| Bei verschiedenen Gelegenheiten hat der ehemalige Bürgermeister Michael Hetzl bereits auf den neu gebauten Kinderhort neben dem Neubau des Amtes für Ländliche Entwicklung im Mühldorfer Norden hingewiesen. Den hatte die AWO schon vor Monaten bezogen, nachdem sie am Schuljahresanfang ihre bisherigen Räume in der Grundschule in der Altstadt hatte aufgeben müssen.
Kürzlich konnten sie einen ganzen Tag lang Einweihung feiern. Zum morgendlichen Festakt hatten sie groß eingeladen. Und zwar wirklich groß! Kurz gesagt, es waren alle Örtlichen da, die in der Stadt, im Landkreis, im Land und sogar im Bund etwas zu sagen haben. Und natürlich die Vertreter der Kirchen, der AWO im Ort und im Landkreis, der Sparkasse, des Vereins Sterntaler, die Planer, die Bauleute, die Mitarbeiter der anderen AWO-Einrichtungen, selbstverständlich des Kinderhorts und der Schulen und Eltern einiger der Kinder, die den Hort besuchen.
Sie alle empfingen die Ortsvorsitzende Klara-Maria Seeberger und die Kreisvorsitzende Angelika Kölbl mit einem Gläschen Sekt.
Besonders willkommen hieß Hortleiterin Anika Stiller die Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber bei einem ihrer ersten öffentlichen Termine nach ihrer Vereidigung Tage zuvor.
Da so viele ihre Teilnahme am Festakt angekündigt hatten, verlegten sie den offiziellen Teil in den Garten. Dort hieß Marianne Zollner die Gäste willkommen und bat die Kinder zur Eröffnung nach vorn. Die ehemalige Bürgermeisterin freute sich aber zunächst darüber, dass alle Genannten ihrer Einladung gefolgt sind. Die Stadt war sogar mit allen drei Bürgermeistern vertreten, der Landkreis mit Landrat und stellvertretender Landrätin.
Marianne Zollner blickte zurück auf die Gründung des Kinderhorts vor 38 Jahren. 1983 im Haus der Begegnung gegründet, ermöglichte es der Kinderhort Müttern wieder beruflich tätig zu sein. Kindergärten betreuten die Kinder ja nur vormittags.
Inzwischen sind berufstätige Mütter normal und Eltern haben einen Rechtsanspruch auf die Betreuung ihrer Kinder. Der Bedarf dafür wächst seither stetig.
Ab 1988 betrieb die AWO einen eingruppigen Kinderhort, der von der Stadt Mühldorf und dem Staat finanziert wurde. Heute betreut der Kinderhort fast 80 Kinder in drei Gruppen. Er ist aus der Kinderbetreuungslandschaft der Stadt nicht mehr wegzudenken.
Die AWO ist stolz darauf, diesen Dienst von Anfang an betreut zu haben. So dankte Marianne Zollner Stadt, Staat und Eltern für ihre Unterstützung und versicherte den Zuhörern gern dabei mitzuhelfen, die gesetzliche Verpflichtung der Stadt erfüllen zu helfen. Besonders dankte sie der Stadt für die Bereitstellung der neuen Räume. Sie kündigte an, der AWO-Kinderhort wird sich weiterentwickeln zum Inklusions-Hort und kann dann auch Kinder mit sehr hohem Betreuungsbedarf aufnehmen. Ihr Personal wird sich dafür besonders weiterbilden.
Abschließend dankte sie der Stadt und dem Stadtrat und allen, mit denen sie so hervorragend zusammenarbeiten. Besonders aber dem Team des Kinderhortes...
Landrat Max Heimerl gratulierte zunächst zu diesem innovativen Gebäude, das ein Highlight in der Kinderbetreuung im Landkreis Mühldorf darstellt. Zusätzlich zur Betreuung der Kinder bieten sie hier auch Chancengleichheit und die Vermittlung sozialer Kompetenz.
