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Thema LZ Archiv KW Ersch.
73 Gedenkfeier am Bunkerbogen mit Charlotte Knobloch und "Baby Hannah" 21:40 Play Button ungewählt 18 08.05.26

Am 27. April 1945 befreite die US Army die Gefangenen aus den Lagern rund um das Projekt „Weingut I“ im Mühldorfer Hart. Seit Jahren hält der Verein „Für das Erinnern“ das Gedenken an die Opfer hier hoch und veranstaltet dazu eine Gedenkfeier – jahrelang am Jahrestag und seit einiger Zeit am 1. Mai. Wir hatten heuer wieder Gelegenheit, daran teilzunehmen.

Der Vorstand von „Für das Erinnern“, Franz Langstein, hatte viele Ehrengäste zu begrüßen: Neben den örtlichen Vertretern aus Politik und Gesellschaft auch den Botschafter der Republik Ungarn in Deutschland, Dr. Peter Györkös, und besonders Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. Besonders freute er sich, auch die Vertreter der KZ-Gedenkstätte Dachau begrüßen zu können sowie Lynne Farbmann, die als Baby Hannah im KZ zur Welt kam.

Franz Langstein würdigte die erfolgte Bereinigung der Besitzverhältnisse rund um das Bunkergelände. Seit Oktober 2025 ist das Gelände im Besitz des Freistaates Bayern, nachdem es bis dahin 15 Eigentümern gehört hatte und von den Nazis einfach bebaut worden war. Jetzt steht dem Bau der geplanten Gedenkstätte nichts mehr im Weg. Zusammen mit der Dauerausstellung im Haberkasten und mehreren kleinen Anlagen entsteht hier also der drittgrößte Gedenkort in Bayern.

Er hatte sich gefragt, warum die alljährlichen Gedenkfeiern nötig sind. Sie sind nötig, um die Wiederholung der Geschichte zu verhindern. Hier sollten gegen Ende des Zweiten Weltkrieges Teile für die Me 262 gefertigt werden. Die Anlagen sollten Häftlinge erst aus dem KZ Auschwitz und später aus dem KZ Dachau errichten, darunter 4.568 ungarische Juden. Ausgerechnet am 6. Juni 1944 begannen die Arbeiten am KZ Mühldorf – dem D-Day! Mehr als 4.400 Häftlinge kamen hier um, die überwiegende Mehrheit von ihnen ungarische Jüdinnen und Juden.

Franz Langstein fragte sich, wie das möglich war. Die Beteiligten damals waren nicht nur Mitläufer, sondern Mitschuldige. Er fürchtete, das alles kann sich wiederholen. So müssen wir heute alles unternehmen, dass es nicht wieder passiert. Wir müssen die Demokratie verteidigen und hinschauen auf das, was passiert. Der Antisemitismus nimmt ständig zu, wie die kürzlich veröffentlichten Zahlen belegen, aber auch das Gedankengut der Nationalsozialisten ist auf dem Vormarsch. Es darf nicht normal werden, dass Menschenwürde, Menschenrecht und Pluralität an Wert verlieren.

Landrat Max Heimerl zitierte aus den Memoiren von Friedlein Kaufmann, der beobachtet hatte, wie eine Frau ihre neugegeborene Tochter Hannah wärmte. Sie konnte ihre Schwangerschaft verbergen und erfuhr trotz Prügeln Hilfe durch einen Arzt und einen SS-Sanitäter, die ihr eine Wiege und einen Kinderwagen besorgten. Sie durfte ihr Baby sogar behalten. Da sie nach der Entbindung nur zwei Tage arbeitsfrei hatte, halfen ihr die anderen Frauen. 81 Jahre später nahm nun dieses kleine Mädchen mit ihrer Schwester an dieser Gedenkfeier teil. Es war Max Heimerl eine große Ehre, sie zu Gast zu haben. Ihre Geburt gab Friedlein Kaufmann seinen Lebensmut zurück, wie er schrieb. Er konnte kaum glauben, dass unter diesen Umständen neues Leben entstehen konnte. Er und die anderen schöpften Hoffnung – Hoffnung auf Zukunft – und haben überlebt.

So können auch wir trotz Krieg in Europa, trotz Rechtspopulisten mit vermeintlich einfachen Lösungen, trotz Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit Hoffnung haben. Hoffnung allein reicht aber nicht. Wir müssen selbst aktiv werden und für unsere Werte einstehen: Für Demokratie, für Mitmenschlichkeit, für Gleichheit der Menschen. Wir müssen uns aktiv gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus stellen. Der Blick zurück auf die Ereignisse vor 80 Jahren mahnt uns, nicht nachzulassen und zu erkennen, wohin der Werteverlust führen kann. So dankte Max Heimerl allen, die sich mit großem Engagement dafür einsetzen, dass das Erinnern lebendig bleibt. Max Heimerl dankte auch der Stiftung Bayerischer Gedenkstätten, die hier nach Kräften hilft, wichtige Zeichen zu setzen. Sie nehmen es uns aber nicht ab, tagtäglich selbst Toleranz zu leben und die Demokratie zu verteidigen. Wir müssen bei aller Rückschau auch achtsam in die Zukunft schauen, um nie wieder passieren zu lassen, was damals geschah.

