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Thema LZ Archiv KW Ersch.
88 150 Jahre Freiwillige Feuerwehr Oberbergkirchen - Das Festwochenende 45:00 Play Button ungewählt 20 22.05.26
Der Auftakt: Bittgang und Zeltaufbau

Zwei Jahre lang hatten die Mitglieder des Festausschusses der Freiwilligen Feuerwehr Oberbergkirchen ihr 150-jähriges Gründungsjubiläum akribisch vorbereitet. In zahllosen Sitzungen wurden der Termin festgelegt, das Programm aufgestellt, Sponsoren gewonnen, Schirmherr und Patenverein erwählt sowie das Festzelt gemietet. Lieferanten für Speisen und Getränke wurden vertraglich gebunden, DJs und Musikkapellen verpflichtet und die eigenen Mitglieder sowie die Ortsvereine motiviert. Ein derart großes Fest in einem Ort von der Größe Oberbergkirchens gelingt schließlich nur, wenn alle zusammenhelfen.

Den Segen für ihr Fest erbaten die Floriansjünger vorab mit einem feierlichen Bittgang zum nahegelegenen Wallfahrtskircherl nach Vogging. Bereits vor dem Aufbruch stimmte der Vorbeter die Teilnehmer ein. Der Weg führte die Prozession durch Aubenham nach Vogging, wo sie sich in der kleinen Kirche zusammenfanden. Auch das neue Erinnerungs-Daferl hatten sie mitgeführt. In der Andacht erbaten die Gläubigen Gottes Schutz für die Festtage und die Bewahrung vor Ungemach jeglicher Art. Nach dem Segen zog die Gemeinschaft zurück zum Feuerwehrhaus nach Oberbergkirchen, woraufhin manche den Nachmittag beim Wirt in Gantenham gemütlich ausklingen ließen.

Nach der erfolgreichen Wein- und Bierprobe startete der Aufbau des Festgeländes. Bereits am frühen Morgen waren so viele hochmotivierte Helfer am Werk, dass die ersten Zeltbinder bald standen. Ohne große Diskussionen steckten die Feuerwehrleute die Aluminiumprofile zusammen, verschraubten sie und befestigten sie an den zuvor im Boden verankerten Platten. Bis auf wenige Anweisungen zur logischen Reihenfolge hatte der Zeltmeister kaum Arbeit; alles lief Hand in Hand, als hätten die Helfer dies schon oft getan. Auch die Frauen packten tatkräftig mit an. Noch bevor alle Binder standen, brachte Franz bereits die Seile zum späteren Einziehen der Zeltbahnen. Dank der guten maschinellen Ausrüstung wuchs das Aluminiumgerüst rasant in die Höhe – ein Spektakel, das auch die Kinder des gegenüberliegenden Kindergartens fasziniert beobachteten. Mit vereinten Kräften wurden die ersten Planen eingezogen, während am anderen Ende noch die letzten Profile aufgestellt wurden. Zur Mittagszeit sorgten Ehrenkommandant Christian Wittmann und Sabine Scheu für die verdiente Brotzeit, bevor am Nachmittag der anspruchsvolle Einbau des Zeltbodens und der Bühne auf der unebenen Bauernwiese folgte. Christian ließ bereits seinen großen Kühlschrank anliefern, der Platz für zahlreiche Bierträger bot. Während die einen den Boden verlegten, hängten andere die Zeltgiebel, Seitenwände und die Festbeleuchtung ein. Am späten Nachmittag brachte Brauereichef Max Vetter den markanten Bierkasten-Leuchtenring sowie die ersten Kästen Innbräu vorbei, sodass die Helfer gemeinsam auf das Tagwerk anstoßen konnten.

Wenige Tage später war das Festgelände komplett umzäunt, die Freiflächen waren mit Hackschnitzeln begehbar gemacht, die Bühnen- und Tontechnik installiert, die Bars rund um das Zelt bestückt und Küche sowie Schänke voll einsatzbereit. Vorstand Serkan Karaismail-Geisberger zeigte sich sichtlich zufrieden. Einzig Felix musste kurz vor dem Start noch einmal den Rasenmäher anwerfen, da das Gras bereits durch die Bodenbretter gewachsen war.

Das Festwochenende: Diskoparty und Vatertag

Wenig später erwartete Felix am Eingang die ersten Gäste der großen „Tatü-Tata Diskoparty“. Während das junge Publikum erfahrungsgemäß etwas auf sich warten ließ, lohnte sich ein Blick in die Küche: Am Grill neben dem Zelt drehte sich bereits die Sau für den anstehenden Vatertag. Zudem hatte Max Vetter seine Pizza-Küche aufgebaut, um den Gästen eine kulinarische Alternative zu Gyros und Grillspezialitäten zu bieten. Schließlich strömten die Besucher so zahlreich herbei, dass sich an der Kasse lange Schlangen bildeten. Die DJs sorgten für hervorragende Stimmung, während die Lichttechnik das passende Ambiente schuf. Rund 1.600 Jugendliche feierten bis spät in die Nacht ausgelassen im voll besetzten Zelt. Für die Feuerwehr endete die Nacht jedoch nicht mit dem Feiern, da das Zelt noch vor dem Morgengrauen komplett für den Vatertag umgebaut werden musste.

Am nächsten Morgen verhießen dunkle Wolken am Himmel zunächst nichts Gutes, was die Mitglieder der Feuerwehr jedoch nicht von ihrem traditionellen Kirchenzug abhielt. Gemeinsam zog die Wehr zur Pfarrkirche, um den Wortgottesdienst zu Christi Himmelfahrt zu feiern. Diakon Clemens Rude hieß die Gläubigen und die rechts und links des Altars postierten Fahnenabordnungen herzlich willkommen. Er dankte der Feuerwehr für ihren unschätzbaren Dienst am Nächsten und betonte, wie wichtig das Bewusstsein sei, dass menschliche Hilfe stets unter Gottes Segen stehe. Im Zuge der Liturgie wurde insbesondere der verstorbenen Mitglieder der Feuerwehr Oberbergkirchen gedacht. In den Fürbitten standen das gute Miteinander, die Bitte um Schutz bei den Einsätzen und der Trost für trauernde Angehörige im Mittelpunkt. Mit einem feierlichen Segen entließ Diakon Rude die Gemeinde zum anschließenden Gedenken am Kriegerdenkmal.

Dort zitierte der Diakon die Worte des Apostels Paulus über die Hingabe für den Nächsten als größtes Zeichen der Liebe und dankte allen Einsatzkräften, die bei ihren Einsätzen regelmäßig ihre Gesundheit riskieren. Vorstand Serkan Karaismail-Geisberger erinnerte an die gefallenen Kameraden der beiden Weltkriege sowie an alle verstorbenen Mitglieder der Wehr und dankte für das bleibende Fundament, das sie geschaffen haben. Als Zeichen des Dankes und der Anerkennung wurde eine Schale am Denkmal niedergelegt, bevor die Gedenkfeier bei gesenkten Fahnen mit der Bayernhymne ihren würdigen Abschluss fand.

