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Josef J. Pöllmann
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Hier können Sie nachlesen, worüber wir in KW 40/2014 berichtet haben.
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Nr.
Thema LZ Archiv KW Ersch.
142 CSU Generalsekretär Martin Huber im Bräustüber-Festzelt in Haag 15:00 Play Button ungewählt 40 09.10.26
Einer Tradition folgend hatte der Kreisverband der CSU am Tag nach dem Herbstfest zu einer Kundgebung ins Bräustüberl-Festzelt eingeladen. Weil sie dafür Bayerns Landwirtschaftsministerin hatten gewinnen können, sollte es auch um landwirtschaftliche Themen gehen. Kein Wunder, dass das große Festzelt zu zwei Dritteln besetzt war als die Trachtenkapelle Ramsau aufgespielt hat und die Festwirte das Buffet eröffnet haben. Da hatten die Gäste alle schon eine frische Maß vor sich stehen (O-Ton Prosit)
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Draußen vor dem Zelt erwarteten die Annabrunner Böllerschützen schon den Ehrengast. Aber nicht Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber sondern CSU Generalsekretär Martin Huber entstieg der schwarzen Limousine. Egal, sie schossen auch für ihn. Einmal Reihe, dann Doppelschlag und schließlich Salut.
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Zum Bayerischen Defiliermarsch gings dann rein ins Festzelt wo sich die Ehrengäste erst einmal einen Schluck Festbier+6 haben schmecken lassen. (O-Ton)
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CSU Kreisvorsitzender und Landrat Max Heimerl hatte dann die Überraschung für die Zuhörer. Die Hauptperson des Abends war eben nicht weiblich. Staatsministerin Michaela Kaniber hatte krankheitsbedingt absagen müssen.
Er war aber sicher, ihr Ersatzmann, CSU Generalsekretär Martin Huber wird sie bestmöglich vertreten, der an diesem Abend nichts anderes vorgehabt hatte.
Etwas atypisch dankte er dann erst dem Haager Festverein und den beiden Festwirten Dominic Wright und Simon Felber für das wirklich gelungene Herbstfest. Auch der Marktgemeinde dankte er herzlich für das super Herbstfest.
Dann hatte er so viele zu begrüßen, dass wir sie hier nicht alle aufzählen können. Neben MdL Sascha Schnürer, Bezirksrätin Claudia Hausberger, Staatsminister a. D. Dr. Marcel Huber freute sich Hax Heimerl über eine große Zahl Bürgermeister mit Bürgermeistersprecher Thomas Einwang an der Spitze, über die Mitglieder der CSU Kreisvorstandschaft, der Frauenunion und der Jungen Union, viele Ortsvorsitzende und viele mehr. Ein besonderes Willkommen hatte er für die Bayerische Milchkönigin Julia Decker und über seinen Vorgänger im Amt, Altlandrat Schorsch Huber.
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Damit freute sich Max Heimerl auf die Ausführungen von Generalsekretär Martin Huber, der von München bis Berlin immer mitten drin ist. Und – obwohl er Landtagsabgeordneter für den Landkreis Altötting ist, ist er ja auch gebürtiger Mühldorfer! Das darf man nicht vergessen! Er ist also auch einer von ihnen.
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Bürgermeister Dr. Florian Haas war froh, dass Max Heimerl vor ihm gesprochen hatte, der dafür bekannt ist, dass er niemanden zu begrüßen vergisst. So fiel es ihm leicht sich der Begrüßung anzuschließen.
Er erinnerte sich an einen Besuch Martin Hubers beim Haager Starkbierfest als er selbst dort die Starkbierrede gehalten hatte. Das hatte ihm damals gefallen so dass ihm Florian Haas eine ständige Einladung nach Haag mit auf den Heimweg gegeben hat. Er ist bei allen Gelegenheiten in Haag immer gern gesehen.
So freute er sich auf einen spannenden politischen Abend.
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Stimmkreisabgeordneter Sascha Schnürer freute sich das Herbstfest um einen Tag verlängern zu dürfen. Er dankte Martin Huber für sein Einspringen für Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber, die wirklich gern gekommen wäre. Sie hätte zu den Gästen in dieser landwirtschaftlich geprägten Region wirklich gern gesprochen, auch als Vorsitzende der Agrarministerkonferenz. Sie hätte dargestellt wie sie kämpft für die bayerische Landwirtschaft, für die Milchwirtschaft und vieles mehr.
Er war sicher, sie berichtet das alles bei nächster Gelegenheit und sandte ihr aus der Ferne die besten Genesungswünsche.