Wenn im laufenden Schuljahr im Landkreis 4.732 Kinder im Grundschulalter bereits 40 % dieser Kinder Ganztagesangebote nutzen, dann besucht die Mehrzahl davon Horte. Diese Horte spielen also eine sehr wichtige Rolle.
Der Chancenlandkreis und besonders die Stadt Mühldorf bietet tatsächlich jedem Kind, das eine Ganztagesbetreuung braucht, auch dann einen Platz, wenn es einen braucht. Das macht die Lebensqualität im Landkreis aus.
Mit ihrer Ergänzung für die Inklusion bieten sie tatsächlich Chancen für alle Kinder. Das ist wichtig, weil ihnen alle Kinder gleich viel wert sind. Zudem erfüllen sie ein Ziel, das sich das Landratsamt mit „Lernen vor Ort“ auch selbst gesetzt hat. Dafür schlägt auch sein Pädagogen-Herz…
So wünschte er allen Mitarbeitern viel Erfolg und alles Gute und gratulierte nochmal zum neuen Haus.
Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber dankte ihren Amtsvorgängern dafür, dass sie die Kinderbetreuung so vorbildlich organisiert haben. Ihnen allen war die Kinderbetreuung ein Herzensanliegen.
Der AWO-Kinderhort war seit seiner Gründung immer Vorreiter. Er hat immer Maßstäbe gesetzt und mit vielen Projekten immer neue Wege beschritten.
Nun kann ihr neues Domizil eingeweiht werden, für das sich AWO, Stadtrat und Stadtverwaltung ein besonderes Konzept gewählt haben, mit dem das Gebäude in Rekordzeit errichtet werden konnte. Dafür dankte sie besonders Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner. Die 80 Kinder von 6 bis 12 Jahren ergänzen ab dem kommenden Schuljahr bis zu 9 Kinder mit besonderem Betreuungsbedarf. So hilft der AWO-Kinderhort, alle Kinder ins Erwachsenenleben zu begleiten.
So gratulierte auch Claudia Hungerhuber den Mitarbeitern der AWO zu ihrem neuen Domizil und wünschte ihnen viele neue Erfahrungen und eine gute Zeit.
Anika Stiller wollte dann selbst etwas sagen zum Thema „Der AWO-Kinderhort im Wandel der Zeit“. Gerade als sie sich über die vielen Gäste der Einweihungsfeier gefreut hat, kam der kleine Alexander herein, der sich mal wieder verlaufen hatte. Er hat nämlich den neuesten Hort nicht gefunden. ER ist nämlich ein Hortkind!
Er war schon 1988 im Hort am Inn. Seine Suche hat also schon ein bisschen gedauert…
Der damalige Leiter hatte ihn alleine nach Hause gehen lassen. Da hatte er sich auch verlaufen. Nach seinem Hausarrest war der Hort dann plötzlich weg.
Tatsächlich war der in die Herzog-Friedrich-Straße gezogen, die er erst mit der Herzog-Heinrich-Straße verwechselt hatte. Die Suche danach hat schon gedauert!!!
Er sollte nämlich einen Stundenzettel von 1988 übergeben.
Begeistert war er, dass er im Publikum Klara-Maria Seeberger entdeckt hat. Für sie hatte er das Buch dabei, aus dem sie ihm damals immer vorgelesen hat. Also die alte Lesefibel aus ihren Lehrerzeiten.
Als er endlich in der Herzog-Friedrich-Straße angekommen ist, waren sie schon wieder weg! Dabei waren sie dort bis 2016!
Ausgezogen sind sie, weil der Hort von zwei auf drei Gruppen gewachsen ist. Das Bild passte halt jetzt nicht mehr. Der kleine Alex übergab es an die damalige Leiterin.
Wieder musste er suchen und hat einen Umweg über Neumarkt eingelegt. Dort hat er Michael Kuhlhanek getroffen. Der ist ja voll nett!
Zurück dann mit dem Bus runter in die Altstadt. Da gibt es voll viele AWOs. Die hat er alle abgeklappert, bis er im Haus der Begegnung gelandet ist. Kinderhort war da aber auch keiner.
