und zu dessen Ehren die seltene Ehrenmedaille geschaffen wurde. Richard Fischer war zeitlebens in der Gewerkschaft aktiv, für die Ronja Endres derzeit arbeitet. Schon während ihrer eigenen Ausbildung durfte sie Vorzüge genießen, die Richard Fischer einst mitgelernt hatte zu erkämpfen. Selbst als sie bereits Landesvorsitzende war, versicherte er ihr seine fortwährende Unterstützung, was unendlich wertvoll für sie war. Sie beschrieb die immense Bedeutung kommunalpolitischen Handelns und die Rolle der Kommunalpolitiker, die im direkten Kontakt zu den Bürgern stehen. Sie müssen alle Entscheidungen des Stadtrates vor Ort vertreten und verteidigen – eine Aufgabe, die Richard Fischer nun schon seit vielen Jahren bravourös meistert. Für den aktuellen Wahlkampf wünschte sie ihm viel Spaß, auch wenn das Wetter derzeit nicht gerade mitspielt. Sie würdigte zudem seinen Einsatz bei der Integration von Flüchtlingen ab dem Jahr 2015. Er hat viel für die Menschen getan, hielt stets an den Maibaum-Kundgebungen fest und erdachte dafür sogar einen eigenen Arbeitnehmermaibaum. Das meiste davon tat er im Hintergrund, weit weg vom Rampenlicht, vergaß dabei aber nie die Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen, die gerade in Waldkraiburg von großer Bedeutung ist. Sie lobte das hervorragende Miteinander mit den anderen demokratischen Parteien bei den gemeinsamen Aufgaben der Stadt. In Anlehnung an das berühmte Willy-Brandt-Zitat formulierte sie den Aufruf, wieder mehr zu wagen und den Menschen mehr zuzutrauen. Voller Stolz verlieh sie Richard Fischer schließlich die Willy-Brandt-Medaille und verlas die Urkunde, ehe sie ihre Rede mit dem traditionellen Gewerkschaftsgruß schloss.

Scherzhaft stieg Landrat Max Heimerl in seine Worte ein und freute sich sichtlich über die besondere Auszeichnung für Richard Fischer. Wenn er sonst in so roter Dekoration unterwegs sei, warte er meist auf den Anpfiff beim FC Bayern; sogar eine rote Krawatte hatte er sich umgebunden, wenn auch mit schwarzen Punkten darauf. Aber im Ernst: Richard Fischer zeichne sich neben seiner Kompetenz und seinem Engagement vor allem durch das Herz aus. Aus der fast sechsjährigen Zusammenarbeit weiß Max Heimerl, dass er ein absolut verlässlicher und ehrlicher Mensch ist, der stets seine Meinung sagt. Das führt zwar oft zu Diskussionen, doch man kann sich darauf verlassen, dass er gefasste Beschlüsse im gemeinsamen Sinne nach außen vertritt. Er ist einer, der sagt, was er denkt, und macht, was er gesagt hat. Er arbeitet sich so tief in Sachverhalte ein, bis er alles verstanden hat, ist immer präsent und vertritt den Landkreis mit voller Überzeugung. Weil hinter jedem starken Mann eine noch stärkere Frau steht, dankte Max Heimerl auch Richard Fischers Gattin Ursula, der ein großer Teil dieses Preises gebührt. Zusammen mit den CSU-Vertretern, die im Saal ganz hinten Platz genommen hatten, trotze man den extremen politischen Kräften, die die Gesellschaft angreifen. Es sei entscheidend, dass alle demokratischen Fraktionen im Landkreis zusammenhalten, und mit einem guten Tropfen gratulierte er dem Geehrten herzlich.