„Natürlich wäre die Michi Kaniber sehr, sehr gerne heute gekommen. Ich sage von hier aus gute Besserung, liebe Michaela Kaniber, herzliche Grüße ins Berchtesgadener Land!“

Dann leitete Sascha Schnürer direkt zum Kernthema des Abends über: Die Diskrepanz zwischen öffentlicher Stimmung und den tatsächlichen Fakten. Unter Berufung auf eine aktuelle vbw-Studie betont er, dass Bayern trotz globaler Krisen extrem stark aufgestellt ist. 62 Prozent der Bürger sind zufrieden mit der Staatsregierung, über zwei Drittel halten die Wirtschaftslage für solide und 66 Prozent sehen ihren Arbeitsplatz als sicher. Schnürers Botschaft: Schluss mit der Dauer-Krisenrhetorik und dem Schlechtreden der eigenen Leistungsfähigkeit.

$$O-TON SASCHA SCHNÜRER (00:15)$$
„Die Stimmung ist eigentlich schlechter in unserem Land als die Fakten eigentlich sind. Wir sollten aufpassen, ob wir immer gleich das Wort Krise in den Mund nehmen, ob wir uns nicht selber unter Wert verkaufen. Wer wenn nicht wir, wer wenn nicht jetzt!“

$$VOICE-OVER$$
Ob bei der Inneren Sicherheit, der Gesundheitsversorgung oder der Wirtschaftskraft – der Freistaat habe allen Grund zur Zuversicht. Statt des Blicks zurück fordert Schnürer den klaren Fokus auf Gegenwart und Zukunft. Mit großem Dank übergibt er das Wort an den Mann, der kurzfristig eingesprungen ist: CSU-Generalsekretär Martin Huber.

$$O-TON SASCHA SCHNÜRER (00:10)$$
„Wir müssen in die Gegenwart schauen, wir müssen in die Zukunft schauen! Lieber Martin, du wirst uns direkt berichten aus der Landesleitung – herzlich willkommen in Haag!“

„Wir haben ernste Zeiten, wir haben schwierige Zeiten. Aber umso wichtiger und umso schöner ist es natürlich auch wieder, wenn man ganz bewusst in diesen Zeiten die bayerische Lebensfreude lebt.“

Generalsekretär Martin Huber war gern gekommen obwohl er erst vor drei Stunden erfahren hatte, dass er hier sprechen darf. Auch wenn gerade keine Wahlen anstehen. Mit Blick auf Max Heimerls Einführung versicherte er den Zuhörern, auch wenn er für den Landkreis Altötting im Landtag sitzt, ist er für die Bürger im Landkreis Mühldorf auch immer gern da. Ohnehin gibt es da keine Konkurrenz.

Wir fassen ihre einstündige Rede hier kurz zusammen:

Ein zentrales Thema der Rede: Der Gegenentwurf zum anhaltenden Krisenmodus. Huber tritt entschlossen gegen eine Dauer-Pessimismus-Debatte an. Unter Berufung auf aktuelle Daten der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft betont er: Die Stimmung im Land sei derzeit deutlich schlechter als die tatsächlichen Fakten.

Deutschland bleibe die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt, und der Freistaat Bayern belege bei Wirtschaftskraft und Arbeitsplatzsicherheit Spitzenplätze. Seine Forderung: Es muss endlich aufhören, Deutschland und die eigenen Stärken ständig schlechtzureden.

„Wir dürfen nicht immer diesen Abgesang singen, wir dürfen nicht immer nur das Lied der Radikalen singen nach dem Motto: Alles ist schlimm, alles ist schlecht. Wir müssen wieder mit einem gewissen Stolz und Optimismus darauf hinweisen: Deutschland ist nach wie vor eine starke Volkswirtschaft.“

Ein Kernbegriff des Abends lautet „Heimat und Hightech“. Für den Generalsekretär sind Tradition und zukunftsorientierter Fortschritt keine Gegensätze, sondern die zwei Seiten derselben Medaille.

Durch die milliardenschwere Hightech-Agenda des Freistaates profitiere längst nicht mehr nur die Landeshauptstadt München. Spitzenforschung findet mitten in der Region statt – etwa bei Triebwerkstests für die Raumfahrt im benachbarten Reischach oder bei Robotik-Entwicklungen für die moderne Medizin und Pflege.