Dr. Peter Györkös, Botschafter der Republik Ungarn, berührte der Besuch dieser besonderen Stätte sehr, noch mehr aber die Begegnung mit „Baby Hannah“. Mehr als 8.000 seiner Landsleute wurden hierher transportiert, um hier unter Zwang zu arbeiten. Heute sind sich Historiker nicht einig über die Vorgänge, die damals dazu geführt haben. Klar ist aber: Der ungarische Staat konnte damals seine Mitbürger nicht schützen. So erachtete er die Deportation als dunkelste Seite und größte Tragödie in der ungarischen Geschichte. Weniger als 40 Tage nach der Besetzung Ungarns durch die Nazis begannen sie den Abtransport ungarischer Juden. Von den 800.000 Juden, die noch 1941 in Ungarn lebten, wurden mehr als 600.000 in den KZs vernichtet. Jedes zehnte Opfer des Holocaust war also ein ungarischer Bürger.

Gott sei Dank hat sein Land daraus gelernt. So ist die ungarische Hauptstadt heute der sicherste Ort für Juden in ganz Europa. Heute leben wieder 110.000 Jüdinnen und Juden in Budapest. Sie pflegen ihren Glauben in zahlreichen Synagogen und Gebetshäusern und feiern ihre Feste, ohne dass man diese extra bewachen müsste. Der Schutz jüdischen Lebens ist in den ungarischen Gesetzen und in den Köpfen ihrer Bürger verankert. Wenn – wie kürzlich – in London ein Attentat auf eine Synagoge verübt wird, zeigen sich alle schockiert. Genauso, wenn ein jüdischer Student wegen der Kippa angegriffen wird. Die Gründe dafür sind vielfältig. Auch wenn der Rechtsextremismus dafür immer bekannt war, wächst derzeit auch der Antisemitismus unter den Linken und in akademischen Kreiseln. Nicht zu vergessen sei der importierte Antisemitismus. Verweigert man weiter die Anerkennung der Realität, wird dieses Problem größer werden. Trotz aller Bereitschaft, jüdische Bürger aufzunehmen, war Dr. Györkös doch der Meinung, sie sollten dort bleiben, wo sie zu Hause sind und leben wollen. Abschließend erinnerte er an die historische Verbindung Bayerns und Ungarns, zu der jetzt auch dieser Ort gehört. So war er dankbar, dass hier ihrer Opfer gedacht wird.

Die Capella Laudate Dominum sorgte für Feierlichkeit.

Otto-Sebastian Schwarzenbeck und Juliana Dörfler, beide Schüler des P-Seminars des Gymnasiums Gars, bedauerten, dass viele Mitbürger die Geschichte in ihrer ganzen Tragik gar nicht kennen. So ist der größte Feind nicht die Unwissenheit, sondern die Illusion, wissend zu sein. Antisemitismus gibt es heute auf allen politischen Seiten, sogar bei solchen, die sich als politische Mitte bezeichnen. Der Antisemitismus ist also kein rein faschistisches Denkmuster mehr – nur das weiß halt kaum jemand. Und viele halten den Antisemitismus für eine Erkenntnis einer aufgeklärten bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft, so etwas wie ihr Geburtsfehler. Er ist so etwas wie ein Ventil, durch das man seinen Frust abbauen will, dabei ist der Hass ständig vorhanden. Ob das stimmt? Wichtig ist nur, wie man damit umgeht. So hat der verstorbene Walter Taus, der die Torturen hier überlebt hat, gefordert, ohne Unterlass aufzuklären. Anlässe, auf Fragen zu antworten, gibt schon der verbliebene Bunkerbogen.

Charlotte Knoblochs beeindruckende Rede zeigen wir in einem separaten Beitrag in voller Länge. Sie dankte zunächst Botschafter Györkös für seine Ausführungen und war beeindruckt von den Ausführungen der beiden Schüler. Sie konnte kaum glauben, dass junge Leute Worte gesprochen haben, über die alle nachdenken sollten. Allen Teilnehmern der Gedenkfeier sprach sie ihren Dank und ihre Anerkennung aus. Sie setzen das wichtige Anliegen der Erinnerung um, und das ist gerade heute wichtiger denn je.

Über 81 Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Terrorherrschaft wird die Erinnerungskultur immer schwieriger. War es lange Zeit selbstverständlich, das Gedenken lebendig zu erhalten: Die um 1990 Geborenen sind damit aufgewachsen, für sie war es normal, von Max Mannheimer, Margot Friedländer und anderen zu hören, was sie erlebt haben. Ihre Stimmen hatten Gewicht. Ihre Zeugnisse haben das noch immer – hören kann sie aber niemand mehr. Die Rolle der Zeitzeugen müssen jetzt andere ausfüllen – eine der dringlichsten Aufgaben unserer Zeit. Eine Rolle dabei spielen die Gedenkorte im Mühldorfer Hart. Hier ist der Wahnsinn und die Barbarei der Nationalsozialisten nicht zu übersehen. Der Bunkerbogen steht weiter als sichtbares Zeichen dafür, wie Menschenverachtung, Krieg, Ausbeutung und Mord in nie dagewesener Form miteinander verschmolzen sind.

Der Mühldorfer Hart ist einer von tausenden Orten in ganz Europa, die vom größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte zeugen. Hier ist sichtbar, was nicht zu übersehen ist. Wenn man nun derer gedenkt, die hier gelitten haben und gestorben sind, dann macht man das besonders jetzt, wo der Abschied der letzten Zeitzeugen und ein bedrohlicher Anstieg von Extremismus und Revisionismus zusammenfallen. Es ist kein Zufall, dass beides parallel vonstattengeht. Je weniger von den Ereignissen damals zu hören ist, desto lauter werden die Rufe nach dem Vergessen und Vergessenwollen. Politische Kräfte erhalten Auftrieb, die die moralische Verpflichtung zur Erinnerung abschütteln wollen wie einen lästigen Anhang.