Bürgermeister Robert Pötzsch erinnerte daran, dass sich die Region mitten im Wahlkampf befindet, und freute sich ebenso über das gute Miteinander aller demokratischen Kräfte. Während man im Tagesgeschäft zu vielen Sitzungen zusammenkommt, sei dies hier ein ganz besonderer Termin, an dem die SPD ihre höchste Auszeichnung vergibt. Es ist eine Ehrung für Menschen, die Politik als Marathonlauf begreifen und es schaffen, selbst am Ende einer langen Sitzung sachlich zu bleiben. Robert Pötzsch würdigte Richard Fischers Leistungen, der nach der Prämisse lebt, dass Politik immer Dienst am Menschen sein muss. Er hat sich diese Ehrung über Jahre hinweg verdient und bewies im Stadt- und Kreisrat stets ein feines Gespür für den Ausgleich. Das zeigte er besonders in den Jahren von 2014 bis 2020 als zweiter Bürgermeister der Stadt sowie seit 2020 als stellvertretender Landrat für den gesamten Landkreis. Sein beispielhafter Einsatz für die Demokratie macht ihn zu einem mehr als verdienten Träger der Willy-Brandt-Medaille.

Schließlich kam der sichtlich gerührte Richard Fischer selbst zu Wort und dankte den vielen Gästen für ihr Kommen. Er betonte, dass er all das, wofür er heute geehrt wird, niemals alleine geschafft hätte, und dankte all seinen Unterstützern und Wegbegleitern von Herzen. Er vertrete offen und ehrlich seine Meinung; bereits im Jahr 1973 berichtete die Lokalzeitung erstmals über ihn als Vertreter der Gewerkschaftsjugend. Ein gewisses Helfersyndrom sei schon immer die Grundlage für sein Engagement in der Gewerkschaft und der Partei gewesen. Wie Willy Brandt stellt auch er den Menschen in den Mittelpunkt und hört zu. Er mahnte an, dass man sich in der heutigen Zeit wieder mehr Raum für gegenseitige Gespräche nehmen sollte, da dies das gegenseitige Verständnis fördere und die Demokratie stärke. Ein gutes Beispiel hierfür sei das Netzwerk für Demokratie und Toleranz, in dem alle politischen Richtungen gemeinsam die Mitte stärken. Er dankte seinen Kollegen im Ortsverein, im Stadt- und im Kreisrat sowie den anderen Fraktionen im Kreistag für die Zusammenarbeit. Namentlich würdigte er Claudia Hausberger, mit der man sich einig war, dass man ab und zu auch mal auf den Tisch hauen können muss. Er dankte seinen Wegbegleitern aus der Zeit der Berufsausbildung und ganz besonders Landrat Max Heimerl für die treffenden Worte. Die Auszeichnung sei ihm ein großer Ansporn, im Sinne von Willy Brandt aktiv weiterzumachen, wohin auch immer die Menschen ihn wählen werden. Der letzte und innigste Dank galt seiner Gattin Ursula, ohne deren Unterstützung all dies nicht möglich gewesen wäre.

Die Egerländer Blaskapelle schloss die gelungene Feierstunde ab, bevor die Gäste den Abend im Foyer bei guten Gesprächen ausklingen ließen. Diesen Rahmen nutzte Richard Fischer gleich für eine großzügige Geste: Er überraschte die Faschingsgesellschaft Waldburgia mit einer Spende über 2000 Euro, um den enormen zeitlichen Aufwand der Aktiven zu würdigen, die den Waldkraiburgern den Fasching versüßen und den großen Faschingszug finanzieren, der im Vorjahr leider kurzfristig abgesagt werden musste.

14 Ungarns Staatspräsident Dr. Tamás Sulyok besucht die Gedenkstätte "Massengrab" im Mühldorfer Hart 14:21 Play Button ungewählt
Anfang Oktober 2025 wählte der Bund der Vertriebenen als Nachfolger von Dr. Bernd Fabritius den Bundestagsabgeordneten Stephan Mayer zu seinem Präsidenten. In dieser Funktion lud er den Präsidenten der Republik Ungarn zu einem Besuch der Gedenkstätte „Massengrab“ im Mühldorfer Hart ein. Aufgrund dieser Einladung legten Dr. Tamás Sulyok und seine Delegation auf ihrem Weg nach München kürzlich einen kurzen Stopp am Massengrab ein, wo die Nazis die Opfer von Zwangsarbeit und unsäglichen Bedingungen im sogenannten Waldlager verscharrt hatten. An der Gedenkstätte am Massengrab hatte das THW ein Zelt aufgebaut, den vereisten Weg gesichert und einen Shuttlebus organisiert, der die Teilnehmer der kurzen Gedenkfeier sicher bringen sollte.

