Einmal im Jahr kommt das Polizeipräsidium Oberbayern Süd ins Landratsamt, das ja auch das Ordnungsamt des Landkreises ist. Nach der ausführlichen Besprechung stellen dann Landrat Max Heimerl und der ranghöchste Besucher des Polizeipräsidiums den Sicherheitsbericht für das zurückliegende Jahr vor. So auch heuer.
Da hieß Landrat Max Heimerl Polizeivizepräsident Michael Siefener vor mit dem sie vorher über viele Themenbereiche gesprochen hatten. Über unbegleitete Minderjährige etwa oder die gemeinsame europäische Flüchtlingspolitik. Aber auch um ganz alltägliche Themen wie die Genehmigung von Versammlungen oder – wie kürzlich – die Funde von Weltkriegsbomben. Landratsamt und Polizei arbeiten eng und vertrauensvoll zusammen, war Max Heimerl froh, so gemeinsam für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger sorgen zu können. Dafür dankte Max Heimerl Polizeivizepräsident Michael Siefener sehr. Seine Ausführungen hatten ihm das beruhigende Gefühl gegeben dass sich die Landkreisbürger absolut sicher fühlen können.
Die gute Zusammenarbeit bestätigte auch Polizeivizepräsident Michael Siefener. Das vorhergehende Gespräch hatte ihm großes Interesse seitens des Landkreises an der Arbeit der Polizei gezeigt, zum Nutzen aller Bürger im Landkreis.
Auf einem Übersichtsblatt hatte das Polizeipräsidium alle relevanten Daten zusammengestellt, die über den eingeblendeten QR-Code abgerufen werden können.
Daraus geht auch die Entwicklung der Daten im Bereich des Polizeipräsidium Oberbayern Süd über die Jahre hervor.
Auf die Kriminalstatistik für den Landkreis Mühldorf ging er dann näher ein.
2025 wurde die Polizei zu gut 13.500 Einsätzen gerufen, etwa 250 mehr als 2024 oder gut 37 pro Tag.
Obwohl das wie eine hohe Belastung aussieht, sollten sich Bürger doch nicht genieren und bei verdächtigen Beobachtungen oder Gefahren die 110 wählen. Sie wollen lieber einmal zu viel grundlos gerufen werden als im tatsächlichen Ernstfall gar nicht.
Die Polizei hat mit 691 knapp 50 Veranstaltungen oder Versammlungen weniger zu betreuen gehabt wie im Jahr davor.
Insgesamt wurden ihnen 2025 4.813 Vergehen gemeldet, 2,6% weniger als 2024. In dieser Zahl nicht enthalten sidn ausländerrechtliche Delikte.
Ebenfalls gesunken ist die sogenannte Häufigkeitszahl. Als die theoretische Anzahl Delikte je 100.000 Einwohner von 4074 2024 auf 3.944 2025. Zum Vergleich: Die bayerische Häufigkeitszahl lag 2025 bei 4.094.
Leider etwas gesunken ist die Aufklärungsquote von 67,7 auf 66,2%. Trotzdem klären sie mehr Delikte auf als im bundesdeutschen Durchschnitt.
Der Rückgang der Fallzahl ist zum Teil zurückzuführen auf die Cannabis-Legalisierung, die ehemalige Vergehen nun straffrei gestellt hat.
Wie diese Graphik über den Zeitraum von 10 Jahren zeigt, sinkt die Kriminalität aktuell etwas, liegt aber doch einiges höher als 2021 als sie den niedrigsten Wert registriert haben. Damals vermutlich bedingt durch die Corona-Einschränkungen.
Bedenklich ist die Entwicklung der Gewaltkriminalität, die von 2024 wesentlich mehr Delikte gebracht hat als noch 2023. 2025 ist diese Zahl nochmals um 2% angestiegen auf 209 Fälle. Dazu zählen alle Delikte von der gefährlichen Körperverletzung bis zum Tötungsdelikt.
Bei der Aufklärung dieses Deliktfeldes waren sie besonders erfolgreich. 80% der Täter konnten sie ermitteln und so zur Rechenschaft ziehen.
Der Landkreis Mühldorf liegt mit einer Häufigkeitszahl bei Gewaltdelikten von 171 über der von Bayern mit 164 aber weit unter dem bundesdeutschen Wert von 257.
Sorgen bereitet der Polizei der große Bereich Sexualdelikte, der von Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen bis zur Verbreitung kinderpornographischer Schriften und Medien reicht. Da ihnen dieser Bereich Sorgen bereitet, schauen sie da ganz genau hin und führen sogar Hausdurchsuchungen durch. Dann schauen sie alle Datenträger durch und ermitteln so weitere Täter. Leider hatten sie solche Fälle auch im Landkreis Mühldorf und leider sind daran alle gesellschaftlichen Schichten und alle Altersklassen involviert. Und auch nicht nur Männer.
Auf Nachfrage hat uns die Pressestelle des Polizeipräsidiums mitgeteilt, dass 2025 von den 187 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung 62 den Besitz oder die Verbreitung kinderpornographischer Inhalte betroffen haben.
Besonders erwähnte Michael Siefener die sogenannte Schulhofpornographie. Also wenn Schüler ihre Smartphones dazu nutzen solches Material nicht nur zu speichern sondern auch weiter zu versenden. Er wies darauf hin, dass nicht nur der Besitz strafbar ist sondern auch der Empfang.
Leider nutzen Schüler ihre Smartphones auch dazu falsche Altersangaben zu machen und so Kontakte zu suchen, die in manchen Fällen dann auch in der Realität stattfinden.