Zwar hat es Forderungen nach einem Schlussstrich schon immer gegeben, sogar schon am 8. Mai 1945. Diese Forderungen prägten die Jahre der jungen Bundesrepublik. Sie konnte sich sehr gut an diese absurden Debatten erinnern. Dabei waren die Bestrebungen, alles zu überwinden, die Grundlage für den neuen Staat, der den Anspruch formulierte, das genaue Gegenteil der Nazi-Barbarei zu sein. Deshalb steht schon in Paragraph 1 des Grundgesetzes die unumstößliche Forderung nach der Menschenwürde. Der Satz „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ ist bis heute die Grundlage für unser Zusammenleben. Dieser Satz beinhaltet die bedingungslose Verpflichtung des Staates, die Wiederholung der Verbrechen der Nationalsozialisten zu verhindern. Aus diesem Grund und somit aus ureigenstem Interesse hat sich die Politik dem Erinnern verschrieben. Wir in Deutschland gedenken der Millionen Ermordeten aus Anstand und menschlicher Verpflichtung, aber auch in dem Wissen, dass die Erinnerung vor der Rückkehr in die Geschichte schützt. Wer aber denkt, die Vergangenheit wäre vergangen, der ebnet ihr den Weg in die Zukunft.

Sie hätte niemals geglaubt, dass sie so etwas noch einmal erleben muss, hatte sie doch erlebt, wie Deutschland einen anderen Weg eingeschlagen hat. Auch wenn der nicht gerade war, so beschritten ihn Politik und Gesellschaft dennoch gemeinsam. Die heutigen Entwicklungen sind gefährlich, die mit dem Kampf gegen die Erinnerung beginnen. Nichts stößt der AfD so sauer auf wie der Versuch, das Unrecht der Nationalsozialisten im öffentlichen Bewusstsein zu halten. Sie reden von Patriotismus und meinen Vergessen, sie reden von Heimat und meinen Hass. Hape Kerkeling, der Sohn eines Überlebenden aus dem KZ Buchenwald, hatte kürzlich gesagt, wer die Erinnerung an die Opfer als Belastung empfindet, der vergisst, dass diese Erinnerung das Einzige ist, was uns vor einer Zukunft als Täter schützt.

Sie alle waren hier, weil niemand zum Täter werden möchte. Weil wir den Schutz der Erinnerung suchen und weil hier um die Erinnerung gekämpft wird, gegen alle, die ablehnen, wofür sie steht. Dieser Gedenkort ist für sie ein Anker des Erinnerns. Die steinernen Zeitzeugen inspirieren deshalb, niemals zu vergessen, wogegen wir als demokratische Bürger dieses Landes kämpfen und trotz unterschiedlicher politischer Ansichten gemeinsam für unsere freiheitliche Ordnung einstehen gegen jene, die sie in ihrem Kern bedrohen und angreifen. Sie sind unsere Feinde. Sie, also die Anwesenden, sind die eigentlichen Patrioten. Sie sind diejenigen, die dieses Land so leben, wie es ist, und nicht so, wie sie es 1945 in den Abgrund gestürzt haben. Die Quelle der Kraft dafür ist die Erinnerung. Sie zeigt uns, woher wir kommen und wohin unser Weg uns führen muss.

Das Motto dieser Veranstaltung „Shalom“ war deshalb hervorragend gewählt. Frieden hier und in der Welt heißt auch friedliches Zusammenleben der Gesellschaft mit gegenseitigem Respekt in Freiheit als unentbehrliche Grundlage. Wenn sie in Gesprächen etwa an Schulen hört, die Erinnerungsarbeit sei unangenehm und wecke Schuldgefühle, dann ist sie entsetzt. Schließlich trägt heute niemand mehr Schuld, sondern – wie Max Mannheimer wiederholt betonte – niemand ist schuld für das, was war, aber alle sind verantwortlich dafür, dass es sich nicht wiederholt. Das darf man nicht vergessen, und da ist es ganz egal, wer wir sind, welchen Glaubens und welchen Alters. Die heutigen Generationen haben dieses Land in Freiheit erhalten und dürfen nicht zulassen, dass sie diese Freiheit verlieren. Sie war sicher, sie haben die Kraft dazu.

In ihrem langen Leben hat sie viel gesehen – Schlechtes und Gutes. Sie verdankt ihr Leben Menschen, die den Mut hatten, das Richtige zu tun. So war sie sicher, die große Mehrheit der Menschen ist nicht bereit, all das Gute aufzugeben. Sie hatte das Vertrauen, dass unser Land das nicht vergisst. Sie wusste auch, dass – wenn es gelingt, diese Welle an politischer Verrohung aufzuhalten – es Menschen zu verdanken ist wie den Zuhörern dieser Gedenkfeier. Solchen, die nicht nur zuhören, sondern die Hand heben, wenn es nötig ist. So dankte sie allen, die das Gedenken hier möglich machen: Landrat Heimerl, dem Verein „Für das Erinnern“ und allen Landkreisbürgern, die sich engagieren und nicht tatenlos bleiben.

Die Zuhörer dankten Charlotte Knobloch mit lang anhaltendem Applaus.

Nach einem Musikstück der Capella Laudate Dominum trat Lynne Farbmann ans Mikrofon, die hier im KZ als Baby Hannah zur Welt kam. Sie verbrachte ihr Leben in den USA und hielt ihre Ansprache in englischer Sprache. Eine Übersetzung stand den Zuhörern später in gedruckter Form zur Verfügung.