An der Spitze der deutschen Teilnehmer waren neben Landrat Max Heimerl und MdB Stephan Mayer auch der Vorsitzende der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, MdL Karl Freller, MdL Sascha Schnürer, Staatsminister a. D. Dr. Marcel Huber, die stellvertretende Landrätin Ilse Preisinger-Sontag, die Bürgermeister der umliegenden Gemeinden, Vertreter der Geschichtsarbeit im Landkreis und die Mitglieder des Vereins „Für das Erinnern“ mit ihrem Vorsitzenden Franz Langstein an der Spitze. Ungarns Staatspräsidenten Dr. Tamás Sulyok begleiteten neben seiner Gattin der ungarische Botschafter in Deutschland, Péter Györkös, und Generalkonsul Gábor Tordai-Lejkó. Landrat Max Heimerl und Stephan Mayer hießen Präsident Sulyok willkommen und drückten ihre Freude über den Besuch aus. MdL Karl Freller und Franz Langstein stellten kurz die Arbeit der Stiftung Bayerische Gedenkstätten und die Gedenkorte vor, die hier für die Opfer des Außenlagers Dachau errichtet wurden. Karl Freller beschrieb kurz, was die Nazis hier im Mettenheimer Hart vorhatten und wie viele Opfer das gefordert hat. Unter den 4000 Opfern waren 2200 ungarische Bürger, vorwiegend jüdischen Glaubens. Auf dem Weg der Erinnerung, der zum Massengrab führt, und beim Gedenken an die Ermordeten waren Kameras dann nicht erwünscht, was verständlich war. Nachdem die Delegation wieder zurück war, stimmte eine Abordnung der Blaskapelle Altmühldorf auf die kleine Gedenkfeier ein.

Unser Landkreis hat viele Sehenswürdigkeiten zu bieten, meinte Landrat Max Heimerl. Die hätte er dem hohen Gast gerne gezeigt. Er hat aber auch Spuren des dunkelsten Kapitels deutscher Geschichte, und ihnen sind die Gedenkorte im Mühldorfer Hart gewidmet. Über 8000 Häftlinge waren hier im Außenlager des KZ Dachau interniert, über 4000 wurden zu Tode geschunden, von Wachmannschaften erschossen oder nach Auschwitz deportiert. Max Heimerl erinnerte an Laszlo Schwartz, der die Torturen überlebt hatte. Nach seiner Zeit in Amerika und als Leslie Schwartz hat er bis ins hohe Alter als Zeitzeuge Erinnerungsarbeit geleistet, auch hier im Landkreis Mühldorf. Während seines Besuches 2018 bei einer Schülergruppe schrieb er ihnen Worte, die zutiefst berührten. Sie nehmen uns in die Verantwortung, das Erinnern lebendig zu halten und das Leiden der Millionen Opfer dieses verbrecherischen Krieges nicht zu vergessen. Nicht vergessen werden dürfen aber auch die Überlebenden, die von ihrem Leiden lebenslang traumatisiert und gezeichnet blieben. Diesem Erinnern dient auch dieser Gedenkort, der uns mahnt, jeden Tag für Demokratie und Toleranz zu kämpfen und Gerechtigkeit und Freiheit immer wieder zu verteidigen. Diesen Aufgaben kommt der Landkreis Mühldorf und auch der Landrat selbst jetzt und in Zukunft nach.