So ist er weitergegangen zum Stadtplatz. Da waren sie mal eine Zeit lang im Therese-Gerardinger-Kindergarten. Von da wieder heim, wo ihm die Mama wieder Hausarrest verpasst hat.
Irgendwo hat er so Zeichnungen entdeckt. Also die Baupläne aus dem Bauamt. Also die für den Anbau an der Grundschule. Da durfte er dann wieder hingehen.
Aber als er da angekommen ist, war da schon wieder keiner mehr. So hat er die Pläne einfach fair geteilt. Ein Teil für Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner und ein Teil für Martin Wiedemannott, der damals Rektor an der Grundschule war.
Der Hausmeister hat ihn dann hierher geschickt. Das war ganz einfach, weil er das Schnellrestaurant da kennt. Jetzt also war er da!
Auf dem Heimweg war er noch am Campus der Hochschule. Da hat es ihm aber nicht gefallen wie den vielen anderen, die da rausgekommen sind. Später wollte er noch den neuen Hort sehen… Den würden ihm die Mitglieder des Elternbeirates zeigen, denen er schon jetzt Blumen spendiert hat.
So ist es mit den Hortkindern, meinte Anika Stiller. Man nimmt sich etwas vor und dann kommen die Kinder!
Die Besonderheit, eine Idee zu einem Projekt zu machen und dann zu sehen, wie daraus ein Zuhause wird, freute sich Stadtbaumeisterin Birgit Weichselgartner über das gelungene Gebäude. Dass dieses Projekt alles war, außer gewöhnlich, hatte sie schon bisher miterleben dürfen. Sie haben hier eine neue Bauform angewandt, einen Gebäudetyp „E“, über den viele reden, sie es aber gemacht haben. Damit haben sie großes Interesse geweckt und freuen sich jetzt über das tolle Ergebnis.
In nur 8 Monaten vom Stadtratsbeschluss bis zum Einzug hat es das großartige Team geschafft, alle nötigen Arbeiten zu erledigen. So hoffte sie, dass sich das großartige Team des AWO-Kinderhorts hier wohlfühlen möge. Dazu wünschte sie allen alles Beste!
Auch Architekt Josef Utzinger wunderte sich über die kurze Bauzeit dieses Gebäudes, das die ursprünglich angedachten Container ersetzt. Die beste und langfristigste Lösung wären die ja sicher nicht gewesen. So ist etwas Dauerhaftes und Bleibendes entstanden.
Das Hortgebäude ist das erste „Typ E“-Gebäude im Landkreis.
Auch wenn damit der Fokus auf das Wesentliche gelegt wird, bleibt doch die Qualität erhalten. Es wurde halt alles weggelassen, was nicht gebraucht wird. Möglich gemacht hat das praktische Bauerfahrung, solides theoretisches Wissen und ein Bauherr, der den Mut hatte, einen neuen Weg zu gehen. So entstand ein nachhaltiges, wertbeständiges Holz-Massivhaus, das für ein zweites Geschoss vorbereitet ist.
Nach sechs Monaten Planung und sechs Monaten Bauzeit konnten die Kinder einziehen.
Dass das alles so geklappt hat, verdanken sie auch den örtlichen Handwerkern. Mit ihnen haben sie bewiesen, dass öffentliches Bauen wirklich funktioniert.
Trotz allem wurden alle gesetzlichen Anforderungen erfüllt, manche sogar übertroffen.
Jetzt stehen den drei Hortgruppen etwa 730 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Und 1.750 Quadratmeter Freifläche, die aber noch fertiggestellt werden müssen.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 2,3 Millionen Euro.
Das alles zeigt:
Josef Utzinger dankte allen, vom Auftraggeber über die Baubeteiligten und auch den künftigen Nutzern, die diesem Gebäude Leben einhauchen. Schließlich geht’s um die Kinder…
Für Anika Stiller hatte er eine Tafel dabei, die sie versprach an der Eingangstür anzubringen.