Ein weiterer großer Deliktbereich sind Diebstähle. Auch hier ist die Zahl der Fälle seit 2021 erheblich angestiegen aber gegenüber 2024 gleich geblieben bei 1.146 Fällen. Zu diesem Bereich gehören etwa auch Ladendiebstähle. Er war aber sicher, da gibt es eine große Dunkelziffer, also Fälle, die nicht gemeldet werden.
Schwerer wiegt die Zahl der Einbrüche, die ebenfalls wesentlich höher liegt als 2021, aber in etwa auf Höhe der Zahl von 2024. Sie haben mit 68 Fällen drei mehr bearbeitet als 2024.
Für das Sicherheitsempfinden der Bürger wichtig ist die Zahl der Wohnungseinbrüche, die von 27 2024 auf 55 2025 sich mehr als verdoppelt hat. Allerdings ist es bei 32 von den 55 gemeldeten Fällen beim Versuch geblieben. Das zeigt, dass die Wohnungen besser gesichert sind als früher oder die Täter unfähiger wurden. Oder die Nachbarn besser aufpassen.
Obwohl die Häufigkeitszahl für Wohnungseinbrüche höher liegt als der bayernweite Durchschnitt, müssen sich die Bürger im Landkreis keine Sorgen machen. Aufmerksam sein sollten sie aber auf jeden Fall.
Große Sorgen bereitet der Polizei der Callcenter-Betrug. Weniger wegen der Zahl der Fälle als von der Höhe des Schadens. Bei vier vollendeten Fällen entstand ein Schaden von 115.000 Euro. Doppelt so viel wie Jahr zuvor.
Im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd haben die Täter in 67 Fällen über 5 Millionen Euro erbeutet.
Die Polizei hat dagegen besondere Fahndungskonzepte erarbeitet und 2025 bereits 18 Täter dingfest gemacht. Das waren allerdings sogenannte Abholer, also die kleinen Fische, die meistens ihre Auftraggeber im Ausland gar nicht kennen.
Leider setzen die Verbrecher immer öfter auf die KI, die es ihnen ermöglicht, etwa die Stimmen der Enkel so nachzumachen, das Omas und Opas sie für echt halten.
Auf jeden Fall sollten Angerufene versuchen zurückzurufen und keinesfalls auf den Druck der Täter am Telefon reagieren.
Es ist schon schlimm, wenn man ihnen auf den Leim geht und dann die Altersvorsorge weg ist….
Leider spielt das Internet auch eine immer größere Rolle. Besonders weil da die Täter irgendwo im Ausland sitzen und für die bayerische Polizei kaum greifbar sind. Trotzdem ist im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd Schaden in Höhe von mehr als 35 Millionen Euro entstanden. Mehrere Hunderttausend Euro sicher auch im Landkreis Mühldorf.
Da auch hier die KI mitspielt werden die Kriminellen immer raffinierter und zahlen erst sogar Gewinne aus. Wenn das Opfer dann eine große Summe einsetzt, sind sie plötzlich verschwunden.
Michael Siefener forderte im Internet äußerst vorsichtig zu sein.
Zuletzt betrachtete er die Entwicklung der Rauschgiftkriminalität. Hier dind die Zahlen seit 2023 erheblich gesunken. Allerdings geht dieser Rückgang auf die Cannabis-Legalisierung der Ampel-Regierung zurück. Es sind halt Vergehen jetzt nicht mehr strafbar. Das Drogenproblem in Deutschland existiert aber unabhängig davon weiter.
Da nicht genug Cannabis legal zur Verfügung steht, floriert der Schmuggel. Auch mit Marihuana und mit Kokain und Crystal wo sie 2025 erhebliche Mengen sicherstellen konnten.Zugenommen hat der Betäubungsmittelmissbrauch auch im Straßenverkehr. Da haben sich 2025 im Landkreis mehr Unfälle ereignet als 2025. 4006 gegenber 3608. Erfreulich ist die seit 2023 sinkende Zahl Verkehrstoter. 2026 waren nur zwei Verkehrsopfer zu beklagen. Trotzdem sind das noch immer zwei zuviel. Also zwei Familien denen plötzlich ein Mitglied fehlt.
Leicht gesunken ist die Zahl der Verletzten von 587 2024 auf 654 2025. Allerdings beinhaltet diese Zahl auch die Schwerverletzten und sogar die, die ihr bisheriges Leben nicht wie gewohnt weiterführen können.
Da den Verkehrsteilnehmern offensichtlich das Bewusstsein für Straßenverkehrsgefahren fehlt, bemüht sich die Polizei da genau hinzuschauen. Der Verkehr fordert ja – verglichen etwa mit der Gewaltkriminalität – sehr viele Verletzte und Tote! Und das gilt auch im Landkreis Mühldorf. Sie werden also weiter streng kontrollieren! Und zwar auch Rad- und Ebike-Fahrer.
In der abschließenden Fragerunde und auf spätere Nachfrage hat die Polizei 2025 keine politisch motivierten Straftaten registriert. Dafür haben sie im gesamten Bereich des Polizeipräsidiums 42 Straftaten mit antisemitischem Hintergrund registriert, drei mehr als 2024. Gut drei Viertel davon konnten sie aufklären, 76,2%.
Landrat Max Heimerl dankte Polizeivizepräsident Michael Siefener, der ihm abschließend den sehr ausführlichen Sicherheitsbericht 2025 überreichte, den Sie unter der eingeblendeten Adresse jederzeit herunterladen können.
|