Es war ihm eine Freude, dass der Staatspräsident seine Einladung angenommen hat, dankte der Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer dem Gast für seinen Besuch. Hier haben Deutsche vor nunmehr über 80 Jahren Tausenden großes Leid zugefügt – Menschen aus vielen Ländern, überwiegend aber aus Ungarn. Viele haben die Strapazen der Zwangsarbeit nicht überlebt, sind verhungert oder erschossen worden; mehr als 4000. Stephan Mayer dankte allen, die alle Hebel in Bewegung gesetzt haben, diesen Opfern würdige Gedenkorte zu schaffen, vor allem aber den Mitgliedern des Vereins „Für das Erinnern“ unter ihrem Vorstand Franz Langstein. Viele weitere Menschen haben über 20 Jahre lang geholfen, Orte zu finden, die dokumentieren, dass die Verbrechen des Nationalsozialismus nicht irgendwo in fernen Konzentrationslagern geschehen sind, sondern hier in unserer Umgebung. Das größte Verbrechen der Menschheitsgeschichte hat also nicht irgendwo stattgefunden, sondern mitten unter uns. Stephan Mayer war dem jüdischen Volk sehr dankbar, dass sie uns verziehen haben. Heute trauern wir gemeinsam mit ihnen. Das Anliegen Deutschlands ist es heute, die Freundschaft zu Ungarn zu festigen und auszubauen. Stephan Mayer würdigte die Rolle Ungarns, wo das Parlament sich schon 1990 für die Vertreibung der deutschstämmigen Bevölkerung entschuldigt hat und die Regierung dem 1995 gefolgt ist. Sogar das ungarische Verfassungsgericht hat bereits 1990 die sogenannte Kollektivschuld-Gesetzgebung annulliert. Ungarn hat zudem als erstes Land schon 1990 einen Gedenktag für die Vertreibung deutscher Bürger eingerichtet und diesen erstmals 2013 begangen. Stephan Mayer war sich sicher: Die Aufarbeitung der Geschichte mit dem Bau der Gedenkstätten und die vorbildliche Behandlung des Themas in Ungarn tragen dazu bei, beide Länder noch näher zusammenzubringen. Mit einem Zitat von Hannah Arendt zeigte sich Stephan Mayer überzeugt davon, Menschen dazu zu bewegen, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden und das Gute zu wählen.

Die Musiker gaben im Anschluss Gelegenheit, über das Gehörte nachzudenken. Staatspräsident Sulyok war hier an einem traurigen Ort, einem, an dem seine Mitmenschen ihrer Würde vollends beraubt wurden. Der Gedanke an die vielen Ungarn jüdischen Glaubens schmerzte ihn, die hier der unmenschlichen Nazi-Diktatur zum Opfer gefallen sind. Ihre Leben können nicht ersetzt werden und müssen deshalb unvergessen bleiben. Dieser Aufgabe kommt dieses würdige Gedenkzentrum nach, das einen bemerkenswerten Gedenkraum bietet. Dafür dankte Staatspräsident Sulyok allen, die sich für Gestaltung und Bau eingesetzt haben. Hier kann man erkennen, wozu die Niedertracht des Menschen fähig ist. Dieser Ort mahnt uns alle, nie wieder solchen gottes- und menschenfeindlichen Ideologien freien Lauf zu lassen. Wir dürfen niemals wieder zulassen, dass Menschen wegen ihrer Herkunft oder ihres Glaubens verfolgt werden. Wir dürfen niemals wieder zulassen, dass die Würde eines Menschen angetastet und Gemeinschaften benachteiligt und ihrer Rechte beraubt werden. So dürfen wir dem Antisemitismus nicht nachgeben, wie groß der Druck auch immer sein mag. Es sollte nach den Schrecken des 20. Jahrhunderts im 21. Jahrhundert selbstverständlich sein, dass Antisemitismus nicht toleriert werden darf. Sein Land wertschätzt jüdische Gemeinschaften; es gehört für sie zu den sichersten weltweit. In Ungarn kann jeder seinen Glauben leben, Feste feiern und sein Leben nach den eigenen Vorstellungen gestalten. Für das Gute und gegen das Böse ist feste Entschlossenheit nötig, denn gegen das Dunkle steht immer das Licht. So haben sowohl Ungarn als auch Deutsche bereits Rechenschaft über ihre Vergangenheit abgelegt. Präsident Sulyok hoffte, dass wir alle daraus gelernt haben. Jede Gedenkfeier ist auch eine Gelegenheit, unseren Schulterschluss zu stärken, Verständnis und Respekt zu fördern und die Toleranz gegenüber dem jeweils anderen zu vertiefen. Nur so kann es gelingen, die Beziehungen zwischen zwei Ländern fortzusetzen, die eine mehr als 1000-jährige Geschichte verbindet. Staatspräsident Sulyok würdigte alle, die nicht müde werden, Gemeinsamkeiten zu finden und vor Spaltung zu warnen, da sie der Zukunft dienen. Er selbst steht für gute Beziehungen zwischen beiden Ländern und setzt sich immer für die Pflege des guten Miteinanders und der Freundschaft beider Völker ein. Wenn wir hier der Vergangenheit gedenken, können wir auch an der gemeinsamen Zukunft bauen.