Abschließend legten die politischen Vertreter Kränze nieder und gedachten in stillem Gedenken der Opfer, die hier ihr Leben gelassen haben. Davon können wir hier nur Fotos zeigen, die uns Wolfgang Haserer von der Pressestelle des Landratsamtes freundlicherweise überlassen hat.

74 Die Ansprache von Dr. h. c. Charlotte Knobloch bei der Gedenkfeier am Bunkerbogen in voller Länge 17:25 Play Button ungewählt
Ohne Kommentartext
75 DGB am 1. Mai: Erst unsere Jobs dann Eure Profite 9:40 Play Button ungewählt
Allen Gerüchten über das Ende der Maikundgebungen des Kreisverbandes des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum Trotz lud die neu gewählte Vorstandschaft am 1. Mai doch wieder vor das Waldkraiburger Rathaus. Dafür verantwortlich waren Martin Sterz, stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbandes Mühldorf-Waldkraiburg, und Rosemarie Grandl vom Betriebsrat der Firma Haldenwanger. Diesmal empfing die Trommlergruppe Bragada die Teilnehmer am Demonstrationszug, die erst noch den warmen Frühlingsmorgen genossen haben – also die Arbeitskämpfer und Arbeitskämpferinnen von DGB, SPD und Jusos sowie die vielen von der Linkspartei. Richard Fischer verteilte noch Anstecker mit der roten Nelke, bevor sie hinter ihrem Transparent Aufstellung zum Zug durch die Innenstadt nahmen. Auf die Frage, warum Bragada den Zug begleitete und nicht mehr die Egerländer Trachtenkapelle, meinten sie, Bragada wäre halt lauter.

So zogen sie über die Prager Straße und den Sartrouville-Platz auf die Berliner Straße, von wo aus sie auf die Brünner Straße Richtung Schenkerhalle abbogen. Das alles wurde gesichert von gleich sechs Polizeifahrzeugen – vorbei sind die Zeiten, als eins voraus und eins hinten nachgefahren ist.

Vor der Schenkerhalle reichten zwei Reihen Tische für die Zuhörer. Die hieß Martin Sterz willkommen. Er forderte die Beschäftigten in den Unternehmen auf, zusammenzustehen und gemeinsam gegen die Zerschlagung der Werte einzutreten. Sie wollen Ungerechtigkeit nicht mehr als Normalität akzeptieren, gerade in einer Zeit, in der besonders Konzerne Rekordgewinne verbuchen, während Arbeitnehmer um jeden Euro kämpfen müssen – und das, obwohl sie so viele Überstunden leisten und Belastungen ertragen wie nie zuvor. Wenn manche denken, der Arbeitnehmer wäre ein Störenfried, so ist er doch der Motor des Fortschritts. Er forderte eine Revolution hin zu guten Arbeitsbedingungen als Recht des Arbeitnehmers – eines, das im Grundgesetz verankert ist und das die Gewerkschaften tagtäglich verteidigen. Mit guten Arbeitsbedingungen gehen gute Löhne einher, sichere Arbeitsplätze, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Gesundheitsschutz, Respekt und vieles mehr.

Revolution heißt für sie auch, dass sie sich nicht spalten lassen. Das versuchen manche Kräfte nämlich; die wollen die Arbeitnehmerschaft nur spalten, um ihre Macht zu erhalten. Alle, die die Zukunft gestalten wollen, üben Solidarität! Nur gemeinsam können wir die Zukunft gestalten und die Demokratie verteidigen. Das beginnt bereits mit der Mitbestimmung in den Unternehmen und da in den Betriebsräten. Wenn also die Mitbestimmung angegriffen wird, wird die Demokratie angegriffen. So sagte er klar: Obwohl sich die Arbeitswelt rasant verändert, müssen Veränderungen immer MIT den Beschäftigten gestaltet werden. Eine gerechte Zukunft entsteht nicht durch Algorithmen, sondern durch Menschen, die Verantwortung übernehmen – solche wie sie, die sich weiter für alle einsetzen, um auch die mitzunehmen, die sich nicht trauen oder zu schwach sind. Trotz aller möglichen Rückschläge geben sie niemals auf! Die Geschichte zeigt, dass sie nur so Fortschritt erreichen werden. So werden sie weiter die Revolution der Würde, der Solidarität und der Gerechtigkeit vorantreiben und so eine Welt schaffen, in der Arbeit dem Menschen dient.

Der ehemalige Vorsitzende des Kreisverbandes des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Richard Fischer, war sich sicher, das Motto „Erst unsere Arbeitsplätze – dann Euer Profit“ ist keine Floskel, sondern eine klare Ansage. Sie werden auch weiter für alle Jobs und gegen den geplanten sozialen Kahlschlag kämpfen. Sie sind es, die Erreichtes nicht einfach preisgeben. Solche Anstrengungen hat es immer gegeben; man erinnere sich nur an die Diskussion um die Karenztage und um die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Sie werden sich auch künftig gegen solche Bestrebungen einsetzen. Auch weiterhin wird die Arbeit der Menschen in Deutschland wichtiger sein als die Profite der Konzerne. Er war überzeugt, die Gewerkschaften sind auch künftig wichtig für den sozialen Frieden im Land, für die Gleichheit und den Erhalt der Demokratie.