„In Bayern ist Innovationspolitik und Forschungspolitik eben auch Strukturpolitik. Und deswegen gibt es bei uns keine abgehängten Regionen. Heimat und Hightech gehören in Bayern fest zusammen.“

Schnittbilder: Landwirte bei der Feldarbeit, ehrenamtliche Feuerwehrleute, Familien im Festzelt. Anschließend Grafiken zu Sozialleistungen und Lohnnebenkosten.

Neben Innovation fordert Huber mit Nachdruck: Wir brauchen wieder mehr Leistungswillen in Deutschland. Ob in der Landwirtschaft, im Ehrenamt oder in der Familie – Leistung müsse sich wieder lohnen und geachtet werden. Den Landwirten verspricht er weniger bürokratische Formulare und mehr unternehmerische Freiheit.

Gleichzeitig erteilt Huber der ausufernden Bürokratie im Sozialstaat eine Absage. Mit Verweis auf eine Untersuchung des Ifo-Instituts, das über 500 verschiedene Sozialleistungen zählt, stellt er klar: Reformen sind jetzt nötig. Der Sozialstaat müsse zielgerichteter werden, um bezahlbar zu bleiben und Kommunen dauerhaft zu entlasten.

„Der Sozialstaat ist ein hohes Gut. Aber was verteilt werden soll, muss vorher erst erarbeitet werden. Bei über 500 Nebeneinander existierenden Sozialleistungen zu konsolidieren, ist kein sozialer Kahlschlag, sondern die Voraussetzung dafür, dass der Sozialstaat überlebt.“

Archivbilder: Berliner Politikbetrieb im Kontrast zu bayerischen Polizeikräften bei Grenzkontrollen. Einblendungen zur Bezahlkarte für Asylbewerber.

Scharfe Töne schlägt Huber in Richtung Berlin an. Ideologischen Experimenten, wie sie die Berliner Linkspartei verfolge, erteilt er eine Absage. „Keine Berliner Verhältnisse in Bayern“ lautet die klare Devise.

Ebenso unmissverständlich grenzt sich Huber von der AfD ab, deren Positionen zum Menschenbild und zur Europapolitik er scharf verurteilt. Wer aus der EU oder dem Euro austreten wolle, gefährde den Wohlstand einer Exportnation. In der Migrationspolitik verweist Huber auf bayerische Erfolge: Durch Grenzkontrollen, konsequente Rückführungen und die Einführung der Bezahlkarte verzeichne Bayern erstmals mehr Ausreisen als Neuankünfte.

„Wir lassen uns die Griffe und unsere Symbole nicht wegnehmen. Das Thema Heimat ist das Thema der CSU und nicht der AfD. Heimat bedeutet für uns etwas Verbindendes und Gemeinschaftsstiftendes.“

Martin Huber schließt seine Rede unter starkem Applaus ab. Er stößt mit den Mandatsträgern am Tisch an. Das Festzelt steht und klatscht. Schwenk über die flatternden bayerischen Fahnen im Zelt.

Martin Hubers Auftritt in Haag ist mehr als eine Festzeltrede. Es war ein Plädoyer für Eigenverantwortung, Leistungsbereitschaft und bayerisches Selbstbewusstsein. Mit einem klaren Kompass und Zuversicht verabschiedet sich der Generalsekretär aus dem Haager Land – unter großem Beifall eines überzeugten Publikums.
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Zum Schlusswort kam Stefan Högenauer auf die Bühne. Er dankte allen, die diese Veranstaltung ermöglicht hatten, angefangen von den Festwirten und der Kapelle.
Auch er mahnte den Fokus nicht auf die Probleme im Land zu setzen sondern auf das was gut läuft. Und das ist wirklich nicht wenig. Für den Optimismus, den er so vermittelt hat, dankte er herzlich und hoffte, damit in die kommenden Monate gehen zu können. Die richtigen Leute dafür hat die CSU auf allen Ebenen auf jeden Fall.
Martin Huber dankten sie gemeinsam mit einem kleinen Geschenkpaket mit Molkereiprodukten der Haager Firma Jäger.
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Wie bei der CSU üblich beendeten sie die Veranstaltung mit der Bayern-Hymne.