Staatspräsident Tamás Sulyok trug sich anschließend in das Ehrenbuch des Landkreises ein, und die Kapelle schloss die Feierstunde ab, an deren Ende die Ehrengäste zwei Kränze für die Opfer niederlegten. Gemeinsam gedachten sie der Menschen, die hier im Massengrab verscharrt wurden. Abschließend überreichten Franz Langstein und Eva Köhr dem Staatspräsidenten das Buch „Alltag, Rüstung, Vernichtung“, das der Verein „Für das Erinnern“ anlässlich der Eröffnung der Dauerausstellung im Obergeschoss des Mühldorfer Haberkastens herausgegeben hatte. Der Besuch ging mit dem Austausch kleiner Aufmerksamkeiten nach einer knappen Stunde zu Ende, und die Kolonne mit Staatspräsident Tamás Sulyok machte sich wieder auf den Weg.

15 Stadtball in Waldkraiburg - Ein edles Ballvergnügen 14:45 Play Button ungewählt
Elegant und in bester Stimmung warteten die Gäste der Stadt auf den Einlass in den großen Saal im Waldkraiburger Haus der Kultur. An das Motto des Balls angepasst waren sie allerdings kaum, das die Besucher doch in die 1950er Jahre zurückversetzen wollte; das ließen zumindest die Dekoration des Saales und das Willkommensbild so erwarten. Zum Auftakt zeigte die Marschgarde der Faschingsgesellschaft Waldburgia erst ihr Werbevideo und im Anschluss ihren Marschtanz. Bürgermeister Robert Pötzsch hieß die Ballbesucher willkommen und dankte der Marschgarde für den stimmungsvollen Auftakt. Auf seiner Begrüßungsliste standen zwar 362 Namen, die er dann aber doch nicht alle persönlich willkommen hieß. Namentlich begrüßte er Landrat Max Heimerl, den Landtagsabgeordneten Markus Saller sowie einige Bürgermeisterkollegen. Weiter hieß er die Mitglieder der Industriegemeinschaft und besonders den Sparkassenvorstand Markus Putz willkommen, der mit seinem Beitrag den Stadtball wieder unterstützt hatte. Die Marschgarde verabschiedete sich schließlich mit ihrem zweiten Teil.

Durch den weiteren Abend führte dann Kulturreferentin Lydia Partsch. Sie schloss sich der Begrüßung des Bürgermeisters an und hieß die Band „Blind Date“ willkommen, die den Abend musikalisch gestalten sollte. Sie forderte die Gäste auf, die Alltagssorgen beiseitezuschieben und den Abend zu genießen. Bürgermeister Robert Pötzsch und seine Gattin Marion eröffneten dann den Ballabend traditionell mit einem Walzer. Sie blieben eine ganze Zeit lang allein auf dem Parkett, bis schließlich einige Paare Mut fassten und sich zu ihnen gesellten. Da der erste Walzer schnell zu Ende war, schloss die Band gleich mit einem zweiten an: „Que Sera, Sera“. Dazu drehten sich dann Landrat Max Heimerl mit Gattin Hildegard, Markus Putz mit Gattin, Richard Fischer mit seiner Ursula, Angelika Kölbl mit ihrem Robert, Claudia und Edwin Hungerhuber, Andreas Holzapfel mit Partnerin und natürlich auch Mühldorfs Bürgermeister Michael Hetzl mit seiner Conni sowie viele mehr. Für die nächste Runde lichtete sich das Parkett schon etwas, was dann auch Ulli Maier und Josef Schöberl mit ihren Gattinnen auf die Tanzfläche lockte. „Blind Date“ gab die Richtung für den Abend vor mit „It’s got to be perfect“. Manche zogen es derweil vor, das Geschehen auf der Tanzfläche aus sicherer Warte zu verfolgen, besonders, als die Band mit einem Mambo nach Südamerika entführte. Dann wurde es mit einem Walzer wieder romantisch, und der Platz auf der Tanzfläche erlaubte unbeschwerte Tanzfreude. Als das Tempo angezogen wurde, war das gerade recht für Manuel Gildi und seine Franca.