Anschließend zog die Festgesellschaft hinter den Oberbergkirchner Musikanten zum Festplatz, wo bereits die Böllerschützen warteten. Im Zelt angekommen, hieß Vorstand Serkan Karaismail-Geisberger die Ehrengäste willkommen, darunter Schirmherr und Bürgermeister Christian Hausberger, den Patenverein der Feuerwehr Irl sowie die zahlreichen Ortsvereine. Nachdem der Bürgermeister das erste Fass erfolgreich angezapft hatte, wurde offiziell auf vier Tage Gründungsfest angestoßen.

Damit startete das große Schafkopfturnier, an dem 136 leidenschaftliche Spieler aller Generationen teilnahmen. Auch Ampfings zweiter Bürgermeister Günther Hargasser mischte sich unter die Kartler, musste am Ende jedoch schmunzelnd feststellen, dass beim Spiel eben auch der olympische Gedanke zählt. Während die Musemoasta Sepp Eibelsgruber und seine Oberbergkirchner Musikanten für die Unterhaltung sorgten, ließen sich die Gäste die Sau vom Spieß, Pommes sowie das reichhaltige Kuchenbuffet schmecken. Für die jüngsten Besucher standen eine Spielecke, ein Sandkasten, eine Hüpfburg sowie eine Kinderschmink-Aktion des Familienstützpunkts bereit. Bei der anschließenden Siegerehrung durch Martin Seisenberger gab es für fast alle Teilnehmer Sachpreise; der Hauptpreis, eine Reise nach Berlin, war von MdB Stephan Mayer gestiftet worden. Eine besondere Überraschung hielt der Pfarrgemeinderat bereit, der der Feuerwehr eine Spende in Höhe von 757 Euro zur Unterstützung des Festes überreichte. Der Nachmittag klang schließlich im Biergarten bei einem geselligen Spiele-Dreikampf aus Maßkrugstemmen, Sackhüpfen und Bierkastenstapeln harmonisch aus, während die Gewitterwolken glücklicherweise ohne Regenschauer vorbeizogen.

Am Freitag kündigte der wolkenverhangene Himmel bereits früh einen feuchten Abend an, was der Stimmung im Zelt jedoch keinen Abbruch tat – schließlich stand das große Wein- und Bierfest auf dem Programm. Am Eingang erhielt jeder Gast direkt das passende Weinglas gereicht. Zum Auftakt zogen die „Greadoja“ traditionell mit dem Bozener Bergsteigermarsch ins Zelt ein, und Vorstand Serkan Karaismail-Geisberger sorgte umgehend für den ersten gemeinsamen Toast. Abwechselnd heizten die „Greadoja“ und die „Bergdachsen“ dem Publikum kräftig ein, während sich die Gäste Currywurst, Pommes und deftige Brotzeitteller schmecken ließen. Draußen öffnete der Himmel schließlich seine Schleusen, doch in den Bars blieb es trocken und gesellig. Besonders der ausgeschenkte Johannisbeerwein aus Gantenham erfreute sich großer Beliebtheit. Am Ende des Abends bedankte sich das Zelt mit großem Applaus beim Küchenteam und den Bedienungen, die sich nach ihrem unermüdlichen Einsatz ihre eigene Brotzeit mehr als verdient hatten.

Der Festsonntag: Weckruf und Festzug

Den Samstag nutzten die Beteiligten, um für den großen Endspurt Kraft zu tanken, denn der Festsonntag begann bereits vor sechs Uhr morgens mit dem traditionellen Weckruf. Bei herrlichem Sommerwetter machten sich die Feuerwehr und die Böllerschützen auf den Weg zu Schirmherr Christian Hausberger. Die lauten Böllerschüsse ließen von Oberbergkirchen bis Ranoldsberg keinen Zweifel daran, was die Stunde geschlagen hatte, während die Bergkirchner Tanzlmusik den Schirmherrn endgültig aus den Federn holte. Dieser bedankte sich für den frühen Besuch mit einem stärkenden Schnaps. Die Tour führte die Weckruf-Gesellschaft weiter zu Festbraut Julia Thaller und anschließend zu Patenbraut Leni Hargasser, wo jeweils das gleiche lautstarke Prozedere folgte, bevor man sich bei den kühlen Morgentemperaturen im Warmen zu den wohlverdienten Weißwürsten zusammensetzte.

Auf dem Festgelände herrschte derweil bereits reger Betrieb. Die Festbräute versammelten sich zum offiziellen Fototermin, während die Blaskapelle Kraiburg die eintreffenden Gastvereine durch ein langes Spalier der Festmädchen ins Zelt geleitete. Ein besonderer Gruß galt dem Patenverein aus Irl, angeführt von Patenbraut Andrea Weichselgartner. Manche Wehr, wie die aus Ranoldsberg für das Jahr 2027, nutzte den Einzug gleich für die Werbung für ihr eigenes anstehendes Jubiläum. In Küche und Schänke wurde im Akkord gearbeitet, um alle Gäste zügig mit Weißwürsten und frischem Festbier zu versorgen. Zuletzt spielten die Oberbergkirchner Musikanten auch den Jubelverein selbst ins voll besetzte Zelt ein, wo die Ehrengäste – darunter Bezirksrätin Claudia Hausberger, MdL Markus Saller und der neue Kreisbrandrat Julian Liebermann – bereits Platz genommen hatten. Nach einem ersten Blick in die druckfrische Festschrift formierte sich die Festgesellschaft zum großen Kirchenzug. Angeführt von den Ehrengästen in stilvollen Oldtimern und der Blaskapelle Kraiburg zog ein schier endloser Zug von Feuerwehrleuten und Ortsvereinen durch den Ort zum neuen Pfarrhof.

Dort suchten die Teilnehmer im idyllischen Pfarrgarten den Schatten der Bäume. Den Festgottesdienst gestaltete der Oberbergkirchner Chor „Klangzauber“ musikalisch, zelebriert wurde die Heilige Messe von Pfarrvikar Michael Correll. In seiner Festpredigt bezog er sich auf die Lesung aus dem ersten Petrusbrief und das Johannesevangelium. Er lobte den unermüdlichen und vorausschauenden Einsatz der Feuerwehr Oberbergkirchen, die stets anpacke, noch bevor man sie darum bitten müsse. Mit ihrem unermüdlichen Einsatz im Dienst am Nächsten gemäß ihrem Leitspruch „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“ machten die Floriansjünger die Welt ein Stück besser und ehrten damit den Schöpfer. Nach der Eucharistiefeier spendete der Pfarrvikar der Festgemeinde den feierlichen Wettersegen und schritt zur feierlichen Segnung der kunstvollen Fahnenbänder.