Richard Fischer forderte einmal mehr die Einführung eines Tariftreuegesetzes. Er forderte die Auftraggeber auf, bei der Vergabe von Aufträgen genauer hinzuschauen. Tarifflucht ist eine alte Methode, die Löhne zu drücken. Er forderte deshalb faire Löhne für mehr Tarifbindung und mehr Respekt für die Arbeit. Es kann nicht sein, dass derzeit viele Schwierigkeiten haben, ihr Leben mit ihrem Verdienst zu finanzieren, und gleichzeitig die Konzerne Rekordgewinne melden. Es kann auch nicht sein, dass viele sich ihre Wohnungen nicht mehr leisten können, dabei halten sie alle das Land am Laufen. Der Staat muss also für mehr bezahlbaren Wohnraum sorgen. Schließlich ist Wohnen ein Grundrecht und von Paragraph eins des Grundgesetzes gedeckt.

Der Blick auf die politische Lage in vielen Ländern schockierte Richard Fischer. Die Demokratie ist weltweit auf dem Rückzug und die Demokratien rücken immer weiter nach rechts. Alle, die nach dem starken Mann schreien, wünschen sich in Wirklichkeit eine Diktatur. Das hilft den Arbeitnehmern aber nicht weiter. Deshalb rief er den Zuhörern zu, sie sollten gegen die Scharfmacher eintreten und verhindern, dass extreme Parteien an die Macht kommen. Sie alle sollten sich einbringen und die demokratischen Strukturen erhalten und stärken helfen. Sie sollten mitreden und nicht resignieren. Deshalb wollen sie mitbestimmen und mitgestalten.

Dann ging Richard Fischer auf die angekündigte Reform des Gesundheitswesens ein, die nach seiner Meinung eine Verschlechterung bringen wird. Es kann nicht sein, dass nach der Krankenhausreform, die die Versorgung verschlechtert hat, nun auch noch die ärztliche Versorgung verschlechtert wird. Das können sie nicht zulassen. Die Gewerkschaften fordern deshalb starke Tarifverträge, gute Löhne, die Abschaffung von Mini-Jobs und echte Chancengleichheit in den Betrieben. Für das alles gehen sie am 1. Mai auf die Straße. Veränderungen dürfen nicht zu Lasten der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gehen. Er schloss mit dem Aufruf, den 1. Mai nicht zu vergessen und weiter für die Rechte der Arbeitnehmer einzutreten.

Den weiteren Vormittag genossen die Gäste Gegrilltes und vergnügten sich am „Hau den Lukas“. Der Familientag vor der Schenkerhalle klang zu den Rhythmen der Trommeln von Bragada später aus.

76 SchuleWirtschaft: „STARK IN DIE AUSBILDUNG – Jugendliche im Spannungsfeld zwischen Schulende, Berufsstart und innerer Stabilität“ 0:00 Play Button ungewählt
77 Bierprobe zum Volksfest in Ampfing gelungen - Los geht's am 13. Mai 7:25 Play Button ungewählt
Nicht leicht hat es die Gemeinde Ampfing derzeit, wenn sie kleinere Veranstaltungen plant: Der Ampfinger Hof ist zu, das Gasthaus Stoiber in Stefanskirchen ebenfalls, und der Zitzmer-Stadl sowie die Schweppermann-Halle sind einfach zu groß. So haben sich Bürgermeister Sepp Grundner und Volksfestorganisatorin Janine Killermann entschieden, zur Bierprobe ins wunderschöne neue Feuerwehrhaus einzuladen. Um dort ein wenig Volksfeststimmung aufkommen zu lassen, hat Janine den Saal passend dekoriert und Felix Steinberger mit seinem Partner aufspielen lassen. So kamen nach und nach der zweite Bürgermeister Günther Hargasser und der dritte Bürgermeister Thomas Nagelmeier, die Gemeinderäte, die Vereinsvertreter, die Mitarbeiter der Gemeinde und natürlich die Festwirtsfamilie Sebastian Mayerhofer und Carina Häring mit Brauereivertreter Hans Kienzl dazu. Sogar die evangelische Pfarrerin Anita Leonhard war gekommen.

Bürgermeister Sepp Grundner freute sich über das Festwirtspaar und alle Gäste und blickte gespannt auf den Auszug zum Volksfest, von dem er hoffte, er wird wieder so zahlreich und bunt wie im Vorjahr. Er war schon ganz aufgeregt, wenn es dann losgeht mit dem dritten Volksfest in Ampfing. Besondere Anerkennung hatte er für Janine Killermann übrig, die derzeit wirklich viel zu tun hat.

Auch der Sebastian Mayerhofer hat sich gefreut, dass es wieder losgeht und dass so viele zur Bierprobe gekommen sind, auch wenn es diesmal in einem anderen Rahmen stattfinden hat müssen. Er hat sich schon auf den Auftakt am 13. Mai gefreut, wenn die Heldensteiner Häubod’n-Blasn wieder aufspielt. Auch für alle weiteren Tage haben sie ein besonderes Programm vorbereitet, auf das sich die Ampfinger wirklich freuen dürfen. Die Hendl sind bestellt, und das Bier schmeckt Weltklasse, sagt der Hans – das wollten sie dann gleich probieren. Sepp Grundner hat Sebastian Mayerhofer für das alles gedankt und besonders für die zurückliegenden beiden Volksfeste mit ihnen zusammen. Er war sich sicher, auch die dritte Auflage wird wieder ein großer Erfolg.