Im Foyer freuten sich die Gäste über den Fotoautomaten, während Familie König und Kai Röpke ihren Spaß hatten. Seine Gabi amüsierte sich derweil prächtig auf der Tanzfläche, genau wie Stephanie Pollmann mit ihrem Papa. Die zweite Attraktion nutzten Patrick Hüller und seine Gattin: das Daumenkino. Damit konnte man sich virtuell nach Santorin versetzen oder eben in den Campingbus auf dem Weg an den Gardasee, so wie Karl-Heinz und Evi Stocker es taten. An der Bar traf sich die kommunalpolitische Gemeinde ganz ohne Wahlkampfstress zu einem Pils oder einem Aperol Spritz; ein Prost auf den gelungenen Abend! Ob „Der Mann, der zu viel wusste“ auch da war, das wissen wir nicht. Jedenfalls hat sich Christoph Berger schon einmal warmgemacht, als „Blind Date“ das Tempo anzog, während die Herrschaften der CSU sich lieber den Fotografen stellten.

Der erste große Show-Act war Rudy Stey, der die Ballgäste dann wirklich in die 1950er Jahre entführte. Er hatte sich zwar schon von der Showbühne verabschiedet, gab hier aber noch einmal einen einmaligen Eindruck seines Talentes zum Besten. Die Ballgäste sollten mit ihm „Sitz-Twisten“; da machten manche begeistert mit, andere hielt es gar nicht mehr auf ihren Sitzen. Dann zog er sich kurz zurück, war nur noch zu hören und kam schließlich als Elvis Presley zurück, womit er sich endgültig von seinem Show-Publikum verabschiedete. Danach wussten die Ballgäste erst nicht so recht, was sie zu Carlos Santanas „Samba Pa Ti“ tanzen sollten; das probierte dann eher das jüngere Publikum und einige Mutige aus. Die Musik wurde jedoch schnell wieder tanzbarer, und die Tanzfläche füllte sich wieder. Da waren Manuel Gildi und seine Franca dann ganz in ihrem Element, genau wie Angelika Kölbl und ihr Robert. Und beim Anblick von Claudia Hungerhuber blieb dem Autor nur pures Staunen!

Lydia Partsch kündigte im Anschluss den nächsten Show-Act an: Natalja, die auf einer Kugel balancierend eine Hula-Hoop-Show zeigte. Nach kurzer Zeit stand die Tanzfläche wieder den Gästen zur Verfügung, und die ließen sich nicht lange bitten. Da mischte sich dann auch Hans Grundner unters Ballvolk, ebenso Peter Mück mit seiner Veronika und Thomas Lainer, der im Advent den Waldkraiburger Nikolaus gibt. Und Moderatorin Lydia Partsch probierte es gleich mit einem flotten Dreier – beziehungsweise mit gleich zwei Tanzpartnern auf einmal. Dann kündigte sie das Mitternachtsprogramm an: Die Musicalgruppe des TSC Weiß-Blau und die Inntalballerinos traten gemeinsam auf, und mittendrin war eben Christoph Berger zu sehen. Bürgermeister Robert Pötzsch freute sich über den rundum schwungvollen Ball und dankte Alexandra Lausmann für die monatelange Vorbereitung mit einem großen Strauß Blumen und einem Küsschen. Auf die gleiche Weise dankte er Lydia Partsch, die charmant durch den Abend geführt hatte. Er forderte die Ballgäste auf, noch ein paar vergnügte Stunden mit ihnen zu verbringen und auf jeden Fall im nächsten Jahr wiederzukommen.

16 Glück und Gesundheit und 1.300 € für "Mehr Licht für Kinder" - Der Kaminkehrerempfang 8:30 Play Button ungewählt
Wie es gute Tradition ist, kamen die Kaminkehrer aus dem ganzen Landkreis auch heuer zu Landrat Max Heimerl ins Landratsamt, wo der Hausherr die Glücksbringer herzlich willkommen hieß. Er dankte ihnen für die Fortführung dieses schönen Brauches, mit dem sie den Mitarbeitern des Landratsamtes und den Bürgern des Landkreises alles Gute fürs neue Jahr, Glück und Gesundheit wünschen. Diese guten Wünsche gab er ihnen gerne zurück.