Im Anschluss trugen die Festdamen ihre feierlichen Prologe vor: Festbraut Julia Thaller erbat in ihren Zeilen Gottes Kraft für alle künftigen Einsätze und heftete der Wehr stolz ihr Erinnerungsband an. Patenbraut Leni Hargasser betonte die unbezahlbare, langjährige Freundschaft zwischen den Wehren und überreichte das Band an die Patenwehr aus Irl. Zuletzt gratulierte Patenbraut Andrea Weichselgartner der Jubelwehr zum 150-jährigen Bestehen und würdigte die feste Kameradschaft, die seit Generationen jedem Wetter und allen Gefahren trotzt. Vorstand Serkan Karaismail-Geisberger dankte allen Beteiligten für die würdevolle Gestaltung des Gottesdienstes.

Schirmherr Christian Hausberger dankte dem Herrgott für das Kaiserwetter und hob den tiefen Zusammenhalt, den Mut und das Pflichtbewusstsein hervor, das die Wehr seit 150 Jahren auszeichnet. Er sprach allen Generationen von Feuerwehrleuten seinen aufrichtigen Respekt aus und dankte dem Festausschuss für die hervorragende Organisation. Die stellvertretende Landrätin Ilse Preisinger-Sontag überbrachte die Grüße von Landrat Max Heimerl und betonte, dass die ehrenamtliche Arbeit der Feuerwehr das unverzichtbare Fundament für das Funktionieren der Dorfgemeinschaft bilde. MdB Stephan Mayer gratulierte zum großartigen Jubiläum und bezeichnete die Wehr als lebendiges Vorbild für das gesamte deutsche Feuerwehrwesen. Die Landtagsabgeordneten Sascha Schnürer und Markus Saller fassten sich angesichts der sommerlichen Temperaturen bewusst kurz; Schnürer mahnte die Zuhörer mit Blick auf seine Arbeit im Gesundheitsausschuss augenzwinkernd, ausreichend zu trinken, während Saller seine Hochachtung für das glanzvolle Fest ausdrückte. Zuletzt dankte Kreisbrandrat Julian Liebermann im Namen der Inspektion für das hervorragende Miteinander und wünschte allen Aktiven stets eine gesunde Heimkehr von den Einsätzen.

Nach der von den Festkapellen gemeinsam intonierten Bayernhymne zog der Jubelverein, gefolgt von den Oldtimern der Ehrengäste und dem langen Zug der Vereine, zurück zum Festplatz. Dort wurden sie erneut von den Böllerschützen und den Festmädchen empfangen. In der Bar hatte die Küche der Stiftung Ecksberg ein effizientes Fließband aufgebaut, sodass die Kameraden der Ortsvereine die Gäste im Nu mit frischem Schweinebraten und Kartoffelsalat versorgen konnten. Für die musikalische Untermalung sorgte die „Heldensteiner Heubodnblasn“, die schnell das Tempo anzog und für ausgelassene Stimmung sorgte. Besonders die Kameraden aus Salmanskirchen und Lauterbach feierten kräftig auf den Bänken, während die älteren Semester das Fest bei Kaffee und Kuchen im ruhigeren Teil genossen. Erst am späten Nachmittag leerte sich das Zelt allmählich, wobei die ausdauernden Böllerschützen sowie die treuen Helfer der Feuerwehr Zangberg den Festsonntag gemütlich ausklingen ließen.

Das Finale: Kreisbauerntag und Abbau

Am Montag fand das Jubiläumswochenende mit dem traditionellen Kesselfleischessen seinen Abschluss. Gleichzeitig hatte der BBV-Kreisverband Mühldorf zum großen Kreisbauerntag geladen, den die Landwirte der gesamten Region zahlreich besuchten. Dass sich das Fest dem Ende neigte, zeigte sich auf dem Außengelände, wo Max Vetter bereits die ersten leeren Fässer und nicht benötigten Maßkrüge auf seinen LKW verlud. Drinnen genossen die Landwirte und die zahlreichen Ehrengäste – darunter MdB Stephan Mayer, Landrat Max Heimerl, die stellvertretende Kreisbäuerin Kristina Keilhacker sowie die ehemalige Kreisbäuerin Anna Senftl – die ungezwungene Atmosphäre zum politischen und fachlichen Austausch.

Zum Einzug des besonderen Gastes des Abends, dem Chef der Bayerischen Staatskanzlei, Staatsminister Dr. Florian Herrmann, spielte die Bergkirchner Tanzlmusik feierlich auf. Nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Vorstand Martin Seisenberger und Ortsobmann Andreas Huber übernahm BBV-Kreisvorsitzender Ulrich Niederschweiberer das Wort. Er hieß die Ehrengäste willkommen und ging auf die aktuell bewegten Zeiten der Landwirtschaft ein, die von sinkenden Erlösen und stark steigenden Energie- und Düngemittelpreisen geprägt seien, wozu er sich konkrete Zusagen der Politik erhoffte. Im Anschluss stellte sich der neue Geschäftsführer der Kreisverbände Mühldorf und Altötting, Agrarwirtschaftsingenieur Josef Baumann, kurz vor und bat die Mitglieder um eine weiterhin vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Bürgermeister Christian Hausberger unterstrich in seinem Grußwort die immense Bedeutung der Landwirtschaft für die gesamte Region als verlässlicher Lieferant hochwertiger Lebensmittel und plädierte für gemeinsame Lösungen bei künftigen Herausforderungen. Landrat Max Heimerl gratulierte der Feuerwehr zu dem rundum gelungenen Fest und dankte den Landwirten für ihren besonnenen Umgang mit den aktuellen Krisen, da die Landwirtschaft im Landkreis Mühldorf eine überdurchschnittlich hohe wirtschaftliche Wertschöpfung erbringe. MdB Stephan Mayer würdigte in seinen Ausführungen nochmals die enorme Leistungsfähigkeit und den ehrenamtlichen Einsatz der über 3.000 Feuerwehrdienstleistenden im Landkreis Mühldorf, bevor er fundiert auf die aktuellen agrarpolitischen Themen einging. Als Dank für seine Ausführungen überreichte Ulrich Niederschweiberer ihm einen Geschenkkorb.

Staatsminister Dr. Florian Herrmann lobte in seiner Festansprache ebenfalls das 150-jährige Bestehen der Wehr und betonte die Einzigartigkeit des bayerischen Feuerwehrwesens, das im internationalen Vergleich eine Spitzenquote an aktiven Mitgliedern aufweise. Neben dem Brandschutz seien die Wehren das schlagende Herz der Dorfgemeinschaft. Er ging zudem intensiv auf das gesellschaftliche Bild der Landwirtschaft ein und sicherte den Bauern die volle Unterstützung der Staatsregierung zu. Auch Dr. Herrmann erhielt als Dank einen prall gefüllten Geschenkkorb und gratulierte dem einzigen anwesenden Absolventen der Meisterschule herzlich zu dessen Erfolg. Mit der gemeinsam gesungenen Bayernhymne fand der Kreisbauerntag seinen offiziellen Abschluss.