143 Globus in Mühldorf führt "Stille Stunde" ein um reizarmes Enkaufen zu ermöglichen 10:10 Play Button ungewählt
Einkaufen ohne Reizüberflutung: Der Globus Verbrauchermarkt in Mühldorf am Inn setzt ein Zeichen für Inklusion und führt die sogenannte „Stille Stunde“ ein. Das Ziel der Initiative ist es, Menschen mit nicht-sichtbaren Behinderungen einen entspannten und stressfreien Zugang zum alltäglichen Einkauf zu ermöglichen.

Zur Auftaktveranstaltung haben Globus Warenmarkt-Geschäftsführer Tobias Au und Landkreis Behindertenbeauftragte Claudia Hausberger hochrangige Gäste eingeladen: Die MdLs Sascha Schnürer und Markus Saller und stellvertretenden Landrat Richard Fischer etwa.

Um der Runde das Konzept und seine Abischten vorzustellen hat Claudia Hausberger Rebecca Lefevre vom Verein „Gemeinsam zusammen“ in einer Videokonferenz zuge-schaltet. Sie hatte das Konzept 2023 aus der Schweiz nach Deutschland gebracht. Lefevre, die selbst Autistin ist und als Sprecherin für das Nationale Suizid-Präventionsprogramm wirkt, machte auf die oft unsichtbaren Hürden im Alltag auf-merksam. Für neurodivergente Menschen – etwa mit Autismus oder ADHS – sowie für Personen mit chronischen Erkrankungen, Depressionen oder Traumata stellt ein regulärer Supermarktbesuch eine extreme kognitive Belastung dar.

Die Hindernisse sind in diesem Fall keine Treppen oder fehlenden Rampen, sondern eine massive Summe sensorischer Reize: grelles Licht, Hintergrundmusik, chemische Gerüche und das ständige Piepsen an den Kassen. Da das Gehirn betroffener Personen diese Eindrücke nicht filtern kann, gleicht ein einfacher Einkauf für sie oft einem menta-len Marathon, der zu absoluter Erschöpfung führt.

Die „Stille Stunde“ schafft hier gezielt Abhilfe. Während des festgelegten Zeitraums wird die Hintergrundmusik im Markt komplett ausgeschaltet, das Licht gedimmt und Diensttelefone sowie Handys der Mitarbeitenden auf stumm geschaltet.

Globus-Geschäftsleiter Tobias Au stellte klar, dass es dem Markt bei dieser Maßnahme keineswegs um Umsatzsteigerungen geht. Im Vordergrund steht das soziale Anliegen, Hemmschwellen abzubauen und den Betroffenen einen barrierefreieren Alltag zu er-möglichen.

Dass die Aktion im Oktober startet, trifft zeitlich zusammen mit dem „Tag der nicht-sichtbaren Behinderungen“. Rebecca Lefevre unterstrich dabei die Vorreiterrolle der Wirtschaft: Im Vergleich zu kostspieligen baulichen Anpassungen erfordert das Konzept der Stillen Stunde vor allem Sensibilität und das Weglassen von Reizen. Es ist ein wir-kungsvoller, unkomplizierter Schritt zu mehr Inklusion, der zeigt, dass Barrierefreiheit im Kopf beginnt.

Wie das wirkt zeigte sich dann als im gesamten Markt das Licht gedimmt, die Musik ausgeschaltet und die Kassen leiser gestellt wurden.
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Herr Au, haben Sie in Ihrer Kundschaft Bedarf für eine Stille Stunde festgestellt (O-Ton)
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Markus, erwartest Du gleichbleibende Umsätze wenn die Animation wegfällt? (O-Ton)
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(O-Ton Sascha)
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Wie gesagt, bietet Globus vorerst einmal im Monat am Dienstag eine „Stille Stunde“ von 18 bis 20 Uhr an. Nehmen die Kunden das an, können mehrere Stille Stunden da-zukommen. Wieviele wird sich zeigen.