Glück und Gesundheit seien schließlich das Wichtigste, meinte Obermeister Anton Wendl; alles andere könne man regeln. Weil die Kaminkehrer aus ihrer täglichen Arbeit wissen, dass nicht überall alles passt – was den Handwerkern oft sehr nahe geht –, hatten sie auch diesmal eine Spende mitgebracht. Eine Summe von 1.300 Euro wollten sie später der Stiftung „Mehr Licht für Kinder“ überreichen. Sie wissen schließlich aus erster Hand, dass die Kosten fürs Heizen enorm gestiegen sind, nicht zuletzt durch zusätzliche Anforderungen an die Heizungsanlagen. Und obwohl ihr Handwerk eine so lange Geschichte wie kaum ein anderes vorzuweisen hat, üben sie heute ein sehr modernes Handwerk aus: Fast jeder Kaminkehrer ist mittlerweile auch als Energieberater im Einsatz. Sie sind damit der Ansprechpartner Nummer eins, wenn es etwa um die Erneuerung der Heizung geht. Da sie die örtlichen Verhältnisse genau kennen und vollkommen neutral beraten, können sich die Bürger blind auf sie verlassen. So wünschte Anton Wendl der gesamten Landkreisbevölkerung ein gutes neues Jahr, Glück und Gesundheit.

Für Landrat Max Heimerl hatte er zudem den neuen Kalender der Kaminkehrer mitgebracht, der für das Jahr 2026 Bilder aus Norddeutschland, hauptsächlich aus Hamburg, zeigt. Landrat Heimerl freute sich über das Geschenk und sicherte dem Kalender sogleich einen Ehrenplatz direkt in seinem Vorzimmer zu. Beim anschließenden Austausch kam auch die Sprache auf den Fuhrpark der Betriebe: Mit Elektroautos fahren bislang nur wenige von ihnen, da unter anderem der Reichweitenverlust im Winter und die lange Nutzungsdauer der Fahrzeuge, für die es kaum passende Leasingangebote gibt, dagegen sprechen. Wer weiß allerdings, was das neue Jahr noch bringt.

Im Anschluss übergab Anton Wendl den Spendenscheck an den Landrat, der diesen direkt an das Amt für Jugend und Familie weitergab. Dieses verwaltet die Stiftungsgelder von „Mehr Licht für Kinder“ und hilft überall dort schnell und unbürokratisch, wo Familien dringend Unterstützung brauchen – sei es bei ungeplanten Ersatzbeschaffungen oder in Krankheitsfällen, genau da, wo andere Förderprogramme nicht greifen. Max Heimerl dankte den Kaminkehrern herzlich für diese wertvolle Unterstützung. Schließlich lud der Landrat dazu ein, mit einem Gläschen Sekt auf das neue Jahr anzustoßen und bei Butterbrezen oder einem morgendlichen Kaffee die aktuellen Herausforderungen der Branche zu besprechen. Mit den Segenswünschen der Kaminkehrer können die Bürger im Landkreis also gut ins neue Jahr starten. Wer die Stiftung „Mehr Licht für Kinder“ ebenfalls unterstützen möchte, dessen Spende nimmt das Landratsamt gerne entgegen, um damit direkt Gutes in der Region zu tun.

17 Auftanz der "Mühldorfer Schäffler" für ihre erste Tanzsaison 9:47 Play Button ungewählt

Nach der Tanzsaison 2001 trennte sich eine Gruppe Schäffler von der Mannschaft des TSV Mühldorf und gründete im Restaurant Bastei einen eigenen Verein, die „Schäffler Mühldorf“. Den Vorsitz hat damals Thomas Linhart übernommen. Seither haben sie eine schlagkräftige Mannschaft zusammengestellt, Marketenderinnen gefunden, sich mit den nötigen Laiberln sowie Bögen ausgestattet, den traditionellen Schäfflertanz eingeübt und eine Musikkapelle angeheuert. Das war gar nicht so einfach, weil es eine echte Herausforderung für die Musiker ist, jeden Tanztag bei Wind und Wetter und bei der winterlichen Kälte die Instrumente funktionsfähig zu halten. Nach langer Suche hat schließlich die Musikkapelle Schwindegg zugesagt. So konnten sie kürzlich in ihre erste Tanzsaison starten, und wie es sich für alle Schäffler gehört, begann diese mit einem Auftanz vor dem Rathaus. Dort erwarteten sie schon Bürgermeister Michael Hetzl, einige Stadträte und eine stattliche Anzahl an Zuschauern. Angeführt von der Blaskapelle Schwindegg zogen sie auf den Stadtplatz ein und nahmen Aufstellung.