Danach feierten die Bedienungen und das Küchenteam die hervorragende Zusammenarbeit der vergangenen Tage. Während die Bergkirchner Tanzlmusik noch eine Weile aufspielte, wurden im Zelt bereits die ersten Bänke hochgestellt und die Abrechnungen gemacht. Nach einem letzten gemeinsamen Bier ging ein langes, intensives Festwochenende zu Ende.

Der Abbau am Folgetag ging verständlicherweise nicht ganz so schnell vonstatten wie der Aufbau, da nach fast zehn Tagen Vollgas ein wenig die Luft raus war. Dennoch packten alle Helfer kräftig mit an, räumten Küche, Schänke, Bühne und Bar aus und demontierten den Zeltboden, sodass der Zeltverleih am Donnerstag die Aluminiumprofile planmäßig verladen konnte. Am darauffolgenden Sonntag erinnerten nur noch dezente Spuren auf der Wiese an das glanzvolle Großereignis. Die Festwiese wurde so ordentlich hinterlassen, wie sie angetroffen worden war. Das Festjahr ist für die Freiwillige Feuerwehr Oberbergkirchen damit jedoch noch nicht ganz vorbei: Es folgen das verdiente Helferfest sowie der offizielle Dank an den Patenverein aus Irl. Und es würde niemanden wundern, wenn die Wehr aus Irl die Gelegenheit direkt nutzt, um die Oberbergkirchner um die Übernahme der Patenschaft für ihr eigenes 150-jährige Gründungsfest im kommenden Jahr zu bitten.

89 Konstituierende Sitzung des Kreisverbandes Mühldorf des Bayerischen Gemeindetages - Thomas Einwang als Bürgermeistersprecher bestätigt 14:00 Play Button ungewählt
Die Kommunalwahl hat viele Änderungen in den Rathäusern der Städte und Gemeinden im Landkreis gebracht, die Folgen haben für die Zusammensetzung des Kreisverbandes des Bayerischen Gemeindetages. Das hatte die Neuwahl des Vorstandes dieses kommunalen Verbandes zur Folge.

Der bisherige Vorsitzende, Buchbachs Bürgermeister Thomas Einwang, hat deshalb zur Konstituierenden Sitzung ins Kulturhaus nach Buchbach eingeladen.

Dort hieß er die ehemaligen und neu gewählten Bürgermeister willkommen. Besonders freute er sich über Landrat Max Heimerl unter den Zuhörern. Und über Jennifer Hölzlwimmer vom Bayerischen Gemeindetag.

Allen neu Gewählten gratulierte Thomas Einwang zu ihrer Wahl und dankte allen Ausgeschiedenen für das gute Miteinander in den zurückliegenden Jahren.

Auf die sonst übliche Vorstellung der Gemeinde verzichtete Thomas Einwang zunächst und bat stattdessen die 13 neu gewählten Bürgermeister, sich kurz vorzustellen. Es sind ja tatsächlich 45 % der Bürgermeister im Landkreis neu gewählt worden!

Die Vorstellungsrunde startete Jennifer Hölzlwimmer vom Bayerischen Gemeindetag. Alle bekannten Persönlichkeiten überspringen wir hier. Also Landrat Max Heimerl und seinen weiteren Stellvertreter Richard Fischer.

Neu gewählt wurde Stefan Streck in Neumarkt-St. Veit.

Neu gewählt wurde Emil Kirchmeier in Neumarkt-St. Veit.

Ebenfalls neu ist Martin Huber in Reichertsheim.

Bernhard Schweida übernahm in Maitenbeth.

Und in Polling folgt Ernst Weinberger Lorenz Kronberger nach.

Irmi Daumoser wurde in Rechtmehring zur Bürgermeisterin gewählt.

Franz Wieser haben die Kirchdorfer zu ihrem Bürgermeister gewählt.

Manfred Eder folgt in Taufkirchen Alfons Mittermaier nach.

In Lohkirchen hat Martin Gruber von Siegfried Schick übernommen.

In Unterreit wurde Leonhard Moosmeier zum ersten Bürgermeister gewählt.

In Haag hat Dr. Florian Haas das Amt des ersten Bürgermeisters von Sissy Schätz übernommen.

Andreas Huber folgt in Niedertaufkirchen auf Sebastian Winkler, der dort 23 Jahre lang Bürgermeister war.

Claudia Hungerhuber, die neue Bürgermeisterin der Kreisstadt Mühldorf, war nicht gekommen und auch nicht vertreten.

Thomas Einwang verabschiedete dann die ausgeschiedenen Mitglieder und dankte ihnen für ihre Mitarbeit beim Bayerischen Gemeindetag. Besonders denen, die im Vorstand mitgearbeitet haben.

Seit 2020 Beisitzerin war Haags Bürgermeisterin Sissy Schätz, die so auch den westlichen Landkreis repräsentiert hat. Ihr dankte Thomas Einwang mit einem Geschenkkorb.

Ebenfalls Beisitzer war Lorenz Kronberger. Ihm dankte Thomas Einwang in Abwesenheit.

Robert Pötzsch hatte die Kasse des Kreisverbandes geführt. Dafür dankte ihm Thomas Einwang auch mit einem Geschenkkorb.

Zuletzt dankte Thomas Einwang Erwin Baumgartner, der von 2008 bis 2026 stellvertretender Kreisvorsitzender und Delegierter zum Landesverband war. Für die viele Zeit, die er dafür geopfert hat, dankte ihm Thomas Einwang mit einem Gemälde von Lorenz Rott. Das zeige das Rathaus in Neumarkt, in dem er so viele Jahre geherrscht hat, meinte Thomas Einwang.

Dem Dank schloss sich auch Jennifer Hölzlwimmer an.

Erwin Baumgartner seinerseits dankte Thomas Einwang für die vielen Jahre und hoffte, sie würden das Miteinander auch als Altbürgermeister weiter pflegen.

Thomas Einwang bat die Bürgermeister nach draußen, wo sie sich zum Gruppenbild aufstellten. Einmal die bisherigen Mitglieder und dann die neu gewählten Bürgermeister.

Thomas Einwang stellte dann die Marktgemeinde Buchbach vor, in der etwa 3.400 Einwohner leben. Neben Grund- und Mittelschule, drei Kindergärten und einer Kinderkrippe und zwei Feuerwehren gibt es alles, was die Bürger brauchen. Besonders wies Thomas Einwang auf die erfolgreiche Wirtschaft und das aktive Vereinsleben hin, die Arbeitsplätze bietet und den Haushalt der Marktgemeinde erfolgreich gestalten lässt.

Das hat sich beim Neubau des kommunalen Bauhofs gezeigt, der erst vor Jahresfrist eröffnet worden ist.