144 "Diese 5" stellen in der Galerie des Landratsamtes aus 10:25 Play Button ungewählt
Die Galerie im zweiten Obergeschoss des Landratsamtes in Mühldorf nutzen fünf Künstler aktuell für eine Ausstellung ihrer Bilder. Christa Hempen, Elfie Prucker, Gudrun Ruppert, Conny Straubhaar-Tifflinger und Walter Scheiblhuber nennen sich „Diese 5“.
Wir haben uns die Ausstellung angesehen und uns dabei vom Ensemble „Saitenreich“ um Pia Keil begleiten lassen.
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Zur Eröffnung der Vernissage der Künstlergruppe „Diese 5“ drängten sich zahlreiche Besucher in den Fluren der Behörde. Es war Landrat Max Heimerl bewusst, dass das große Interesse nicht dem Gebäude gilt oder der Arbeit des Landratsamtes, sondern ganz den ausstellenden Künstlern Krista Hempen, Elfi Prucker, Gudrun Ruppert, Conny Straubhaar-Tiefinger und Walter Scheiblhuber. Kunst bringt eine völlig neue Dynamik in Verwaltungsräume.
[O-TON]
„Wenn Sie hier durch unsere Gänge gehen... merken Sie sofort, wie solche Bilder auch so ein grundsätzlich erst mal nüchternes Gebäude wirklich bereichern können. Sofort wird dieser Ort ein Ort der Begegnung, ein Ort der Kunst, ein Ort, wo man letztendlich immer auch in Interaktion mit dem tritt, was man gerade sieht.“
Neben dem ästhetischen Gewinn erfüllt die Kunst gerade heute eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe war Max Heimerl überzeugt. Sie lädt ein, Perspektiven zu wechseln und sich bewusst auf andere Sichtweisen einzulassen.
[O-TON]
„Gerade in einer Zeit, die ja immer konfliktreicher, immer heterogener wird, ist es extrem wichtig, dass wir uns diese Fähigkeit bewahren, uns auch in den anderen hineinversetzen zu können.“
Mitorganisator Walter Scheiblhuber bedankte sich für die Gastfreundschaft und verriet schmunzelnd, wie die Ausstellungsidee überhaupt geboren wurde.
[O-TON]
„Die Idee zu unserer Ausstellung entstand bei unserem fast regelmäßig stattfindenden Künstlerstammtisch. Nach einigen Gläsern Mineralwasser wurde der Entschluss gefasst: Hey, wir machen eine Ausstellung! Und zugleich wurde auch der Name ‚Diese 5‘ geboren.“
Walter Scheiblhuber stellte die fünf Gruppierungsmitglieder vor, die alle auch im Kunstverein Altötting aktiv sind:
Krista Hempen lässt sich zwar oft von der Natur inspirieren, zeigt in Mühldorf jedoch abstrakte, farbintensive Gemälde. Sie arbeitet intuitiv und lässt im Dialog mit der Leinwand Schritt für Schritt Geschichten entstehen.
Elfi Pruckers Werke entstehen spontan mit Acryl, Kohle und Spachtel. Aus zufälligen Farbschichten entwickeln sich bei ihr Motive zwischen Gegenständlichkeit und freier Form.
Gudrun Ruppert – die auch den Hauptteil der Organisation trug – beginnt ihre Arbeiten meist mit weißer Leinwand, Kohle und Tusche. Sie lässt Farben fließen und arbeitet Strukturen heraus, unter anderem mit Seide oder sogar Krawatten.
Conny Straubhaar-Tiefinger begreift die Malerei als sprachlose Ausdrucksform. Neben Pigmenten und Tusche verarbeitet sie außergewöhnliche Materialien wie Eisenpulver, Sand, Asche oder Eierschalen.
Als einziger Mann der Gruppe – von ihm selbst humorvoll als „Quotenmann“ bezeichnet – widmet sich Walter Scheiblhuber der Landschaftsmalerei, geht dabei aber weit über die reine Abbildung hinaus.
[O-TON]
„Bei den hier gezeigten Arbeiten überschreite ich in der Darstellung die im Augenblick wahrgenommene Wirklichkeit und versuche, das Wesen der Landschaft zu erfassen. Ich pflege somit eine Malerei, für die der Augenblick der Wahrnehmung die erste Station einer Reise bildet.“
Mit unterschiedlichen Techniken, aber gemeinsamer Leidenschaft zeigt die Gruppe „Diese 5“, wie Kunst den Alltag unterbrechen und Behördenflure in Orte des Dialogs verwandeln kann.
Wer sich selbst ein Bild machen möchte: Die Ausstellung „Diese 5“ ist im zweiten Obergeschoss des Landratsamtes während der üblichen Öffnungszeiten noch bis 12. November zu sehen. Ginge es nach Landrat Max Heimerl könnte es gut sein, dass die Bilder auch danach noch eine Zeit lang hängen bleiben. Man wird sehen!

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