Also, Schürze angelegt und den Wechsel angesetzt. Und dann…. Das war ein Schlag zu viel für das kleine Hämmerchen… Dann ist das gute Festbier in die Krüge geflossen. Ein Prost auf das Volksfest in Ampfing! Weil die Bierprobe in untypischer Umgebung stattgefunden hat, mussten sich dann alle ihr Bier selber zapfen.

Sebastian, die Bierprobe scheint gelungen zu sein, was steht denn heuer an auf’m Volksfest? Fehlt noch der Preis für die Maß Festbier? Das können sich auch Familien leisten. Dann freuen wir uns auf’s Volksfest!

Inzwischen war das Buffet eröffnet und gab den Gästen Zugriff auf Schweinebraten, Knödel, Kartoffelsalat und Kraut. Das hat allen so geschmeckt, dass bald nichts mehr da war. Bald nichts mehr drin war auch im ersten Fassl. Da hat der Hans Kienzl geholfen, auch noch den letzten Tropfen rauszubetteln. Kannst des Fassl noch halten? Gut, dass sie dann doch noch ein Fassl dabei gehabt haben. Das hat sogar kein Anzapfen gebraucht – nur den Wechsel reindrücken und der Gerstensaft ist gelaufen. Mei – es ist halt alles anders in diesen modernen Zeiten.

Sepp, Bierprobe gelungen, es kann kommen, das Volksfest. Dann schau’n wir, wie’s wird. Heuer gibt’s kein Pferderennen? Dann freuen wir uns auf den Auszug, der hoffentlich wieder so umfangreich wird wie letztes Jahr. Vielleicht trockener…

Den weiteren Abend lang freuten sich die Gäste der Bierprobe mit dem einen oder anderen Bierchen schon auf die vier Tage vom 13. bis 18. Mai, wenn die Ampfinger und ihre Gäste auf dem Volksfest gemütlich gemeinsam feiern.

78 Maibaumfest der Narrenglide in Kraiburg 8:35 Play Button ungewählt
Um eins hätte es mit dem Maibaum in Kraiburg losgehen sollen. Bis dahin hätten sich die Gäste Frühschoppen und Mittagessen schmecken lassen sollen. Aber wie das halt manchmal so ist, waren die Maibaumdiebe viel schneller da als wir – und sogar als Bürgermeisterin Petra Jackl. Der Done hat nach Arbeit ausgeschaut.

Gearbeitet haben dann aber hauptsächlich die Almrösl-Trachtler aus Oberneukirchen. Die hatten den Baum nämlich gestohlen und beim Holzmannwirt versteckt. Das haben wir sogar gewusst, es aber nicht verraten dürfen – das wäre ein schlimmes Vergehen gewesen! Jedenfalls waren es so viele, dass der schwere Baum keine Chance gehabt hat. Man hat fast den Eindruck gehabt, sie wollten ihn auf einmal aufstellen. Der Huber Maxe hat das alles moderiert. Kaum zu glauben, dass es im kleinen Oberneukirchen so viele hübsche Mädels gibt, wie sie die Trachtler mitgebracht haben.

Haaaau Ruck! Da braucht’ es schon eine Pause. Zeit für die vielen Gäste, sich ein frisches Bier zu holen oder ein Schnitzl, oder sich von der Sabine ein Tattoo aufspritzen zu lassen. Oder sie konnten beim THW versuchen, den Bierkastenturm höher zu bauen, während die Kinder in der Hüpfburg rumtobten.

Gut, dass die Bäume Schatten gespendet haben, es war nämlich ganz schön warm an diesem Sonntagnachmittag. Der Arno hat seinen Strohhut aufgesetzt und die Maibaumdiebe beobachtet, die den mächtigen Baum Hub für Hub aufgestellt haben. Die Bürgermeisterin hat da schon mal mit dem Maxe angestoßen. Dann war erst mal wieder Pause und Zeit für einen Schluck – na ja – Radler halt… So viel Bier ha’m sie ja nicht getrunken, wenn man dem Maibaumfuß glauben darf. Der Wind hat schon ein bissl für Bewegung gesorgt – und die Trachtler für Höhe!

Dann Schwaiberl nachsetzen. Gut unterhalten hat derweil die Band „Leschär“. Das eine oder andere Foto hat da schon sein müssen. Weiter geht’s! Nein, nix wars – ein Leerhub. Klar, es hat Treibstoff gefehlt! Den haben die Mädels von der Narrengarde gleich gebracht. Ein Prost auf Oberneukirchen! Grad rechtzeitig ist ihre Bürgermeisterin dazugekommen, also die Anna Meyer. Die beiden verstehen sich bestens, die Anna und die Petra.

Weiter geht’s. Die Leni hat ihr Radler nicht an die Leute gebracht – ganz eine neue Funktion für die Spitzentänzerin der Showgarde der Narrengarde! Der Done hat schon aufgepasst, dass die Trachtler alles richtig gemacht haben. Weiter geht’s! Langsam ist das Ziel nähergekommen. Übrigens war die Frauenunion auch stark vertreten, also die Barbara Fuchshuber und natürlich die Monika Oberbacher.

Und schon wieder ein Leerhub! Sie haben halt Durscht gehabt… Die Mädels sind schon gelaufen und waren auch gleich da mit der nächsten Runde Radler. Diesmal hat die Leni das Radler an die Gäste gebracht – und der Autor hat auch eins abgekriegt. Dann war wieder Kraft da. Leschär hat das passende Lied dazu gehabt: die Spider Murphy Gang und „Sommer in der Stadt“.