Trotz aller Erfolge ist auch einiges nicht gelungen. Da muss man halt aufstehen und weitermachen, gibt er den neu gewählten Kollegen mit auf den Weg.

Er lud sie alle zur Zusammenarbeit ein und hoffte, gemeinsam den Landkreis vorwärtsbringen zu können.

Abschließend war er überzeugt, Buchbach liegt sehr zentral – auch wenn die rot markierte Lage anderes vermuten lässt. Niemand im Landkreis braucht trotzdem länger als 30 Minuten, um nach Buchbach zu kommen!

Jennifer Hölzlwimmer stellte dann den Bayerischen Gemeindetag vor, der seine Geschäftsstelle zentral in München hat. Sie lud alle neu gewählten Bürgermeister ein, sie zu besuchen, um zu sehen, dass sie eine kleine Behörde sind.

Ihrem Verband gehören 2.056 Gemeinden an, darunter 25 kreisfreie und 29 große Kreisstädte. Damit sind sie der mitgliederstärkste kommunale Spitzenverband in Deutschland.

Sie stellte die 13 Fachleute vor, die den Bayerischen Gemeindetag führen, und die Aktivitäten des Verbandes, die sie in drei Säulen zusammenfasste: Die Vertretung der Interessen ihrer Mitglieder bei der Staatsregierung, beim Bayerischen Landtag, beim Deutschen Städte- und Gemeindebund und beim Europabüro der bayerischen Kommunen.

Weiters schulen sie die Mitglieder, bieten Dienstleistungen und präsentieren sie auf Messen.

Und zuletzt beraten sie die Mitgliedskommunen zu einer ganzen Reihe aktiver Themen.

Dreimal jährlich geben sie eine Mitgliederzeitschrift heraus, deren Inhalte auch auf ihrer Internetseite zu lesen sind. Den Bürgermeistern riet sie, das alles zu lesen und so von den Erfahrungen anderer zu lernen. Die Webseite bietet zudem einen Mitgliederbereich, über den sie mit ihnen in Kontakt treten können. Dort bieten sie auch viele Musterunterlagen zum Download an.

Aktuelle Themen bieten sie auch in Rundschreiben per Mail an. Und natürlich sind sie auch in den sozialen Medien präsent.

Thomas Einwang dankte Jennifer Hölzlwimmer und stellte die Aktivitäten des Kreisverbandes vor, der bislang immer am Montagachmittag zusammengekommen ist und seine Sitzungsdauer auf dreieinhalb Stunden beschränkt hat. Meistens laden sie auch Landrat Heimerl ein, um auch aktuelle Themen diskutieren zu können. Seit einiger Zeit tauschen sie sich einmal im Jahr mit den Abgeordneten zum Bayerischen Landtag aus. Zudem organisieren sie Bürgermeister- und Altbürgermeisterausflüge, um so die Gemeinschaft zu stärken. Dazu beigetragen hat auch der Bürgermeister- und der Altbürgermeisterstammtisch. Das alles haben sie in der zurückliegenden Wahlperiode fast durchgehend geschafft. Er selbst hat sich nicht als ihr Chef gesehen, meinte Thomas Einwang, sondern als ihr Sprecher und hoffte, die Bürgermeister der abgelaufenen Wahlperiode waren damit einverstanden.

Kassenführer Robert Pötzsch berichtete für 2025 einen Anfangsbestand von 16.883 Euro. Nach Einnahmen und Ausgaben blieben zum Jahresende 17.854 Euro auf dem Konto.

Kassenprüfer Michael Hetzl bestätigte korrekte Kassenführung und empfahl den bisherigen Mitgliedern die Entlastung des Vorstandes. Die erteilten diese einstimmig.

Robert Pötzsch übergab die Unterlagen und die ausgeschiedenen Mitglieder verabschiedeten sich aus der Sitzung.

Nachdem die verbliebenen Mitglieder der vorher vorgelegten Geschäftsordnung zugestimmt hatten, schlug Thomas Einwang vor, die Durchführung der Vorstandsneuwahl Jennifer Hölzlwimmer durchführen zu lassen. Die Versammlung stimmte dem Vorschlag zu. Sie erklärte, die Wahl hat geheim zu erfolgen. Die Versammlung akzeptierte aber ihren Vorschlag, die Beisitzer per Handzeichen zu wählen.

Auf ihre Frage nach einem Vorschlag für einen neuen Vorsitzenden schlug Ampfings Bürgermeister Sepp Grundner Thomas Einwang zur Wiederwahl vor. Er soll seine erfolgreiche Arbeit fortsetzen.

Da es keine weiteren Vorschläge gab, stimmten die Mitglieder schriftlich ab. Die Wahlhelfer Erwin Baumgartner und Sebastian Winkler sammelten die Stimmzettel ein und zählten aus. Nach kurzer Zeit hatte Jennifer Hölzlwimmer das Ergebnis.

Thomas Einwang nahm die Wahl an und die Gratulation der Mitglieder entgegen.

Auch Landrat Max Heimerl gratulierte und überreichte ein Geschenk.

Thomas Einwang seinerseits schlug als Beisitzer Antonia Hansmeier vor. Damit wollte er den Kreisverband moderner und weiblicher aufstellen. Da es auch hier keine weiteren Vorschläge gab, stimmten die Mitglieder ab.

Nach kurzer Auszählung hatte Jennifer Hölzlwimmer das Ergebnis.

Auch Antonia Hansmeier nahm die Wahl an.

Drei weitere Vorstandsmitglieder sollten die Mitglieder per Handzeichen wählen.

Thomas Einwang schlug Mühldorfs neu gewählte Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber von der SPD vor, Zangbergs Bürgermeister Georg Auer von den Freien Wählern und Dr. Florian Haas aus Haag. Sein Plan war, alle Parteien einzubinden, obwohl ihm die politische Heimat nicht so wichtig war. Viel mehr wollte er große und kleine Kommunen einbinden und alle Teile des Landkreises.

Alle drei bestätigten die Mitglieder per Handzeichen. Und die beiden Anwesenden nahmen die Wahl an. Von Claudia Hungerhuber haben wir bislang keine Wahlannahme gehört.

Thomas Einwang gratulierte allen Gewählten und freute sich auf gute Zusammenarbeit.

Im Weiteren entsandten die Mitglieder Vertreter in verschiedene Gremien:

Ihn selbst und Antonia Hansmeier und zwei Vertreter in den Planungsverband der Region 18.

Ins Entscheidungsgremium des Leader-Arbeitskreises „Mühldorfer Netz“ entsandte die Versammlung neben Thomas Einwang, der dem Verein ja auch vorsitzt, auch Antonia Hansmeier und Dr. Florian Haas.