Auch MdB Stephan Mayer gratulierte der Arbeiterwohlfahrt, die einerseits ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommt, andererseits auch das finanzielle Risiko trägt. Dafür dankte er ihnen besonders.
Und auch der Stadt dankte er herzlich dafür, dass sie auf den zunehmend rasanteren Wandel in der Gesellschaft und der Arbeitswelt die Verantwortung übernimmt und für die Betreuung der Kinder sorgt. So gelingt die geforderte Vereinbarkeit von Beruf und Familie.
Dank galt auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die für Chancengleichheit der Kinder sorgen und sich sogar der Inklusion widmen. Kinder mit Einschränkungen gehören schließlich in die Mitte der Gesellschaft.
Und auch dem Verein Sterntaler dankte Stephan Mayer herzlich für ihren finanziellen Beitrag. So wünschte er allen viel Erfolg und besonders den Kindern viel Freude an der neuen Einrichtung.
Anika Stiller dankte dann Inge Schnabl für das Bodentrampolin, das sich die Kinder gewünscht haben und das sie ohne den Verein Sterntaler nicht hätten kaufen können.
MdL Sascha Schnürer hatte Verständnis für die Kinder, die nun schon so lange brav gewartet hatten. Er schloss sich dem Dank seiner Vorredner an, dankte aber besonders der Stadtverwaltung und dem Architekten Josef Utzinger dafür, dass sie es einfach mal gemacht haben.
Sie haben Mut bewiesen und gezeigt, dass es funktioniert. Ein Applaus dafür!
Zusammen mit dem Amt für Ländliche Entwicklung nebenan entsteht hier fast ein neues Stadtviertel. Eines, in dem man toll leben kann.
Mit dem eingesparten Geld aus der Kürzung des Familiengeldes stärkt der Freistaat eben solche Strukturen. So war auch er stolz auf das neue Gebäude.
Dann bat er die Kinder zu sich und bat sie, das Gebäude und die vielen Menschen anzuschauen, die das alles nur für sie gemacht haben. Sie alle haben nur ihr Bestes im Sinn. Ein großer Applaus dafür!
Als letzter Grußwortredner hatte es MdL Markus Saller schwer. So schloss er sich seinen Vorrednern an und freute sich über den Mut, den die Stadtverwaltung mit dem Bau des „Gebäudetyp E“ gezeigt hat. Man kann also billig bauen. Das sollte man fortsetzen.
Gebäude und Außenfläche bieten den Kindern viel Platz. Hier können sie sich austoben und die Stadt genießen. So wünschte auch er den Nutzern alles Gute und viel Freude.
Gemeindereferent Alexander Weidinger und Prädikant Volker Naurath segneten dann das neue Gebäude und den Hort, der sich den Regenbogen zum Zeichen gewählt hatte, der für Gottes Liebe steht.
Die Kinder ließen sich von den Regenbogenfarben leiten und besangen so Gottes Liebe.
Ihre Botschaften überreichten sie den Verantwortlichen. Den Regenbogen etwa der Bürgermeisterin Hungerhuber.
Schließlich segneten sie das neue Gebäude.
Die Kinder brachten ihre Fürbitten vor und sie schlossen gemeinsam die Segnung mit dem Vaterunser ab.
Mit dem Durchschneiden des Bandes gab Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber das neue Anwesen frei.
Und die Kinder luden zum Feiern ein. Das begann mit am offenen Feuer zubereitetem Eintopf und einer ganzen Reihe Belustigungen. Mit Kinderschminken etwa, mit einer Kunstausstellung und mit Maßkrugschieben.
Den Tag der offenen Tür am Nachmittag nutzten viele Eltern und verschafften sich einen Eindruck vom Gebäude und den Angeboten des AWO-Kinderhorts. Da, wo die Odyssee des kleinen Alexander, also die Suche nach dem Kinderhort der AWO in Mühldorf, nun endlich ein Ende gefunden hat. Da an der Maria-Himmelfahrt-Straße im Mühldorfer Norden. Gleich neben dem Amt für Ländliche Entwicklung…
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