Noch ein, zwei Hübe und er ist drin, der Maibaum in seinem Halter. Mit letzter Kraft ha’m sie das geschafft. Der Charly hat geholfen, die Schellen anzuschrauben und den Baum so zu fixieren. Na ja, noch nicht ganz – es war schon noch a bissl Schrauberei. Und die Schwaiberl ha’m auch noch abgezogen werden müssen und der Brunnhuber Done hat noch die Sicherungslasche runterholen müssen. Erst aber noch ein Radler auf den Erfolg.

Die Trachtler ha’m sich erst zum Foto gestellt und dann zusammen mit der Sabine Hausperger der Lieselotte Hofer für die Ausrichtung dieses wunderbaren Maibaumfestes gedankt – die Sabine mit einem Blumenstock und die Almrösl-Trachtler mit einer Baumscheibe, die sie später noch am Maibaum anbringen wollten. Die Lieselotte hatten die Trachtler begeistert, die sie vorher gar nicht gekannt gehabt hat. Natürlich war sie dankbar für die vielen, die geholfen haben, das Fest vorzubereiten und durchzuführen.

Petra, so ein schönes Maibaumfest würden sich viele wünschen! Die können wir nächstes Jahr wieder einladen! Sabine – hat gepasst, oder?

Als alles vorbei war, haben es sich auch die Oberneukirchner gut gehen lassen. Gemeinsam haben sie den herrlichen Sommertag viel später ausklingen lassen, da am Marktplatz am Sportplatz in Kraiburg.

79 MdL Sascha Schnürer zu Besuch beim Dental-Labor Tina Auer und der Deutschen Meisterin im Zahntechniker-Handwerk Cornelia Zanuttini 9:15 Play Button ungewählt
Um die Stimmung in der Wirtschaft und den Blick der Unternehmer auf das Handeln des Staates aus berufenem Mund zu hören, besucht MdL Sascha Schnürer die Unternehmen der Region. Wir haben ihn beim Besuch des Dental Labors Auer in Waldkraiburg begleitet. Dieses Unternehmen hat er ausgewählt, weil er im Landtag Mitglied im Gesundheitsausschuss ist, wo er häufig auch Kurz-Praktika macht.

Sascha Schnürer war stolz auf das erfolgreiche Unternehmen im Landkreis Mühldorf. Natürlich könnte er auch hier ein Praktikum absolvieren, meinte Inhabers-Gattin Tina Auer. Das wollte er dann aber nicht und beschränkte sich auf den Blick über die Schulter der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Dabei ließ er sich ihre Arbeitsweise vom Abdruck der Zähne des Kunden bis zum fertigen Zahnersatz, der fertigen Brücke oder dem fertigen Implantat erklären. Etwas später kam auch Emil Kirchmeier dazu, der tags darauf das Amt des Bürgermeisters von Waldkraiburg übernehmen sollte.

Bei aller Innovation ist hier sehr viel feine Handarbeit nötig, um dem Patienten später ein neues Gebiss oder einen passenden Zahnersatz liefern zu können. Großen Wert legt Familie Auer auf die Ausbildung ihrer Mitarbeiter. Das machen sie so gut, dass bereits mehrere ihrer Auszubildenden Landes- und Bundeswettbewerbe gewonnen haben – wie etwa Cornelia Zanutini, der Sascha Schnürer herzlich zu ihren Erfolgen gratulierte. Er zollte ihr Respekt für ihren Mut, sich den Prüfungen zu stellen, und war überzeugt, dass ihr Ausbildungsbetrieb ihr dafür die besten Erfolgschancen bietet.

Tina Auer sah die gegenseitige Motivation ihrer Mitarbeiter als Erfolgsmodell. Deshalb haben sie so viele Sieger unter ihren Mitarbeitern und deshalb zieren Anerkennungsurkunden gleich ganze Wände in ihrer Werkstatt. Cornelia, wie kam es, dass Sie Bundessiegerin geworden sind?

Der Rundgang zeigte die umfangreiche Technik, die nötig ist, um anfertigen zu können, was Zahnärzte und Kieferorthopäden ihren Patienten verschreiben. Das reicht von Kunststoffzähnen über Brücken und Implantate bis zu Knirschschienen. Tina Auer wies Sascha Schnürer auf einige Ungereimtheiten im Gesundheitsregelwerk hin, da Regeln noch aus einer anderen Zeit stammen und alte Technik vorschreiben, obwohl neue Entwicklungen wesentlich kostengünstigere Möglichkeiten bieten würden.

Am Ende seines Rundgangs würdigte Sascha Schnürer die Leistungen des Dentallabors Auer. Er dankte ihnen sehr für ihre Arbeit, die vielen Bürgern das Leben erleichtert oder gar ihre Gesundheit zurückbringt. Bei seinem Rundgang erkannte er ihre Liebe zu ihrer Arbeit und ihren Willen, das Leben der Menschen zu verbessern. Zusammen mit ihren Ausbildungsanstrengungen haben sie sich einen hervorragenden Ruf erworben. Auch dazu gratulierte Sascha Schnürer herzlich. Für all das überreichte Sascha Schnürer Tina Auer einen Anstecker des Landtages, also das Wappen des Freistaates Bayern, und verband das mit der Bitte nicht zu vergessen, dass sie ständig bestrebt sind, ihnen die bestmöglichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Dass sie ohnehin eine beste Ausbildung bieten, bestätigte ihnen dann eine Urkunde der südbayerischen Zahntechnikerinnung, die Sascha Schnürer abschließend Tina Auer überreichte.