Landrat Max Heimerl berichtete Neues aus dem Landratsamt. Zunächst dankte er aber den ausgeschiedenen Vorständen und gratulierte den neu Gewählten, mit denen er hoffte, die gute Zusammenarbeit fortsetzen zu können. Seinerseits sicherte er die bestmögliche Unterstützung des Landkreises zu. Gern kommt er weiter in die Bürgerversammlungen, wo er aus erster Hand die Themen erfährt, die in den Kommunen auf den Nägeln drücken.

Wie wichtig eine gute Zusammenarbeit ist, haben in den zurückliegenden sechs Jahren die Corona-Krise, die Flüchtlingskrise und das liebe Geld gezeigt. Aktuelle Ideen in Berlin – etwa zur Krankenhausfinanzierung – zeigen, dass das auch nicht endet. Auch die Bezirksumlage wird vermutlich um 2 bis 3 % steigen. Bei all dem ist er ständig im Gespräch mit der Staatsregierung und dem Landtag.

Im Weiteren nannte Landrat Heimerl viele Termine und bot an, für sie immer erreichbar zu sein.

Abschließend forderte er alle Kommunen auf, SOS-Punkte einzurichten, wie sie Ampfing und Mettenheim im Herbst bereits vorgestellt haben. Die sollten im Lauf des Jahres landkreisweit zur Verfügung stehen. Eine Katastrophenschutzübung am 23. Oktober soll die Einsatzbereitschaft zeigen.

Zuletzt stellte Alexander Jackl das Projekt des Landschaftspflegeverbandes vor, für das es für die Pflanzung von Bäumen Fördergelder gibt, wenn sie sie rechtzeitig beantragen können.

Mit dem Angebot von Schulungen für neu gewählte Gemeinde- und Kreisräte durch die Hanns-Seidel-Stiftung und der Einladung zu einem Sicherheitsgespräch bei der Polizeiinspektion Mühldorf beendete Thomas Einwang die konstituierende Sitzung des Kreisverbandes Mühldorf des Bayerischen Gemeindetages.

90 Schülerlotsenwettbewerb Oberbayern Süd der Landesverkehrswacht mit erstaundlichem Ergebnis 12:20 Play Button ungewählt
Der Lehrplan unserer Schulen enthält das Fach Verkehrserziehung. Eine Besonderheit ist aber die Ausbildung zu ehrenamtlichen Schüler- und Buslotsen durch die Verkehrswachten in den Landkreisen.

Und weil Lernen Ziele braucht und junge Leute Wettbewerbe veranstalten, organisieren die Verkehrswachten Kreis-, Bezirks- und Landesentscheide, in denen sie die Besten ermitteln. Die Sieger der oberbayerischen Kreisverkehrswachts-Schülerlotsenwettbewerbe kamen kürzlich nach Mühldorf, um Oberbayern Süds Beste zu ermitteln. Die Schüler kamen in Begleitung im Ristorante und Pizzeria Palermo zusammen, wo sie sich erst mal bei einem gemeinsamen Frühstück kennenlernen konnten.

Dort hieß sie Landesverkehrswachts-Vizepräsident Peter Starnecker willkommen und stellte Mühldorfs Kreisvorsitzende Helga Bauer-Hanauer vor, den Chef der Polizeiinspektion Mühldorf, Josef Bernhart, und Hubert Schröder vom Bayerischen Innenministerium.

Peter Starnecker stellte den Wettbewerb vor, der aus drei Modulen besteht: die Beantwortung eines Fragebogens mit 28 Fragen, einem Reaktionstest am Simulator und einer praktischen Übung mit der Entfernungs- und Geschwindigkeitsschätzung verschiedener Fahrzeuge.

Nach der computergestützten Auswertung würden sie später die Sieger küren. Dazu erwartete er weitere Ehrengäste.

Helga Bauer-Hanauer nahm dann die Begleitpersonen mit auf einen Rundgang durch den Stadtplatz, und die Wettbewerbsteilnehmer wechselten rüber in den Saal, wo sie sich erst gelbe Warnwesten mit Teilnehmernummern überstreiften.

Dann machten sie sich an die Beantwortung der Fragen. Schon nach kurzer Zeit rauchten die Köpfe. So einfach waren die Fragen wohl doch nicht, zumal auf manche Fragen mehrere Antworten richtig sein konnten.

Wer alle Fragen beantwortet hatte, nahm Modul 2 in Angriff: den Reaktionstest. Dazu nutzten die Veranstalter einen Simulator, der mit einem Doppel-Pedal verbunden ist. Das eine Pedal hat die Funktion des Gaspedals, das andere die der Bremse. Solange das grüne Licht am Simulator freie Fahrt signalisiert, tritt der Proband aufs Gas. Erlischt das grüne Licht und leuchtet das rote auf, tritt er auf die Bremse. Die Reaktionszeit gibt der Simulator dann aus und errechnet zugleich den Reaktionsweg, den Bremsweg und den Anhalteweg.

Jeder Wettbewerber hatte einen Probe- und zwei gewertete Versuche.

Tatsächlich zeigten die Wettbewerber sehr unterschiedlich schnelle Reaktionen.

Zum Modul drei marschierte die Gruppe rüber zur Innstraße und vor das Berufliche Schulzentrum. Da erwartete sie schon der Chef der Verkehrspolizei im Landkreis Mühldorf, Karl-Heinz Stocker. Er hatte einige Kollegen mitgebracht, die mit ihrer Laserpistole die Messungen durchführen würden, und seinen Kollegen mit seinem Polizeimotorrad und den Fahrer, der den LKW der Jugendverkehrsschule gefahren hatte.

Nach kurzer Einweisung stellten die Polizisten ihre Laserpistole für die Schätzung der Entfernung auf.

Peter Starnecker gab das Zeichen, der LKW fuhr los und hielt auf sein Zeichen wieder an. Die Schüler sollten die Entfernung schätzen und in ihren Bogen eintragen.

Dann Helga Bauer-Hanauer mit ihrem PKW. Wieder stoppte Peter Starnecker die Fahrt und wieder sollten sie schätzen.

Die dritte Schätzung führten sie für das Polizeimotorrad durch.

Und was schätzt Ihr?

Die zweite Schätzaufgabe: Mit welcher Geschwindigkeit fährt das Fahrzeug vorbei? Der erste Versuch diesmal mit dem Motorrad.

Dann mit dem PKW.

Und schließlich mit dem LKW.

Peter Starnecker sammelte die Antwortbögen ein, nannte ihnen die gemessenen Werte und die Hintergründe für diesen Test. Es stellte sich heraus, dass die jungen Leute ziemlich nah an den reellen Werten dran waren. Dabei hatten sie versucht, sie in die Irre zu leiten, weil der LKW im niedrigen Gang fahrend extra laut sein sollte.

Die Gelegenheit nutzten die jungen Leute dann und ließen sich das Polizeimotorrad erklären, eigentlich eine BMW RT 1200 mit 125 PS, aufgerüstet mit einer Menge Polizeiausstattung. Da ist alles dran, vom Blaulicht über das Martinshorn bis hin zum Polizeifunkgerät. Immer dabei ist etwas zum Trinken. Fahrfertig wiegt das Zweirad ohne Fahrer 325 Kilogramm. Die ist schwer aufzuheben, wenn sie mal umfällt…

Das eine oder andere Selfie hat dann schon sein müssen!