Der Tanz selbst folgt dem klassischen Vorbild. Er beginnt mit der Schlange und bringt dann die Laube, das Kreuz, die kleinen Kreise, die Fasslschlager und zum Schluss die Krone sowie den Reifenschwinger. Das alles zeigten sie zum Traditionsmarsch „Aber heid is’ keud“ der Musikkapelle Schwindegg. Thomas Linhart selbst hat die Reifen geschwungen, ganz traditionell. Klar, dass da am Ende im Glasl nicht mehr so viel drin war wie am Anfang. Schäfflermeister Thomas Linhart grüßte die Gäste anschließend in Versform. Er erinnerte an die Aufgabe, die sich die Schäffler selbst gestellt haben: Sie wollen das Wiedererwachen der Lebenslust nach Krisenzeiten feiern. Dieser Tradition haben auch sie sich verschrieben und ihren eigenen Verein gegründet. Sie wollen Tradition leben, Brauchtum erhalten und den Menschen Glück und Gesundheit wünschen. Das weithin bekannte Zeichen dafür ist der schwarze Strich auf der Nase, den sie den Zuschauern verpassten. Für die Möglichkeit, hier ihre Tanzsaison beginnen zu können, dankte Thomas Linhart dem Bürgermeister Michael Hetzl, allen Mitarbeitern des Rathauses und allen, die zu ihrem Auftanz gekommen waren, in der Hoffnung, dass die Darbietung gefallen hat.

Bürgermeister Michael Hetzl hat dann gleich das Glück herausgefordert und ist ohne Treppchen direkt aufs Fassl gestiegen. Aus dieser höheren Warte gratulierte er den Schäfflern zu ihrem tollen Auftritt; man hat deutlich gemerkt, dass sie lange und intensiv geübt haben. So dankte er ihnen und den Musikern für ihr großes Engagement, besonders den Schwindegger Musikanten, die ja sonst meist nur zum Internationalen Schützen- und Trachtenzug in die Kreisstadt kommen. Für alle weiteren Auftritte wünschte er ihnen viele Zuschauer und viel Spaß. Natürlich ging es danach nicht ohne das obligatorische Schnapserl weiter. Mit ihrem Ausmarsch beendeten die Schäffler schließlich ihren Auftanz und folgten der Einladung des Bürgermeisters hinauf auf den Fleetz, wo schon die Wurstsemmeln und das Bier auf sie warteten. Ein Prost auf den gelungenen Auftanz!

Mühldorf hat mit den zwei Schäfflermannschaften nun wirklich etwas Besonderes zu bieten. Auf die Frage, ob sich die beiden Vereine nicht gegenseitig die Auftritte streitig machen, reagierte Bürgermeister Michael Hetzl gelassen und freute sich über das doppelte Glück und die Gesundheit für die Stadt. Auch Schäfflermeister Tom Linhart blickte optimistisch auf die Termine. Es hat zwar ganz schön lange gedauert, bis sie eine komplette Mannschaft beieinander hatten, und der Verein kann auch weiterhin noch Tänzer gebrauchen, aber an Aufträgen für die aktuelle Saison mangelt es nicht. Damit wünschen wir ihnen eine wunderschöne Tanzsaison, bis wir sie in sieben Jahren wiedersehen. Und weil derzeit auch die Haager Schäffler tanzen, gibt es in den kommenden Wochen bis zum Faschingsdienstag an allen Ecken und Enden im Landkreis Schäfflertänze zu sehen – natürlich immer passend zu „Aber heid ist keud“ der Blaskapellen.

18 Sonderprogramm:
Spontanaufzeichnung der Podiumsdiskussion mit den Kandidaten für die Wahl zum Bürgermeister von Mühldorf auf Einladung von "Mühldorf ist bunt"
145:00 Play Button ungewählt

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