Sascha, das Dental Labor Auer ist schon so etwas wie ein Aushängeschild für unseren Landkreis. Bedenkt man, dass die Ausbildung hier gleich 9 Kammersieger hervorgebracht hat, dann ist das schon erwähnenswert! Wichtig für die Versorgung der Bürger ist auch, dass das Labor vor Ort ist.

80 Vorschau auf das 150-jährige Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Oberbergkirchen 5:00 Play Button ungewählt
Im Jahr 1868 rief König Ludwig II. von Bayern mit seiner „Königlich allerhöchsten Verordnung, die Verhütung von Feuergefahren betreffend“ zur Gründung von Feuerwehrvereinen auf. Das ging natürlich nicht von heute auf morgen, und es dauerte einige Jahre, bis überall im Lande Feuerwehren gegründet wurden. Genau dieses historische Erbe sorgt dafür, dass derzeit allerorten die Floriansjünger ihr 150-jähriges Gründungsfest feiern können – so auch in Oberbergkirchen.

Dort hat die Feuerwehr bereits vor zwei Jahren mit den weitreichenden Vorbereitungen für das große Jubiläum begonnen. Für ein solches Fest braucht es natürlich einen starken Patenverein, und diese ehrenvolle Aufgabe sollte die Feuerwehr aus Irl übernehmen. Und wo könnte man die Kameraden besser um die Übernahme der Patenschaft bitten als beim Traditions-Wirt z'Irl? Dorthin lud die Wehr im November vergangenen Jahres ein, um miteinander einen rundum unterhaltsamen Abend zu verbringen. Ohne zähe Verhandlungen war man sich schnell einig und besiegelte die Patenschaft. Um die Übernahme der Schirmherrschaft hatte die Feuerwehr zudem schon vorab ihren Bürgermeister Christian Hausberger gebeten, der dieser Bitte natürlich liebend gern nachkam.

In der Folge jagte eine Festausschusssitzung die nächste, schließlich gab es im Hintergrund unzählige organisatorische Fragen zu klären – wobei das gesellige Feiern bei den Treffen freilich nie zu kurz kam. Natürlich wurden für die Festschrift und die Ankündigungen auch professionelle Fotos benötigt. Dafür trafen sich die Kameradinnen und Kameraden an einem kalten März-Sonntag, um die aktive Wehr, die Festbräute sowie die treue Jugendfeuerwehr gebührend in Szene setzen zu lassen. Besonders die Fahnenbräute bewiesen an diesem frischen Frühlingsnachmittag enorme Tapferkeit: Trotz knackiger sieben Grad ließen sie sich das Frösteln im Festkleid nicht anmerken. Damit das große Jubiläum nicht unter schlechtem Wetter leidet, machten sich die Oberbergkirchner zudem zu einer gemeinsamen Bittwallfahrt auf. In einer feierlichen Andacht beteten sie um sonnige Festtage und einen unfallfreien Verlauf ihres Jubiläums. Wie es sich für einen anständigen bayerischen Ausflug gehört, wurde das letzte Ziel an diesem Nachmittag im Gasthaus in Gantenham angesteuert.

Je näher das Fest rückte, desto feiner wurde der Schliff: Am Karsamstag traf sich der Festausschuss beim Getränkehändler „Holzmichl“ nahe Grüntegernbach, um im Zuge einer ausgiebigen Weinprobe genau zu bestimmen, welche edlen Tropfen man den Gästen im Festzelt anbieten möchte. Dass die Auswahl bei der Vielfalt etwas Zeit in Anspruch nahm, versteht sich von selbst. Genauso wichtig war natürlich die Bierprobe. Dafür fuhren die Verantwortlichen zur Genossenschaftsbrauerei nach Forsting. Dort erklärte Brauereichef Max Vetter höchstpersönlich, wie das süffige Innbräu entsteht, das beim Fest ausgeschenkt wird. Ein anderes Bier wäre für die Wehr ohnehin nie in Frage gekommen, schließlich ist das Innbräu in Oberbergkirchen daheim. Das Festbier war zu diesem Zeitpunkt bereits fertig eingebraut und wartete in zwei riesigen Tanks auf seinen Einsatz.

Dass die Feuerwehrleute zwischendurch auch tatkräftig beim Aufstellen des heimischen Maibaums mit anpackten, versteht sich von selbst. Nach einer letzten Festausschusssitzung – bei der die Kameraden bereits stolz ihre passenden Festlaiberl präsentierten – fiel schließlich der Startschuss für den Aufbau des Festgeländes. Zuerst wurde das große Hauptzelt mitsamt dem gemütlichen Biergarten und dem angrenzenden Küchenzelt errichtet. Parallel dazu lief die Werbetrommel auf Hochtouren: Sogar der Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer gratulierte der Wehr vorab zum stolzen Jubiläum und lud die gesamte Region zum Mitfeiern ein.

Nun steht alles bereit: Das Festwochenende startet fulminant am Mittwoch, den 13. Mai, mit der großen „Tatü-Tata Diskoparty“ und findet nach dem feierlichen Festsonntag seinen Ausklang am Montag, den 18. Mai, beim traditionellen Kesselfleischessen. Da am Montagabend gleichzeitig auch der Kreisbauerntag im Festzelt stattfindet, ist mit reichlich Prominenz aus Politik und Wirtschaft zu rechnen. Die Oberbergkirchner haben hier ein wunderbares, unvergessliches Fest auf die Beine gestellt – da sind sich alle Beteiligten absolut sicher!


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