Zurück in der Gaststube des Ristorante Palermo hatte Helga Bauer-Hanauer schon die Preise für die Siegerehrung bereitgelegt, als Peter Starnecker auch die stellvertretende Landrätin Ilse Preisinger-Sontag begrüßen konnte. Auch dazugekommen war Julia Benker von der Regierung von Oberbayern und die Schulamtsdirektoren Rüdiger Braun und Beate Waldinger und eben Hubert Schröder. Besonders dankte er Josef Bernhart und seinen Kollegen für die Unterstützung bei der Durchführung des praktischen Teils vor dem Beruflichen Schulzentrum.

Peter Starnecker dankte allen Teilnehmern und kündigte die Teilnahme der Sieger dieses Wettbewerbs am Landesentscheid an, der am 13. Juli in Eichstätt stattfinden wird.

Ilse Preisinger-Sontag freute sich, die Veranstaltung im Landkreis zu haben. Sie unterstrich die Bedeutung der Schülerlotsen, die sorgen ehrenamtlich dafür, dass Kinder sicher von zu Hause in die Schule und wieder heimkommen. Schon dafür dankte sie ihnen herzlich.

Allen Teilnehmern am Wettbewerb sprach sie ihre Hochachtung aus. Schon dadurch sind sie Sieger. Sie alle haben ja auch schon einen schulfreien Tag genossen, während ihre Klassenkameraden Unterricht hatten. Den drei Besten gratulierte sie schon herzlich und dankte allen Organisatoren für ihr Engagement für die Sicherheit des Schulwegs.

Julia Benker von der Regierung von Oberbayern freute sich, dabei sein zu können. Sie dankte den Schülerlotsen für ihr besonderes Engagement. Sie stehen viel früher auf als ihre Klassenkameraden, bleiben länger an der Schule und stehen bei Wind und Wetter an den Straßen. Das alles machen sie unentgeltlich, wofür sie ihnen im Namen des Regierungsbezirks Oberbayern herzlich dankte. Tatsächlich sind sie Vorbilder für alle Schüler. Als ehemalige Lehrerin wusste sie, was sie für die Sicherheit des Schulwegs leisten.

Sie dankte auch den Lehrkräften und Begleitpersonen, die die jungen Leute geschult und hierher begleitet haben.

Der Freistaat weiß genau, was die Schülerlotsen jeden Tag leisten, meinte Hubert Schröder vom Bayerischen Staatsministerium des Innern. Für ihre Arbeit dankte er ihnen herzlich.

Noch in den 1970er-Jahren kamen 35 Schüler auf dem Weg zur Schule oder nach Hause ums Leben, eineinhalb Schulklassen. Seither ist viel passiert. So viel, dass heute tödliche Schulwegunfälle zur Seltenheit geworden sind. Dafür dankte er allen, die an diesem Fortschritt mitgewirkt haben.

Besonders dankte er der Landesverkehrswacht für ihre Verkehrserziehung und mahnte, nicht nachzulassen. Alle Schülerlotsen bat er weiterzumachen. Nur dann bleiben die Opferzahlen so niedrig. Schulwegunfälle müssen ja wirklich nicht sein!

Man kann den Beitrag der Schülerlotsen zur Schulwegsicherheit gar nicht hoch genug schätzen, war auch Mühldorfs PI-Leiter Josef Bernhart überzeugt. Er nutzte die Gelegenheit und meinte, wer Gefallen an so einer Tätigkeit hat, könnte ja überlegen, zur Polizei zu kommen…

Aber auch so sind sie auf ihr Netzwerk angewiesen. Es müssen alle zusammenarbeiten, das Schulamt, die Lehrkräfte, die Verkehrserzieher und die Landesverkehrswachten. Nur gemeinsam kann es gelingen. Als Polizeiinspektion werden sie sicher auch weiter mitmachen.

Dann schritt Peter Starnecker zur Siegerehrung: Da alle Teilnehmer Sieger waren, gab es nach den drei Siegern nur vierte Plätze. Die Viertplatzierten erhielten zur Urkunde auch ein kleines Geldgeschenk in einem Röhrchen.

Den Preis für den dritten Platz überreichte die stellvertretende Landrätin Ilse Preisinger-Sontag an Vinzenz Jansen vom Gymnasium Gars.

Platz zwei belegt hat Tamara Müller – ebenfalls vom Gymnasium Gars. Sie erhielt ihre Urkunde von PI-Chef Josef Bernhart.

Und gewonnen hat Benedikt Pflügl, auch wieder vom Gymnasium in Gars. Seinen Preis überreichte Julia Benker von der Regierung von Oberbayern.

Nach einem gemeinsamen Foto aller lud die Verkehrswacht Teilnehmer und Begleiter zum gemeinsamen Mittagessen ein und dankte ihnen so einmal für ihr Mitmachen und auch für ihr Engagement für die Sicherheit der Schüler in ihren Heimatgemeinden.

Herzlichen Glückwunsch den Siegern aus Gars und viel Glück beim Landesentscheid im Juli in Eichstätt.

91 Der Blaulichttag der Freiwilligen Feuerwehren Mühldorf und Mößling 11:35 Play Button ungewählt
Zu einem Blaulichttag laden Feuerwehren und Rettungsdienste ein, um ihre ehrenamtliche Arbeit in den Blickpunkt der Bevölkerung zu rücken.

Einen Grund mehr hatten die Freiwilligen Feuerwehren Mühldorf und Mößling heuer. Beide feiern demnächst Jubiläum. Und beiden stehen große Investitionen bevor. Entsprechend groß haben sie ihren gemeinsamen Blaulichttag vorbereitet und alle eingeladen, die in der Kreisstadt ein Blaulicht auf ihren Fahrzeugen haben oder für sie arbeiten.

Josef Birnkammer, Vorstand des Feuerwehrvereins Mühldorf, freute sich zur Eröffnung ihres gemeinsamen Blaulichttages so viel Prominenz begrüßen zu können. Er freute sich über alle drei Bürgermeister, eine ganze Reihe Stadträte, MdL Markus Saller, den ehemaligen Bürgermeister Michael Hetzl, der zugleich Schirmherr der Veranstaltung war, und die Vertreter der Kreisbrandinspektion.

Er freute sich über die vielen Aussteller und besonders über die Feuerwehren aus Altmühldorf, Töging, Waldkraiburg und Polling, die ihren Blaulichttag bereichern. Sie alle und auch das BRK, die DLRG, die Wasserwacht, die Rettungshundestaffel, der Zoll und die Polizei hatten nicht lang überlegt und ihre Teilnahme gleich zugesagt.

Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber freute sich über die vielen Zuhörer der kleinen Eröffnungsfeier. Sie freute sich auch über dieses tolle Ereignis. Sie alle leisten wertvolle Arbeit für die Bürger der Stadt. Die breite Präsenz der Hilfs- und Rettungsdienste zeigt den Zusammenhalt der Blaulichtfamilie.

Schon eine Besonderheit sind die beiden Jubiläuen. Fast 15 Generationen Mühldorfer Bürger haben sich seit ihrer Gründung rund um die Uhr ehrenamtlich für ihre Mitbürger engagiert. Ihnen allen dankte sie im Namen der Stadt und der Bürger.

Gerade da ging bei den Mitgliedern der Feuerwehr Mößling ein Alarm ein. Ohne großes Aufhebens rannten sie zur bereitliegenden Einsatzkleidung und rückten zu ihrem Einsatzort aus.

Die Feuerwehrleute unter den Zuhörern verstanden, was los war, allen anderen erklärte Josef Birnkammer, sie wurden zu einer technischen Hilfeleistung zu einem technischen Betrieb gerufen.

Bürgermeisterin Claudia Hungerhuber hoffte, es handelt sich wirklich nur um eine technische Hilfeleistung und nicht um einen Personenschaden.

Nach einiger Zeit setzte sie ihr Grußwort fort und kündigte das weitere umfangreiche Programm des Nachmittags an. Sie freute sich besonders auf die vielen Vorführungen, die zeigen, was sie zu leisten imstande sind. Den Besuchern wünschte sie einen spannenden Tag und hoffte, die Kräfte der Feuerwehr Mößling kommen nach erfolgreichem Einsatz bald wieder zurück.

Dann musste auch die Drehleiter ausrücken.

Auch Schirmherr Michael Hetzl freute sich über die tolle Veranstaltung. Wenn beide Jubiläum feiern, dann erkennt man die fünf Jahre deutlich, die Mößling jünger ist als Mühldorf.

Gerade der Alarm vorhin hatte gezeigt, was Feuerwehr ausmacht.

Als Vater wusste er, dass Kinder so viel Technik immer fasziniert. Und da gehört ein Einsatz auch dazu. Das ist die beste Nachwuchswerbung, die sie bieten können.

Sie sind ja immer noch eine Freiwillige Feuerwehr, die auf dem Ehrenamt basiert, und keine Berufsfeuerwehr, als die sie in der Bevölkerung oft wahrgenommen werden.

Sie haben alles hier in ihrer Freizeit organisiert und rücken zu Einsätzen bei Tag und Nacht aus, ohne dafür entlohnt zu werden. Das verdient große Anerkennung, den Respekt und ein herzliches Dankeschön von der ganzen Bevölkerung.

Michael Hetzl bewunderte ihre neuen Uniformen, die gerade noch rechtzeitig gekommen sind. Sie schauen damit so gut aus wie noch nie zuvor!

Damit wünschte er den Besuchern viele Eindrücke und hoffte, die Kräfte kommen von ihrem Einsatz gut und wohlbehalten zurück.

Julian Liebermann ist seit 1. Mai Kreisbrandrat des Landkreises Mühldorf und damit Nachfolger von Harald Lechertshuber. Er überbrachte die Grüße aller Feuerwehren des Landkreises Mühldorf und freute sich über die gute Zusammenarbeit aller Kräfte im Landkreis. Den beiden Jubiläumswehren dankte er für die Ausrichtung dieses Blaulichttages und wünschte den Besuchern viele interessante Eindrücke.

Abschließend lud Josef Birnkammer zu den Schauübungen ein, die alle halbe Stunde geboten würden. Natürlich standen sie für Fragen jederzeit zur Verfügung.

Unter dem Dach des riesigen Zeltes, das noch von der Bildungsmesse stehengeblieben war, präsentierten sich dann Feuerwehrausstatter und Hilfsdienste. Neben den Maltesern das BRK mit seinem Kriseninterventionsdienst-Einsatzwagen und einer ganzen Reihe Fahrzeuge.

Als der KIT-Einsatzwagen ausrückte, war endgültig klar, dass bei dem Einsatz im Stadtgebiet Personenschaden entstanden ist. Später wurde bekannt, dass ein Mitarbeiter eines technischen Betriebes im Nordosten der Stadt ums Leben gekommen war.

Das trübte natürlich die Stimmung der Einsatzkräfte beim Blaulichttag….

Dr. Gerhard Deißenböck wusste das allerdings noch nicht, als er die erste Schauübung kommentierte. Da wurde die Feuerwehr Töging und das BRK zu einem Verkehrsunfall gerufen, bei dem sich zwei PKWs verkeilt hatten. Einer der Fahrer war im Fahrzeug eingeklemmt. Beide mussten so schonend wie möglich befreit werden.

Mit der gebotenen Ruhe gingen die Kräfte an die Sache heran, stützten erst das rote Auto ab, um dann zu den Unfallopfern vorzudringen.

Die Zuschauer konnten sich so gut ein Bild von den Arbeiten machen.

Es hat nicht allzu lang gedauert und die Feuerwehr konnte das erste Unfallopfer ans BRK übergeben.

Schwieriger war die Rettung des eingeklemmten Fahrers im blauen Auto. Nachdem sie über die Heckscheibe zu ihm vorgedrungen waren, mussten sie erst die Tür mit dem Rettungsspreizer öffnen.

Mit vereinten Kräften konnten sie ihn dann auf die Trage legen und ebenfalls dem BRK zur weiteren Versorgung übergeben.

Natürlich interessierten sich die Kinder für die Polizeiautos. Und für die Pferde der Reiterstaffel.

THW, Katastrophenschutz und Landkreis präsentierten ihre Leistungen.

Der ADAC wies auf die Notwendigkeit des Einsatzes von Kindersitzen hin und da auf die Sicherheitsmerkmale, die diese aufweisen müssen.

Zoll, BRK, DLRG, Wasserwacht und Jugendverkehrsschule boten an, mal selbst Hand anzulegen. Das hat nicht allen nur gefallen!

Die Freunde der alten Feuerwehr präsentierten ihre Kostbarkeiten. Da zog besonders die alte Drehleiter die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich, die sie mit großem Aufwand restauriert hatten.

Die nächste Vorführung war das Abseilen eines Suchhundes der Rettungshundestaffel.

Den ganzen Nachmittag über interessierten sich die Besucher des Blaulichttages für ihre Rettungsorganisationen und die viele Technik, die nötig ist, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.

Mit viel Aufwand warben sie so für ihre Jubiläumsfeiern. Es war ein voller Erfolg, mit leicht getrübter Stimmung durch den tragischen Unfall im Mühldorfer Norden. Der hat allerdings auch gezeigt, wie notwendig sie alle sind und was die Bürger den vielen ehrenamtlichen aktiven Kräften in den Rettungsdiensten zu verdanken haben.


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